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atw - International Journal for Nuclear Power | 02.2026

Ever since its first issue in 1956, the atw – International Journal for Nuclear Power has been a publisher of specialist articles, background reports, interviews and news about developments and trends from all important sectors of nuclear energy, nuclear technology and the energy industry. Internationally current and competent, the professional journal atw is a valuable source of information.

Ever since its first issue in 1956, the atw – International Journal for Nuclear Power has been a publisher of specialist articles, background reports, interviews and news about developments and trends from all important sectors of nuclear energy, nuclear technology and the energy industry. Internationally current and competent, the professional journal atw is a valuable source of information.

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ISSN: 1431-5254 (Print) | eISSN: 2940-6668 (Online)

32.50 €

International Journal for Nuclear Power

2026 2

Kernenergienutzung und Ausbau

in Tschechien: Alternativlos zur Erreichung

der strategischen Ziele der Energiepolitik

Interviews with The Dutch Research Council (NWO) and

Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ)

nucmag.com

Die European Industrial Alliance on SMR und ihre Arbeitsgruppenprojekte

– Beschreibung und aktueller Stand

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Editorial

3

Ein Schub für die Produktivität –

Kernenergie als Aufbruchssignal

in der Kerntechnik

Training

Digitales

Das Jahr begann wieder hoffnungsvoll für das Thema Kernenergie in Deutschland. Die CSU-Landesgruppe

im Bundestag fasste auf ihrer traditionellen Klausurtagung den Beschluss, einen „Turnaround bei der

Kernforschung“ schaffen zu wollen, damit Deutschland vom Nachzügler zum Vorreiter bei der Forschung

und Entwicklung der Kerntechnologie werde. Auch die Vorzüge der Kernkraft finden Erwähnung und gipfeln

in dem Bekenntnis, Small Modular Reactors in Deutschland bauen zu wollen. Ein sehr vernünftiger Vorschlag,

angesichts der großen Probleme bestehende und künftige große Verbraucher angemessen und wettbwerbsfähig

mit Strom und auch Wärme versorgen zu können.

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Und der Bundeskanzler höchstselbst erklärte beim

Neujahrsempfang der Wirtschaft in Halle/Saale den

Atomausstieg zu einem „schweren strategischen

Fehler“, ordnete diesen also in die Kategorie fundamentaler

politischer Fehlentscheidungen mit nachhaltig

negativen Folgen ein. Beide verbalen Vorstöße

wurden medial breit aufgegriffen und stießen auf

wenig Kritik. Gefolgt ist diesen sehr eindeutigen

Positionen aber bislang leider nichts Konkretes wie

dies bei einer Reihe ähnlicher Vorstöße seit dem Ende

der Ampelregierung und im Wahlkampf der Fall

gewesen ist.

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Dabei wird der Handlungsdruck immer größer. Das gilt

für die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung, den

stetig wachsenden Abbau von Industriearbeitsplätzen

und die nach wie vor pessimistische Stimmung in der

Wirtschaft. Währenddessen versuchen die regierenden

Parteien mit teils abenteuerlichen Vorschlägen die

Schuld für die schlechte Lage den Arbeitnehmern, den

Rentnern oder den Vermögenden, den Erben oder

äußeren Mächten zuzuschreiben, obwohl doch

Arbeitnehmer, Rentner, Vermögende und Erben alle

im gleichen Boot sitzen, dass immer tiefer im Wasser

liegt.

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Zusammenhang und seine Konsequenzen für Energieund

Industriepolitik zu erkennen und in dem dicht

besiedelten, kleinen, ressourcenarmen Land beherzt

die Chance Kernenergie zu nutzen, entwickelt sich

immer mehr zu einem fatalen Standortnachteil, der

zum permanenten Abstieg im globalen Wettbewerb

führen wird.

Dringlich ist eine Revision der deutschen Kernenergieverweigerung

noch aus einem anderen Grund, der sich

unmittelbar aus der Branchenentwicklung ergibt.

Deutschland hat sein Kernenergieausstiegsprogramm

just zu einem Zeitpunkt abgeschlossen und sich in

dieser Position eingeigelt, an dem die Kerntechnik

in unseren Nachbarländern eine dynamische Entwicklung

zeigt, wie es sie seit den siebziger Jahren nicht

mehr gegeben hat. Deutschland droht also auch in

Europa bei einer strategisch wichtigen Technologie

abgehängt zu werden. Und selbstverständlich würden

auch Robustheit und Unabhängigkeit der Energieversorgung

durch die Kernenergie gestärkt, ganz

gleich von wem man in erster Linie unabhängig sein

will. Das sollten doch genügend Gründe für einen

politischen Ruck sein.

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Nur wenige – selbst in der Wirtschaftswissenschaft –

erinnern sich daran, dass Wirtschaftswachstum,

Wohlstand sowie sozialer Ausgleich und ja, Fortschritt

in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht langfristig

und nachhaltig durch Produktivitätswachstum

entsteht, nicht durch längere Wochenarbeitszeiten,

Karenztage, höheres Renteneintrittsalter oder weniger

Feiertage und schon gar nicht – ganz im Gegenteil –

durch immer weitergehende, umfangreiche und

möglichst „perfekte“ Regulierung aller Aspekte des

wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder gar persönlichen

Lebens. Und ein ganz wesentlicher Treiber für

Produktivitätswachstum ist eben die Bereitstellung

von kostengünstiger, bedarfsgerechter Energie in

großem und wo erforderlich auch wachsendem Umfang.

Die fehlende Bereitschaft der Politik, diesen

Vol. 71 (2026)

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Nicolas Wendler

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4

Contents

Inhalt

Editorial 3

Did you know?

Wenig überzeugende Energiesystemanalyse von WindEurope . . . . . 5

Ausgabe 2

2026

März

Calendar 6

Interview with Margot Weijnen

With an eye to the future, the Dutch government wants to invest

in knowledge and innovation development in the field of nuclear

energy . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Feature: Energy Policy, Economy and Law

Kernenergienutzung und Ausbau in Tschechien: Alternativlos

zur Erreichung der strategischen Ziele der Energiepolitik . . . . . . . . 10

Tomáš Ehler

Interview with Marcin Skolimowski

The European Commission’s approval of state aid for Poland’s

first nuclear power plant is one of the project’s key milestones. . . . 16

Serial: Major Trends in Energy Policy and Nuclear Power

World Nuclear Outlook Report: Global Nuclear Capacity to 2050 . . . 19

Jonathan Cobb

Fuel

Nuclear power in commercial ships . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Erlend Hagen

Aus den Unternehmen

Nicole Koch übernimmt Geschäftsführung

von KernD, INFORUM und KTG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Energy Policy, Economy and Law

Die European Industrial Alliance on SMR und ihre Arbeitsgruppenprojekte

– Beschreibung und aktueller Stand . . . . . . . . . 33

Nicolas Wendler

Spotlight on Nuclear Law

Die Rechtsprechung zu Brennelement-Zwischenlagern –

eine aktuelle Bilanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

Christian Raetzke

Research and Innovation

Nuclear Power in Innlandet County, Norway:

Practical Prerequisites, Constraints, and Opportunities . . . . . . . . . 45

Vala Maria Valsdottir

3D-Laserscanning und KI zur automatischen Mengenund

Massenermittlung – eine skalierbare Alternative zu BIM

und Digital Twin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54

Carsten George, Christian Berthold, Martin Bach, Stefan Hörmann

Education and Training

EnergyEncyclopedia.com – Online, Interactive, 3D and VR Platform

for Energy Education . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

Cover: Europa leuchtend

Vor 66 Jahren 73

KTG Inside 80

Report

binding.energy 2026: Internationale Fachkonferenz zu Synergien

zwischen Fusion, Fission und neuen Reaktorkonzepten . . . . . . . . 84

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Ausgabe 2 › März


Did you know?

5

Did you know?

Wenig überzeugende Energiesystemanalyse

von WindEurope

Im Dezember 2025 veröffentlichte der europäische Windenergieverband WindEurope zusammen mit Hitachi Energy

die Analyse „Delivering a cost-effective energy system for Europe“, in der unter Kostengesichtspunkten verschiedene

Szenarien zur Dekarbonisierung Europas gemäß der EU-Ziele betrachtet werden. Vielleicht nicht wirklich überraschend

kommt WindEurope zu dem Ergebnis, dass ein Szenario mit dem Namen Renewable + mit einem forcierten Ausbau von

Windkraft und Fotovoltaik auf 83 Prozent der Stromerzeugung – Biomasse und Wasserkraft laufen wie Restkernkraft

gesondert – am kostengünstigsten wäre. Die Vergleichsszenarien sind Nuclear +, CCS +, Hydrogen + sowie eine langsamere

Systemtransformation.

Es fällt auf, dass nur das Szenario Hydrogen + zu einem

Ausreißer der Kosten nach oben führt (+ 4.600 Milliarden

Euro) wohingegen die übrigen Szenarien (etwa Nuclear +

mit 600 Mrd. Euro) Mehrkosten im Bereich von Modellierungsungenauigkeiten

erzeugen angesichts von

Gesamtkosten der Systemtransformation im Bereich von

30.000 Milliarden Euro in Europa bis 2050. Von diesen

Kosten entfallen zwei Drittel auf die Nachfragetransformation,

also etwa die Umstellung auf E-Fahrzeuge und

Wärmepumpen oder der Ausbau und die Modernisierung

der Verteilnetze und der Ladeinfrastruktur.

Bei den Annahmen zu den Szenarien im Vergleich Renewables

+ zu Nuclear + gibt es zwar keine einzelnen herausragenden

Verzerrungen, aber man kann feststellen, dass die

Kostenannahmen bei der Kernenergie stark zum oberen

Ende hin tendieren bei Investitionskosten, fixen Betriebskosten

und besonders Brennstoffkosten. Die Annahmen zur

Lebensdauer sind mit 50 Jahren für Kernkraftwerke und

30 Jahren für Windkraftanlagen deutlich zugunsten der

Windkraft verzerrt. Die Annahmen zur Arbeitsausnutzung

von Windkraftanlagen, die künftig gebaut werden, sind

vermutlich mit 54 Prozent für offshore und 41 Prozent für

onshore deutlich zu optimistisch, da besonders bei

Windkraft auf See bei einem Zubau bis auf 350 GW installierter

Kapazität, davon 220 GW in der Nordsee mit einem

ausgeprägten Windparkeffekt zu rechnen ist, der große

Teile der Gewinne durch größere und höhere Anlagen sowie

sonstigen technischen Fortschritt kompensieren dürfte.

Schlecht nachvollziehbar ist, dass es in Nuclear + mit

Ausnahme einer Verringerung des Offshorezubaus um rund

90 GW beinahe gleich viel sonstige volatile Kapazität und

Erzeugung sowie Batteriespeicher und Elektrolyseure gibt,

wie in Renewables +, so dass die Kosten des Ausbaus der

Kernenergie auf 176 GW statt 93 GW fast ohne Ertrag

zusätzlich in den Gesamtkosten zu Buche zu schlagen

scheinen. Dies hängt sicher auch mit der niedrigen

Arbeitsausnutzung der Kernkraftwerke von rund 65 Prozent

im Kernenergie-Szenario zusammen.

Dementsprechend ändert sich auch die Erzeugung

zwischen diesen Szenarien nur marginal von 83 Prozent

volatil zu 77 Prozent. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass

die Abregelung von volatilen erneuerbaren Energien im

Szenario Nuclear + kleiner ist als im Szenario Renewables +.

Da in Nuclear + neben weniger Offshore-Windkraft nur rund

10 GW flexibler Gaskraftwerke im Vergleich zu Renewables

+ „fehlen“, geht die Abregelung vor allem zu Lasten

der teuren Offshore-Windkraft, die auch durch den

Windparkeffekt am stärksten belastet ist. Dabei sind die

durchschnittlichen Abregelungsraten der Technologien

über ganz Europa in dem Modell recht gering – bei Offshore

maximal 2,6 Prozent in 2030 in Renewables + – können aber

zonal auf extreme Werte anwachsen, bei Offshore im

selben Szenario bis zu 32 Prozent. Für Investoren ist das

eine schwierige Ausgangslage.

Resümierend kann festgehalten werden, dass es der

Analyse von WindEurope und Hitachi Energy auch an den

Grenzen der Seriosität und Plausibilität nicht gelingt, mehr

als einen marginalen Vorteil in der Größenordnung von

2 Prozent der Gesamtkosten für einen Transformationspfad

mit weit überwiegend volatilen erneuerbaren Energien

aufzuzeigen. Nüchtern betrachtet ist das Hauptergebnis der

Studie, dass die beabsichtigte Transformation in dieser Art

mit Kosten von 30.000 Milliarden Euro bis 2050 praktisch

unbezahlbar ist. Zur Veranschaulichung mache man sich

klar, dass dies Ausgaben von 183 Euro pro Person pro Monat

für die kommenden 25 Jahre bedeutet, also insgesamt rund

220.000 Euro für eine vierköpfige Familie. Darüber hinaus

hat sie wegen des enormen Ausbaus erneuerbarer Erzeuger

und sonstiger Energieinfrastruktur auch in den Bereichen

Ressourcen- und Landschaftsverbrauch sowie Naturschutz

erhebliche negative Auswirkungen.

Quellen: Delivering a cost-effective energy system for Europe, WindEurope, Hitachi Energy, December 2025

Inception Report - Energy System Costs Study WindEurope, Hitachi Energy, December 2025

Vol. 71 (2026)


6

Calendar

2026

Kalender 2026

02. – 04.03.2026

NESTet 2026.

Brussels, Belgium

https://www.euronuclear.org/nestet-2026/

02. – 06.03.2026

TITANS 4th Tritium School.

Madrid, Spain

https://titans-project.eu/2025/09/08/

4th-tritium-school-madrid-2026/

08. – 12.03.2026

WM Symposia 2026.

Phoenix, AZ, USA

https://www.wmsym.org/

09.03.2026

Fukushima Daiichi – Was ist 15 Jahre

später wirklich der Stand der Dinge?

KTG Online-Vortrag

https://events.teams.microsoft.com/

event/61baa96c-d2e7-437e-8d22-

665dd829eccb@ce413889-7279-4c79-aa69-

d0b29a95d56d

... mehr dazu auf Seite 80

16. – 20.03.2026

Baltic Nuclear Energy Forum.

Gda´nsk, Poland

https://bnef.pl/en/

18. – 19.03.2026

FIA Annual Policy Conference 2026.

Washington DC, USA

https://www.fusionindustryassociation.

org/fia-annual-conference-2026/

23. – 27.03.2026

International Conference on the Safe

and Secure Transport of Nuclear and

Radioactive Material.

Vienna, Austria

https://www.iaea.org/events/

transportconference2026

30. – 03.04.2026

WIN Global Annual Conference.

Gyeongju, Republic of Korea

https://2026winglobal.org/main.asp

02. – 04.04.2026

NESTet – Nuclear Education and Training.

Brussels, Belgium

https://www.euronuclear.org/nestet-2026/

14.04.2026

Fusion Fest.

London, UK

https://events.economist.com/fusion-fest/

14. – 16.04.2026

World Nuclear Fuel Cycle.

Monaco

https://www.wnfc-event.com/

19. - 23.04.2026

PHYSOR 2026.

Turin, Italy

https://www.physor2026.org/

20. – 21.04.2026

IRIS 2026 – International Radioisotope

Supply Chain Meeting.

Leiden, The Netherlands

https://www.euronuclear.org/

international­ radioisotope-supply-chainmeeting-iris-2026/

20. – 24.04.2026

RRFM – European Research Reactor

Conference.

Leiden, The Netherlands

https://www.euronuclear.org/europeanresearch-reactor-conference-2026-rrfm/

22.04.2026

SMaRRt 2026 – SMR-AMR and Research

Reactors: Innovating Together.

Leiden, The Netherlands

https://www.euronuclear.org/smr-amrand­

research-reactors-innovatingtogether-smarrt-2026/

04. – 07.05.2026

ICOND – International Conference on

Nuclear Decommissioning.

Aachen, Germany

https://icond.de/start.html

11. – 12.05.2026

SMR & Advanced Reactor 2026.

Austin, Texas, USA

https://events.reutersevents.com/nuclear/

smr-usa

11. – 15.05.2026

International Conference on Computer

Security in the Nuclear World: Securing

the Future.

Vienna, Austria

https://www.iaea.org/events/cybercon26

20. – 22.05.2026

TINCE’26 – Technological Innovations in

Nuclear Civil Engineering.

Tours, France

https://www.sfen.org/evenement/tince26/

26. – 27.05.2026

Nordic Nuclear Forum 2026.

Stockholm, Sweden

https://nordicnuclearforum.fi/

31.05. – 03.06.2026

15 th International Conference of the

Croatian Nuclear Society.

Zadar, Croatia

https://www.euronuclear.org/project/15thinternational-conference-of-the-croatiannuclear-society-nuclear-option-forreliable-electricity-generation-31-may-3-

june-2026­ zadar-croatia/

09. – 11.06.2026

Nuclear Power Expo.

Piacenza, Italy

https://nuclearpower-expo.it/en/

10. – 11.06.2026

BDEW Kongress.

Berlin, Germany

https://www.bdew-kongress.de/

10. – 11.06.2026

NIC 2026.

Haarlem, The Netherlands

https://www.nrgpallas.com/company/

events/nic

11. – 12.06.2026

The 11 th Central & Eastern Europe Nuclear

Industry Congress 2026.

Warsaw, Poland

https://www.szwgroup.com/centraleastern-europe-nuclear-industrycongress/

13.06.2026

Karriereportal Kerntechnik.

Gelsenkirchen, Germany

https://karriereportal.actimondo.com/

29.06. – 03.07.2026

International Conference on Topical

Issues in Nuclear Installation Safety:

Learning from the Past to Accelerate

the Future.

Vienna, Austria

https://www.iaea.org/events/tic2026

29.06. – 03.07.2026

EPS Plasma Physics Conference 2026.

Edinburgh, Scottland

https://epsplasma2026.com/

09. – 10.09.2026

vgbe Congress 2026.

Berlin, Germany

https://events.vgbe.energy/events/

vgbe-congress-2026/27108/2NSF6/info

09. – 11.09.2026

World Nuclear Symposium.

London, UK

https://www.wna-symposium.org/

07. – 10.09.2026

NENE 2026.

Portorož, Slovenia

https://www.djs.si/nene2026

21. – 23.09.2026

WiN Europe Regional Meeting 2026.

Baden, Switzerland

29. – 30.09.2026

KERNTec 2026.

KIT, Karlsruhe

04. – 09.10.2026

IYNC – International Youth Nuclear

Congress.

Avignon, France

https://iync.org/

07. – 11.12.2026

6 th International Conference on Nuclear

Power Plant Life Management (PLiM 6).

Tokyo, Japan

https://www.iaea.org/events/evt2500883

Ausgabe 2 › März


Interview

7

With an eye to the future,

the Dutch government wants

to invest in knowledge and

innovation development in the

field of nuclear energy

Interview with Margot Weijnen

Member of The Dutch Research Council (NWO) Executive Board and

chair of the Applied and Engineering Sciences Domain

Professor Margot Weijnen

Chair NWO Domain Applied and Engineering Sciences

Margot Weijnen holds the chair of Process and Energy Systems Engineering at

the Faculty of Technology, Policy and Management, TU Delft. She is the founding

and scientific director of Next Generation Infrastructures.

She directed the TU Delft Inter-faculty Research Center on Design and

Management of Infrastructures from 1998 until 2009. She served as a member

of the Advisory Group on Energy for the European Commission, the Dutch

Innovation Platform and the Netherlands General Energy Council.

In addition to her work for TU Delft and NWO, Margot Weijnen has held

many management and advisory positions in organisations such as the

Netherlands Aerospace Centre, the Royal Netherlands Meteorological Institute

and the Netherlands Study Centre for Technology Trends. For eight years, she

was a member of the Advisory Council for Science, Technology and Innovation

and the General Energy Council, as well as being a member of the Netherlands

Scientific Council for Government Policy.

What is the purpose of the Dutch Research Council

(NWO) and what is its role in the “Dutch nuclear energy

research programme”?

NWO, as one of the most impor tant science funding

bodies in the Netherlands, invests almost €1.5 billion

per year in curiosity­ driven research, research related

to societal challenges and research infrastructure. As

such, NWO funds around 7,500 research projects at

universities and knowledge institutions, covering all

scientific disci plines. Besides this, it also manages ten

world-leading research institutes which operate under

the NWO umbrella.

Most of the academic research in the Netherlands relies

on direct funding by the Ministry of Education, Culture

and Science. Additional government funding is provided

through NWO. NWO applies a variety of competitive

arrangements to ensure public money reaches

Vol. 71 (2026)


8

Interview

To support research into innovative

nuclear reactors and

nuclear fuel concepts, NWO has

been given the task to develop,

execute and assess a national

multi-year research pro gramme

which brings researchers and

industrial partners together to

expand our knowledge.

the best scientific talent and research proposals. In

many cases partners from industry, government and

societal organisations are also invited to contribute

to the pro gramming, realisation and co-funding of

scientific research. As such, NWO connects researchers

from various disciplines and across

the entire knowledge chain and brings

researchers and societal partners together.

The “Dutch nuclear energy research

programme” originates from a joint

initiative by the Dutch Ministry of Climate

Policy and Green Growth and the

Ministry of Infrastructure and Water

Management. With an eye to the future,

the Dutch government wants to invest in

knowledge and innovation development

in the field of nuclear energy: since it can play an

important role in the energy system of the future as a

stable, affordable and reliable supplement to wind

and solar energy and as a CO₂-free energy source. To

support research into innovative nuclear reactors and

nuclear fuel concepts, NWO has been given the task to

develop, execute and assess a national multi-year

research programme which brings researchers and

industrial partners together to expand our knowledge.

What is the rationale of the nuclear research programme

and how is it financed?

The purpose of the “Dutch nuclear energy research

programme” is to bring the Dutch knowledge base on

nuclear energy and waste disposal into a strong position

for the future, because the Dutch government sees

an important role for nuclear energy in our future

energy system to achieve climate neutrality by 2050 at

the latest. It is meant to support the restoration and

renewal of the nuclear energy

knowledge and innovation

system in the Netherlands, after

decades of erosion. As I said,

the research programme is a

joint initiative by the Ministry

of Climate Policy and Green

Growth and the Ministry of

Infrastructure and Water Management

and is fully financed

by both ministries.

Recently NWO published the call “Technology for

innovative nuclear reactors and nuclear fuels”. Which

research topics does NWO want to support with

this call and who is addressed, universities, research

institutions, industry?

This call focuses on the development of Generation IV

reactors, advanced modular reactors (AMR’s) and

microreactors, and new fuel concepts. In addition,

three cross-cutting research areas are included: reactor

safety, materials research, and monitoring systems. To

be eligible for this call applicants should establish a

research consortium with different partners, needed

for the execution of the research programme. Such a

consortium has to be made up of both public and

private partners. Universities and (other) knowledge

institutes can receive NWO funding for this project.

Industrial partners can join the consortium as cofinancing

partners or as collaborating partners. Five

percent of the total project

costs need to be funded

privately.

This call focuses on

the development of

Generation IV reactors,

advanced modular

reactors (AMR’s) and

microreactors, and

new fuel concepts.

The call is designed to

establish a single robust

consortium, laying the

foundation for a future

knowledge and inno vation

system on nuclear

energy in the Netherlands.

What other calls are

planned, and which issues

of nuclear technology will

be covered?

As mentioned, NWO has

just published the first

call for research proposals

with a focus on “Technology

for innovative nuclear

reactors and nuclear fuels”. At the moment we are

preparing a second call for proposals for research into

“radiation protection” and “radioactive waste and

disposal”. A third call for proposals is expected to

follow in 2028, but the research theme of this call has

yet to be decided.

In the current tender casco workshops for interested

parties are mentioned. What are they and how are they

conducted?

As the purpose of the “Dutch nuclear energy research

programme” is to strengthen the Dutch knowledge

and innovation ecosystem on nuclear energy, the

call is designed to establish a single robust consortium,

laying the foundation for a future knowledge

and innovation system on nuclear energy in the

Netherlands. In our experience, the so-called casco

workshops are an effective means to achieve this goal.

During these workshops, researchers and partners

come together for two two-day

meetings. They first have to

agree on the main lines of

the grant proposal, before the

project can be defined in detail.

The casco workshops are conducted

under the guidance of

an external party, in such a

way that trust is built among

the consortium partners. The

scientific project leader is

Ausgabe 2 › März


Interview

9

appointed by the consortium

during the casco workshop.

As we are now

experiencing a

re newed interest

in nuclear energy,

we find that the

knowledge and

innovation system

needs to be rebuilt

and refuelled.

Who can apply for participation

in the workshops and who can

submit a complete proposal for

the call?

Dutch knowledge institutes and

companies are invited to apply

for participation in the casco

workshops. During these workshops,

one single project proposal

will be defined, which has

to be submitted to NWO by a researcher working at a

Dutch university or research institute.

Has there been continuity in publicly funded nuclear

research in the Netherlands or did the programme

content or volume change in recent years with

renewed interest in nuclear energy?

As in many other countries, the volume of nuclear

energy research decreased over the past decades, as a

result of a shift in political priorities. As we are now

experiencing a renewed interest in nuclear energy,

we find that the knowledge and innovation system

needs to be rebuilt and refuelled. The NWO programme

builds on the multi-year innovation agenda

of the Dutch Government for Nuclear Energy, which

was established at the end of 2023 in consultation

with a variety of stakeholders with an interest in

the nuclear sector (among others, companies,

government bodies, and education and research

organisations).

In Germany research in advanced nuclear

technology and the reintegration of

nuclear into the energy sector are

currently being debated politically

research on nuclear technologies has

been rein tegrated administratively into

public German energy research. Do you

think the Dutch approach can serve as

an example to restart future-oriented

nuclear research in Germany?

The view on nuclear energy in the

Netherlands was, in many ways, in the

past similar to that in Germany. Although

the Dutch government never decided to abandon

nuclear energy altogether, as the German government

did, the Netherlands also experienced strong antinuclear

energy sentiments in society during the past

decades. The challenges that come with the transition

towards a climate-neutral energy system, the changing

geopolitical situation and the emergence of new

nuclear technologies are important drivers for reappraising

nuclear energy as part of our future energy

system. We would be happy to share our experience

and approach to revitalising

the nuclear

We would be

happy to share

our experience

and approach to

re-vitalising the

nuclear energy

knowledge and

innovation community

in the

Netherlands

with our German

counterparts.

energy knowledge and

innovation community

in the Netherlands with

our German counterparts.

Author

Nicolas Wendler

Head of Press and Politics

KernD (Kerntechnik Deutschland e. V.)

nicolas.wendler@kernd.de

Nicolas Wendler has been Head of Press and Politics at

KernD since August 2013 (Nuclear Technology Germany

e. V. / German Atomic Forum e. V.) and started his career

in March 2010 as Policy officer. Previously he was an international

consultant for the international relations of

the Young Union (Junge Union) of Germany among other

topics of energy, climate and economic policy for the organization. Since January

2022 he is also the editor in chief at atw. Wendler studied in Munich and Bordeaux

political science and economics and (North) American cultural history.

Vol. 71 (2026)


10

Feature: Energy Policy, Economy and Law

Kernenergienutzung und Ausbau in

Tschechien: Alternativlos zur Erreichung

der strategischen Ziele der Energiepolitik

› Tomáš Ehler

Die Kernenergie und ihr bedeutender Anteil an der Energieversorgung (ca. 40 % an der

Stromerzeugung) haben in der Tschechischen Republik im Hinblick auf die Erreichung

der strategischen Ziele der Energiepolitik (und auch der damit verbundenen Verpflichtungen),

nämlich Versorgungssicherheit und Stabilität, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit,

keine Alternative. Dieser Befund wird durch einen breiten fachlichen Konsens im

Land getragen. 1 Vor dem Hintergrund der Langfristigkeit entsprechender Investitionen ist

dabei insbesondere die Kontinuität und Kohärenz der energiepolitischen Ausrichtung

von zentraler Bedeutung. Die Entwicklung der Kernenergie wird derzeit von 77 % der erwachsenen

Bevölkerung unterstützt, was einen Anstieg gegenüber den Vorjahren darstellt. 2

Die neue tschechische Regierung bestätigt diesen

Ansatz ausdrücklich und bekennt sich klar zur Kernenergie

(„Die Kernenergie ist die Zukunft“). 3 Zu den

prioritären, staatlich unterstützten Maßnahmen zählen

insbesondere die Sicherstellung des langfristigen und

sicheren Betriebs der bestehenden Kernkraftwerke

Dukovany (4 × VVER-440) und Temelín (2 × VVER-1000),

der Bau neuer Kernenergieanlagen an beiden Standorten,

die Förderung von Projekten zu kleinen modularen

Reaktoren (SMR) sowie die verlässliche Gewährleistung

des Backends des nuklearen Brennstoffkreislaufs.

Die Fusionsforschung hat das Potenzial

sich im Anschluss an die Aktivitäten in der EU zu

be schleunigen und die tschechischen Institutionen

bereiten sich darauf vor.

Im Rahmen dieses Beitrags werden die Ausgangslage,

die Zielsetzungen sowie die Perspektiven und Herausforderungen

der Entwicklung der Kernenergie in der

Tschechischen Republik zusammengefasst und durch

ausgewählte begleitende Aktivitäten ergänzt.

Die gesamte Bruttostromerzeugung in Tschechien belief

sich im Jahr 2024 auf 73,9 TWh, was gegenüber

2023 einen Rückgang um 3,1 TWh (– 4 %) darstellt.

Gleichwohl ist mittelfristig mit einem deutlichen Anstieg

des Stromverbrauchs zu rechnen, insbesondere

infolge der Elektrifizierung weiterer Sektoren und des

Wirtschaftswachstums. Parallel dazu ist der Ausstieg

aus der Braunkohleverstromung – getrieben durch

Marktbedingungen und das EU-Emissionshandelssystem

(ETS 1) – bereits weit fortgeschritten und wird

in wenigen Jahren vollständig umgesetzt sein (vgl.

Abbildung 1).

Erneuerbare Energien werden ausgebaut und auch

durch den Staat unterstützt (wobei Wirtschaftlichkeit

und Effizienz der Förderung eine immer stärkere Rolle

spielt – und spielen muss), ihr Beitrag zur Energiesicherheit

und Stabilität ist aber begrenzt: Der durchschnittliche

Kapazitätsfaktor liegt bei Photovoltaik

bei rund 10 %, bei Windkraftanlagen bei etwa

22 %. Insbesondere im Bereich der Windenergie

besteht zudem erheblicher Widerstand in der lokalen

Bevölkerung (vgl. langfristig hohe Unterstützung

der tschechischen Öffentlichkeit für den Ausbau der

Kernenergie).

Tschechien war – ähnlich wie Deutschland bis 2023 –

ein Nettoexporteur und regionaler Stabilitätsanker

(vgl. Sondergutachten der deutschen Monopolkommission),

wird innerhalb weniger Jahre jedoch zum

Nettoimporteur. Tschechien (und, kritischer, auch

vielen anderen Ländern in der Region) droht nach

1 Zu Übersicht der tschechischen Energiepolitik siehe z.B. Ehler T. (2021). Autarkie und Selbstbestimmung Tschechiens Energiepolitik im europäischen Spannungsfeld.

In: Osteuropa 4-6/2021, S. 313–334. https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2021/4-6/autarkie-und-selbstbestimmung/

2 Ipsos, Dezember 2025, https://www.ipsos.com/cs-cz/cesi-pozaduji-energetickou-sobestacnost-ceske-republiky-za-optimalni-povazuji-kombinaci-jadra

3 https://vlada.gov.cz/cz/vlada/programove-prohlaseni/programove-prohlaseni-vlady-224629/

Ausgabe 2 › März


Feature: Energy Policy, Economy and Law

11

Abbildung 1

Bruttostromerzeugung in Tschechien, Quelle: Energy Regulatory Office (www.eru.cz)

gegenwärtigen europäischen Bewertungen der Versorgungssicherheit

4 und auch gemäß nationalen

Analysen eine nicht ausreichende (stabile und wetterunabhängige)

Stromversorgung (Siehe Tabelle 1 und 2

von TSO ČEPS, a. s.), wenn nicht eingegriffen würde

und steuerbare Erzeugungskapazitäten eingeführt,

zusätzliche Gaskraftwerke und nach 2035 neue Kernkraftwerke

errichtet werden. 5

Progressive Scenario 2030 2040

GW TWh GW TWh

Total Net Consumption n.a. 74,2 n.a. 92,1

Hard Coal + Lignite 0,9 1,6 0 0

Natural Gas 3,3 7,8 3,8 7,6

Hydro Power 2,2 3,2 2,2 3,1

Renewables 14,7 20,0 17,7 25,2

Nuclear Power 4,1 28,5 6,4 44,8

Tabelle 1

Installierte Leistung und Erzeugung in Tschechien

Quelle: ČEPS, MAF 2023

Progressive Scenario 2030 2035 2040

LOLE* Normal 2 9 14

[h] Sensitive 41 63 74

EENS** Normal 1 16 25

[GWh] Sensitive 82 192 171

Repowering Normal 0 1,6 1,5

[GW] Sensitive 3 4,1 2,8

Tabelle 2

Zentrale Kennzahlen der Versorgungssicherheit für Tschechien

* LOLE (Lost-of-Load Expectation)

** EENS (Expected Energy Not Supplied)

Quellee: ČEPS, MAF 2023

Einleitend ist auf die weiterhin gültigen und relevanten

strategischen Dokumente der Tschechischen Republik

aus dem Jahr 2015 zu verweisen: die Staatliche Energiepolitik

6 sowie den Nationalen Aktionsplan zur Entwicklung

der Kernenergie in der Tschechischen

Republik, 7 ergänzt durch den Plan für kleine und

mittlere Reaktoren in der Tschechischen Republik –

Nutzung und wirtschaftlicher Nutzen aus dem Jahr

2023 (SMR-Roadmap) 8 . Jedes Konzept weist bereits zum

Zeitpunkt seiner Verabschiedung gewisse Grenzen auf.

Gleichwohl gelten gerade für die Kernenergie die

grundlegenden Axiome, Ziele (einschließlich eines

Anteils von rund 50 % an der Stromerzeugung sowie

der Maximierung der Nutzung zur Wärmeerzeugung)

und die strategische Ausrichtung der staatlichen

Energie politik und des Nationalen Aktionsplans für

die Kernenergie bis heute fort. Die Kernenergie wird

als wesentliche beziehungsweise zentrale Quelle innerhalb

eines diversifizierten Energiemixes aus der

Perspektive der Erreichung der strategischen Ziele –

Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit

sowie der nationalen (insbesondere klimapolitischen)

Verpflichtungen in der Tschechischen Republik unter

den gegebenen geografischen Bedingungen derzeit

und auch in absehbarer Zukunft betrachtet, ohne

Alter native. Die Bedeutung der Kernenergie für die

nationale Energiesicherheit sowie für die Deckung des

erwarteten steigenden Stromverbrauchs ist unbestritten,

insbesondere aufgrund eines Kapazitätsfaktors

von über 85 % ohne Abhängigkeit von Wetterbedingungen

sowie aufgrund der Diversifizierung und

strategischer Vorräte an frischem Kernbrennstoff für

mehr als drei Jahre.

Der wirtschaftliche Aspekt der Kernenergie, der sich

aus dem im Vergleich zu anderen Energiequellen

deutlich höheren Multiplikatoreffekt ergibt, wird

häufig unterschätzt oder auf den allgemeinen

gesamtwirtschaftlichen Nutzen von Investitionen

4 https://www.entsoe.eu/eraa/2025/

5 ČEPS (2024). National Resource Adequacy Assessment (also known as MAF CZ).

https://www.ceps.cz/cs/uvod/novinka/ceps-vydava-maf-cz-2023-analyzuje-zdrojovou-primerenost-do-roku-2040

6 https://mpo.gov.cz/cz/energetika/uspory-energie/strategicke-dokumenty/strategicke-dokumenty--276976/

7 https://mpo.gov.cz/assets/dokumenty/54251/61936/640148/priloha001.pdf

8 https://mpo.gov.cz/assets/en/guidepost/for-the-media/press-releases/2023/11/Czech-SMR-Roadmap_EN.pdf

Vol. 71 (2026)


12

Feature: Energy Policy, Economy and Law

Abbildung 2

Kernenergieanlagen in Tschechien

in Energieinfrastruktur reduziert. Dabei weist die

Tschechische Republik im EU-Vergleich den höchsten

Beitrag des Kernenergiesektors zur Bruttowertschöpfung

auf – rund 1,95 % des BIP –, was unter

anderem auf eine starke heimische Lieferkette zurückzuführen

ist. 9

Trotz hoher investiver Anfangskosten und der

Komplexität von Neubauprojekten verursacht ein

dekarbonisiertes Energiesystem mit hohem Kernenergieanteil

geringere Systemkosten als ein System,

das überwiegend auf nicht steuerbaren erneuerbaren

Energiequellen basiert. Letztere erfordern signifikant

höhere Kosten für den Betrieb und den Ausbau

des Elektrizitätsversorgungssystems. 10 Ein höherer

Kernenergieanteil reduziert zudem den Erdgasverbrauch

und den Einfluss gasbefeuerter Kraftwerke

auf die Strompreisbildung (Grenzkraftwerk). Für die

Tschechische Republik wird der Effekt von 1.000 MW

neu installierter Kernkraftwerksleistung auf eine

Reduktion des Strompreises um etwa 2 EUR/MWh

geschätzt. 11 Darüber hinaus weist die Kernenergie

eine sehr hohe – in einigen Studien sogar die höchste

– energetische Amortisationsrate (EROI) auf. 12 Diese

wirtschaftlichen Vorteile sollten bei der Bewertung

der Kosteneffizienz energiepolitischer Maßnahmen,

insbesondere im Kontext der Dekar bonisierung,

stärker berücksichtigt werden.

Abbildung 3

Kapazitäts- und Verfügungsfaktor bei Stromerzeugung

Quelle: Palmer (2017)

Aus Sicht der Ressourcenadäquanz ist es von zen traler,

teilweise kritischer Bedeutung, zum einen den mindestens

60-jährigen Betrieb der bestehenden sechs Reaktoren

sicherzustellen. Dies liegt primär in der Verantwortung

des Betreibers, wird jedoch durch den Staat

gezielt unterstützt, etwa durch das Förderprogramm

Nationales Kompetenzzentrum für Kernenergie oder

9 Deloitte (2025). Economic and Social Impact Report. Nucleareurope.

10 Siehe z. B. NEA OECD (2024). NEA System Cost Analysis for Integrated Low-Carbon Electricity Systems: A Guide for Stakeholders and Policymakers.

11 Siehe z. B. Oxera Consulting LLP (2021). The impact of Dukovany on the Central European electricity market. Zitiert in der Entscheidung der EK (EU) 2025/429.

12 Vgl. Bank of America (2023): The RIC Report: The nuclear necessity. BofA Global Research

Ausgabe 2 › März


Feature: Energy Policy, Economy and Law

13

Dukovan 5 + 6 Projekt

(EPC Contract)

Temelín 3 + 4

(optimal schedule of use of options

within EPC Contract / maximal synergies)

1st SMR

(to be defined by FID)

CONSTRUCTION LICENCE

2028

CONSTRUCTION LICENCE

2030

CONSTRUCTION LICENCE

203?

FIRST CONCRETE

2029

FIRST CONCRETE

2031

FIRST CONCRETE

203?

PAC EDUS

2036

PAC ETE3

2038

PAC

203/4?

PAC EDU6

2037

PAC ETE4

2039

FAC EDU5

2038

FAC ETE3

2040

FAC

203/4?

FAC EDU6

2039

FAC ETE4

2041

Tabelle 3

Terminpläne von Dukovany, Temelin (optimale Zeitplan, z. Z. in Entscheidung) und SMR (noch in Planung) Projekte

durch institutionelle Förderung von Forschungseinrichtungen.

Zum anderen ist der möglichst rasche

Bau neuer Anlagen in Dukovany und Temelín sowie

perspektivisch an weiteren Standorten erforderlich.

Im Juni 2025 wurden für den Standort Dukovany

Verträge mit dem koreanischen Unternehmen KHNP

über die Lieferung von zwei APR-1000-Blöcken sowie

deren kommerzielle Inbetriebnahme in den Jahren

2036 und 2037 abgeschlossen. Gegenwärtig werden

geotechnische Untersuchungen, die Vorbereitung

des Lizenzplans sowie die Beihilfemeldung bei der

Europäischen Kommission durchgeführt. 13 Mit der

Erweiterung des Projekts auf zwei Blöcke am Standort

Dukovany wurde das Investormodell verändert: Der

Staat hat 80 % der Aktien der Projektgesellschaft

Elektrárna Dukovany II, a. s. übernommen (von ČEZ, a.

s. gekauft). Die Investition wird durch ein günstiges

staatliches Darlehen unterstützt, und die Rentabilität

ist aufgrund mehrerer Marktversagen und Unsicherheiten

durch einen Two-Way Contract-for-Difference

für ca. 40 Jahre gesichert (siehe Abbildung 4).

Das wettbewerbliche Ausschreibungsverfahren führte

zu günstigen Ergebnissen sowohl hinsichtlich des

Projektpreises als auch der technischen und kommerziellen

Rahmenbedingungen. Gleiches gilt für die

verbindlichen Optionen auf zwei weitere Blöcke

am Standort Temelín, die eine Laufzeit von bis zu

fünf Jahren haben. Ein zeitlicher Versatz von etwa

zwei Jahren zwischen den beiden Standorten wird

dabei als optimaler Konvoi-Ansatz angesehen.

Angesichts der erwarteten Beteiligung tschechischer

Unternehmen an der Lieferkette, der prognostizierten

Stromgestehungskosten von rund 80 – 90 EUR/MWh

(Preisniveau 2024, bis zur Rückzahlung des Kredits) 14

sowie der regulatorischen Vorbereitung der nationalen

Aufsichtsbehörde auf die koreanische Technologie

stellt die Nutzung dieser Optionen den kosteneffizientesten

Weg für die weitere Entwicklung der Kernenergie

dar. Die Vorbereitungsarbeiten zur Aktivierung

der Optionen laufen bereits. Der Bau von Temelín

3 + 4 schließt dabei die spätere Ergänzung weiterer

An lagen – etwa eines SMR-Blocks – nicht aus, sofern die

entsprechenden Genehmigungsverfahren erfolgreich

abgeschlossen werden.

Analysen zur Ressourcenadäquanz zeigen darüber

hinaus einen zusätzlichen Kapazitätsbedarf auf und

verdeutlichen zugleich die Notwendigkeit, auch die

Versorgung mit emissionsarmer Wärme sicherzustellen.

Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium

für Industrie und Handel die konzeptionelle Verankerung

von SMR vorangetrieben, unter anderem im

Rahmen der SMR-Roadmap, der Aktualisierung des

Nationalen Energie- und Klimaplans sowie der Staatlichen

Energiepolitik. Neben den von ČEZ geprüften

Standorten – unter anderem im Zusammenhang mit

der Beteiligung an Rolls-Royce SMR Ltd. – existieren

weitere potenzielle Investoren wie SUAS Group a.s.

oder BWRX CZ, s. r. o.. Ein Flottenansatz sowie die erwartete

größere Anzahl an Projekten eröffnen zugleich

zusätzliche Exportpotenziale für die tschechische

Industrie.

13 Die Tschechische Republik stellte im Jahr 2025 einen Antrag auf Ausweitung der bereits genehmigten staatlichen Beihilfe für den 5. Block in Dukovany

(https://eur-lex.europa.eu/eli/dec/2025/429/oj/eng) auf eine Beihilfe für den zweiblockigen Ausbau.

14 Bis zur Rückzahlung des Kredits; zum Vergleich: andere Neubauprojekte in der EU gehen von Stromgestehungskosten von etwa 100 beziehungsweise

120–130 EUR/MWh aus, das SMR-Projekt im kanadischen Darlington sogar von über 130 EUR/MWh. „Overnight“-Preis von EPC Vertrag für Dukovany 5+6 wird

auf 407 Mrd. CZK geschätzt (siehe auch https://dukovany.gov.cz/projekt).

Vol. 71 (2026)


14

Feature: Energy Policy, Economy and Law

Derzeit wird zudem das Projekt einer Fernwärmeleitung

vom Kernkraftwerk Dukovany nach Brünn

umgesetzt, deren Inbetriebnahme für das Jahr 2030

vorgesehen ist. Es handelt sich dabei um das dritte

Fernwärmeprojekt dieser Art in Tschechien; vom

Kernkraftwerk Temelín werden die Städte České

Budějovice und Týn nad Vltavou bereits seit Jahren mit

emissionsfreier und stabiler Wärme versorgt.

Weitere von der Regierung und dem Ministerium für

Industrie und Handel aktiv unterstützte Aktivitäten

umfassen unter anderem die Kernfusion, die Herstellung

von Radiopharmaka sowie die internationale

Zusammenarbeit in Forschung, Entwicklung und

Innovation. Wissenschaftliche Einrichtungen unter

der Leitung der Akademie der Wissenschaften der

Tschechischen Republik sind an den Verhandlungen

über den europäischen Ansatz für Fusionskraftwerke

beteiligt und nehmen an internationalen

Forschungs projekten teil. Die Probleme mit der Lieferung

von Radiopharmaka in Europa in den vergangenen

Jahren haben gezeigt, dass die Lieferkette

und die Produk tionskapazitäten gestärkt werden

müssen.

Von zentraler Bedeutung ist zudem der Erhalt und die

Weiterentwicklung einer leistungsfähigen nuklearen

In dustrie und Zulieferkette – sowohl aufgrund ihres

volkswirtschaftlichen Beitrags als auch im Hinblick auf

Sicherheit und Unabhängigkeit im Betrieb und in der

Instandhaltung. Dies schließt neben der Förderung

an gewandter Forschung und der Entwicklung von

Humanressourcen auch gezielte staatliche Unterstützungsmaßnahmen

ein.

Eine grundlegende Voraussetzung für die Nutzung der

Kernenergie ist die Sicherstellung des Backends des

nuklearen Brennstoffkreislaufs. In diesem Zusammenhang

hat die Regierung im Jahr 2025 den Entwurf einer

aktualisierten Konzeption für den Umgang mit radioaktiven

Abfällen und abgebrannten Brennelementen

erörtert. Diese sieht unter anderem die Auswahl eines

Standorts für ein tiefengeologisches Endlager bis 2030

vor; derzeit werden vier potenzielle Standorte geologisch

untersucht (siehe Abbildung 5) und die Herausforderungen

im Zusammenhang mit den neu ge planten

Neubauprojekten berücksichtigt.

Von zentraler Bedeutung für Kernenergieprojekte sind

schließlich effiziente Genehmigungs- und Rechtsrahmen

bedingungen. Entsprechend wurden wesentliche

Novellierungen vorbereitet oder bereits umgesetzt,

insbesondere des sogenannten Liniengesetzes,

des Niedrigemissionsgesetzes, des Atomgesetzes sowie

des Energiewirtschaftsgesetzes. Ergänzend wirkt

die Zentralisierung der Genehmigungsverfahren im

Rahmen der neu geschaffenen Verkehrs- und Energiebaubehörde

(die neue Regierung hat weitere Novellierungen

des Baurechts angekündigt und im Januar 2026

in Gang gesetzt).

Unbefriedigend hinsichtlich des Kernenergieausbaus

bleibt der externe Rahmen auf EU-Ebene, trotz teilweiser

Fortschritte insbesondere auf der strategischkonzeptionellen

Ebene (Anerkennung der Rolle der

Kernenergie, Einbeziehung in die EU-Taxonomie), die

auch dank des Beitrags der Tschechischen Republik als

Mitinitiatorin der sogenannten EU-Nuklearallianz

erreicht wurden. Es fehlt jedoch weiterhin an einer

Abbildung 4

Dukovany Projekt Finanzierungsschema (wird gegenwärtig notifiziert)

Ausgabe 2 › März


Feature: Energy Policy, Economy and Law

15

Abbildung 5

Endlager für radioaktive Abfälle in Tschechien und 4 potenzielle Standorte für ein tiefengeologisches Endlager

aktiven Unterstützung und Förderung der Entwicklung

der Kernenergie durch die Europäische Kommission

(und im Sinne des Prinzips der technologischen Neutralität

an einer Gleichstellung der Rahmenbe dingungen

mit anderen Energiequellen wie etwa erneuerbaren

Energien), insbesondere an einer Verankerung in

Förderprogrammen, aber auch beispielsweise an einer

entsprechenden Ausgestaltung der Strommarktregulierung

oder an einer Beschleunigung von Verfahren,

etwa im Bereich der staatlichen Beihilfen.

Abschließend lassen sich mehrere Herausforderungen

identifizieren. Marktverzerrungen und staatliche

Eingriffe implizieren, dass ohne öffentliche Unterstützung

derzeit und auch künftig keine bedeutenden

Erzeugungsprojekte – einschließlich Kernkraftwerke –

realisiert werden können. Dies stellt hohe Anforderungen

an öffentliche Haushalte und Endkundenpreise,

erfordert jedoch zugleich eine Prioritätensetzung

und eine effiziente Regulierung durch den

Staat. Hinzu kommt der Wettbewerb um qualifizierte

Humanressourcen. Angesichts der langfristigen Natur

nuklearer Projekte bleiben zudem zeitliche Inkonsistenzen

und Unsicherheiten über Jahrzehnte

hinweg bestehen, was eine aktive staatliche Rolle

unabdingbar macht.

Der Beitrag gibt ausschließlich die persönliche

fachliche Meinung des Autors wieder.

Autor

PhDr. Tomáš Ehler

Ph.D., MBA

tomasehler@yahoo.com

Tomáš Ehler, seit 2019 Referatsleiter für Kernenergie

und anschließend Leiter der Abteilung für Kernenergie

im Ministerium für Industrie und Handel der

Tschechischen Republik, sowie 2021–2022 Vizeminister.

Er ist stllv. Aufsichtsratsvorsitzender der

Ges. Elektrárna Dukovany II, a. s. Vor 2019 arbeitete er

in der Wirtschaftskammer der Tschechischen Republik

sowie im auswärtigen Dienst. Er absolvierte ein

Studium an der Karls-Universität in Prag und am

Institut für Industrie- und Finanzmanagement und

erwarb den Doktortitel in Volkswirtschaftslehre an

der Wirtschaftsuniversität Prag, wo er zugleich als

wissenschaftlicher Assistent tätig ist.

Hieraus lässt sich schließen, dass eine zeitnahe

staatliche Intervention in Form der Unterstützung

des Ausbaus der Kernenergie – einschließlich der Projekte

Dukovany und Temelín sowie perspektivisch auch

von SMR – erforderlich ist, um zur Energiesicherheit

und Versorgungsstabilität in Tschechien (und der

weiteren Region, einschließlich Deutschlands) beizutragen

und einen kosteneffizienten Ansatz zur Dekarbonisierung

sowie zur Strom- und Wärmeversorgung

zu verfolgen.

Vol. 71 (2026)


16

Interview

The European Commission’s

approval of state aid for Poland’s

first nuclear power plant is one

of the project’s key milestones.

Interview with Marcin Skolimowski

External Communications Manager, Polskie Elektrownie Jądrowe sp. z o.o.

Marcin Skolimowski

External Communications Manager at Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ)

Marcin Skolimowski - an experienced professional in communicating the

largest infrastructure investments implemented in the Polish power sector.

For over 10 years, he has been responsible for external relations, corporate

communications, and cooperation with local communities in projects in the

field of nuclear, renewable, and gas energy. For over 4 years, he has been

working for Polskie Elektrownie Jądrowe, a company implementing the

project of the first nuclear power plant in Poland, located in the north of the

country.

Recently the European Commission

agreed to state aid for

the Lubiatowo-Kopalino nuclear

power plant project. Which

are the main elements of this

decision?

The European Commission’s

appro val of state aid for Poland’s

first nuclear power plant is one of

the project’s key milestones. The

decision was made in record time

and, most importantly, reflects

the expectations of the Polish

side. The green light released government funding for

the project and made it possible to move on to the next

stages of the schedule. Poland has maintained all the

key elements of the support mechanism, ensuring that

the key negotiation objectives were achieved, and

many of the Commission’s initial objections have been

clarified without the need to amend the project.

The European Commission’s

approval of state aid paved

the way for the project to be

financed with government

funds. According to the

adopted assumptions, they

will constitute 30 % of the

total amount needed to build

the nuclear power plant.

The support mechanism

for the project comprises

three basic elements, i.e.

capital injection for the

investor by the State

Treasury, free-of-charge

State Treasury guarantees

for the project covering

100 % of debt financing,

and a two-way contract

for difference for the

operational phase of the

nuclear power plant.

What was the reasoning of the Commission on the

financing scheme for Poland’s first NPP?

More information on the European Commission’s

decision on the Lubiatowo-Kopalino nuclear power

plant will be made public in the coming months when

the Commission publishes the details of its decision.

Ausgabe 2 › März


Interview

17

How is the support mechanism

for financing constructed considering

all its elements?

Work on the project’s financial

structuring is progressing. The

European Commission’s approval

of state aid paved the way for the

project to be financed with

govern ment funds. According to

the adopted assumptions, they

will constitute 30 % of the total

amount needed to build the

nuclear power plant. The remainder

will come from export credit

agencies from all over the world

and banks. Following the market sounding process,

completed in December 2025, conducted to assess

commercial interest in financing our project, PEJ received

26 preliminary offers. These offers complement

the previously collected declarations of intent to

participate in the project from export credit agencies,

and their total amount exceeds the required debt capital

several times over.

We have just signed

By mid-year, we

plan to sign the

contract for the

construction of

the facility that

will set out the

final terms and

conditions of

cooperation.

our first debt financing

agreement.

What are the terms

of the Contract for

Difference (CfD) in the

operational phase and

does it include the

possibility of Power

Purchase Agreements

(PPAs)?

The most significant

assumptions of the

contract for difference include the contract term, which

spans 40 years, the inclusion of long-term markets in

the settlement system, and the possibility of flexible

adjustment of production if economically and technically

justified. Up to 30 % of energy pro duced will be

sold through PPA auctions, and the remaining 70 % via

organized markets.

The financial model verified by the European

Com mission assumes a strike price of less than PLN

500 per MWh, which is competitive,

considering especially the

numerous benefits the nuclear

power plant will bring for the

entire electricity system. The

adopted model pro vides PEJ with

predictable revenues while protecting

customers. Under the

adopted windfall profit mechanism,

unexpected profits, if generated,

will be allocated directly

to the state budget and contribute

to public spending.

What will be the next

steps in project implementation

now that

the complex issue of

financing has been

cleared?

Work is progressing

in all areas of the project.

We are negotiating

the Engineering, Procure

ment, Construction

(EPC) contract with our

Ameri can partners, the

Westinghouse- Bechtel

Consortium. At the same

time, fieldwork is being carried out on the project site

based on the Engineering Development Agreement

amended in December 2025. The amendment allows for

the con tinuation of work some of which originally were

to be included in the EPC contract. By mid-year, we plan

to sign the contract for the construction of the facility

that will set out the final terms and conditions of

cooperation.

The financial model verified

by the European Commission

assumes a strike price of less

than PLN 500 per MWh, which

is competitive, considering

especially the numerous

benefits the nuclear power

plant will bring for the entire

electricity system.

On 13 January this year,

we announced that the

Westinghouse­ Bechtel

Consortium had selected

Arabelle Solutions to

supply three steam

turbines and generator

sets for our nuclear

project in Pomerania.

Also, the first order for key Long Lead Items has

been placed. On 13 January this year, we announced

that the Westinghouse-Bechtel Consortium had selected

Arabelle Solutions to supply three steam turbines and

generator sets for our nuclear project in Pomerania.

This is the first of several contracts for key power

plant components with long lead times. It is common

practice in projects of this type to order such components

well in advance, long before the start of the

main construction works to minimize the risk of delays.

Preparatory works are progressing on the project

site. We have already completed the staking-out of the

construction site and have proceeded with its fencing.

The key clearing works are now approaching

com pletion. By the end of Q2 2026, just before the start

of the tourist season, we plan to complete the site

levelling works and thereby complete the entire stage

of preparatory works.

At the same time, we are preparing the documentation

required for the construction license application,

which we plan to submit in the coming months to

the National Atomic Energy

Agency (PAA) – the Polish

nuclear regulator. Obtaining

this license is one of the key

conditions necessary for

pouring the so-called first

nuclear concrete, which is

planned for 2028. PAA has

24 months by law to consider

the application. Theoretically,

we could submit this application

later than in the first

quarter, but we are aiming for

Vol. 71 (2026)


18

Interview

an earlier date to optimize the project schedule

wherever possible.

Impressum

Offizielle Mitgliederzeitschrift

der Kerntechnischen Gesellschaft e. V. (KTG)

Verlag

INFORUM Verlags- und Verwaltungsgesellschaft mbH

Berliner Straße 88A, 13467 Berlin

www.nucmag.com

@atw_Journal

@atw-international-journal-for-nuclear-power

Geschäftsführerin

Nicole Koch

Will PEJ be limited to the Lubiatowo-Kopalino NPP

or will you be involved with the different proposed

SMR projects in Poland?

Within its mandate, Polskie Elektrownie Jądrowe is

responsible for the construction of Poland’s first

nuclear power plant.

By the end of Q2 2026,

just before the start of

the tourist season, we

plan to finalize levelling

the area and thereby

complete the entire stage

of preparatory works.

Chefredakteur

Nicolas Wendler

+49 172 2379184

nicolas.wendler@nucmag.com

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Nicole Koch

+49 163 7772797

nicole.koch@nucmag.com

Author

Nicolas Wendler

Head of Press and Politics

KernD (Kerntechnik Deutschland e. V.)

nicolas.wendler@kernd.de

Nicolas Wendler has been Head of Press and Politics at

KernD since August 2013 (Nuclear Technology Germany

e. V. / German Atomic Forum e. V.) and started his career

in March 2010 as Policy officer. Previously he was an international

consultant for the international relations of

the Young Union (Junge Union) of Germany among other

topics of energy, climate and economic policy for the organization. Since January

2022 he is also the editor in chief at atw. Wendler studied in Munich and Bordeaux

political science and economics and (North) American cultural history.

Preisliste

Gültig seit 1. Januar 2021

Erscheinungsweise 6 x im Jahr (alle 2 Monate)

DE:

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Jahresabonnement (inkl. USt., exkl. Versand) 183.50 €

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paper. Please address letters and manuscripts only to the Editorial Staff

and not to individual persons of the association‘s staff. We do not assume

any responsibility for unrequested contributions.

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ISSN 1431-5254 (Print) | eISSN 2940-6668 (Online)

Ausgabe 2 › März


Serial: Major Trends in Energy Policy and Nuclear Power

19

World Nuclear Outlook Report:

Global Nuclear Capacity to 2050

Ambition, feasibility, and the conditions for delivery

› Jonathan Cobb

The World Nuclear Outlook Report, published by World Nuclear Association,

assesses whether national nuclear energy ambitions are sufficient to meet global

decarbonization, energy security, and electricity demand objectives through midcentury.

Its central conclusion is striking: national government targets, taken together,

have the ambition to more than triple global nuclear capacity by 2050, exceeding the goal

established under the Declaration to Triple Nuclear Energy agreed at COP28, and now

supported by more than 30 governments worldwide.

However, the report makes equally clear that ambition

alone is not enough. Delivering this outcome would

require unprecedented build rates, systematic lifetime

extension of existing reactors, deep reforms to policy

and market frameworks, and major expansion of

industrial and fuel-cycle capacity.

As of 2025, global operable nuclear capacity stands at

around 400 GWe. The Declaration to Triple Nuclear

Energy sets a target of approximately 1200 GWe by

2050, using 2020 capacity as a baseline. The World

Nuclear Outlook Report finds that, when all categories

of capacity are combined – existing reactors, lifetime

extensions, reactors under construction, planned and

proposed projects, potential projects, and additional

capacity defined by government targets – total global

capacity could reach around 1446 GWe by 2050,

surpassing the tripling goal.

This result reflects a notable shift in political attitudes

toward nuclear energy. Nuclear power is increasingly

recog nized as a low-carbon, dis patchable energy source

that supports both climate miti gation and energy

security. The endorsement of nuclear energy within the

UNFCCC Global Stocktake at COP28, growing support

from the G7, the engagement of interna tional financial

institutions, and explicit backing from major energy

users all reinforce this trend.

Projections of capacity of reactors operating in 2050

Source: World Nuclear Association

Vol. 71 (2026)


20

Serial: Major Trends in Energy Policy and Nuclear Power

Global nuclear capacity projections 2025–2050

Source: World Nuclear Association

Nuclear capacity in USA, China, India, France and Russia, for the period 2025-2050

Source: World Nuclear Association

Yet many national targets remain aspirational rather

than project-backed. While headline numbers are

large, a significant share of the implied capacity has

not yet been translated into specific reactors, sites,

financing structures, or licensing pathways.

Assessing global nuclear capacity to 2050

The World Nuclear Outlook Report constructs a

bottom-up assessment of global nuclear capacity in

2050 by grouping capacity into distinct categories:

⁃ Reactors now operating that would have been

operating for less than 60 years in 2050. Planned

60-year operation has become common for reactors,

with only a few exceptions, such as the UK’s AGR

reactors. These would have a combined capacity

of 189 GWe.

⁃ Reactors now operating that would have been in

operation for between 60-80 years by 2050.

Increasingly, 80-year operation of nuclear reactors

is being evaluated. Many reactors in the USA are

going through the regulatory process to allow operations

for 80 years. These would have a combined

capacity of 213 GWe.

⁃ There are 74 reactors under construction, all of

which would be expected to still be operating in

2050, providing 76 GWe.

⁃ There are more than 100 reactors that are classed as

‘planned’ by World Nuclear Association. These are

re actors that have approvals, funding or other commitments

in place, with most expected to be in operation

within the next 15 years. If all came to operation,

they would have a capacity of 107 GWe

⁃ There are more than 300 reactors classed as

‘ proposed’ by World Nuclear Associa tion. These are

reactors that have specific programme or site

proposals, but for which the timing of construction

and operation is very un certain. An additional

category of “potential” identifies those reactors

specified in government plans, but which have not

yet progressed to be classified by the Association as

proposed. These two categories would provide

294 GWe and 24 GWe respectively.

Ausgabe 2 › März


Serial: Major Trends in Energy Policy and Nuclear Power

21

Average operating age at which reactors have been permanently shut down

Source: World Nuclear Association

⁃ Many governments have set targets for future

nuclear capacity. In most cases a proportion of that

target could be met by reactors identified in the

categories listed above. The World Nuclear Outlook

Report identifies what additional capacity would be

needed to meet these national targets. In total, the

additional capacity required is 542 GWe.

When these categories are combined, capacity growth

accelerates markedly after 2035, as projects that are

currently only at the policy or planning stage would

need to move into construction. Near-term growth to

2030 is dominated by reactors already under construction,

particularly in Asia. Growth between 2030

and 2035 relies mainly on projects that are planned

but not yet under construction. After 2035, delivery

increasingly depends on governments con verting

strategic intent into executable pro grammes.

The report identifies 50 countries where plans are in

place for nuclear capacity to be in operation in 2050.

However a key finding is that five countries – China,

France, India, Russia, and the United States – could

together account for nearly 980 GWe of global capacity

by 2050, underlining the continued importance

of established nuclear nations. At the same time,

new comer countries collectively aim for more than

150 GWe, highlighting the geographic widening of

nuclear deployment.

The foundational role of long-term operation

If reactor operations can be extended to up to 80 years,

as is being considered for a growing number of reactors,

reactors already in operation could provide around

400 GWe of capacity, meeting a third of the 1200 GWe

tripling target. But what evidence is there that this is a

realistic prospect?

The reactors with the longest service history in

operation today have been operating for over 55 years,

five in the US, three in India and one in Switzerland.

When average capacity factors for reactors of all

ages are considered, the historic data show no

systematic decline in performance with age, with

average capa city factors remaining high. The average

years of operation achieved by reactors before being

permanently shut down has been steadily increased,

reaching nearly 50 years, and this upward trend looks

set to continue.

From a system perspective, lifetime extension is

repeatedly identified as the most cost-effective source

of additional low-carbon electricity, including by the

International Energy Agency. It ensures continued

supply of clean electricity faster and at a cost much

lower than that new construction of any kind, and

the emissions associated with replacement generation.

However, the report stresses that lifetime extension is

not automatic. It requires supportive regulatory

frameworks, long-term policy clarity, continued investment

in plant modernization, and market conditions

that reward firm low-carbon capacity rather than

penalizing it.

Scaling up new construction

Extending the operation of existing reactors can

maintain much of current nuclear capacity, but for

nuclear energy to make a growing contribution to

meeting global energy needs, new nuclear construction

must accelerate dramatically. Based on the report’s

assumptions for deployment timelines for reactors in

different categories, the global grid connection rates

needed to reach the assessed 2050 capacity could be:

⁃ around 14 GWe per year in the late 2020s,

⁃ rising to over 22 GWe per year in the early 2030s,

⁃ then increasing sharply to around 50–65 GWe per

year after 2035.

The required peak build rate in the late 2040s is roughly

double the highest annual build rates achieved during

the nuclear construction boom of the 1980s. Achieving

Vol. 71 (2026)


22

Serial: Major Trends in Energy Policy and Nuclear Power

Projection of future nuclear capacity in China

Source: World Nuclear Association

Projection of future nuclear capacity in the USA

Source: World Nuclear Association

this could be facilitated by sustained series build,

standardized designs, expanded manufacturing

capacity. It would also require a much-expanded skilled

workforce.

Although the pace of grid con nections is predomi nantly

after 2035, this would require action in the very near

term, particu larly for new entrant nuclear countries,

or those without recent experience of nuclear build

programmes.

Plans for the 542 GWe of ad di tional capacity implied to

be needed to meet government targets would need to

make progress over the next decade if they are to

contribute to generation in 2050. To achieve this policy

credibility matters. Targets supported by clear siting

strategies, licensing pathways, financing frameworks,

and industrial policy are far more likely to translate

into operating reactors than those that are purely

aspirational.

China and the United States:

contrasting pathways

China accounts for nearly half of global reactors under

construction and has demonstrated consistent delivery

of large, standardized reactor designs. China’s nuclear

build programme is characterized by:

⁃ long-term central planning aligned with industrial

policy,

⁃ standardized designs enabling learning-by-doing,

⁃ strong domestic supply chains, and

⁃ parallel investment in advanced reactors and nonelectric

applications.

In the Outlook assessment, goals stated by the China

Nuclear Power Development Centre would see China’s

nuclear power capacity reaching 335 GWe in 2050.

All but 8 GW of this would be met by reactors currently

in operation, under construction or planned and

proposed. For China, the challenge is less about intent

and more about sustaining planned build programmes

Ausgabe 2 › März


Serial: Major Trends in Energy Policy and Nuclear Power

23

and aligning nuclear output with rapidly growing

electricity demand.

The United States presents a contrasting case. It has

one of the world’s largest existing nuclear fleets and

some of the most ambitious long-term targets. There is

bipartisan agreement on the need for significant

expansion of the US’s nuclear generation capacity, with

the 300 GWe target for 2050 set by the previous Democrat

administration superseded by the 400 GWe target

set by the current administration. However, there are

currently no power reactors currently under construction.

Nuclear capacity through the 2030s would remain

dominated by continued opera tion of the existing

nuclear fleet. Beyond that, achieving stated targets

would require a step change in licensing efficiency,

market reform, financing models, and supply­ chain

readiness, particularly if advanced reactors and SMRs

are to scale beyond first-of-a-kind projects.

Energy system drivers reinforcing the need for

nuclear growth

While the targets set by governments are ambitious,

the imperative of meeting and exceeding a tripling of

nuclear capacity worldwide is made clear when considered

within broader energy trends. Demand for

clean electricity will grow because of the following

drivers:

⁃ Expanding supply to the 750 million people who

lack access to electricity.

⁃ Meeting, in an equitable manner, the energy needs

of the rising global population, projected to reach

9.8 billion by 2050.

⁃ Accelerating electrification, in all sectors of the

economy, as countries shift from fossil fuels to

low-carbon electricity.

⁃ Growing consumption from new technologies,

including digital infrastructure and data-intensive

processes, such as AI.

⁃ Decarbonising hard to abate sectors of the economy

through alternative sources of low-carbon heat.

Nuclear power’s ability to provide large-scale,

con tinuous, low-carbon electricity and heat, as well as

grid ancillary services (like inertia and voltage control)

positions it as an anchor of clean energy systems.

Conclusions and recommendations

The World Nuclear Outlook Report establishes that

global nuclear ambitions are, on paper, sufficient to

exceed the tripling target set by governments, but

delivery is conditional on the following actions for

three key stakeholders:

⁃ Integrate nuclear energy into long-term decarbonization

and energy security planning, alongside

renewables and other low-carbon technologies.

⁃ Set durable, actionable nuclear policies and industrial

strategies to enable long-term investment

and to maintain industrial capabilities, workforce

and supply chains.

⁃ Support operating lifetime extension programmes

to 60-80 years where technically feasible, avoiding

premature closures.

⁃ Reform electricity markets to ensure equitable

treatment of nuclear energy alongside other lowcarbon

sources.

⁃ Support the acceleration of licensing, siting, and

financing mechanisms to facilitate an increase in

construction rates.

For financial institutions

⁃ Implement technology-neutral lending and ESG

policies to ensure nuclear and other low-carbon

sources are evaluated using equivalent criteria.

⁃ Support nuclear deployment in emerging economies

through financing frameworks, guarantees,

and multilateral partnerships.

For the nuclear industry

⁃ Expand manufacturing and supply chain capacity,

including fuel cycle infrastructure.

⁃ Optimize series build to reduce costs and shorten

build times.

⁃ Develop large-scale deployment strategies to

meet post-2035 demand, including for non-grid

applications utilizing novel reactor technologies.

The ambition to more than triple global nuclear

capacity by 2050 already exists at the level of national

governments. What remains to be done is to turn this

ambition into timely, coordinated, and adequately

financed action.

If governments deliver on their commitments, nuclear

energy will play a decisive role in providing secure,

affordable, and clean energy for a rapidly electrifying

world.

Author

Jonathan Cobb

Senior Communication Manager

World Nuclear Association

jonathan.cobb@world-nuclear.org

For governments

⁃ Recognize that nuclear energy is a central pillar

in meeting global climate goals, especially given

the expected increase in electricity and energy

demand.

Vol. 71 (2026)


24

Fuel

Nuclear power

in commercial ships

› Erlend Hagen

Nuclear power offers the promise of maritime operation with virtually unlimited range

and without emissions.

Three commercial nuclear-powered demonstration ships were built: NS Savannah

(1962), NS Otto Hahn (1968), and NS Mutsu (1972). All have since been decommissioned.

NS Mutsu experienced insufficient radiation shielding; otherwise, these vessels were

technically successful. Despite these technical achievements, nuclear power has not become

part of commercial shipping.

Why nuclear now, and why is it bound to become

a reality?

Times have changed. Today pollution and climate

concerns are driving a change away from carbon-based

fuels. The alternative zero carbon energy carriers

present significant practical constraints.

Unfortunately, most of these zero carbon energy

carriers have significantly lower energy density than

diesel fuels, and they are typically more dangerous. The

use of toxic or explosive fuels onboard ships introduces

additional safety and operational challenges.

Figure 1

Container harbour

At the time, the technology was not competitive with

low-cost coal and fuel oil, and the ships were denied

access to many ports. In practice, cheap fossil fuels and

the absence of international regulatory frameworks

prevented these otherwise successful projects from

achieving commercial viability. Since then, fuel oils

have continued to dominate the world fleet.

These early efforts answered whether nuclear

propulsion works. They did not answer under what

conditions it can work commercially.

Sevmorput (1988), which remains in operation, should

also be mentioned, along with Russia’s expanding

nuclear icebreaker fleet. These vessels, however,

function primarily as governmental infrastructure

rather than as part of commercial shipping.

Commercial nuclear propulsion is not primarily a

reactor­ technological problem – it is a systems-ofsystems

problem spanning technology, regulation,

finance, and human organisation.

With lower energy density, a ship will need significantly

more space for fuel than a HFO-fuelled ship. For

context, below is a comparison of data for relevant

alternative fuels:

Energy/

Volume

Engine

Efficiency

Useable energy/

Volume

Heavy Fuel Oil ~35-36 MJ/L ~0,49 ~17,4 MJ/L

Methanol ~15-16 MJ/L ~0,44 ~6,8 MJ/L

Ammonia ~11-12 MJ/L ~0,40 ~4,6 MJ/L

Table 1

Technical data and efficiency of fuels

used in large propulsion engines

To illustrate we may consider an ultra-large Container

Vessel using Ammonia:

Such a vessel has the capacity to carry ~15-

20.000 tonnes of fuel oil, and could burn roughly

5000 tonnes on one trip from East Asia to Europe.

The tank capacity allow freedom to not have to

re-fuel if the price is higher than normal. Close to

Ausgabe 2 › März


Fuel

25

Another recognized report claims: “To achieve the

IEA’s Net Zero Emissions by 2050 scenario we would

need an 18-fold increase in the world’s existing

renewable production capacity. Shipping would

require the equivalent of one of these worlds to meet

its own renewable energy needs.” – Hence, the largescale

global use of synthetic fuels for shipping appears

challenging under current assumptions.

Figure 2

NS Savannah

Nuclear power does have both the energy and the

energy density to replace diesel oils, -by many orders

of magnitude.

Considering space, nuclear is also promising.

Detailed and verified designs for nuclear power and

energy conversion islands in commercial ships are of

limited availability. Optimistic estimates do, however,

indicate that such installations may not take more

space than engine rooms in traditional ships. Final

solutions including safety systems and shielding

structure may contribute to stretching this, though

probably not to a great extent.

Figure 3

Ammonia tanks

4 times the fuel capacity would be needed for

Ammonia and 2-3 times for methanol.

In addition, these alternative fuels require cofferdams

and special considerations for safety and/or

thermal insulation, meaning that we could need 1,5

times more total volume due to lost net volume.

We are then close to 6 times the volume of the

original HFO tanks.

This will both require more space, and it will reduce

carrying capacity for cargo. The ship would have

to be significantly larger to hold the same amount

of cargo. Increasing the space onboard for fuel

from 20.000 to 120.000 m3 equals more than two

heights of containers in the full length and breadth

of the cargo space.

A comparison for context: A popular engine for the

ultra­ large container vessels is the Wärtsilä-Sulzer

RTA96-C. The engine delivers ~84 MW shaft power. The

dimensions of the engine alone are: (LxH) 26,7 x 13,5 m,

a breadth of several meters and weighs more than

2000 tonnes. The engine room is occupied by a

multitude of supporting systems and equipment,

making the engine room itself significantly larger than

the engine.

Today there are many modern small nuclear reactors

under development, and many of these aim to provide

very simple-to-operate solutions, safe operations and

hopefully, lower cost than we have lately seen in

nuclear.

A few smaller ships with limited trade area have

nevertheless been built for fuels like methanol,

hydrogen and ammonia, and more are underway.

Production of such energy carriers require huge

amounts of electric energy, – much more than is

available today. Estimates have been made, showing

that in order to convert our fleets to such synthetic

fuels will require increasing the production of electric

energy on land significantly.

One estimate suggests that electric energy production

in Europe and North America combined would need to

increase by a factor of 4 – 5.

Figure 4

Wärtsilä Sulzer RTA96-C

Vol. 71 (2026)


26

Fuel

Increasing taxes are today added to use of fossil fuels,

in order to support the shift away from fossil fuels. This

makes alternatives like nuclear more competitive.

Ships in such trades that require high fuel consumption

will find that nuclear power may be economical. This

economic driver alone may be sufficient to make

nuclear-powered commercial ships a practical reality

for specific segments.

It is however not simply a task of replacing the engineinstallation

with a nuclear installation. Differences in

operative or regulatory requirements will affect the

solutions.

How would such a ship be designed?

What makes them stand out from ordinary ships?

And how do they fit in the existing nuclear

regulatory landscape?

Nuclear power in in commercial ships will be a stress

test for nuclear governance.

In order to be economically viable, commercial ships

will need solutions that are exceedingly simple

compared to traditional power plants. They still have

to be sufficiently safe and safe-guarded.

How can we make sure that the fuel is sufficiently

safeguarded when ships enter harbors all over the

world? Addressing this, we may see that in the early

years, only some special shipping corridors and

harbors will be approved for nuclear ships. We may

also see that ships operating year-round in remote

regions could be easier to certify for nuclear propulsion

due to significantly limited harbour-concerns.

Existing proposals for establishing sufficient safeguards

include reactors that contain “hard-to-steal”

fuel, “tamper-safe” reactors, fuel that is easy to account

for, and sealed reactor compartments. On a side-note:

In a ship, in some cases safeguards might become

subordinate to safety requirements.

The International Maritime Organization is currently

discussing how to update the rules for nuclear power.

Rules to be amended include SOLAS (Safety of Life at

Sea), MARPOL (Marine Pollution), STCW (Standards of

Training, Certification and Watchkeeping) and the IMO

Resolution A.491. These rules were made decades ago

Figures 5 & 6

IAEA logo and IMO logo

and regarding nuclear they are in many ways outdated.

Typically, the existing rules consider LWRs only, and

are very thin on some topics that are today addressed

with greater concern. Weaknesses of existing rules

include outdated technology, prescriptive approach,

limited scope and gaps in requirements to crew

training.

It is important that the rules make a good combination

of maritime safety and nuclear safeguards as well as

operational considerations. Operation of a ship is often

very different from the operational situation of a

terrestrial NPP.

Nuclear power has been utilized in military ships and

icebreakers for generations. Significant accumulated

experience has been gathered through these years,

underpinning that nuclear is an extremely safe

technology, and there have been nearly zero serious

incidents related to the nuclear systems onboard.

The nuclear power industry is accustomed to refuelling

parts of the inventory of the reactor every 18 – 24 months

or so. The economy of commercial ships is sensitive

to interruptions, and such frequent refuelling would

be disastrous to the operation. This is even more of a

challenge than one might think due to a range of

considerations:

1) A nuclear-powered commercial ship must be

competitive to all other ships in the same trade.

Otherwise, it will not become a reality. A nuclearpowered

ship will cost significantly more in investment

than a traditional ship. This added cost will

have to be compensated by similar reduction of

costs of operation in combination with increased

turnover from operation. To have the ship off hire,

meaning that it is not in operation and not earning

money, must be kept at an absolute minimum.

2) Refuelling of ships will only be possible to do in one

of very few specialized and licensed shipyards

around the world. The traditional nuclear industry

is well aware of the implications of refuelling. A

terrestrial NPP is however designed for allowing

such refuellings to be more or less practical. And all

NPPs do it.

A nuclear powered commercial ship is however in

strict competition with traditional ships. Frequent

and lengthy refuellings must be avoided by design.

A refuelling requires powering down the reactor

for a sufficiently long time to reduce the heat

generation in the fuel, so that it can safely be

transferred from the reactor to a transport cask.

For some small reactors, the designers consider

replacing the entire reactors rather than refuel

them on site. Staying at minimum power for

cool-down, combined with a lengthy operation of

preparing to open the reactor for extraction of fuel,

actually removing the fuel, and then placing fresh

Ausgabe 2 › März


Fuel

27

Figure 7

RITM-200 reactor

Figure 8

Visionary Remote Reactor Control Room

fuel and then prepare for new start, will be a

lengthy operation.

Unless an ingenious way of refuelling in short time is

developed, the reactor of a nuclear powered ship

should be able to operate for many years, preferably

only need to be refueled once or maximum 2 or 3 times

in the lifetime of the ship (10 – 20 years reactor

operation).

Availability of competent crew for ships is already an

issue for traditional ships. While we may see that

nuclear power could initiate a trend towards larger and

faster ships, where one nuclear powered ship may

replace two or more traditional ships, there cannot

be equal requirements for number of personnel to

operate the reactors as for terrestrial power plants.

This would quickly become a critical bottle neck

where crew will become scarcity and increasing cost.

The crew, or at least parts of the crew will need

additional training, and some may also need dedicated

reactor operation certification. If crew requirements

escalate to those of terrestrial NPPs, it will signifi cantly

challenge the possibility for nuclear in all but a very

few ships.

Today a ship typically has a Machinery Department

that rotate shifts to monitor and carry out maintenance

or repair. There is typically one Chief Engineer, a 1 st

Engineer and a team of 2 nd and 3 rd engineers and

motormen. This standard organization has been built

through generations of experience operating steam and

engine propelled ships. On a nuclear powered ship,

several tasks will no longer be there, and an entirely

different reactor system is introduced.

It is the intention of many SMR concepts to simplify

designs with more automation and built around a

passive safety system. At a terrestrial NPP there can be

large teams that carry out a vast set of operations. How

realistic it actually is to significantly reduce the

manpower of the reactor- and machinery department

is not sure. The conclusion of this will be a crucial

factor for how attractive nuclear power will be in

commercial shipping.

This will likely be settled together with final certifications

of the reactor-systems.

One proposed but still speculative solution could, if

permitted, allow a compact crew onboard. The proposal

introduce novel, centralized control stations on land.

Competent operators would from “control-towers” on

land in real time monitor all operational data of every

reactor at sea. This might be practically possible, using

todays satellite communication and VPN connections.

Onboard the ships there could be two certified operators

that are competent to intervene reactor functions

in agreement with the control stations on land. Other

crew would be trained to handle emergency situations

and support the experts only. This solution would

remove the need for large crew, limiting the challenge

of crew availability and cost.

However, this type of arrangement would introduce

other challenges, and to evaluate it would require

answering a host of known and not-yet-known

questions. We can already today see how state actors,

or highly skilled actors operating on behalf of

malevolent regimes are breaking into critical control

systems of our modern, connected societies. Up till now,

nuclear power plants have usually been controlled by

offline legacy systems. This has safeguarded against

such threats. Potentially, new quantum-encrypted

VPNs could be used with sufficient safety.

It is however an established belief of some in the

emerging maritime nuclear eco-system that for a

nuclear solution to be viable for commercial maritime,

it must be monitored from land, with a limited

number of crew onboard. Whether this would become

a permitted reality or not remains unknown for now.

Regardless, reactor systems for commercial ships must

however be designed in such a way that a compact

crew could potentially be permitted.

While there are still no updated rules regarding what

will be required from a reactor system for commercial

shipping, we therefore do not yet know what types of

reactors will be approved.

Vol. 71 (2026)


28

Fuel

The “Nuproship” project, a project run by the Norwegian

University of Technology, NTNU has put in significant

work to analyze this question. By applying cautious and

sound assumptions and requirements, the Nuproship

project has filtered more than 100 existing concepts in

order to find the most probable candidates.

Emphasis has been put at filtering the concepts based

on inherent safety and several other requirements

that were deemed to make approval easier or more

challenging. The Nuproship project concluded with

three assumed approvable technologies, namely the

Molten Salt Reactor, the Gas Cooled Reactor and the

Lead Cooled Reactor. Both the prior ones using Triso

fuel.

Coming back to the requirement of using only the most

simple to control and walk-away safe solutions it seems

to be mutually agreed among known initiatives that a

LWR reactor will not be relevant, as it has the (however

small) potential to become too hot and rupture due to

pressure. The possibility of operating low-pressure

MSRs or LFRs may also significantly reduce cost and

lead-time of the nuclear islands.

As time will show what specific requirements will

actually be imposed, the considerations of NTNU with

partners are for now largely sound.

Figure 9

Nuproship

Solutions for transferring power from the reactor to

the propellers must be considered.

Options are to use either direct steam turbines on

a reduction gear, or using turbo-generators and

electric propulsion. Using a steam/electric drivetrain

seems most practical for commercial ships. It makes

maneuvering at various speeds more convenient, while

also providing abundant electric power for thrusters

and other power needs onboard (i.e. reefer containers

for frozen products).

rather than pay the premium of custom design

solutions.

Typically the largest ships for carrying ore, crude

oil, LNG, -and also the large cruiseships are such

candidates.

Smaller ships with power requirements in the range of

5 – 20 MW may consider very compact Gas Cooled

reactors combined with even more compact turbines

operating with Supercritical CO₂ in the secondary loop,

rather than steam. These turbines come with the

benefit of very compact design.

Responsibility for reactors, fuel and

decommissioning

Nuclear power will not be permitted without a robust

regime for responsibility and handling of used fuel and

for decommissioning. Frameworks for how this shall

be regulated are still being shaped. The nuclear system

including refueling through the life of the ship and final

decommissioning is likely to cost significantly more

than a standard ship in itself.

One of the models being discussed is that a “Licensed

Company” is established for this purpose, being the

certified owner of the reactor and fuel of ships.

( Potentially for all ships, pending final choice of

solution). This Licenced Company would need sufficient

capital to cover safe disposal of the used fuel and

to execute the decommissioning at the end of the ships

life.

The Ship Owner would enter a form of leasing agreement

with that Licensed Company that through the life

of the ship cover the costs with interest.

One specific reactor producer has expressed intent to

run the used fuel from their own reactors through a

recycling process. The recycled materials would be

used to refuel their reactors, in effect creating their

own proprietary Closed Fuel Cycle. The tails from the

recycling would be placed in DGRs.

There are already several existing solutions that may

be applicable as they are, possibly needing to add only

approval for maritime use.

All ships with large fuel consumption may be good

candidates for nuclear power. Introducing similarly

rated nuclear power as a replacement for solutions

used today could be profitable, and it would drastically

cut emissions. Aside from the nuclear island and to

some extent the power conversion island, these ships

would benefit from the ability to pick existing solutions

Figure 10

Gerald R Ford

Ausgabe 2 › März


Fuel

29

A potentially new frontier

Today the largest container ships operate at a speed of

~22 knots. Several years back when fuel oil was more

affordable, the largest ships operated at ~27 knots. A

few ships were built for even higher speeds. Cost of fuel

has forced ships to reduce speed.

Nuclear may encourage even higher speeds than

earlier.

Nuclear brings immense power potential. Combined

with the comparable affordability of fuel this potential

may give incentive to utilize higher speeds. This will

at some point introduce the need of developing

propulsion solutions for significantly higher powerrating

than used today. Existing ships that operate at

such speeds and power today are already operating at

nuclear power, -namely the US aircraft carriers. The

largest of these ships are at a length of 337 meters and

a hull breadth of 41 meters, and have a classified

maximum speed, assumed to be above 35 knots. Cost

and business-cases will be the foundation for designchoices,

as always.

The ultra-large nuclear powered container vessels

of tomorrow have the potential to be built for similar

speed as the aircraft carriers. A theoretic example

could be ULCVs carrying in excess of 30 000 TEUs

(Twenty-foot container equivalents) while having

a length of perhaps 450 meters and breadth of

61,5 meters. The size is mostly limited by the limitations

of the harbors they traffic. Speed will be more limited

by propeller technology than available power.

Exploiting these potentials will come at a premium

cost, though. Propellers and drive-lines of today are

not sufficient, and the ship hull strength will be subject

to both detailed studies and significantly added weight

of steel.

Counting small and large, and considering only

the technology and potential economy, there could

be a vast market for nuclear power for ships. Some

technology­ optimistic estimates mention in the order

of tens of thousands ships. The global commercial fleet

is at the order of 50 – 60.000 ships.

There is however reason to believe the transition

to nuclear could be significantly slower, driven

primarily by regulatory caution and readiness, operator

qualification, and governance constraints rather

than by technology.

Why it may not be the immediate revolution

one might expect

There are strong reasons to support the adoption of

nuclear power in commercial shipping, provided it is

implemented under the right conditions. Technological

optimism is widespread, and the underlying technology

is well understood. However, the successful

introduction of nuclear power in commercial ships

will not be determined by technology alone.

Owners and organisational capability

The potential associated with nuclear power is

compelling, and the technology itself is mature. At the

same time, nuclear propulsion introduces a set of

operational, organisational, and governance requirements

that go well beyond those faced by conventional

ships. Not all shipowners will be able, or permitted, to

operate such vessels.

Over the past decades, the nuclear industry has been

required to adhere to exceptionally high standards

of professionalism, responsibility, and accountability

in order to maintain public trust and regulatory acceptance.

These standards are significantly more demanding

than those applied in most other industries.

For nuclear-powered commercial ships to be acceptable,

maritime operators will need to demonstrate a

comparable level of organisational maturity and

long-term commitment. The nuclear sector cannot

afford to import maritime risk cultures that have

evolved under fundamentally different regulatory and

economic incentives.

While the maritime industry is generally safe and

professional, it has historically optimised for different

risk profiles. There are many highly responsible actors,

but also operators whose organisational structures and

priorities would be incompatible with the requirements

of nuclear governance. A maritime nuclear

operator would therefore need not only to meet high

standards at the point of entry, but also to guarantee

the ability to sustain them over time.

These considerations are likely to limit the near-term

applicability of nuclear power, particularly for smaller

ships and smaller owners.

Figure 11

MMG Propeller

Some technology-driven scenarios assume that nuclear

propulsion could be deployed broadly wherever a

Vol. 71 (2026)


30

Fuel

nominal business case can be demonstrated. In

practice, however, regulatory requirements and

organisational expectations may significantly narrow

this field once formal frameworks are established.

Over time, successful and flawless operation may

encourage regulators and the public to allow broader

adoption. However, nuclear-powered commercial

shipping will remain highly sensitive to its own track

record. A small number of regulatory violations or a

single serious incident could severely undermine

confidence and halt further deployment.

A further governance challenge concerns financial

resilience. Nuclear-powered ships cannot be allowed

to become orphaned assets. Strict requirements on the

financial strength of nuclear ship operators will be

essential. While bankruptcies are a reality in commercial

shipping, robust mechanisms must be in place to

ensure that responsibility for continued safety and

oversight is never compromised, even in cases of

financial distress.

Liability, insurance, and responsibility

For terrestrial nuclear power plants, clear liability and

insurance regimes exist, supported by their stationary

nature and unambiguous national jurisdiction.

Commercial nuclear-powered ships present a fundamentally

different challenge.

Until these questions are addressed through coherent

international frameworks, liability and insurance

considerations, together with high capital costs, are

likely to constrain the number of nuclear-powered

commercial ships for many years to come.

Conclusion

Regulatory processes and the development of practical

solutions adapted to the requirements of commercial

shipping are already underway. The International

Maritime Organization has initiated a review of

Chapter VIII of SOLAS, the Convention for the Safety of

Life at Sea, as well as the Code of Safety for Nuclear

Ships. In parallel, the International Atomic Energy

Agency has established the ATLAS initiative (Atomic

Technology Licensed for Applications at Sea).

The stated objective of these efforts is to identify

common ground between maritime and nuclear

regulatory regimes, either by developing new frameworks

or by adapting and aligning existing ones. The

overarching aim is to ensure that security, safeguards,

and safety requirements can be met in a maritime

context, while still allowing nuclear power to be

considered a viable option for commercial shipping.

In support of this process, a third non-governmental

organisation has been established: NEMO, the Nuclear

Energy Maritime Organization. Through the participation

of classification societies, industry stakeholders,

and academic institutions, NEMO provides a forum

with broad, cross-sector competence, intended to

facilitate dialogue and coordination between traditionally

separate domains.

Figure 12

Nuclear Submarine

Figure 13

NEMO logo

Military nuclear vessels fall under the responsibility

of the owning state. Commercial ships, by contrast,

rely on commercial insurance arrangements while

operating across multiple jurisdictions. Existing international

frameworks, such as the Vienna and Paris

Conventions, were not designed with mobile nuclear

installations in mind.

Key questions remain unresolved. How should thirdparty

risk be covered for a nuclear-powered vessel

operating internationally? To what extent would

responsibility rest with the flag state, and how would

this interact with the obligations of port states? How

should liability be allocated in the event of an incident

occurring in international waters or foreign harbours?

It will take time before revised and harmonised regulations

are in place. Nevertheless, nuclear­ powered

commercial ships are increasingly positioned to

become a regulated reality, potentially sooner than

might previously have been assumed. Nuclear power

is currently the only scalable option with the potential

to deeply decarbonise large segments of the global fleet,

and for certain ship types and operating profiles it may

also prove economically attractive.

At the same time, operational complexity and stringent

regulatory and organisational requirements will raise

the threshold for participation. In the foreseeable

future, this is likely to limit nuclear propulsion to a

relatively small number of operators with the

Ausgabe 2 › März


Fuel

31

necessary technical capability, financial strength, and

governance maturity. As a result, maritime nuclear

operators can be expected to form an exclusive

group, defined as much by organisational quality and

compliance culture as by technology itself.

The final judge of what will become allowed in the

future is the public. The public may be initially wary,

though nuclear today benefits from improving public

opinion. It will be the responsibility of the Ship Owners,

the Industry and the Regulatory Authorities to facili tate

continued public support through flawless operation.

engines across the global fleet within the lifetime of

today’s professionals. Adoption is more likely to follow

a gradual and selective path, driven by economic

suitability, operational profile, and the presence of

highly qualified and financially robust operators.

In this sense, commercial nuclear shipping could be

viewed as a potential catalyst. Its greatest contribution

may lie not only in reducing emissions from specific

segments of the maritime sector, but also in demonstrating

new ways of organising, licensing, and deploying

nuclear technology under demanding commercial

conditions.

A look ahead – implications for the existing

nuclear industry

(Author’s perspective)

Looking ahead, commercial nuclear propulsion may

introduce dynamics that extend beyond the maritime

sector itself. While the adoption of nuclear power in

shipping is likely to remain limited and selective

for many years, its implications for the wider nuclear

industry could nevertheless be significant.

In a maritime context, nuclear power would be

deployed in an environment characterised by strong

cost discipline, short project timelines, and intense

competitive pressure. Unlike terrestrial nuclear power

plants, commercial ships operate in markets where

downtime is unacceptable, capital utilisation is critical,

and standardisation has historically been a key driver

of cost reduction. If nuclear propulsion were to gain a

foothold under such conditions, it could place new and

constructive pressure on reactor design philosophies,

licensing practices, and supply-chain organisation.

One possible consequence could be a renewed emphasis

on type-approved, serially produced reactor systems.

In contrast to the largely bespoke nature of contemporary

large nuclear power plants, maritime

applications would favour designs that can be replicated,

installed, and commissioned repeatedly with

minimal modification. Should such an approach prove

successful at sea, it may offer lessons for parts of the

terrestrial nuclear sector that have struggled with cost

escalation and project complexity.

Author

Erlend Hagen

Strategic Architect & Chairman at Traneberget,

Norway

Erlend@traneberget.no

Erlend Hagen has 27 years of experience from the

maritime industry across ship design, project management,

and international operations in Europe and

Asia. He focuses on the strategic and systemic deployment

of nuclear energy, with particular emphasis

on enabling safe, commercially viable maritime

nuclear propulsion and on developing frameworks

for a European closed nuclear fuel cycle. Hagen combines

deep technical understanding with a systemsoriented,

practical, and commercial perspective

Over time, a maritime nuclear market could also

contribute to the development of industrial capabilities

and supply chains capable of delivering large numbers

of similar units. In a scenario where hundreds, or

even thousands, of reactors are produced to common

standards, learning effects and economies of scale

could emerge that have largely eluded the nuclear

industry in recent decades. Such developments, if

realised, might feed back into land-based applications,

improving competitiveness and reducing financial risk.

At the same time, it is important to maintain realistic

expectations. Even under favourable conditions,

nuclear propulsion is unlikely to displace combustion

Vol. 71 (2026)


32

Aus den Unternehmen

Nicole Koch übernimmt Geschäftsführung

von KernD, INFORUM und KTG

Berlin, 1. Februar 2026 – Zum 1. Februar 2026 übernimmt Nicole Koch die Geschäftsführung

von Kerntechnik Deutschland e. V. (KernD), der INFORUM Verlags- und Verwaltungsgesellschaft

mbH sowie der Kerntechnischen Gesellschaft e. V. (KTG). Mit dieser personellen

Entscheidung werden zentrale Funktionen der kerntechnischen Verbands-, Fach- und

Kommunikationsarbeit in einer Hand gebündelt.

KernD setzt sich für eine wissenschaftlich fundierte

und sachorientierte Positionierung der Kerntechnik ein.

Mit der neuen Geschäftsführung soll die Sichtbarkeit des

Verbandes weiter ausgebaut, der fachliche und gesellschaftliche

Dialog intensiviert und die Mitwirkung an der

Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen für einen

möglichen Neustart der Kernenergie in Deutschland

gestärkt werden.

Nicole Koch

© Sylviane Brauer

Nicole Koch verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung

in der Kerntechnik und bringt umfassende fachliche,

organisatorische und kommunikative Expertise mit.

In einem kerntechnischen Unternehmen war sie in

verschiedenen Stabsfunktionen tätig, unter anderem als

Patentverantwortliche und Kommunikationsbeauftragte.

Seit 2019 arbeitet sie in zentralen Funktionen für

KernD und KTG und hat deren Arbeit maßgeblich mitgestaltet.

Dazu zählten unter anderem die Redaktion

der atw – International Journal for Nuclear Power, das

Veranstaltungsmanagement von KernD und KTG sowie

Aufgaben in der strategischen Kommunikation und

Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Zeit hat sie ein breites und

tragfähiges Netzwerk innerhalb der kerntechnischen

Fachgemeinschaft aufgebaut.

Mit der Übernahme der Geschäftsführung von KernD

und INFORUM stärkt der Verband seine Position als

sachliche, fundierte und zukunftsorientierte Stimme der

Kerntechnik in Deutschland und Europa. „Mit Frau Koch

gewinnen wir eine Geschäftsführerin, die fachliche Tiefe,

kommunikative Stärke und langjährige Verbandserfahrung

in idealer Weise verbindet“, sagt Thomas

Seipolt, Vorstandsvorsitzender von KernD. „Sie steht für

Kontinuität ebenso wie für die Weiterentwicklung

unserer Arbeit auf nationaler und europäischer Ebene.“

Parallel übernimmt Nicole Koch die Geschäftsführung

der Kerntechnischen Gesellschaft e. V. und folgt damit

Dr. Thomas Behringer, der dieses Amt seit 2019 innehatte.

Die KTG ist die zentrale wissenschaftlich­ technische

Fachgesellschaft der Kerntechnik in Deutschland und

engagiert sich insbesondere für Wissensaustausch,

Nachwuchsförderung und Kompetenzerhalt. In den

vergangenen Jahren hat Nicole Koch diese Arbeit bereits

eng begleitet und insbesondere bei der Etablierung

neuer Veranstaltungs- und Austauschformate gewirkt.

Mit ihrer hohen Identifikation mit den Zielen und Werten

der KTG soll die fachliche Arbeit des Vereins kontinuierlich

und zukunftsorientiert weiterentwickelt werden.

Nicole Koch erklärt:

„Eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung

erfordert vor allem eines: Realismus. Der Blick zurück

zeigt, welchen Beitrag Kernenergie über Jahrzehnte

geleistet hat, und der Blick nach vorn macht deutlich,

dass es dauerhaft nicht ohne sie im Energiemix gehen

wird. Mein Ziel ist es, die beiden Verbände als starke,

verlässliche und europäisch vernetzte Stimme weiter zu

positionieren und den sachlichen Dialog über die Rolle

der Kernenergie aktiv zu fördern.“

Gleichzeitig danken KernD und KTG Dr. Thomas

Behringer herzlich für seine langjährige, engagierte

und verlässliche Tätigkeit. Er hat beide Organisationen

über viele Jahre hinweg begleitet, geprägt und weiterentwickelt.

Mit seinem Eintritt in den Ruhestand endet

eine prägende Phase der Verbandsarbeit. Für seinen

neuen Lebensabschnitt wünschen ihm Vorstand und

Mitglieder alles Gute.

Ausgabe 2 › März


Energy Policy, Economy and Law

33

Die European Industrial Alliance on SMR

und ihre Arbeits gruppenprojekte –

Beschreibung und aktueller Stand

› Nicolas Wendler

Seit im März 2024 eine Auftaktveranstaltung der European Industrial Alliance on Small

Modular Reactors (SMR) stattgefunden hat, wurde die Arbeit in der Industrie allianz

rasch organisiert und fokussiert. Die Generalversammlung hat zweimal, der Steuerungsrat

sechsmal getagt, zuletzt im Oktober 2025. Es wurden acht Technische Arbeitsgruppen

eingerichtet sowie acht Projektarbeitsgruppen, die konkreten Vorhaben der Reaktorentwicklung

gewidmet sind und die Unterstützung von den Technischen Arbeitsgruppen bei

den jeweiligen Themen, wie Lieferkette oder Finanzierung erhalten können. Die SMR­

Industrieallianz ist Teil der Umsetzung des Net Zero Industry Act (NZIA) der EU, der SMR als

so genannte Netto-Null-Technologie (bezogen auf die Emission von Treibhausgasen) einstuft,

wodurch die NZIA-Plattform für die Beschleunigung von SMR-Projekten nutzbar gemacht

werden kann. Die Europäische Kommission stellte in der Ankündigung der Industrieallianz

stark auf das Klimaziel für 2040 und den Pfad zur so genannten Klimaneutralität in Verbindung

mit einer nachhaltigen, gerechten und wohl habenden Gesellschaft ab.

Klar ist aber, dass die kontinuierliche, planbare Bereitstellung

von Strom und Wärme für bestehende

in dustrielle Anwendungen sowie für neue, zusätzliche

Verbraucher im IT-Sektor maßgeblich für die Steigerung

der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen

und Standorte sein wird. Das gilt ebenso für

die Aufrechterhaltung von Versorgungssicherheit und

Netzstabilität, alles Aspekte, die in der Kommunikation

der Kommission leider häufig zu kurz kommen. Die gut

zu bevorratende, steuerbare und lokalisierte Stromund

Wärmeerzeugung aus Kernreaktoren wird auch

die Energieinfrastruktur robuster machen sowie die

Energieunabhängigkeit Europas deutlich verbessern.

Das gilt insbesondere dann, wenn auch in Zukunft

die Anlagen und Unternehmen des Kernbrennstoffkreislaufs

eine souveräne technologische und industrielle

Basis der Kernenergie in Europa bilden, was

im NZIA ausdrücklich vorgesehen ist. Bestenfalls

kann dies noch ergänzt werden um eine Wiederbelebung

des Uranbergbaus wie sie in Schweden

mit Aufhebung eines entsprechenden Verbots zum

1. Januar 2026 angestrebt wird. Auch in Spanien, wo

ein Projekt wegen verweigerter Genehmigung vorläufig

zum Stillstand gekommen ist, sowie in Grönland

und Finnland – über das bestehende Projekt hinaus –

wäre dies möglich. Am Nexus von Energie und IT, KIund

Cloud­ Rechenzentren sowie der erforderlichen

zuverlässigen Bereitstellung von großen Strommengen

befindet sich die SMR-Technologie im Hinblick

auf Unabhängigkeit und Souveränität sogar an einer

Schlüsselstelle, die darüber entscheiden kann, ob

Europa ein eigen ständiger wirtschaftlicher und

politischer Akteur bleiben kann, oder zu einem

technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen

An hängsel externer Mächte wird.

Im Folgenden sind die SMR-Projekte, die in den

acht Projektarbeitsgruppen verfolgt werden und im

November 2025 bestätigt wurden, kurz beschrieben.

Es tritt dabei deutlich zutage, dass im SMR-Bereich

inzwischen eine große Dynamik herrscht und gerade

in den vergangenen zwei, drei Jahren beachtliche

Fortschritte in Richtung der konkreten Projektumsetzung

erreicht wurden, auch wenn Kanada mit

dem BWRX-300-Projekt am Standort Darlington

der globale Vorreiter bleibt. Dies gilt auch für die

drei Generation IV-Projekte im Rahmen der Projektarbeitsgruppen.

Besonders die Entwicklungsvorhaben

bleigekühlter schneller Reaktoren schreiten im

Vergleich zu früher in raschem Tempo voran und in

einer sehr positiven und produktiven europäischen

Vernetzung sowohl bei der technologischen als auch

bei der regulatorischen Entwicklung.

Vol. 71 (2026)


34

Energy Policy, Economy and Law

Nuward (EDF)

Das Nuward-Konzept ist ein Druckwasserreaktor in

zwei Modulen in einem Gebäude mit zusammen

1.150 MW thermischer Leistung und bis zu 400 MW

elektrischer Leistung sowie 115 MW auskoppelbarer

thermischer Leistung (Gesamtwirkungsgrad ca. 45 Prozent).

Das Design befindet sich gegenwärtig in Revision,

mit dem Ziel, das Konzept mit bewährten Komponenten

und den etablierten Lieferketten zu realisieren.

Das geänderte Design mit obigen Rahmendaten wird

Mitte 2026 erwartet. Für die künftige Bauzeit gilt eine

Zielgröße von 4 Jahren.

Die französische Regierung unterstützt die Ent wicklung

mit 300 Millionen Euro aus Mitteln von France 2030

zur Förderung der SMR-Entwicklung. Seit 2022 ist das

Nuward-Konzept Gegenstand einer Joint Early Review

durch die Aufsichtsbehörden ASNR (F), STUK (FIN) und

SUJB (CZ) sowie die technischen Expertenorganisation

SURO (CZ). Die zweite Phase des Joint Early Review

(JER), an dem sich auch die Aufsichtsbehörden PAA

(PL), SSM (S) und die ANVS (NL) beteiligt haben, wurde

ebenfalls erfolgreich im Dezember 2025 abgeschlossen.

Obwohl im Rahmen technischer Fragestellungen

diskutiert wurde und es auch Feedback des Herstellers

gab, lag das Hauptaugenmerk auf der Behördenzusammenarbeit

und regulatorischen Konvergenz. Es

wurde festgestellt, dass es zwar Unterschiede in der

Herangehensweise an sicherheitstechnische Fragestellungen

und die Umsetzung von Sicherheitsanforderungen

gibt, diese selbst aber nicht zu Divergenzen

zwischen den Behörden führen. Als schwieriges Thema

hat sich in der JER die Auslegung gegen Flugzeugabstürze

erwiesen, da die zugrunde liegenden Lastannahmen

jeweils Verschlusssache sind. Inzwischen

wurde die dritte Phase der JER begonnen, der sich auch

die Aufsichtsbehörden FANC (B) und ISIN (I) angeschlossen

haben. Die gesamte JER soll bis Ende 2026

abgeschlossen sein und soll der französische Aufsichtsbehörde

Grundlagen hinsichtlich der Harmonisierung

von Sicherheitsanforderungen und Genehmigungsprozessen

für neue Reaktortypen liefern.

Es besteht eine Vereinbarung zwischen der polnischen

Energiehandelsgesellschaft Respect Energy und EDF

zur Entwicklung von Nuward-Anlagen in Polen.

EDF, der italienische Stromversorger Edison, Anslado

Nucleare und der Verband der italienischen Stahlindustrie,

Federacciai, kooperieren hinsichtlich der

Möglichkeiten, in Italien SMR mit Nuward-Technologie

zu errichten.

Nuward soll zur Standortversorgung (Strom/Wärme),

als Ersatz für fossile Kraftwerke und für neue Anwendungen

(Wasserstofferzeugung, Fernwärme) eingesetzt

werden.

European BWRX-300 SMR (OSGE)

Der BWRX-300 von GE Vernova ist ein Siede wasserreaktor

mit 870 MW thermischer und 300 MW

elektrischer Leistung. Er wurde auf Basis des ESBWR

von GE/Hitachi konzipiert und hat im April 2025 eine

Genehmigung der kanadischen Aufsichtsbehörde CNSC

erhalten, im Mai 2025 die standortbezogene Baugenehmigung.

Bei der NRC ist er seit 2019 im Genehmigungsverfahren.

Der US-amerikanische Kunde

Tennessee Valley Authority hat im Juli 2025 zusätzlich

eine Errichtungsgenehmigung für den Standort Clinch

River beantragt. Der Reaktortyp ESBWR, von dem

der BWRX-300 abgeleitet ist, verfügt bereits über eine

NRC-Zertifizierung ebenso wie die für beide Typen

geeigneten Brennelemente.

Der GE Vernova Hitachi BWRX-300 SMR ist Gegenstand

einer exemplarischen regulatorischen Zusammenarbeit

zwischen CSNC (CN), NRC (USA) und ONR (UK)

für den Bereich SMR.

Am Standort Darlington in Kanada werden vier Einheiten

BWRX-300 als Erstprojekt errichtet. Die Kosten

belaufen sich auf 13 Milliarden Euro oder 10.800 Euro/

kW, die erste Einheit soll 2030 fertiggestellt werden.

Der erste Block soll 3,8 Milliarden Euro kosten zuzüglich

Maßnahmen, die für alle vier Blöcke zusammen

Cutaway of the BWRX-300 SMR design

© GVH

Bauvorbereitende Arbeiten BWRX-300

am Standort Darlington Canada – GEV BWRX-300

© OPG

Ausgabe 2 › März


Energy Policy, Economy and Law

35

benötigt werden und eine Milliarde Euro kosten. Die

weiteren drei Blöcke sollen dann durchschnittlich

2,7 Milliarden zusätzlich kosten. Es liegen für den

ersten Block Errichtungsgenehmigungen der Provinzregierung

und der CNSC sowie eine abgeschlossene

Umweltverträglichkeitsprüfung für das Gesamtprojekt

vor. Baugrundvorbereitende Arbeiten sind abgeschlossen,

Ausschachtungen für Reaktorgebäude und

Turbinenhalle teils weit fortgeschritten und die

Vorfertigung von Bodenplatten und sonstigen Fundamenten

hat begonnen.

In Europa werden derzeit Projekte in Polen (OSGE,

sechs Standorte ausgewählt, bis zu 24 Anlagen, erster

Standort Włocławek mit vier Reaktoren), Estland

( Fermi Energia, 2 Anlagen), Schweden (Ringhals­

Vattenfall, Fortum), Finnland (Fortum) und in der

Tschechischen Republik geplant. Das von Fortum

unterstützte Projekt von Kärnfull Next in Schweden

sieht die Errichtung von vier bis sechs Einheiten im

südschwedischen Karlshamn vor. Auch Standorte

südlich Stockholms werden geprüft. Der finnische

Stromerzeuger Fortum hat im Juli 2025 eine Vereinbarung

über Vor-Lizenzierung und die Planung

standortvorbereitender Maßnahmen mit GE Vernova

für die geplanten Standorte in Finnland und Schweden

abgeschlossen, an denen BWRX-300 Anlagen in den

2030er Jahren in Betrieb gehen sollen.

Ein BWRX-300 wird darüber hinaus in den USA geplant

(Clinch River Site, Oak-Ridge, TVA). In UK befindet sich

der BWRX-300 im Generic Design Assessment (GDA)

(Schritt zwei im Dezember 2025 abgeschlossen).

Der BWRX-300 wird für die allgemeine Stromversorgung,

als Ersatz für Kohlekraftwerke und zur

industriellen Standortversorgung (Strom/Wärme)

projektiert.

Rolls-Royce SMR (Rolls-Royce SMR Ltd)

Der Rolls Royce SMR ist ein Konzept eines Druckwasser­

SMR mit 1.385 MWth und 470 MWel Leistung. Er ist

neben dem Status eines weiterverfolgten Projekts in

der EU SMR-Industrieallianz eines von vier Angeboten,

die im Auswahlverfahren von Great British Energy –

Nuclear ausgewählt wurden. Das Design hat im

April 2023 den Schritt eins des britischen GDA abgeschlossen,

im Juli 2024 den zweiten Schritt. Derzeit

läuft Schritt drei mit dem höchsten Detaillierungsgrad

im GDA-Prozess.

Der RR-SMR wurde im Auswahlverfahren von

Vattenfall für den Standort Ringhals neben dem BWRX-

300 für die letzte Stufe zugelassen. Für Tschechien

haben RR-SMR und CEZ eine Vereinbarung zur

Er richtung von bis zu 3 GW Kapazität abgeschlossen,

die auch eine Partnerschaft zur Einbeziehung

tschechischer Unternehmen in die globale SMR-Lieferkette

von Rolls Royce beinhaltet. Erster Standort soll

Temelin werden. Kürzlich war eine Kooperation beim

Rolls Royce SMR Haupteingang

© Rolls Royce plc

Rolls Royce SMR Schnitt

© Rolls Royce plc

RR-SMR auch Gegenstand von Gesprächen des

tschechischen Industrie- und Handelsministers Karel

Havlíček mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina

Reiche und dem bayerischen Ministerpräsidenten

Dr. Markus Söder. Das staatliche polnische Unternehmen

Industria hat im Februar 2023 eine Vor­

Vereinbarung zur Energieversorgung eines Wasserstoffclusters

mit einem RR-SMR geschlossen und 2024

eine positive Grundsatzentscheidung der polnischen

Atomaufsichtsbehörde PAA erhalten.

Rolls Royce und Siemens Energy haben im Februar

2025 eine Vereinbarung geschlossen, mit der Siemens

Energy zum exklusiven Lieferanten des Turbine Island

(Dampfturbine, Generator, Hilfssysteme) werden soll.

Es wurde von GE Vernova mit der kanadischen BWXT

ein Vertrag zur Entwicklung der Dampferzeuger und

eine Vereinbarung zur Belieferung der ersten Einheiten

geschlossen.

Der RR-SMR soll als Grundlastkraftwerk, in der Kraft-

Wärme-Kopplung und zur E-Fuel-Erzeugung eingesetzt

werden. 2021 gab Rolls Royce als zu erwartende

Stromgestehungskosten 45 – 50 GBP/MWh an, also rund

52 – 58 Euro/MWh nach damaligem Wechselkurs und

ca. 64 – 71 Euro/MWh (Euro 2025) unter Berück sichtigung

der Inflation in der Eurozone.

Vol. 71 (2026)


36

Energy Policy, Economy and Law

CityHeat (Calogena, Steady Energy)

CityHeat ist ein finnisch-französisches Konsortium zur

Entwicklung und Errichtung von kleinen Fernwärmereaktoren.

Der Steady Energy LDR-50 (FI) ist ein kleiner

Druckwasserreaktor mit 50 MWth, der bei 150 °C und

niedrigem Druck arbeitet. Die kompakten Module

können einzeln oder mehrere unterirdisch in getrennten

Wasserbecken installiert werden. Der Reaktor

arbeitet ohne Pumpen mit Naturumlauf und der

Systemdruck im Primärkreislauf ist niedriger als im

Fernwärmekreislauf. Auch die Notkühlung zur Abfuhr

der Zerfallswärme funktioniert passiv und die Wasservorlage

im Reaktor kann den abgeschalteten Reaktor

über mehrere Monate ohne Eingriff kühlen. Das

französische Calogena-Konzept hat 30 MWth pro Modul

mit einem aktiven Kern von weniger als einem Kubikmeter

Volumen. Auch der Calogena-Reaktor ist unterirdisch

konzipiert, allerdings mit einem Gebäude

oberhalb des Druckbehälters. Auch hier sind Naturumlauf

(bis zum Wärmetauscher zum Fernwärmenetz)

und niedriger Druck von 6 Bar bei unterhalb 110 °C

Betriebs temperatur vorgesehen. Wie bei Steady Energy

wird im sehr unwahrscheinlichen Fall einer Kernzerstörung

auf Rückhaltung im von Wasser umge benen

RDB gesetzt in Verbindung mit Filtersystemen in der

Reaktorhallenlüftung. Beide Konzepte verwenden

übliche UO2-Brennelemente in verkürzter Form.

Steady Energy hat vorläufige Vereinbarungen für

15 Reaktoren in Finnland und plant die Errichtung

einer Pilotanlage auf dem Gelände eines stillgelegten

Kohlekraftwerks in Helsinki. Die Pilotanlage dient

Entwicklungszwecken und wird keinen Kernbrennstoff

enthalten. Ihr Bau hat im Februar 2026 begonnen.

Unter Koordinierung durch die finnische Atomaufsichtsbehörde

STUK wurde im Oktober 2025 ein Joint

Early Review Prozess für den LDR-50 gemeinsam mit

der tschechischen, schwedischen, polnischen und

ukrainischen Aufsichtsbehörde begonnen, dessen erste

Stufe im Mai 2026 abgeschlossen sein soll.

NuScale Powermodule 6-module layout

© NuScale

Die Investition pro Anlage des Serienreaktors soll bei

100 Millionen Euro liegen und die erwartete Betriebsdauer

bei 60 Jahren mit niedrigen Wartungskosten und

Brennelementwechsel alle 2 bis 3 Jahre. Calogena gibt

ebenfalls 60 Jahre Lebensdauer mit einem Brennelementwechsel

(1/8 des Inventars) alle zwei Jahre an.

Steady Energy nimmt neben dem Fernwärmemarkt

auch Meerwasserentsalzung und Niedertemperatur-

Prozesswärme in Industrien wie der Milchverarbeitung,

Brauereien, Textilien und Gewächshausanbau

in den Blick.

NuScale VOYGR SMR (RoPower Nuclear S.A)

Der NuScale VOYGR ist ein modularer Druckwasserreaktor,

mit ursprünglich 55 MWel, jetzt 77 MWel,

von dem bis zu zwölf Module in einem Komplex in

abgetrennten Becken installiert werden können. Das

US-amerikanische Erstprojekt mit sechs Reaktoren und

462 MWel installierter Leistung in Idaho wurde wegen

mangelndem Investoreninteresse vor zwei Jahren

aufgegeben. Die Kosten der Gesamtanlage hätten

sich nach der letzten Schätzung auf 20.000 Dollar/kW

(installiert) belaufen. Zum Vergleich wurde das als sehr

teuer eingestufte Projekt der beiden AP1000 am

Standort Vogtle für rund 14.000 Dollar/kW inklusive

Kapitalkosten und Inflationsanpassung errichtet.

Nach dem Standard Design Approval (SDA) der NRC

für die 55 MW-Version hat NuScale 2025 auch die SDA

für die 77 MW-Variante erhalten. NuScale entwickelt

Systeme zur effizienten Kompression und Überhitzung

von Dampf in Multimodulanlagen, um ein größeres

Spektrum von Dampftemperaturen und -drücken

bedienen zu können.

Calogena SMR Fernwärmereaktor

© Calogena

NuScale ist eine exklusive Vermarktungspartnerschaft

mit dem auf steuerbare Erzeugungsanlagen

(Kernkraft, Erdgas) spezialisierten Energieunternehmen

ENTRA1Energy eingegangen. ENTRA1Energy

hat kürzlich für US-amerikanische Projekte 25 Milliarden

Dollar aus dem Pool der zwischen der japanischen

und der US-amerikanischen Regierungen im Rahmen

der US-Zoll- und Handelspolitik vereinbarten japanischen

Investitionen in den USA erhalten. Damit

Ausgabe 2 › März


Energy Policy, Economy and Law

37

sollen u. a. 6 GW NuScale Module in Zusammenarbeit

mit dem Stromerzeuger Tennessee Valley Authority

(TVA) für Industriestandorte und (KI-)Rechenzentren

errichtet werden.

Das Projekt einer Sechs-Modulanlage (462 MWel)

am Standort eines ehemaligen Kohlekraftwerks in

Doicești in Rumänien und in Zusammenarbeit mit

Nuclear electrica (Projektgesellschaft RoPower) wird

weiter verfolgt. Die Investitionsentscheidung verzögert

sich aber möglicherweise bis 2027. Derzeit wird die

Investorenstruktur zugunsten koreanischer Investoren

verändert. NuScale hatte u. a. mit Doosan Verträge

zur Zulieferung für und die Fertigung von VOYGR­

Modulen abgeschlossen. Das Projekt in Rumänien

wird von den Vereinigten Staaten mit Exportkrediten

und Mitteln der Development Finance Corporation

unterstützt. Als Industriepartner fungiert u. a. Samsung

C&T, die auch bei BWRX-Projekten in Estland und

Schweden Partner sind.

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Vol. 71 (2026)


38

Energy Policy, Economy and Law

In Polen gibt es ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem

Rohstoffkonzern KGHM. De facto herrscht allerdings

seit November 2023 (Beendigung des US-Projektes)

Stillstand, obwohl im Juli 2023 für einen Bauantrag für

eine Sechs-Modulanlage eine positive Grundsatzentscheidung

der PAA vorliegt. In Estland wird die

Option NuScale nicht mehr verfolgt, da sich Fermi

Energia für den BWRX-300 entschieden hat.

EAGLES

(Ansaldo Nucleare, SCK-CEN, ENEA, RATEN)

Das Eagles-Konsortium aus dem italienischen Kernindustrieunternehmen

Ansaldo Nucleare, dem

belgischen Kernforschungszentrum SKN-CEN, der

staatlichen italienischen Forschungsagentur ENEA und

dem staatlichen rumänischen Nukleartechnologieunternehmen

RATEN, entwickeln gemeinsam den

schnellen bleigekühlten Reaktor EAGLES-300. Dieser ist

aus dem europäischen Forschungsvorhaben ALFRED

(Advanced Lead Fast Reactor European Demonstrator)

hervorgegangen. ALFRED ist mit 300 MWth und

125 MWel als Pool-Reaktor mit Zwangsumlauf und

hexagonalen Brennelementen mit Oxid-Brennstoff

geplant.

Der EAGLES soll eine Leistung von 300 bis 350 MWel

haben und mit MOX-Brennstoff betrieben werden. Mit

LEANDREA (ab 2034) in Belgien als Technologiedemonstrator

und ALFRED (ab 2036) in Rumänien als

Pilotanlage sind zwei Meilensteine vor der geplanten

Kommerzialisierung des EAGLES-300 Reaktors ab 2039

vorgesehen. Zwei wichtige Experimentiereinrichtungen

für die Konzeption und Errichtung von ALFRED,

ATHENA (Advanced Thermo-Hydraulics Experiment

for Nuclear Application), eine thermohydraulische

Testanlage für Großkomponenten des Flüssigbleikreislaufs

in Originalgröße mit 2,2 MW elektrischer

Leistung und einem Bleiinventar von rund 80 Kubikmeter,

also rund 900 Tonnen Blei und das chemische

Analyselabor ChemLab sind fertig gestellt und müssen

noch in Betrieb genommen werden. Für vier weitere

Experi mental einrichtungen, ELF (Electrical Longrunning

Facility) für Dauer- und Zuverlässigkeitsuntersuchungen

unter Primärkreislaufbedingungen

mit 10 MW elektrischer Heizleistung, HELENA-2, ein

thermohydraulisches Kreislaufexperiment insbesondere

zur Untersuchung des simulierten heißesten

ALFRED-Brennelements, Hands-ON zur Simulation der

Brennstoffhandhabung und Meltin’Pot für Untersuchungen

im Blick auf Szenarien schwerer Unfälle,

begannen die Beschaffungsverträge im Februar 2025.

Bis Ende 2027 sollen diese Einrichtungen in Betrieb

gehen.

ALFRED soll eine Kühlmittelreaktoraustrittstemperatur

von 480 °C haben, beim kommerziellen Produkt

EAGLES-300 sollen es 520 °C, ggf. bis zu 600 °C sein.

EAGLES soll passive Sicherheit für mehr als 72 Stunden

im Fall eines schwerwiegenden Unfalls ohne Strom und

ohne menschliches Eingreifen gewährleisten. Der

EAGLES-300 Reaktorbehälter Schnitt

© ENEA

Betriebsdruck im Primärkreislauf wird 1 Bar, im

Sekundärkreislauf 180 Bar betragen.

Die Atomaufsichtsbehörden Belgiens, Italiens und

Rumäniens haben sich im Kontext der Nuclear

Harmonisation and Standardisation Initiative (NHSI)

der IAEA zusammengeschlossen, um Genehmigung

und Errichtung innovativer Reaktorkonzepte wie

EAGLES-300 zu erleichtern. Der Reaktor soll der

allgemeinen Stromversorgung dienen, aber auch der

industriellen Strom- und Wärmeversorgung sowie

als schneller Reaktor die Möglichkeit zu einem weitgehend

geschlossenen Brennstoffkreislauf eröffnen.

European LFR AS Project (newcleo)

Das zweite im Rahmen der Industrial Alliance

ausgewählte Konzept eines bleigekühlten schnellen

Reaktors ist das Projekt des französischen Start-up

newcleo. Newcleo will seinen ersten Reaktor, einen

30 MWel Bestrahlungs- und Testreaktor (LFR-AS-30),

bis 2031 in Betrieb nehmen sowie die erste Anlage

der kom merziellen Baulinie mit 480 MWth bzw.

200 MWel ( LFR-AS-200) in 2033. Der Reaktor ist wie

ALFRED und EAGLES-300 vom Pool-Typ mit den Primärkreiskom

ponenten innerhalb des Reaktorbehälters

(Sicherheitsbehälter, Kerngerüst, Dampferzeuger,

Kühlmittelpumpen, Nachwärmeabfuhrsystem). Die

Brutrate des für MOX-Brennstoff ausgelegten Reaktors

liegt ohne Brutmantel bei 0,9. Die Zielgröße für die

Bauzeit (NOAK) liegt bei 32 Monaten, die schwerste

Komponente wiegt 90 Tonnen. Die Lastfolgebandbreite

liegt zwischen 20 und 100 Prozent der Reaktorleistung

mit der Möglichkeit einer Überhöhung auf 110 Prozent

für sechs Stunden durch ein Heißwasserreservoir.

Der Reaktor soll auch für nicht-elektrische Energieversorgung

etwa in der Wasserstoff- und Ammoniak-

Produktion verwendet werden, wofür das Konzept mit

einer Kernaustrittstemperatur von 530 °C und einer

auskoppelbaren Temperatur im KWK-Betrieb von

350 °C besser geeignet ist als Leichtwasser-SMR. Der

Entlade-Abbrand soll bei 100 MWd/kgSM liegen, der

Maximalabbrand einzelner Brennstäbe bei 122 MWd/

kgSM. Die geplante Erstbeladung liegt bei 2150 kg Pu

bei durchschnittlich 19 Prozent Pu-Gehalt. Die

Ausgabe 2 › März


Energy Policy, Economy and Law

39

newcleo-TL-30 Reaktorbehälter Maßstab

© newcleo

newcleo-TL-30 Schnitt Kühlmittelfluss

© newcleo

durchschnittliche Energie für Neutronen, die Kernspaltungen

auslösen, liegt bei 450 keV. Das aktive Kernvolumen

beträgt 3,6 Kubikmeter, die Brennstoffmasse

12,8 Tonnen.

Eine Katastrophenschutz- oder Evakuierungszone wird

nicht geplant, da für den Fall der schwersten Unfallszenarien

mit einer radiologischen Belastung von

weniger als 10 mSv am Anlagenstandort gerechnet

wird. Zur Reaktivitätskontrolle im Betrieb und zur

Schnellabschaltung sind Steuer- bzw. Abschaltstäbe

außerhalb der aktiven Kernzone vorgesehen. Das

Anlagendesign stellt stark auf passive Sicherheitssysteme

ab und die große Differenz zwischen Schmelzund

Verdampfungstemperatur von Blei soll auch unter

Störfallbedingungen eine Beschädigung des Reaktors

verhindern. Die Brennelemente, deren obere Zone in

das Gasplenum (Argon) oberhalb des Reaktorkerns

reicht, sind nicht gegen Entweichen von Spaltgasen

abgedichtet. Vielmehr werden Spaltgase und flüchtige

Spaltprodukte in einem zweistufigen System aus

dem oberen Behälterplenum abgeführt und einer

Verfestigung zugeführt.

Newcleo hat seit 2021 570 Millionen Euro akquiriert

und erzielte im Jahr 2024 70 Millionen Euro Einnahmen,

da auch Dienstleistungen für die Nuklearindustrie

angeboten werden, wofür auch die 30 MWel-

Pilotanlage vorgesehen ist. Bis 2030 soll auch die erste

Linie der MOX-Brennstoffherstellung mit in Frankreich

verfügbarem Material aus der Wiederaufarbeitung

errichtet werden. Beide schnelle bleigekühlte Systeme,

EAGLES und LFR-AS-200 sollen perspektivisch unter

industrieller Nutzung weiterentwickelter Wiederaufarbeitungsverfahren

die Menge und Halbwertszeit der

hoch radioaktiven Abfälle deutlich reduzieren.

Newcleo hat mehrere Testeinrichtungen im ENEA-

Kernforschungszentrum Brasimone (Provinz Bologna)

errichtet und ist in Vorlizenzierungsverfahren für den

Testreaktor und die MOX-Fertigung mit der ASNR.

Darüber hinaus wird auch ein ähnlicher Minireaktor

mit 40 MWel (LFR-TL-40) geplant, der auch auf maritime

Anwendungen angepasst und 10 Jahre ohne Brennstoffwechsel

betrieben werden kann.

Der LFR-AS-200 wurde in UK für das GDA-Verfahren

akzeptiert. Obwohl bislang noch kein rein mit Blei

gekühlter Reaktor mit schnellem Neutronenspektrum

betrieben wurde, bestehen Betriebserfahrungen mit

sowjetischen U-Boot-Reaktoren mit Blei-Wismut­

Kühlung. Auch lassen sich Teile der Erkenntnisse aus

Forschung mit und Betrieb von natriumgekühlten

Reaktoren übertragen. Dies bildet auch Grundlage für

die Entwicklungspartnerschaft, die newcleo mit der

schwedischen Blykalla (schneller bleigekühlter Reaktor

SEALER-55) und der US-amerikanischen Oklo (schneller

natriumgekühlter Reaktor Aurora) eingegangen ist.

Im Februar 2026 kündigte der belgische Energieminister

Mathieu Bihet an, dass das EAGLES-Konsortium

und newcleo künftig bei der Errichtung des

Technologiedemonstrators LEANDREA in Belgien

zusammenarbeiten werden, wodurch sich newcleo im

Zentrum einer Überkreuzverflechtung der drei europäischen

Projekte schneller, bleigekühlter Reaktoren,

LFR-AS-200, EAGLES-300 und SEALER-55 befindet, der

seinerseits auf eine schwedisch-britische Kooperation

zurückgeht.

Thorizon One project (Thorizon)

Das niederländisch-französische Unternehmen

Thorizon entwickelt einen Salzsschmelzereaktor, der

als Wasteburner minorer Aktiniden aus den angebrannten

Brennelementen von Leichtwasserreaktoren

nutzen soll, sowie mit einem Thorium-Brennstoffkreislauf

genutzt werden kann. Der Reaktor mit einer

Vol. 71 (2026)


40

Energy Policy, Economy and Law

Leistung von 250 MWth bzw. 100 MWel kann mit einem

Flüssigsalz-Wärmespeicher kombiniert werden, und

so eine Leistung von bis zu 300 MWel in der Spitzenlastdeckung

bereitstellen. Thorizon strebt für die

Stromgestehungskosten (LCOE) 60 Euro/MWh an.

Thorizon One hat einen neuartigen Kern für Salzschmelzereaktoren

entworfen, mit salzdurchflossenen

modularen Brennstoffkartuschen, die die einzigen

Primärkreislaufkomponenten sind. Die Reaktor leistung

kann durch mehr oder weniger sowie größere

und kleinere Kartuschen modifiziert werden. Der

Reaktor arbeitet mit niedrigem Druck und verfügt über

selbststabilisierende Eigenschaften hinsichtlich des

Reaktivitätskoeffizienten wie in der Regel auch die

schnellen, bleigekühlten Reaktoren. Die Kettenreaktion

findet nur statt, wenn das flüssige Salz durch die Brennstoffkartuschen

zirkuliert, bei Pumpenausfall kommt

sie durch Drainage der Brennstoffkartuschen rasch

zum Erliegen. Die Nachwärmeabfuhr wird passiv

durch Wärmetransfer mittels Inertgases gewährleistet.

Durch Austausch von Brennstoffkartuschen mit weiterentwickelten

Versionen kann die Leistungsfähigkeit

des Reaktors dem technischen Fortschritt entsprechend

erhöht werden.

Der sehr ehrgeizige Zeitplan sieht die Finalisierung des

detaillierten Designs, den Abschluss der Entwicklung

der Brennstoffkartuschen sowie Genehmigung und

Baubeginn bis 2030 vor und die Fertigstellung der

ersten Anlage im Jahr 2033. Der Reaktor soll der

allgemeinen Stromversorgung sowie der Verwertung

des Plutoniums aus Leichtwasserreaktoren dienen.

Mit der sehr hohen Kernaustrittstemperatur von 850 °C

soll der Reaktor trotz dreier Kreisläufe zur Wärmeübertragung

superkritischen Wasserdampf mit 550 °C

erzeugen. Das System kann mit einem Flüssigsalz­

Wärmespeicher für mehr Flexibilität ergänzt werden.

Thorizon hat im November eine niederländische

Lieferketten- und Kompetenzpartnerschaft mit verschiedenen

Unternehmen und Universitäten vorgestellt.

Dabei haben mehrere niederländische

Provinzen ihr Interesse bekundet, Standort für die

Demonstrationsanlage zu werden und Standortsuchverfahren

einzuleiten. Dies geschieht auch mit Blick

auf die Möglichkeit, ein kerntechnisches Entwicklungszentrum

zu werden. Die niederländische und die

französische Atomaufsicht kooperieren, um die Vor­

Genehmigungsanträge von Thorizon effizient und

kompetent zu behandeln sowie die Priorisierung der

wesentlichen Sicherheitsthemen des neuen Designs zu

gewährleisten. Das Projekt wird vom französischen

Staat mit Mitteln aus dem Programm France 2030

gefördert.

Fazit

Die aktuelle dynamische und auch jenseits der

Projektarbeitsgruppen der Industrieallianz vielfältige

Entwicklung im Bereich SMR/AMR (Advanced Modular

Reactor) zeigt eindrücklich die Widerbelebung des

Kerntechnik-Sektors in der EU. Bewährte und ganz

neue Akteure wie Fermi Energia in Estland, polnische

Industriekonsortien oder Entwickler von nuklearen

Fernwärmelösungen treiben eine Entwicklung an, wie

sie die europäische Kerntechnik seit den siebziger Jahren

nicht mehr gesehen hat. Hier zeigt sich, dass die

Kerntechnik eine heimische Spitzentechnologie ist, bei

der Europa anders als in etlichen anderen Bereichen

immer noch zu den Technologieführern gehört und

zur Schaffung eigener Innovationsökosysteme in der

Lage ist.

Diese erfreuliche Entwicklung wird sicher auch zu

Wachstumsschmerzen führen und von dem einen oder

anderen Engpass wieder etwas gebremst. Das wahre

Drama aus deutscher Sicht ist aber, dass diejenigen, die

nicht mitmachen, sondern sich der Entwicklung in der

Kernenergie verweigern, umso schneller abgehängt

werden, je schneller die anderen sind. Die obigen

Beispiele zeigen, dass die europäische Entwicklung, die

bislang weitgehend um Deutschland herum stattfindet,

gut vorankommt, aber leider von den meisten Entscheidungsträgern

außerhalb der hiesigen Kerntechnikbranche

gar nicht verstanden wird. Das gilt nicht nur

für die Politik. Von dieser aber muss nun dringend ein

Signal kommen, dass man sich nicht länger verweigert,

sich Optionen wieder offenhält und mit Engagement

auch von staatlicher Seite mitmacht, selbst wenn es am

Ende „nur“ der Exportwirtschaft zugutekommt. Aber

diese brauchen wir ja auch, und sei es, um anderswo

teures Erdgas in erforderlicher Menge bezahlen zu

können.

Quellen

https://aris.iaea.org

https://world-nuclear.org

www.steadyenergy.com

www.eagles300.com

www.calogena.com

https://thorizon.com/

https://www.nuward.com/

https://www.gevernova.com/nuclear/carbon-free-power/

bwrx-300-small-modular-reactor

https://www.rolls-royce-smr.com/

https://www.nuscalepower.com/

https://www.newcleo.com/

https://nucleus.iaea.org/sites/smr/SitePages/Nuclear-Harmonization-and-

Standardization-Initiative.aspx

https://www.opg.com/projects-services/projects/nuclear/smr/darlington-smr/

BWRX-300 General Description, GE Vernova Hitachi, October 2025

Development and Implementation of the Commercial EAGLES-300 Program;

M. Caramello et al.; 2025

Development and Implementation of the Commercial EAGLES-300 Program –

IAEA Technical Meeting on Advances and Innovations in Fast Reactor Design

and Technology

Ausgabe 2 › März


Energy Policy, Economy and Law

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41

Experimental Infrastructure in Support of R&D and Licensing Process for

Lead Fast Reactor Technology; M. Constantin et al.; 2025

GE Vernova Hitachi’s BWRX-300 completes Generic Design Assessment,

uk.gov, 11.12.2025

Implementation of ALFRED Demonstrator in Romania – Supply Chain

Considerations; M.Constantin, RATEN ICN, Romania; IAEA, INPRO Dialogue

Forum, Supply Chain, July 2018

New Dutch Government Expands Sights Toward SMRs, Grace Symes, Energy

Intelligence, 03.02.2026

Nuward SMR clears second review phase; Nuclear Engineering International;

12.12.2025

Rolls-Royce SMR – New nuclear in the Netherlands beyond 2030, 29 October

2021, 2021 Rolls Royce

The Development of the Research Infrastructure in Support of ALFRED

Demonstrator Implementation in Romania; M. Constantin et al., 2021

Siemens Energy soll Rolls-Royce mit Turbinen für kleine modulare Reaktoren

(SMR) beliefern, Siemens Energy, 28.02.2025

Vattenfall Narrows SMR Field to Two Finalists: GE Vernova’s BWRX-300 and

Rolls-Royce SMR, Sonal Patel, powermag.com, 21.08.2025

World Nuclear News, Early works agreement for BWRX-300 SMRs in Finland

and Sweden, 01.07.2025

World Nuclear News, Regulators unite for pre-licensing of European SMR

design, 16.09.2025

World Nuclear News, Dutch support for molten salt reactor demonstrator

facility, 26.11.2025

World Nuclear News, GE Vernova Hitachi SMR design clears key UK

regulatory stage, 11.12.2025

World Nuclear News, Polish-Korean partnership for SMR deployment,

15.12.2025

World Nuclear News, International safety assessments of Finnish, French

SMRs, 21.01.2026

World Nuclear News, Eagles and Newcleo team up for LFR technology

demonstrator, 11.02.2026

World Nuclear News, Construction of Steady Energy pilot plant begins,

17.02.2026

Autor

Nicolas Wendler

Leiter Presse und Politik

KernD (Kerntechnik Deutschland e. V.)

nicolas.wendler@kernd.de

Nicolas Wendler ist seit August 2013 Leiter Presse und

Politik von Kerntechnik Deutschland e. V./ Deutsches

Atomforum e. V. und war davor seit März 2010 als Referent

Politik dort beschäftigt. Er war zuvor als Internationaler

Referent für die inter nationalen Beziehungen

der Jungen Union Deutschlands zuständig und hat

unter anderem Themen der Energie-, Klima- und

Wirtschaftspolitik für die Organisation bearbeitet.

Wendler hat in München und Bordeaux Politische

Wissenschaft sowie Volkswirtschaftslehre und (Nord-)

Amerikanische Kulturgeschichte studiert.

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42

Spotlight on Nuclear Law

Die Rechtsprechung zu

Brennelement-Zwischenlagern –

eine aktuelle Bilanz

› Christian Raetzke

1. Die Brennelement-Zwischenlager im Fokus

der Rechtsprechung

Seit etwa der Jahrtausendwende haben Brennelement-

Zwischenlager die Kernkraftwerke als Hauptgegenstand

von Gerichtsverfahren im Atomrecht verdrängt.

Das verwundert bei näherer Betrachtung nicht: mit

dem Ausstiegsgesetz von 2002 wurde einerseits der

Neubau kommerzieller Reaktoren zur Stromerzeugung

verboten und die Laufzeit der bestehenden

Kern kraftwerke begrenzt (was 2011, nach Fukushima,

noch einmal verschärft wurde); andererseits wurden

die Betreiber verpflichtet, Standort-Zwischenlager

zu errichten, um die abgebrannten Brennele mente –

die nicht mehr zur Wiederaufarbeitung ins Ausland

verbracht werden durften – aufzunehmen. Damit

kam zu den wenigen bereits bestehenden Zwischenlagern

– u.a. den beiden zentralen Zwischenlagern

in Ahaus und Gorleben – eine deutlich größere Anzahl

hinzu.

Das damals zuständige BfS – heute liegt die Zuständigkeit

beim BASE – erteilte 2002/2003 insgesamt zwölf

Genehmigungen nach § 6 AtG für Standort-Zwischenlager.

Einige davon wurden beklagt. Besonders bedeutsam

war das Verfahren zum Standort-Zwischenlager

Brunsbüttel. Das BVerwG hob mit Revisionsurteil

vom 10.04.2008 (Az. 7 C 39/07) eine die Genehmigung

stützende Entscheidung des OVG Schleswig auf; in

seinem Urteil machte das BVerwG grundlegende, aber

auch teilweise auslegungsbedürftige Aussagen zur

Reichweite des Schutzes gegen Störmaßnahmen und

sonstige Einwirkungen Dritter (SEWD) gem. § 6 Abs. 2

Nr. 4 AtG und zur Dogmatik der Schadensvorsorge

und prägte damit die weitere Diskussion im Atomrecht.

Das OVG Schleswig wiederum, an das der Rechtsstreit

vom BVerwG zurückverwiesen wurde, hob mit Urteil

vom 19.06.2013 (Az. 4 KS 3/08) die Genehmigung für

das Zwischenlager Brunsbüttel auf – ein Paukenschlag,

der lange nachwirkte.

Zu erwähnen ist auch das Revisionsurteil des

BVerwG vom 22.03.2012 (Az. 7 C 1/11) zum Zwischenlager

Unterweser, in dem das Gericht die Anforderungen

an die Risikoermittlung durch die

Genehmigungs behörde nochmals überaus streng

darlegte. Auch hier wurde an das zuständige OVG (hier:

das OVG Lüneburg) zurückverwiesen; der Prozess

endete allerdings einige Jahre später ohne Sachentscheidung,

so dass die Genehmigung bestandskräftig

wurde.

Im Ergebnis dieser Rechtsstreitigkeiten war die

Rechtslage für Zwischenlager vor zehn Jahren also

mit Unsicherheiten behaftet. Eine Genehmigung – die

sich inhaltlich nicht besonders von den anderen

Genehmigungen für die Standort-Zwischenlager unterschied

– war aufgehoben worden; das BVerwG hatte in

zwei Urteilen strenge und bei extremer Auslegung fast

unerfüllbare Maßstäbe an die Genehmigungsbehörde

angelegt. Als wichtigstes Problem erwies sich der

Schutz gegen Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen

Dritter (SEWD) nach § 6 Abs. 2 Nr. 4 AtG,

also grob gesagt die Vorsorge gegen Terrorangriffe.

Aufgrund der Geheimhaltungsbedürftigkeit der

entsprechenden Unterlagen konnte das BfS in den

Gerichts verfahren nur begrenzt darlegen und nachweisen,

dass dieser Schutz durch die Genehmigungen

gewährleistet war. Lösungen für dieses Dilemma

wurden intensiv diskutiert; die Einzelheiten können

hier nicht entfaltet werden. Letztlich versuchte der

Gesetzgeber mit der 17. AtG-Novelle von 2021, den

Knoten zu durchschlagen (dazu gleich mehr).

2. Die Gerichtsentscheidungen der letzten

Jahre – ein Überblick

Vor diesem Hintergrund setzte ab 2017 eine neue

Welle von Klagen gegen Zwischenlager ein. Es waren

keine Anfechtungsklagen gegen die ursprünglichen

Genehmigungen mehr, da diese inzwischen viele Jahre

zurücklagen und – mit Ausnahme von Brunsbüttel –

bestandskräftig geworden waren. Geklagt wurde vielmehr

in fast allen Fällen gegen aktuelle Änderungsgenehmigungen,

mit denen die Einlagerung eines

neuen Inventars in bestehende Zwischenlager gestattet

wurde. Diese Verfahren führten in den Jahren seit

2020 zu einer Reihe von Entscheidungen der Oberverwaltungsgerichte,

zuletzt im Dezember 2025 zum

Ausgabe 2 › März


Spotlight on Nuclear Law

43

Zwischenlager Philippsburg, die weitgehend konsistent

sind und das Recht der Zwischenlager konsolidiert

haben.

Zwei Urteile des OVG Münster betrafen die Einlagerung

von Inventar aus dem AVR in Jülich in das zentrale

Zwischenlager in Ahaus. Das erste Urteil vom 23.09.2022

(Az. 21 D 32/18.AK) erging aufgrund einer Klage der

Stadt Ahaus u.a. auf Unterlassung dieser Einlagerung;

die Stadt berief sich dabei auf den Ansiedlungsvertrag

für das Lager, der in den 1970er und 1990er Jahren mit

ihr abgeschlossen worden war. Für das Atomrecht

aufschlussreicher ist das zweite Urteil vom 03.12.2024

(Az. 21 D 98/17.AK), das eine klassische Anfechtungsklage

der Stadt und eines Privatklägers gegen die entsprechende

Änderungsgenehmigung zur Einlagerung

des AVR-Inventars betraf und in der argumentiert

wurde, die Schadensvorsorge und der Schutz gegen

SEWD seien nicht gewährleistet. In beiden Verfahren

wurden die Klagen abgewiesen.

Die Rückführung von hochradioaktiven Abfällen aus

der Wiederaufarbeitung in England und Frankreich in

insgesamt vier Standort-Zwischenlager sorgte für

weitere Klagen. Im Falle des Zwischenlagers Biblis

wurde der VGH Kassel angerufen (Anmerkung: die

Bezeichnungen Verwaltungsgerichtshof [VGH] und

Oberverwaltungsgericht [OVG] bezeichnen inhaltlich

übereinstimmend das oberste Verwaltungsgericht eines

Bundeslandes, die Wahl der Bezeichnung im jeweiligen

Bundesland ist historisch bedingt). Das Gericht lehnte

im Eilverfahren mit Beschluss vom 21.10.2020 (Az. 6 B

2381/20.T) die Anordnung der aufschiebenden Wirkung

der Klage ab, so dass der Transport stattfinden konnte;

die Klage im Hauptsache verfahren wurde vom Kläger

letztlich nicht weiter verfolgt. Auch im Falle des

Zwischen lagers Philippsburg wurde eine Anfechtungsklage

gegen die entsprechende Änderungsgenehmigung

erhoben; die Kläger hatten auch hier im Eilverfahren

keinen Erfolg (Beschluss des VGH Mannheim

vom 07.11.2024, Az. 10 S 1555/24). Im Hauptsacheverfahren,

das in diesem Falle weiter be trieben wurde,

wurde die Klage schließlich mit Urteil des VGH Mannheim

vom 16.12.2025 (Az. 10 S 1314/24) abgewiesen.

Auch der VGH München steuerte ein Urteil bei, betreffend

das Zwischenlager Gundremmingen. In

diesem Falle hatte die Klage im Hauptantrag zum

Ziel, das BASE zu verpflichten, die Genehmigung von

2003 wieder aufzuheben, weil sie – grob gesagt – den

heutigen Anforderungen nicht mehr entspräche. Der

VGH München wies die Klage ab (Urteil vom 08.04.2024,

Az. 22 A 17.40026).

Die genannten Rechtsstreitigkeiten gelangten nicht

zum BVerwG, da Revisionen nicht zugelassen wurden

bzw. nicht zustandekamen (beim jüngsten Urteil

des VGH Mannheim vom 16.12.2025 ist noch keine

abschließende Aussage möglich).

3. Die Grundlinien der aktuellen

Rechtsprechung

a) Schutz gegen SEWD

Der Schutz gegen SEWD war inhaltlich der Hauptaspekt

der beiden Urteile des BVerwG von 2008 und

2012; die Genehmigung des Zwischenlagers Brunsbüttel

wurde 2013 vom OVG Schleswig im Wesentlichen

mit der Begründung aufgehoben, das Gericht

habe sich nicht davon überzeugen können, dass der

Schutz gegen Angriffe mit panzerbrechenden Waffen

und gegen den gezielten Absturz eines großen Verkehrsflugzeuges

gewährleistet sei.

Wie bereits erwähnt, lag das Dilemma für die Genehmigungsbehörde

darin, dass sie die entsprechenden

Unterlagen aus Geheimschutzgründen dem Gericht

nicht oder nur teilweise vorlegen konnte. Zwar hatte

die Rechtsprechung für das Atomrecht schon seit dem

Kalkar-Beschluss des BVerfG von 1978 die Rechtsfigur

des sog. Funktionsvorbehalts entwickelt, der – vereinfacht

– besagt, dass die Gerichte die Ermittlung und

Bewertung von Risiken durch die Genehmigungsbehörde

nicht komplett neu aufrollen und selbst neu

vornehmen, sondern sich darauf beschränken, die

Überlegungen der Behörde kritisch nachzuvollziehen

und insbesondere zu prüfen, ob die Behörde von einer

zutreffenden und vollständigen Tatsachenbasis ausgegangen

ist. Aber selbst dieses Nachvollziehen ist

schwierig genug, wenn dem Gericht die entsprechenden

Unterlagen nicht oder nur in einer Fassung vorgelegt

werden können, in der wichtige Bestandteile

geschwärzt sind.

Nach langer Diskussion in Politik und Rechtswissenschaft

fügte der Gesetzgeber 2021 mit der 17. AtG­

Novelle unter anderem die neue Regelung des § 44

Abs. 3 ins AtG ein, die den Funktionsvorbehalt beim

Thema SEWD besonders betont; es wurde (kontrovers)

diskutiert, ob diese nicht ganz eindeutige Bestimmung

den Gerichten letztlich sogar verbieten soll, sich SEWD-

Aspekte überhaupt näher anzuschauen (was verfassungsrechtlich

problematisch wäre).

Die Oberverwaltungsgerichte haben in den vorliegenden

Entscheidungen relativ einheitlich dargelegt, dass

die neue gesetzliche Regelung aus ihrer Sicht den

bisher ohnehin schon bestehenden Funktionsvorbehalt

verdeutlicht, aber keinesfalls die gerichtliche Prüfung

obsolet macht. Sie sind aber im Ergebnis ihrer eingehenden

Befassung – die durch Nachforderungen

von Unterlagen und ggf. durch eine Befragung von

Experten des BASE in der mündlichen Verhandlung im

Rahmen dessen, was unter Geheimschutzaspekten

irgend möglich war, intensiviert wurde – zu der

Überzeugung gelangt, dass der Schutz gegen SEWD

jeweils gewährleistet war. Insofern ergibt sich der

Eindruck, dass das Dilemma der nicht oder nur teilweise

vor legbaren Unterlagen zu SEWD von den

Gerichten auf eine Weise gelöst worden ist, die dem

Vol. 71 (2026)


44

Spotlight on Nuclear Law

Funktionsvorbehalt Rechnung trägt und dennoch

effektiv ist; es zeigte sich, dass eine begründete Überzeugung

des Gerichts auch ohne solche Informationen

gebildet werden kann, die definitiv dem Geheimschutz

unterliegen. Das ist sehr positiv zu bewerten.

Ein weiterer, seit dem Angriff auf die Ukraine sehr

aktueller Aspekt ist die Abgrenzung von SEWD, also

einem Terrorangriff, und Krieg. Hier hat das OVG

Mannheim im Beschluss vom 07.11.2024 klargestellt,

dass § 6 Abs. 2 Nr. 4 AtG vom Betreiber nicht die Auslegung

eines Zwischenlagers für den Fall eines Krieges

verlangt; gegen kriegerische Angriffe könne letztlich

nur die Bundeswehr im Zusammenwirken mit den

Streitkräften der Verbündeten wirksamen Schutz

bieten. Das BVerwG hatte diese Frage im Brunsbüttel-

Urteil von 2008 nur nebenher erwähnt und die Antwort

damals offengelassen. Insofern ist hier eine wichtige

Klärung erreicht.

b) Sonstige Aspekte

Neben SEWD-Fragen gibt es weitere Aspekte, die sich

relativ einheitlich durch die Verfahren zogen.

Gegenstand von Kritik war immer wieder das

Reparatur konzept für die Transport- und Lagerbehälter,

das u.a. im Falle des Dichtheitsverlusts des

Primärdeckels das Aufschweißen eines Fügedeckels

vorsieht, wodurch das Vorhalten einer Heißen Zelle an

jedem Zwischenlager zur Reparatur des Primärdeckels

entbehrlich wird. Das Reparaturkonzept ist von allen

Gerichten klar bestätigt worden.

Ein weiteres Anliegen der Klägerseite war fast immer

der Umstand, dass die Zwischenlagergenehmigungen

auf 40 Jahre befristet sind und in den 2030er bzw. 2040

Jahren auslaufen (allerdings, wie allgemein bekannt

ist, dann nach einem entsprechenden Genehmigungsverfahren

verlängert bzw. neu erteilt werden sollen).

Klägerische Argumente, aufgrund des langsam absehbaren

Auslaufens der Befristung sei die Einlagerung

neuer Inventare – etwa aus der Wiederaufarbeitung –

rechtswidrig, wurden von den Gerichten zurückgewiesen.

Auch die neuen Inventare müssen sich laut

Änderungsgenehmigungen an die bestehende Gesamtbefristung

des jeweiligen Zwischenlagers halten und

ändern an ihr nichts. Sollte in Zukunft eine Verlängerung

bzw. Neuerteilung der jeweiligen Zwischenlagergenehmigung

mit allen Inventaren erfolgen, können

die Kläger diese dann anfechten, wenn sie Sicherheitsbedenken

haben.

Eine psychologisch nachvollziehbare, wenn auch nicht

mit faktischen Sicherheitsbedenken unterlegbare

Beschwer der Kläger liegt in der Gesamtlage, in der

sich abzeichnet, dass die Castorbehälter noch viele

Jahrzehnte in den jeweiligen Zwischenlagern verbleiben

müssen, bis sie in Richtung eines künftigen

Endlagers abtransportiert werden können. Wie

allgemein bekannt ist, sind die Behälter sogar nach der

gerichtlichen Aufhebung der Genehmigung des

Zwischenlagers Brunsbüttel 2013 dort belassen worden

(rechtlich abgesichert durch eine aufsichtliche

Anordnung). Wie der VGH Kassel im Beschluss vom

21.10.2020 formuliert hat, spricht dieser Aspekt „ein

politisches Problem an, das nicht im Rahmen des

hiesigen Verfahrens korrigiert werden kann“. In

den Gerichtsverfahren ging es darum, ob durch die

( Änderungs-) Genehmigungen die Sicherheit gewährleistet

ist – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Das

Entsorgungskonzept des Bundes, wie es im „Nationalen

Entsorgungsprogramm“ (NaPro) niedergelegt ist, war

nicht Gegenstand der Verfahren.

4. Fazit

Die Reihe von Entscheidungen der Oberverwaltungsgerichte

zu Brennelement-Zwischenlagern in den

letzten Jahren hat das begründet, was Juristen eine

„ständige Rechtsprechung“ nennen: also eine Rechtsprechung,

die auf mehreren miteinander übereinstimmenden,

gut begründeten Urteilen beruht und

bis auf weiteres grundsätzlich erwarten lässt, dass

auch künftige Gerichtsentscheidungen unter gleichbleibenden

Umständen dieser Linie folgen. Hiernach

ist es nach wie vor möglich, rechtssichere Genehmigungen

für Brennelement-Zwischenlager zu erteilen, auch

wenn hierfür sehr anspruchsvolle Anforderungen

gelten. In den verhandelten Fällen haben die Gerichte

dem BASE jeweils attestiert, dass es bei der Erteilung

der Änderungsgenehmigungen für Zwischenlager

diese Anforderungen erfüllte.

Selbstverständlich werden die Diskussionen um die

hier aufgeführten Aspekte weitergehen. Auch weitere

Gerichtsverfahren könnten kommen. Für jetzt ist aber

eine gewisse Konsolidierung der Rechtsprechung der

Oberverwaltungsgerichte erreicht, die eine gesicherte

Grundlage für den genehmigten Weiterbetrieb der

vorhandenen Zwischenlager darstellt.

Autor

Dr. Christian Raetzke

Rechtsanwalt

christian.raetzke@conlar.de

Dr. Christian Raetzke ist Rechtsanwalt und seit über

25 Jahren im Atom- und Strahlenschutzrecht tätig.

Von 1999 bis 2011 arbeitete er für die E.ON Kernkraft

(heute PreussenElektra) in Hannover. 2011 ließ er sich

als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Leipzig

nieder. Er veröffentlicht regelmäßig rechtswissenschaftliche

Beiträge und ist Dozent auf Seminaren

und an internationalen Fortbildungseinrichtungen

zum Atom- und Strahlenschutzrecht.

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

45

Nuclear Power in Innlandet County,

Norway: Practical Prerequisites,

Constraints, and Opportunities

› Vala Maria Valsdottir

Innlandet county is an inland region in Norway and it is the biggest county by area in the

country, with a wide spread population. It produces more electricity than it consumes over

the course of a normal year, yet still depends on imports during cold winter periods. This

apparent contradiction is rooted in a production system dominated by run-of-river hydropower,

which offers limited flexibility when demand peaks. As electrification accelerates and

grid constraints restrict both new consumption and new production, the region faces a

growing shortage of firm capacity at the very moments electricity is needed most. This article

explores whether nuclear power could play a role in resolving this mismatch and which

reactor designs align with Innlandet’s specific conditions. Heat only reactors for district

heating, small modular reactors for electricity and industrial heat, and large scale reactors

providing firm capacity are assessed. The analysis shows that nuclear power could address

the challenge in different ways, by reducing peak demand, adding flexible capacity, or

strengthening system adequacy, depending on technology choice and deployment

timelines.

Introduction

At first glance, Norway may seem an unlikely candidate

for renewed discussions on nuclear power. As shown

in Figure 1, Norway’s energy mix is already among the

most decarbonised in the OECD, with fossil fuels

accounting for a significantly smaller share of total

energy supply than the OECD average (1) . Electricity

generation is almost entirely renewable, dominated

by hydropower, and the Norwegian power system is

frequently highlighted as a benchmark for low-carbon

electricity production. This raises a fundamental

question: why is a country that has already largely

decarbonised its electricity sector now considering

nuclear power as part of its future energy strategy?

A closer look at Norway’s overall energy system reveals

that the picture is more complex. Figure 2 illustrates

that Norway is not only energy self-sufficient but has

also become Europe’s largest net energy exporter (1) .

Large volumes of oil and gas are produced for export,

while hydropower enables substantial electricity

exports to neighbouring countries. Following the

Russian invasion of Ukraine, Norway has effectively

become the continent’s most important supplier of

natural gas, while also acting as a stabilising electricity

exporter through its hydropower. Norway has thus

assumed a dual role: as a domestic low-carbon electricity

producer and as a critical energy provider for

Europe during a period of heightened geopolitical and

energy security concerns.

At the same time, Figure 3 highlights that Norway’s

path to net zero is far from complete when viewed

across all sectors (2) . While electricity use is already

largely decarbonised, several key sectors remain

heavily dependent on fossil fuels, particularly transport,

industry, and parts of the energy sector itself.

Decarbonising these sectors will require substantial

electrification, increased energy demand, and access

to firm, reliable power throughout the year. This

demand growth coincides with political ambitions

to attract new industry, expand data centres, and

maintain competitive electricity prices for households

and businesses.

Norway therefore finds itself in a unique and

increasingly constrained position. The country aims

to continue exporting energy to Europe, ensure

affordable and reliable power domestically, enable

industrial growth, and complete the transition to a fully

decarbonised energy system. These objectives are

pursued simultaneously and under time pressure. In

Vol. 71 (2026)


46

Research and Innovation

Figure 1. Norway’s energy mix is much more decarbonized than the OECD average

42%

Coal Oil Natural

gas

3%

3% 7% 10%

Share of total energy supply, Norway and OECD, 2020

10%

35%

3%

3%

7%

31%

Nuclear Hydro Wind/

Solar

13%

33%

100%

90%

80%

70%

60%

50%

40%

30%

20%

10%

0%

Energy

supply

Biofuel/

waste

Energy supply and electricity

generation by source Norway, 2020

Electricity

output

Note: The breakdown of energy supply excludes heat and electricity trade, but percentages shown reflect ratios calculated on

total energy supply. Biofuel and waste include negligible quantities of non-renewable waste.

Source: OECD Environmental Performance Reviews Norway 2022

Figure 1

Figure 2. Norway is energy self-sufficient and has become Europe’s largest energy exporter

Norway‘s energy mix is much more decarbonised than the OECD average

Coal Oil Gas RES Heat

Electricity

Energy production, supply and consumption, 2019

Mtoe

200

180

160

140

Mtoe

35

Exports

30

25

Transformation losses

120

100

80

20

15

60

10

40

20

5

0

Production

0

Energy supply

Final consumption

Note: Data presented it the chart exclude negligible quantities of non-renewable waste.

Source: OECD Environmental Performance Reviews Norway 2022

Figure 2

Norway is energy self-sufficient and has become Europe‘s largest energy exporter

this context, the debate on nuclear power is not driven

by a lack of renewable resources, but by the challenge

of delivering sufficient firm capacity, system stability,

and long-term predictability in an energy system that

is expected to do more, faster, and for more users than

ever before.

Many of these challenges also manifest at the regional

level, where local production profiles, grid constraints,

and seasonal demand patterns determine whether

electrification and industrial growth can actually be

realised. To explore how these national ambitions

translate into practical system challenges, this article

focuses on Innlandet county, a centrally located inland

region in Norway whose name reflects its geography

and distance from the coastal line.

In a normal year, the county produces approximately

11 TWh of electricity, of which around 90 % originates

from hydropower and about 10 % from wind power (3) .

As of 2022, Innlandet hosts 121 hydropower plants

distributed across the county, and as many as 20 municipalities

each have an expected annual hydropower

production exceeding 100 GWh. Wind power, by contrast,

is concentrated in only three wind farms, located

in Nord-Odal, Åmot, and Våler, while solar power

remains marginal. In addition to electricity production,

the county hosts several waste-to-energy facilities,

which supply both electricity and district heating and

contribute to local energy security and heat supply.

Despite this substantial electricity production, Innlandet’s

generation profile is dominated by run-of-river

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

Figure 3. Total energy use in Norway 2021, per sector and energy productm TWh

47

Fossil fuel

Electricity

Biofuel

District

Heating

120

100

80

TWh

60

40

20

0

Energy sector Industry Transport Housholds Agricultur, fishing,

other

Source: NOU 2023:3 Mer av alt – raskere

Figure 4. Based on current trends in consumption and production, Innlandet is likely to face growing capacity Figure 3 shortfall

during winter months in Total the energy coming use in years Norway 2021, per sector and energy product. (Figure taken from report “Mer av alt -raskere”)

Statnett Innlandet has registered 1,999 MW in the grid

connection queue. The actual demand is likely higher.

Despite several planned projects, mainly solar, the

contribution during winter will be limited.

Data centers have relatively stable demand

throughout the year, while household

consumption typically peaks in winter. Some

demand is also likely not captured in Statnett's

figures.

1850

1999

2805

A large share of the planned generation projects in

Innlandet will contribute little during peak demand

hours, and there is significant uncertainty

regarding how many of the projects will be

realized.

2265

1547

38

312

127

Historical peak

load

Reserved capacity

Capacity queue Other active cases

(requested)

Installed capacity Reserved capacity

Capacity queue Other active cases

(requested)

Historical

peak load

Data

centers

Hydrogen/

ammonia

Transport Other

consumption

Source: THEMA Consulting's report: “Mulighetsstudie kjernekraft i Innlandet, 2025

Industry

Installed

Capacity

Hydro

Figure 4

Given current trends in consumption and generation in Innlandet,

the region is likely to face a growing capacity shortfall during the winter months in the coming years.

Solar

Wind

hydropower, and as a result, the region’s ability to

regulate production over time is limited, particularly

during periods of high winter demand. This leads to a

structural paradox: although Innlandet has an annual

electricity surplus of roughly 5 TWh, it remains dependent

on imports during cold winter periods when demand

peaks (3) .

Figure 4 is from a report by THEMA Consulting

Group (4) , and further illustrates the core challenge

facing Innlandet’s energy system. While several new

production projects (primarily solar power), are

planned or under consideration in the region, the

report identifies firm capacity, rather than annual

energy production, as the dominant constraint. The

study concludes that without significant additions of

firm capacity or major grid reinforcements, Innlandet

will face increasing difficulties in meeting peak

demand, and argues that nuclear power may arrive

too late to resolve the most acute near-term capacity

challenges.

All of this points to a county in need of solutions, and

preferably solutions that can be delivered within a

relevant time frame. At present, there is no clear

pathway to addressing winter peak demand, and the

Vol. 71 (2026)


48

Research and Innovation

projects currently under development are insufficient

to close the gap. Against this backdrop, Innlandet has

begun to ask whether nuclear power could form part

of the solution. If so, how quickly could such capacity

be delivered, what would the environmental implications

be in terms of cooling requirements and waste,

and could nuclear power also contribute meaningfully

to addressing the growing capacity shortfall?

The following sections examine these questions

by reviewing a range of nuclear technologies and

presenting selected reactor concepts that are currently

under development or deployment. Their potential

suitability for Innlandet county, in light of its specific

system constraints and needs in the coming years, is

then discussed.

Main part

Heat Only SMR Concepts

Heat only reactor concepts designed for district heating

represent a fundamentally different pathway than grid

connected nuclear power. For Innlandet county, where

winter challenges are driven by peak electricity

demand and grid constraints, district heating reactors

should primarily be assessed as a tool for reducing

electricity consumption in the heating sector, rather

than as a source of new electrical capacity. In other

words, their potential system value lies in freeing up

electricity that would otherwise be used for heat, and

in reducing peak demand during cold periods since

electric boilers and direct electric heating are part of

the local heat supply mix. A heat only reactor also

requires sufficient and stable heat demand since it

operates as baseload, and this must be carefully

assessed in the context of Innlandet’s existing and

projected district heating needs.

Calogena and Steady Energy exemplify this class of

design (5) (6) . Both concepts are designed to deliver heat

at temperatures suitable for district heating networks,

without turbines or electricity generation equipment.

Calogena is described as a simplified heat only concept

with a maximum output around 30 MW and a maximum

heat delivery temperature of roughly 120 degrees

Celsius, intended to act as stable baseload for district

heating over a long operating life (5) . Steady Energy

follows the same overall logic, operating at low temperature

and low pressure compared with conventional

nuclear power plants, and delivering nearly all thermal

output directly to the district heating grid (6) . Its modular

approach, with up to 50 MW of heat per module and

the possibility to add multiple modules in parallel, is

particularly relevant for a county where heat demand

and district heating infrastructure may be distributed

across several towns rather than concentrated in one

large metropolitan area.

On delivery speed, these designs offer both advantages

and clear limits. The advantage is that heat only

reactors are simpler plants with fewer major components,

no turbine island, and reduced integration

complexity with the electricity system. This can reduce

construction scope and operational complexity compared

with a power producing reactor. The limiting

factor, however, is that Innlandet and Norway do not

yet have an established licensing framework, regulator

capacity, or supply chain for nuclear deployment. Even

if a design is simplified, first of a kind licensing and

host country readiness can dominate the timeline. In

Calogena’s case, the first prototype is planned to be

built in Flamanville with a target completion around

2035, which indicates that near term deployment in

Innlandet would be constrained by the maturity of

the reference project and the pace at which a licensing

approach can be established. Steady Energy’s concept

Figure 5

Illustration of Calogenas design

Figure 6

Illustration of Steady Energy’s design

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

49

Figure 7

Illustration of the Hexana design

is similarly positioned as a near term district heating

solution in principle, but the practical schedule for

Innlandet will still depend on whether Norway chooses

to develop a regulatory pathway for small, heat only

installations, and whether suitable district heating

partners and sites are prepared. In short, these concepts

can be faster to build than large grid connected plants

once the enabling framework exists, but they are

unlikely to be a solution for the most acute capacity

constraints in the immediate 5 – 10 years.

The environmental implications in terms of cooling

requirements are one of the strongest arguments for

this reactor class in an inland region. Both designs are

intended to avoid the need for large external cooling

water withdrawals typical of electricity producing

nuclear plants. Since they do not reject large amounts

of waste heat through a condenser system, they can be

deployed without direct dependence on major rivers

or lakes for once through cooling, and without the

visual and land use footprint of large cooling towers.

This is particularly attractive in Innlandet, where siting

near large coastal water bodies is not an option

and where protection of freshwater ecosystems is a

sensitive topic. Their underground construction

concepts also reduce above ground footprint. The

remaining environmental considerations are therefore

less about cooling water and more about standard

nuclear issues such as radiological safety, transport of

fuel, and management of radioactive waste. In waste

terms, these reactors do not eliminate spent fuel, but

the total waste volume is expected to be modest because

the thermal power is relatively small compared with

large scale reactors. Waste handling requirements

would still be governed by national policy and infrastructure,

meaning that Innlandet would not only be

making a technology choice but also implicitly relying

on Norway developing a national spent fuel and

radioactive waste strategy compatible with deployment.

This challenge is already partly addressed by

Norwegian Nuclear Decommissioning, a state agency

established in 2018 to dismantle Norway’s nuclear

research reactors at Halden and Kjeller and to manage

radioactive waste. While its current mandate does not

include waste from commercial nuclear power plants,

this mandate could be expanded if a political decision

is taken to introduce nuclear power in Norway.

The key question for Innlandet is whether heat only

reactors can contribute meaningfully to alleviating the

growing capacity shortfall. While such reactors do

not add electrical capacity to the grid, they can reduce

electricity demand during winter peak periods if

they replace heat production that would otherwise

rely on electricity or fossil fuels. Innlandet already

has district heating networks, including waste to

energy facilities, but if electricity is also commonly

used as peak or backup heat during cold periods (which

is the case on national level), nuclear heat could lower

peak electricity demand and ease pressure on the

regional grid, provided it displaces electric heating

rather than existing low carbon heat sources, and

that the demand of district heating is sufficient enough

for a nuclear reactor. Their contribution to the capa city

challenge is indirect but potentially significant, depending

on how they are integrated into the existing

heat system.

Electricity Producing SMR concepts

Small modular reactors designed to deliver electricity

and high temperature heat represent a different system

role than heat only reactors. For Innlandet county,

these designs are primarily relevant as providers of

firm electrical capacity and industrial heat, rather

than as tools for reducing electricity demand, even if

Vol. 71 (2026)


50

Research and Innovation

building many in series will have the same effect as

large scale reactors in that regard. Many of the SMR

designs focus on their value laying in supporting

electrified industry clusters, improving grid stability

during winter peak periods, and enabling industrial

decarbonisation that cannot be achieved through

electricity alone. As two examples of these technologies

we will discuss Hexanas SMR concept and the BWRX

300 from GE Vernova Hitachi.

Hexana’s design concept is fundamentally oriented

toward industrial applications (7) . The reactor is a

Generation IV sodium cooled fast reactor with an

electrical output on the order of 400 MW, and the

capability to deliver heat at temperatures up to

approximately 500 degrees Celsius. This temperature

range is well suited for energy intensive industrial

processes such as chemicals, materials processing, and

future low carbon fuels. A defining feature of the design

is the integration of thermal energy storage, which allows

the reactor to operate at steady power while shifting

heat and electricity delivery over time. For

Innlandet, this creates a potential pathway to serve

industrial clusters with both continuous heat

supply and flexible electricity output, reducing reliance

on the grid during peak hours. The concept is also

intended to be deployed in multi unit configurations,

typically two to six reactors at the same site, which

allows for shared infrastructure, improved economics,

and staged expansion aligned with industrial demand

growth.

In terms of delivery timeline, Hexana’s design is at an

earlier stage of deployment compared with light water

SMRs. While it builds on historical French experience

with sodium cooled fast reactors such as Phénix and

Superphénix, it remains a Generation IV concept that

would require extensive licensing and regulatory

adaptation in Norway. This implies that deployment

in Innlandet would be a medium to long term option

rather than a near term solution. The complexity

of sodium cooled systems and the absence of an

established fast reactor licensing framework in Norway

further reinforce that such a design would require

strong political commitment and institutional preparation.

As a result, Hexana should be viewed as a strategic

option for long term industrial decarbonisation rather

than as a response to the most immediate capacity

constraints.

From an environmental perspective, Hexana presents

both advantages and challenges that differ from

conventional light water reactors. As a fast reactor, the

design makes more efficient use of uranium, which reduces

the amount of spent fuel generated per unit

of energy delivered and can be seen as a long term

benefit for waste management. At the same time, the

use of sodium as a coolant introduces different safety

and operational considerations compared with

water cooled reactors, including the need to manage a

chemically reactive coolant system.

Cooling requirements are not eliminated, but the

system is designed to reduce reliance on large external

water sources. Because a significant share of the

thermal output is intended to be delivered directly to

industrial processes, and because thermal energy

storage is integrated into the concept, less heat must be

rejected to the environment at any given time. This

allows greater flexibility in cooling solutions, including

the potential use of cooling towers or air based systems

rather than continuous withdrawal of water from

rivers or lakes.

For Innlandet county, the main advantage of such a

design lies in its ability to supply high temperature

industrial heat directly, avoiding the need to generate

electricity that would then be converted back into heat

at the point of use. This reduces pressure on the

electricity system during winter peak periods and

makes the design more compatible with an inland

region where both grid capacity and access to large

cooling water sources are constrained.

The BWRX 300 from GE Vernova Hitachi represents a

more mature and deployment oriented SMR design (8) .

It is a boiling water reactor with an electrical output of

approximately 300 MW, derived from the larger ESBWR

design and using a conventional light water fuel cycle.

Unlike Generation IV concepts, the BWRX 300 is already

under construction in Canada, which provides an

important reference case and reduces first of a kind

risk. The design emphasises standardisation, modular

construction, and a reduced plant footprint, with the

ambition of achieving a smaller safety zone compared

with traditional large reactors.

For Innlandet, the BWRX 300 is primarily relevant as a

source of firm electrical capacity that can be added

incrementally. If multiple units are built at the same

site, maintenance and refuelling can be staggered to

achieve very high overall availability, potentially

approaching continuous output at the site level even

when individual units are offline. This is particularly

valuable in a region facing winter peak constraints, as

it provides predictable and dispatchable capacity that

can support both households and new electrified

industry. While the reactor does not deliver high

temperature heat suitable for heavy industrial processes,

it can still support electrification indirectly by

Figure 8

Illustration of the BWRX-300 design

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

51

stabilising the grid and reducing reliance on imports

during cold periods.

In terms of delivery speed, the BWRX 300 has a clear

advantage over more novel designs. The use of an

established fuel cycle, a design lineage tied to an

already licensed large reactor, and an international

licensing strategy coordinated with regulatory bodies

increase the likelihood of a shorter path to deployment

once a national decision is taken. For Innlandet, this

means that such a reactor could plausibly be aligned

with the timeframe of major grid upgrades and

industrial expansion, rather than trailing far behind

them. Nevertheless, as with all nuclear options in

Norway, actual delivery speed would still be governed

by national regulatory readiness and political decision

making rather than construction alone. Also, building

multiple SMRs will increase the safety zone and be

comparable with a large scale reactor, and it remains

to be seen if building many small reactors is more

profitable than building one large reactor.

Environmental implications for the BWRX 300 are

more conventional and therefore more predictable.

Cooling requirements would be similar to those of

other light water reactors, implying a need for cooling

towers or access to suitable water sources. This is a

more demanding siting requirement than for heat only

reactors, but it remains manageable in inland regions

provided that environmental permitting is addressed

carefully. Waste generation follows established patterns

and would integrate with national spent fuel and waste

management solutions, rather than requiring new

technical approaches.

When assessed against Innlandet’s capacity challenge,

these two SMR designs offer different but complementary

system roles. Hexana has the potential to

transform how industrial energy demand is met by

delivering both electricity and high temperature heat

directly to industry, thereby avoiding large increases

in electricity consumption. Its contribution to the

capacity shortfall would be indirect and long term,

through reduced electrification pressure and flexible

operation enabled by thermal storage. The BWRX 300,

by contrast, directly addresses the capacity shortage by

adding firm electrical generation that can support

winter peak demand and enable further electrification

of industry and transport. While it does not solve

industrial heat needs on its own, it strengthens the

power system in a way that is immediately relevant to

Innlandet’s current constraints.

Traditional Large Scale Reactors

Large scale nuclear reactors, like the pressurized water

reactor (PWR) or the boiling water reactor (BWR), are

the most common nuclear reactors in the world, as of

today. These reactors represents the tried and tested

technology, both when it comes to construction,

operations, fuel cycle and waste management. For

Figure 9

Illustration of the CANDU Monark design

Innlandet county, their relevance lies in the ability to

deliver large volumes of firm electrical capacity from

a single site, acting as an anchor for the regional and

national power system. Such reactors are not designed

to solve specific local heat demand challenges, but

rather to strengthen overall system adequacy and

free up hydropower for balancing and peak regulation.

The designs that will be explored here are the AP1000

from Westinghouse and the CANDU reactor from

AtkinsRéalis.

The AP1000, developed by Westinghouse Electric

Company, is a Generation III+ pressurised water reactor

with an electrical output of approximately 1117 MW (9) .

Westinghouse has a long industrial history and its

reactor designs form the basis of a large share of

pressurised water reactors worldwide. The AP1000

builds on well established technology while incorporating

passive safety features and a modular construction

approach intended to reduce construction risk. First of

a kind units were completed in the United States during

in 2023 and 2024 respectively, and while these projects

experienced cost and schedule challenges, they also

established recent build experience and a growing

knowledge base for operation and maintenance. For

Innlandet, the AP1000 would represent a single large

addition of firm capacity capable of supplying a

substantial share of winter peak demand, but it would

also require significant site preparation, a larger safety

zone, and grid integration. That said, this would also

be the case for a multiple SMR build project. It can be

mentioned that Westinghouse has launched the AP600,

which is smaller than the AP1000 and is promised to

be more economical.

The CANDU reactor, developed in Canada by

AtkinsRéalis (10) , represents a different large reactor

pathway. CANDU designs are available in the range

of roughly 600 to 1000 MW and are characterised

by the use of natural uranium fuel, eliminating the

need for enrichment. Online refuelling allows the

reactor to remain in operation while fuel is replaced,

contributing to high availability. Unlike many western

reactor designs, CANDU reactors have been built

continuously over several decades in countries such as

Canada, India, Romania, South Korea, and Argentina,

Vol. 71 (2026)


52

Research and Innovation

Figure 10

Picture of the AP1000 being built at Vogtle

resulting in a sustained industrial supply chain and

operational experience. Canada has recently completed

life extension programmes for its entire fleet, further

demonstrating long term operability. Refurbishing

on time and on budget. In addition to electricity

generation, CANDU reactors can produce medical

isotopes, creating additional societal and economic

value beyond power production. CANDU reactors also

offer the possibility of using thorium based fuel cycles

in the future, which could reduce the volume and

characteristics of spent fuel and potentially increase

long term fuel security. For Norway, this could be

relevant in the context of domestic resource availability.

However, thorium fuel concepts are also being

developed and tested for light water reactors, meaning

that the use of thorium is not inherently specific to the

CANDU design.

From a practical standpoint, both the AP1000 and

CANDU may require somewhat larger sites and wider

safety zones than the SMR concepts discussed earlier.

Cooling requirements are also more demanding. Both

designs support multiple cooling configurations,

including cooling towers that minimise direct interaction

with local water bodies, as well as once through

cooling using lakes or rivers where environmental

regulations permit. For an inland region such as

Innlandet, cooling towers would likely be the preferred

option to reduce ecological impact, although this comes

at the cost of increased land use and visual footprint.

Given the water needed to cool a large scale reactor a

location by the sea may be more preferable than in an

inland region.

In terms of environmental performance, emissions

are indirect and occur primarily in the supply chain,

comparable to other low carbon electricity technologies.

Waste management follows established pathways

and would integrate with national radioactive waste

strategies rather than requiring technology specific

solutions. Both designs therefore rely on Norway

developing a comprehensive national framework

for spent fuel and waste handling.

An important distinction for large scale reactors is

the maturity of both the technology and the regulatory

framework. These reactor types have been built and

operated for decades, and licensing processes already

exist in several countries. This reduces first of a kind

risk and provides regulators with established safety

cases, operational experience, and reference plants.

While the construction of a large reactor is inherently

time consuming, the overall timeline from decision to

operation may still be shorter than for a first of a kind

SMR project, where both the technology and the

regulatory approach must be developed in parallel. For

a country starting from scratch, such as Norway, this

maturity could make large scale reactors a more

straightforward option to initiate from a regulatory

and institutional perspective.

With respect to grid interaction, both the AP1000 and

CANDU are designed primarily as baseload reactors.

The AP1000 is capable of load following, with ramp

rates from full power down to approximately half

power within minutes. CANDU reactors can also

accommodate changes in demand, typically by

diverting excess steam directly to the condenser rather

than reducing reactor power. In practice, however,

such flexibility is most commonly used for seasonal

adjustment rather than frequent daily or hourly

cycling. For Innlandet, this means that large reactors

would mainly serve to provide continuous firm

capacity, allowing hydropower to be reserved for

balancing and peak demand rather than replacing it.

Summary/Result

This article has examined whether nuclear power

could form part of the solution to the emerging capacity

and electrification challenges in Innlandet county,

and if so, which types of reactor designs are most

compatible with the region’s specific system characteristics.

The analysis shows that the answer is not

binary, but depends on what problem nuclear power

is expected to solve and on the timeframe in which

solutions are required.

Heat only reactor concepts designed for district heating

address Innlandet’s challenges indirectly by reducing

electricity demand rather than increasing supply.

When deployed in connection with existing or

expanded district heating networks, such reactors can

replace electric or fossil based peak heat production

and thereby lower winter peak electricity demand.

Their main strengths are low cooling requirements,

compact siting, and suitability for inland regions, while

their limitation is that they do not add electrical

capacity to the grid. As a result, they are best understood

as a complementary measure that can ease

pressure on the power system rather than resolve the

capacity shortfall on their own.

Small modular reactors designed for electricity production

and industrial heat, occupy an intermediate

position. Designs such as light water SMRs directly

contribute firm electrical capacity and can be deployed

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

53

incrementally, while high temperature concepts

targeting industry can reduce future electrification

pressure by supplying heat directly to industrial

processes. For Innlandet, these reactors offer flexibility

in scale and siting and can align more closely with

industrial clusters and demand growth. Their contribution

to system adequacy can be both direct, through

added generation, and indirect, through reduced

electricity demand for heat, but deployment timelines

remain dependent on regulatory readiness and

reference projects.

Large scale reactors represent the most powerful

option in terms of capacity impact. By delivering large

volumes of firm electricity from a single site, they can

significantly strengthen winter adequacy and allow

hydropower to be reserved for balancing and peak

regulation. At the same time, they may require larger

sites and definitely more extensive cooling solutions.

Their role in Innlandet would be that of a system

anchor rather than a targeted local solution. If building

a large scale reactor in Norway it may be better to build

near the coastal line in the NO1 bidding zone, that

would also give the same benefits to Innlandet county

as mentioned above.

Taken together, the assessment shows that nuclear

power can contribute to addressing Innlandet’s

challenges in several distinct ways. Heat only reactors

reduce demand, SMRs offer modular and flexible

capacity additions, and large reactors provide system

level strength. The strategic question for Innlandet

is therefore not whether nuclear power should be

considered in general, but which combination of

technologies best aligns with the region’s capacity

constraints, industrial ambitions, environmental

conditions, and acceptable timelines for delivery.

Author

Vala Maria Valsdottir

PhD candidate

University of Oslo

v.m.valsdottir@fys.uio.no

Vala Maria Valsdottir is currently doing an industrial

PhD in nuclear economics and energy systems at

the University of Oslo, focusing on the role of nuclear

power in future electricity systems. Her research

combines technical economic analysis, political decision

making within the power system, and uses this

for case studies both on national and international

level. As part of her industrial PhD, she also works

as a Senior Advisor at Crayon Consulting, where

she delivers advanced analytical solutions to

support decision making in the energy sector.

Her work bridges academic research and applied

system level assessments for industry and public

stakeholders.

Bibliography

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2022. https://doi.org/10.1787/59e71c13-en.

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Vol. 71 (2026)


54

Research and Innovation

3D-Laserscanning und KI

zur automatischen Mengen- und

Massenermittlung – eine skalierbare

Alternative zu BIM und Digital Twin

› Carsten George, Christian Berthold, Martin Bach, Stefan Hörmann

Mit dem Ziel Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Arbeitssicherheit der Rückbauanlage zu

steigern, wurde die Rückbauanlage Gundremmingen innerhalb weniger Wochen

nahezu vollständig mit 3D-Scanning und KI digitalisiert (siehe Abbildung 1) und das

digitale Modell in bestehenden Workflows und Datenstrukturen integriert.

Abbildung 1

Digitale Doppelblockanlage: Luftbild der Rückbauanlage Gundremmingen (links), 3D-Scan Darstellung (Mitte), und Ausschnitt der

virtuellen Begehung (rechts) mit Farbverlauf der Darstellungsmodi „Fotorealistisch“ und „KI-Objekterkennung“.

1. Einleitung und Motivation

Der Rückbau eines Kernkraftwerks stellt eine erhebliche

finanzielle Herausforderung dar. Mit der Stilllegung

entfallen die Einnahmen aus der Stromerzeugung

vollständig, während sich die laufenden

Betriebskosten nur geringfügig verringern lassen.

Folglich machen die Betriebskosten häufig den größten

Anteil der Rückbaukosten aus und belaufen sich

oftmals auf etwa 50 % [1] der Gesamtkosten.

In der Literatur werden die Rückbaukosten für größere

Kraftwerksblöcke mit rund 750 Mio. EUR bis 1 Mrd. EUR

pro Block angegeben [2] [3] . Bei einer Projektlaufzeit von

etwa 15 Jahren [4] und einer Doppelblockanlage lässt

sich abschätzen, dass kleine Verzögerungen bereits

Mehrkosten von ca. 10 Mio. EUR pro Monat verursachen

können.

Im Rückschluss ergibt sich großes Einsparpotenzial

in der Reduzierung der Betriebskosten durch eine

Verkürzung der Rückbauzeit, realisierbar durch

optimale Steuerung und das konsequente Vermeiden

von Verzögerungen.

Wir präsentieren ein KI-System, das skalierbare, aktualisierbare

und verlässliche Daten für die Steuerung

des Rückbaus bereitstellt. Darüber hinaus bietet es eine

intuitive virtuelle Begehungs- und Kommunikationsplattform,

die effizientere Abstimmung ermöglicht und

zur Vermeidung von Verzögerungen beiträgt.

Am Standort Gundremmingen wurde von Beginn an

auf einen optimierten Abbau- und Steuerungsprozess

[5] hingearbeitet. Zusätzlich wurde eine digitale Infrastruktur

aufgebaut, die Übersichtlichkeit, Nachverfolgbarkeit

und Automatisierung gezielt unterstützt.

Mit Einführung des KI-Systems, das den Ist-Zustand

analysiert, ist die Prozesskette vom Abschaltzustand

bis zur Freigabe und Entsorgung nahezu vollständig

digitalisiert.

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

55

Wir präsentieren eine im Bestand skalierbare Alternative

zu BIM und Digital Twin. Im Folgenden

bezeichnen wir das vorgestellte System als AIDA (AI for

Dismantling Acceleration).

Der folgende Beitrag ist wie folgt aufgebaut. In Kapitel

Verwandte Arbeiten gehen wir auf Literatur und

Grundlagen ein. Im Kapitel Systemübersicht geben

wir einen Gesamtüberblick über das entwickelte

System, Anwenderfunktionen und die KI-Anbindung.

Das Kapitel Digitaler IRP in Gundremmingen stellt

den digital unterstützten Rückbauprozess vor. Die

Bewertung des vorgestellten Systems ist im Kapitel

Evaluation beschrieben, gefolgt von Zusammenfassung

und Ausblick.

Der Leser sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass

das 3D-Verständnis am besten durch Videosequenzen

gegeben ist, die unter folgendem Link zu finden sind:

https://aurivus.com/ATW2601

2. Verwandte Arbeiten

In diesem Kapitel geben wir einen Überblick über

aktuelle Innovationen und relevante Entwicklungen.

2.1 Workflow-Alternative BIM & Digital Twin

Forschungsprojekte untersuchen die Anwendung von

BIM im Nuklearbereich. Im Vergleich zu Neubauprojekten

befindet sich „BIM im Bestand“ überwiegend

im Forschungsstadium ohne breite Marktetablierung.

Dies ist u.a. auf den hohen Aufwand zurückzuführen,

der für die Umwandlung von 3D-Scans in CAD-Modelle

erforderlich ist [6] [7] [8] . In der vorliegenden Arbeit wird

eine skalierbare Alternative vorgestellt, die nicht durch

händische Arbeit in CAD limitiert ist, sondern mit KI

und Webtechnologie vollautomatisiert arbeitet.

Auch wenn Forschungsergebnisse zu BIM in der Praxis

noch nicht etabliert sind, zeigen sie das Potenzial, wenn

diese Hürde mit KI überwunden wird. Arbeiten

be fassen sich u. a. mit umfassenden Systemen [9] für

Planung, Kostenbewertung, Strahlenexposition und

Abfall management, der Abbildung von Regularien und

Vorschriften [10] in BIM-Software, den Möglichkeiten

von Robotik [11] , sowie der Instandhaltungsplanung im

Lifecycle-Management [12] .

In der Fachpresse wird über erfolgreiche Pilotprojekte

berichtet, die allerdings selten über Proof of Concept

hinaus implementiert werden. Diese PoCs werden oft

als bedeutende Erfolge gewertet [13] [14] [15] [16] , obwohl

ihre Überführung auf eine gesamte Anlage aufgrund

mangelnder Skalierbarkeit bislang nicht realisiert

wurde.

Im PoC in [14] wurde bereits 2020 ein kleiner Abschnitt

des Kernkraftwerks Biblis in BIM modelliert und der

Mehrwert überzeugend dargestellt. In einem Expertengespräch

wurde angegeben, dass eine Ausweitung auf

das gesamte Kraftwerk mit Kosten im hohen einstelligen

Millionenbereich verbunden wäre. Eine

Skalierung erfolgte nicht. Eine ähnliche Case-Study

findet sich in [13] .

Zusätzlich zu den hohen Kosten führt das herkömmliche

Vorgehen wie in [13] und [14] zu langen Durchlaufzeiten,

sodass Aktualisierungen gleichermaßen

kostenintensiv sind und zeitlich erheblich verzögern.

Insbesondere für Anwendungsfälle, die auf zeitnahe

Aktualisierungen des Ist-Zustands angewiesen sind,

kann dies zum kritischen Engpass werden.

Die hohe Skalierbarkeit der vorgestellten Lösung

reduziert Kosten und Durchlaufzeiten erheblich,

sodass kontinuierliche Updates realisierbar sind und

zahlreiche darauf basierende Anwendungsfälle –

insbesondere Steuerung, Fortschrittsmonitoring und

Verlaufsverfolgung – befähigt werden.

Die Überführung von 2D-Plänen oder 3D-Scans in BIM/

CAD-Modelle ist ein wesentlicher Engpass in der

Fachliteratur [7] [8] [13] [14] [15] [16] . In den Studien spielt der

Level of Detail (LoD), also der Detailgrad der Nachmodellierung

von Punktwolken, eine zentrale Rolle,

da eine Reduzierung eine schnellere Umsetzung

ermöglicht. In der vorliegenden Arbeit hingegen ist

der LoD unerheblich: Das neuronale Netz verarbeitet

den vollständigen 3D-Scan mit der vom Hersteller

gelieferten Auflösung von etwa 5 mm.

AIDA folgt einigen methodischen Prinzipien von BIM,

verzichtet jedoch auf den Einsatz von CAD. AIDA

basiert, analog zu BIM, auf datengetriebenen, digitalen

Methoden und beruht auf der strukturierten Erfassung,

Verwaltung und Nutzung digitaler Anlagenmodelle

um komplexe Anlagen transparent abzubilden. In

Kombination mit dem nahezu vollständig digitalisierten,

integrierten Rückbauprozess (IRP) [17] [5] , wird

ebenfalls der Prozess transparent abgebildet.

2.2 Effizienzsteigerung durch Digitalisierung und

Prozessoptimierung

Ein zentrales Ziel ist, die Rückbauzeit durch Prozessoptimierung

zu verkürzen, um die enormen

Betriebskosten, wie in Abschnitt 1 ermittelt, zu senken.

Scherwath et al. [18] charakterisieren den nuklearen

Rückbau als multidisziplinäres, komplexes Logistikprojekt,

das über Abrissarbeiten hinaus technische,

regulatorische, finanzielle und organisatorische Maßnahmen,

insbesondere Materialflusssteuerung sowie

sichere Lagerung und Transport radioaktiver Abfälle,

erfordert. Positive Effekte der Digitalisierung im

naheliegenden Bereich der Logistik wurden eingehend

untersucht [19] . Studien zeigen, dass Investitionen in

Business Intelligence (BI) über drei Jahre Renditen

von über 1300 % erzielen konnten [20] . Diese Digitalisierungserfolge

sollen auf den nuklearen Rückbau

übertragen werden. Im Abschnitt 4 zeigen wir anhand

von Best Practices aus Logistik und Business

Vol. 71 (2026)


56

Research and Innovation

Intelligence, wie die durchgängige Digitalisierung

von Materialflüssen im nuklearen Rückbau erhebliche

Einsparpotenziale erschließt.

Die Bedeutung der Prozessoptimierung für effizientes

Arbeiten ist durch zahlreiche Studien belegt. Sie zeigen,

dass Methodische Verbesserungen Kosten senkt, Produktivität

und Qualität steigert sowie Verschwendung

vermeidet, Engpässe minimiert und Abläufe nachhaltiger

gestaltet [21] .

Deutsche Betreiber folgen im Rückbau weitgehend

ähnlichen Abläufen: systematischer Abbau der

Komponenten, Verpackung kontaminierter Materialien

in TBV- oder Optiboxen, Transport, Nachzerlegung

sowie Dekontamination in Fabriken oder Reststoffbearbeitungszentren

(RBZ) [22] [17] [23] [24] [25] . Diese

stan dardisierten Schritte bilden die Basis für eine

effiziente Steuerung und Planung.

Ein innovatives Verfahren in diesem Kontext ist der

von RWE patentierte [5] Integrierte Rückbauprozess

(IRP). Mit dem IRP verfolgt RWE einen ganzheitlichen

Ansatz zur Optimierung von Rückbauprozessen, der

konsequent Wertstoffrückgewinnung, Prozessintegration

und Regulierungsanforderungen verbindet. Dabei

werden Prozessschritte nicht isoliert betrachtet,

sondern systematisch aufeinander abgestimmt, um

die Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit des

Rückbaus zu maximieren. Abschnitt 4 beschreibt die

Digitalisierung des IRP in der Tiefe.

2.3 KI auf 3D-LiDAR-Daten im Nuklearbereich

Künstliche Intelligenz verzeichnet in fast allen

Bereichen technische Erfolge und verändert zahlreiche

Arbeitsprozesse grundlegend [26] [27] .

Technisch zeigen sich die größten Erfolge von KI –

mit weitreichender medialer und wirtschaftlicher

Wirkung über die Forschungscommunity hinaus –

vor allem bei der Verarbeitung von Text-, Bild- und

Videodaten. ChatGPT, DALL·E, Veo und zahlreiche

weitere Systeme haben in jüngster Zeit breite

Bekanntheit erlangt.

Damit verglichen ist KI auf 3D LiDAR-Daten noch

am Anfang und die wissenschaftliche Community

konzentriert sich auf Problemstellungen in Nischen.

Online verfügbare Trainingsdaten von Kernkraftwerken

existieren nach unserem Wissen nicht.

Die Übertragung von Szenarien aus den Lerndatensätzen

auf abweichende Bedingungen befindet sich in

der Forschung noch in einem frühen Stadium [28] .

Dies stellt eine Herausforderung dar, Ansätze der

Literatur in einem anderen Kontext, beispielsweise

einem Kernkraftwerk, anzuwenden. In der vorliegenden

Arbeit wird die aurivus KI verwendet, deren

Vorteil es u.a. ist, dass sie auf neue Gegebenheiten, wie

das innere eines Kernkraftwerks, mit wenig Aufwand

adaptiert werden kann.

3. Systemübersicht

AIDA wurde On-Premises, also ohne den Einsatz

externer Cloud-Systeme, in der IT Infrastruktur der

Rückbauanlage aufgesetzt. In Abbildung 2 sind

die wesentlichen Komponenten erläutert.

Mit AIDA wurde ein 3D-Abbild und dessen KI-Auswertung

in die bestehende Anlagen-IT und etablierte

Workflows integriert. Die Integration wurde bewusst

so konzipiert, dass sie die vorhandenen Arbeitsabläufe

Abbildung 2

Systemübersicht: User können über ein browserbasiertes Interface auf 3D-Scandaten, KI-Ergebnisse und verknüpfte Daten der

bestehenden Anlagen-IT zugreifen. Die Verknüpfung der bestehenden Datenbanken und Software erfolgt über die KI-Auswertung

der 3D Scandaten über Raumbereiche und identifizierte Objekte. Hinweis: das User Interface ist zwar browserbasiert, das System

läuft aber auf Servern der Rückbauanlage.

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Research and Innovation

57

unterstützt und optimiert, ohne, dass eingespielte

Prozesse angepasst werden müssen.

Durch die Integration wird ein präzises Verständnis des

realen Anlagenzustands einerseits den arbeitenden

Personen schneller und intuitiver zugänglich gemacht,

andererseits die quantitative Bewertung in Form von

umfassenden Mengen- und Massenabschätzungen

deutlich verbessert.

Mit KI werden die 3D-Scans sowohl für IT-Systeme

auswertbar als auch für Menschen interaktiv begehbar

gemacht. 3D-Scans sind eine etablierte Praxis und

können mit einer Person in wenigen Wochen durchgeführt

werden (etwa 12 Wochen für mehr als 90 %

der Doppelblockanlage). Zweite oder weitere Scans

zur Aktualisierung lassen sich noch schneller realisieren.

3D-Scans werden als Punktwolken erfasst, deren

Milliarden Messpunkte per KI in referenzierbare

Anlagenobjekte überführt werden (s. Abbildung 3;

Details in Abschnitt 3.2). Entstanden ist eine

objektorientierte Datenbank, in der Typ und typspezifische

Parameter (z. B. Durchmesser, Breite,

Gewicht) sowie Cluster- und Anlagenkennzeichen

(AKZ) hinterlegt sind. Für Gundremmingen bedeutet

das die Um wandlung von etwa 18 Mrd. Einzelpunkten

in über 200 000 Objekte. Über diese Objektmerkmale

lassen sich IT-Systeme wie das Dokumentenmanagementsystem,

die Technische Anlagendokumentation (TAD)

und das Taktplanungstool ICP nahtlos mit AIDA verknüpfen.

So fließen Mengen- und Massenkennzahlen

in die operative Rückbau- und Langfristplanung ein

und stehen über Anwendungen wie RVR, interne

Access­ Lösungen oder Power BI zur weiteren Verarbeitung

zur Verfügung. Die langfristige Abbauplanung

und der Einsatz der Gewerketeams lassen sich durch

die Cluster-aggregierten Mengen- und Massenkennzahlen

initial optimieren – über eine Schnittstelle zum

Planungstool ICP.

3.1 Einsatzgebiete und Anwenderfunktionen

Neben der Nutzung der umfassenden Mengen- und

Massenermittlung als Export für die langfristige

Abbildung 3

KI-Verarbeitung: Der Ausschnitt eines 3D-Scans (links) wird über eine KI (mitte) in eine Objektdatenbank (rechts) überführt.

Der 3D-Scan, der aus einzelnen Farbpunkten besteht, wird von der KI in einzelne Objekte unterteilt. Die Farbe im rechten Bild illustriert

die erkannten Objekte mit Einfärbung nach von der KI erkanntem Typ. Die Objekte sind interaktiv zugänglich. Das vertikale Rohr in der

Mitte ist selektiert, was durch die dunklere Einfärbung illustriert wird.

Abbildung 4

Ausblenden der Anlageninfrastruktur und Darstellung der Wandflächenobjekte: Zwei Bildschirmfotos zeigen den 3D-Scan der Anlage

aus den gleichen Blickwinkeln. Links wird die vollständige Punktwolke in RGB Farben dargestellt, rechts wurde die Anlageninfrastruktur

ausgeblendet, Flächenelemente bleiben sichtbar. Die Flächenobjekte wurden in eindeutig referenzierbare Kacheln unterteilt.

Die Einfärbung der Kacheln erfolgt über hinterlege Zahlenwerte.

Vol. 71 (2026)


58

Research and Innovation

Planung und Rückbausteuerung bietet die Plattform

integrierte Features zur Effizienzsteigerung.

Die Integration erfolgte gezielt mit dem Personal der

Anlage unter Betrachtung der funktionierenden Workflows,

größten Aufwände und Herausforderungen der

Vergangenheit.

Detailplaner nutzen AIDA im kurzfristigen Einsatz für

Vor-Ort-Eindrücke und -Orientierung, den Austausch

mit Kollegen sowie den direkten Zugriff auf relevante

Dokumentationen. Über ein virtuelles Location­ Sharing

können Fragestellungen kurzfristig remote oder per

E-Mail diskutiert werden, wofür sonst eine Vor-Ort­

Begehung nötig wäre. Da die Komponenten der

virtuellen Anlage Datenbankeinträge sind, können

auch Fotos, Tabellen oder andere Dokumente, ähnlich

einem Cloud-Speicher, an Objekte angeheftet werden.

Dadurch wird Kontrollbereichszeit und Strahlungsexposition

des Personals reduziert.

In der virtuellen Umgebung können Planer interaktiv

mit Anlagenobjekten wie Rohren, Verbindern,

Armaturen oder Behältern arbeiten – beispielsweise

Elemente ausblenden, verschieben oder Flächen

messen. Dies ist insbesondere vorteilhaft für die

Simulation von Transportwegen oder der Betrachtung

von Betonflächen bevor die Anlagentechnik abgebaut

ist um hier vorausschauend planen zu können – AIDA

kann so eingestellt werden, dass alles außer Böden und

Wänden ausgeblendet wird. Betonflächen sind ebenfalls

als KI-Objekte zugeordnet und können bspw. in

eindeutig referenzierbare Kacheln geteilt werden

( siehe Abb. 4). Darüber hinaus ermöglichen die interaktiven

Objekte den direkten Sprung zu zugehörigen

Beschreibungen oder Plänen im Dokumentenmanagement

sowie zu weiteren Merkmalen in der Technischen

Anlagendokumentation. Die mühsame Identifikation

von AKZ-Nummern und die manuelle Suche in Datenbanken

entfallen damit weitgehend.

Die Aktualisierbarkeit der Daten ist ein zentrales

Merkmal von AIDA. Ein mittelgroßes Cluster kann

während oder nach dem Rückbau der Infrastrukturkomponenten

in weniger als einer Stunde erneut

gescant werden. Die so erfassten Daten ermöglichen

nicht nur einen Rückblick auf den Ursprungszustand

über eine integrierte Zeitleiste, sondern liefern auch

Abbildung 5

Datenaktualisierung und Dashboard: Burndown-Diagramme (oben) illustrieren den zahlenmäßigen Fortschritt des Rückbaus im

Dashboard. Türkise Pfeile markieren klickbare Elemente um zum entsprechenden Zeitpunkt in der 3D-Ansicht (unten) zu springen.

Die 3D-Ansichten zeigen den selben Blickwinkel zu verschiedenen Zeitpunkten. Eine Rohrleitung ist in beiden Ansichten blau markiert

und ist über den gleiche Datenbankeintrag über die Zeitdimension hinweg referenziert.

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Research and Innovation

59

Übergabedaten für die Gebäudedekontamination und

-freigabe (GeDuF).

Über das Webinterface werden die aktualisierten

Scandaten auch zahlenmäßig in einem Dashboard

visualisiert wie in Abbildung 5 dargestellt.

3.2 KI-Architektur und Anbindung an die

IT-Systeme

Wie in der Einleitung ausgeführt, hat KI im Umgang

mit Texten, Bildern und Bildsequenzen bereits

beachtliche Erfolge erzielt. Die Übertragung vergleichbarer

Konzepte auf 3D-Daten ist jedoch aufgrund

des enormen Datenvolumens (z. B. ca. 18 Mrd. Punkte

im Kraftwerksscan) deutlich anspruchsvoller. Die

etablierten Faltungsnetzwerke mit Un-Pooling-Layern,

wie sie in gängigen Architekturen verwendet werden,

eignen sich nicht, da der Rechenaufwand unter den

gegebenen Randbedingungen exponentiell ansteigt.

Zugleich erfordert die Anwendung einen trainierbaren

Domänentransfer, um Punktwolken in aussagekräftige

Objekte und deren Eigenschaften zu überführen.

Zudem bildet dieser Domänentransfer eine Schlüsselfähigkeit

für die Integration in die IT-Systeme der Rückbauanlage,

die auf einer objekt-, klassen- und raumbereichsorientierten

Darstellung sowie der Zuordnung

von Anlagenkennzeichen basiert. Die aurivus KI

wurde so entwickelt, um diesen Domänentransfer mit

begrenzten Rechenressourcen zu reali sieren. Zudem

kommen 2D-Netzwerke zur Analyse der 360°-Aufnahmen

zum Einsatz, um Personen zu anonymisieren

und Textinhalte automatisiert auszuwerten. Die 2Dund

3D-KI-Ergebnisse werden im Anschluss mit einer

Textauswertung der Datenbanken zusammengeführt.

Für den nuklearen Rückbau wurde die KI zunächst

auf die wesentlichen Aufwandstreiber – Rohre,

Verbinder, Armaturen, Stahlträger sowie Boden- und

Wandflächen – trainiert. Gleichzeitig erkennt sie

auch Treppen, Geländer, Möbel und weitere Objektklassen,

wie die farbliche Einfärbung in Abb. 3

veranschaulicht.

4. Digitaler IRP in Gundremmingen

Der integrierte Rückbauprozess (IRP) beschreibt eine

Herangehensweise an die Rückbauverpflichtung und

wird unter anderem in Gundremmingen eingesetzt.

Die abgebauten Materialien durchlaufen dabei

wesentliche Prozessschritte wie Abbau, Bearbeitung,

Dekontamination, Freimessung, Freigabe und Entsorgung,

vergleichbar einer industriellen Fertigungsstraße.

Ein abgestimmter Materialfluss minimiert

Produk tionsausfälle und Bestände. Dafür sind unterstützende

Prozesse wie Logistik und Strahlenschutz

sowie eine genaue Vorplanung und Verfolgung

der Reststoffe wichtig – Reststoffverfolgungssysteme

dokumentieren Lagerorte, Informationen und planen

Prozessschritte voraus.

Die Grundlage des IRP ist die Einteilung der Anlage in

Raumbereiche (Cluster), die zeitlich angeordnet und

im Vorfeld hinsichtlich Aufwand und Mengen bewertet

werden. Dies bildet die Basis für den weiteren Prozess

und erfordert bislang hohen Planungsaufwand.

Optimierungen im Planungsprozess können Qualität

und Kosten beeinflussen. Eine schematische Übersicht

der verwendeten Programmsysteme liefert

­Abbildung 6.

Sämtliche Planungsdaten werden im zentralen

Taktplantool ICP konsolidiert, das die Dauer der

Abbaubereiche unter Berücksichtigung des Aufwands,

der Ressourcen und des Stoffstroms analysiert. Die

Festlegung der Reihenfolge und anlagenspezifischen

Abbildung 6

Schematische Übersicht relevanter Programmsysteme: Von der automatisierten, KI gestützen Erfassung, über Taktplantool,

bis hin zur Reststoff- und Abfallverfolgung

Vol. 71 (2026)


60

Research and Innovation

Bedingungen führt zum individuellen Rückbaupfad,

der für weitere Optimierungen ausgewertet werden

kann. Systeme wie AIDA liefern eine wertvolle Datenbasis

zur Bewertung der Mengentreiber und optimalen

Reihenfolge.

Im nuklearen Rückbau stehen neben sicherheitstechnischen

Anforderungen logistische und strahlenschutztechnische

Belange im Vordergrund. Die lückenlose

Nachverfolgbarkeit der Komponenten bis zur

Entsorgung ist unverzichtbar. Digitalisierung bildet

dabei eine zentrale Grundlage. In Gundremmingen

wurde hierfür frühzeitig flächendeckendes WLAN

installiert, wodurch Bearbeitungsschritte vor Ort mobil

dokumentiert werden können.

Digitalisierung reduziert Lagerbestände, verkürzt

Durchlaufzeiten und minimiert Fehlallokationen.

Business-Intelligence, z. B. Dashboards und Burndown-

Analysen, bringt Transparenz über Fortschritt, Kosten

und Risiken. KI-basierte Plattformen wie AIDA automatisieren

Mengenabschätzungen und verknüpfen

Daten mit Projekt- und Kostenplänen, ermöglichen

Engpassidentifikation und dynamische Anpassung der

Abläufe.

Eine effiziente Rückbauplanung beginnt bereits in

der Definition und digitalen Unterstützung der

einzelnen Abbauschritte – z. B. von der 3D-Scan­

Erfassung bis zur automatisierten Objekterkennung.

So werden Zeit- und Kostenaufwand gesenkt, Dokumentation

und Nachverfolgbarkeit verbessert. Die

Prinzipien der Logistik und Business Intelligence

zeigen, wie Digitalisierung vielfältige Einsparpotenziale

im nuklearen Rückbau erschließt.

Weitere Prinzipien wie das Pull-Prinzip optimieren den

Materialfluss und minimieren Bestände: Der Folgeprozess

gibt vor, wann Materialien bereitgestellt

werden. Die digitale Erfassung ermöglicht prozessbezogene

Überwachung und Steuerung, was einen

gleichmäßigen Massenfluss vom Abbau bis zur Entsorgung

sichert – ein Kernziel der Rückbauverpflichtung.

5. Evaluation

AIDA wurde als Pilotprojekt durch die RWE Nuclear

GmbH initiiert, sorgfältig evaluiert und anschließend

auf die gesamte Rückbauanlage Gundremmingen

ausgeweitet. Diese schrittweise Vorgehensweise ermöglichte

eine umfassende Bewertung der Technologie

und ihrer praktischen Anwendbarkeit im nuklearen

Umfeld.

5.1 Durchführung des Pilotprojekts

Das dreimonatige Pilotprojekt umfasste etwa 1 % des

Kraftwerks und konzentrierte sich auf drei wesentliche

Aspekte: die Vermessung des Testbereichs, die IT­

Integration in die bestehende Infrastruktur sowie die

Entwicklung der Workflow-Integration in iterativen

Workshops mit den späteren Anwendern.

Bei der Durchführung des Piloten wurde der Vorteil

der Doppelblockanlage zur Evaluation genutzt: es

wurden solche Raumbereiche in Block C betrachtet, die

analog in Block B bereits geplant und abgebaut wurden.

Die technische Umsetzung erfolgte zügig: Das Scanning

wurde binnen eines Tages abgeschlossen, die On­

Premises-IT-Installation dauerte eine Woche. Die Workshops

wurden iterativ durchgeführt – in zweistündigen

Terminen mit kontinuierlichem Feedback der Nutzer.

Parallel wurde das KI-Training auf den Kraftwerkskontext

durchgeführt. Diese Vorgehensweise ermöglichte

bereits zur Hälfte des Pilotprojekts erste

Schulungen. Die Abschlusspräsentation fand planmäßig

nach 3 Monaten statt, gefolgt von einer detaillierten

Evaluation.

5.2 Evaluationsergebnisse

Validierung der KI-basierten Mengen- und Massenermittlung:

Die KI-gestützte Mengen- und Massenermittlung wurde

mit der bestehenden Breitbewertung verglichen.

Obwohl die Notwendigkeit einer aktualisierten Bewertung

bereits erkannt war, verdeutlichte der Pilot die

erheblichen Abweichungen zwischen bisherigen

Schätzungen und der tatsächlichen Situation. In zwei

von sieben Clustern wurden Diskrepanzen der Massen

bis zum Faktor 30 festgestellt, während die KI-basierte

Analyse eine geschätzte Abweichung von etwa 15 %

aufweist. Hier ist hervorzuheben, dass sich der wahre

Wert kaum bestimmen lässt. Die KI Ergebnisse sind

ebenfalls mit Unsicherheit behaftet, doch konnten

keine Outlier wie in der Vergleichsmethode festgestellt

werden, was die Nutzbarkeit in der Kalkulation

deutlich erhöht.

Diese Unterschiede sind angesichts der Komplexität

großer Cluster mit mehreren Kilometern Rohr leitungen

unterschiedlicher Dimensionen nachvollziehbar – eine

manuelle Schätzung solcher Strukturen ist kaum

präzise, wirtschaftlich durchführbar. Die bisherige

Methodik hatte bekannte systematische Fehler, da sie

von wenigen diskreten Kategorien ausging, die die

tatsächlichen Variationen in Raumgröße, Bauteilgrößenverteilung

und Füllgrad nicht abbilden konnte.

Quantifizierung des Einsparungspotenzials:

Das erwartete Einsparungspotenzial wurde mittels

strukturierter Interviews mit dem Planungsteam

ermittelt. Dabei wurden aktuelle Arbeitsabläufe

analysiert, involvierte Personen pro Aufgabe identifiziert

sowie minimale und maximale Zeitaufwände

geschätzt. Anschließend wurde die erwartete mini male

und maximale Einsparung durch AIDA bewertet und

auf Cluster-Ebene normiert.

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

61

Feature AIDA Panorama Atlas BIM-Modell

360°-Bilder Ç (ca. alle 4m) wenige Ó

3D-Scan (Dauer für Erfassung) Ç (ca. 12 Wochen) Ó y (ca. 12 Wochen)

Längen und Flächen messen Ç (Objektunterstütz) Ó möglich, manuell

Objekterkennung (Aufweand der Extraktion) Ç (Instant via KI) Ó möglich (ca. 120 Personenjahre)

Zahlenmäßige Auswertung der Aufnahmen

( Mengen, Ausdehnung, Massen und Bezug zu Clustern)

Automatische, skalierbare Erfassung von Rohr leitungen,

Armaturen, Stahlträgern, Behältern, etc.

Ç Ó Ç

Ç Ó Ó

Verdeckte Objekte in Aufnahmen keine viele keine

Automatische Betonflächenermittlung und -rasterung,

3D-Sensor-Wandflächen-Abdeckung

Ç Ó Ó

Location Sharing um Ort per Link an Kollegen zu senden Ç Ó Ó

3D-CAD-Objekte laden, z.B. Aufzugeinbauten,

Nachnutzungsgeräte, ...

Ermittlung tiefster Punkt in Rohrsystemen

(z.B. für Dekontamination)

Ç Ó Ç

Ç Ó Ç

Simulation logistischer Routen und Stellflächen Ç Ó Ç

Aktualisierbarkeit Ç (Instant via KI) Ç Ç (Aufwand wie initialer Scan)

AKZ-Verortung Ç (>50%, automatisch via KI) wenige, manuell möglich, manuell

Schnittstelle Anlagendatenbanken Ç (Instant via KI) Ç Ó

Resultat ist As-Built Ç Ç Näherung nach Level of Detail

Tabelle 1

Vergleich AIDA, Panorama Atlas und BIM-Modellierung

Die Hochrechnung auf die Gesamtanlage ergab ein

Einsparpotential von bis zu 189 Personen jahren

Kontrollbereichszeit. Dies bedeutet u.a. eine erhebliche

Reduzierung der Strahlenbelastung für die

Mitarbeiter.

Auswirkungen auf die Rückbauzeit:

Die Personaleinsparung führt nicht automatisch zu

einer proportionalen Verkürzung der Rückbauzeit.

Vielmehr wird die Beschleunigung durch zwei zentrale

Faktoren erreicht: Eine verbesserte Datengrundlage

ermöglicht langfristigere Planung, während die digitale

Vernetzung der Beteiligten Verzögerungen verhindert.

Abstimmungen werden beschleunigt, Vor-Ort­

Begehungen reduziert, Missverständnisse über örtliche

Gegebenheiten minimiert und die Dokumentensuche

verkürzt.

Wir gehen von einer Rückbaubeschleunigung von

mindestens 10% der Gesamtrückbauzeit und weiterem

umfangreichem Potential im Prozess der Gebäudefreigabe

aus.

5.3 Skalierung auf das Gesamtkraftwerk

Die Ausweitung auf das gesamte Kraftwerk erfolgte in

sechs Zweiwochensprints, wobei zwischen 80 % und

90 % der Anlage erfasst wurden. Insgesamt wurden

etwa 18 Milliarden Einzelpunkte gescannt und mittels

KI in mehr als 200.000 Objekte überführt.

Nach erneuter sorgfältiger Plausibilisierung der Daten

wurde die ursprüngliche Breitbewertung vollständig

durch KI-basierte Daten ersetzt. Dies reduziert das

Planungsrisiko erheblich: Während früher kurzfristige,

erhebliche Abweichungen in dem schwer überschaubaren

Set von 700 Clustern auftraten, ermöglichen

die präziseren Mengen- und Massenschätzungen mit

reduzierten Ausreißern verlässlichere Daten und

weniger kurzfristige Umplanungen.

5.4 Vergleich mit Alternativen im Nuklearbereich

AIDA wurde mit alternativen Methoden verglichen:

Die BIM-Modellierung [14] und ein 360° Panorama Atlas.

Der Panorama-Atlas verortet 360° Bilder in 2D Plänen

und ist ebenfalls über einzelne Anlagenkennzeichen

Vol. 71 (2026)


62

Research and Innovation

an die Anlagendatenbank angeschlossen. Tabelle 1

zeigt das Vergleichsergebnis mit dem Panorama Atlas

und der BIM-Modellierung.

5.5 Fazit der Evaluation

Die Evaluation bestätigt eine Erhöhung der Arbeitssicherheit

durch reduzierte Strahlenbelastung, eine

Reduzierung des Planungsrisikos durch präzisere

Datengrundlagen sowie eine Steigerung von Effizienz

und Wirtschaftlichkeit durch optimierte Arbeitsabläufe

und verkürzte Projektlaufzeiten.

6. Zusammenfassung und Ausblick

Die AIDA-Plattform verbindet 3D-LiDAR-Punktwolken

mit On-Premises-KI zur automatisierten Objekterkennung

sowie Mengen- und Massenermittlung im

nuklearen Rückbau. Im dreimonatigen Pilotprojekt

wurde die KI und das Einsparungspotential evaluiert.

In der Vollskalierung bestätigte sich die Skalierbarkeit

und Effizienzsteigerung: AIDA ermöglicht eine

kon tinuierliche Fortschrittsüberwachung, reduziert

Planungsrisiken und beschleunigt Rückbauprozesse.

Für die Weiterentwicklung ist geplant, radiologische

Messgeräte mit der 3D-Erfassung zu synchronisieren,

sodass strahlenschutzrelevante Messwerte künftig

räumlich referenziert dokumentiert und visualisiert

werden können. Parallel dazu wird an einer skalierbaren

Methode zur Detektion oberflächennaher

Metallanteile in Betonflächen gearbeitet. Ein weiteres

Vorhaben ist die Lokalisierung von Messgeräten und

Tablets im zukünftigen Rohbauzustand, für bessere

vor-Ort Orientierung und Dokumentation. Zudem

wurde die Einbindung von CAD-Modellen in AIDA

realisiert, sodass Planungsdaten direkt importiert und

mit dem Ist-Zustand abgeglichen werden können. Es

entsteht ein Interface, das Flächenobjekte in Gebäuderückbau-Softwaresystemen

bearbeitbar macht und

die Dokumentation vereinfacht. Schließlich werden

Konzepte für einen kontrollierten Datenexport sowie

für einen autorisierten Plattformzugang für Fremdfirmen

erarbeitet, um kooperierenden Partnern

bedarfsgerechten Zugriff auf AIDA-Daten zu ermöglichen.

Literaturverzeichnis

[1] P. Hippauf, „Decommissioning costs of nuclear power plants – An

international overview,“ vgbe energy journal, Nr. 5, pp. 39-43, 2024.

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to German Taxpayers,“ Spiegel International, 15 05 2014.

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nuclear-waste/decommissioning-nuclear-facilities. [Zugriff am 20 08 2025].

[5] RWE Nuclear GmbH und Erfinder nicht genannt, „Verfahren zum Rückbau

einer kerntechnichen Anlage“. Patent DE 10 2019 122 758 B3 2021.02.11, 23

08 2019.

[6] R. Volk, J. Stengel und F. Schultmann, „Building Information Modeling (BIM)

for existing buildings – Literature review and future needs,“ Automation in

Construction 38, Bd. 38, pp. 109-127, 03 2014.

[7] N. Mohan, M. Ulbrich, S. Bongard und R. Gross, „An investigation into

the impact of the Scan-to-BIM method on the design and construction of

technical building services,“ 33. Forum Bauinformatik, pp. 386 - 393, 2022.

[8] B. Avsatthi, „Hitechdigital - Adoption Challenges, Solutions and

Breakthroughs in Scan-to-BIM Technology,“ [Online]. Available: https://

www.hitechdigital.com/blog/scan-to-bim-adoption-challenges. [Zugriff am

19 08 2025].

[9] Y. Sasaki, K. Torii und K. Kasako, „Development of BIM-based Engineering

System for Nuclear Decommissioning,“ 2024.

[10] A. H. Oti, P. Farrell, F. H. Abanda, P. McMahon, A.-M. Mahamadu, D. Mzyece,

A. A. Akintola und N. Prinja, „A BIM-driven framework for integrating rules

and regulations in the decommissioning of nuclear power plants,“

Construction Innovation, Bd. 22, Nr. 4, pp. 809-830, 2021.

[11] S. Kazemi und S. Gentes, „Development of a robotic system for the

automation of the decontamination process of nuclear power plants,“

Safety of Nuclear Waste Disposal, Bd. 2, pp. 13 - 14, 2023.

[12] W. Liang, J. Yang, X. Liu, J. Wei und D. Zhang, „Research and Development of

BIM Operation and Maintenance System in Nuclear Power Plant,“ IOP

Conference Series: Earth and Environmental Science, Bd. 310, Nr. 3, p.

032051, 2019.

[13] J. Shin und J. Song, „Dismantling Quantity Estimation for Nuclear Power

Plant: Scan-to-BIM versus Conventional Method,“ KSCE Journal of Civil

Engineering, Bd. 28, 2024.

[14] M. Karb, H.-P. Semmler und C. Bossart, „Drees & Sommer - Kernkraftwerke:

BIM unterstützt Rückbau,“ 13 10 2020. [Online]. Available: https://www.

dreso.com/de/aktuelles/details/kernkraftwerke-bim-unterstuetzt-rueckbau.

[Zugriff am 19 08 2025].

[15] „acerostudio - BIM applied to the nuclear energy industry,“ [Online]. Available:

https://aceroestudio.com/en/bim-applied-to-the-nuclear-energy-industry/.

[Zugriff am 19 08 2025].

[16] D. Mukherjee, „L&T EduTech - Implementation of BIM in a Nuclear Project,“

04 2025. [Online]. Available: https://lntedutech.com/blogs/implementationof-bim-in-nuclear-projects/.

[Zugriff am 19 08 2025].

[17] RWE Nuclear GmbH, „Dismantling nuclear power stations,“ RWE Nuclear

GmbH, 2025. [Online]. Available: https://www.rwe.com/en/the-group/rwenuclear/dismantling-nuclear-power-plants.

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[18] M. Scherwath und others, „The economic organization of decommissioning

nuclear power plants – an institutional economic analysis with case studies

in the US, UK, and Germany,“ SAND - Environmental Science and Nuclear

Engineering Reports, Bd. 1, p. 281, 2021.

[19] McKinsey & Company, Digital logistics: Technology race gathers

momentum, 2023.

[20] Nuclus Research, Business Analytics Returns $13.01 for Every Dollar Spent,

Up from $10.66 Three Years Ago, 2014.

[21] T. Das, „Productivity optimization techniques using industrial engineering

tools: A review,“ Bd. 12, pp. 375-385, 2024.

[22] „Bundesumweltministerium - Decommissioning strategies and

dismantling techniques,“ 2022. [Online]. Available: https://www.

bundesumweltministerium.de/en/topics/nuclear-safety/overview-nuclearsafety/decommissioning-of-nuclear-facilities/decommissioning-strategiesand-dismantling-techniques.

[Zugriff am 19 08 2025].

[23] [23] R. N. GmbH, „RWE - Decommissioning - Gundremmingen,“

2024. [Online]. Available: https://www.rwe.com/en/the-group/countries-andlocations/dismantling-plant-gundremmingen/decommissioning.

[Zugriff am

19 08 2025].

[24] P. GmbH, „World-nuclear-news - Final German nuclear power plant enters

dismantling phase,“ PreussenElektra GmbH, 2024. [Online]. Available:

https://world-nuclear-news.org/articles/Final-German-nuclear-power-plantenters-dismantling-phase.

[Zugriff am 19 08 2025].

[25] (BASE), Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, „Base.

Bund - Decommissioning of nuclear facilities,“ Bundesamt für die Sicherheit

der nuklearen Entsorgung, 2025. [Online]. Available: https://www.base.

bund.de/en/nuclear-safety/dismantling/decommissioning/decommissioning.

html. [Zugriff am 19 08 2025].

[26] R. Nieva, „forbes - You‘re Not Imagining It: AI Is Already Taking Tech Jobs,“

2025. [Online]. Available: https://www.forbes.com/sites/

richardnieva/2025/07/17/ai-tech-layoffs/. [Zugriff am 20 08 2025].

[27] S. Reynolds, „tech.co - Companies That Have Replaced Workers with AI in

2025,“ 2025. [Online]. Available: https://tech.co/news/companies-replaceworkers-with-ai.

[Zugriff am 20 08 2025].

Ausgabe 2 › März


Research and Innovation

Anzeige

63

[28] H. Zhao, J. Zhang, Z. Chen, S. Zhao und D. Tao, „UniMix: Towards Domain

Adaptive and Generalizable LiDAR Semantic Segmentation in Adverse

Weather,“ in 2024 IEEE/CVF Conference on Computer Vision and Pattern

Recognition (CVPR), Seattle, 2024.

Autoren

Dipl.-Ing. Carsten George

Head of Decommissioning and Dismantling, Site

Gundremmingen

RWE Nuclear GmbH, 89355 Gundremmingen,

Bayern, Deutschland

Dipl.-Phys. Christian Berthold

Deputy Head of Decommissioning and Dismantling,

Site Gundremmingen

RWE Nuclear GmbH, 89355 Gundremmingen,

Bayern, Deutschland

Martin Bach, M. Sc.

CTO & AI Engineer

aurivus GmbH, 89081 Ulm, Baden-Württemberg,

Deutschland

Dr. Stefan Hörmann

CEO & AI Engineer

aurivus GmbH, 89081 Ulm, Baden-Württemberg,

Deutschland

Vol. 71 (2026)


64

Education and Training

EnergyEncyclopedia.com –

Online, Interactive, 3D

and VR Platform

for Energy Education

The Energy Encyclopedia is a comprehensive educational platform designed to address

current challenges in energy education, including increasing system complexity, the

energy transition, the need for improved energy literacy, and the recruitment of young

talent into STEM fields among both students and professionals. It combines information-rich

explanatory chapters with interactive 3D models, e-learning modules, and immersive virtual

reality (VR) experiences to support the understanding of complex energy technologies in a

clear manner and is freely available to a broad audience.

Developed and continuously expanded by Simopt

(Czech Republic), the Energy Encyclopedia covers

nuclear fission, nuclear fusion, and renewable energy

sources within a single, integrated educational environment.

Rather than replacing standard teaching

methods, the platform is conceived as an advanced

educational extension that enriches existing curricula

and training formats through visualization, interaction,

and experiential learning. (see Figure 1)

The platform is intended for secondary and university

students, educators, industry professionals, and

Figure 1

Online interaction with visually rich 3D models of energy facilities brings energy education on the platform to a new, attractive level.

Ausgabe 2 › März


Education and Training

65

communication specialists, and is designed for use in

education, professional training, and public outreach.

This article presents the motivation and objectives of

the Energy Encyclopedia, its didactic concept based on

learning through interaction, the scope of covered

energy domains, the current status of the platform –

including recent updates informed by user feedback

at the World Nuclear Exhibition 2025 – and future

development priorities, with particular emphasis on

localization, language adaptation, and applications

relevant to the European energy context.

Motivation and Objectives

Modern electricity generation technologies – from

nuclear reactors to renewable energy sources – are

increasingly complex and, in the context of the

European energy transition, often difficult to visualize

and explain using traditional teaching methods alone.

The Energy Encyclopedia project was conceived as a

timely response to these challenges by providing interactive

and visual learning tools for energy education.

The core motivation is to popularize energetics in an

attractive and engaging way, con tinuing a mission

Simopt has followed since 1991. By leveraging advanced

3D graphics and VR, the platform aims to demystify

how electricity is generated and to foster a deeper

public understanding of energy technologies. (see

Figure 2)

Key objectives include:

⁃ Comprehensiveness: covering a broad spectrum

of energy domains (nuclear, fusion, and various

renewables) within one platform.

⁃ Accessibility: making high-quality educational

content freely available online for schools, universities,

and self-learners.

⁃ Engagement: increasing learner engagement in

understanding energy technologies through interactive

exploration of electricity generation models

and virtual hands-on activities.

⁃ Inspiration: sparking interest in STEM and energy

research careers among students by showcasing

real-world applications of science and engineering

in an immersive format.

Educational and Didactic Concept

At the heart of the Energy Encyclopedia’s approach

is learning through interaction. Instead of passive

knowledge transfer, users actively engage with

energy-related content through several complementary

formats designed to support different learning

styles.

Figure 2

Virtual reality in the Energy Encyclopedia

makes complex nuclear energy concepts accessible

through immersive exploration.

⁃ Interactive 3D Models: The platform offers a wide

range of interactive 3D models of real-world energy

facilities, deliberately simplified to highlight core

structures and primary functionality. Models

enriched with annotated details can be explored in

cross-section, allowing learners to visually understand

how complex energy systems are structured

and operated. (see Figure 3)

⁃ Virtual Reality Experiences: The Energy Encyclopedia

VR application functions as a representative

exhibition of energy technologies. Users can explore

spatial, scaled-down animated models in a modern

gallery-like environment, and can subsequently

move around selected life-size power plant scenes,

supported by narrated explanations delivered

by a virtual guide. This format enables intuitive

exploration of complex technologies in a spatial

context. (see Figure 4)

⁃ VR-Based Assembly: Another key didactic element

of the VR application is an interactive assembly

feature. Users assemble complex energy technologies

step by step in a virtual workshop and

subsequently observe their operation through

animation. Once assembled, the 3D model can also

Vol. 71 (2026)


66

Education and Training

be explored in real-world scale, allowing users to

better grasp spatial relationships and overall system

proportions. (see Figure 5)

⁃ E-Learning Courses: EnergyEncyclopedia.com

complements immersive content with online

courses consisting of short educational films,

interactive lessons, and quizzes covering the full

spectrum of energy technologies. These modules

support self-paced learning and can be integrated

into formal education, with progress and results

accessible to both learners and educators.

(see Figure 6)

⁃ 3D Printable Models: To extend learning beyond

the digital environment, the project provides

Figure 5

Interactive VR assembly helps users understand how complex

energy systems are built and operate.

Figure 3

Simplified interactive 3D models help learners visually understand

the structure and operation of complex energy systems.

Figure 4

Virtual reality allows users to step into life-size power plant scenes

and explore energy technologies firsthand.

Figure 6

Learning modules provide structured online education

through videos, interactive lessons, and quizzes across

energy technologies.

Ausgabe 2 › März


Education and Training

67

free 3D printable models of selected energy technologies,

accompanied by assembly guides. These

physical models introduce a tangible dimension

that complements visual and virtual learning

formats. (see Figure 7)

⁃ Physics Mysteries: An open question-and-answer

format in which students and members of the

general public can submit virtually any question

related to energy and physics. The questions are

addressed by the Energy Encyclopedia team, and

the explanations are subsequently published on the

platform. By openly responding to curiosity-driven

questions, this approach stimulates interest in energy

topics, strengthens energy literacy, and encourages

engagement with science and technical education.

(see Figure 8)

By combining visual, auditory, and hands-on elements,

this didactic concept supports active learning and

improves comprehension and retention of technically

demanding topics, while allowing educators and

learners to flexibly integrate individual components

into existing teaching and training formats.

Covered Energy Domains

A distinguishing strength of the Energy Encyclopedia

is the breadth of energy domains presented within a

single, interactive educational platform. By combining

nuclear fission, nuclear fusion, and renewable energy

technologies, it enables a holistic understanding of

modern low-carbon energy systems and the roles of

individual technologies within them.

⁃ Nuclear Fission: The platform explains the operation

of nuclear power plants using representative

reactor types and advanced concepts, including

SMRs. In addition to plant layouts and major components,

it introduces basic principles of nuclear

physics, the nuclear fuel cycle, radioactive waste

management, and nuclear safety. Interactive

3D models and VR scenes illustrate key components

of nuclear power plants, such as the reactor, fuel

assemblies, steam generators, containment, and

turbines. (see Figure 9)

Figure 7

Free 3D-printable models extend learning beyond the screen,

adding a hands-on dimension to digital and virtual experiences

Figure 8

Physics Mysteries turns curiosity into learning by answering

real user questions about energy and physics.

Vol. 71 (2026)


68

Education and Training

⁃ Nuclear Fusion: Interactive models of fusion

facilities, including ITER and a stellarator concept,

demonstrate the fundamentals of fusion energy

as a potential future low-carbon energy source.

Detailed explanations of the conditions and

principles required to achieve nuclear fusion,

combined with interactive models and VR environments

– such as a life-sized tokamak hall – help

convey the scale and complexity of fusion reactors

and their key components. (see Figure 10)

⁃ Renewable Energy: The Encyclopedia covers

major renewable technologies, including wind,

solar, hydropower, geothermal, and biomass.

Interactive 3D models and VR visualizations

focus on the structure and operation of widely

deployed wind, solar, and hydropower systems.

(see Figure 11)

By presenting these energy domains side by side,

the Energy Encyclopedia supports a systems-oriented

perspective on energy education and energy transition.

Target Audiences

EnergyEncyclopedia.com is designed as a versatile

educational platform addressing the needs of several

distinct target groups across education, professional

practice, and public outreach.

⁃ Students and Educators: The platform supports

teaching at lower and upper secondary level as well

as at universities, where interactive 3D models, VR

environments, and accompanying quizzes can be

integrated into lessons in physics, engineering, and

energy-related subjects. Educational institutions

can use the platform as a complement to standard

curricula, helping students better visualize complex

systems and strengthening interest in STEM

Figure 9

The Nuclear Fission section combines multiple learning

formats to explain reactor technologies, nuclear physics basics,

and power plant operation.

Figure 10

The Nuclear Fusion section introduces fusion reactor

concepts and explains the fundamental principles of fusion

energy as a future low-carbon source.

Ausgabe 2 › März


Education and Training

69

disciplines. Within the Learning section, users can

register to track their individual learning progress,

while educators can monitor students’ progress in

completing lessons and thematic modules. Students

and teachers also have access to a dedicated Free

downloads section providing educational materials

such as 3D models, videos, images and explanatory

diagrams, and selected 3D printable models for

teaching and self-study. (see Figure 12)

⁃ General Public: The Energy Encyclopedia is openly

accessible to anyone interested in understanding

energy technologies and improving their energy

literacy. Members of the general public can explore

complex topics at their own pace and in a way that

suits them, through clear explanations, visualizations,

and immersive VR experiences. As part of its

public outreach role, the platform offers access to

selected educational resources through the Free

downloads section.

⁃ Industry Professionals and Institutions: Companies,

utilities, regulators, and professional

associations can use the Energy Encyclopedia as a

reference and training support tool for introductory

education, onboarding, internal communication,

and cross-disciplinary knowledge building. The

platform’s visual and interactive approach

supports professional training and stakeholder

communication, particularly in areas where an

overview of multiple energy technologies is

required. (see Figure 13)

Figure 11

The Renewable Energy section provides an overview of major

renewable technologies and their real-world operation.

Accessibility and User Experience

Access and Availability:

The Energy Encyclopedia provides broad and open

access to its educational content. Students, educators,

and members of the general public can use the

platform free of charge, including the VR application

available via the Meta Quest Store and the webbased

content on EnergyEncyclopedia.com, such as

inter active 3D models, courses, videos, and selected

downloadable materials. This approach supports

the project’s educational mission by enabling

wide participation without technical or financial

obstacles.

Figure 12

Students use interactive visualizations to better understand complex

energy systems and support their learning in STEM subjects.

Figure 13

EnergyEncyclopedia.com supports professional training and

cross-disciplinary learning across energy technologies.

Vol. 71 (2026)


70

Education and Training

use in classrooms, presentations, and informal learning

settings, reinforcing the platform’s role as a flexible

educational tool.

Figure 14

Users can access the Energy Encyclopedia anytime, on any

device — via web browsers or immersive VR.

Cross-Platform Use:

The platform is accessible both through immersive

virtual reality and standard web browsers. Users

equipped with Meta Quest 2 or 3 headsets can explore

the full VR experience, while those without VR hardware

can engage with interactive 3D models and

multimedia content on computers or tablets without

requiring additional software or plugins. This dual

approach ensures usability across different technical

environments, from classrooms and homes to training

and outreach settings. (see Figure 14)

User-Centered Design:

Ease of use is a central design principle. In the VR

application, energy technologies are presented within

a single, clearly structured exhibition space organized

by energy domain. Users can navigate freely and scale

models up to real-world size. In this mode, they can

focus on key components through guided highlights.

On the website, content is organized into thematic

sections and courses with straightforward navigation,

allowing first-time users to quickly orient themselves

and engage with complex topics without prior technical

expertise.

Project Background: Organization, Funding,

and Partnerships

The Energy Encyclopedia is developed by Simopt, a

Czech company with long-standing experience in

educational software and simulation tools in the

fields of energetics and engineering. Building on this

expertise, a multidisciplinary team of engineers,

educators, programmers, and designers ensures

technical accuracy while presenting complex topics in

a clear and engaging form. Simopt actively seeks

partnerships, particularly for localization and adaptation

of the platform to national and institutional

contexts. The presentation of the platform at the

World Nuclear Exhibition 2025 provided valuable

feedback and initiated discussions on potential future

European collaborations. (see Figure 15)

Potential Applications in Education, Training,

and Public Outreach

Thanks to its rich and diverse content formats, the

Energy Encyclopedia can be applied across education,

professional training, and public outreach.

⁃ Classroom Education: Schools and universities can

use the platform as a complement to traditional

teaching to visualize complex energy technologies.

Interactive 3D models and VR environments

support subjects such as physics, engineering, and

energy systems, helping users to understand technologies

that would otherwise be difficult to grasp.

Localized language versions enable effective use

within national curricula, including in Germany,

and support modern digital learning approaches in

STEM education.

Localization and Language Adaptation:

While English is the primary language, the platform is

conceived as adaptable to multilingual contexts.

Localization into additional languages – such as

German – is envisaged in cooperation with partners

and includes the translation of texts, adaptation of

visual elements, and professional voice-over narration.

This focus on localization reflects the platform’s relevance

for education, training, and public outreach

across Europe.

Supplementary Educational Resources:

To extend learning beyond the digital environment,

the Energy Encyclopedia provides supplementary

materials, including diagrams, visual assets, and

selected 3D printable models. These resources support

Figure 15

A hands-on VR station invites visitors to explore virtual power

plants and discover energy technologies at WNE 2025.

Ausgabe 2 › März


Education and Training

71

Figure 16

By combining accurate content with immersive visuals, the Energy Encyclopedia supports energy literacy and

informed dialogue about the energy transition.

⁃ Professional Training: Companies and technical

training centers can employ the Energy Encyclopedia

for introductory training, onboarding, and

cross-disciplinary education. The platform allows

employees to gain structured overviews of energy

technologies beyond their immediate specialization,

supporting broader system understanding across

nuclear and renewable domains.

⁃ Public Outreach: Science centers, visitor centers,

and public events can leverage the platform to

engage non-expert audiences through interactive

and VR-based experiences. Virtual exploration

of power plants and assembly-based activities

help demystify complex technologies and support

informed public discourse. Localization into

national languages further enhances the effectiveness

of public communication and outreach.

Conclusion

The Energy Encyclopedia demonstrates how interactive

technologies can transform learning in the

energy sector. By combining accurate content with

engaging 3D models and immersive VR experiences, it

enables users to intuitively explore how electricity is

generated from a wide range of sources. At a time when

Europe and the wider world face complex challenges

related to the energy transition and climate change,

strengthening energy literacy is more important

than ever.

By fostering understanding among students, educators,

professionals, and the general public, the Energy

Encyclopedia supports informed dialogue and helps

prepare the next generation of energy experts. Readers

are encouraged to visit EnergyEncyclopedia.com to

explore the platform’s interactive content or to view

the VR Energy Encyclopedia application using a Meta

Quest headset, for use in education, professional

training, or public outreach. (see Figure 16)

Author

Michael Sovadina

Director of Simopt

michael.sovadina@simopt.cz

MSc. Michael Sovadina, MBA is the director of

Simopt, a Czech company specializing in interactive

educational software, and the project manager

of EnergyEncyclopedia.com. For more than three

decades, he has been involved in the development of

e-learning platforms and simulation-based training

tools aimed at making complex technical and

scientific topics accessible to broad audiences. As part

of a multidisciplinary development team, he contributes

to innovative educational projects combining

digital technologies and virtual reality, with a strong

focus on the energy sector, which he studied at

university.

Vol. 71 (2026)


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atw – Ihr Fachmagazin für die Kerntechnik seit 1956!

nucmag.com

International Journal for Nuclear Power

ISSN · 1431-5254 www.nucmag.com Euro 15,-

8/9 August/September

2021

5

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International Journal

for Nuclear Power

507

ISSN · 1431-5254

32.50 €

nucmag.com

2015

8/9

ISSN · 1431-5254

16.– €

ISSN: 1431-5254 (Print) | eISSN: 2940-6668 (Online)

Is Wind

the Next Nuclear?

International Journal for Nuclear Power

Operating Experience from

Ageing Events Occurred

at Nuclear Power Plants

Kazatomprom and

the Nuclear Fuel Cycle

2024 5

| 2013

Perspectives of a Fusion Power Plant

Research and Education for

Nuclear Communications

Beyond Energy

Decommissioning

Repository Project

47

2016

512 ı Operation and New Build

Passive Autocatalytic Recombiner System

as a Hydrogen Mitigation System

520 ı Research and Innovation

Numerical Investigation

for the Upper Plenum of PWR

558 ı Nuclear Today

Africa’s Developing Nuclear Landscape

Call for Papers

inside

Special

Report

Technical Sessions

nucmag.com

Paper

Best Presentation Awards

Young Scientist's Workshop Gewinner


Vor 66 Jahren

73

Vol. 71 (2026)


74

Vor 66 Jahren

Ausgabe 2 › März


Vor 66 Jahren

75

Vol. 71 (2026)


76

Vor 66 Jahren

Ausgabe 2 › März


Vor 66 Jahren

77

Vol. 71 (2026)


78

Vor 66 Jahren

Ausgabe 2 › März


Vor 66 Jahren

79

Vol. 71 (2026)


80

KTG Inside

Online-Vorträge 2025

Online-Vorträge

Online-Vortrag zum Thema

Fukushima Daiichi – Was ist 15 Jahre später

wirklich der Stand der Dinge?

am 9. März 2026 | 11:00 - 12:30 Uhr

Die Ereignisse vom März 2011 haben die weltweite Energiedebatte

nachhaltig geprägt. Doch wie sieht die Situation heute vor Ort

tatsächlich aus? Welche Fortschritte wurden beim Rückbau erzielt?

Wie stellt sich die Strahlenschutzsituation dar – und welche

gesundheitlichen Erkenntnisse liegen inzwischen vor?

In unserem kommenden Online-Vortrag beleuchten wir fundiert

und faktenbasiert:

› Die Ereignisse von 2011 und ihre Einordnung

› Die aktuelle Lage am Standort Fukushima Daiichi

› Strahlenschutz und gesundheitliche Auswirkungen

› Umgang mit kontaminiertem Wasser und dessen Ableitung

› Die Rolle der Kernenergie im heutigen Japan

Der Vortrag bietet wissenschaftlich fundierte Informationen und

ordnet häufige Narrative ein.

Wir freuen uns auf viele Fragen und eine lebhafte Diskussion!

Jetzt registrieren unter: Microsoft Virtual Events Powered by Teams

Ausgabe 2 › März


www.ktg.org

Jetzt Mitglied werden

Wenn Ihnen die sachliche Auseinandersetzung mit der Kernenergie ebenso

wie uns am Herzen liegt, wenn Sie Teil des kerntechnischen Netzwerkes

in Deutschland werden möchten oder wenn Ihnen einfach Ihr persönliches

Engagement für Ihre Überzeugungen wichtig ist, sollten Sie nicht länger zögern!

Werden Sie Mitglied der KTG und steigen Sie aktiv in unser Netzwerk ein!

Wofür wir stehen

Wir engagieren uns dafür, Wissen zu vermitteln und weiterzugeben,

um die sachliche Auseinandersetzung mit der Kerntechnik zu fördern.

Dabei liegen die Schwerpunkte auf:

! Erörterung wissenschaftlicher und technischer Fragestellungen

! Förderung der Diskussion unter verschiedenen Disziplinen und Einrichtungen

! Erfahrungsaustausch mit Organisationen im In- und Ausland

! Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Institutionen

! Wissenschaftliche, gesellschaftliche und berufliche Weiterbildung

unserer Mitglieder

! Nachwuchsförderung

Unser ganz persönliches Willkommensgeschenk an Bord der KTG:

3 Ein Abonnement der beliebten Fachzeitschrift

atw – International Journal for Nuclear Power.

https://ktg.org/ktg-aufnahmeantrag-2


82

KTG Inside

Die KTG gratuliert an dieser Stelle unseren besonderen Jubilaren ab und

in ihren „ Neunzigern“. Wir danken für die lange und treue Mitgliedschaft

in der KTG und wünschen noch viele glückliche Lebensjahre.

Inside

April 2026

90 Jahre | 1936

6. Dipl.-Ing. Hans Pirk

Rottach-Egern

95 Jahre | 1931

9. Dr. Klaus Penndorf

Geesthacht

Mai 2026

91 Jahre | 1935

8. Dipl.-Ing. Klaus Wegner

Hanau

29. Dipl.-Ing. Karlheinz Orth

Marloffstein

92 Jahre | 1934

11. Dr. Eckhart Leischner

Rodenbach

Herzlichen Glückwunsch!

Die KTG gratuliert ihren Mitgliedern sehr herzlich zum Geburtstag

und wünscht ihnen weiterhin alles Gute!

April 2026

55 | 1971

16. Dr.-Ing. Martin Pache, Mannheim

65 | 1961

25. Dr. Patrick Weidenauer, Karlstein

71 | 1955

2. Helmut Gradic, Stadland

24. Klaus-Dieter Brandt, Nuthetal

73 | 1953

10. Dipl.-Phys. Harold Rebohm, Berlin

76 | 1950

6. Dr. Bernhard Kienzler, Stutensee

28. Dr. Wolfgang Wiesenack, Halden

78 | 1948

6. Dr. Wolfgang Tietsch, Mannheim

22. Dr. Heinz-Dietmar Maertens, Arnum

26. Dr. Rainer Heibel, Neston

83 | 1943

15. Dr. Werner Dander, Heppenheim

84 | 1942

9. Prof. Dr. Hans-Christoph Mehner,

Dresden

27. Dr. Dieter Sommer, Mosbach

86 | 1940

18. Dipl.-Ing. Norbert Granner,

Bergisch Gladbach

88 | 1938

4. Prof. Dr.-Ing. Klaus Kühn,

Clausthal-Zellerfeld

5. Dr. Hans Fuchs, Gelterkinden

9. Dr. Carl Alexander Duckwitz,

Alzenau-Kälberau

89 | 1937

13. Dr. Martin Peehs, Bubenreuth

Mai 2026

30 | 1996

27. Paul-Martin Knauth, Rostock

65 | 1961

9. Dr. Matthias Lüdeke, Essen

20. Dipl.-Ing. Uwe Stoll, Heroldsbach

21. Torsten Samuel, Bad Berka

70 | 1956

5. Dr. Rolf-Jörg Kwasny,

Alzenau-Michelbach

27. Dipl.-Ing. Michael Trobitz, Dillingen

71 | 1955

20. Dipl. Stefan Bünder, Lüdinghausen

75 | 1951

15. Dr. Wolf Timm, Hausen

80 | 1946

23. Dr.-Ing. Heinz Geiser,

Titz-Rödingen

81 | 1945

11. Dipl.-Ing. Dieter Kreckel, Mainz

30. Dr. Klaus Kasper, Essen

82 | 1944

12. Peter Faber, Rödermark

83 | 1943

3. Dipl.-Ing. Hans Lettau, Effeltrich

22. Dr. Wolfgang Schütz, Bruchsal

24. Dipl.-Ing. Rudolf Weh, Stephanskirchen

84 | 1942

5. Hans-Bernd Maier, Aschaffenburg

11. Dr. Erwin Lindauer, Köln

17. Dr. Heinz-Peter Holley, Forchheim

28. Dr. Wolf-Dieter Krebs, Erlangen

86 | 1940

15. Dipl.-Phys. Ludwig Aumüller, Freigericht

88 | 1938

13. Dipl.-Ing. Otto A. Besch, Geesthacht

13. Dr. Heinrich Werle, Karlsdorf-Neuthard

21. Dr. Hans Spenke, Bergisch Gladbach

89 | 1937

6. Dr. Peter Strohbach, Mainaschaff

26. Dipl.-Ing. Rüdiger Müller, Heidelberg

27. Dr. Johannes Wolters, Düren

Wenn Sie künftig eine Erwähnung Ihres

Geburtstages in der atw wünschen, teilen Sie

dies bitte der KTG- Geschäftsstelle mit.

KTG Inside

Lektorat: Kerntechnische Gesellschaft e. V. (KTG), Berliner Straße 88A, 13467 Berlin | E-Mail: info@ktg.org | www.ktg.org

Ausgabe 2 › März


KTG Inside

83

YOUNG SCIENTISTS’ WORKSHOP (YSW)

Submit your “ABSTRACT” now!

At the heart of this event is the Young Scientists Workshop, a focused forum where early-career researchers present

innovative work on fission and fusion, fuel cycle technologies, reactor safety, decommissioning and waste

management while building valuable connections across academia, industry and authorities.

KERNTEC 2026 will take place

from 29-30 September 2026

at KIT North Campus,

Fortbildungs- und Tagungsstätte FTU, Karlsruhe, Germany.

Showcase your knowledge and be part of KERNTEC 2026!

You are warmly invited to submit a technical or scientific paper to the Young Scientists’ Workshop. Subsequently

our jury will decide whether to invite you as a speaker.

In brief:

› Language: English only

› Deadline: Abstract submission deadline: 1st of April 2026

› Submission to KTG-YSW2026@ike.uni-stuttgart.de

› Abstract: The template to be used can be downloaded here: www.ktg.org

› Presentation of your work in the context of the Young Scientists’ Workshop

› Publication: The 3. best paper will be published in atw – International Journal for Nuclear Power

› Free admission for YSW speakers (does not include travel cost and hotel accommodation)

› Award: The three best papers will be chosen by a jury to receive a competence award

› Jury: Dr. Helena Möller, Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH,

Prof. Dr. Jörg Starflinger, University of Stuttgart, Prof. Dr. Marco K. Koch, Ruhr-University Bochum,

Matthias Daichendt, Kraftanlagen Heidelberg GmbH

› Networking through integrated meetings with managers and HR officers

We are looking forward to your contribution and to welcome you in Karlsruhe!

Hosts

Berliner Straße 88A

13467 Berlin, Germany

(Organizer)

Vol. 71 (2026)


84

Report

binding.energy 2026:

Internationale Fachkonferenz zu

Synergien zwischen Fusion, Fission

und neuen Reaktorkonzepten

Vom 2. bis 5. Februar 2026 fand im Eurogress Aachen die zweite Ausgabe der

internationalen Fachkonferenz binding.energy statt. Ziel der Veranstaltung war es

erneut, den fachlichen Austausch zwischen den Communities der Kernfusion,

Kernspaltung und neuen Reaktortechnologien zu fördern und Synergien zwischen Forschung,

Industrie, Politik und Regulierung sichtbar zu machen.

Mit rund 140 Teilnehmenden aus dem In- und Ausland

verzeichnete die Konferenz eine nochmals gesteigerte

internationale Resonanz. Vertreten waren Fachleute

aus zahlreichen europäischen Ländern sowie aus

Japan, Südkorea, den USA, Kanada und dem Vereinigten

Königreich. Das Programm war entsprechend

international ausgerichtet und deckte ein breites

Spektrum aktueller technologischer, regulatorischer

und strategischer Fragestellungen ab.

geopolitischer Veränderungen, energiepolitischer

Zielkonflikte und der öffentlichen Wahrnehmung

ein. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit

einer international abgestimmten Strategie, die

technologische Realitäten, Versorgungssicherheit und

gesellschaftliche Akzeptanz gleicher maßen berücksichtigt.

Seine Ausführungen boten eine globale

Perspektive und bildeten einen wichtigen Referenzpunkt

für viele der nachfolgenden Diskussionen.

Politische und gesellschaftliche Einordnung

Einen wichtigen Rahmen setzte der Beitrag von

Dr. Friedbert Pflüger, ehemaliger Parlamentarischer

Staatssekretär und langjähriger energiepolitischer

Akteur. In seinem Vortrag ordnete er die aktuellen

Entwicklungen der Kerntechnik vor dem Hintergrund

Transmutation und neue Entwicklungen

im Brennstoffkreislauf

Ein Thema war der Einsatz von beschleunigergetriebenen

Systemen und deren Potenzial zur

Reduktion langlebiger radioaktiver Abfälle. Franklin

Servan-Schreiber, Gründer und Geschäftsführer von

Ausgabe 2 › März


Report

85

Nuclear) berichtete über den Aufbau des Fusion

Innovation Hub am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks

Biblis. Darüber hinaus stellte er Überlegungen

für den Standort Gundremmingen vor,

an dem mehrere Unternehmen Interesse an der Entwicklung

eines Innovationscampus für Demonstratoranlagen

signalisiert haben. Die Beiträge zeigten, dass

stillgelegte Kernkraftwerksstandorte als Test- und Entwicklungsumgebungen

für neue nukleare Technologien

zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Trans mutex, stellte aktuelle Fortschritte in der Entwicklung

von beschleunigergetriebenen Anlagen zur

Trans mutation hochradioaktiver Abfälle vor.

Ergänzend dazu stellte Dr. Johannes Fachinger (ALD

Vacuum Technologies) Entwicklungen im Bereich

moderner Brennstoffkreisläufe vor. Im Fokus stand

die geplante industrielle Umsetzung von MOX-Brennstoffen

für fortgeschrittene Reaktorsysteme sowie der

Aufbau entsprechender Produktionskapazitäten in den

kommenden Jahren.

Infrastruktur und Innovationsstandorte

Ein weiterer zentraler Themenblock war die Nutzung

bestehender nuklearer Infrastruktur für neue

Technologien. Dr. Cord-Henrich Lefhalm (RWE

Internationale Programme und regulatorische

Perspektiven

Dr. Vladimir Artisiuk (IAEO) stellte die Aktivitäten der

Internationalen Atomenergiebehörde im Bereich Small

Modular Reactors (SMR) und Fusionstechnologien vor.

Er erläuterte die Unterstützungsprogramme und

sicherheitsbezogene Leitlinien sowie den aktuellen

Stand internationaler Kooperationsprojekte.

Aus Südkorea berichtete Dr. Han-Gon Kim, Präsident

der Innovative Small Modular Reactor Development

Agency, über den Stand des koreanischen iSMR­

Programms. Im Mittelpunkt standen die laufenden

Lizenzierungsprozesse, die technologische Auslegung

sowie die parallele Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle

für den Markteintritt.

Vol. 71 (2026)


86

Report

Künstliche Intelligenz als Enabler nuklearer

Technologien

Mehrere Beiträge widmeten sich dem Einsatz von

Künstlicher Intelligenz in der Kerntechnik. Prof. Dr.

Thomas Kopinski (GAIA Lab) sowie Giovanni Landi

(Instituto EuropIA) zeigten auf, wie datengetriebene

Methoden und KI-gestützte Modelle insbesondere

bei der Komplexitätsbeherrschung in der Fusions forschung,

bei Simulationen, Designoptimierung und

Betriebsführung eingesetzt werden können. Die

Diskussionen machten deutlich, dass KI nicht als

isoliertes Werkzeug, sondern als integraler Bestandteil

zukünftiger nuklearer Entwicklungsprozesse betrachtet

wird.

Einhellig wurde betont, dass angesichts technologischer,

regulatorischer und wirtschaftlicher Komplexität

gemeinsame Lernprozesse und vernetzte

Entwicklungsansätze notwendig sind.

Aufgrund der positiven Resonanz ist eine weitere

Konferenz für Februar 2027 geplant. Ziel bleibt es, die

internationale Fachcommunity weiter zu stärken und

einen kontinuierlichen Dialog zwischen Wissenschaft,

Industrie, Politik und Regulierung zu ermöglichen.

Autor

Dr. John Kettler

Internationale Fusionsstrategien und

technologische Fortschritte

Die internationale Fusionsforschung war unter

anderem durch Herrn Prof. Dr. Satoshi Konishi (Kyoto

Fusioneering) vertreten, der die japanische Strategie

zur Industrialisierung der Fusion vorstellte. Er

gab Einblicke in technologische Schwerpunkte, industriegetriebene

Entwicklungsansätze und die Rolle

staat licher Förderung.

Aus Deutschland berichtete Prof. Dr. Markus Roth, CSO

von Focused Energy, über den aktuellen Stand

der Laserfusion. Er erläuterte die technologischen

Fortschritte des Unternehmens und stellte den geplanten

Innovationscampus in Biblis vor. Der Beitrag

unterstrich die wachsende Rolle Deutschlands im internationalen

Umfeld der trägheitsgetriebenen Fusion.

https://binding.energy

Fazit und Ausblick

Die binding.energy 2026 zeigte erneut, dass der

strukturierte Austausch zwischen Fusion und Fission

nicht nur möglich, sondern für die Weiterentwicklung

der Kerntechnik essentiell ist. Über drei Tage hinweg

entstanden intensive fachliche Diskussionen, neue

Kooperationen und konkrete Projektanbahnungen.

Ausgabe 2 › März


Kommunikation und

Training für Kerntechnik

SEMINARPROGRAMM 2026

Atomrecht – Das Recht der radioaktiven Reststoffe und Abfälle

TERMIN 20. Mai 2026 PREIS 1.049,— €

Referent Dr. Christian Raetzke Rechtsanwalt, Leipzig

LIVE

WEBINAR

Grundzüge des Strahlenschutzrechts

TERMIN 11. Juni 2026 PREIS 1.049,— €

Referent Dr. Christian Raetzke Rechtsanwalt, Leipzig

LIVE

WEBINAR

Exportkontrolle kerntechnischer Produkte und Dienstleistungen – Was ist zu beachten?

TERMIN 16. Juni 2026 PREIS 548,— €

Referent Kay Höft Rechtsanwalt, M. A. (BWL), Rechtsanwalt der Kanzlei für Außenwirtschaftsrecht, Hamburg

LIVE

WEBINAR

Öffentliche Anhörungen erfolgreich meistern

TERMIN nach Vereinbarung PREIS auf Anfrage ORT Inhouse-Seminar

Referent Dr. Nikolai A. Behr DIKT Deutsches Institut für Kommunikations- und MedienTraining, München

„Stilllegung und Rückbau in Recht und Praxis“

TERMIN nach Vereinbarung PREIS auf Anfrage ORT Inhouse-Seminar

Referenten Dr. Matthias Bauerfeind TÜV SÜD Energietechnik, Filderstadt

Dr. Christian Raetzke Rechtsanwalt, Leipzig

Das Strahlenschutzrecht und seine praktische Umsetzung

TERMIN nach Vereinbarung PREIS auf Anfrage ORT Inhouse-Seminar

Referenten Dr. Maria Poetsch TÜV SÜD Energietechnik, Filderstadt

Dr. Christian Raetzke Rechtsanwalt, Leipzig

Alle Preise zzgl. gesetzl. USt.

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Website

https://kernd.de/seminarprogramm/

Anfragen und Anmeldungen: seminare@kernd.de

Unsere Fortbildungen sind zum

größten Teil auch als Inhouse-

Online-Workshop und In-House-

Präsenz-Seminar buchbar.

Preise und Termine auf Anfrage.

Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Stand: Februar 2026


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