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Ein Brückenbauer zwischen

HEUTE und VORVORGESTERN

… das ist Dr. Frank Matthias Kammel, der Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums

in München. Was ihn antreibt und was er den Besuchern vermitteln möchte. Welche

Bedeutung die europäische Kunst und Kultur aus zwei Jahrtausenden im 21. Jahrhundert

hat. Und, was die Generationen über all die Zeit trennt und verbindet.

... that’s the job of Dr. Frank Matthias Kammel, General Director of the Bavarian National Museum in

Munich. What drives him and what he wants to convey to the visitors. What significance European art

and culture from two millennia has in the 21st century. And, what separates and connects the generations

all this time.

Foto: Bayerisches Nationalmuseum

Morgens zum Münchner Büro startet er

im Hier und Jetzt – und stoppt in der

Vergangenheit, zwischen zwei Jahrtausenden!

Dr. Frank Matthias Kammel ist

seit 2018 Generaldirektor des Bayerischen

Nationalmuseums.

Der denkmalgeschützte Prachtbau in

der Prinzregentenstraße vermittelt auf

13.000 Quadratmetern den jährlich

rund 140.000 Besuchern ein umfangreiches

Bild von Europas Kulturgeschichte.

Dr. Kammel möchte aus dem „Informations-Lager

Museum eine Neugier-Maschine

und Denkfabrik machen.“ Credo

des Chefs: „Ohne Gedächtnis verliert

jede Gesellschaft ihre Identität. Denn sie

hat nur Bestand, wenn sie ihr Gewordensein

kennt.“ Der Generaldirektor mit

dem jungenhaften Lachen weiß, wovon

er spricht. Davor hat er sich 24 Jahre

im Germanischen Museum in Nürnberg

engagiert. Außerdem ist er seit 2001

Experte in Deutschlands ältester Antiquitätensendung,

der BR-Reihe „Kunst

+ Krempel“. Was ihn immer wieder aufs

Neue antreibt, ist „die Liebe zur Kunst

plus den Objekten und den Menschen,

die dazu gehören.“ Deren Kulturgeschichten

möchte er vermitteln. Und

zum Beispiel erklären, warum im 15.

Jahrhundert plötzlich Bilder an die

Wände gehängt wurden. „Das“, so der

Generaldirektor, „war damals eine Innovation

wie für uns Jahrhunderte später

die Fotos in Internet-Gruppen.“ Ein Brückenbauer

der ganz besonderen Art –

zwischen Heute und Vorvorgestern. Nur

so, könne man herausfinden, „wie fern

oder nah sich die Menschen damals und

heute gewesen sind.“

Vorher gibt es eine Sonderausstellung:

„Treue Freunde. Hunde & Menschen“

(28. November 2019 – 19. April 2020).

Genau 100 Jahre nach Thomas Manns

Buch „Herr und Hund“ geht’s um die

Frage: Wie spiegelt sich die Beziehung

von Zwei- und Vierbeinern in der Kunst?

Ein WAU-Thema, auch wenn „Mann-Fan“

Kammel „aus Zeitmangel leider“ keinen

Hund hat.

bayerisches-nationalmuseum.de

Ein Prachtbau mitten in München, nahe dem Englischen Garten, eröffnet 1900, Architekt war Gabriel von Seidl.

A magnificent building in the heart of Munich near the English Garden, opened in 1900, designed by Gabriel von Seidl.

Es gibt Exponate auf 13.000 Quadratmeter.

13,000 square metres house the exhibits.

Bridging the PRESENT and PAST

In the mornings on his way to the Munich office,

he starts in the here and now – and stops

in the past, between two millennia! Dr. Frank

Matthias Kammel has been the General Director

of the Bavarian National Museum since 2018.

The magnificent listed building in Prinzregentenstraße

with its 13,000 square metres offers

the around 140,000 annual visitors an extensive

insight into Europe’s cultural history. Dr.

Kammel wants the “information-rich museum

to arouse curiosity and contemplation”. His

motto is: “Without memory, every society loses

its identity. Because it only exists if it knows

its past.” The General Director with his youthful

laugh knows what he’s talking about. He previously

worked at the Germanisches Museum

in Nuremberg for 24 years. He’s also been an

expert on Germany’s oldest antiques show, the

Bavarian Broadcasting (BR) series, “Kunst + Krempel”,

since 2001. What continues to drive

him anew is the “love of art plus the objects

and the people associated with it.” Whose cultural

histories he wants to convey. And explain,

for example, why people suddenly started hanging

pictures on the walls in the 15th century.

According to the General Director, “at the time,

it was an innovation just as photos in internet

groups are for us centuries later.” Bridging the

present and past in a very special way. According

to him, this is the only way of finding out

“how near or far people back then and today

have been from each other.”

First, there’s a special exhibition: “True friends.

Dogs & Mankind” (28.11.2019 – 19.4.2020). Exactly

100 years after Thomas Mann’s book “Herr

und Hund” (“Man and dog”), the question arises:

how is the relationship between man’s best friend

and humans depicted in art? Paws for thought,

even if Kammel, who’s a “fan of Mann”, doesn’t

have a dog “for lack of time unfortunately”.

Foto: Bayerisches Nationalmuseum

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