LiM_08_Gesamt_Einzelseiten

mress

die großen Bühnen dieser Welt gebracht

hat und eine Lehrzeit, um mit diesem

Erfolg dann auch umgehen zu können.

LiM: Ihr neues Album „So ist das Leben“

läßt ahnen, dass auch ein Semino Rossi

nichts geschenkt bekommen hat. Wieviel

Demut, Glaube und „Wieder-Aufsteh-Bereitschaft“

steckt in Ihnen?

S. Rossi: Ganz wichtig ist die Bereitschaft

zu Kämpfen, wenn man einen Traum

hat. Man muss was tun, besonders dann

wenn man etwas verändern will. Das ist

der Weg. Dazu gehören auch Höhen und

Tiefen. Ich habe auf der Straße gesungen.

Sehr viele Jahre. Es gab schwierige

Situationen. Mein Glaube hat mir

geholfen. Ich weiß, dass es jemanden

gibt, der lenkt. Ich möchte meine Zeit als

Straßenmusiker nicht missen. Es war ein

Arbeits- und Lernprozess zugleich.

LiM: Sie sind (wir hören es überall) ein

Familienmensch. Ist das Ihre Kraftquelle?

S. Rossi: Meine Familie zum Beispiel

hat in allen Lebenssituationen zu mir

gehalten. Auch – und im Besonderen

in der Zeit wo ich auf der Straße sang.

Das werde ich meinen Eltern, meiner

Frau und unseren beiden wunderbaren

Töchtern nie vergessen. Und da ist Leonhard

– für mich Leonardo, mein Enkel.

Er ist dieses Jahr geboren worden. Bald

werde ich mit ihm singen und hoffe, dass

er auch Freude daran haben wird, ein

Instrument zu lernen. Das ist Seele, so

ist das Leben.

LiM: Was steht Großes an im Jahr 2020?

S. Rossi: Man kennt mich vor allem alles

Schlagersänger mit deutschen Texten.

Mein Herz hat mir aber schon seit vielen

Jahren gesagt, dass ich auch einmal

auf eine Latino-Tour gehen muss und

das habe ich im Frühjahr 2019 durchgesetzt.

Denn in mir steckt auch noch

immer der Latino und den wollte ich

auch vorstellen. Denn das alles bin ich.

Ich hatte fantastische Musiker dabei,

aus Kuba, Spanien, Italien, Österreich.

Alle hatten so eine Lust, lateinamerikanische

Musik zu machen. Wir haben

Hits gesungen, die das Publikum schon

kennt, wie „Besame Mucho“, „Guantanamera“

oder „Bamboleo“. Aber auch schon

neue Lieder und meine eigenen Hits wie

„Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ in

einer Salsa-Version. Die ersten Konzerte

der großen Jubiläumstournee werden im

Oktober 2020 stattfinden, weitere dann

im Frühjahr 2021. Die Leute sollen diese

Lebensfreude spüren, singen und tanzen.

LiM: Darf ich Sie das fragen – welcher

Ihrer Songs berührt Sie immer noch am

meisten?

S. Rossi: Der persönlichste Text ist das

Lied für meine Mutter, „80 Primaveras“

- auf Deutsch heißt es “Mütter sind die

wahren Engel“. Ich habe das große Glück,

dass meine Mutter mit 84 Jahren noch

lebt und gesund ist. Im September hat

sie mich auf einer Schiffsreise begleitet

und wir haben unter anderem Palermo,

Palma de Mallorca, Valencia und Marseille

besucht. Während der Kreuzfahrt

Crucero del Amor habe ich ein Konzert

für die 600 Gäste an Bord gegeben.

Und sie hat das erste Mal ihren Urenkel

in den Armen gehalten! Es gibt nichts

Schöneres ...

seminorossi.com

doesn’t always go the way that we imagined.

What’s really important are the goals we set

ourselves. You have to be at one with yourself

and not change who you are. Just consistently

follow these paths and goals. That’s the only

way to be strengthened against external influences.

Yes, I was discovered late. Perhaps it was

also my patience that finally allowed me to reach

the big stages of this world and a period of

learning that also enabled me to cope with this

level of success.

LiM: Your new album, “So ist das Leben”, suggests

that Semino Rossi didn’t get anything

handed to him on a plate either. How much

humility, faith and “ability to get back up” is

there in you?

S. Rossi: It’s really important to be prepared

to fight when you have a dream. You have

to do something, particularly if you want to

really change something. That’s the way. It

also involves highs and lows. I sang on the

streets. For many years. There were difficult

situations. My faith helped me. I know that

there’s someone in control. I wouldn’t have

wanted to miss out on my time as a street

musician. It was a work and learning process

at the same time.

LiM: You’re a family person (we hear from everyone).

Is that your source of strength?

S. Rossi: My family, for example, has stuck

by me at every stage of my life. Including,

and in particular, when I used to sing on the

street. I’ll never forget that of my parents, my

wife and our two wonderful daughters. And

then there’s Leonhard, I call him Leonardo,

my grandson. He was born this year. Soon,

I’ll sing with him and hope that he’ll also find

pleasure in learning an instrument. That’s

soul, such is life.

LiM: What big things are coming up in 2020?

S. Rossi: I’m known above all as a schlager

singer with German lyrics. But my heart’s

been telling me for many years that I should

also go on tour in Latin America sometime,

and I followed through with that in Spring

2019. Because the Latino is still inside me

and I wanted to introduce him. That’s what

makes me who I am. I had fantastic musicians

there from Cuba, Spain, Italy, Austria. They all

really wanted to make Latin-American music.

We sang hits that the audience already

knows, such as “Besame Mucho”, “Guantanamera“

and “Bamboleo“. But also new songs

and my own hits, such as “Aber dich gibt’s

nur einmal für mich” in a salsa version. The

first concerts of the big anniversary tour take

place in October 2020, with more to follow in

Spring 2021. The people should feel, sing and

dance this zest for life.

LiM: May I ask you, which of your songs still

moves you the most?

Foto: Dominik Beckmann

Auch ein Markenzeichen des Schlagerstars: Gute Laune, viel Verständnis für andere Menschen und Geduld.

Also a trademark of the schlager star: good temperament, lots of understanding for other people and patience.

S. Rossi: The most personal lyrics are in the

song for my mother, “80 Primaveras” - in

German, “Mütter sind die wahren Engel” (“Mothers

are the true angels”). I’m very lucky that

my mother is still alive and healthy at 84.

She accompanied me on a cruise in September

and we visited places including Palermo,

Palma de Mallorca, Valencia and Marseille.

During the cruise, Crucero del Amor, I gave

a concert for the 600 guests on board. And

she held her great-grandson in her arms for

the first time! There’s nothing more beautiful

than that...

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