01.06.2022 Vues

Falstaff Magazin Deutschland Nr. 4/2022

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GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />

/ jun <strong>2022</strong><br />

IM FASS<br />

BORDEAUX EN<br />

PRIMEUR 2021<br />

AM GAUMEN<br />

DIE WELT DER<br />

TAPAS<br />

ZU FUSS<br />

WANDERZIELE<br />

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SPANIENS GENÜSSE VON AMONTILLADO BIS ZARZUELA<br />

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04


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AUS DER<br />

CHEFREDAKTION<br />

¡ESPAÑA, MI AMOR!<br />

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER!<br />

Fotos: Manfred Klimek, Ian Ehm, Ulrich Müller / Mekido<br />

Sie glauben nicht, welch freudige Aufbruchstimmung unser<br />

Titelthema Spanien in der Redaktion hervorgerufen hat.<br />

Und das nicht nur, weil »Endlich wieder reisen!« ohnehin<br />

das Motto der Stunde ist. Nein, Spanien ist für uns Feinschmecker<br />

und Wein-Afficionados so etwas wie das gelobte<br />

Land: Meeresgetier aus Galicien, Gazpacho aus Andalusien,<br />

Ibérico-Schinken aus der Extremadura, Paella aus Valencia,<br />

Schafskäse aus der Mancha – man kann mit geschlossenen<br />

Augen auf unsere Spanien-Landkarte der Genüsse tippen<br />

(schauen Sie gleich mal auf Seite 100!) und trifft stets einen<br />

kulinarischen Hotspot von Ausnahmerang. Ganz zu<br />

schweigen davon, dass jede Region ihre eigene Tapas-<br />

Kultur besitzt. Und wussten Sie, dass die Mayonnaise<br />

vermutlich von katalanischen Köchen erfunden wurde?<br />

Also nichts wie hin! Zumal in Spanien natürlich auch<br />

der Wein auf Augenhöhe mit der Kulinarik steht. Unsere<br />

Schweizer Kollegen Herzog und Vombach sind Spanien-<br />

Experten – und konstatieren nichts weniger als eine<br />

»Revolution« in Rioja: Statt Gran-Reserva-Weinen rücken<br />

heute mehr und mehr Kelterungen aus Einzellagen in den<br />

Fokus. Burgund lässt grüßen! Aber auch bislang wenig<br />

bekannte, aufstrebende Regionen machen von sich reden<br />

und wiederentdeckte traditionelle Weine wie der Sherry<br />

von den Kreideböden im Delta des Guadalquivir oder der<br />

säurefrische Txakolí aus dem Baskenland.<br />

In Bordeaux wurden Ende April die Fassproben der<br />

2021er-Weine verkostet – Peter Moser zieht ein differenziertes<br />

Fazit: Ein Jahrhundertjahrgang ist 2021 nicht, aber<br />

auch kein Jahr, dem man die kalte Schulter zeigen sollte.<br />

Und apropos Frankreich: Wir haben uns für dieses Heft<br />

angesehen, was deutsche Winzer mit einer der Star-Rebsorten<br />

der Grande Nation zuwege bringen: mit Syrah. Ganz<br />

Erstaunliches! Global warming hat auch sein Gutes.<br />

Viel Spaß und Genuss mit dem neuen <strong>Falstaff</strong>!<br />

WOLFGANG M. ROSAM<br />

Chefredakteur und Herausgeber<br />

wolfgang.rosam@falstaff.com<br />

@RosamWolfgang<br />

DR. ULRICH SAUTTER<br />

Chefredakteur Wein<br />

ulrich.sautter@falstaff.com<br />

PHILIPP ELSBROCK<br />

Chefredakteur Gourmet<br />

philipp.elsbrock@falstaff.com<br />

Der Wasserhahn,<br />

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jun <strong>2022</strong><br />

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04<br />

JUNI<br />

18<br />

<strong>Falstaff</strong> führt zu den Genüssen<br />

Spaniens, zu großen Weinen,<br />

traditioneller Küche und einzigartigen<br />

Spezialitäten – von Tapas über Jamón<br />

bis Paella – der innovativen<br />

spanischen Spitzengastronomie und in<br />

die sonnigen Gourmet-Gefilde von<br />

Galicien und Mallorca.<br />

/ jun <strong>2022</strong><br />

IM FASS<br />

BORDEAUX EN<br />

PRIMEUR 2021<br />

GENIESSEN WEIN ESSEN REISEN<br />

AM GAUMEN<br />

DIE WELT DER<br />

TAPAS<br />

ZU FUSS<br />

WANDERZIELE<br />

FÜR GOURMETS<br />

COVER<br />

FOTO: Corbis / Getty Images<br />

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96<br />

Sinnlichkeit, Stolz und ein Schuss<br />

Unvernunft haben seit jeher<br />

Spaniens Küche geprägt – und<br />

sorgen ebenso für Innovation.<br />

122<br />

Juan Mari und Elena Arzak legen im<br />

Baskenland weiterhin Benchmarks vor.<br />

COVER: SPANIEN<br />

18 ¡VIVA LA REVOLUCIÓN!<br />

Ob Rioja oder Geheimtipps: Spaniens<br />

Wein-Landschaft ist im Umbruch<br />

52 VIELFÄLTIGER NORDEN<br />

Vom Baskenland bis nach Navarra: eine<br />

Weinreise voll genussreicher Entdeckungen<br />

82 KLASSIK AUS ANDALUSIEN<br />

Ein Wegweiser durch die Welt des Sherrys,<br />

kreative Cocktail-Tipps inklusive<br />

96 INTENSIVES ERLEBNIS<br />

Mehr als nur Paella: Spaniens Spitzenköche<br />

gehören zu den kreativsten der Welt<br />

112 DAS ESSEN VOR DEM ESSEN<br />

Häppchenweise glücklich mit Tapas<br />

114 ¡ME GUSTA!<br />

Rezepte für drei spanische Klassiker,<br />

von Spitzenköchen serviert<br />

122 AUF DEM OLYMP BASKISCHER FINESSE<br />

Die Arzaks: Inbegriff von kulinarischer<br />

Tradition und Innovation zugleich<br />

128 SERIE: CORTIS KÜCHENZETTEL<br />

Die hohe Kunst der Zubereitung von<br />

Mahonesa als Urmutter aller Mayonnaisen<br />

130 DAS »WANN« FÄLLT KAUM INS GEWICHT<br />

Dinner Cancelling? Spanien lebt das Gegenteil,<br />

mit dem Segen der Wissenschaft<br />

134 GLOBALER ZUCKERGUSS<br />

Die Künstler Honey & Bunny über Zucker,<br />

Spanien und Kolonialismus<br />

5 AUS DER CHEFREDAKTION<br />

215 IMPRESSUM<br />

258 SAGEN SIE EINMAL …<br />

52<br />

Das Baskenland hat Genießern<br />

viel zu bieten, erfrischende<br />

Weißweine mit Charakter sind<br />

da nur der Anfang.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt, Sara Santos<br />

6 falstaff jun <strong>2022</strong>


Ludwig Gold 33. Gold ist für die Ewigkeit. Klein und fein, mit römischem Blatt und einem Gehäuse aus Gold: Diese Uhr ist ein Klassiker an sich.<br />

Im Inneren arbeitet zuverlässig und präzise das Glashütter Manufakturkaliber Alpha. Ein eleganter Zeitmesser und ein besonderes Geschenk, das ein<br />

Leben lang an Wert gewinnt. Erhältlich im besten Fachhandel, etwa hier: Aachen: Lauscher, Lücker; Augsburg: Bauer, Hörl; Berlin: Brose, Leicht,<br />

Lorenz; Bielefeld: Böckelmann; Bochum: Mauer; Bonn: Hild, Kersting; Bremen: Meyer; Darmstadt: Techel; Dresden: Leicht; Düsseldorf: Blome; Erfurt:<br />

Jasper; Essen: Mauer; Frankfurt am Main: Pletzsch; Glashütte: NOMOS Kaufhaus; Hamburg: Cabochon, Becker, Mahlberg; Hannover: Kröner; Köln:<br />

Berghoff, Schmuck + Form; Konstanz: Baier; Lübeck: Mahlberg; Mannheim: Wenthe, München: Fridrich, Hilscher, Kiefer; Münster: Oeding-Erdel;<br />

Stuttgart: Kutter; Ulm: Scheuble. Und überall bei Brinckmann & Lange, Bucherer, Rüschenbeck und Wempe sowie hier: nomos-glashuette.com


JUNI<br />

180<br />

Der frische Nordwesten Spaniens<br />

ist eine (Gourmet-)Reise wert.<br />

138 SERIE: KUNST & KULINARIK<br />

Wie Pablo Picasso Kochtöpfe zum<br />

Schreien bringen konnte<br />

180 GRÜNES GENUSS-PARADIES<br />

Gourmets sollten Galicien<br />

unbedingt auf ihre Karte setzen<br />

190 LONG WEEKEND MALLORCA<br />

Tipps für ein perfektes<br />

Wochenende auf der Sonneninsel<br />

WEIN & MEHR<br />

16 WEIN-NOTIZEN<br />

Wein-Chefredakteur Ulrich Sautter<br />

präsentiert Trends und Neuigkeiten<br />

62 NEUE ROTWEIN-PERSPEKTIVEN<br />

Deutscher Syrah auf dem Prüfstand<br />

72 CLARET RELOADED<br />

Bordeaux kehrt mit einem kleinen<br />

Jahrgang zu seinen Wurzeln zurück<br />

80 DIE ANDERE SEITE DES MÉDOC<br />

Woher der politische Rechtsdrall in<br />

den Weingut-Gemeinden kommt<br />

GOURMET<br />

94 GOURMET-NOTIZEN<br />

Kulinarische News von Gourmet-<br />

Chefredakteur Philipp Elsbrock<br />

145 SIXPACK<br />

Sechs Restaurants im Test<br />

LIFESTYLE<br />

152 LIFESTYLE-NOTIZEN<br />

Style-Ideen von LIVING-<br />

Herausgeberin Angelika Rosam<br />

154 UNTER FREIEM HIMMEL<br />

Der Garten als Gourmetrestaurant<br />

162 STIMMUNGSVOLLES LICHT<br />

Leuchtende Akzente für draußen<br />

164 RAUS ODER REIN DAMIT?<br />

Outdoor-Möbel mit Wohnzimmerflair<br />

170 VON KUBUS BIS COTTAGE<br />

Garten- und Poolhäuser mit Stil<br />

176 CHEFS DE CUISINE<br />

Neue Küchentools und -gadgets<br />

REISE<br />

178 TRAVEL-NOTIZEN<br />

Reise-Tipps von Chefredakteurin<br />

Elisabeth Brandlmaier<br />

198 TRAUMWANDELN<br />

Genusswandern an der Mosel<br />

JOURNAL<br />

127 DELI-GENUSSPARTNER<br />

150 MIT BESTER EMPFEHLUNG<br />

216 VINOTHEKEN<br />

256 EVENTS<br />

TASTING<br />

218 SHORTLIST<br />

220 BORDEAUX EN PRIMEUR<br />

228 TROPHY KABINETT<br />

234 TROPHY LITERRIESLING<br />

238 RIOJA<br />

242 TROPHY GARDASEE<br />

246 ROSÉ-TROPHY ITALIEN<br />

250 TROPHY FRIAUL<br />

DIE NÄCHSTE FALSTAFF-AUSGABE ERSCHEINT AM 29. JUNI <strong>2022</strong><br />

62<br />

Der Rhône-Lokalmatador<br />

Syrah fühlt sich in <strong>Deutschland</strong><br />

inzwischen sehr wohl.<br />

154<br />

Wer draußen essen und<br />

kochen will, findet dafür<br />

immer stylisheres Rüstzeug.<br />

198<br />

Entlang der Mosel kann man sich von<br />

Genuss zu Genuss hangeln.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

8 falstaff jun <strong>2022</strong>


cover / INTRO<br />

FREUNDE …<br />

Foto: Matt Hawthorne / Gallery Stock<br />

10 falstaff jun <strong>2022</strong>


jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

11


cover / INTRO<br />

… SOMMER …<br />

Hafen von Mykonos Foto: Shutterstock<br />

12 falstaff jun <strong>2022</strong>


jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

13


cover / INTRO<br />

… FEIERN!<br />

Niederösterreich / Tafeln bei der Retzer Windmühle Foto: Weinviertel Tourismus / Robert Herbst<br />

14 falstaff jun <strong>2022</strong>


jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

15


Wein-Chefredakteur<br />

ULRICH SAUTTER<br />

WEIN<br />

AUKTION BRINGT 850.000 EURO<br />

E<br />

ine Benefiz-Auktion namhafter Burgunderwinzer bei Sotheby’s spielte<br />

852.750 Euro zugunsten der sanierungsbedürftigen Zister zien ser abtei<br />

Citeaux ein. Neben 113 Losen einer eigens kreierten 2020er-Assemblage<br />

aus dem historisch eng mit Citeaux verbundenen Clos de Vougeot (Foto)<br />

gelangten auch 20 Lose mit Großflaschen weiterer Weine zur Versteigerung.<br />

Dabei erzielte eine Sechs-Liter-Flasche 2007er Steinberger Riesling aus<br />

Kloster Eberbach beachtliche 4375 Euro. Der Steinberg wurde wie der Clos<br />

de Vougeot im zwölften Jahrhundert von Zisterziensern angelegt.<br />

»BELLE ÉPOQUE<br />

SOCIETY« ERÖFFNET<br />

Das Champagnerhaus Perrier-Jouët hat an<br />

seinem Stammsitz in Épernay Erlebnisräume<br />

eröffnet, die eine Champagnerbar,<br />

Räume für Kunst und Kultur sowie einen<br />

Hofgarten vereinen. Für das gastronomische<br />

Konzept zeichnet Pierre Gagnaire<br />

verantwortlich. perrier-jouet.com<br />

NUR GERINGE FROST-<br />

SCHÄDEN IN <strong>2022</strong><br />

Die Spätfrost-Saison scheint dieses Jahr<br />

glimpflich verlaufen zu sein. Zwar gab es<br />

Anfang April vielerorts in Europa Frost bis<br />

zu minus sieben Grad, doch da der Austrieb<br />

noch nicht so weit entwickelt war und dank<br />

des Einsatzes von Kerzen und Wind rädern<br />

sind die Schäden geringer als 2021.<br />

WEIN UND SPEISEN:<br />

WELCHER TYP BIN ICH?<br />

Eine neue Studie hat in Frankreich über<br />

5000 Weinkunden danach gefragt, wie sie<br />

Wein zum Essen einsetzen. Das Ergebnis<br />

unterscheidet sieben Gruppen: die Gastronomischen,<br />

die Grill-Freunde, die Traditionalisten,<br />

Süßschnäbel, Gourmet-Vegetarier,<br />

Aperitif-Trinker und Street-Food-Liebhaber.<br />

16 falstaff jun <strong>2022</strong>


NOTIZEN<br />

»Auch eine kleine Anzahl von<br />

Flaschen kann sehr bedeutend<br />

für den Spirit eines<br />

Unternehmens sein.«<br />

JEAN-BAPTISTE LÉCAILLON Champagne Roederer<br />

ROEDERER-STILLWEINE<br />

Es sind vorläufig nur Mini-Mengen: Vom zweiten<br />

Jahrgang (2019) der Stillweine aus dem<br />

Hause Roederer gibt es nur 1665 Flaschen in<br />

Weiß und 1222 Flaschen in Rot. Chef de Cave<br />

Jean-Baptiste Lécaillon zeigt sich aber begeistert<br />

davon, welchen Innovationsgeist das<br />

bereits seit 2002 aufgebaute Projekt in seine<br />

Teams gebracht habe. louis-roederer.com<br />

DIE BRETAGNE WIRD<br />

WEINBAUREGION<br />

Bislang brachte man die französische<br />

Küstenregion zwischen Rennes und<br />

Brest eher mit Cidre in Verbindung: Doch<br />

inzwischen siedeln sich mehr und mehr<br />

Weinbaubetriebe an. Mit 45 Hektar unter<br />

Reben hat die Bretagne bereits gleich<br />

viel Weinbau wie Schleswig-Holstein und<br />

Mecklenburg-Vorpommern zusammen.<br />

BEEINDRUCKENDE<br />

ZAHLEN VOM VDP<br />

Fotos: Serge Chapuis, beigestellt, Shutterstock, Louis Roederer / Jules Faure, VDP by Peter Bender<br />

EIN WEIN MIT NFT-CHIP<br />

Die im VDP organisierten<br />

Weingüter haben 2021<br />

einen Umsatz von 444<br />

Millionen Euro erzielt, im<br />

Durchschnitt 2,24 Millionen<br />

Euro pro Betrieb oder<br />

etwa 13,50 Euro pro verkaufter<br />

0,75-Liter-Flasche.<br />

Trotz Pandemie stehen<br />

die Onlineshops der<br />

Weingüter erst für 13<br />

Prozent des Umsatzes.<br />

Direkt ab Weingut werden<br />

35 Prozent umgesetzt.<br />

NFTs, also Non-fungible Tokens, sind im Kunstmarkt heiß diskutiert:<br />

Es handelt sich um digitale, in einer Blockchain festgeschriebene Signaturen,<br />

die die Echtheit eines digitalen Gegenstands (beispielsweise<br />

einer Grafik) dokumentieren. Nun wird erstmals auch Wein zusammen<br />

mit einem NFT verkauft: Auf der Auktionsplattform iDealwine<br />

wurden zehn Magnumflaschen »Château Edmus« Saint-Émilion<br />

2021 mit jeweils individuellem Etikett versteigert, ein Kunstdruck des<br />

Etiketts und eine digitale NFT-Version des Kunstwerks inklusive.<br />

DIE USA SIND DER GRÖSSTE<br />

WEIN-KONSUMENT<br />

Der Weltverband der Önologen hat<br />

berechnet, welche Länder am meisten<br />

Wein trinken: Beim Pro-Kopf-Verbrauch<br />

führt Portugal (51,9 Liter) vor Frankreich,<br />

Italien, der Schweiz und Österreich. Nach<br />

absoluten Zahlen führen die USA<br />

(33,1 Millionen hl) vor Frankreich, Italien,<br />

<strong>Deutschland</strong> und UK.<br />

AHR: WEINBAU IM UFERBEREICH<br />

KÜNFTIG VERBOTEN<br />

Nach der Flut von Juli 2021 dürfen zehn<br />

Hektar Weinbauflächen am Ufer der Ahr<br />

aus Gründen des Hochwasserschutzes<br />

nicht weiter bewirtschaftet werden, weitere<br />

sieben Hektar müssen umgestaltet<br />

werden. Die besten Weinberge liegen<br />

allerdings ohnehin weitab im Steilhang.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

17


wein / VIÑEDOS SINGULARES<br />

¡VIVA<br />

LA<br />

REVOLUCIÓN!<br />

Niemals zuvor war die Vielfalt der Rioja-Weine größer als heute.<br />

Noch immer entstehen hier hervorragende Reservas und Gran Reservas<br />

nach dem klassischen Prädikatssystem. Gleichzeitig setzen Einzellagen-<br />

Abfüllungen und streng selektionierte Kultweine jedoch neue Akzente.<br />

Die Fokussierung auf das Terroir kommt einer kleinen Revolution gleich.<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH UND BENJAMIN HERZOG<br />

Madrid<br />

RIOJA<br />

Spanien<br />

Foto: Shutterstock<br />

18 falstaff jun <strong>2022</strong>


Der Osborne-Stier, ein<br />

bekanntes Symbol<br />

Spaniens. In der Region<br />

Rioja sind heute zwei<br />

davon zu finden.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

19


wein / VIÑEDOS SINGULARES<br />

Erst als wir vor diesem unglaublich<br />

steilen Hang stehen, wird<br />

uns klar, weshalb Juan Carlos<br />

Sancha einen Geländewagen<br />

der Marke Hummer fährt. Mit<br />

Ach und Krach bringt uns das Ungetüm auf<br />

das Plateau des Peña el Gato, der Einzellage,<br />

die uns der Professor für Önologie an<br />

der Weinbauniversität in Rioja und Besitzer<br />

der Bodegas Juan Carlos Sancha an diesem<br />

Nachmittag zeigen möchte. Sancha erzählt,<br />

dass diese Lage von Kalkgestein sowie<br />

Eisen geprägt ist. Die uralten knorrigen<br />

Garnacha-Stöcke, die in Terrassen unter<br />

uns stehen, wurden bereits im Jahr 1906<br />

von seinen Vorfahren gepflanzt. Sanchas<br />

Peña el Gato, der sich im äußersten Zipfel<br />

der Subregion Rioja Oriental befindet,<br />

gehörte zu den ersten Lagen, die als Viñedo<br />

Singular zertifiziert wurden. Die neue<br />

Zusatzbezeichnung wurde im Jahr 2017<br />

vom Kontrollrat der Denominación de<br />

Origen der Rioja eingeführt. Sie steht für<br />

Weine aus einer klar definierten Einzellage.<br />

Mit der Zertifizierung eines Rebbergs als<br />

Einzellage sind diverse Anforderungen<br />

verbunden: Die Rebstöcke müssen mindestens<br />

35 Jahre alt sein, der Ertrag ist stärker<br />

ANSTELLE DER<br />

TRADITIONELLEN<br />

FASSREIFE TRITT MIT<br />

DEN EINZELLAGEN­<br />

WEINEN DAS TERROIR<br />

IN DEN VORDERGRUND.<br />

begrenzt als für andere Lagen, gelesen<br />

werden muss von Hand und bevor die<br />

Weine auf den Markt kommen, werden sie<br />

zweifach von einem Verkostungspanel auf<br />

ihre Qualität und Einzigartigkeit hin<br />

geprüft. Nur wenn alle Kriterien erfüllt<br />

sind, darf der Wein als »Viñedo Singular«<br />

vermarktet werden. Aktuell existieren 121<br />

derartige Plots von 74 Bodegas in der<br />

gesamten Region, wovon etwa ein Drittel<br />

der Weine bereits auf dem Markt zu finden<br />

ist. Mit der geografischen Klassifikation<br />

bewegt sich Rioja in eine neue Richtung.<br />

Zusätzlich zum alten, von Bordeaux-<br />

Weinen geprägten Qualitätssystem wird<br />

dem globalen Trend folgend ein eigentliches<br />

Burgunderkonzept etabliert. Die<br />

klassischen Qualitätsstufen der Rioja, allen<br />

voran Reserva und Gran<br />

Reserva, beruhen rein auf<br />

Maschinen haben in Juan<br />

Carlos Sanchas Peña el<br />

Gato keine Chance. Der<br />

Plot gehört zu den ersten<br />

zertifizierten Viñedos<br />

Singulares der Rioja.<br />

Fotos: beigestellt, Digital Vision / Getty Images, iStockphoto / Getty Images<br />

20 falstaff jun <strong>2022</strong>


Der Faktor Mensch<br />

ist beim Begriff<br />

Terroir nicht zu<br />

unterschätzen. Er ist<br />

es, der festlegt, wie<br />

der Wein am Ende<br />

schmeckt.<br />

der Reifezeit, die neuen, zusätzlichen<br />

Regeln rücken den Ort, das Terroir, ins<br />

Zentrum. Bahnbrechend für die Weinregion.<br />

Zum ersten Mal wird es möglich, Rioja<br />

und all seine Eigenheiten wirklich zu<br />

schmecken.<br />

DIE KLASSISCHEN<br />

RIOJA-KATEGORIEN<br />

COSECHA ODER GENERICO<br />

Diese Bezeichnung wurde früher nur für Weine<br />

verwendet, die gar nicht oder nur kurz im<br />

Eichenfass ausgebaut wurden. Heute werden<br />

damit auch Weine gekennzeichnet, die nicht<br />

im klassischen Prädikats-System eingeordnet<br />

werden können.<br />

CRIANZA<br />

Diese Weine kommen nach mindestens zweijähriger<br />

Reife auf den Markt. Im Holzfass müssen<br />

sie mindestens 12 Monate ausgebaut werden<br />

und danach in der Flasche weiterreifen. Bei<br />

weißen Crianzas beträgt die Reifezeit mindestens<br />

sechs Monate im Eichenfass.<br />

RESERVA<br />

Reservas kommen frühestens nach drei Jahren<br />

in den Verkauf. Sie müssen mindestens ein Jahr<br />

im Holzfass reifen. Weiße Reservas dürfen bereits<br />

nach zwei Jahren in den Verkauf gelangen,<br />

wobei die Ausbauzeit im Holz mindestens sechs<br />

Monate beträgt.<br />

GRAN RESERVA<br />

Für die höchste Qualitätsstufe werden die Weine<br />

mindestens fünf Jahre ausgebaut, bevor sie auf<br />

den Markt kommen. Zwei Jahre davon müssen<br />

sie im Eichenfass reifen. Bei Weißweinen liegt die<br />

Mindestreifezeit bei vier Jahren, davon mindestens<br />

sechs Monate im Fass.<br />

ZURÜCK ZUM URSPRUNG<br />

Die Wurzeln des alten Rioja-Qualitätssystems<br />

sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts<br />

zu verorten. Als der Mehltau und die<br />

Reblaus damals den Winzern in der<br />

französischen Prestigeregion Bordeaux zu<br />

schaffen machten, kamen viele der dortigen<br />

Weinhändler auf der Suche nach Wein über<br />

die Pyrenäen nach Rioja. Mit ihnen auch<br />

die Weinbereitungstechniken des Bordelais<br />

– allem voran der Ausbau im kleinen<br />

Eichenfass. Durch die damalige Lockerung<br />

der französischen Zölle erlebte Rioja einen<br />

beispiellosen Boom, der fast vier Jahrzehnte<br />

andauerte. Zu diesem Zeitpunkt entstanden<br />

viele legendäre Bodegas wie etwa »CVNE«,<br />

»López Heredia« oder »La Rioja Alta«, die<br />

sich allesamt in Haro, nur wenige Meter<br />

voneinander entfernt, an der Bahnstation<br />

befinden. Von hier aus gingen im späten<br />

19. Jahrhundert etwa 50.000 Hektoliter<br />

Wein pro Monat nach Frankreich. Auch<br />

heute noch ist die Region von großen<br />

Kellereien geprägt. Rund sechzehn davon<br />

stellen circa die Hälfte der Produktionsmenge<br />

der gesamten Rioja.<br />

66.000 Hektar stehen in der Rioja unter<br />

Reben, verteilt auf insgesamt 120.000<br />

Parzellen. Nur etwa zehn Prozent davon<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

21


wein / VIÑEDOS SINGULARES<br />

<<br />

erfüllen hinsichtlich des Rebalters die<br />

Anforderung für einen Viñedo Singular. Die<br />

meisten der unzähligen Parzellen in der<br />

Region gehören kleinen Traubenproduzenten,<br />

die ihre Ernte an die Großen<br />

abtreten. Eine Struktur, die etwa mit der<br />

Champagne vergleichbar ist. Genauso wie<br />

die stetige Entwicklung hin zu kleineren<br />

Weingütern, die sich von den großen<br />

Kellereien lossagen und ihre Trauben selbst<br />

verarbeiten.<br />

Bei Luis Cañas fand dieser Schritt bereits<br />

1970 statt. Seitdem entwickelte sich das<br />

familiengeführte Weingut, das sich in<br />

Villabuena in der Subzone Rioja Alavesa<br />

befindet, zu einem der progressivsten der<br />

Region. Die Verantwortlichen bei Luis<br />

Cañas setzen sich aktiv für den Erhalt der<br />

alten Rebflächen ein, die in der Region<br />

vorhanden sind. Häufig ein zähes Unterfangen,<br />

denn werden die Reblagen von<br />

Familien verkauft, muss mit unzähligen<br />

Familienmitgliedern verhandelt werden.<br />

Etwa zehn Prozent der rund 120.000 Parzellen in<br />

Rioja sind mit über 40-jährigen Reben bepflanzt.<br />

FÜR DIE BODEGAS<br />

LUIS CAÑAS<br />

STARTET MIT DEN<br />

VIÑEDOS SINGULARES<br />

DER WEG ZURÜCK ZU<br />

DEN URSPRÜNGEN DER<br />

REGION RIOJA.<br />

Wir stehen im Prodenero, einer nur<br />

0,4 Hektar großen Parzelle, dem ersten<br />

zertifizierten Viñedo Singular von insgesamt<br />

zweien im Portfolio von Luis Cañas.<br />

Ein Rebberg mit bis zu 80-jährigen<br />

Rebstöcken, der rote Sorten wie Tempranillo<br />

und Garnacha, genauso wie weiße Sorten<br />

wie Viura vereint. »Genau das hier ist<br />

unsere Seele, unsere Tradition. Davon<br />

möchten wir den Weingenießern erzählen<br />

und sind froh darüber, dass wir das mit den<br />

Viñedos Singulares endlich können«, sagt<br />

Iñaki Cámara, der CEO der Bodega. Für<br />

ihn startet mit den neuen geografischen<br />

Ursprungsbezeichnungen der Weg zurück<br />

zum Ursprung der Region. Zurück zu den<br />

Weinen, die hier seit jeher für den Eigenkonsum<br />

produziert werden und die mehr<br />

an Beaujolais als an Bordeaux erinnern.<br />

Mitunter weil sie wie die Gamays aus<br />

Beaujolais mittels Macération Carbonique,<br />

also einer Kohlensäuremaischung, hergestellt<br />

werden, weiße und rote Trauben<br />

<<br />

NEUE<br />

GEOGRAF ISCHE<br />

URSPRUNGSBE-<br />

ZEICHNUNGEN<br />

VINOS DE ZONA<br />

Dieses neue Label ist Weinen vorbehalten,<br />

deren Trauben mindestens zu 85 Prozent aus<br />

einer der drei definierten Zonen Rioja Alta,<br />

Rioja Alavesa oder Rioja Oriental stammen.<br />

VINOS DE MUNICIPIO<br />

Um dieses Label zu erhalten, müssen die<br />

Weine zu 85 Prozent aus jenem Dorf stammen,<br />

in welchem die Kellerei angesiedelt ist.<br />

Die restlichen 15 Prozent der Trauben dürfen<br />

in einem benachbarten Dorf angebaut werden.<br />

Die Lese von Hand ist nur<br />

eines der Kriterien, das<br />

bei der Produktion eines<br />

»Viñedo Singular« erfüllt<br />

werden muss.<br />

VIÑEDOS SINGULARES<br />

Die 2017 eingeführte Zusatzbezeichnung gilt<br />

ausschließlich für Weine aus klar definierten<br />

Einzellagen mit Reben, die mindestens 35<br />

Jahre alt sind. Der Ertrag ist auf 5000 kg/ha<br />

für Rotweine und 6922 kg/ha für Weißweine<br />

begrenzt. Die Trauben werden nur von Hand<br />

geerntet. Bevor sie auf den Markt gebracht<br />

werden dürfen, müssen die »Viñedos<br />

Singulares« die zweifache Prüfung eines<br />

Verkostungspanels überstehen.<br />

Fotos: DOCa Rioja<br />

22 falstaff jun <strong>2022</strong>


ZUM ERSTEN MAL<br />

WIRD ES MÖGLICH,<br />

RIOJA UND ALL SEINE<br />

FACETTEN WIRKLICH<br />

ZU SCHMECKEN –<br />

EIN HISTORISCHER<br />

MOMENT.<br />

Die meisten der als Viñedos Singulares<br />

klassifizierten Lagen befinden sich in der<br />

Subzone Rioja Alavesa.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

23


wein / VIÑEDOS SINGULARES<br />

Immer mehr<br />

kleinere Projekte<br />

in der Rioja<br />

stellen nicht mehr<br />

die Reifung im<br />

Holzfass, sondern<br />

den Ausdruck des<br />

Terroirs bei ihren<br />

Weinen in den<br />

Vordergrund.<br />

<<br />

vereinen und sich frisch und fruchtig<br />

präsentieren. »Das ist die Tradition unserer<br />

Region und in diese Richtung bewegen wir<br />

uns. Wenn auch auf eine etwas komplexere<br />

und intensivere Art«, sagt Cámara.<br />

EINE REGION IN BEWEGUNG<br />

Natürlich spielte das Terroir in der Rioja<br />

aber schon immer eine bedeutende Rolle,<br />

nur wurde es anders vermarktet. Die<br />

Weinmacher, die das Blending perfektionierten,<br />

wussten schon immer um die<br />

Eigenheiten der diversen Zonen und<br />

Ortschaften. Sie wussten, wo sie Trauben<br />

finden, die für Fülle, für Kraft oder für<br />

Frische im Wein sorgen und wie sie diese zu<br />

einem harmonischen Ganzen vereinen.<br />

Auch dies erinnert an die Arbeit der<br />

renommierten Champagnerkellereien.<br />

»Außerhalb von Spanien denken die<br />

meisten Leute sofort an lang gereifte Weine,<br />

Reservas und Gran Reservas, wenn sie an<br />

Rioja denken. Natürlich ist es das, was<br />

unsere Region erfolgreich und groß machte,<br />

aber da ist eben noch viel mehr«, erklärt<br />

Antonio Orte Vellé, Weinmacher der<br />

AKTUELL<br />

EXISTIEREN 121<br />

PLOTS VON 74<br />

BODEGAS, WELCHE<br />

DIE ANFORDERUNGEN<br />

FÜR EINEN VIÑEDO<br />

SINGULAR ERFÜLLEN.<br />

Die Einzellagen von »Artuke« befinden sich<br />

unmittelbar am Fluss Ebro.<br />

Bodegas Valdemar, als wir die Bodega in<br />

Oyón-Oion besuchen. Valdemar produziert<br />

ebenfalls einen Viñedo Singular. Der Finca<br />

Alto Cantabria ist ein reinsortiger Viura,<br />

eines von wenigen weißen Gewächsen in<br />

der Kategorie. Die Rebstöcke auf dem von<br />

Kalkstein geprägten, elf Hektar großen Plot<br />

auf einem Hochplateau wurden 1975<br />

gepflanzt. Ein visionärer Akt, der damals<br />

von vielen schräg beäugt wurde – sich<br />

rückblickend jedoch auszahlte. Für Orte<br />

Vellé zudem der Beweis dafür, wie wichtig<br />

der Aspekt Mensch im Konstrukt Terroir<br />

ist. Denn in der Lage, die dank des stetig<br />

wehenden Windes perfekt für Viura<br />

geeignet ist, würde heute sonst sicher<br />

Tempranillo stehen. »Bei Weinen wie dem<br />

Finca Alto Cantabrio geht es um die<br />

Trauben, die in dieser einzigartigen Lage<br />

entstehen und nicht mehr nur um die<br />

Reifung im Holzfass. Diese Entwicklung ist<br />

in der ganzen Region zu spüren, finde ich.<br />

Es entstehen immer mehr kleinere Projekte<br />

von jüngeren Menschen, die den Ort ins<br />

Zentrum stellen. Und das ist wichtig für<br />

Rioja«, stellt Orte Vellé fest.<br />

Fotos: peizais / Shutterstock, beigestellt, Carlos Glera<br />

24 falstaff jun <strong>2022</strong>


GRAND CRU STATT<br />

GRAN RESERVA<br />

Zu den Vorreitern der Terroirbewegung in<br />

Rioja gehört sicherlich Bodegas Lanzaga.<br />

Ein Projekt von Tausendsassa Telmo<br />

Rodriguez und dessen Partner Pablo<br />

Eguzkiza, die sich während ihres Önologiestudiums<br />

in Bordeaux kennenlernten.<br />

Zwanzig Jahre lang spürten sie vergessen<br />

gegangene, alte aber erstklassige Lagen<br />

rund um Lanciego und Labastida auf und<br />

produzieren daraus Orts- und Einzellagenweine.<br />

Darunter das mittlerweile legendäre<br />

Gewächs aus der Lage »Las Beatas«, das<br />

mit dem Jahrgang 2015 vom Wine Advocate<br />

mit der Höchstnote von 100<br />

Punkten bedacht wurde. Rodriguez und<br />

Eguzkiza sind aber bei Weitem nicht die<br />

Einzigen, die vor Einführung der neuen<br />

Einzellagen mit solchen Weinen für<br />

internationales Aufsehen sorgten. Auch<br />

Bodegas wie Alegre Valgañon etwa, geführt<br />

vom talentieren Önologen-Ehepaar Oscar<br />

Alegre und Eva Vagañon oder Artuke<br />

hinter dem die Brüder Kike and Arturo de<br />

Miguel stecken, sorgen mit ihren Einzellagen-<br />

und Ortsweinen international für<br />

Furore. Zertifiziert nach den Vorgaben der<br />

neuen geografischen Ursprungsbezeichnungen<br />

der Rioja sind ihre Lagen wider<br />

Erwarten jedoch alle nicht. »Ich finde es<br />

schön, dass mit den Viñedos Singulares<br />

etwas in Bewegung gesetzt wird. Mit den<br />

Kriterien, die hier angewandt werden,<br />

beispielsweise dem Mindestalter der Reben<br />

von 35 Jahren etwa, bin ich aber nicht ganz<br />

einverstanden. Für mich ist die Qualität<br />

einer Lage nicht an Zahlen, sondern nur an<br />

der Qualität des Weins zu messen«, so<br />

Telmo Rodriguez im Gespräch mit <strong>Falstaff</strong>.<br />

Für die Weinkonsumenten war es nie<br />

spannender als heute, Rioja zu entdecken.<br />

Ein historischer Moment für die Region<br />

und die Weinwelt. »Wir wollen die Dörfer<br />

studieren, herausfinden, wie sie schmecken,<br />

was sie ausdrücken. Und hierfür braucht es<br />

meiner Ansicht nach Karten, in denen die<br />

Lagen hinsichtlich ihrer Qualität unterschieden<br />

werden, so wie es im Burgund und<br />

Barolo der Fall ist«, sagt Oscar Alegre. Die<br />

Weinrevolution in der Rioja scheint noch in<br />

den Kinderschuhen zu stecken. Die auf dem<br />

Markt noch raren Einzellagenweine sind<br />

jedenfalls mehr als vielversprechend.<br />

<<br />

Bevor die Weinbereitungstechniken<br />

aus dem Bordeaux<br />

in Rioja Fuß fassten, wurden<br />

die Weine in Rioja traditionell<br />

mittels »Macération<br />

Carbonique« hergestellt.<br />

DIE WICHTIGSTEN REBSORTEN<br />

TEMPRANILLO<br />

Tempranillo ist die wohl typischste Rebsorte<br />

der Rioja. Insgesamt macht die Sorte mehr als<br />

75 Prozent der gesamten Anbaufläche aus. Mit<br />

ihrer dunklen Farbe, der intensiven Frucht und<br />

ihrem schmeichelnden Charakter ist sie kennzeichnend<br />

für viele der hier produzierten Weine.<br />

GARNACHA<br />

Die vermutlich aus Spanien stammende Rebsorte<br />

ist auch als Grenache bekannt. Sie zeichnet<br />

sich durch ihre sensorische Dichte und kraftvolle<br />

Art aus. Zudem ist sie eine Sorte, die ihr Terroir<br />

wunderbar transportiert und vor allem in kühlen<br />

Lagen sehr interessante Weine hervorbringt.<br />

GRACIANO<br />

Graciano ist eine autochthone Rebsorte der<br />

Region Rioja. Früher wurde sie dank ihrer prägnanten<br />

Säure und Gerbstoffe hauptsächlich als<br />

Verschnittpartner für Tempranillo eingesetzt.<br />

Heute wird sie immer häufiger einzeln ausgebaut<br />

und bringt äußerst spannende Weine hervor.<br />

VIURA<br />

Die Sorte macht rund 67 Prozent der mit weißen<br />

Rebsorten bestockten Rebfläche in der Rioja<br />

aus. Dank ihrer Säure eignet sich die Sorte, die<br />

in Spanien auch als »Macabeo« bekannt ist, für<br />

lang reifende Weißweine. Sie ist zudem ein fixer<br />

Bestandteil der selbstgekelterten Hausweine.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

25


wein / VIÑEDOS SINGULARES<br />

BEST OF<br />

RIOJA EINZELLAGEN<br />

TASTING<br />

INFO<br />

WEITERE BEWERTUNGEN<br />

UND BESCHREIBUNGEN<br />

FINDEN SIE SIE AB<br />

AB SEITE 238. 148.<br />

97<br />

95<br />

94<br />

2020 LA CONDENADA<br />

Artuke, Mañueta<br />

Kühle, klare Fruchtaromatik in der<br />

Nase. Noten von Himbeere, roter Johannisbeere<br />

und Kirsche. Etwas Schokolade<br />

und kräutrig-würzige Anklänge. Am<br />

Gaumen fleischige rote Frucht, Salbei<br />

und Rosmarin. Wirkt elegant, mit wunderbarer<br />

frischer Säure, die sich bis in<br />

den langen Abgang zieht. Feinkörniges<br />

reifes Tannin.<br />

gute-weine.de<br />

€ 77,– (Jg. 2019)<br />

2020 CARRA STO DOMINGO<br />

Bodega Alegre Valgañon, Sajazarra<br />

In der Nase Noten von reifer Himbeere<br />

und Kirsche. Wirkt hell und filigran.<br />

Kräutrig-würzige Anklänge, die wunderbar<br />

in Balance zur Frucht stehen. Am<br />

Gaumen saftige Säure, Aroma von<br />

Pflaume, Kirsche und Grapefruit.<br />

Kerniges feines Tannin und langer<br />

mineralisch anmutender Abgang.<br />

Schöne Saftigkeit.<br />

gute-weine.de<br />

€ 49,–<br />

2018 RIBAGAITAS VIÑEDO<br />

SINGULAR<br />

Bodegas Luis Cañas, Villabuena<br />

In der Nase fruchtig-würzig mit Noten<br />

von Sauerkirsche und gedörrten roten<br />

Beeren. Zudem Anklänge von getrockneten<br />

Küchenkräutern. Am Gaumen<br />

würzig und kraftvoll mit frischer, geradliniger<br />

Säure, dunkle Beerenfrucht,<br />

festes Tannin. Langer Abgang.<br />

moevenpick-wein.com<br />

CHF 89,–/ca. € 85,–<br />

95<br />

95<br />

94<br />

2016 GAMINDE<br />

Finca Allende, Briones<br />

In der Nase frische Frucht mit Noten<br />

von Himbeere, Erdbeere, Cassis und Kirsche.<br />

Zudem Anklänge von Nelke und<br />

schwarzem Pfeffer sowie kräutrig-würzige<br />

Nuancen. Am Gaumen elegant, mit<br />

saftiger frischer Säure und viel Frucht.<br />

Aroma von Kirsche und roten Beeren,<br />

etwas Zimt. Feines Tannin und<br />

langer Abgang.<br />

vinos.de<br />

€ 49,–<br />

2020 LA ESCALERUELA VIÑEDO<br />

SINGULAR, Bodegas Ondarre, Viana<br />

Fruchtig-würziges Bukett mit frischer<br />

Waldbeerenaromatik. Sehr klar. Noten<br />

von Kirsche und zitrische Anklänge<br />

sowie würzige Nuancen von gedörrten<br />

Küchenkräutern und etwas kalter<br />

Rauch. Am Gaumen frischer Auftakt mit<br />

ebensolcher Säure. Schöne klare Himbeerfrucht<br />

sowie Kirsche. Etwas dunkle<br />

Schokolade. Reifes, leicht spürbares<br />

Tannin, langer Abgang. Macération<br />

Carbonique-Style.<br />

grupobodegasolarra.com, Preis: k. A.<br />

2020 FINCA ALTO CANTABRIA<br />

BLANCO VIÑEDO SINGULAR<br />

Bodegas Valdemar, Oyón<br />

In der Nase reife Frucht mit Noten von<br />

Apfel, Mirabelle und Agrumen sowie<br />

Pfirsich. Am Gaumen vollmundig, mit<br />

straffer Säure und reifer Frucht. Noten<br />

von Apfel und kandierten Zitrusfrüchten.<br />

Cremiger Eindruck, gut eingebundene<br />

Röstaromatik. Endet lang auf<br />

karamellisiertem Apfel.<br />

vinos.de<br />

€ 14,95<br />

95<br />

94<br />

94<br />

2019 FINCA LA EMPERATRIZ<br />

BLANCO VIÑEDO SINGULAR<br />

Viñedos Hermanos Hernaiz,<br />

Baños de Rioja<br />

Zunächst reduktiv in der Nase. Mit<br />

Sauerstoff, dann Noten von Grapefruit,<br />

frischem Apfel und Pfirsich. Zudem<br />

würzige und nussige Anklänge. Am<br />

Gaumen straffe Säure, wirkt gehaltvoll,<br />

zwischen Zitrus, grünem Apfel und<br />

kräutriger Würze. Langer, mineralisch<br />

anmutender Abgang mit leichtem<br />

phenolischem Gripp.<br />

hispavinus.de, € 29,55<br />

2018 LA ESTRADA BODEGAS<br />

LANZAGA<br />

Compañia de Vinos Telmo Rodriguez,<br />

S.L., Lanciego<br />

In der Nase pralle Frucht mit Noten von<br />

Sauerkirsche, Himbeere und Wildpflaume.<br />

Florale Anklänge und eine dezente<br />

kräutrige Würze. Am Gaumen saftige<br />

elegante Säure, wirkt angenehm kraftvoll<br />

und griffig. Schöne rote Frucht,<br />

gepaart mit würzigen Komponenten.<br />

Feinkörniges Tannin, langer Abgang.<br />

gute-weine.de<br />

€ 75,– (Jg. 2019)<br />

2020 CERRO LA ISA VIÑEDO<br />

SINGULAR<br />

Bodegas Juan Carlos Sancha,<br />

Baños de Río Tobía<br />

Intensives Bukett mit präsenter, aber<br />

gut eingebundener Röstaromatik.<br />

Noten von Karamell und Vanille, genauso<br />

wie rauchige Anklänge. Dahinter<br />

Noten von Agrumen und Apfel sowie<br />

Pfirsich. Am Gaumen gehaltvoll mit<br />

straffer Säure und karger Zitrusaromatik.<br />

Viel Holz, langer Abgang.<br />

bodegasnavajas.es<br />

Preis: k. A.<br />

Fotos: beigestellt<br />

26 falstaff jun <strong>2022</strong>


VIDA<br />

DER WEIN-SHOP<br />

DES VERTR AUENS<br />

VIDA Wines & Spirits hat ein charakteristisches Motto, wenn es um die Wein-<br />

Auswahl geht – Sorgfalt und Qualität! Der Online-Shop bietet sowohl für<br />

Wein-Kenner als auch für Neulinge im Genuss-Bereich ein großartiges Angebot an.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Thomas Dröszler<br />

Das ausgewählte Sortiment besteht<br />

aus einer großen Bandbreite von<br />

beliebten Klassikern sowie neuen<br />

Entdeckungen der hauseigenen<br />

Sommeliers und Weinexperten. Besonders<br />

viel wert wird hierbei sowohl auf Innovation<br />

als auch auf Nachhaltigkeit gelegt. Deshalb<br />

ist die Auswahl an Angeboten mit dem<br />

Roten Faden der Naturweine und veganen<br />

Weine aus biologischem oder biodynamischem<br />

Weinbau durchzogen. Die komplexen<br />

Aromen und qualitativ hochwertigen<br />

Weine ziehen Weinliebhaber und die, die es<br />

werden wollen, magisch an.<br />

Außerdem haben Sie auch die Möglichkeit,<br />

kostbare Raritäten und Feinheiten aus<br />

beliebten Wein-Ländern wie Frankreich,<br />

Italien oder <strong>Deutschland</strong> zu ergattern. Denn<br />

auch die großen Winzerhäuser wie Lafite-<br />

Rothschild, Chateau Cheval Blanc oder<br />

auch das italienische Weingut Gaja sind<br />

hier vertreten.<br />

Teil des Sortiments ist natürlich auch der<br />

hauseigene VIDA Wein, welcher direkt aus<br />

der Heimat des Unternehmens, Bulgarien,<br />

geliefert wird und definitiv eine Verkostung<br />

wert ist. Die Idee für den Verkauf von Osteuropäischem<br />

Wein ist nicht nur auf die<br />

ausgezeichneten Qualitäten zurückzuführen,<br />

sondern auch auf die Unterstützung<br />

und Vermarktung kleinerer Winzer aus<br />

Bulgarien, Slowenien oder Rumänien.<br />

VINOPHILER HOCHGENUSS<br />

Zum Kennenlernen – und als kleines Geschenk<br />

– bietet VIDA exklusiv im Online-<br />

Shop allen neu registrierten Kunden einen<br />

Gutschein über € 20, – für den nächsten<br />

Einkauf (gültig für die erste Bestellung<br />

ab € 50,–).<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

vidawein.de<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 27


wein / SPANISCHE LEGENDEN<br />

Eine echte Rarität: In den<br />

letzten zwanzig Jahren<br />

wurde die »Castillo Ygay Gran<br />

Reserva Especial« nur<br />

achtmal produziert.<br />

SPANISCHE<br />

LEGENDEN<br />

Noch heute steht Spanien in den Köpfen vieler Weinkenner<br />

vor allem für anständige Preis-Leistungs-Weine. Ein Fehler,<br />

denn Spaniens Weine sind legendär. Einige der exklusivsten<br />

Perlen stellen wir Ihnen hier vor.<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH<br />

Ohne die Evolution der spanischen<br />

Spitzenküche in den 1970er-Jahren<br />

wäre die spanische Weinwelt<br />

vermutlich eine andere. Köche wie Juan<br />

Mari Arzak riefen 1976, inspiriert von Paul<br />

Bocuse und der Nouvelle Cuisine, die<br />

Bewegung der »Neuen Baskischen Küche«<br />

ins Leben. Zu einem Zeitpunkt, als Spanien<br />

sich bereits am Rande des Umbruchs<br />

befand. Die »Neue Baskische Küche«<br />

erklärte die Rettung der traditionellen<br />

regionalen Küche zum Ziel und forderte ein<br />

Gleichgewicht zwischen Tradition und<br />

Innovation. Zu den Zielen gehörte die<br />

Förderung von hochwertigen spanischen<br />

Weinen in den Restaurants durch bessere<br />

Ausbildung der Mitarbeiter und Verbraucher.<br />

Zehn Jahre später wurde das erste<br />

Restaurant Spaniens – das »Zalacaín« in<br />

Madrid – mit drei Michelin-Sternen gekürt.<br />

Und obwohl Wein dort eine zentrale Rolle<br />

spielte, fanden sich hauptsächlich französische<br />

Crus auf der Karte. Spaniens Küche<br />

revolutionierte sich, der spanische Wein<br />

jedoch hinkte hinterher. Von großen<br />

Konzernen industriell produziert war er<br />

weit entfernt von der exquisiten Qualität,<br />

die Spaniens Topweine heute auszeichnen.<br />

Es brauchte Visionäre, die dem unglaublich<br />

vielfältigen Weinland neues Leben einhauchten.<br />

Mit ihnen wurde Spanien zur<br />

Fine-Wine-Region.<br />

Fotos: beigestellt, Carlos Sánchez Pereyra / Mauritius Images<br />

28 falstaff jun <strong>2022</strong>


MARQUÉS DE MURRIETA, RIOJA<br />

Luciano de Murrieta y García-Lemoine, Gründer<br />

von Marqués de Murrieta, war einer der großen<br />

Vordenker der spanischen Weinbranche. Mit<br />

ordentlich Know-how über Weinbau und Kellertechnik,<br />

das er im Bordeaux erwarb, kehrte er 1852<br />

zurück nach Rioja, wo er das erste kommerziell<br />

überregional agierende Weinunternehmen der<br />

Region formte. Das Flaggschiff des Hauses, der<br />

»Castillo Ygay Reserva Especial«, geht zurück auf<br />

den Jahrgang 1877 und wurde ganz nach Vorbild<br />

Bordeaux zunächst als »Château Ygay« bezeichnet.<br />

Der Wein, immer eine Selektion der besten<br />

Fässer aus herausragenden Jahrgängen, heißt seit<br />

dem Jahr 1917 »Castillo Ygay« und wurde in den<br />

letzten zwanzig Jahren nur achtmal produziert.<br />

Während die rote Version – der »Castillo Ygay Gran<br />

Reserva Especial« – im Schnitt für 184 Euro zu<br />

haben ist, ist die deutlich rarere weiße Version<br />

auch entsprechend teurer. Für sie zahlt man durchschnittlich<br />

619 Euro, wenn man sie noch findet. Die<br />

Londoner Weinbörse Liv-ex zählt Murrieta nicht nur<br />

zu den wichtigsten spanischen Weinmarken auf<br />

dem Sekundärmarkt, sondern auch zu den<br />

aktuellen Aufsteigern. moevenpick-wein.de,<br />

vinos.de, marquesdemurrieta.com<br />

VEGA SICILIA,<br />

RIBERA DEL DUERO<br />

Die Weine keines anderen spanischen Weinguts<br />

sind auf dem Sekundärmarkt so gefragt wie die von<br />

Vega Sicilia. Vega Sicilia ist Kult, genauso wie das<br />

Flaggschiff des Hauses, der »Unico«. Ein Wein, der<br />

einem Monument gleichkommt, das jeglichen<br />

Moden oder Trends trotzt. Bis heute kommt die<br />

Assemblage aus mindestens 80 Prozent Tempranillo,<br />

Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot und<br />

einem Hauch Albillo erst nach zehn Jahren auf den<br />

Markt. Eine echte Seltenheit in der heutigen,<br />

äußerst schnelllebigen Weinwelt. Und ein Überbleibsel<br />

des Önologen Txomin Garramiola, der die<br />

lange Reifedauer der Vega-Sicilia-Weine einführte<br />

und damit erste Erfolge feierte – unter anderem bei<br />

der Weltausstellung in Barcelona 1929. An der<br />

Tradition, die Vega Sicilia wohlig umhüllt, rüttelte<br />

auch die Familie Alvarez nicht, die das Weingut im<br />

Jahr 1982 übernahm. Der damals 20-jährige<br />

Anwalt Pablo Alvarez hauchte der Bodega neues<br />

Leben ein und machte sie endgültig zur spanischen<br />

Legende. Rund 450 Euro kostet eine Flasche der<br />

»Unico Gran Reserva« heute durchschnittlich auf<br />

dem freien Markt. Der Jahrgang 1921 liegt aktuell<br />

bei 3500 Euro und ist damit der teuerste. Die »Unico<br />

Reserva Especial«, ein Jahrgangsverschnitt, ist<br />

für etwa 440 Euro zu haben. Und auch der Einstiegswein<br />

des Hauses, der »Valbuena 5«, liegt im<br />

dreistelligen Bereich. gute-weine.de, vinos.de,<br />

cielo-del-vino.de, temposvegasicilia.com<br />

Kein anderes<br />

spanisches<br />

Weingut ist auf dem<br />

Sekundärmarkt so<br />

gefragt wie »Vega<br />

Sicilia« aus der Region<br />

Ribera del Duero.<br />

DOMINIO DE PINGUS,<br />

RIBERA DEL DUERO<br />

Wer weiß, wo Ribera del Duero heute ohne den<br />

Dänen Peter Sisseck stehen würde? Als Sisseck<br />

Mitte der 1990er in der Region aktiv wurde, war da<br />

freilich schon Vega Sicilia, doch damals war diese<br />

Weinlegende bloß eine nationale Größe. Zu internationalem<br />

Ruhm gelangte Ribera del Duero erst<br />

durch den Kritiker Robert Parker und den Wein<br />

eines damals jungen, sehr talentierten Winzers<br />

namens Sisseck. In der ersten Hälfte der 90er-Jahre<br />

entdeckte der Weinmacher zwei kleine Weinberge<br />

mit uralten Tempranillo-Weinstöcken in San<br />

Cristobal und Barrosso in der Region La Horra, die<br />

er erwerben konnte. Sissecks Flaggschiff, der<br />

»Pingus«, wird von Parker gleich mit dem Erstlingsjahrgang<br />

1995 mit sagenhaften 96 bis 100 Punkten<br />

gekürt. 2004 erreicht der Wein zum ersten Mal<br />

göttliche 100 Punkte und bugsierte sich und Ribera<br />

del Duero in den Weinolymp. Eine Flasche davon<br />

schlägt heute mit durchschnittlich 1600 Euro zu<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

29


wein / SPANISCHE LEGENDEN<br />

<<br />

Buche – bis dato der teuerste »Pingus«-Jahrgang<br />

überhaupt. Auch die Jahrgänge 2012, 2014,<br />

2016 und 2018 erhalten die Höchstnote vom Wine<br />

Advocate. Preislich liegen sie heute alle bei etwa<br />

1000 Euro pro Flasche. Deutlich günstiger ist der<br />

Zweitwein des Hauses, der »Flor de Pingus« zu<br />

haben, für dessen aktuellen Jahrgang 2020 durchschnittlich<br />

77 Euro anfallen. Noch mehr Bodenhaftung<br />

macht sich beim Drittwein, dem »Psi«,<br />

breit, für den Sisseck die Trauben zukauft und der<br />

für rund 30 Euro zu haben ist. ungerweine.de,<br />

bacchus-vinothek.de, weinco.de, pingus.es<br />

Mit seinem »Pingus« bugsierte<br />

Peter Sisseck die Region Ribera<br />

del Duero endgültig<br />

in den Weinolymp. Heute<br />

ist er einer der teuersten<br />

Weine ganz Spaniens.<br />

BODEGA DESCENDIENTES<br />

DE J. PALACIOS, BIERZO<br />

Nachdem der legendäre Winzer Alvaro Palacios in<br />

jungen Jahren das Priorat mit Grand Crus wie seinem<br />

»L’Hermita« aus dem Dornröschenschlaf<br />

weckte, suchte er eine neue Herausforderung. Die<br />

wartete auf ihn in der Region Bierzo im äußersten<br />

Nordwesten von Castilla y Leon, wo er 1999 mit<br />

seinem Neffen Ricardo Pérez Palacios die Bodegas<br />

Descendientes de J. Palacios in Corullón gründete.<br />

Gemeinsam retteten sie alte Rebparzellen, die mit<br />

der lokalen Sorte Mencia bepflanzt sind und die<br />

niemand mehr bewirtschaften wollte. Teils wurden<br />

die steilen, von Schiefer geprägten Parzellen mit<br />

ihren alten buschförmigen Mencia-Rebstöcken in<br />

Gobelet-Erziehung von Mönchen angelegt. Neben<br />

eleganten Einstiegsweinen wie dem absolut<br />

erschwinglichen »Pétalos« etwa produziert<br />

Palacios hier mehrere Single-Vineyards, unter<br />

denen der »La Faraona« als das Meisterstück gilt.<br />

Bereits zweimal erhielt der Wein vom Wine<br />

Advocate die Höchstnote von hundert Punkten,<br />

was den Legendenstatus des Weins natürlich<br />

befeuerte. Eine Flasche davon ist heute im Schnitt<br />

für rund 900 Euro zu haben. Der Jahrgang 2014,<br />

einer der 100-Punkte-Jahrgänge, ist aktuell der<br />

Teuerste und liegt bei etwa 1400 Euro.<br />

vinos.de, gute-weine.de, alvaropalacios.com<br />

30 falstaff jun <strong>2022</strong><br />

TESO LA MONJA,<br />

RIBERA DEL DUERO<br />

Mehr als 30 Millionen Euro soll die spanische Winzerfamilie<br />

Eguren 2007 erhalten haben, als sie die<br />

Bodega »Numanthia« in Toro an den Luxuskonzern<br />

LVMH verkaufte. Ein nettes Startkapital, um gleich<br />

wieder durchzustarten. Wieder in Toro, unweit von<br />

Numanthia, wo die Egurens bereits Jahre bevor der<br />

Deal zustande kam, uralte Rebberge kauften.<br />

Lagen in Dehesa La Granja mit beinahe ausschließlich<br />

wurzelechten, teils über hundertjährigen<br />

Rebstöcken der Sorte »Tinta de Toro«, einer sehr<br />

alten, autochthonen Spielart des Tempranillo. Die<br />

Erträge pro Hektar sind entsprechend gering, und<br />

die neu errichtete Bodega, in der die Trauben verarbeitet<br />

werden, ein wahres Schmuckstück. Genau<br />

hier entsteht heute einer der teuersten Weine Spaniens:<br />

der nach dem Weingut selbst benannte<br />

»Teso La Monja«. Ein hochkonzentrierter Tropfen,<br />

der die Quintessenz des Hauses darstellt und<br />

durchschnittlich für etwas mehr als 1000 Euro pro<br />

Flasche zu haben ist. Ein biodynamisch produzierter<br />

Wein, der sich aus dem Stegreif in die<br />

höchs ten Preisgefilde der spanischen Weinwelt<br />

bugsierte und damit für Furore sorgte. Aber nicht<br />

alle Weine von Teso La Monja sind derart kostspielig.<br />

Qualitativ gesehen nahezu gleichauf und preislich<br />

mit im Schnitt 130 Euro deutlich günstiger ist<br />

etwa der »Alabaster«. Ein echtes Schnäppchen.<br />

vinos.de, sierracantabria.com<br />

Hinweis: Zur Feststellung der Richtpreise auf dem internationalen Markt wurde auf die Suchmaschine<br />

wine-searcher.com zurückgegriffen, die weltweit Angebote des Fachhandels ausweist.<br />

<<br />

Fotos: Chisco de Santiago, beigestellt


Natürlich köstlich<br />

Das macht COMTÉ so einzigartig: Die herrliche Natur des französischen Jura-Massivs, einer urgesunden<br />

Landschaft im Osten Frankreichs, in der die rot-weißen Montbéliard-Kühe zu Hause sind, die natürliche<br />

Zubereitung aus frischer Rohmilch und zum Reifen die Ruhe, die nur die Natur schenken kann. Mindestens<br />

vier Monate, aber auch zwölf und mehr Monate, ruht jeder Laib im Reifekeller, wo er regelmäßig gewendet<br />

und mit Salzwasser eingerieben wird. Was auf den kräuter-verwöhnten Wiesen im Jura-Massiv beginnt,<br />

kommt so als naturreines, würzig-mildes Geschmackserlebnis auf den Tisch.<br />

www.comte.de<br />

www.comte.de/facebook<br />

www.instagram.com/comte_kaese/


wein / SPANIEN<br />

SPANIEN<br />

DIE NEUE<br />

WELLE<br />

Die spanische Weinszene hat in den letzten Jahren eine Dynamik<br />

entwickelt, wie man sie kaum wo auf der Welt findet. <strong>Falstaff</strong> hat aktuelle<br />

und zukünftige Trendregionen besucht und die wichtigsten Tendenzen in<br />

Galicien, Salamanca und Yecla ausgemacht.<br />

TEXT DOMINIK VOMBACH<br />

Der Ausdruck des Terroirs<br />

zählt zu den erklärten Zielen<br />

der neuen spanischen<br />

Winzergeneration.<br />

Foto: Shutterstock<br />

32 falstaff jun <strong>2022</strong>


jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

33


wein / SPANIEN<br />

Die malerischen<br />

Rebterrassen von<br />

Ribeira Sacra:<br />

Heimat einiger<br />

der aktuell<br />

angesagtesten<br />

spanischen Weine.<br />

K<br />

aum ein anderes Weinland<br />

entwickelt sich derzeit<br />

dynamischer als Spanien.<br />

Nachdem in den letzten<br />

Jahren etwa die Inselweine<br />

von sich reden machten, sind die aktuellen<br />

Hotspots der Innovation auch auf dem<br />

Festland zu finden. Praktisch im ganzen<br />

Land finden sich Produzenten, die fast<br />

vergessene Rebsorten und alte Traditionen<br />

wieder aufleben lassen. Sie stellen den<br />

Ausdruck des Terroirs über den Ausbau im<br />

Keller und Stichworte wie Eleganz und<br />

Individualität sind ihnen nicht fremd. Mit<br />

ihnen rücken unbekanntere,<br />

neue Weinregionen in<br />

den Fokus und werden zum wahren Eldorado<br />

für Entdecker. So wie etwa Galicien,<br />

im Nordwesten Spaniens. In den letzten<br />

Jahren erlangte die Region durch die<br />

frischen, Riesling-ähnlichen Albariños aus<br />

der Subzone Rias Baixas zwar einen<br />

gewissen Bekanntheitsgrad – die überaus<br />

spannenden Rotweine Galiciens hingegen<br />

sind bis heute ein gut gehütetes Geheimnis.<br />

Hergestellt werden sie häufig aus der<br />

Rebsorte Mencia. Eine Sorte, die in den<br />

letzten Jahren vor allem durch das angrenzende<br />

Weinanbaugebiet Bierzo und Winzer<br />

wie Raúl Pérez bekannt wurde. Pérez’<br />

filigrane Mencia, mit ihrer rassigen Säure<br />

und kühlen Aromatik gehören seit<br />

Raúl Pérez machte die<br />

Rebsorte Mencia in der<br />

Weinwelt bekannt. Im<br />

Keller übt er sich, wie<br />

so viele andere Winzer<br />

der neuen Generation, in<br />

Zurückhaltung.<br />

Jahren zum Besten, was man in Westspanien<br />

findet. Der umtriebige Weinmacher mit<br />

Rauschebart wirkt aber auch in Galicien.<br />

Genauer in der malerischen DO Ribeira<br />

Sacra, der einzigen DO Galiciens, in der<br />

Rotwein dominiert. Die steilen Rebterrassen,<br />

die sich hier entlang der Flüsse Sil und<br />

Miño reihen, sind ähnlich spektakulär wie<br />

die an der Mosel. Pérez ist nicht der einzige<br />

Starwinzer, den die Region anzog. Seit dem<br />

Jahr 2002 ist hier auch das Önologentraumpaar<br />

René Barbier Junior und Sara Pérez<br />

aus dem Priorat an einem Projekt beteiligt.<br />

Sie sind verantwortlich für die Weine von<br />

Dominio do Bibei. Der Topwein des Gutes,<br />

»Lacima« – natürlich ein Mencia – erinnert<br />

in seiner Finesse durchaus an feinste<br />

Burgunder und verkörpert auf ganzer Linie<br />

das neue, elegante Spanien. Auch in der<br />

ansonsten von Albariño dominierten DO<br />

Rias Baixas finden sich einzigartige<br />

Rotweine. Manuel Moldes Moraña, ein<br />

Ex-Banker, der im Jahr 2011 die Bodegas<br />

Fulcro gründete, keltert hier etwa den<br />

Aliaxe. Eine Assemblage aus den Sorten<br />

Espadeiro und Caiño Longo, die an Trinkfluss<br />

und Frische kaum zu überbieten ist.<br />

GEHEIMTIPP SALAMANCA<br />

Weitere neue Weinhotspots in Spanien sind<br />

die Sierra de Gredos und die zwei Stunden<br />

südlich liegende Sierra de Salamanca. Die<br />

beiden Gebirgszüge liegen westlich von<br />

Madrid, nahe an der portugiesischen<br />

Grenze. Zu römischen Zeiten existierte<br />

hier eine blühende Weinkultur. Mit dem<br />

Verschwinden der lokalen Kooperativen in<br />

Salamanca in den 1950er-Jahren<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

34 falstaff jun <strong>2022</strong>


verschwand aber auch der Weinbau in der<br />

Region fast komplett. Heute machen auch<br />

hier neue Weinmacher von sich reden und<br />

wecken die Region aus dem Dornröschenschlaf.<br />

Beispielsweise César Ruiz, ein<br />

Weinhändler für französische Weine und<br />

Weinbarbetreiber, in Madrid. Bei seinem<br />

Projekt »Viñas Serranas« widmet er sich der<br />

Rebsorte »Rufete« – eine autochthone<br />

Sorte, die schlanke, elegante Weine mit<br />

intensiver Frucht hervorbringt. Sein Fuente<br />

Grulla stammt von mehr als 80-jährigen Reben.<br />

Ein tiefgründiger, floraler, dunkelbeeriger,<br />

kräutriger und ebenso frischer Wein<br />

KAUM EIN ANDERES<br />

WEINLAND AUF<br />

UNSEREM PLANETEN<br />

ENTWICKELT SICH<br />

DERZEIT SO<br />

DYNAMISCH WIE<br />

SPANIEN.<br />

mit edlen Gerbstoffen und großer Länge.<br />

Ein echter Burgunder-Typus aus Spanien.<br />

YECLA: MONASTRELL-PARADIES<br />

Was in der Sierra de Salamanca die Eleganz<br />

und Frische ist, ist in der Mini-DO Yecla<br />

die natürliche Kraft und Konzentration, die<br />

den Weinen hier eigen ist. Yecla liegt im<br />

Südosten Spaniens, rund um die gleichnamige<br />

Stadt in der Provinz Murcia. Auf den<br />

kargen, von Kalkstein geprägten Böden<br />

Yeclas gedeiht hauptsächlich die Rebsorte<br />

»Monastrell« – in Frankreich auch als<br />

Mourvedre bekannt. Häufig sind die<br />

<<br />

Vorreiter der neuen spanischen<br />

Winzergarde: Raúl Pérez.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

35


wein / SPANIEN<br />

<<br />

Rebstöcke noch wurzelecht, wurden<br />

also vor der Reblauskatastrophe<br />

angepflanzt. Und wie viele der heute<br />

spannendsten Regionen Spaniens war<br />

auch Yecla lange Zeit nur für die Fassweinproduktion<br />

bekannt. Bis vor wenigen<br />

Jahren verließen jährlich rund zwölf<br />

Millionen Liter Wein die Region. Heute<br />

wird noch halb so viel Wein produziert.<br />

Yecla befindet sich aktuell im Umbruch und<br />

orientiert sich neu. Viele der kleinen<br />

Traubenproduzenten, die ihre Ernte an eine<br />

Handvoll Kellereien abtreten, gaben in den<br />

letzten Jahren auf – alleine in den letzten<br />

fünf waren es 240. Dies, obwohl die Region<br />

Uralte, wurzelechte Monastrell-Reben gehören zum Schatz der Region Yecla.<br />

IN GANZ SPANIEN<br />

FINDEN SICH<br />

PRODUZENTEN, DIE<br />

FAST VERGESSENE<br />

REBSORTEN UND ALTE<br />

TRADITIONEN WIEDER<br />

AUFLEBEN LASSEN.<br />

durchaus Potenzial besitzt. Alte Rebbestände,<br />

beste Bedingungen für den Bioanbau,<br />

freie Rebflächen. All das ist in Yecla gegeben<br />

und wird künftig neue, innovative Weinbauprojekte<br />

anziehen. Die Önologin Angela<br />

Castaño hat dieses Potenzial bereits<br />

erkannt. Sie war zuvor unter anderem bei<br />

den Perrins auf Beaucastel in Châteauneuf-du-Pape<br />

und glaubt fest an den<br />

Monastrell aus den Höhenlagen Yeclas, die<br />

auf etwa 700 bis 800 Metern liegen. Wie<br />

viele der jüngeren Weinmacher Spaniens<br />

sucht auch sie nach Frische und Eleganz in<br />

den Weinen. Aktuell handelt es sich dabei<br />

aber noch um Ausnahmen im Sortiment<br />

des Weinguts ihrer Familie, der Bodegas<br />

Castaño. Am Monte Arabí, der zum<br />

UNESCO-Weltkulturerbe gehört, rettete sie<br />

uralte Monstrellrebstöcke vor der Rodung.<br />

Daraus kelterte sie im letzten Jahr erstmals<br />

Weine, die bei uns einen bleibenden Eindruck<br />

hinterließen. In Spanien gibt es sie<br />

heute eben überall, die innovativen Weinmacher<br />

und Weinmacherinnen, die neue<br />

Wege gehen.<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

36 falstaff jun <strong>2022</strong>


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Mit acht verschiedenen Modellen - von smart bis<br />

sportlich - bietet MR MARVIS die perfekten Shorts<br />

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in Portugal handgefertigt, aus hochwertigen<br />

Stoffen wie Stretch-Baumwolle, luftigem Piqué<br />

und leichtem Leinen. Verfügbar in über 60<br />

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wein / SPANIEN<br />

BEST OF<br />

NEUES SPANIEN<br />

98<br />

94<br />

93<br />

2019 LA VIZCAINA LA<br />

VITORIANA MENCIA<br />

Bodegas y Viñedos Raul Perez<br />

Bierzo<br />

Elegantes Bukett mit Noten von<br />

dunklen und roten Waldbeeren, Sauerkirsche<br />

und Brombeere. Zudem<br />

mineralisch-würzige Anklänge und<br />

etwas Gewürznelke sowie Pfeffer.<br />

Am Gaumen saftig und aromatisch<br />

mit Sauerkirsche und Blutorange.<br />

Feinkörniges Tannin und langer<br />

Abgang mit würzigem Einschlag.<br />

Wirkt salzig-mineralisch.<br />

gute-weine.de, € 55,–<br />

2020 ROZAS 1ER CRU<br />

GARNACHA<br />

Comando G Viticultores<br />

Sierra de Gredos<br />

In der Nase Noten von roter Johannisbeere,<br />

Grapefruit und Kirsche.<br />

Zudem kräutrig-würzige Anklänge<br />

und ein Hauch Veilchen. Am Gaumen<br />

filigran und rotfruchtig mit eleganter<br />

Säure. Geschliffenes Tannin<br />

und langer Abgang mit salzigmineralischem<br />

Einschlag.<br />

gute-weine.de<br />

€ 44,–<br />

2018 ALIAXE TINTO ATLANTICO<br />

Bodegas Fulcro, Rias Baixas<br />

Frisches, von roter Frucht dominiertes<br />

Bukett. Noten von Sauerkirsche<br />

und roter Johannisbeere.<br />

Zudem würzig-balsamische Anklänge.<br />

Am Gaumen leichtfüßig, mit<br />

überaus saftiger Säure. Auch hier<br />

vor allem rote Beerenfrucht. Feinkörniges<br />

Tannin und langer Abgang.<br />

Großer Trinkfluss.<br />

viniculture.de<br />

€ 19,90<br />

96<br />

94<br />

93<br />

2018 VALDEORRAS AS<br />

CABORCAS<br />

Bodegas Telmo Rodriguez<br />

Ladeiras Do Xil, Valdeorras<br />

Fruchtig-würziges Bukett mit Noten<br />

von Himbeere, Sauerkirsche und<br />

dunklen Waldbeeren. Zudem<br />

Anklänge von Lakritze und kräutrig-würzige<br />

sowie florale Nuancen.<br />

Am Gaumen frisch und auf seine<br />

Weise wild. Mit Aroma von dunklen<br />

Beeren und einer kräutrigen Würze.<br />

Elegante Säure, ebensolches Tannin,<br />

langer Abgang.<br />

gute-weine.de, € 49,–<br />

2017 LACIMA<br />

Dominio do Bibei, Ribeira Sacra<br />

Komplexes Bukett mit Noten von<br />

Himbeere, dunklen Waldbeeren<br />

und florale Anklänge. Außerdem<br />

Nuancen von Pfeffer. Am Gaumen<br />

straffe Säure, wirkt saftig und<br />

elegant. Reife Tannine und<br />

langer Abgang.<br />

freiheit-vinothek.de<br />

€ 45,–<br />

X2016 CASA CISCA<br />

Bodegas Castaño, Yecla<br />

Intensives Bukett mit Noten von reifen<br />

Waldbeeren, Zwetschge und Kirsche.<br />

Würzige Anklänge von Zimt<br />

und Pfeffer. Am Gaumen animierende<br />

Säure, konzentrierte dunkle und<br />

helle Beerenfrucht. Geschliffenes<br />

Tannin und langer Abgang. Schöner<br />

Monastrell mit Tiefgang.<br />

moevenpick-wein.de<br />

€ 52,–<br />

95<br />

93<br />

91<br />

2018 ARREBATACAPAS<br />

Telmo Rodriguez – Pegaso Vinas<br />

Viejas, Sierra de Gredos<br />

Konzentrierte Fruchtaromatik in der<br />

Nase. Noten von reifen roten Beeren<br />

und Sauerkirsche. Zudem balsamische<br />

Anklänge, Lakritze, Melisse<br />

und Eukalyptus sowie mineralische<br />

Nuancen. Am Gaumen würzigfruchtig,<br />

mit Pflaume, Kirsche und<br />

Minze. Reifes, feinkörniges spürbares<br />

Tannin, langer Abgang.<br />

gute-weine.de<br />

€ 55,–<br />

2019 A BOCA DO DEMO<br />

Castro Candaz Raúl Pérez -<br />

Rodrigo Méndez, Ribeira Sacra<br />

Frisches, fruchtiges Bukett mit<br />

Noten von hellen roten Beeren, Himbeere,<br />

Erdbeere und etwas Granatapfel.<br />

Anklänge von Zitrusfrüchten<br />

und Veilchen sowie kräutrig-würzige<br />

Nuancen. Am Gaumen schöne, konzentrierte<br />

Frucht und animierende<br />

Säure. Feinkörniges leicht spürbares<br />

reifes Tannin. Langer saftiger<br />

Abgang auf würzigen Noten.<br />

hispavinus.de, € 27,–<br />

2019 EL CICLON SERRANO<br />

Viñas Serranas<br />

Sierra de Salamanca<br />

In der Nase frische, saftige Frucht<br />

mit Noten von dunklen Waldbeeren,<br />

Zwetschge und Kirsche. Zudem<br />

kräutrige-würzige Nuancen und ein<br />

floraler Touch. Am Gaumen animierend,<br />

mit schöner saftiger Säure und<br />

feinkörnigem Tannin. Erinnert an<br />

das Beaujolais. Langer Abgang.<br />

decantalo.com<br />

€ 11,10<br />

Fotos: beigestellt<br />

38 falstaff jun <strong>2022</strong>


WEINKELLEREI LENZ MOSER<br />

Kellereileiter Ing. Michael<br />

Rethaller wählt für die<br />

Kreation der Lenz Moser<br />

Selection nur die besten<br />

Trauben aus.<br />

VON DER VISION<br />

ZUR TR ADITION<br />

In der Weinkellerei Lenz Moser sind die Meilensteine der<br />

weinbaulichen Entwicklung harmonisch vereint. Hier entstehen Weine,<br />

die Jahr für Jahr mit ehrenvollen Auszeichnungen geadelt werden.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Martin Eder; Monika Löff; beigestellt<br />

Die Innovation von heute ist die<br />

Tradition von morgen. Viele<br />

Impulse, welche von Lenz<br />

Moser ausgingen, haben den<br />

Weinbau in Österreich und weit darüber<br />

hinaus geprägt. Bei all der Weiterentwicklung<br />

hat das Holzfass einen konstant<br />

hohen Stellenwert in der Rohrendorfer<br />

Weinkellerei. Im beschaulichen Gutskeller<br />

reifen Blauer Zweigelt, Cabernet<br />

Sauvignon und Merlot in Holzfässern von<br />

225 bis zu 56.589 Litern Fassungsvermögen.<br />

Kellereileiter Ing. Michael Rethaller<br />

schätzt an diesem Gebinde den natürlichen<br />

Aspekt in der Weinwerdung. »Holz ist in<br />

seiner Interaktion mit dem Wein nie zur<br />

Gänze berechenbar und braucht daher<br />

besondere Hingabe. Das bedeutet auch,<br />

dass die Handschrift des Kellermeisters<br />

umso deutlicher zur Geltung kommt.«<br />

Bereits in den 1970er-Jahren begann man<br />

bei Lenz Moser, Wein in kleinen französischen<br />

Eichenholzfässern – sogenannten<br />

Barriques – auszubauen, und nahm damit<br />

eine Vorreiterrolle in Österreich ein.<br />

GARANT FÜR HOHE<br />

AUSZEICHNUNGEN<br />

Indessen werden weitere Innovationen vorgestellt.<br />

So dürfen sich Weinliebhaberinnen<br />

und Weinliebhaber über einen Neuzugang<br />

bei der Weinlinie Servus in Form eines Rosé<br />

halbtrocken freuen. Zuvor haben außerdem<br />

die beiden Weine Lenz Rock und Lenz<br />

Dance Einzug ins Sortiment gehalten,<br />

speziell kreiert für eine jüngere Zielgruppe.<br />

Beständiges Qualitätsstreben, das Erkennen<br />

langfristiger Trends und vorausschauendes<br />

Agieren machen die Weine von Lenz Moser<br />

zu Garanten für hohe Auszeichnungen. Im<br />

Jahr 2021 konnte sich das Team von Lenz<br />

Moser über stattliche 52 Goldmedaillen<br />

freuen, darunter je einmal Gold für den<br />

Lenz Moser Selection Grüner Veltliner 2020<br />

bei der Niederösterreichischen Weinprämierung<br />

und für den Lenz Moser Selection<br />

Blauer Zweigelt 2019 bei der Weinprämierung<br />

Burgenland, wozu auch noch der Titel<br />

Finalist kam. Gekrönt wurden diese Erfolge<br />

mit der Verleihung des Titels »Bester Produzent<br />

aus Österreich« durch den renommierten<br />

MUNDUS-VINI-Wettbewerb. Es<br />

lohnt sich sichtlich, nach den Weinen von<br />

Lenz Moser Ausschau zu halten.<br />

INFO<br />

Weinkellerei Lenz Moser<br />

Lenz-Moser-Straße 1, 3495 Rohrendorf bei Krems<br />

lenzmoser.at<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 39


Edle Rioja-Weine zum<br />

Martilo Crianza 2019<br />

Die Tempranillo-Reben für diesen Wein gedeihen<br />

naturnah in großer Biodiversität. Nach sorgfältiger<br />

Lese reifte dieser Wein über 12 Monate im Holzfass.<br />

Das Bouquet ist bestimmt durch dunkle Früchte und<br />

Beeren, Lakritz, Vanille und Gewürznelke. Am Gaumen<br />

ausgewogen, mit vollem Körper, feinen<br />

Tanninen und angenehmer Frische.<br />

Faustino Tinto Crianza 2018<br />

Die bekannte Bodega Faustino überzeugt mit einer<br />

einzigartigen Rioja-Crianza im modernen Stil. Aromen<br />

reifer dunkler Früchte und Beeren sind schön<br />

verbunden mit Röstnoten und würzigen Aspekten,<br />

wie Vanille und einem Hauch Balsamico. Am Gaumen<br />

kraftvoll mit mineralischer Frische, seidigen<br />

Tanninen und ganz besonderer Eleganz.<br />

D.O. Ca. Rioja<br />

Tempranillo<br />

Trocken, 13,0 % Vol.<br />

9,95 €<br />

0,75 Liter (13,27 €/l)<br />

D.O. Ca. Rioja<br />

Tempranillo<br />

Trocken, 13,5 % Vol.<br />

7,95 €<br />

0,75 Liter (10,60 €/l)<br />

Amastros Crianza 2017<br />

100 % Tempranillo und über 12 Monate in Barriques<br />

aus französischer und amerikanischer Eiche – das<br />

bildet die solide Grundlage für diese feine Rioja-<br />

Crianza. Das Bouquet hält Aromen reifer Früchte<br />

bereit, untermalt von feinwürzigen Nuancen vom<br />

Barriqueausbau. Am Gaumen zeigt er sich vollmundig<br />

mit schöner Struktur und Länge.<br />

Flor de Sara Crianza 2018<br />

Einer der Erfolgsfaktoren dieser feinwürzigen<br />

Crianza ist die sorgfältige Lese und Verarbeitung der<br />

Trauben. Vordergründig bestimmen fruchtige Noten<br />

zum Beispiel der Süßkirsche das Bouquet. Außerdem<br />

hält das Geschmacksprofil feine Röstaromen<br />

und balsamische Noten bereit. Am Gaumen schön<br />

komplex, elegant und lang anhaltend.<br />

D.O. Ca. Rioja<br />

Tempranillo<br />

Trocken, 14,0 % Vol.<br />

13,95 €<br />

0,75 Liter (18,60 €/l)<br />

D.O. Ca. Rioja<br />

Tempranillo<br />

Trocken, 14,0 % Vol.<br />

9,95 €<br />

0,75 Liter (13,27 €/l)<br />

Avior Crianza 2018<br />

Avior steht für erstklassige Rioja-Qualität und das<br />

gilt auch für diese Crianza: Das Bouquet begeistert<br />

mit fruchtigen Aromen, die perfekt mit Noten von<br />

Vanille, Kakao und Schokolade aus der Holzfassreife<br />

kombiniert sind. Dieser Tempranillo ist einfach<br />

wunderbar frisch und lebendig und endet in einem<br />

samtig-weichen Finale.<br />

Barriton Crianza 2018<br />

Die Reben für diesen Wein stehen in den Bergen<br />

auf 400-600 Höhenmetern im Herzen der Rioja.<br />

Hier herrschen beste Verhältnisse für die optimale<br />

Reifung der Trauben, was sich auch im Ergebnis<br />

zeigt. Durch die 12-monatige Barrique-Reife begeistert<br />

dieser rundum gelungene Tempranillo mit<br />

einer schönen Würze und besonderem Charme.<br />

D.O. Ca. Rioja<br />

Tempranillo<br />

Trocken, 13,5 % Vol.<br />

11,95 €<br />

0,75 Liter (15,93 €/l)<br />

D.O. Ca. Rioja<br />

Tempranillo<br />

Trocken, 13,5 % Vol.<br />

12,95 €<br />

0,75 Liter (17,27 €/l)<br />

* Versandkostenfreiheit gilt bei Erstkauf bei Vinos, ansonsten gelten die Standard-Lieferbedingungen. Das Angebot enthält 6 Weine aus Spanien à 0,75l/Fl. und 2 Gläser von<br />

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Spanien <strong>2022</strong><br />

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Schott Zwiesel gratis. Sollte ein Wein ausverkauft sein, wird automatisch der Folgejahrgang oder ein mind. gleich- oder höherwertiger Wein beigefügt. Aktueller Paketinhalt unter<br />

(Mo-Fr 8-18 Uhr), zertifizierter Bio-Fachhändler (DE-ÖKO-037). Online: vinos.de/riojareise Artikelnummer: 34499


wein / SPANIEN<br />

SPANIENS SPITZENROTWEINE:<br />

WOHER KOMMT DIE<br />

KRAFT?<br />

Spanien ist berühmt für lagerfähige Rotweine, die vor Kraft und<br />

Tiefe nur so strotzen. Einige dieser Weine wurden in den letzten<br />

Jahren mit Höchstnoten bedacht und haben damit ganze<br />

Landstriche legendär gemacht. Was ist das Geheimnis der<br />

ikonenhaften, gehalt- und kraftvollen Rotweine aus Regionen<br />

wie Ribera del Duero, Toro oder dem Priorat?<br />

TEXT BENJAMIN HERZOG<br />

Fotos: Shutterstock, José I. Berdón / CRDO Ribera del Duero<br />

42 falstaff jun <strong>2022</strong>


Die Reben Spaniens – im<br />

Bild links ein alter Stock in<br />

Ribera del Duero – sorgen für<br />

kräftige Weine. Was ist ihr<br />

Geheimnis?<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

43


wein / SPANIEN<br />

Wein ist Sonnenlicht,<br />

das von Wasser<br />

zusammengehalten<br />

wird« – diese Aussage<br />

des italienischen<br />

Gelehrten Galileo Galilei ist heute in<br />

verschiedenen Versionen auf Postkarten<br />

oder als Wandbild in Vinotheken zu finden.<br />

Doch nicht nur das – sie entspricht auch in<br />

weiten Teilen der Wahrheit. Wasser und<br />

Sonne sind zwei ganz entscheidende<br />

Einflussfaktoren auf das Wachstum der<br />

Reben, deren Trauben und somit auch auf<br />

den daraus resultierenden Wein.<br />

Die Sonne Spaniens ist legendär und<br />

genauso die Annahme, dass die Hitze<br />

Iberiens für die Kraft in den spanischen<br />

Weinen verantwortlich ist. Das stimmt –<br />

aber nur teilweise.<br />

Während sich die touristischen Zentren<br />

Spaniens zum größten Teil an den Küsten<br />

befinden, konzentrieren sich die größten<br />

Weinhotspots auf das Landesinnere. Ein<br />

großer Teil dieser Zone des Landes befindet<br />

sich auf der sogenannten Meseta Ibérica,<br />

weit vom Meer entfernt. Dabei handelt<br />

es sich um ein 200.000 Quadratmeter<br />

großes Hochplateau von etwa 500 bis<br />

1000 Metern Höhe. Der südliche Teil der<br />

Meseta wird vom Fluss Tajo entwässert,<br />

wichtigste Weinregion ist La Mancha –<br />

die mengenmäßig größte Weinregion<br />

<<br />

Die berühmte Kellerei Aalto in Ribera del Duero<br />

wurde im Jahr 1999 gegründet – heute gehört<br />

sie zu den bekanntesten Betrieben der Region.<br />

DIE BESTEN:<br />

RIBERA<br />

DEL DUERO<br />

VEGA SICILIA<br />

temposvegasicilia.com<br />

Unico Reserva Especial, € 400,–<br />

Durchgestylt: Der 2016 erbaute neue<br />

Teil der Kellerei Aalto in Quintanilla<br />

de Arriba bei Valladolid in der Region<br />

Ribera del Duero.<br />

DOMINIO DE PINGUS<br />

pingus.es<br />

Pingus, € 990,–<br />

DOMINIO DEL ÁGUILA<br />

dominiodelaguila.com<br />

Peñas Aladas Gran Reserva, € 200,–<br />

DOMINIO DE ES<br />

bertrandsourdais.com<br />

La Diva, € 550,–<br />

AALTO<br />

aalto.es<br />

Aalto PS, € 80,–<br />

DOMINIO DE ATAUTA<br />

dominiodeatauta.com<br />

La Roza, € 240,–<br />

BODEGAS ALIÓN<br />

temposvegasicilia.com<br />

Alión, € 100,–<br />

Fotos: José I. Berdón / CRDO Ribera del Duero, beigestellt<br />

44 falstaff jun <strong>2022</strong>


DER GELEHRTE<br />

GALILEO GALILEI<br />

BEZEICHNETE WEIN<br />

EINST ALS SONNEN-<br />

LICHT, DAS VON<br />

WASSER ZUSAMMEN-<br />

GEHALTEN WIRD.<br />

Spaniens Sonne ist legendär und<br />

genauso die Annahme, dass die Hitze<br />

Iberiens für die Kraft in den spanischen<br />

Weinen verantwortlich ist. Das stimmt –<br />

aber nur teilweise.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

45


wein / SPANIEN<br />

<<br />

Spaniens. Der nördliche Teil der Meseta<br />

wiederum ist mehr oder weniger identisch<br />

mit der Region Kastilien und León.<br />

Berühmtestes Anbaugebiet in dieser Zone<br />

ist Ribera del Duero und wichtigster Fluss<br />

ist folgerichtig der Duero. In unmittelbarer<br />

Umgebung befinden sich auch die heute<br />

weltberühmte Weißweinregion Rueda<br />

DIE BESTEN:<br />

TORO<br />

NUMANTHIA<br />

numanthia.com<br />

Termanthia, € 230,–<br />

TESO LA MONJA<br />

sierracantabria.com<br />

Teso La Monja, € 1200,–<br />

DOMINIO DEL BENDITO<br />

bodegadominiodelbendito.com<br />

La Cuesta de las Musas, € 150,–<br />

PINTIA<br />

temposvegasicilia.com<br />

Pintia, € 60,–<br />

Die gebürtige Französin Marine Roussel<br />

gehört seit 2019 zum jungen Winzer- und<br />

Weinmacherteam der legendären Toro-Bodega<br />

Numanthia des Luxuskonzerns LVMH.<br />

WAS DIE KRAFT DER<br />

WEINE BETRIFFT,<br />

SETZT TORO IM<br />

GEGENSATZ ZUM<br />

BENACHBARTEN<br />

RIBERA DEL DUERO<br />

NOCH EINEN DRAUF.<br />

sowie das Gebiet Toro, das die Kunst des<br />

kräftigen Rotweins in neue Sphären hebt.<br />

DIE NEUZEIT DES WEINS<br />

Noch vor 50 Jahren waren Kastilien und<br />

León unter Weinnasen weitgehend unbekannt.<br />

Einzig das schon in den 1970er-Jahren<br />

renommierte Gut Vega Sicilia deutete<br />

an, dass der allgegenwärtige Tempranillo<br />

hier nicht nur gehaltvolle, sondern ebenfalls<br />

konzentrierte Rotweine hervorbringen<br />

kann. Die Neuzeit des Weins in Kastilien<br />

und León begann erst mit der Schaffung<br />

der Ursprungsbezeichnungen für Weißweine<br />

aus dem Rueda (1980) sowie für<br />

Rotweine aus Ribera del Duero (1982)<br />

und Toro (1986).<br />

Ribera del Duero hat mit seinen Rotweinen<br />

einen wahren Siegeszug hingelegt.<br />

Was den Durchschnittspreis pro Flasche<br />

betrifft, überflügelt es traditionelle<br />

Regionen aus Spanien und auch anderen<br />

Ländern schon lange.<br />

Doch was ist das Geheimnis der Weinregionen?<br />

Woher kommt die Kraft der<br />

Ribera-Weine? Wer Ribera del Duero je<br />

bereist hat, hat die Antwort vermutlich am<br />

eigenen Leib erfahren: Die Region ist wie<br />

weite Teile der Meseta geprägt von<br />

Toro ist ein Land der Extreme – im Sommer<br />

ist es kochend heiß, im Winter bitterkalt,<br />

zudem wächst hier der besonders<br />

konzentrierte Tempranillo-Klon Tinta de<br />

Toro. Im Bild eine Parzelle von Numanthia.<br />

Fotos: beigestellt<br />

46 falstaff jun <strong>2022</strong>


Beste Lagen im Priorat<br />

sind die Basis für den<br />

Sobre Todo von Master of<br />

Wine Philipp Schwander.<br />

Seine Sobre Todo Master<br />

Selection 2017 erhielt<br />

von <strong>Falstaff</strong> sagenhafte<br />

100 Punkte.<br />

extremen Temperaturen. Es ist nicht nur im<br />

Sommer extrem heiß und im Winter extrem<br />

kalt, sondern auch die Tages- und Nachttemperaturen<br />

weisen eine enorme Spanne<br />

auf. Im Spätherbst nach der Ernte beispielsweise<br />

kann es durchaus vorkommen, dass<br />

der Boden am Morgen noch von Frost<br />

bedeckt ist und man gegen Mittag nur<br />

mehr einen leichten Pullover braucht, um in<br />

der Sonne sein Mittagessen zu genießen.<br />

Diese Witterungsbedingungen stressen die<br />

Reben und sorgen dafür, dass sich ihre<br />

ganze Kraft in den Trauben konzentriert.<br />

Die 1999 gegründete Bodega Aalto gilt<br />

längst als legendär in Ribera del Duero, der<br />

Spitzenwein Aalto PS gilt als Benchmark<br />

und zeigt auf eindrückliche Weise, welche<br />

Kraft und welchen Gehalt die Weine aus<br />

der Region hervorbringen können. Auch<br />

die Kritiker sehen dies so. Der Wein gehört<br />

Jahr für Jahr zum Besten, was die Region<br />

zu bieten hat.<br />

Was die Kraft der Rotweine betrifft, setzt<br />

das benachbarte Toro im Vergleich zu<br />

Ribera del Duero noch einen drauf. Das<br />

Klima ist auch hier extrem, die Böden sind<br />

aber noch karger. Sie sind geprägt von<br />

Sand, Eisen und Kalk. Die Kraftpakete des<br />

Toro entstehen ebenfalls aus der Sorte<br />

Tempranillo, jedoch wird diese hier als<br />

Tinta de Toro bezeichnet. Wobei dieser<br />

Name mehr ist als ein einfaches Synonym.<br />

Tinta de Toro ist ein lokaler Typus des<br />

ALTE REBEN SIND<br />

IM PRIORAT KEINE<br />

SELTENHEIT. DIE<br />

BIS ZU 100-JÄHRIGEN<br />

REBSTÖCKE SORGEN<br />

FÜR EINE NATÜRLICHE<br />

KONZENTRATION.<br />

Tempranillo, der sich über die Jahre an die<br />

kargen Böden und die extreme Witterung<br />

angepasst hat. Bemerkenswert sind<br />

insbesondere die kleinen Beeren sowie die<br />

dicken Beerenhäute, die den Tinta de Toro<br />

prägen. Sie sorgen für eine zusätzliche<br />

Konzentration im Wein.<br />

Zu den Wegbereitern der Region gehört<br />

das Weingut Numanthia, das seit einigen<br />

Jahren zum französischen Luxuskonzern<br />

LVMH gehört. Mit dem Wein Termanthia<br />

2004 machte das Weingut die Region im<br />

Schnelldurchlauf zur Legende – Robert<br />

Parker adelte den Jahrgang 2004 mit vollen<br />

100 Punkten.<br />

DIE BESTEN:<br />

PRIORAT<br />

ALVARO PALACIOS<br />

alvaropalacios.com<br />

L’Ermita, € 1000,–<br />

TERROIR AL LÍMIT<br />

terroir-al-limit.com<br />

Les Tosses/Les Manyes, € 220,–<br />

CLOS MOGADOR<br />

closmogador.com<br />

Clos Mogador, € 70,–<br />

SOBRE TODO<br />

selection-schwander.ch<br />

Sobre Todo Master Selection, k. A.<br />

WUNDERREGION PRIORAT<br />

Karge Böden, extreme Wetterbedingungen<br />

und Traubensorten, die für zusätzlichen<br />

Gehalt sorgen, sind für die Kraft des<br />

spanischen Rotweins verantwortlich. Diese<br />

Attribute beschränken sich jedoch keinesfalls<br />

nur auf das Landesinnere Spaniens.<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

47


wein / SPANIEN<br />

VIELE WEINE<br />

SPANIENS SIND<br />

HEUTE ELEGANTER<br />

GEWORDEN, AN<br />

GEHALT UND TERROIR-<br />

CHARAKTER HABEN SIE<br />

NICHTS EINGEBÜSST.<br />

<<br />

Auch im katalanischen Priorat sind diese<br />

allgegenwärtig. Eine Gegend, die aus der<br />

spanischen Rotweinspitze nicht wegzudenken<br />

ist. Es war Weinmacher René Barbier,<br />

der 1979 das riesige Potenzial der Region<br />

erkannte und mit Freunden das Projekt<br />

Clos Mogador ins Leben rief. Den Priorat-<br />

Crus verleiht der besondere Boden ihren<br />

mineralisch-eigenständigen Charakter. Die<br />

Reben wurzeln hier im »Llicorella«, einem<br />

feinblättrigen Schieferboden mit Quarzeinschlüssen.<br />

Und trotz der Nähe zum<br />

Mittelmeer ist das Klima mild und trocken.<br />

Die Niederschläge von durchschnittlich<br />

500 Millimetern pro Jahr fallen fast<br />

ausschließlich in den Wintermonaten. Und<br />

dann wären da noch die uralten, teilweise<br />

mehr als 100-jährigen Rebparzellen, die<br />

auf natürliche Weise die Erntemenge<br />

begrenzen und somit konzentrierte Weine<br />

liefern. Die Weine der Pioniere der Region<br />

erregten schnell weltweites Aufsehen, der<br />

endgültige Durchbruch gelang schließlich<br />

1993, als Alvaro Palacios seinen Ermita aus<br />

dem Priorat teurer auf den Markt brachte<br />

als den damals teuersten Wein Spaniens –<br />

den Vega Sicilia Unico. Das Priorat ist bis<br />

heute ein Garant für herausragende Weine.<br />

In den letzten 15 Jahren ist die Kraft und<br />

Opulenz der Weine – nicht nur im Priorat –<br />

durch eine modern anmutende Eleganz mit<br />

niedrigerem Alkoholgehalt ergänzt worden.<br />

Für den eleganteren Stil stehen zum<br />

Beispiel die Weine des deutschen Dominik<br />

Huber, der mit Terroir al Límit heute zur<br />

absoluten Spitze Spaniens gehört. Seine<br />

Weine sind zwar weniger kraftvoll als viele<br />

Gewächse aus der Nachbarschaft, an<br />

Gehalt und Terroircharakter ärmer sind sie<br />

deshalb aber keinesfalls.<br />

Noch heute zieht das Priorat Weininnovatoren<br />

an. Zu den jüngeren Beispielen gehört<br />

etwa der Schweizer Weinhändler und Master<br />

of Wine Philipp Schwander. Mit seinem<br />

Sobre Todo 2016 erreichte er fantastische<br />

98 <strong>Falstaff</strong>-Punkte und legte erst kürzlich<br />

mit dem 2017er nach: Die <strong>Falstaff</strong>-Verkoster<br />

haben für den Sobre Todo Master Selection<br />

2017, einen Reserva-Wein, die Höchstnote<br />

von 100 Punkten vergeben. Kraft und<br />

Eleganz halten sich bei dem komplexen,<br />

vielschichtigen Gewächs die Waage. Ein<br />

Wein von Weltklasse, gewachsen in einer der<br />

besten Rotweinregionen Spaniens – und weit<br />

über Spanien hinaus.<br />

<<br />

Terroir al Límit: Der Deutsche Dominik Huber<br />

und die Weinmacherin Tatjana Peceric stehen<br />

für den eleganteren Stil der Region Priorat.<br />

Fotos: Smith und Smith / Tanja Wenger<br />

48 falstaff jun <strong>2022</strong>


Perfekt am Gaumen.<br />

Schmeichelt der Hüfte.<br />

Neu!<br />

Zuckerfrei


Sonoma County ist eines<br />

der zahlreichen Anbaugebiete<br />

im Weinparadies Kalifornien.<br />

EASY GOING &<br />

EASY DRINKING<br />

Der kalifornische Lebensstil ist geprägt von einer ansteckenden<br />

Kreativität, Energie und Lebensfreude. Erleben und genießen lässt<br />

er sich mit jedem Schluck kalifornischen Weins.<br />

K<br />

alifornien ist ein wahres Paradies<br />

für den Weinbau. Ein weltweit<br />

einmaliges Klima mit viel Sonnenschein<br />

und kühler Luft vom<br />

Pazifik, unterschiedlichste Terroirs und eine<br />

Vielzahl an Rebsorten ermöglichen Weinbau<br />

auf höchstem Niveau. Der Trinkspaß<br />

steht im Vordergrund, die Flaschenausstattungen<br />

sorgen für Aufmerksamkeit, bisweilen<br />

auch für Provo kation. Die junge Winzergeneration<br />

fällt aber auch durch ihr<br />

verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber<br />

der Natur auf. Umweltgesetze, die<br />

weltweit zu den strengsten gehören, haben<br />

nachhaltige und transparente Arbeitsweisen<br />

in den letzten Jahren zu einer Selbstverständlichkeit<br />

gemacht.<br />

VINOPHILE SCHÄTZE AUS<br />

NORDAMERIKA<br />

Einer, der sich in diesem Weinparadies auskennt<br />

wie kaum ein anderer, ist Curtis<br />

McBride. Er gilt als Wegbereiter für eine<br />

neue Generation von kalifornischen<br />

Winzer innen und Winzern und hat Zugang<br />

zu den besten Trauben in ganz Kalifornien.<br />

Das Resultat einer solchen Selektion ist der<br />

Lucky Draw. Der Cabernet Sauvignon<br />

erreicht die oft gesuchte und selten gefundene<br />

Kombination aus Trinkfreundlichkeit<br />

und Persönlichkeit.<br />

Easy Drinking steht auch beim Zinfandel<br />

Unabashed von Motto Wines im Vorder-<br />

50<br />

falstaff<br />

jun <strong>2022</strong>


MÖVENPICK<br />

Die Tasting Box California von Mövenpick Wein<br />

kann mit der aufgeklebten Antwortkarte, über den<br />

QR-Code oder über die Hotline 0800 72 33 974<br />

bestellt werden. Eine Tasting Box enthält von den<br />

drei verschiedenen Weinen je zwei Flaschen:<br />

2019 CHARDONNAY<br />

Monterey County, Hess Select Winery<br />

2016 ZINFANDEL UNABASHED<br />

California, Motto Wines<br />

2018 CABERNET SAUVIGNON LUCKY DRAW<br />

California, Lucky Draw Wines<br />

€ 76,50 statt € 105,40<br />

inkl. MwSt. und Versandkosten. Irrtum und<br />

Preisänderungen vorbehalten. Angebot gültig<br />

bis 31. Juli <strong>2022</strong>, solange der Vorrat reicht.<br />

grund. Zinfandel gehört zu den beliebtesten<br />

und am stärksten vertretenen Rebsorten der<br />

USA. Im Unabashed zeigt die Traube ihren<br />

typischen markanten Duft von süßen Beeren,<br />

Schokolade, Gewürzen und einem<br />

Hauch Leder. Eine Fruchtbombe, die im<br />

Glas förmlich explodiert. Angesichts würziger<br />

Steaks oder kräftigen Tex-Mex-Gerichten<br />

zeigt sich der Unabashed unerschrocken<br />

und macht damit seinem Namen alle Ehre.<br />

An der Central Coast, zwischen Santa<br />

Barbara und dem Süden von San José,<br />

wachsen Reben, die zu den ältesten in ganz<br />

Kalifornien gehören. Eines der wichtigsten<br />

Anbaugebiete dieser Region ist Monterey.<br />

Von hier stammt der Chardonnay Monterey<br />

County, einer der beliebtesten Weine<br />

der Hess Select Winery. Das Vanillearoma,<br />

das für diese Sorte typisch ist, gepaart mit<br />

viel Charme, sorgt für großen Trinkspaß.<br />

KALIFORNISCHES WEINERLEBNIS<br />

FÜR FALSTAFF LESER<br />

Damit sich die vinophilen Leserinnen und<br />

Leser selbst ein Bild von den Weinen aus<br />

Kalifornien machen können, haben <strong>Falstaff</strong><br />

und Mövenpick Wein ein exklusives Paket zum<br />

Spezialpreis zusammengestellt.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Californian Wine Institute; beigestellt<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

moevenpick-wein.de/california-wines<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 51


wein / WEINREISE SAN SEBASTIÁN – BILBAO – NAVARRA<br />

VIELFÄLTIGER<br />

NORDEN<br />

Bilbao<br />

San Sebastián<br />

Pamplona<br />

Madrid<br />

SAN SEBASTIÁN<br />

Spanien<br />

In den Weinbergen des Baskenlands<br />

wachsen die Trauben für den<br />

regionstypischen Txakoli – wie hier<br />

bei der Hafenstadt Getaria.<br />

Foto: Shutterstock<br />

52 falstaff jun <strong>2022</strong>


WEINREISE<br />

Vom Baskenland mit seinen erfrischenden Weißen bis zur<br />

Rotwein-dominierten Region Navarra: Spaniens Norden eignet<br />

sich hervorragend für eine genussvolle Reise voll Kunst, gutem<br />

Wein und kulinarischen Entdeckungen.<br />

SAN SEBASTIÁN –<br />

BILBAO – NAVARRA<br />

TEXT MATTHIAS NESKE<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

53


wein / WEINREISE SAN SEBASTIÁN – BILBAO – NAVARRA<br />

San Sebastián am Golf von<br />

Biskaya ist ein Hotspot für<br />

Gourmets und der perfekte<br />

Ausgangspunkt für eine<br />

genussvolle Reise durch<br />

das Baskenland.<br />

Es ist ein weit verbreitetes<br />

Vorurteil, dass es im Baskenland<br />

ständig regnen würde.<br />

Tatsächlich hat San Sebastián<br />

(oder Donostia auf Baskisch)<br />

nämlich eher eine Art durchwachsenen<br />

Sommer, wie man ihn auch hierzulande<br />

kennt. Jedoch wird es auch im Hochsommer<br />

nie drückend, weil stets eine leichte<br />

Brise vom Atlantik heranweht. Den<br />

Spaniern selbst ist dieses Phänomen<br />

wohlbekannt. Und so flüchten sie in den<br />

großen Ferien gern an die grüne<br />

Atlantikküste, an den Sandstrand der<br />

Concha und abends in die zahllosen<br />

Pintxo-Bars ihrer heimlichen Sommerkapitale.<br />

Dass man im Baskenland gut essen<br />

kann, sowohl traditionell als auch<br />

avantgardistisch, ist wahrhaftig kein<br />

großes Geheimnis. Häuser wie das<br />

»Arzak«, seit genau 33 Jahren ununter-<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt, iStockphoto / Getty Images Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

54 falstaff jun <strong>2022</strong>


ochen mit drei Michelin-Sternen ausgestattet,<br />

belegen das eindrücklich. Es geht<br />

aber auch zwei Stufen tiefer auf der Edelküchen-Leiter.<br />

Die »Casa Urola« beispielsweise<br />

startete vor über sechs Jahrzehnten<br />

als Bar-Restaurant, in dem »Pintxos«<br />

gereicht werden, die baskischen Tapas.<br />

Mittlerweile gibt es in der »Casa Urola«<br />

nicht nur Tischdecken, sondern auch eine<br />

Küche, die eine auf die Spitze getriebene<br />

Schaffensfreude vermittelt.<br />

ERFRISCHEND AUTHENTISCH<br />

Ein Blick in die Weinkarte der »Casa<br />

Urola« beweist, dass man sich von San<br />

Sebastián aus durchaus auf eine Weinreise<br />

durch den spanischen Norden machen<br />

kann. Neben traditionellem Cidre, hier<br />

als »Sagardoa« bezeichnet und seit jeher<br />

das bevorzugte Getränk der einfacheren<br />

Leute, existieren auch baskische Weine,<br />

deren dokumentierte Wurzeln mindestens<br />

bis ins neunte Jahrhundert zurückreichen.<br />

»Txomín Etxaníz« ist einer der bekanntesten<br />

Namen. Das Weingut westlich<br />

von San Sebastián, spektakulär<br />

auf einem Hügel über dem<br />

»Mutiger«<br />

Txakolí: der<br />

Artizar vom<br />

Weingut<br />

Itsasmendi.<br />

Atlantischen Ozean schwebend, produziert<br />

nicht nur den berühmten weißen Txakolí,<br />

sondern auch seine Geschwisterversionen<br />

als Schaumwein und Rosé.<br />

Bereitet werden die Txakolís primär aus<br />

der weißen Traube Hondarribi Zuri. Ganz<br />

ähnlich wie beim portugiesischen Vinho<br />

Verde sind diese manchmal leicht perlenden,<br />

immer erfrischenden und alkoholleichten<br />

Weine die ideale Begleitung zur<br />

Meeresküche. Wer etwas ausschließlich<br />

Lokales versuchen möchte, kann auch den<br />

herben Roten aus der Traube Hondarribi<br />

Beltza probieren. Ein wahrhaft authentisches<br />

Erlebnis.<br />

Weiter im Inland und schrittweise näher<br />

an die größte baskische Stadt, Bilbao, heran<br />

befinden sich mit »Itsasmendi« und<br />

»Gorka Izagirre« zwei weitere bedeutende<br />

baskische Weingüter. Itsasmendi ist es<br />

gelungen, mit dem Artizar für (regional<br />

gesehen) mutige 38 Euro ab Hof einen<br />

Txakolí mit einem völlig neuen Twist<br />

auf den Markt zu bringen. Zehn Monate<br />

Hefelager im großen Holzfass haben für<br />

Cremigkeit gesorgt, die einem gereiften Albariño<br />

ähnlich ist. 95 Punkte gab es<br />

<<br />

Tapas heißen hier im<br />

Baskenland Pintxos – die<br />

kleinen Häppchen werden<br />

zu Wein oder Bier gereicht.<br />

Besonders gute bekommt<br />

man in der »Casa Urola«.<br />

Besonders beliebt: der traditionelle Cidre<br />

namens »Sagardoa«. (im Bild links).<br />

Wer lieber zum Wein greift, macht mit<br />

einer Flasche vom Weingut Gorka Izagirre<br />

bestimmt nichts falsch.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

55


wein / WEINREISE SAN SEBASTIÁN – BILBAO – NAVARRA<br />

Das Guggenheim-<br />

Museum in Bilbao<br />

ist ein Architektur-<br />

Juwel und Pilgerort<br />

für Fans moderner<br />

Kunst.<br />

bekanntes deutsches Riesling-Weingut<br />

arbeitet. »Das ›La Lonja‹ existiert seit<br />

Jahrzehnten«, sagt er. »Man sitzt dort auf<br />

rustikalen Holzbänken, und auf der Karte<br />

gibt es alles, was das Meer zu bieten hat.«<br />

Sollte sich über dem Baskenland doch<br />

einmal ein Regengebiet niedergelassen<br />

haben, hilft bereits ein Tagesausflug, um<br />

in eine gänzlich andere Welt einzutauchen.<br />

Pamplona, die Hauptstadt der Foralgemeinschaft<br />

Navarra, wie es offiziell<br />

heißt, liegt nämlich nur eine gute Autostunde<br />

von San Sebastián entfernt. Bei 310<br />

Sonnenstunden allein im Juli ist es nicht<br />

unwahrscheinlich, dort auf bestes<br />

Ausflugswetter zu treffen. Außer<br />

Rand und Band präsentiert<br />

sich Pamplona zur Zeit<br />

des San-Fermín-Festivals<br />

Anfang Juli. Für die einen<br />

ein Grund, genau dann zu<br />

kommen, für die anderen<br />

eher das Gegenteil.<br />

<<br />

dafür im »Guía Peñín«. Gorka Izagirre<br />

hat sich mit seinem Weingut sogar noch<br />

weiter in die Welt der Kulinarik hineingewagt.<br />

Gelegen in einer unscheinbaren Hügellandschaft<br />

vor den Toren Bilbaos heißt<br />

es dort auf dem Parkplatz nämlich: bitte<br />

rechts halten für das Weingut, links halten<br />

für das Restaurant »Azurmendi«. Es besitzt<br />

drei Michelin-Sterne wie das »Arzak« und<br />

ist ein weiterer strahlender Höhepunkt einer<br />

Tour durch die Region.<br />

KUNST UND KULINARIK<br />

Bilbao selbst hat sich von einer als unattraktiv<br />

geltenden Industriemetropole zu<br />

einem der interessantesten Spots weit über<br />

die iberische Halbinsel hinaus entwickelt.<br />

Einer der Treiber war dabei der »Guggenheim-Effekt«<br />

nach der Eröffnung des<br />

Guggenheim-Museums Bilbao für moderne<br />

und zeitgenössische Kunst. Heute kann<br />

bereits das Restaurant des Museums, Julean<br />

Aijas »Nerua«, einen Michelin-Stern aufweisen.<br />

Tipps abseits der Sternegastronomie hat<br />

hingegen der lokale Kenner Simon Guiot<br />

zu bieten, der als Exportmanager für ein<br />

Navarras Hauptstadt Pamplona ist nicht nur<br />

wegen seiner Gourmetrestaurants wie dem »La<br />

Biblioteca« im Hotel »Alma« einen Besuch wert.<br />

ANDERS ALS IM<br />

WEISSWEIN-<br />

DOMINIERTEN<br />

BASKENLAND SIND<br />

IN NAVARRA RUND<br />

ZWEI DRITTEL DER<br />

WEINE ROT.<br />

ROTWEIN-REGION<br />

IM AUFWIND<br />

Eine völlig andere Welt hat<br />

Navarra auch bezüglich seiner<br />

Weine zu bieten. Anders als im<br />

weißweindominierten Baskenland<br />

sind in Navarra rund zwei Drittel der<br />

Weine rot. Die Weinproduktion stand dabei<br />

lange Zeit im Schatten der benachbarten<br />

Provinz La Rioja. Erst in den 1990er-Jahren<br />

fand eine Art Befreiung statt. Angetrieben<br />

von Pionieren wie Julián Chivite kam<br />

Navarra erfolgreich mit Rot- und Weißweinen<br />

aus französischen Rebsorten auf<br />

den Markt. Dank der aktuellen Rückbesinnung<br />

auf lokale Traditionen sind mittlerweile<br />

die Weine aus uralten Garnacha-<br />

Reben (wie von den Domaines Lupier) zu<br />

den vielversprechendsten Botschaftern der<br />

Region geworden.<br />

Im äußersten Süden der Provinz ist<br />

man dann auch landschaftlich weitestmöglich<br />

vom Meer entfernt. Im Naturpark Las<br />

Bardenas Reales fühlen sich Besucher ein<br />

wenig wie in Arizona. Kein Wunder, dass<br />

die bizarren Felsformationen schon als<br />

Kulisse für Westernhelden, Agenten und<br />

Außerirdische gedient haben. Kurzum: Wer<br />

ungemeine Vielfalt auf kleinstem Raum<br />

sucht, ist in Spaniens Norden bestens<br />

aufgehoben.<br />

Fotos: BearFotos / Shutterstock, Shutterstock, beigestellt<br />

56 falstaff jun <strong>2022</strong>


Das Weingut Txomín<br />

Etxaníz in Getari<br />

hat sich wie viele<br />

andere dem Txakolí<br />

verschrieben – dem<br />

für das Baskenland<br />

typischen Weißwein.<br />

fassgereifte Versionen wie den Artizar, dazu mit<br />

dem Bat Berri einen zarten Orange Wine aus<br />

Ganztraubenmaischung.<br />

Arane 66, 48300 Gernika, bodegasitsasmendi.com<br />

TXOMÍN ETXANÍZ<br />

Bereits im Jahr 1649 wird Domingo de Etxaníz als<br />

Winzer erwähnt. Heute baut die Familie auf 35 ha<br />

vornehmlich Hondarribi Zuri an, alles mit Meerblick.<br />

Eitzaga 13, 20808 Getaria, txominetxaniz.com<br />

WEINGÜTER<br />

BASKENLAND<br />

AMA BREWERY<br />

Raffiniert komponierte PetNat Teas (fast) ohne<br />

Alkohol – die Nähe zu Avantgarde-Spitzenrestaurants<br />

macht diesen Ansatz möglich. Für<br />

Aufgeschlossene mehr als einen Versuch wert.<br />

Calle Erregeoiana 2D, 20305 Irun<br />

amabrewery.com<br />

BEREZIARTUA SAGARDOAK<br />

Eine der 48 Sidrerías, die in der DO Euskal<br />

Sagardoa produzieren. Ein urbaskisches Erlebnis –<br />

für die Wintermonate.<br />

Iparralde Bidea 16, 20115 Astigarraga<br />

bereziartuasagardoa.com/es<br />

DONIENE GORRONDOA<br />

Nördlich von Bilbao fast direkt am Strand von<br />

Bakio, eine gute Gelegenheit, den selteneren<br />

Rotwein aus Hondarribi Beltza zu probieren.<br />

Bentalde 10, 48130 Bakio<br />

donienegorrondona.com/eu<br />

GORKA IZAGIRRE<br />

Weingutsgründer Bertol Izagirre und Sternekoch<br />

Eneko Atxa sind Cousins. Entsprechend Food-affine<br />

Weine aus Hondarribi Zerratia (= Petit Courbu),<br />

besonders der von Atxa mit entwickelte elegante<br />

42 Zura aus dem Tonneau.<br />

Legina, 48195 Larrabetzu, gorkaizagirre.com<br />

HASI BERRIAK<br />

In einem Weiler über dem Meer gelegen, direkt<br />

beim Biosphären-Reservat Urdaibai (Birdwatching!).<br />

Winzige Mengen wenig interventionistischer<br />

Weine wie Arotz und Baserritar, Biodyn-Anbau,<br />

spontanvergoren und ungefiltert. Dernier Cri.<br />

Gametxo 12, 48311 Ibarrangelu<br />

hasiberriakwines.com<br />

ITSASMENDI<br />

35 ha Weinberge, im Jahr 1989 von drei Freunden<br />

gegründet. Neben klassischem Txakolí auch<br />

Lobster mit gegrilltem Paprika aus dem<br />

»Azurmendi« von Sternekoch Eneko Atxa.<br />

NAVARRA<br />

AZUL Y GARANZA<br />

María Barrena und Dani Nogué erzeugen (besonders<br />

in der Naturaleza-Salvaje-Serie) erstaunlich<br />

frische und pure Weine in der Nähe des wüstenhaften<br />

Nationalparks »Bardenas Reales«.<br />

San Juan 19, 31010 Carcastillo, azulygaranza.com<br />

DOMAINES LUPIER<br />

Elisa Úcar und Enrique Basarte stehen hinter dem<br />

kleinen Projekt in San Martín de Unx, dem absoluten<br />

Hotspot für Garnacha in Navarra. Uralte<br />

Buschreben, verteilt auf 27 Parzellen, und nur zwei<br />

Weine, La Dama und El Terroir.<br />

Monseñor Justo Goizueta 4, 31495 San Martín de<br />

Unx, domaineslupier.com/en<br />

J. CHIVITE FAMILY ESTATES<br />

Vielleicht der größte und älteste Name im Weinbau<br />

von Navarra, mittlerweile allerdings mehrheitlich<br />

im Besitz von Castillo Perelada. Der Chardonnay<br />

Colección 125, 1985 erstmals produziert, war die<br />

Re-Evolution schlechthin für Navarra.<br />

Keine eigentliche Besucheradresse, chivite.com/en<br />

MÁXIMO ABETE<br />

Modernes Gebäude außerhalb von San Martín de<br />

Unx, aber tief in Wäldern und Buschland versteckte<br />

Parzellen. In der Grenache Plots-Serie Garnachas<br />

mit Eleganz und Frische, produziert von Máximos<br />

Töchtern.<br />

Tafalla, NA-132, 31495 San Martín de Unx<br />

bodegasmaximoabete.com/en<br />

RESTAURANTS<br />

ARZAK ***<br />

Juan Mari und Tochter Elena Arzak sind die<br />

Großmeister der kreativen baskischen Küche.<br />

Drei Sterne seit über 30 Jahren.<br />

Alcalde Elósegi 273, 20015 Donostia-<br />

San Sebastián, arzak.es<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

57


wein / WEINREISE SAN SEBASTIÁN – BILBAO – NAVARRA<br />

AZURMENDI ***<br />

Gourmettempel in ländlicher Umgebung, kreativ,<br />

individuell, zukunftsorientiert. Außerdem gibt es<br />

hier einen eigenenTxakolí.<br />

Legina, 48195 Larrabetzu, azurmendi.restaurant<br />

Einen<br />

wunderschönen<br />

Meerblick bieten<br />

die Zimmer<br />

im »Hotel de<br />

Londres y de<br />

Inglaterra« in San<br />

Sebastián.<br />

CASA UROLA<br />

Alteingesessener Familienbetrieb mit einer Küche<br />

zwischen Pintxos und Hauptgängen, zwischen<br />

baskischen Wurzeln und freien Interpretationen.<br />

Fermin Calbeton 20, 20003 Donostia-<br />

San Sebastián, casaurolajatetxea.es<br />

GATXUPA<br />

Erst 25 Jahre in Mexiko, jetzt 25 Jahre in San<br />

Sebastián – eine Pintxo-Fusion der ungewöhnlich<br />

kreativen Art.<br />

Usandizaga 17, 20002 Donostia-San Sebastián,<br />

gatxupa.com<br />

148 GASTROLEKU<br />

Typisches, das heißt modernes Altstadt-Restaurant<br />

mit Pintxos und Raciones.<br />

Iñigo 1, 20003 Donostia-San Sebastián,<br />

148gastroleku.com<br />

LA BIBLIOTECA *<br />

Von außen rein funktional wirkend, stellt die<br />

jahreszeitliche und gemüsebasierte Küche von<br />

Leandro Gil die Verbindung zum Land her.<br />

Beloso Bajo 11, 31006 Pamplona,<br />

almahotels.com/pamplona/la-biblioteca<br />

LA LONJA<br />

Karierte Tischdecken, rustikales Ambiente, ganz<br />

Bilbao hat hier schon Fisch gegessen.<br />

Olabeaga 22, 48013 Bilbao, lalonjadeolabeaga.com<br />

NERUA GUGGENHEIM BILBAO *<br />

Ein Restaurant wie das Museum, minimalistisch,<br />

innovativ, große Auswahl vegetarischer Optionen.<br />

Abandoibarra 2, 48009 Bilbao,<br />

neruaguggenheimbilbao.com<br />

TXULOTXO<br />

Restaurant direkt am Meeresarm mit Blick auf<br />

Wasser, Boote, Fischerhäuser; frische Meeresküche<br />

– natürlich.<br />

Donibane 71, 20110 Pasaia,<br />

restaurantetxulotxo.com/es<br />

HOTELS<br />

HOTEL AKELAŔE, SAN SEBASTIÁN *****<br />

Fünf Kilometer außerhalb von San Sebastián,<br />

spektakulärer Ausblick aufs Meer inklusive<br />

gleichnamigem Luxus-Restaurant.<br />

Padre Orkolaga Ibilbidea 56,<br />

20008 Donostia-San Sebastián,<br />

akelarre.net/el-hotel<br />

HOTEL ALMA, PAMPLONA *****<br />

Moderner Komplex in Innenstadtnähe mit feinem<br />

Gourmetrestaurant »La Biblioteca« .<br />

Beloso Bajo 11, 31006 Pamplona,<br />

almahotels.com/pamplona/en<br />

HOTEL CASTILLO DE ARTEAGA, GAUTEGIZ-<br />

ARTEAGA ****<br />

In ländlicher Umgebung in der Nähe von Gernika<br />

gelegenes Schloss mit schönem Blick von der<br />

Dachterrasse.<br />

Im »La Biblioteca«<br />

wird saisonale<br />

Gemüseküche auf<br />

hohem Niveau<br />

serviert.<br />

Gaztelubide 7, 48314 Zelaieta,<br />

castillodearteaga.com<br />

HOTEL DE LONDRES Y DE LA INGLATERRA,<br />

SAN SEBASTIÁN ****<br />

Historisches Haus direkt an der Concha, klassischer<br />

kann man nicht wohnen.<br />

Zubieta 2, 20007 Donostia-San Sebastián,<br />

hlondres.com<br />

HOTEL IRARAGORRI, GALDAKAO ***<br />

Sympathisch geführtes, rustikales Hotel mit<br />

lokal-baskischem Restaurant, verkehrsgünstig bei<br />

Bilbao gelegen.<br />

Txomin Egileor 28, 48960 Galdakao,<br />

iraragorri.net/en<br />

HOTEL MARÍA CRISTINA, SAN<br />

SEBASTIÁN *****<br />

Legendäres Luxushotel der Marriott-Gruppe in<br />

Fußnähe zu allen Attraktionen der Stadt.<br />

República Argentina 4, 20004 Donostia-San Sebastián,<br />

marriott.com/en-us/hotels/easlc-hotel-maria-cristina-a-luxury-collection-hotel-san-sebastian<br />

HOTEL TAYKO, BILBAO ****<br />

Vier-Sterne-Haus in der Altstadt mit Restaurant<br />

»Ola«, der Niederlassung von Martín Berasategui,<br />

dazu Gastrobar und Flussblick.<br />

Erribera 13, 48005 Bilbao,<br />

taykohotels.com/en<br />

HOTEL VALDORBA ****<br />

Einsam gelegene moderne Trutzburg mit weitem<br />

Blick in die Landschaft; in der Nähe der Garnacha-Hotspots<br />

um San Martín de Unx.<br />

Santa María de Sansoain 29, 31494 Sansoáin,<br />

hotelvaldorba.com<br />

PENSIÓN BASIC CONFORT, SAN SEBASTIÁN **<br />

Im Herzen der Altstadt bietet die bestens geführte<br />

Pension genau das, was der Name verspricht.<br />

San Lorenzo 12, 2º Izda, 20003 Donostia-San Sebastián,<br />

keine eigene Website <<br />

Fotos: beigestellt<br />

58 falstaff jun <strong>2022</strong>


SOMMER IM GLAS.<br />

GENUSS KANN SO ALDI SEIN.<br />

LEITZ<br />

2021 Pinot Noir Rosé QbA<br />

Trockener Roséwein aus<br />

Rheinhessen<br />

WOLF BLASS<br />

Shiraz Heritage Release<br />

Trockene Rotwein aus<br />

Australien<br />

HEIMLESE<br />

2021 Weißwein-Cuvée QbA<br />

Trockene Weißwein-Cuvée<br />

aus Rheinhessen<br />

TOSCANA BBQ<br />

WEIN BIANCO<br />

Besonders duftiger und<br />

harmonischer Weißwein<br />

4. 99 0,75-l-Flasche<br />

Liter = 6.65<br />

4. 99 0,75-l-Flasche<br />

Liter = 6.65<br />

3. 99 0,75-l-Flasche<br />

Liter = 5.32<br />

3. 99 0,75-l-Flasche<br />

Liter = 5.32<br />

90<br />

Punkte<br />

88<br />

Punkte<br />

TASTING <strong>2022</strong><br />

falstaff.com<br />

88<br />

Punkte<br />

TASTING <strong>2022</strong><br />

falstaff.com<br />

TASTING <strong>2022</strong><br />

falstaff.com<br />

87<br />

Punkte<br />

TASTING <strong>2022</strong><br />

falstaff.com<br />

A<br />

WEIN-HÄNDLER<br />

NR. 1<br />

ALDI SÜD<br />

BARON PHILIPPE<br />

DE ROTHSCHILD<br />

Bordeaux Rosé AOC<br />

Trockener Roséwein aus<br />

Frankreich<br />

4. 99 0,75-l-Flasche<br />

Liter = 6.65<br />

Weitere ausgezeichnete Weine findest du auf aldi-sued.de/wein<br />

A<br />

Quelle: Nielsen Homescan, Wein (kundenindividuelle Kategorie), MAT Oktober 2019, Absatz Pack, LEH+DM im ALDI SÜD-Vertriebsgebiet <strong>Deutschland</strong><br />

ALDI SÜD Dienstleistungs-SE & Co. oHG, Burgstraße 37, 45476 Mülheim. Firma und Anschrift unserer regional tätigen Unternehmen findest du auf<br />

aldi-sued.de/filialen oder mittels unserer kostenlosen automatisierten Service-Nummer 0 800/8 00 25 34.


Mit den Weinen von ALDI SÜD<br />

kann man die lauen Sommerabende<br />

genussreich und<br />

entspannt verbringen.<br />

ENTSPANNTER<br />

SOMMERABEND<br />

Was gibt es Schöneres, als mit Freunden und Familie die beste Zeit<br />

des Jahres im Freien zu verbringen? Die facettenreichen Weine<br />

von ALDI SÜD machen diese besonderen Tage noch um einiges schöner.<br />

Im Sommer sind die Tage endlich wieder<br />

viel länger als die Nächte, die<br />

Abende sind mild und laden dazu ein,<br />

draußen zu verweilen. Vielleicht zirpen<br />

ein paar Grillen oder leichte Musik weht<br />

durch die würzig riechende Luft. Für viele<br />

steht der Urlaub vor der Tür und damit entweder<br />

eine entspannte Zeit zuhause oder<br />

eine Reise in eine Lieblingsregion. Das sind<br />

auf jeden Fall genügend Gründe, um gute<br />

Laune zu haben und ganz unbeschwert mit<br />

Familie, Freundinnen und Freunden an<br />

einem Sommerabend zusammenzukommen.<br />

An solch einem Abend wird gerne der<br />

Grill angeheizt, und natürlich dürfen dann<br />

gute Getränke nicht fehlen. Ein paar Flaschen<br />

guten Weins stehen dafür ganz oben<br />

auf dem Einkaufszettel, beispielsweise der<br />

Toscana Bianco IGT BBQ, der fein nach<br />

Apfel, Zitrusfrüchten und etwas Aprikose<br />

duftet. Am Gaumen gefällt der schlank<br />

gebaute Weißwein mit einer präsenten Säure,<br />

neben zitrischen Noten zeigt sich eine<br />

feine Süße. Eine gute Alternative für den<br />

Start in den Abend ist das 2021er Heimlese<br />

Cuvée weiß Rheinhessen QBA, das nach<br />

Johannisbeere, Apfel und etwas Mango<br />

duftet. Am Gaumen ist die Heimlese saftig<br />

und schwungvoll, die Säure ist frisch, die<br />

Kontur fest und klar – das macht viel Spaß.<br />

VIELFALT, DIE BEGEISTERT<br />

Aber natürlich dürfen an einem Sommerabend<br />

auch Rosé-Weine nicht fehlen, stehen<br />

sie doch für besonders unbeschwerte Trinkfreude.<br />

Genau das belegt der 2021er Bordeaux<br />

Rosé aus dem Hause Rothschild eindrucksvoll.<br />

Dieser Rosé aus berühmtem Haus<br />

ist ein Alleskönner – er macht vor dem Essen,<br />

zum Essen und nach dem Essen eine gute<br />

Figur. Selbstverständlich werden in <strong>Deutschland</strong><br />

ebenfalls sehr gute Rosé-Weine gekeltert,<br />

und zwar meistens aus der edlen Spätburgundertraube.<br />

Der Pinot Noir Rosé Rheinhessen<br />

von Johannes Leitz duftet nach reifen Walderdbeeren<br />

und Birne, am Gaumen ist er ausgewogen,<br />

die Säure ist herrlich lebendig, der<br />

Wein aus dem Top-Weingut glänzt mit perfekter<br />

Balance und gutem Extrakt.<br />

Gerade wenn auf dem Grill ein Steak liegen<br />

sollte, darf ein Rotwein nicht fehlen –<br />

60<br />

falstaff jun <strong>2022</strong>


ALDI SÜD<br />

am liebsten einer mit kräftiger Statur wie<br />

der Wolf Blass Shiraz, Jahrgang 2021 mit<br />

seiner intensiven, würzigen Frucht. Der<br />

kraftvolle Rotwein aus Australien darf<br />

übrigens gern leicht gekühlt serviert werden,<br />

sagen wir bei 16 Grad Celsius. Schließlich<br />

ist Sommer, die Luft ist am Abend noch<br />

mild – da freuen wir uns über dieses kleine<br />

Extra an Frische.<br />

INFO<br />

Weitere Informmtionen unter<br />

aldi-sued.de/wein<br />

EXKLUSIV IN DEN ALDI-SÜD-FILIALEN<br />

Bordeaux AOP Rosé Rothschild 2021<br />

Trockener Rosé-Wein aus Frankreich – ein moderner Klassiker<br />

vom berühmten Weinbaron aus Bordeaux.<br />

Pinot Noir Rosé Rheinhessen Leitz 2021<br />

88 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten *<br />

Cremefarben / hellpastell rosa Reflexe. Eine recht offene<br />

Nase mit Noten von Eisbonbon und reifer Walderdbeere.<br />

Im Mund gut ausgewogen in einem mittleren Format, lebendige<br />

Säure, balancierende Süße, für den Jahrgang guter<br />

Extrakt, eine Spur Kohlensäure gibt Frische. Kompakter<br />

Abklang.<br />

Wolf Blass Shiraz 2021 Australien<br />

90 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten *<br />

Der Duft zeigt eine ebenso frische wie reife Kirschfrucht,<br />

schokoladige Noten, Blaubeere, und einen Hauch von Hefe.<br />

Im Mund erscheint ein reifes Tannin in eher vorsichtig extrahierter<br />

Menge, der Alkohol bleibt (trotz 14%) unmerklich, reife<br />

Säure ist nahtlos eingebunden, die süße Frucht und eine<br />

Schicht Viskosität verstärken den Eindruck des Charmes.<br />

Der Abgang ist lang und von satter Kirschfrucht bestimmt.<br />

Toscana Bianco IGT BBQ 2021<br />

87 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten *<br />

Feinfruchtiger Duft nach Apfel, Zitrusfrucht wie Grapefruit,<br />

Kiwi und auch Aprikose. Frisch am Gaumen mit präsenter<br />

und saftiger Säure, schlank gebaut, linearer Zug, unkompliziert<br />

und saftig, neben zitrischen Noten auch feine Süße. Zu<br />

Vorspeisen, als Aperitif und am Grill.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Shutterstock; beigestellt<br />

Heimlese Cuvée weiß Rheinhessen QBA 2021<br />

88 von 100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten *<br />

Johannisbeere in der Nase, Apfel, Aprikose und Mango,<br />

Anklänge von Zitrusfrucht. Saftig und schwungvoll am<br />

Gaumen mit frischer Säure und süßlicher Frucht in einer<br />

schlanken Kontur. Zugänglich und mit Trinkfluss, nicht zu<br />

kompliziert. Schöner Aperitif.<br />

* Alle Infos zu den Weinen auf go.falstaff.com/de-aldi-sued<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 61


wein / SYRAH<br />

NEUE<br />

ROTWEIN-<br />

PERSPEKTIVEN<br />

Foto: Steffen Scheyhing Fotodesign / Neuschwander<br />

62 falstaff jun <strong>2022</strong>


Der Anbau südlicher Rebsorten liegt im Trend.<br />

Eine der hoffnungsvollsten Neuansiedlungen<br />

hierzulande ist die Syrah-Traube aus dem<br />

Rhônetal. Was kann ihr würziger Roter in<br />

unseren Breiten? <strong>Falstaff</strong> machte den Test.<br />

TEXT ULRICH SAUTTER<br />

Im Keller von<br />

Hanspeter Ziereisen<br />

reifen schon seit dem<br />

Jahrgang 2003 Syrah-<br />

Weine im Fass, damals<br />

reichte der Ertrag<br />

gerade einmal für<br />

drei Barriques.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

63


wein / SYRAH<br />

Edeltraud und Hanspeter<br />

Ziereisen werden inzwischen<br />

von ihren Kindern Ida und<br />

Johann unterstützt.<br />

Der Wortschatz der Rebenkundler<br />

hat seine eigene<br />

Poesie, über die Rebsorte<br />

Syrah heißt es beispielsweise<br />

in den einschlägigen Büchern,<br />

die Triebspitze der Pflanze sei »stark<br />

weißwollig«, die Blätter »fünflappig und<br />

schwach blasig, mit Lyra-förmiger Stielbucht«,<br />

die Trauben seien »zylindrisch«<br />

und die Beeren »länglich, blau-schwarz<br />

gefärbt und stark beduftet«.<br />

Um die Reifeperiode der Syrah-Traube<br />

zu kennzeichnen, reicht indes ein einziges,<br />

höchst prosaisches Wort: »spät«. So ausgeprägt<br />

ist ihr Wärmebedürfnis, dass man<br />

lange Zeit, bis zur Realisierung der ersten<br />

Genanalyse, tatsächlich glaubte, sie stamme<br />

aus der Stadt Shiras im Iran. Doch ganz<br />

so heiß und trocken wie in der einstigen<br />

persischen Weinbaumetropole ist das<br />

Klima an der nördlichen Rhône nicht, wo<br />

die Syrah ihre Hochburg hat. Die Jahresniederschläge<br />

liegen in den prestigereichen<br />

AOCs von Hermitage und Côte-Rôtie rund<br />

600 Millimeter höher als in Shiras, und die<br />

Jahresdurchschnittstemperatur liegt gute<br />

fünf Grad niedriger. Kein Wunder also, dass<br />

der historische Ursprung der Syrah-Traube<br />

nicht im Orient zu suchen ist: Laut der<br />

Genanalyse handelt es sich bei ihr um einen<br />

wirklichen Lokalmatador, um eine natürliche<br />

Kreuzung von Dureza aus der Ardèche<br />

mit der Mondeuse Blanche aus Savoyen.<br />

DIE SYRAH STAMMT<br />

NICHT AUS SHIRAS<br />

IM IRAN, SONDERN – SO<br />

DIE GENANALYSE –AUS<br />

EINEM GEBIET<br />

ZWISCHEN ARDÈCHE<br />

UND SAVOYEN.<br />

SCHON 110 HEKTAR IN<br />

DEUTSCHLAND<br />

Im Zug der Erderwärmung begann die<br />

Syrah, das Interesse deutscher Winzer zu<br />

wecken – ähnlich wie die ebenfalls von der<br />

Rhône stammende weiße Sorte Viognier.<br />

Die Rebfläche nahm in den letzten zehn<br />

Jahren stark zu – inzwischen wächst Syrah<br />

auf 110 Hektar und steckt damit mitten in<br />

einem Übergang vom Exoten- zum Spezialitätenstatus.<br />

»Wir haben die erste Anlage<br />

2002 gepflanzt, nachdem meine Schwester<br />

Yvonne von einem Praktikum in Australien<br />

zurückkam«, berichtet Sven Ellwanger vom<br />

Weingut Bernhard Ellwanger aus Großheppach<br />

im Remstal bei Stuttgart. »Am<br />

Anfang hab ich das etwas kritisch gesehen,<br />

aber inzwischen bin ich eines Besseren belehrt<br />

worden.« Der 2019er der Remstäler<br />

Geschwister erstrahlt in einer begeisternden<br />

Frischfruchtigkeit, die diesem Wein den<br />

zweiten Platz in der <strong>Falstaff</strong>-Trophy einbrachte.<br />

Der Gerbstoff wirkt mild und dabei<br />

elegant: Seine hohe Qualität belegt, dass<br />

die Sorte keine Probleme hatte, auszureifen.<br />

»Die Grundregel für Syrah ist, dass die<br />

Erträge sehr klein sein müssen. Wenn man<br />

die Sorte wachsen lässt, dann bringt sie<br />

fast einen Trollinger-Ertrag. Man muss<br />

zwei Drittel rausschneiden, aber was dann<br />

zurückbleibt, das kriegen wir in den meisten<br />

Jahren toll reif.« Einzig in Jahren wie<br />

2010, 2013 oder 2014 hat Ellwanger bisher<br />

darauf verzichtet, den Wein reinsortig<br />

Sven Ellwanger hat ein<br />

glückliches Händchen bei<br />

der Gerbstoff-Extraktion:<br />

Seine Réserve landete auf<br />

Platz zwei im <strong>Falstaff</strong>-Test.<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

64 falstaff jun <strong>2022</strong>


»ICH HATTE KEINE AHNUNG, WORAUF ICH MICH<br />

EINLASSE. DIE SYRAH IST EINE NOCH GRÖSSERE<br />

MIMOSE ALS DER PINOT.« HANSPETER ZIEREISEN<br />

Lese im Weingut Ziereisen in Efringen-Kirchen: Die Syrah wird später reif als der Spätburgunder –<br />

aber reif wird sie hier am südlichsten Punkt des Oberrheingrabens in jedem Jahr.<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

65


wein / SYRAH<br />

Stefan Knipser hat Grund zur Freude, wenn er<br />

in den Maischebottich blickt: Die fast 30 Jahre<br />

alten Syrah-Stöcke bringen Würze und Extrakt.<br />

<<br />

abzufüllen: »Einen feuchten Herbst<br />

mag Syrah gar nicht«. Trotzdem haben die<br />

Geschwister die Fläche erweitert: auf einen<br />

ganzen Hektar, inklusive der 30 Ar älterer<br />

Reben im Gewann »Klingenberg«.<br />

ABENTEUERLUST<br />

Noch etwas früher als die Ellwangers pflanzen<br />

Edeltraud und Hanspeter Ziereisen<br />

aus Efringen-Kirchen im Markgräflerland<br />

Syrah: im Jahr 1999. »1997/1998 waren<br />

wir auf der Suche nach einer zweiten Rotweinsorte«,<br />

erzählt Hanspeter Ziereisen.<br />

»Damals wollte kein Mensch deutschen<br />

Spätburgunder, und wir haben nach einer<br />

Sorte mit tieferer Farbe gesucht.« Ein Hamburger<br />

Händler habe sie damals zu einer<br />

Syrah-Verkostung eingeladen und goss<br />

ihnen von Hermitage La Chapelle bis Penfold’s<br />

Grange alles ins Glas, was bei dieser<br />

Sorte Rang und Namen hat. Daraufhin war<br />

die Entscheidung schnell gefallen, »2002<br />

hatten wir ein paar erste Träubchen, 2003<br />

reichte der Ertrag schon für drei Barriques.<br />

Ich hatte aber keine Ahnung, worauf ich<br />

mich da einlasse, eigentlich habe ich nach<br />

einer Sorte gesucht, die pflegeleicht ist, aber<br />

in dieser Hinsicht war es ein kompletter<br />

Fehlgriff, die Syrah ist ja eine noch größere<br />

Mimose als der Pinot.«<br />

Nach zwanzig Jahren, so fährt Ziereisen<br />

fort, habe er die Sorte so langsam im Griff.<br />

Und wie Ellwanger hat auch er nachgepflanzt,<br />

nächstes Jahr kommt eine Dichtpflanzung<br />

mit 15.000 Stöcken pro Hektar<br />

in den Ertrag. Ziel: eine noch höhere Konzentration<br />

und noch mehr mineralischer<br />

Ausdruck. Ein Wein, der noch näher an<br />

diejenigen heranrückt, die auf den Steilterrassen<br />

der nördlichen Rhône wachsen.<br />

»Ich denke immer«, fantasiert Ziereisen<br />

und ahnt dabei nicht, wie nah er dabei<br />

bereits der Realität kommt, »bei uns in<br />

<strong>Deutschland</strong> könnte Syrah auch an der<br />

Terrassenmosel gut gehen.«<br />

IM STIL DER RHÔNE AN<br />

DER MOSEL<br />

Tatsächlich kam auch ein Syrah-Wein von<br />

der Mosel weit nach vorn im <strong>Falstaff</strong>-Test:<br />

Die Reben wachsen zwar nicht an der<br />

Terrassenmosel, aber an der Mittelmosel,<br />

und zwar im Weingut Gehlen-Cornelius. In<br />

Kesten, in der Verlängerung der berühmten<br />

DER TIPP KAM VOM<br />

REBVEREDLER AUS<br />

FRANKREICH: SO<br />

PFLANZTE WERNER<br />

KNIPSER 1994 DIE<br />

ERSTEN SYRAH-STÖCKE<br />

IN DEUTSCHLAND.<br />

Brauneberger Juffer, hat Familie Gehlen im<br />

Jahr 2013 Syrah gepflanzt. »Wir konnten<br />

eine komplett verwilderte Brache in einer<br />

Südlage übernehmen«, berichtet Daniel<br />

Gehlen, »da sind wir mit schwerem Gerät<br />

rein und haben das geräumt. Kurz davor<br />

war ich im Clare Valley, um australischen<br />

Riesling kennenzulernen, und da habe ich<br />

gesehen, dass dort Riesling und Syrah nebeneinander<br />

wachsen. Da habe ich gedacht:<br />

Das muss ich ausprobieren – wenn es dort<br />

geht, muss es hier doch auch gehen.«<br />

Ein so vollmundiger, vielschichtig würziger<br />

und dazu noch tief mineralischer<br />

Roter, wie er im Jahr 2020 entstanden ist,<br />

gelinge an der Mosel allerdings nicht jedes<br />

Jahr, räumt Gehlen ein: »2017 war es eher<br />

so eine Art Rosé.« Allerdings gehe er davon<br />

aus, dass Jahrgänge wie 2017 im Zug der<br />

Erderwärmung seltener würden und solche<br />

wie 2020 oder 2018 häufiger. Dass die Sorte<br />

auf die gesteinsreichen Böden der Mosel<br />

passt und an den Steilhang, daran kann<br />

nach der Verkostung des Weins keinerlei<br />

Zweifel bestehen. »Ein Côte-Rôtie aus dem<br />

Moseltal«, so der O-Ton der Probennotiz.<br />

DEUTSCHLANDS UR-SYRAH<br />

Der älteste Syrah-Weinberg <strong>Deutschland</strong>s<br />

indes steht in der Pfalz, in einer Parzelle des<br />

Laumersheimer Kapellenbergs. 1994, vor<br />

nahezu 30 Jahren, pflanzte Werner Knipser<br />

dort eine erste Versuchsanlage. »Ich war<br />

Fotos: beigestellt, Jens Lübkemann<br />

66 falstaff jun <strong>2022</strong>


damals zu Besuch beim Rebveredler Guillaume<br />

in der Franche Comté, der beste Kontakte<br />

zu Topwinzern in Burgund und an<br />

der Rhône hat«, erinnert sich der für seinen<br />

geradezu visionären Erfindungsreichtum<br />

bekannte Winzer. »Und als ich ihn fragte,<br />

was man in der Pfalz mal ausprobieren<br />

könne, kam er auf Syrah. Die Nordrhône<br />

ist ja klimatisch gar nicht so weit weg von<br />

Baden oder der Pfalz.«<br />

Über die Jahre hat Knipser die adoptierte<br />

Rhône-Sorte immer mehr schätzen gelernt,<br />

inzwischen wächst sie auf 2,5 Hektar,<br />

steht auch im Dirmsteiner Mandelpfad<br />

und im Großkarlbacher Burgweg. Nahezu<br />

20 Jahre nach dem Erstlingsjahrgang 1996<br />

hat Knipser mit der jetzt gerade in den<br />

Verkauf gelangten 2015er Réserve einen<br />

Syrah-Wein gekeltert, der mit trüffligen<br />

Aromen und einer dichten, geschmeidigen<br />

Gaumenstruktur den ersten Platz im <strong>Falstaff</strong>-Test<br />

davontrug. Dieser Hochkaräter<br />

schmeckt anders als Hermitage, aber strukturell<br />

besitzt er alle Merkmale, die auch<br />

dortige große Weine besitzen, zuvorderst<br />

komplexe Würze und eine urwüchsige<br />

Kraft, die gleichwohl niemals überladen<br />

oder anstrengend massiv wirkt.<br />

»Syrah ist die einzige Rebsorte neben<br />

dem Spätburgunder«, zieht Knipser ein<br />

Fazit, »die reinsortig einen kompletten<br />

Wein ergeben kann. Cabernet und Merlot<br />

muss man cuvetieren. Das ist jedenfalls<br />

meine Erfahrung. Aber Syrah kann für sich<br />

alleine stehen.« Und das ganz offenkundig<br />

nicht nur in Ampuis oder Tain-l’Hermitage,<br />

sondern auch in Laumersheim und<br />

andernorts in <strong>Deutschland</strong>.<br />

<<br />

Länglich und blau-schwarz gefärbt: So<br />

sehen Syrah-Trauben auch an der Mosel aus,<br />

wenn sie so gut reif geworden sind wie bei<br />

Daniel Gehlen (Bild rechts) aus Brauneberg.<br />

SYRAH AUF<br />

EINEN BLICK<br />

SENSORISCHES PROFIL:<br />

pfeffrig, würzig, gerbstoffreich.<br />

WEINBAULICHE HERAUSFORDERUNG:<br />

Ertragsbegrenzung.<br />

WICHTIGSTE HERKÜNFTE:<br />

an der nördlichen Rhône<br />

Hermitage (J. L. Chave, Chapoutier, Paul<br />

Jaboulet Ainé), Côte-Rôtie (Guigal, Jamet,<br />

Rostaing), Cornas (Allemand, Clape, Gilles).<br />

In Australien unter der Bezeichnung »Shiraz«:<br />

Barossa (Torbreck »The Laird«), Eden<br />

Valley (Henschke »Hill of Grace«), South<br />

Australia (Penfolds Grange).<br />

WÄRMEBEDARF:<br />

2100 Huglin Einheiten. (Ist-Zustand in Südaustralien:<br />

2300 – 2700 Huglin, an der Nordrhône:<br />

ca. 2100 Huglin, in <strong>Deutschland</strong> im Rheintal:<br />

1700 – 2100 Huglin, warme Jahre wie 2018<br />

erreichen 2300 Huglin.)<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

67


wein / SYRAH<br />

BEST OF<br />

DEUTSCHE SYRAH<br />

95+<br />

94+<br />

93+<br />

2015 SYRAH RÉSERVE<br />

Weingut Knipser, Laumersheim<br />

Im Duft: Tannenreisig, trüfflige<br />

Noten, Milchschokolade. Der Gaumen<br />

eröffnet geschmeidig, verdichtet<br />

sich dann zu griffigem, nicht<br />

mehr adstringierendem Tannin, die<br />

nahtlos eingebundene Säure nimmt<br />

dem hintergründigen Schmelz und<br />

der alkoholischen Power die Schwere,<br />

kräftige taktil-mineralische<br />

Noten und elegante Saftigkeit lassen<br />

den Wein mit herausragender<br />

Homogenität und Länge ausklingen.<br />

weingut-knipser.de, € 62,–<br />

2018 »S.E.« SYRAH TROCKEN<br />

Neipperg’sche Hauptverwaltung<br />

Gräflich, Schwaigern<br />

Im Duft: Rosine, Amarenakirsche<br />

und Wachs, ätherisch-mentholige<br />

Obertöne, etwas »warm« in der<br />

Anmutung. Im Mund entfalten sich<br />

gewaltige Ladungen von feinstem<br />

Gerbstoff, die reife Säure ist nahtlos<br />

in den vollen Körper eingebunden,<br />

eine Spätlese-Frucht hallt lange<br />

nach und verbindet sich mit salzigen<br />

Wahrnehmungen. Eine Wucht, für<br />

zwei Jahrzehnte der Flaschenreife.<br />

graf-neipperg.de, € 47,–<br />

2020 OBERROTWEIL KIRCHBERG<br />

SYRAH TROCKEN<br />

Weingut Landerer, Niederrotweil<br />

Die Frucht wirkt natürlich und klar,<br />

Schwarzkirsche, Milchschokolade,<br />

ein Hauch Leder. Dazu kommen steinige,<br />

brenzlige Töne. Im Mund<br />

besitzt der dichte Bau nichts Schweres<br />

und nichts Hartes, die Gerbstoffe<br />

verfügen zwar über Spannung und<br />

Körnigkeit, sind dabei aber weich<br />

eingebettet und wirken reif, der Säurenerv<br />

erfrischt. Ein straffer Lagentyp<br />

mit sehr guter Perspektive.<br />

weingut-landerer.de, € 30,–<br />

95<br />

94<br />

93<br />

2019 »KLINGENBERG SL«<br />

WANNE SYRAH TROCKEN<br />

Weingut Bernhard Ellwanger,<br />

Grossheppach<br />

Röstkaffee und Cappuccino, rauchig,<br />

balsamisch, frische, komplexe<br />

Frucht: Blaubeere und Kirsche von<br />

Sauer- bis Schwarzkirsche. Am Gaumen<br />

verbindet der Wein Saftigkeit<br />

und Fülle, das mürbe Tannin wirkt<br />

ebenso dicht wie entspannt auf dem<br />

Hintergrund des vollmundigen Körpers.<br />

Süße Frucht und taktil-mineralische<br />

Noten hallen lange nach.<br />

weingut-ellwanger.com, € 32,90<br />

2020 SYRAH TROCKEN<br />

Weingut Gehlen-Cornelius,<br />

Brauneberg<br />

Würziges Neuholz (Gewürznelke,<br />

Zimt, Vanille) trifft auf eine rosinenartig<br />

angehauchte Frucht. Schwarzkirsche,<br />

getrocknete Feige. Sogar<br />

etwas Schieferwürze. Im Mund<br />

fließt der Wein seidig, geschmeidig<br />

und rund, lädt die satte Gaumenfrucht<br />

mit intensiv mineralischen<br />

Tönen auf und klingt mit betörender<br />

Kirschfrucht aus. Steillagen-typisch,<br />

ein Côte-Rôtie von der Mittelmosel<br />

gehlen-cornelius.de, € 21,–<br />

2018 SYRAH RÉSERVE<br />

Oliver Zeter, Haardt<br />

Im Duft zeigt sich eine ebenso<br />

in tensive wie nuancenreiche Frucht:<br />

Schwarzkirsche, Milchschokolade.<br />

Waldhimbeere, Salbeitee, Menthol<br />

und ein zarter Karamelltouch vom<br />

Holz. Im Mund ist der Wein dicht mit<br />

feinkörnigem Tannin besetzt, im<br />

Hintergrund reife Säure und eine<br />

Geschmeidigkeit ohne Süße. Ein<br />

Pfälzer Syrah, komplett unforciert,<br />

in sich ruhend, mit sehr gutem weiterem<br />

Potenzial hin zur würzigen<br />

Entfaltung. oliver-zeter.de, € 24,–<br />

95<br />

93+<br />

93<br />

2019 »DÄUBLIN« JASPIS SYRAH<br />

LANDWEIN OBERRHEIN<br />

Weingut Ziereisen,<br />

Efringen-Kirchen<br />

Anfangs rauchig und hefig im Duft,<br />

dann mehr und mehr aufklarend,<br />

mit Kräuternuancen, Rosine, Holunder<br />

und Schwarzkirsche. Im Mund<br />

mit Saftigkeit und feinem, mehligreifem<br />

Gerbstoff, intensiv fruchtdotiert,<br />

lebendige Säure stützt, langer,<br />

mineralisch getönter Abgang. Ein<br />

noch verschlossener Wein, der sich<br />

in Richtung Eleganz entfalten wird.<br />

weingut-ziereisen.de, € 51,80<br />

2020 MALSCH ROTSTEIG<br />

SYRAH RÉSERVE<br />

Weingut Hummel, Malsch<br />

Im Duft Aromen von dunkler Schokolade<br />

und Kirschwasser, im Mund<br />

wirkt der Wein kompakt und »kühl«,<br />

der Gerbstoff ist frisch und spannungsreich,<br />

zeigt in seiner feinen,<br />

fast Pinot-artigen Textur aber auch<br />

hohe Phenolreife. Der Abgang stellt<br />

(Kirsch-)Frucht in den Vordergrund,<br />

untermalt sie mit Saftigkeit und<br />

taktil-mineralischen Komponenten.<br />

Substanzreich, auf den Punkt extrahiert.<br />

weingut-hummel.de, € 29,–<br />

2020 »R« WORMS NONNENWIN-<br />

GERT SYRAH TROCKEN<br />

Weingut Markus Keller, Worms<br />

Betont frischfruchtig im Duft: Heidelbeere,<br />

Holundersaft, mit einer<br />

deutlichen Nordrhône-Anmutung.<br />

Ein klein wenig Neuholz. Der wuchtige<br />

Gaumen beherbergt eine mittlere<br />

bis mittelhohe Menge körnigen<br />

Tannins, ein festes Säurerückgrat<br />

sowie eine saftige, süße Frucht. Der<br />

Alkohol wirkt durch die Dichte des<br />

Extrakts gut integriert. Langer,<br />

fruchtgetragener Abklang.<br />

weingutkeller.de, € 25,80<br />

Fotos: Ulrich Sautter<br />

68 falstaff jun <strong>2022</strong>


anaire.com<br />

Lorem ipsum<br />

- Photo © P. Grenet


Das beeindruckende Weingut<br />

Van Volxem in Wiltingen an der<br />

Saar geht auf eine römische<br />

Villenanlage zurück. Die Weinberge<br />

wurden bereits im 3. Jahrhundert<br />

angelegt und zählen zu den<br />

ältesten Steillagen überhaupt.<br />

VINOPHILE<br />

BAUWERKSKUNST<br />

Moderne Baukultur prägt deutsche Weinregionen:<br />

Eine Weinreise an der Mosel – von der Antike bis zum 21. Jahrhundert.<br />

Handwerk, Tradition und malerische<br />

Weinlandschaft sind Attribute,<br />

die den meisten Weinfreunden<br />

einfallen, wenn sie an<br />

den Weinbau in <strong>Deutschland</strong> denken. Wer<br />

in den vergangenen Jahren häufiger in die<br />

13 deutschen Weinanbaugebiete gereist ist,<br />

dem wird aber nicht entgangen sein, dass<br />

moderne Architektur zunehmend die deutschen<br />

Weinlandschaften prägt.<br />

Hunderte von modernen Vinotheken sind<br />

in den vergangenen Jahrzehnten in <strong>Deutschland</strong>s<br />

Weinregionen entstanden. Die architektonische<br />

Vielfalt und der Einfallsreichtum<br />

sind fast grenzenlos. Neue Weinmanufakturen<br />

und Kuben aus Beton und Stahl sind<br />

weithin sichtbare Leuchttürme und setzen<br />

architektonische Maßstäbe für die ganze<br />

Branche, während andernorts historische<br />

Gebäude stilvoll saniert und um zeitgenössi-<br />

Das Weingut Cantzheim besticht nicht nur mit<br />

barocker Eleganz, sondern auch mit besten Weinen<br />

und herzlicher Gastlichkeit.<br />

sche Komponenten ergänzt werden. 30<br />

Objekte hat das Deutsche Weininstitut 2021<br />

im Wettbewerb »<strong>Deutschland</strong>s schönste<br />

Vinotheken« ausgezeichnet. Die prämierten<br />

Vinotheken wurden von einer Fachjury nach<br />

strengen Qualitätskriterien ausgewählt.<br />

EINZIGARTIGES ENSEMBLE<br />

AUS WEIN UND ARCHITEKTUR<br />

In <strong>Deutschland</strong>s ältester Weinregion, der<br />

Mosel, reihen sich moderne Vinotheken wie<br />

Perlen an einer Schnur und bilden einen<br />

Kontrast zur ebenso eindrucksvollen Baukultur<br />

von Antike bis Jugendstil. Fünf der<br />

aktuell im Wettbewerb ausgezeichneten<br />

Vinotheken stehen beispielhaft für die<br />

moderne Weinarchitektur an der Mosel und<br />

ihren Nebenflüssen Saar und Ruwer.<br />

Der junge Winzer Oliver Dax präsentiert<br />

im Weinort Ernst bei Cochem seine bemer-<br />

70<br />

falstaff jun <strong>2022</strong>


MOSEL<br />

kenswerten Steillagen-Rieslinge in einem<br />

modernen Weinshop. Die große Terrasse<br />

bietet bei einem Glas Wein einen wunderbaren<br />

Blick auf die Mosel und die spektakulären<br />

Steilhänge, die Wanderer auf einem<br />

Klettersteig erkunden können.<br />

Regelrecht im Weinberg sitzen die Gäste<br />

des Weingutes Kühner-Adams in Mehring<br />

an der Mittelmosel. Die moderne Vinothek<br />

»Flusskilometer 174« fügt sich als Glaskubus<br />

kontrastreich an das herrlich restaurierte<br />

Winzergebäude von 1902 an. Eine<br />

Schiefer-Terrasse mit Moselblick lädt zum<br />

Probieren und Genießen ein.<br />

Tief in die Historie der Region taucht<br />

man wenige Kilometer weiter südlich beim<br />

Besuch des Schlossgutes Maximin<br />

Grünhaus im Ruwertal ein, dessen Wurzeln<br />

bis in die Spätantike zurückreichen. Die<br />

alten Mauern bergen mit der ausgezeichneten<br />

Vinothek einen modernen Schatz, der<br />

Maximin und Amelie von Schubert den<br />

passenden Rahmen für ihre Rieslinge<br />

und Spätburgunder bietet.<br />

Eine gelungene Verbindung<br />

von alt und neu präsentiert<br />

sich auch am Fuße des<br />

großen Steilhangs »Kanzemer Altenberg«<br />

an der Saar unweit von Trier. Im 2016 neu<br />

gegründeten Gut Cantzheim von Anna und<br />

Stefan Reimann ist das Ensemble aus dem<br />

sanierten barocken Gutsgebäude mit der<br />

Orangerie aus Glas und Stahl und dem<br />

neuen Gästehaus aus Stampfbeton ein echter<br />

Eyecatcher.<br />

Ganz neue architektonische Dimensionen<br />

eröffnet die Weinmanufaktur Van Volxem<br />

bei Wiltingen an der Saar. Auf einem von<br />

Reben umgebenen Hügel gelegen, ist das<br />

mit Muschelkalkstein verkleidete Ensemble<br />

aus Vinotheken-Kubus und Kellereigebäude<br />

schon weithin sichtbar. Hier zeigen sich<br />

die Kernwerte der Weinphilosophie von<br />

Inhaber Roman Niewodniczanski: Klarheit,<br />

Eleganz und Präzision.<br />

In diesen modernen Vinotheken spiegelt<br />

sich nicht nur die Philosophie der Winzerinnen<br />

und Winzer. Die Gebäude greifen<br />

die Materialien des Weines, vom Gestein<br />

der Weinberge über den Cortenstahl<br />

der Rebpfähle und das Eichenholz<br />

der Weinfässer auf,<br />

machen sich die Energie<br />

von Sonne und Erde<br />

sowie den Regen nachhaltig für den Betrieb<br />

zunutze und gewähren durch gläserne Fassaden<br />

und große Fenster neue Perspektiven<br />

auf die Weinberge. Sie sind Teil der Weinlandschaften<br />

und der Weinorte, stehen im<br />

reizvollen Kontrast zu grünen Rebzeilen<br />

und demonstrieren eindrucksvoll das Qualitätsbewusstsein<br />

deutscher Weinerzeuger.<br />

WEINREISE-TIPP<br />

Mythos Mosel am 11. / 12. Juni <strong>2022</strong> und<br />

SaarRieslingSommer am 27. / 28. August <strong>2022</strong><br />

sowie ganzjährig entlang der Via mosel‘<br />

viamosel.com<br />

INFO<br />

Informationen zu allen ausgezeichneten<br />

Vinotheken: deutscheweine.de/tourismus/<br />

ausgezeichnete-vinotheken<br />

und im MERIAN Extra<br />

»Weingenuss in <strong>Deutschland</strong>«<br />

Informationen zum Weinanbaugebiet Mosel<br />

weinland-mosel.de, visitmosel.de<br />

Das Trierer Quereinhaus<br />

vom Weingut Kühner<br />

Adams wurde sorgfältig<br />

restauriert, um die alte<br />

Bausubstanz zu erhalten.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Volker Renner; Via mosel‘ / Christopher Arnoldi; beigestellt<br />

Während der moderne Weinshop vom Weingut<br />

Dax (links) sich auch in jeder Großstadt<br />

wohlfühlen würde, begeistert das Schloss<br />

Grünhaus vom Weingut Maximin Grünhaus mit<br />

beeindruckender Architektur, die teilweise<br />

bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht.<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 71


wein / BORDEAUX EN PRIMEUR<br />

BORDEAUX 2021<br />

CLARET<br />

RELOADED<br />

Die Ernte lief auch<br />

bei Château Haut-<br />

Bailly in Pessac unter<br />

strahlender Sonne ab, der<br />

Altweibersommer hat den<br />

Jahrgang ins Ziel gerettet.<br />

Foto: Victor Cornec<br />

72 falstaff jun <strong>2022</strong>


Das Leben ist zurückgekehrt nach Bordeaux. Nach zweijähriger Pause fanden<br />

Ende April wieder reguläre En-primeur-Verkostungen vor Ort statt. Die Besucher<br />

waren mit einem kleinen Jahrgang konfrontiert, zumindest was Menge und<br />

oftmals auch Qualität betraf. Ob auch die Preise wie zuletzt im exzellenten<br />

Jahrgang 2019 situationsgerecht ausfallen werden, wird die nähere Zukunft<br />

weisen. Die Rotweine 2021 zeigen sich jedenfalls leichtfüßig und zugänglich.<br />

TEXT PETER MOSER<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

73


wein / BORDEAUX EN PRIMEUR<br />

Die besten Terroirs<br />

brachten auch die<br />

vielversprechendsten<br />

Ergebnisse wie hier<br />

den würzigen Grand Vin<br />

von Château Mouton-<br />

Rothschild in Pauillac.<br />

Wenn die Preise stimmen – und<br />

das kann man noch nicht<br />

sagen – wird sich der positive<br />

Trend im Export, zuletzt vor<br />

allem im Segment der<br />

»kleinen« Namen, mit<br />

einem Letztverbraucherpreis<br />

von 30 bis 50<br />

Euro weiter fortsetzen.<br />

Die kleine Erntemenge<br />

spricht dagegen, die<br />

aktuell enorm steigenden<br />

Produktionskosten<br />

ebenfalls, denn<br />

die Kosten für Flaschen,<br />

Etiketten, Kork und<br />

Verpackung, dazu auch<br />

noch Transport der<br />

Weine, haben sich in den<br />

letzten Monaten um<br />

durchschnittlich 30<br />

Prozent gesteigert. Und<br />

diese Kosten sind für den<br />

»No Name«-Winzer pro<br />

Flasche gleich wie beim<br />

Kollegen vom Nobel-<br />

Château.<br />

Vieles erinnerte mich an die<br />

En-primeur-Proben des<br />

Jahrgangs 1997. Die<br />

spürbar kleinere Zahl der<br />

präsenten Fachleute,<br />

sowohl Händler wie Journalisten, und die<br />

Art des zu verkostenden Weins. 2021 ist<br />

ein leichtfüßiger, frischer, bald zu konsumierender<br />

Jahrgang, er bietet Rotweine<br />

mit guter Farbe, einer ansprechenden<br />

Aromatik, mit Frische und einem dezenten<br />

Alkoholwert. Dazu gesellen sich dezente<br />

Tannine, nur in seltenen Fällen auch<br />

vegetale Nuancen. Die besten Weißweine<br />

sind hingegen Spitzenklasse, bei den<br />

Süßweinen gibt es nur sehr kleine Mengen,<br />

Freunde stark von Botrytis geprägter<br />

Weine kommen voll auf ihre Kosten. Die<br />

Roten sind sehr unterschiedlich in der<br />

Qualität, es gibt einige sehr positive<br />

Ausnahmen, insgesamt ist es ein Jahr des<br />

Cabernets und damit des linken Ufers.<br />

HETEROGEN:<br />

JAHRGANG 2021<br />

Ein leichtfüßiger, fruchtiger<br />

Jahrgang mit einigen sehr<br />

positiven Überraschungen<br />

GUT–SEHR GUT<br />

Als moderne Ausgaben der Clarets werden<br />

die besten Weine des Jahrgangs für große<br />

Trinkfreude sorgen. Die Dichte an überzeugenden<br />

Weinen ist auf den Topterroirs am größten.<br />

Am rechten Ufer das Plateau von Pomerol, die<br />

Côte von Saint-Émilion und am linken Ufer die<br />

besten Lagen entlang der Gironde von Château<br />

Margaux bis Château Montrose. Dazu gesellen<br />

sich die Haut Brions und die besten, leider<br />

limitiert vorhandenen Süßweine.<br />

REGENREICH UND<br />

SONNENARM<br />

Auf einen recht milden<br />

Winter folgte ein ausgesprochen<br />

kalter April mit einigen schweren<br />

Frostnächten, die wie in vielen anderen Regionen<br />

Frankreichs und Europas eine Spur<br />

der Verwüstung hinterließen. In Bordeaux<br />

war die Region im Süden, also Graves<br />

und Sauternes, am stärksten betroffen, bei<br />

minus sechs Grad Celsius wurden bis zu<br />

vier Fünftel der Weingärten geschädigt.<br />

Mai und Juni waren niederschlagsreich,<br />

eine späte Blüte und Probleme mit Mehltau<br />

hielten die Winzer auf Trab und setzten<br />

den Bio-Produzenten einmal mehr zu. Im<br />

Juli gab es nach wie vor Niederschläge,<br />

erst ab 8. August war es trocken, da gab es<br />

sogar ein Viertel weniger Niederschlag als<br />

im langjährigen Durchschnitt. Zum Ende<br />

des Sommers stieg das Thermometer noch<br />

einmal nach oben, insgesamt zählt 2021<br />

zu den kühleren Jahren. Mitte September<br />

gab es wieder Regenfälle, Trockenstress so<br />

gut wie keinen, die Beeren waren groß. Die<br />

Merlots kamen erst bis Anfang September<br />

in den Keller, viele Cabernet Sauvignons<br />

Fotos: Peter Moser, Leif Carlsson<br />

74 falstaff jun <strong>2022</strong>


wurden erst in zwei sehr schönen, windigtrockenen<br />

Oktoberwochen geerntet. Es war<br />

ein Jahr der Weingärtner und Kellermeister,<br />

rigoroses Sortieren der Trauben war diesmal<br />

unerlässlich.<br />

VIELZITIERTE KLASSIK<br />

Generell zeigen die Weine tendenziell geringere<br />

Alkoholwerte und eine lebendige<br />

Frische, die besseren Exemplare sind gut<br />

balanciert. Am linken Ufer ist die Qualität<br />

als durchschnittlich einzustufen, vielleicht<br />

einen Hauch besser als zuletzt in den Jahren<br />

2017 oder 2014, aber ganz klar auch hinter<br />

2019 oder gar 2016. In gewisser Weise ist<br />

2021 ein stilistischer Rückgriff auf die alten<br />

Zeiten in Bordeaux: Statt kraftvollen, überextrahierten,<br />

sehr reifen Rotweinen mit 14<br />

Volumenprozent gibt es diesmal zugängliche,<br />

frische und leicht konsumierbare Weine wie<br />

einst – die Alkoholwerte liegen zwischen<br />

12,5 und 13,5 Volumenprozent.<br />

Vor Ort bezeichnet man diesen Stil der<br />

Weine gerne als klassisch – ein Begriff, der<br />

Händler wie Journalisten im gleichen Maße<br />

hellhörig werden lässt. Denn längst ist »klassisch«<br />

ein Codewort für einen eher kleineren<br />

Jahrgang, und hinter vorgehaltener Hand erzählt<br />

man sich von den großen Zuckermengen,<br />

die man für das Aufbessern der Moste<br />

aus 2021 benötig te, damit die Jungweine<br />

wenigstens die 12,5-Vol.-%-Hürde nehmen<br />

konnten. Nicht zu vergessen: Die Mostkonzentration<br />

wurde in Bordeaux erfunden.<br />

DER JAHRGANG 2021<br />

IST EINE KLARE<br />

RETRO-NUMMER.<br />

GERINGE ERNTE-<br />

MENGEN, KLEINE WEINE,<br />

ZUGÄNGLICH UND<br />

SCHNELL ZU KON SU MIE-<br />

REN. DAZU GESELLEN<br />

SICH EINIGE POSITIVE<br />

AUSNAHMEN IM ROTEN<br />

BEREICH, TOLLE<br />

WEISSWEINE UND<br />

WÜRZIG-KRÄFTIGE<br />

SÜSSWEINE.<br />

Auf Figeac wurde in den<br />

letzten Jahren enorm<br />

investiert. Frédéric Faye<br />

(links unten) führt das<br />

renommierte Weingut zu<br />

neuen Höhen.<br />

Dank »L’osmose inverse« haben zahlreiche<br />

Weine des Jahrgangs zu ihrer Statur gefunden,<br />

die ihnen Mutter Natur in der Form<br />

nicht angedeihen lassen wollte.<br />

Es hing in diesem Jahrgang letzten<br />

Endes alles vom Winzer ab, denn der<br />

Witterungsverlauf ließ ohnehin wenig<br />

Spielraum nach oben. Und so wurde ohne<br />

Marktdruck viel getan, um dem Konsumenten<br />

einen guten, zugänglichen Wein<br />

anbieten zu können – durch genaue Wahl<br />

des Erntezeitpunkts oder mittels Verbesserung<br />

der Moste im Rahmen der erlaubten<br />

Möglichkeiten. Dies geschieht durch<br />

technische Verfahren der Mostkonzentration,<br />

durch Chaptalisation (Anreicherung<br />

des Mostes mit Zucker) oder durch den<br />

Rückverschnitt von bis zu 15 Prozent der<br />

Menge von Wein aus dem guten, vorherigen<br />

Jahrgang 2020.<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

75


wein / BORDEAUX EN PRIMEUR<br />

EIN JAHR DES CABERNET<br />

Die Verkostung der Jungweine zeigt einige<br />

recht klare und logische Tendenzen. Wir<br />

haben es mit einem kleineren Jahrgang zu<br />

tun, aber mit keinem schlechten. Die Qualität<br />

der Weine ist extrem heterogen, es gibt<br />

durchaus einige herausragende Gewächse.<br />

Damit steht 2021 deutlich über Jahren<br />

wie 2013 und 2017. Es ist ohne Zweifel<br />

ein Jahr der Cabernets, und zwar der<br />

Cabernets Sauvignons am linken und der<br />

Cabernets Francs am rechten Ufer. Diese<br />

Tendenz spiegeln die Zusammensetzungen<br />

der Cuvées klar wider. 96 Prozent Cabernet-Sauvignon-Anteil<br />

bei Lafite-Rothschild<br />

und Latour, 60 Prozent Cabernet Franc bei<br />

Château Angélus in Saint-Émilion sprechen<br />

eine deutliche Sprache.<br />

Die trockenen Weißweine sind dort, wo<br />

sie nicht zu sehr vom Regen strapaziert<br />

wurden, sehr gut ausgefallen. Der ohnehin<br />

rare Haut-Brion Blanc ist vielleicht<br />

der beste jemals produzierte Wein dieses<br />

Hauses. Daneben findet man wieder<br />

Weine, die vergleichsweise dünn und verwässert<br />

wirken, ein Resultat des Terroirs<br />

und der sehr ungleich verteilten Regenmengen.<br />

Die Süßweine aus Sauternes und<br />

Barsac wurden durch den Frost extrem<br />

in der Menge limitiert, sie sind von einer<br />

starken Botrytisnote gekennzeichnet, selbst<br />

in den besten Lagen ist die Erntemenge<br />

winzig gewesen. Suduiraut produzierte<br />

einen exzellenten Wein, allerdings nur in<br />

der Größen ordnung von einem Hektoliter.<br />

Kleinere der bekannten Gewächse wie<br />

Bei Cheval Blanc<br />

entstand dank höheren<br />

Cabernet-Anteils<br />

ein Topwein voll<br />

Würze und mit viel<br />

Terroircharakter.<br />

Fotos: beigestellt<br />

76 falstaff jun <strong>2022</strong>


Bastor-Lamon tagne können aus dem Jahr<br />

2021 gar nur 3000 Flaschen vom Grand<br />

Vin anbieten. Am Ende stand eine geringe<br />

Erntemenge mit weniger als vier Millionen<br />

Hekto litern – der Zehnjahresschnitt liegt<br />

aktuell bei 4,940 Millionen Hektolitern. In<br />

den qualitativen Spitzenjahren 2010 oder<br />

2016 wurden mehr als 5,7 Millionen Hektoliter<br />

erzeugt, der letzte Jahrgang 2020<br />

lag bei 4,4 Millionen Hektolitern.<br />

Das erste Fazit zu 2021 lautet: Wer subskribiert,<br />

darf sich keinen allzu großen Wertzuwachs<br />

erwarten. Da bei vielen Weinen<br />

die Mengen geringer sind als üblich, sichert<br />

man sich seinen Lieblingswein. Speziell wer<br />

Sonder format einkaufen will, wird sich<br />

für den Primeur-Kauf interessieren. Durch<br />

seine frühe Antrinkbarkeit wird sich das<br />

Jahr auch für die Gastronomie empfehlen.<br />

Die Weine sind generell unkompliziert und<br />

bereits früh zugänglich. Wir haben für Sie<br />

über 300 Jungweine probiert. Die besten<br />

Empfehlungen finden Sie im Tasting-<br />

Bereich dieser Ausgabe und alle weiteren<br />

Bewertungen auf falstaff.com.<br />

<<br />

Bei Lynch Bages in Pauillac<br />

wurde die neue, ultramoderne<br />

Kellerei feierlich eröffnet.<br />

Basis für den Erfolg bleibt das<br />

bestmögliche Traubenmaterial.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

77


wein / BORDEAUX EN PRIMEUR<br />

TASTING-<br />

INFO<br />

WEITERE BEWERTUNGEN<br />

UND BESCHREIBUNGEN<br />

FINDEN SIE SIE AB<br />

AB SEITE 220. 148.<br />

BEST OF<br />

LINKES UFER<br />

96–98<br />

CHÂTEAU LAFITE-ROTHSCHILD 2021<br />

Pauillac, € 690,–<br />

96–98<br />

CHÂTEAU MARGAUX 2021<br />

Margaux, € 610,–<br />

95–97<br />

CHÂTEAU HAUT-BRION 2021<br />

Pessac-Léognan, € 610,–<br />

95–97<br />

CHÂTEAU LATOUR 2021<br />

Pauillac, nicht e. p. verfügbar<br />

95–97<br />

CHÂTEAU LÉOVILLE LAS CASES 2021<br />

Saint-Julien, € 280,–<br />

94–96<br />

CHÂTEAU DUCRU-BEAUCAILLOU 2021<br />

Saint-Julien, € 225,–<br />

94–96<br />

CHÂTEAU LA MISSION HAUT-BRION 2021<br />

Pessac-Léognan, € 355,–<br />

94–96<br />

CHÂTEAU LES CARMES HAUT-BRION 2021<br />

Pessac-Léognan, € 110,–<br />

94–96<br />

CHÂTEAU MOUTON-ROTHSCHILD 2021<br />

Pauillac, € 610,–<br />

BEST OF<br />

RECHTES UFER<br />

96–98<br />

CHÂTEAU AUSONE 2021<br />

Saint-Émilion, € 680,–<br />

95–97<br />

CHÂTEAU CHEVAL BLANC 2021<br />

Saint-Émilion, € 540,–<br />

95–97<br />

CHÂTEAU LAFLEUR 2021<br />

Pomerol, € 1200,– *<br />

95–97<br />

VIEUX CHÂTEAU CERTAN 2021<br />

Pomerol, € 340,–<br />

94–96<br />

CHÂTEAU FIGEAC 2021<br />

Saint-Émilion, € 220,–<br />

94–96<br />

CHÂTEAU LE PIN 2021<br />

Pomerol, € 3600,–*<br />

94–96<br />

CHÂTEAU PÉTRUS 2021<br />

Pomerol, € 5400,–*<br />

SAUTERNES<br />

95–97<br />

CHÂTEAU DE FARGUES 2021<br />

Sauternes, € 130,–<br />

95–97<br />

CHÂTEAU RIEUSSEC 2021<br />

Sauternes, € 120,–<br />

Hinweis: Die Orientierungspreise sind die Brutto-Subskriptionspreise<br />

des Jahrgangs 2020.<br />

* Aktuelle Preise laut wine-searcher.com für Raritäten aus<br />

Pomerol in 2020. Die tatsäch lichen Subskriptionspreise für 2021<br />

lagen zum Zeitpunkt der Bewertung noch nicht vor und können<br />

deutlich abweichen.<br />

Fotos: beigestellt<br />

78 falstaff jun <strong>2022</strong>


#EXPLOREFRANCE<br />

GEMEINSAMER GENUSS<br />

IM BURGUND<br />

Das Burgund: Eine Region im Herzen von Frankreich<br />

lädt zum gemeinsamen Entdecken, Verkosten und Erleben ein.<br />

Das Burgund gilt nicht umsonst als<br />

wahres Genusszentrum Frankreichs,<br />

denn kaum ein anderer<br />

französischer Ort spiegelt das<br />

sogenannte »Art de vivre« besser wider.<br />

Das Burgund bietet vielfältige Möglichkeiten,<br />

unvergessliche Momente zu erleben, und<br />

es gibt doch nichts Schöneres, als diese<br />

besonderen Erlebnisse und genussvollen<br />

Momente mit den Liebsten zu teilen.<br />

Vorbei an traumhaften Landschaften,<br />

schier endlosen Weinbergen und jahrhundertealten<br />

Weinkellern, in denen prestigeträchtige<br />

Weine auf den gemeinsamen Genuss warten.<br />

Durch historisch einzigartige Dörfer und<br />

Städte mit ihren tausendjährigen Schlössern<br />

und Kirchen, entlang vielen schiffbaren<br />

Kanälen und Flüssen, die sich durch die<br />

traumhafte Region schlängeln. Und auch auf<br />

die zahlreichen kulinarischen Stopps der<br />

Gourmethochburg sollte man nicht<br />

vergessen. Bekannt für die exzellente Küche,<br />

begeistert die Region mit vielen kulinarischen<br />

Highlights: Neben Spitzenrestaurants und<br />

Bistros laden zahlreiche Events ein, bei denen<br />

sich alles um den Genuss dreht. So auch der<br />

Trüffelmarkt von Noyers am 30. Oktober<br />

und 27. November oder die internationale<br />

Gastronomiemesse der Hauptstadt Dijon<br />

von 29. Oktober bis 11. November. Das<br />

Burgund ist elegant, genussreich und reich an<br />

Traditionen, blickt dennoch mit einem<br />

raffinierten Geist und dem Gespür für neue<br />

Trends über den Tellerrand hinaus.<br />

DAS BURGUND ERLEBEN<br />

Dass Burgund mit der Zeit geht, wird<br />

zum Beispiel mit der »Cité Internationale<br />

de la Gastronomie et du Vin« vor den<br />

Toren der Stadt Dijon deutlich, einer im<br />

Frühjahr <strong>2022</strong> eröffneten Gastronomiesiedlung,<br />

die als kulinarisches und kulturelles<br />

Zentrum mit Koch- und Weinschulen,<br />

Eventküchen, einem Luxushotel, zahlreichen<br />

Spitzenrestaurants und vielem mehr<br />

begeistert. Ein weiteres Highlight ist die<br />

»Cité des Climats et vins«, ein Projekt, bei<br />

dem sich alles um die Themen Wein, Kulinarik,<br />

Kulturerbe des Burgund und nachhaltiges<br />

Reisen dreht.<br />

Hier wird nicht nur der Gaumen<br />

mit ausgezeichneten Weinen<br />

verwöhnt, auch das Auge kommt<br />

mit traumhaften Ausblicken voll<br />

auf seine Kosten.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Alain Doire; Shutterstock; beigestellt<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

burgund-tourismus.com, france.fr/de<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 79


wein / ESSAY<br />

DIE ANDERE SEITE DES<br />

MÉDOC<br />

Die Weingüter in Médoc-Gemeinden wie Margaux, Pauillac und<br />

Saint-Estèphe florieren – doch die Bevölkerung der Gegend hat bei den<br />

französischen Präsidentschaftswahlen trotzdem mehrheitlich ihr<br />

Kreuzchen bei Marine Le Pen gemacht hat. Wie kann das nur sein?<br />

Margaux 54,6 Prozent,<br />

Saint-Julien 57,1 Prozent,<br />

Pauillac 56 Prozent, Saint-<br />

Estèphe 65,8 Prozent:<br />

Hätte Frank reich im zweiten<br />

Durchgang der Präsidentschaftswahlen<br />

als ganzes Land gewählt wie die Weinbaugemeinden<br />

des Médoc, würde nun Marine<br />

Le Pen im Élysée residieren und nicht<br />

Emmanuel Macron. Man fragt sich: Wie<br />

kann es sein, dass es in einem der ruhmreichsten<br />

Weinbaugebiete der Welt so viel<br />

Unzufriedenheit gibt und so viel Bereitschaft,<br />

eine Protestpartei zu wählen?<br />

Eine erste Erklärung, die schnell zur<br />

Hand ist, hält einem genaueren Blick nicht<br />

stand: dass außerhalb größerer Städte<br />

ohnehin eher rechts gewählt werde. Das<br />

ist zwar, blickt man auf die französische<br />

Wahl-Landkarte als Ganzes, durchaus richtig.<br />

Doch im Bordelais stellt sich die Lage<br />

differenzierter dar: Ein ländlicher Weinbauort<br />

ist auch Saint-Émilion am geografisch<br />

rechten Ufer der Gironde, dort jedoch kam<br />

bei der Wahl Emmanuel Macron auf den<br />

ersten Platz: Mit einem Stimmenanteil von<br />

60,1 Prozent lag sein Ergebnis sogar über<br />

dem Landesdurchschnitt.<br />

DIE KOMMUNEN LEIDEN<br />

Eine zweite Erklärung deutet in Richtung<br />

der Betriebsstrukturen des Médoc: Diesem<br />

Thema widmete die »Frankfurter Allgemeine«<br />

nach dem ersten Wahlgang einen<br />

großen Artikel, in dem sie darlegte, dass<br />

sich die Wut der Médocains aus ihrer ökonomischen<br />

Benachteiligung speise. In dieser<br />

Diagnose steckt viel Wahres, die großen<br />

Rebflächen, die das Médoc kennzeichnen,<br />

bringen einen hohen Anteil an schlecht<br />

gebildeten und schlecht bezahlten Arbeitskräften<br />

mit sich, die am Reichtum der<br />

Weingüter, auf denen sie arbeiten, so gut<br />

wie gar nicht partizipieren. Dazu komme,<br />

so die »FAZ«, dass die Kommunen kein<br />

Geld für Infrastruktur und Sozialprojekte<br />

haben: Da der Weinbau fast die einzige Einnahmequelle<br />

der Gegend ist, die Châteaux<br />

jedoch als Landwirtschaftsbetriebe keine<br />

Gewerbesteuer bezahlen müssen, ist selbst<br />

Pauillac, die Welthauptstadt des Cabernet,<br />

arm wie eine Kirchenmaus.<br />

GASTRONOMIE-VAKUUM<br />

Man muss diesen Faden jedoch noch etwas<br />

weiter spinnen, um dem Phänomen wirklich<br />

auf den Grund zu gehen. Das wesentliche<br />

Indiz zur Beschreibung der Malaise<br />

liefert die Schwäche der Gastronomie.<br />

Das kulinarische Vakuum ist so groß, dass<br />

Thomas Duroux auf Château Palmer beim<br />

derzeitigen Umbau der Betriebsgebäude die<br />

Einrichtung einer Kantine eingeplant hat –<br />

in erster Linie für die eigenen Mitarbeiter.<br />

Diese seien es einfach leid, sagt Palmers<br />

Kommunikationsdirektor Dante Nolleau,<br />

jahrein, jahraus immer nur ein belegtes Baguette<br />

zu Mittag zu essen.<br />

Als Jean-Michel Cazes 2006 den Weiler<br />

Bages in der Nachbarschaft seines Château<br />

Foto: Shutterstock<br />

80 falstaff jun <strong>2022</strong>


Wein-Chefredakteur<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>Deutschland</strong><br />

ULRICH SAUTTER<br />

Lynch Bages wiederbelebte und das Restaurant<br />

»Café Lavinal« ansiedelte, einen<br />

Bäcker, einen Metzger und eine Épicerie,<br />

tat er das mit dem expliziten Wunsch,<br />

dass hoffentlich wieder etwas bürgerliches<br />

Leben und Genussfreude in diesen Ortsteil<br />

Pauillacs zurückkehren mögen. 15 Jahre<br />

später sind noch der Metzger da und das<br />

»Café Lavinal«, das Weinreisende aus aller<br />

Welt davor bewahrt, sich über Mittag ein<br />

Sandwich bei Carrefour kaufen zu müssen,<br />

um nicht ohne feste Nahrung in die zweite<br />

Tageshälfte gehen zu müssen.<br />

Doch in die Räume der Épicerie ist heute<br />

ein Fahrradverleih eingezogen – immerhin<br />

steht das Geschäft nicht ganz leer wie viele<br />

andere in Pauillac. Der Bäckermeister, der<br />

die Bäckerei in Bages gepachtet hatte, verschwand<br />

vor ein paar Jahren von heute auf<br />

morgen – wie damals kolportiert wurde,<br />

mit bedeutenden Schulden. Offenbar waren<br />

die Einheimischen nicht bereit, 30 Cent<br />

mehr für ein wirklich exzellentes Baguette<br />

KULINARISCH IST<br />

DAS MÉDOC EINE<br />

ZIEMLICHE WÜSTE.<br />

ES GIBT EINFACH ZU<br />

WENIGE GENUSS-<br />

FREUDIGE GÄSTE.<br />

zu bezahlen, und eine Bäckerei kann eben<br />

nicht nur von Touristen leben.<br />

Kulinarisch ist das Médoc, abgesehen<br />

von drei oder vier brauchbaren Restaurants<br />

auf einer Strecke von 40 Kilometern, eine<br />

ziemliche Wüste. Und dieser Umstand führt<br />

bei der Analyse komplett weg von den<br />

Landarbeitern. Es scheint im Médoc unabhängig<br />

von der Einkommensklasse kaum<br />

eine soziale Schicht zu geben, die kommunikativ<br />

und genussfreudig genug ist, um<br />

gastronomischen Reichtum hervorzubringen.<br />

Die Direktoren der großen Châteaux<br />

verwalten die Betriebe von Paris aus, für<br />

Events auf diesen prestigereichen Weingütern<br />

werden Sterneköche und Caterer von<br />

irgendwo hergeholt. Die Verwalter derjenigen<br />

Châteaux, die sich im Besitz einer Bank<br />

oder einer Versicherung befinden, pendeln<br />

in der Regel morgens aus der Stadt Bordeaux<br />

heraus und abends dorthin zurück.<br />

Zumindest als abendliche Gäste in einem<br />

Restaurant scheiden sie ebenfalls aus.<br />

DER FEHLENDE SOZIALE KITT<br />

Nicht zuletzt sind aber offenkundig auch<br />

die vor Ort lebenden Inhaber der kleineren<br />

Weingüter und die mittleren Führungskräfte<br />

der klassifizierten Châteaux keine Kundengruppe<br />

für gediegene Gastronomie. Ein<br />

seit Längerem in Bordeaux lebender Weinhändler<br />

aus dem englischen Sprachraum,<br />

mit dem ich über die Wahlergebnisse und<br />

den auffälligen Mangel an guter Gastronomie<br />

sprechen konnte, hatte sehr schnell eine<br />

ziemlich plausible Erklärung zur Hand: Im<br />

Médoc, so sagte er, lerne man von Kindheit<br />

auf, den Nachbarn als Konkurrenten anzusehen.<br />

Das Nachbar-Château in anderthalb<br />

Kilometern Entfernung sei de facto eine<br />

andere Welt, mit der man keinen Austausch<br />

suche. Sich am Abend in einem Restaurant<br />

um zwei Flaschen Rotwein und ein großes<br />

Côte de Bœuf zusammenzusetzen? So etwas<br />

passiere im Médoc einfach nicht, oder nur<br />

sehr selten – anders als beispielsweise in<br />

Saint-Émilion, wo es wenigstens Klüngel<br />

gebe, die von Interessen geeint würden.<br />

Was ein solches soziales Klima für die<br />

politische Färbung des Médoc bedeutet, darüber<br />

darf spekuliert werden. Dass es einen<br />

in der Sache präzisen, aber im Ton fairen,<br />

dass es einen demokratischen Austausch<br />

von Argumenten begünstigt, darüber sind<br />

Zweifel angebracht. <<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

81


spirits / DIE WELT DES SHERRYS<br />

Seit über 500 Jahren zählt der<br />

Sherry zu den echten Klassikern<br />

des Weinmarkts. Seine sehr<br />

spezielle Herstellungsweise<br />

und seine vielfältige Stilistik<br />

begründen seine Sonderstellung<br />

und machen ihn zum idealen<br />

Aperitif und Speisenbegleiter.<br />

TEXT PETER MOSER<br />

MITARBEIT REINHARD POHOREC<br />

KLASSIK AUS<br />

ANDALUSIEN<br />

Foto: beigestellt<br />

82 falstaff jun <strong>2022</strong>


Bei Sherry ist alles eine<br />

Frage der Reife, in den<br />

Bodegas sind die Fässer<br />

in mehreren Reihen<br />

gestapelt, um eine<br />

»criadera« zu bilden.<br />

Cocktail-Tipps unter<br />

go.falstaff.com/<br />

sherry-drinks<br />

FINO/MANZANILLA<br />

Trocken, schlank, rassig, vinös<br />

Der klassisch trockene Fino-Stil vermittelt vor<br />

allem eines: Frische. Eine sehr helle Farbe mit<br />

vitalen Grünreflexen und ein leicht nussiger Stil<br />

sowie eine angenehme Säurestruktur machen<br />

den Fino zum perfekten Aperitif. Ein idealer<br />

Fino besitzt die schlanke Textur von Wasser<br />

aus einem Gebirgsbach, die Präzision einer<br />

Rasierklinge und die Finesse eines Rieslings.<br />

Und dazu muss er vor allem eines – möglichst<br />

lange unter dem Schutz der Hefedecke<br />

heranreifen. Denn im Solera-Verfahren bleibt<br />

die helle Farbe immer erhalten, aber der Anteil<br />

von Trockenextrakten, Glycerol und Säure<br />

nehmen mit der Zeit ab, die Konzentration von<br />

Acetaldehyd hingegen nimmt mit jedem Jahr<br />

zu. Je näher ein Fino am ursprünglichen Wein<br />

ist, desto weniger interessant ist das Ergebnis.<br />

Gut gereifte Finos wirken daher weniger weinig<br />

und präsentieren sich schlanker. Die besten<br />

Vertreter dieser Kategorie zeigen große Klasse<br />

und zählen dennoch zu den preiswertesten<br />

Spitzenweinen der Welt. Kommt der Fino aus<br />

dem küstennahen Sanlúcar, ist er salziger und<br />

heißt nach seiner Apfelnote Manzanilla.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

83


spirits / DIE WELT DES SHERRYS<br />

Für manchen Weinfreund ist das<br />

Thema Sherry bis heute ein<br />

»spanisches Dorf«. Zugegeben,<br />

die Materie ist einigermaßen<br />

komplex und teilweise auch für<br />

Kenner etwas verwirrend. Doch es ist ein<br />

lohnendes Unterfangen, sich mit den<br />

Geheimnissen dieses Klassikers vertraut zu<br />

machen, denn es gibt keinen anderen Wein,<br />

dessen Spektrum so weitreichend ist. Sherry<br />

reicht von staubtrocken bis sehr süß, er<br />

zeigt sich in wasserheller bis hin zu fast<br />

schwarzer Robe, er wird von ganz jung bis<br />

uralt und von reduktiv bis oxidativ<br />

genossen. <strong>Falstaff</strong> stellt Ihnen hier die<br />

wesentlichsten fünf Stile der Sherry- Welt in<br />

komprimierter Weise vor.<br />

Die Keller von González<br />

Byass in Jerez sind ein Mekka<br />

für Sherryfreunde, Besucher<br />

sind hier stets willkommen.<br />

DIE ENORME<br />

STILISTISCHE<br />

VIELFALT DER<br />

UNTERSCHIEDLICHEN<br />

SHERRYSORTEN IST<br />

FLUCH UND SEGEN<br />

ZUGLEICH.<br />

Einst fungierte ein spezielles<br />

Bambusrohr als Weinheber,<br />

mit dem der Sherry aus dem<br />

Fass gezogen wurde, ohne die<br />

Florhefe mitzunehmen.<br />

WEIN MIT GESCHICHTE<br />

Spanische Atlantikhäfen wie Cádiz und<br />

Sanlúcar de Barrameda waren ab dem<br />

15. Jahrhundert Ausgangspunkt für See reisen<br />

in die ostindischen Gebiete und die Neue<br />

Welt. Ferdinand Magellan und Christoph<br />

Kolumbus setzten hier ihre Segel, und ihre<br />

Karavellen wurden mit Weinen der Region<br />

Jerez beladen, die aber zu jener Zeit noch<br />

nicht mit Brandy gespritet waren. In jener<br />

Zeit verloren die Venezianer den Zugang zu<br />

Süßweinen aus Zypern, Griechenland, aber<br />

auch aus Ungarn und Rumänien, den ihnen<br />

die Ottomanen nachhaltig verlegten. Der<br />

Konflikt mit Frankreich versperrte wiederum<br />

den Briten den Weg nach Bordeaux. So<br />

konnte der Herzog von Medina-Sidonia den<br />

Wein aus der Region Jerez auf dem Weltmarkt<br />

etablieren. Er schaffte 1491, im Jahr<br />

bevor Kolumbus Amerika entdeckte, die<br />

Exportsteuern für spanische wie ausländische<br />

Schiffe ab, die in Sanlúcar einliefen,<br />

und die Absätze von »Sherris sack« stiegen<br />

in England stetig an.<br />

<<br />

AMONTILLADO<br />

Trocken, körperreich,<br />

delikat (klassisch) bis dezent<br />

süß (medium dry)<br />

Der Amontillado entwickelt sich aus einem<br />

für mehrere Jahre unter Flor gereiften Fino,<br />

wenn die Hefen absterben, was meistens<br />

nach zehn bis 15 Jahren passiert. Mit dem<br />

Alter verändert sich die Farbe von hellem<br />

Bernstein bis zu Mahagonibraun. Ein echter<br />

Amontillado zeigt Aromen von Mandeln und<br />

Haselnuss und ist ganz trocken. Sein<br />

Alkoholgehalt liegt zwischen 16 und<br />

22 Prozent. Bei einfacheren Produkten wird<br />

der Übergang vom Fino durch Beigabe von<br />

Alkohol bewerkstelligt, der höhere Alkoholanteil<br />

lässt die Hefen dann abrupt absterben.<br />

Manche Häuser verschneiden noch mit<br />

kleineren Mengen süßen Pedro Ximénez’, so<br />

entsteht der cremige »Medium dry«-Stil mit<br />

feinen Dörrobstnuancen.<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />

84 falstaff jun <strong>2022</strong>


OLOROSO<br />

Trocken bis süß,<br />

kraftvoll, nussig<br />

Hat der normalerweise trockene Oloroso eine<br />

dezente Süße, wird er als Oloroso Abocado<br />

oder »medium dry« bezeichnet, auch wirklich<br />

süße Dulce-Varianten sind am Markt. Der<br />

Oloroso ist der klassisch oxidativ ausgebaute<br />

Sherry, er entsteht ohne Florhefedecke. Seine<br />

Farbe ist immer dunkler als die der anderen<br />

Sherries aus Palomino und reicht bis zu<br />

tiefen Mahagoninuancen. Eine trockene, eher<br />

kraftvolle Stilistik namens Palo Cortado<br />

ist aromatisch zwischen Amontillado und<br />

Oloroso angesiedelt. Er reift zunächst heran<br />

wie ein Amontillado, wird aber nach Absterben<br />

der Florhefen für einen längeren Zeitraum<br />

auch oxidativ ausgebaut und verbindet so<br />

delikate, frische Elemente des Ersteren mit<br />

den komplexen Noten des Zweiten. Ein Palo<br />

Cortado ist trocken, ein langer Ausbau bringt<br />

aber auch Dörrobstnuancen mit sich.<br />

Weiß wie frisch gefallener<br />

Schnee leuchten die<br />

Albariza-Böden, auf denen<br />

die weiße Sorte Palomino zur<br />

Höchstform aufläuft.<br />

PX – PEDRO<br />

XIMÉNEZ<br />

Süß, komplex, üppig,<br />

zur Schokolade<br />

Für den dunklen und sehr<br />

süßen Pedro Ximénez<br />

werden die Trauben in der<br />

Sonne getrocknet, um sie zu<br />

konzentrieren, wie hier bei<br />

Pérez Barquero in Montilla.<br />

Pedro Ximénez, auch zu »PX« abgekürzt,<br />

verdankt seinen Namen angeblich einem<br />

Deutschen namens Peter Siemens, der die<br />

Sorte in Südspanien eingeführt haben soll.<br />

Die zuckerreichen Trauben werden nach der<br />

Ernte auf Matten in der Sonne getrocknet,<br />

so entsteht ein süßer Sherry mit intensivem<br />

Dörrobstaroma, der sowohl zum Verschnitt<br />

mit trockenen Weinen dient als auch reinsortig<br />

gereift wird. Mit ausgeprägtem Rosinen bukett<br />

begleitet der Pedro Ximénez problemlos<br />

jedes Schokodessert. Montilla-Moriles ist ein<br />

Anbaugebiet, das zwischen Jerez und Málaga<br />

liegt. Hier regiert der Pedro Ximénez, der in<br />

traditionsreichen Soleras zwar mehrheitlich<br />

zum edlen Süßwein verarbeitet wird, aber auch<br />

als trockene Version auf den Markt kommt.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

85


spirits / DIE WELT DES SHERRYS<br />

<<br />

Als 1533 König Heinrich VIII. ohne die<br />

Zustimmung des Papstes seine Ehe mit<br />

Katharina von Aragon für geschieden<br />

erklärte und die Leitung der englischen<br />

Kirche übernahm, hatte das auf den<br />

Weinhandel mit Spanien sehr negative<br />

Auswirkungen. Englische Händler vor Ort<br />

gerieten ins Visier der spanischen Inquisition,<br />

landeten im Kerker oder traten die<br />

Flucht an. 1587 eroberte Sir Francis Drake<br />

schließlich den Hafen von Cádiz und<br />

erbeutete 2900 Fässer Sherry.<br />

Auch der Spanische Erbfolgekrieg und<br />

die Napoleonischen Feldzüge hatten<br />

Einfluss auf das Geschick des Sherrys.<br />

Wachsende Feindseligkeiten verminderten<br />

den Export drastisch, die aufstrebende<br />

Konkurrenz durch Portwein war ebenfalls<br />

nachteilig fürs Geschäft. So blieben die<br />

Händler auf ihrem Sherry sitzen. Der<br />

begann in den Fässern zu oxidieren und<br />

entwickelte immer konzentriertere und<br />

nussigere Nuancen. Die Bestellmengen<br />

wurden kleiner und kleiner, und so ging<br />

man dazu über, aus den Fässern nur einen<br />

Teil des Weins zu entnehmen und sie mit<br />

jüngeren Weinen aufzufüllen: Das Solera-<br />

Verfahren war erfunden und hatte einen<br />

wichtigen Effekt auf das Endprodukt, denn<br />

die Zufuhr frischen Weins stellte auch das<br />

Weiterleben der Florhefen sicher.<br />

Der Erfolg des Portweins brachte die<br />

Jerezanos schließlich auf den Gedanken,<br />

auch ihre Weine mit Brandy zu verstärken.<br />

Sie stellten fest, dass die Florhefe durch die<br />

Zugabe von Alkohol abstirbt und so Wein<br />

entsteht, der mit entsprechender Lagerzeit<br />

dunkler und oxidativer wird und ein<br />

intensives Bukett aufweist – der Oloroso-<br />

Stil war geboren. In den frühen 1860er-Jahren<br />

kreierte dann der Weinhändler John<br />

Harvey II. in Bristol den Typus eines süßen,<br />

mit Pedro Ximénez verschnittenen Sherrys,<br />

der »Harvey’s Bristol Cream« gab der<br />

ganzen Gattung den Namen »Cream<br />

Sherries«. Während des 19. Jahrhunderts<br />

war Sherry neben Rioja international der<br />

am meisten geschätzte Wein Spaniens. Er<br />

hatte aber auch mit Trittbrettfahrern zu<br />

kämpfen. Auch in Amerika, Südafrika und<br />

Australien wurde der Name »Sherry«<br />

verwendet. 1935 schließlich wurde der<br />

Region die »Denominación de Origen«<br />

zuerkannt. In der EU genießt der Begriff<br />

»Sherry« heute Markenschutz.<br />

<<br />

Über die Häfen – wie hier in<br />

Cádiz – wurde der Sherry in<br />

alle Welt geliefert.<br />

Unten: die Keller von Lustau.<br />

CREAM<br />

Süß, elegant, mittlere<br />

Komplexität, sehr vielseitig<br />

Für einen Cream wird Oloroso mit einem<br />

Süßwein oder Süßmost verschnitten, in der<br />

Regel mit einem Anteil von süßem Wein aus<br />

der Sorte Pedro Ximénez. Werden mittels<br />

Aktivkohle die dunkleren Farbnoten ausgefiltert,<br />

dann nennt man das Produkt Pale<br />

Cream. Hier findet man süße Tropenfrüchte,<br />

Feigen, Datteln, aber auch Dörrobstanklänge.<br />

Als Erfinder dieser Kategorie gilt das Handelshaus<br />

Harveys aus Bristol. Keine zwei Prozent<br />

des gesamten Erntevolumens der Region<br />

Jerez entfallen auf die Sorte Moscatel, die<br />

in Málaga eine so dominante Rolle spielt. Der<br />

Großteil der Trauben wächst in der Nähe der<br />

Stadt Chipiona. Auch diese Trauben werden<br />

zur weiteren Zuckerkonzentration noch unter<br />

freiem Himmel getrocknet, reinsortige<br />

Exemplare zählen zu den süßesten Weinen,<br />

die Spanien hervorbringt.<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />

86 falstaff jun <strong>2022</strong>


spirits / DIE WELT DES SHERRYS<br />

SHERRY IN COCKTAILS<br />

Sherry ist seit Jahrhunderten fixer Bestandteil<br />

jedes gut sortierten Weinkellers. Nicht zuletzt<br />

durch die Renaissance der Barkultur genießt<br />

Sherry heute aber auch an den führenden<br />

Tresen dieser Welt wieder besondere<br />

Wertschätzung.<br />

Die verstärkten Weine Andalusiens sind eine<br />

nicht zu ersetzende Größe im bunten Potpourri<br />

des Cocktail-Kanons. Die Gründe dafür<br />

waren und sind mannigfaltig: die lange Historie<br />

und Tradition, das einzigartige Aromen- und<br />

Geschmacksprofil, die stilistische Vielfalt. Von<br />

knochentrocken bis üppig-süß, schlank-filigran<br />

oder korpulent reicht die Klaviatur. Somit<br />

glänzen Fino, Amontillado oder Pedro Ximénez,<br />

sei es pur genossen als Speisenbegleiter oder<br />

als Akzent im Cocktail.<br />

Entsprechend groß ist die Bandbreite an Drinks,<br />

die nach Sherry als Basis oder »Flavouring Part«<br />

verlangen. Alte Klassiker wie »Cobbler« oder<br />

»Adonis« gehören ebenso zum Repertoire wie<br />

moderne und neuere Interpretationen. Durch den<br />

geringen Alkoholgehalt passen Sherry-Cocktails<br />

hervorragend zum »Low-ABV«-Zeitgeist, ohne<br />

jedoch an Intensität und aromatischer Komplexität<br />

zu verlieren. Als Spritz oder Longdrink<br />

serviert, bereichern sie jeden Aperitivo-Moment.<br />

Ein erfrischender »Sherry Sour« mit sonnengereiften<br />

Zitrusfrüchten spannt thematisch den<br />

Bogen nach Spanien, während mit vollmundigem<br />

Oloroso und Moscatel dichte After-Dinner-Drinks<br />

gemixt werden können. Fernab alter Klischees<br />

und billiger Kochweine ist der beliebte und<br />

mittlerweile berühmt gewordene Sherry eine<br />

Bereicherung für jede Bar, heute mehr denn je.<br />

SHERRY<br />

SOUR<br />

ZUTATEN<br />

60 ml Oloroso-Sherry<br />

25 ml frischer Zitronensaft<br />

20 ml Zuckersirup<br />

1 frisches Bioeiweiß<br />

ZUBEREITUNG<br />

Alle Zutaten im Shaker vermengen,<br />

zunächst ohne Eiswürfel schütteln<br />

(alternativ mit einem Stabmixer kurz<br />

emulgieren) und anschließend mit<br />

Eiswürfeln nochmals kräftig shaken,<br />

in eine gefrostete Cocktailschale<br />

abseihen.<br />

Glas: Cocktailschale/Coupette<br />

Dekoration: Zitronenzeste<br />

UP-TO-DATE<br />

COCKTAIL<br />

TRIDENT<br />

Ein weiterer kontemporärer Sherry-<br />

Cocktail von Robert Hess. Der Drink<br />

lehnt sich an die Idee des Negroni an,<br />

verleiht dem Trinkerlebnis durch die<br />

charaktervollen Ingredienzien jedoch<br />

eine völlig neue Dynamik.<br />

ZUTATEN<br />

30 ml Palo-Cortado-Sherry<br />

30 ml Aquavit<br />

30 ml Cynar<br />

2 Dashes Peach Bitters (alternativ<br />

Orange Bitters)<br />

ZUBEREITUNG<br />

Alle Zutaten mit Eiswürfeln kalt<br />

rühren, anschließend in eine<br />

vorgekühlte Cocktailschale abseihen.<br />

Glas: Cocktailschale/Coupette<br />

Garnitur: Zitronenzeste<br />

Der gebürtige Deutsche Hugo Ensslin<br />

hat mit seinem Buch »Recipes for<br />

Mixed Drinks« von 1916 eine letzte<br />

trinktechnische Momentaufnahme<br />

vor dem zweifelsohne missglückten<br />

»noblen Experiment«, der<br />

Prohibition, gesetzt.<br />

Den »Up-to-Date Cocktail« wird<br />

Ensslin damals wohl zahlreichen<br />

seiner Gäste im »Wallick Hotel« am<br />

New Yorker Times Square serviert<br />

haben. Eine delikate, dem<br />

»Manhattan« nahestehende Kreation,<br />

welche einmal mehr die großartige<br />

Kombination von Sherry und Orange<br />

als Trumpf ausspielt.<br />

ZUTATEN<br />

45 ml Rye Whiskey<br />

45 ml Amontillado-Sherry<br />

10 ml Grand Marnier<br />

2 Dashes Angostura Bitters<br />

ZUBEREITUNG<br />

Alle Zutaten auf Eiswürfeln<br />

miteinander verrühren, in eine<br />

vorgekühlte Cocktailschale abseihen.<br />

Glas: Cocktailschale/Coupette<br />

Garnitur: Zitronen- oder Orangenzeste<br />

Fotos: Lukas Ilgner, Riedel<br />

88 falstaff jun <strong>2022</strong>


GENIESSEN – WEIN<br />

ESSEN – REISEN<br />

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spirits / DIE WELT DES SHERRYS<br />

BEST OF<br />

SHERRY STYLES<br />

99<br />

96<br />

94<br />

SHERRY LA BOTA 51 DE PALO<br />

CORTADO VIEJISIMO BOTA GF<br />

Equipo Navazos<br />

Komplexes Aroma in der Nase mit<br />

gerösteten Nüssen, Rohkakao und<br />

gedörrten dunklen Früchten. Wirkt<br />

äußerst elegant und frisch. Am<br />

Gaumen dicht, pikant, etwas salzig,<br />

würzige Noten von Liebstöckel und<br />

gedörrten Kräutern, gut eingebundene,<br />

spürbare Röstnoten. Kraftvoll<br />

und lang.<br />

gute-weine.de, € 77,– (0,375 l)<br />

NOÉ PEDRO XIMÉNEZ MUY VIEJO<br />

SHERRY JEREZ DO<br />

González Byass<br />

Kaffeebraun, schwarzer Kern, grüne<br />

Reflexe. Getrocknete Trauben, Schokolade,<br />

Dörrobst und Honig, Kräuterwürze,<br />

Orangenzesten. Stoffig,<br />

Honigextrakt und feiner Nougat,<br />

Mokka, gebrannte Nüsse, endloser<br />

Abgang. Ein edles Trinkdessert erster<br />

Güte, passt auch optimal zu<br />

dunkler Schokolade.<br />

vinos.de, € 26,90 (0,375 l)<br />

TIO PEPE FINO EN RAMA SACA<br />

<strong>2022</strong> JEREZ DO<br />

González Byass<br />

Der frisch und unfiltriert unter der<br />

Florhefe abgezogene staubtrockene<br />

Klassiker: Mittleres Gelb, Silberreflexe.<br />

Zart rauchig, ein Hauch von<br />

Mandeln und frischen Orangenzesten,<br />

ein Hauch von Honig. Straff,<br />

nussig unterlegte gelbe Tropenfruchtaromen,<br />

salziger Abgang, eine<br />

Brise Ozeanluft, zeigt Balance und<br />

Länge.<br />

decantalo.com, € 18,05<br />

98<br />

96<br />

93<br />

NV AMONTILLADO COLISEO<br />

VORS<br />

A.R. Valdespino<br />

Dunkles Kupfergold, Mahagonireflexe.<br />

Intensives Bukett nach<br />

süßen Gewürzen, Anklänge von<br />

Honig, kandierten Orangenzesten,<br />

Pfeifentabak, balsamischer Hauch,<br />

ungemein vielschichtig. Am<br />

Gaumen stoffig und nahtlos, sehr<br />

geschmeidige Textur, finessenreicher<br />

Säurebogen und sehr<br />

langes, salzig-mineralisches Finale,<br />

nichts weniger als grandios.<br />

cielo-del-vino.de, € 119,– (0,375 l)<br />

CUATRO PALMAS AMONTILLADO<br />

JEREZ DO<br />

González Byass<br />

Mittleres Bernstein mit rötlich-goldenem<br />

Schimmer. Zart-flüchtig<br />

unterlegte nussige Aromen, etwas<br />

verhalten, ein Hauch von Orangenzesten<br />

und Nougat, feine Nuancen<br />

von Zedernholz und Trockengewürzen.<br />

Stoffig, knackige Struktur, feines<br />

Mandelbiskuit, zitronig-salziger<br />

Nachhall, angenehme mineralische<br />

Bitternote im Rückgeschmack, hefiges<br />

Finish, langer Abgang.<br />

hawesko.de, € 75,– (0,5 l)<br />

MOSCATEL EMILIN SHERRY<br />

JEREZ DO<br />

Emilio Lustau<br />

Tiefes Bernstein, Grünreflexe. Mit<br />

Nougat unterlegte süße, traubige<br />

Dörrobstnote, Orangeat, Balsamico,<br />

nussiger Touch. Saftig, elegant,<br />

Lemongras, delikat, Minze und<br />

Schokolade, verführerisch und<br />

leichtfüßig. Aus der in Jerez rar<br />

gewordenen Muskatsorte.<br />

vinos.de, € 24,90<br />

97<br />

95<br />

92<br />

PEDRO XIMÉNEZ MUY VIEJO<br />

JEREZ DO<br />

Bodega Ximénez Spinola<br />

Dunkles Mahagoni, Goldreflexe.<br />

Nuancen von Dörrfeigen, etwas<br />

Nougat und Mokka, zarte Kräuterwürze,<br />

kandierte Orangen. Saftig,<br />

hochelegant, seidig, Rosinenanklang,<br />

finessenreich und sehr lange<br />

anhaltend, ein großer Wein, ausgestattet<br />

mit ewiger Jugend und Harmonie,<br />

nussiger Touch im Rückgeschmack,<br />

tolle Kombination aus<br />

Komplexität und Finesse. vinos.de,<br />

cielo-del-vino.de, ca. € 60,– (0,75 l)<br />

ANTIQUE OLOROSO SHERRY<br />

JEREZ DO<br />

Rey Fernando de Castilla<br />

Mittlerer Bernstein, Goldreflexe.<br />

Etwas verhaltenes Bukett, zart nussig<br />

unterlegte Nuancen von Orangenzesten<br />

und Honig, mineralisch<br />

und facettenreich. Feine Kräuterwürze,<br />

angenehmer Touch nach<br />

Mandelbiskuit, feiner Säuretouch,<br />

salziger Abgang, bleibt lange haften,<br />

feine Holzwürze im Nachhall.<br />

vinos.de, € 34,90 (0,5 l)<br />

LA GITANA SHERRY MANZA-<br />

NILLA SANLÚCAR DE BARRA-<br />

MEDA DO<br />

Bodegas Hidalgo<br />

Ein Aperitif-Klassiker! Hellgrün.<br />

Zart rauchig, frische Mandeln,<br />

Nuancen von Mandarinenzesten,<br />

mineralisch, zart nach Jod. Schlank,<br />

frisch strukturiert, salziger Touch,<br />

frischer grüner Apfel, animierender<br />

Limettentouch im Abgang.<br />

vinos.de, € 9,95<br />

Fotos: beigestellt<br />

90 falstaff jun <strong>2022</strong>


KI NO BI<br />

KI NO BI wurde von der<br />

International Wine & Spirits<br />

Competition 2018 zum<br />

Contemporary Gin of the<br />

Year ernannt.<br />

Die Kyoto Distillery wurde<br />

2018 als International Gin<br />

Producer of the Year und<br />

2019 als Craft Producer of<br />

the Year ausgezeichnet.<br />

DER GIN MIT DEM<br />

JAPANISCHEN HERZ<br />

KI NO BI Kyoto Dry Gin ist die ideale Kombination aus Tradition und<br />

Moderne. In Japans erster Gin-Destillerie produziert, wird die Spirituose<br />

von ihrer Herkunft und der stolzen Geschichte des Landes inspiriert.<br />

ADVERTORIAL Fotos: beigestellt genuss-mit-verantwortung.de<br />

Die Heimat von KI NO BI liegt in<br />

Kyoto, einer einzigartigen Stadt,<br />

in der Kultur und Moderne<br />

keine Gegensätze, sondern eine<br />

Einheit sind. Hier befindet sich die erste<br />

Gin-Destillerie Japans, die ihre Inspiration<br />

aus ebenjener Eleganz, Handwerkskunst<br />

und Harmonie schöpft. Für die Herstellung<br />

wird mit Familien-Unternehmen zusammengearbeitet,<br />

die ihr Können über Generationen<br />

hinweg perfektioniert haben. Der<br />

Ultra Premium Gin vereint gleich elf Botanicals,<br />

aufgeteilt in sechs Segmente: Base<br />

(Wacholder, Hinoki), Citrus, Tee, Gewürze,<br />

Fruchtig/Floral und Kräuter. Die meisterhaft<br />

aufeinander abgestimmten Inhaltsstoffe<br />

werden mazeriert und einzeln destilliert, um<br />

ihre Aromen perfekt herauszuarbeiten. Ikonische<br />

japanische Einflüsse ergeben einen<br />

perfekt abgerundeten Geschmack. Der<br />

Gyokuro-Tee stammt aus einem Teegarten<br />

in Uji, der Ingwer wird exklusiv für KI NO<br />

BI angebaut, der rote Shiso und das Sansho<br />

SUGGESTED SERVES<br />

* * *<br />

KI NO BI Cherry Blossom<br />

50 ml KI NO BI SEI<br />

100 ml Cherry Blossom (Thomas Henry)<br />

Kirschblüten<br />

Beide Zutaten in einem Longdrink-Glas<br />

zusammenfügen und umrühren.<br />

Vor dem Servieren mit den Kirschblüten<br />

garnieren.<br />

* * *<br />

KI NO BI Martini<br />

60 ml KI NO BI Dry Gin<br />

20 ml Sake<br />

Zitronenzesten<br />

Alle Zutaten über einen Eiswürfel in ein<br />

Mixing-Glas geben und umrühren.<br />

Danach in ein gekühltes Martini-Glas<br />

gießen und mit Zitronenzesten garnieren.<br />

werden in der Nähe von Kyoto produziert.<br />

Die Basis bildet hochwertiger Reisschnaps,<br />

das Wasser wird wöchentlich aus einer der<br />

ältesten Sake-Brauereien geholt. Nur wahre<br />

Meister der Gin-Herstellung vermögen es,<br />

diese exquisite Spirituose zu blenden. Unterstrichen<br />

wird die Exklusivität von KI NO BI<br />

Gin durch seine nach Karakami-Methode<br />

designten Verpackungen, ausgewählt und<br />

produziert von Akihiko Toto, einem Kunsthandwerker<br />

in der 12. Generation. KI NO<br />

BI gibt es in drei Qualitäten zu entdecken:<br />

den klassischen Kyoto Dry Gin, die teebetonte<br />

Qualität KI NO TEA für anspruchsvolle<br />

Genießer sowie die kraftvolle Version<br />

KI NO BI SEI.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

kyotodistillery.jp/en<br />

Erhältlich unter<br />

tastillery.com/collections/ki-no-bi<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 91


AKTIV SEIN<br />

UND GENIESSEN<br />

Die Sonne scheint, die Luft ist mild und klar: Der Frühling lockt uns<br />

ins Freie. Gleich ob beim Wandern oder auf einer Fahrradtour:<br />

Speis und Trank sind wie Salz und Pfeffer fürs Erleben der Natur.<br />

Die schönsten Plätze, um Speisen<br />

und Wein zu genießen, liegen<br />

manchmal ziemlich weit weg<br />

von einer befestigten Straße: ein<br />

Steintischchen am Wegesrand eines Wanderwegs,<br />

eine Wiese am Ufer eines Sees oder<br />

Flusses, auf der sich ein Picknicktuch ausbreiten<br />

lässt, ein Rastplatz auf der Lichtung<br />

eines Waldes. Nichts wie hin! Es gilt, die<br />

Wanderschuhe zu schnüren und einen Rucksack<br />

zu packen oder das Fahrrad zu satteln<br />

und die Seitentaschen zu füllen. Im aktuellen<br />

Sortiment der Müller-Märkte findet man die<br />

richtigen Weine, um einen Ausflug ins Freie<br />

mit der verdienten Stärkung zu krönen.<br />

SOMMERLICHES WEINERLEBNIS<br />

Frisch müssen die Weine sein, die sich als<br />

Reisebegleiter empfehlen. Zuoberst auf dem<br />

Einkaufszettel stehen daher Weißweine wie<br />

der schlanke, verspielte Deinhard Riesling<br />

von der Mosel, wie der würzige Rheinhessen-Riesling<br />

»von den Hügeln« aus der<br />

Weinmanufaktur Kitzer, oder der pfeffrige<br />

Grüne Veltliner »Mutter Erde« aus der<br />

Selection Burgenland. Diese Weine passen<br />

perfekt zu einem leichten Geflügelsalat – das<br />

beschwert nicht und gibt Kraft für die zweite<br />

Etappe der Tagestour. Aber auch etwas fülligere<br />

Weißweine haben ihre Berechtigung<br />

und ihren Platz im Proviant. Die beiden Weine<br />

vom niederösterreichischen Schloss Bockfließ<br />

im aktuellen Müller-Sortiment begeistern<br />

mit Kraft und Geschmeidigkeit: Mit seinen<br />

pikanten Aromen kitzelt der Sauvignon<br />

Blanc die Nase, während der Chardonnay<br />

mit einer Mischung aus Schmelz und Mineralik<br />

am Gaumen Akzente setzt. Auch der<br />

fruchtgetragene, herzhafte Lugana vom Gardasee<br />

gehört in diese Gruppe der etwas kräftigeren<br />

Weißweine. Zu diesen empfehlen sich<br />

gehaltvollere Speisen: ein deftiger Nudelsalat<br />

etwa, geräucherter Fisch, gegrilltes Gemüse<br />

aus dem Glas oder auch etwas Hartkäse.<br />

Bei warmer Witterung hat man meist keine<br />

Lust auf Rotwein. Aber zum Glück gibt<br />

es ja Rosé-Weine, die die Frucht dunkler<br />

Trauben mit einer fast Weißwein-artigen<br />

Leichtigkeit ins Glas bringen. Wir können<br />

für die Spritztour ins Grüne drei Exemplare<br />

besonders empfehlen: den beerigen Deinhard<br />

Rosé, gekeltert aus badischen Spätburgundertrauben,<br />

den stämmigen, stoffigen<br />

»Mutter Erde« Rosé aus dem Burgenland<br />

sowie den fruchtig-milden »Doppio Passo«<br />

Primitivo-Rosé aus Apulien in Süditalien.<br />

Wenn im Picknickkorb auch ein paar Würste<br />

stecken – diese Rosés sind die passenden<br />

Begleiter! Ein Tipp zuletzt: Am besten halten<br />

sich die Weine in einer Kühltasche auf<br />

Trinktemperatur. Aber auch, wenn ein solches<br />

Utensil zu sperrig ist, muss man keinen<br />

warmen Wein trinken. Einfach gut vorkühlen<br />

und den Flaschen danach eine handelsübliche<br />

Kühlmanschette anlegen. Danach<br />

noch dick in Zeitungspapier einwickeln – so<br />

bleiben die Weine bis zur Mittagsrast kühl.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen<br />

mueller.de<br />

92<br />

falstaff jun <strong>2022</strong>


MÜLLER<br />

MÜLLERS EMPFEHLUNG<br />

FÜR DIE SOMMERTAGE<br />

90<br />

89+<br />

89<br />

SCHLOSS BOCKFLIESS<br />

SAUVIGNON BLANC 2021<br />

Zeigt in der Nase schöne Würze mit<br />

Noten von reifer Stachelbeere und<br />

Johannisbeere, gelbe Frucht, Maracuja<br />

und florale Noten, Tomatenrispe.<br />

Keine laute Nase, eher entspannt.<br />

So entwickelt sich auch der<br />

Gaumen mit einem kräftigen Körper,<br />

entspannt und geschmeidig, akzentuiert<br />

durch schöne Würze und auch<br />

Mineralik, viel Geschmack und Wein,<br />

ein Sauvignon Blanc mit deutlichem<br />

niederösterreichischem Akzent.<br />

€ 4,99<br />

SCHLOSS BOCKFLIESS<br />

CHARDONNAY 2021<br />

Honigmelone in der kräftigen Nase,<br />

nussige Aromen, Birne und auch<br />

Noten von warmem Weinberg. Baut<br />

sich kräftig und würzig am Gaumen<br />

auf mit reifer Säure, viel Saft,<br />

Schmelz und Würze. Erwachsener<br />

Chardonnay mit viel Substanz und<br />

auch Wucht, die merkliche Mineralik<br />

verortet ihn in Niederösterreich,<br />

ergiebig und lang.<br />

€ 4,99<br />

LUGANA DOC 2021<br />

Schöne fruchtige und auch würzige<br />

Nase mit grünem Apfel, Aprikose<br />

und zitrischen Noten. Lebendiger<br />

und auch am Gaumen feinwürziger<br />

Lugana mit pointierter Säure und<br />

klarem Ausdruck, trocken und<br />

kitschfrei, mittlerer Körper, saftig<br />

und mit feinem Schmelz. Mit mineralischer<br />

Tönung im Hintergrund,<br />

sehr stimmig, solo, zu Vorspeisen,<br />

Fisch und Geflügel.<br />

€ 4,99<br />

88+<br />

88+<br />

88+<br />

RIESLING VON DEN HÜGELN 2021<br />

Klassische Riesling-Aromatik nach<br />

Pfirsich, Aprikose und Apfel, am<br />

Gaumen mit reifer, ausgewogener<br />

Säure, zeigt Saft und Schmelz, die<br />

feine Fruchtsüße wird von der Säure<br />

gut aufgenommen, feine Würze und<br />

auch mineralische Anklänge. Zitrusfrucht<br />

und Apfel im Ausklang.<br />

Klassischer Typ.<br />

€ 3,99<br />

MUTTER ERDE GRÜNER<br />

VELTLINER SELECTION<br />

BURGENLAND, SCHWARZ 2021<br />

Im Duft klar und frisch: Birne, weißer<br />

Pfeffer und Salzwiese. Im Mund<br />

schlank und saftig ansetzend, eine<br />

Prise Kohlensäure erfrischt, die<br />

Säure ist gut eingebunden, der im<br />

Extrakt eher leichtgewichtige Wein<br />

klingt trocken und dennoch harmonisch<br />

aus.<br />

€ 5,49<br />

DOPPIO PASSO ROSE 2021<br />

Zartes Lachsrosa. Riecht nach roten<br />

Johannisbeeren, Waldhimbeere und<br />

auch Brombeeren, florale Anklänge<br />

kommen dazu, etwas Blattgrün.<br />

Zeigt sich am Gaumen saftig und<br />

weich mit milder Säure in einer<br />

schlanken Textur. Wieder klare<br />

Fruchtnoten, die für Frische und<br />

Finesse sorgen. Wie gemacht für<br />

einen Frühlings- und Sommerabend<br />

und Vorspeisen.<br />

€ 5,99<br />

88<br />

88<br />

87+<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Shutterstock; beigestellt<br />

DEINHARD RIESLING, MOSEL<br />

2021<br />

Apfel und etwas Zitrusfrucht zum<br />

gelben Steinobst wie Aprikose, frischer<br />

und animierender Duft. Der<br />

Gaumen wird belebt von einem<br />

schönen Zusammenspiel von frischer,<br />

animierender Säure und einer<br />

von gelber Frucht getragenen Süße.<br />

Ziemlich schlank gehalten, lebendig<br />

und animierend, mit einem frischen<br />

Zitruskick im Finish. Passt gut zu<br />

Sushi und Süß-Saurem.<br />

€ 5,99<br />

DEINHARD SPÄTBURGUNDER<br />

ROSÉ, BADEN 2021<br />

Zartes Lachsrosa, fruchtiger Auftakt<br />

mit Himbeere, Erdbeere und auch<br />

etwas Kirsche, im Hintergrund<br />

etwas Steinobst. Zeigt sich am Gaumen<br />

mit süßer Frucht, dabei stellt<br />

sich die Himbeere in den Vordergrund,<br />

saftig und geschmeidig, die<br />

präsente Säure sorgt dafür, dass es<br />

nicht zu süß wird. Davon kann man<br />

öfter mal ein Gläschen nehmen.<br />

€ 5,99<br />

MUTTER ERDE ROSÉ SELECTION<br />

BURGENLAND, SCHWARZ 2021<br />

Ein pastellrosa Farbton. Sehr reife<br />

Erdbeere und Eisbonbon im Duft,<br />

auch ein klein wenig Hefe und leicht<br />

krautige Töne. Im Mund hat der<br />

Wein Gewicht, bei gutem Extrakt<br />

schafft der Alkohol Volumen, feste<br />

Säure kontrastiert den etwas zur<br />

Breite neigenden Körper.<br />

€ 4,49<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 93


Chefredakteur<br />

PHILIPP<br />

ELSBROCK<br />

GOURMET<br />

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KULINARIK-ZENTRUM IN DIJON<br />

DEM GENUSS EIN<br />

DENKMAL GESETZT<br />

Die Grande Nation Frankreich hat<br />

sich selbst ein Denkmal gesetzt: Die<br />

»Cité internationale de la gastronomie<br />

et du vin« ist ein riesiges Zentrum in<br />

Dijon, das vor wenigen Wochen eröffnet<br />

wurde und die Geschichte der französischen<br />

Kulinarik und des Weins erzählen soll. Der<br />

Bau der 6,5 Hektar großen Anlage dauerte<br />

drei Jahre, 250 Millionen Euro hat sie<br />

gekostet – Maßstäbe, die hierzulande für<br />

das Thema leider undenkbar sind. Burgunds<br />

einziger Drei-Sterne-Koch, die Ikone Éric<br />

Pras (»Maison Lameloise«), eröffnet in<br />

dem Zentrum ein Gourmetrestaurant, eine<br />

Brasserie und eine Weinbar mit mehr als<br />

250 Weinen. Etliche weitere Attraktionen<br />

für Feinschmecker kommen hinzu. Die<br />

Stadt verspricht sich eine Million Besucher<br />

pro Jahr. citedelagastronomie-dijon.fr<br />

»STEIRERECK« IST ÖSTERREICHS NR. 1<br />

<strong>Falstaff</strong> Österreich, das Schwestermagazin<br />

von <strong>Falstaff</strong> <strong>Deutschland</strong>, hat vor einem<br />

prominenten Publikum aus Gastronomie,<br />

Politik und Unterhaltung im Wiener Rathaus<br />

den Restaurantguide <strong>2022</strong> für Österreich<br />

vorgestellt. Das beste Restaurant des<br />

Landes ist demnach das »Steirereck«, das<br />

mit 100 Punkten die Höchstwertung<br />

zurückerobert (Vorjahr 99 Punkte). Auf den<br />

weiteren Plätzen folgen andere Hochkaräter<br />

wie etwa Österreichs einziger Drei-<br />

Sterner, »Restaurant Amador« unter dem<br />

Deutsch-Spanier Juan Amador. Auch Lukas<br />

Mraz, der lange in Berlin gekocht hatte,<br />

erhält für das Familienrestaurant<br />

»Mraz & Sohn« in Wien 99 Punkte.<br />

94 falstaff jun <strong>2022</strong><br />

45 Betriebe wurden mit vier <strong>Falstaff</strong>-<br />

Gabeln bestbewertet. Insgesamt enthält<br />

der Guide mehr als 1950 Adressen. Auch in<br />

<strong>Deutschland</strong> ist für dieses Jahr erstmals<br />

ein umfangreicher <strong>Falstaff</strong> Restaurantguide<br />

geplant, der im Herbst erscheinen wird.<br />

falstaff.at<br />

Elisabeth Köstinger, Noch-Tourismusministerin, Herausgeber<br />

Wolfgang Rosam, Birgit und Heinz Reit bauer<br />

(»Steirereck«) und Bernhard Mitteröcker (Brau Union)<br />

bei der Vorstellung des <strong>Falstaff</strong> Restaurantguides <strong>2022</strong>.


NOTIZEN<br />

DUCASSE TESTET VEGANEN BURGER<br />

Fotos: Ville de Dijon / Jonas Jacquel, Leisure Communications / Christian Jobst, Matthias Pristach, Pierre Lucet, KIM KYUNG-HOON / REUTERS / picturedesk.com, FooTToo / Shutterstock, Shutterstock<br />

Der Drei-Sterne-Koch<br />

und Restaurantimperiumsbegründer<br />

Alain<br />

Ducasse setzt auf vegane<br />

Burger: Im Pop-up-Restaurant<br />

»Burgal« am<br />

Place de la Bastille in<br />

Paris testet sein Team<br />

den Pflanzenburger, der<br />

mit Auberginenkaviar,<br />

veganer Mayo und Essiggurken<br />

belegt ist. Bis<br />

zum 30. Juni bleibt das<br />

Restaurant geöffnet.<br />

burgal.fr<br />

VORFREUDE AUF<br />

DIE WIESN<br />

Endlich wieder Wiesn, endlich wieder<br />

Volksfeststimmung! Die Freude über<br />

den Entscheid von Münchens Oberbürgermeister<br />

Dieter Reiter, das Oktoberfest<br />

wieder stattfinden zu lassen, ist auf<br />

allen Seiten groß – vom 17. September<br />

bis 3. Oktober <strong>2022</strong> ist es soweit. Erstmals<br />

verlängert die Stadt die Betriebszeiten:<br />

Künftig dürfen die Schausteller<br />

schon um neun Uhr öffnen, eine Stunde<br />

früher als sonst. Der Preis für eine Maß<br />

Bier wird wohl um zwei Euro auf knapp<br />

unter 14 Euro steigen. muenchen.de<br />

TOKIO: CAFÉ GEGEN<br />

AUFSCHIEBERITIS<br />

Zu Tokios berühmtem Mix von<br />

Themencafés (Alice im Wunderland,<br />

Ninjas, Roboter etc.) ist ein weiteres<br />

hinzugekommen: Im »Manuscript<br />

Writing Café« steht häufig ungefragt<br />

ein Kellner hinter den Besuchern<br />

und sieht nach, wie weit sie mit ihrer<br />

Aufgabe sind. Ausreden sind hier<br />

keine Option!<br />

BRINGDIENST IN ALASKA<br />

Riesenhunger, aber keine Lust, zu<br />

kochen? Dafür wurde das Pizzataxi<br />

erfunden. In die Röhre schauten bislang<br />

Bewohner in abgelegenen Regionen<br />

Alaskas – doch selbst kleinere Dörfer<br />

dort werden inzwischen per Flugzeug<br />

von DoorDash und Uber Eats versorgt,<br />

berichtete die »New York Times«.<br />

nyt.com<br />

OLIVENÖL HILFT BEIM<br />

KLIMASCHUTZ<br />

Klimaschutz hängt auch mit dem<br />

richtigen Öl fürs Kochen zusammen.<br />

Olivenhaine entziehen der Atmosphäre<br />

Kohlendioxid und binden es im Boden.<br />

Dem spanischen Olivenölverband<br />

zufolge entzieht ein Liter Olivenöl<br />

zehn Kilogramm CO 2<br />

aus der Luft.<br />

aceitesdeolivadeespana.com<br />

FLEISCHERSATZMARKT BOOMT<br />

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes<br />

ist der Markt für vegetarische<br />

oder vegane Fleischalternativen im<br />

vergangenen Jahr deutlich gewachsen.<br />

Um knapp 17 Prozent auf knapp 98.000<br />

Tonnen stieg die Produktionsmenge von<br />

Fleischersatzprodukten, im Vergleich zu<br />

2019 erhöhte sich die erzeugte Menge<br />

sogar um 62 Prozent.<br />

destatis.de<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

95


gourmet / SPANIEN<br />

SPANIENS KÜCHE<br />

INTENSIVES<br />

ERLEBNIS<br />

Paella, Schinken, Tapas – Spaniens Küche verbindet man<br />

hierzulande oft nur mit Exportschlagern. Dabei misst sich die<br />

kulinarische Elite des Landes lässig mit den besten Köchen<br />

Frankreichs. TEXT PHILIPP ELSBROCK<br />

Foto: beigestellt<br />

96 falstaff jun <strong>2022</strong>


Bühne frei für einen<br />

genussvollen Abend: Im<br />

»Corral de la Morería« in<br />

Madrid folgt nach dem Menü<br />

ein Flamenco-Konzert.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

97


gourmet / SPANIEN<br />

Markante<br />

Inneneinrichtung<br />

verbindet sich<br />

mit innovativer,<br />

teils verspielter<br />

Spitzenküche:<br />

Zum Restaurant<br />

»Paco Roncero«<br />

gehört auch<br />

eine imposante<br />

Dachterrasse.<br />

Oben: Millefeuille<br />

von der Makrele.<br />

Die Welt ist nicht die gleiche<br />

vor und nach einem Besuch<br />

im »El Corral de la Morería«.<br />

Das sei direkt gesagt, damit<br />

Sie wissen, woran Sie sind,<br />

wenn Sie dieses mit einem Stern ausgezeichnete<br />

Restaurant im Zentrum von Madrid<br />

besuchen. Ungefähr so muss sich ein<br />

Raketenstart anfühlen, wenn die Regler von<br />

0 auf hundert geschoben werden. Nur, dass<br />

ein Besuch im »Corral« die Gäste nicht ins<br />

Weltall katapultiert, sondern ins Herz von<br />

Spanien. Nach fünf Stunden in diesem<br />

Restaurant, nach neun komplexen Gängen,<br />

nach einer atemberaubenden Sherry-Begleitung<br />

und einem Flamenco-Konzert der<br />

obersten Kategorie ist man angekommen<br />

– und bereit für alles, was folgt.<br />

Es hat seinen Grund, weshalb im 1956<br />

eröffneten »Corral« etliche A-Promis zu<br />

Gast waren, von denen mit Fotos gepflasterte<br />

Wände zeugen. Ronald Reagan und<br />

die Rolling Stones, Salvador Dalí und Che<br />

Guevara, Nicole Kidman und Justin Bieber<br />

– neben dem herausragenden Gourmet-Erlebnis,<br />

allein 1200 Sherrys lagern in diesem<br />

Weinkeller – hatten sie vermutlich eins im<br />

Sinn: eine Idee der spanischen Lebensart zu<br />

bekommen. Sinnlichkeit, Stolz, ein Schuss<br />

Unvernunft.<br />

Für diskrete Nordeuropäer wirkt es<br />

mal wie eine Offenbarung, mal wie eine<br />

Zumutung, was Spanien den Sinnen bietet.<br />

Immer etwas rauer und ungestümer als das<br />

Vorzeige-Sehnsuchtsland Italien, häufig im<br />

Schatten des prototypischen Gourmetziels<br />

Frankreich. Was für ein Unrecht! Denn<br />

auch wenn die spanische Haute Cuisine seit<br />

dem Hype um Ferran Adrià wohl nie wieder<br />

so viel Aufmerksamkeit bekommen hat,<br />

sind da so viele Küchenchefs, die man sich<br />

merken muss, angefangen vom Madrilenen<br />

David Muñoz über den Valencianer Quique<br />

Dacosta und so viele weitere.<br />

KÖNIGLICHES MADRID<br />

Für eine Annäherung bietet sich Madrid als<br />

Ausgangspunkt an, die wichtigste Stadt im<br />

Zentralstaat Spanien, prunkvoll und reich,<br />

mit mächtigen klassizistischen Gebäuden –<br />

ein Gegenentwurf zum mediterran geprägten<br />

Barcelona. Die Hauptstadt<br />

versammelt die Küchen aller Regionen<br />

Spaniens und zieht mit diversen Spitzenrestaurants<br />

auch internationale Gourmets<br />

an. Paco Roncero etwa, der in seinem<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

98 falstaff jun <strong>2022</strong>


Quique Dacosta (Kreis) bekam vor zwei<br />

Jahren die Medaille für »Verdienste um<br />

die Schönen Künste« aus der Hand von<br />

König Felipe überreicht. Sein kunstvolles<br />

Restaurant in Dénia hält drei Sterne.<br />

DIE BESTEN KÖCHE<br />

SPANIENS<br />

VERTEILEN SICH QUER<br />

ÜBER DAS LAND. KRAFT-<br />

ZENTREN BLEIBEN<br />

KATALONIEN UND DAS<br />

BASKENLAND.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

99


gourmet / SPANIEN<br />

100 falstaff jun <strong>2022</strong>


Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

101


gourmet / SPANIEN<br />

<<br />

gleichnamigen Zwei-Sterne-Restaurant<br />

in einem Palast aus dem 19. Jahrhundert<br />

residiert und geschmackliche Kindheitserinnerungen<br />

neu interpretiert. Der kulinarische<br />

Star der Hauptstadt und einer der<br />

wichtigsten Köche des Landes heißt David<br />

Muñoz Rosillo. Charakteristisch für<br />

Madrids einzigen Drei-Sterne-Koch ist sein<br />

Irokesenschnitt. Das quietschbunt eingerichtete<br />

»DiverXO«, gesprochen: Divertscho,<br />

gilt als das spektakulärste Restaurant<br />

des Landes und ist ständig ausgebucht, ein<br />

Essen hier balanciert auf dem Grat<br />

zwischen Kunstperformance und Kulinarik.<br />

Wer sich traut, bekommt einen waghalsigen<br />

Ritt durch Texturen und Aromen<br />

geboten: Lammhirn und Stierschwanz -<br />

Sandwich, gefrorener Salat, galicischen<br />

Hummer nach Indischer Art und etliche<br />

weitere Gänge, die Besuchern zufolge als<br />

Erlebnis zu charakterisieren sind, häufig<br />

fernöstlich angehaucht.<br />

GROSSE AMBITIONEN<br />

»Ich will für meine Gäste das beste<br />

Restaurant der Welt sein«, sagte Muñoz<br />

kürzlich gegenüber der spanischen Zeitung<br />

»El País«. Und auch wenn er häufig wirkt<br />

wie eine hyperselbstbewusste, überreizte<br />

Kunstfigur, überraschte der<br />

Kochstar auf der Messe »Madrid<br />

Fusión« kürzlich mit einem Blick<br />

ins Innerste: »Ich bin oft gefallen, ich bin<br />

oft gescheitert. Es geht immer darum,<br />

wieder aufzustehen.«<br />

Das bekommt Muñoz offenkundig gut<br />

hin, im obersten Stock des Luxuskaufhauses<br />

»El Corte Inglés« im gehobenen<br />

Madrider Viertel Salamanca befindet sich<br />

seine zweite Bühne. Das deutlich günstigere<br />

»StreetXO« ist so beliebt, dass<br />

man fast immer eine<br />

Warteschlange in<br />

Kauf nehmen<br />

muss. Ein Dutzend<br />

Köche<br />

Im »StreetXO«,<br />

David Muñoz‘<br />

Lowcost-<br />

Restaurant,<br />

bekommt<br />

man deutlich<br />

einfacher einen<br />

Platz. Gut und<br />

spannend sind<br />

die Gerichte<br />

auch dort.<br />

bereiten Auge in Auge mit den Gästen<br />

kleine Gerichte zu, die köstlich schmecken<br />

und bisweilen wie kleine Gemälde aussehen.<br />

Wer lärmempfindlich ist, sollte das<br />

»StreetXO« meiden, alle anderen kommen<br />

hier in den Genuss einer exaltierten Präsentation<br />

von gutem Essen. In wenigen Monaten<br />

zieht Muñoz übrigens um mit seinen<br />

zwei Restaurants, das »DiverXO« soll dann<br />

etwas außerhalb der Hauptstadt sein.<br />

So wild geht es in Madrid nicht immer<br />

zu, man kann auch entspannt in eine Weinbar<br />

wie das angesagte »Caníbal« gehen, wo<br />

es hervorragende Naturweine gibt.<br />

Charakterkopf David Muñoz<br />

erzeugt im »DiverXO« aberwitzige<br />

Aromenkombinationen, hier<br />

eine Variation mit knusprigem<br />

Spanferkel.<br />

Fotos: beigestellt, Evening Standard / Eyevine / picturedesk.com<br />

102 falstaff jun <strong>2022</strong>


Das Sternerestaurant »Corral de la Morería«<br />

verbindet hochklassige Küche mit einem<br />

berstend vollen Weinkeller. Im Anschluss folgen<br />

zuweilen Flamenco-Konzerte mit Topkünstlern.<br />

ALLEIN IN ANDALUSIEN<br />

GIBT ES MEHR<br />

BARS ALS IN IRLAND,<br />

DÄNEMARK, FINNLAND<br />

UND NORWEGEN<br />

ZUSAMMEN.<br />

Nirgendwo sonst auf der Welt ist die Dichte<br />

an Bars so hoch wie in Spanien, allein<br />

Andalusien hat mehr als Irland, Dänemark,<br />

Finnland und Norwegen zusammen. Wobei<br />

Bar im mediterranen Sinne verstanden<br />

wird, sie also meist schon am Vormittag<br />

oder Morgen zum Frühstück öffnet. In<br />

diesem Punkt sind Spanier anspruchslos,<br />

meist reicht ein Kaffee und ein Croissant<br />

aus, mehr als zehn Minuten verwenden<br />

die wenigsten auf diese erste Mahlzeit des<br />

Tages. Was auch mit der letzten Mahlzeit<br />

des Tages zu tun hat, die – praktisch<br />

allen Besuchern außerhalb Spaniens zum<br />

Graus – häufig nicht vor 22 Uhr am Abend<br />

eingenommen wird. Kein anderes Land in<br />

Europa isst so spät.<br />

WARUM DAS SPÄTE ESSEN?<br />

Der Grund dafür hängt mit einer politischen<br />

Entscheidung aus dem Jahr 1942 zusammen.<br />

Unter dem Diktator Franco glich das Land<br />

seine Zeitzone an jene von <strong>Deutschland</strong> an<br />

– und stellte die Uhren um eine Stunde vor.<br />

Obwohl Spanien geografisch in einer<br />

Zeitzone mit Portugal und Großbritannien<br />

liegt, ticken die Uhren wie in Mitteleuropa<br />

– was zur Folge hat, dass die Sonne in Polen<br />

manchmal zweieinhalb Stunden früher<br />

aufgeht als zur gleichen Zeit in Spanien.<br />

Die fast vier Jahrzehnte währende<br />

Diktatur hat Narben im Land hinterlassen.<br />

Schon vor Franco war die Gesellschaft<br />

gespalten in eine, vereinfacht gesagt,<br />

urban-progressive und eine klerikal-konservative<br />

Richtung. Der Dichter Antonio<br />

Machado prägte den Ausdruck der »Zwei<br />

Spanien«, der seine traurige Kulmination<br />

im Spanischen Bürgerkrieg fand. Die<br />

Franco-Diktatur wurde nie aufgearbeitet,<br />

Spanien als Nation ist nach wie vor ein<br />

heikles politisches Thema. Die Bemühungen<br />

einzelner Regionen um Unabhängigkeit<br />

sind nur teilweise erschöpft (Baskenland),<br />

anderswo sind sie nach wie vor sehr<br />

präsent (Katalonien).<br />

Der Zusammenhalt des Landes entsteht<br />

nicht so sehr durch ein Nationalgefühl,<br />

sondern durch gemeinsame Interessen. Womit<br />

sich alle Spanier identifizieren können,<br />

egal ob aus Andalusien, Katalonien oder<br />

Kastilien, ist die Liebe zum Essen und<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

103


gourmet / SPANIEN<br />

Wie im Film: Das »DiverXO«,<br />

Madrids einziges Drei-Sterne-<br />

Restaurant, setzt nicht nur<br />

auf dem Teller Akzente.<br />

Das Interieur wurde von<br />

Innenarchitekt Lázaro<br />

Rosa-Violán gestaltet.<br />

Foto: beigestellt<br />

104 falstaff jun <strong>2022</strong>


NEBEN HERAUSRAGENDEN GERICHTEN LEGT<br />

SPANIENS KOCHELITE HÄUFIG WERT AUF EIN<br />

AUSGEFALLENES INTERIEUR DER RESTAURANTS.<br />

SPEKTAKULÄRES BEISPIEL: DAS »DIVERXO« IN<br />

MADRID MIT DEM EXALTIERTEN KÜCHENCHEF<br />

DAVID MUÑOZ.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

105


gourmet / SPANIEN<br />

<<br />

EIN RUNDGANG<br />

DURCH TAPAS-BARS<br />

ZÄHLT ZWEIFELLOS ZU<br />

DEN BEGLÜCKENDSTEN<br />

MOMENTEN EINES<br />

JEDEN SPANIEN-<br />

BESUCHS.<br />

Trinken. Spaniens Nationalfeiertag, so<br />

schrieb einmal das <strong>Magazin</strong> »Directo al<br />

Paladar«, sei der Aperitif. Die soziale Komponente,<br />

das Miteinander, ist dabei fast<br />

wichtiger als der Konsum selbst. Austausch,<br />

Tratsch, Geschichten – zweifellos macht<br />

das bei einem Glas Wein und einer Krokette<br />

doppelt so viel Spaß wie ohne.<br />

Wenn sich ab 18 oder 19 Uhr die Bars<br />

füllen, dann beginnt die Tapas-Zeit. Und<br />

auch wenn es verlockt: Anders als begeisterte<br />

Besucher haben Spanier das Abendessen<br />

noch im Hinterkopf. Man isst sich<br />

nicht satt, sondern beschränkt sich auf ein<br />

Glas Wein oder eine »Caña«, ein gezapftes<br />

Bier, dazu eine »tapita«. Das kann ein »Pincho<br />

Moruno« sein, ein saftiger Spieß mit<br />

Rindfleisch. Ein Stück Tortilla, die überall<br />

ein wenig anders schmeckt. Eine »ensaladilla<br />

rusa«, ein mit Mayonnaise gewürzter<br />

Kartoffelsalat, der aufgrund des russischen<br />

Angriffskriegs vielerorts in »ensaladilla<br />

ucraina« umbenannt wurde.<br />

Ein bis zwei Dutzend Tapas gehören zum<br />

Grundsortiment, das man überall im Land<br />

bekommt. Neben dieser Basisqualität tun<br />

sich mancherorts Bars hervor, die selbst anspruchsvolle<br />

Gourmets verstummen lassen,<br />

etwa wenn sich ein Tresen unter Schalen<br />

und Schüsseln voller kleiner Kunstwerke zu<br />

biegen scheint, wie im »Ganbara« in San<br />

Sebastián. Die traditionsreiche Bar zählt zu<br />

den Favoriten eines der größten spanischen<br />

Köche, Juan Mari Arzak (s. auch Seite 122).<br />

Nicht Tapas, sondern »Pintxos« heißen<br />

die kleinen Tellergerichte hier, und man<br />

bekommt die besten Weine dazu. Auch die<br />

Bar »Gran Sol« in Hondarribia unmittelbar<br />

an der französischen Grenze gelegen, hat<br />

etliche Preise gewonnen für Kreationen<br />

<<br />

Unverzichtbarer Bestandteil der<br />

spanischen Kulinarik: Tapas,<br />

Kleinigkeiten zum Aperitif. Als<br />

»Pintxos« sind sie im Baskenland<br />

bekannt, wo Lokale wie die »Bar<br />

Gran Sol« wahrhafte Meisterwerke<br />

in der Komposition der kleinen<br />

Tellergerichte vollbringen.<br />

Fotos: beigestellt<br />

106 falstaff jun <strong>2022</strong>


EIN, ZWEI DUTZEND<br />

UNIVERSELLE<br />

TAPAS BEKOMMT MAN<br />

ÜBERALL IM LAND.<br />

KLEINE KUNSTWERKE<br />

SCHAFFEN VOR ALLEM<br />

DIE BASKEN.<br />

In der Madrider Weinbar »Caníbal«<br />

kommen zu den exzellenten Weinen auch<br />

Tapas, hier ein Oktopus nach galicischer<br />

Art mit Paprikapulver und Kartoffeln<br />

(Pulpo a la gallega).<br />

TAPAS ODER<br />

PINTXOS?<br />

Warum es auch eine kulturelle<br />

Frage ist, wie die spanischen<br />

Appetithäppchen heißen.<br />

Spaniens kultureller und kulinarischer Reichtum<br />

ist bedingt durch die stolzen 17 spanischen<br />

Regionen (»comunidades autónomas«),<br />

die Wert auf eine eigene Identität legen. Am<br />

deutlichsten zeigt sich das in der Sprache –<br />

neben dem Kastilischen sind im Land weitere<br />

Sprachen anerkannt, darunter Baskisch und<br />

Katalanisch. Im baskisch geprägten Norden<br />

des Landes spricht man deshalb davon,<br />

»pinchos« (oder in baskischer Schreibweise<br />

»pintxos«) zu essen, während im Rest des<br />

Landes von »tapas« die Rede ist.<br />

Darüber hinaus, versichern Spanier, gebe es<br />

auch einen qualitativen Unterschied: Während<br />

eine »tapa« üblicherweise ein kleines kostenloses<br />

Häppchen zum Getränk ist und mit einer<br />

Gabel gegessen wird, kommen die »pintxos«<br />

auf einer Scheibe Baguette und werden mit<br />

einem Bissen verspeist. Sie sind aufwändiger<br />

und müssen meist bezahlt werden. Unabhängig<br />

davon gelten traditionell übrigens die Bars<br />

am besten, in denen die meisten Servietten,<br />

Zahnstocher und Reste auf dem Boden liegen.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

107


gourmet / SPANIEN<br />

Einer der größten Köche der<br />

Welt, Martín Berasategui,<br />

kommt gebürtig aus dem<br />

Baskenland. Er führt allein<br />

zwei Drei-Sterne-Restaurants<br />

in Spanien mit Gerichten wie<br />

der Kaisergranat-Suppe im<br />

»Lasarte« in Barcelona.<br />

Eine frühere Gezeitenmühle ist Sitz des<br />

»Aponiente« in Andalusien. Küchenchef<br />

Ángel León serviert Fisch und Seafood<br />

auf allerhöchstem Niveau.<br />

<<br />

wie Foie Gras mit<br />

karamellisiertem Käse,<br />

konzentriertem Most und<br />

Senf »à l’ancienne«.<br />

Das Baskenland war und<br />

ist ein Motor für die kulinarische<br />

Entwicklung des Landes.<br />

Eines der wohl bekanntesten<br />

Fischgerichte Spaniens kommt hier<br />

her: »Bacalao al pil pil«, für das Stockfisch<br />

mit gebratenem Knoblauch belegt<br />

und mit emulsioniertem Olivenöl übergossen<br />

wird. So simpel, aber so gut, wie jeder<br />

bestätigen wird, der einmal in den Genuss<br />

kam. Die stetige Rivalität zum nahen Frankreich<br />

beflügelte die Köche, und immer<br />

auch die Sorge, im Schatten des großen<br />

Nachbarn zu stehen. Wobei der schon<br />

erwähnte Juan Mari Arzak Frankreichs<br />

Führungsrolle in der Welt der Kulinarik<br />

anerkannte und anlässlich einer Fachmesse<br />

im November 2021 in San Sebastián sagte:<br />

»Frankreich hat uns viel beigebracht, und<br />

wir haben ihnen viel beigebracht (...) Aber<br />

die Franzosen haben eine große gastronomische<br />

Kultur, die größte.«<br />

Bis heute bleibt San Sebastián – auf<br />

baskisch: Donostia – eines der wichtigsten<br />

Zentren für die Hochküche. Allein elf<br />

Sternerestaurants finden sich in der Stadt<br />

selbst, dazu kommen noch etliche weitere<br />

in der Umgebung. Der Großmeister<br />

der spanischen Köche ist ebenfalls Baske:<br />

Martín Berasategui hält gleich mit zwei<br />

Restaurants die Höchstwertung im »Guide<br />

Michelin«: eines mit seinem Namen im<br />

Baskenland, das andere (»Lasarte«) in<br />

Barcelona.<br />

Katalonien, die zu Barcelona gehörige<br />

autonome Region, ist ein weiteres Kraftzentrum<br />

der Spitzenküche des Landes:<br />

fast ein Viertel aller spanischen Sternerestaurants<br />

(49 von 228) befindet sich<br />

in der Region im Nordosten Spaniens.<br />

Aushängeschild vor allem für ein gut<br />

betuchtes internationales Publikum sind<br />

die Roca-Brüder Jordi, Joan und Josep<br />

Roca, die mit ihrem dreifach besternten<br />

»El Celler de Can Roca« in Girona fast<br />

alle Preise gewonnen und zweimal an<br />

der Spitze der Liste »World’s 50 Best«<br />

standen. Hierzulande nicht so bekannt,<br />

aber nicht weniger gut ist das »ABaC«,<br />

wo Jordi Cruz extrem komplexe Gerichte<br />

entwickelt.<br />

Fotos: beigestellt, Gunnar Knechtel / laif / picturedesk.com, Shutterstock<br />

108 falstaff jun <strong>2022</strong>


DER TIEFE SÜDEN<br />

Die momentan sicher angesagteste Region<br />

innerhalb Spaniens befindet sich aber weiter<br />

südlich. Das touristisch beliebte, aber<br />

wirtschaftlich schwache Andalusien<br />

fasziniert Besucher nicht nur des maurischen<br />

Erbes wegen. Auch die Küche entwickelt<br />

sich seit einiger Zeit rasant nach vorn. Ihr<br />

prominentester, alles überstrahlender<br />

Vertreter Ángel León mit seinem dreifach besternten<br />

»Aponiente« in der Provinz Cádiz<br />

legt sein Augenmerk vor allem auf Fischküche<br />

– er geht sogar so weit, in speziellen<br />

In die herausragende<br />

Tapasbar »Ganbara« in<br />

San Sebastián kommt auch<br />

Spitzenkoch Juan Mari Arzak<br />

manchmal als Gast.<br />

DIE SPITZENKÜCHE<br />

SPANIENS BLÜHT<br />

AUCH DESHALB, WEIL<br />

DIE STOLZEN<br />

REGIONEN MIT IHREN<br />

SPEZIALITÄTEN EIN<br />

FUNDAMENT LEGEN.<br />

Tanks sein eigenes Plankton zu züchten, um<br />

daraus eigene Lebensmittel zu entwickeln.<br />

Auch unterhalb des absoluten Top-Niveaus,<br />

etwa im »Bardal« mit Benito Gómez in<br />

Málaga oder im hochgelobten familiengeführten<br />

»Mesón Sabor Andaluz« in Alcalá<br />

del Valle. Dessen junger Koch, Pedro<br />

Aguilera, wurde auf der Messe »Madrid<br />

Fusión« jüngst als größte Entdeckung<br />

ausgezeichnet.<br />

Denn das muss bei allem Lobgesang auf<br />

die so kreative wie vielseitige Hochküche<br />

auch gesagt werden: Sie existiert nur deshalb,<br />

weil die stolzen spanischen Regionen<br />

ein solides Fundament legen. Mit dem ewig<br />

unerreichten »Jamon Ibérico de Bellota«, mit<br />

einer Käsevielfalt, die von Kastilien bis zu<br />

den balearischen Inseln reicht (Mahón auf<br />

Menorca) und Spezialitäten wie der »Paella<br />

Valencia« (übrigens nur authentisch mit Kaninchen<br />

und Hühnchen, kein Seafood!) oder<br />

dem madrilenischen Kichererbseneintopf<br />

»Cocido«. Von dem reinsortigen Olivenöl<br />

aus der Extremadura und Andalusien, das jedes<br />

Jahr mehr Preise gewinnt, haben wir hier<br />

noch gar nicht gesprochen. Continuará!<br />

<<br />

Die muschelförmige Bucht von San Sebastián-<br />

Donostia ist beliebtes Ziel internationaler<br />

Gourmets. In der Stadt und in der nahen<br />

Umgebung ballen sich die Top-Restaurants.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

109


gourmet / SPANIEN<br />

Gehobener Tapas-Genuss<br />

im Zentrum Barcelonas:<br />

»Media Manga«.<br />

BARDAL **<br />

Benito Gómez zählte zur Mannschaft von Ferran<br />

Adrià, bevor er 2016 sein eigenes Restaurant eröffnete.<br />

Ausschließlich zwei Menüs stehen zur Wahl.<br />

C/José Aparicio 1, 29400 Ronda<br />

T: +34 951 48 98 28, restaurantebardal.com<br />

REKONDO<br />

Zu einem atemberaubenden Weinkeller (einer der<br />

besten der Welt) kommt saisonal wechselnde<br />

Hochküche des Baskenlandes.<br />

Paseo de Igeldo, 57, 20008 Donostia-San Sebastián<br />

T: +34 943 21 29 07, rekondo.com<br />

RESTAURANTS<br />

MESÓN SABOR ANDALUZ<br />

Ein Familienbetrieb mit Fokus auf Fisch, der unter<br />

dem jüngst ausgezeichneten Koch Pedro Aguilera<br />

sein Niveau nochmal gesteigert hat.<br />

C. la Huerta, 3, 11693 Alcalá del Valle<br />

T: +34 956 135510, mesonsaborandaluz.com<br />

ABAC ***<br />

Jordi Cruz kocht komplexe Avantgarde-Gerichte,<br />

die Bezug nehmen auf eine Vielzahl an Länderküchen.<br />

Av. del Tibidabo, 1, 08022 Barcelona<br />

T: +34 933 196600, abacrestaurant.com<br />

QUIQUE DACOSTA ***<br />

Der Feingeist steht in seinem gleichnamigen<br />

Restaurant für avantgardistische, stets hochästhetische<br />

Menüs, die bis zu 30 Gänge umfassen. Dafür<br />

gab es auch schon einen Preis vom König.<br />

Carrer Rascassa, 1, 03700 Dénia<br />

T: +34 965 784179, quiquedacosta.es<br />

APONIENTE ***<br />

»Koch des Meeres« nennt sich Ángel León unprätentiös.<br />

Mit seinen komplexen Gerichten zeigt er,<br />

was man auf dieser Grundlage alles machen kann.<br />

C. Francisco Cossi Ochoa, s/n<br />

11500 El Puerto de Santa María<br />

T: +34 606 225859, aponiente.com<br />

EL CELLER DE CAN ROCA ***<br />

Die drei Roca-Brüder gehören zu den bekanntesten<br />

Gastronomen Spaniens, ihr Restaurant wurde<br />

mehrfach zum Besten der Welt gewählt.<br />

Carrer de Can Sunyer, 48, 17007 Girona<br />

T: +34 972 222157, cellercanroca.com<br />

Loidi Kalea, 4, 20160 Lasarte-Oria<br />

T: +34 943 366471, martinberasategui.com<br />

CORRAL DE LA MORERÍA *<br />

In den knapp 70 Jahren seit der Gründung aßen<br />

hier etliche Berühmtheiten. Nach dem Menü folgen<br />

Flamenco-Konzerte. Genialer Weinkeller mit Fokus<br />

auf Sherry (1200 Positionen).<br />

C. de la Morería, 17, 28005 Madrid<br />

T: +34 943 212907, rekondo.com<br />

DIVERXO ***<br />

David (auch: Dabiz) Muñoz balanciert mit seinen<br />

Menüs an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn.<br />

Ein Besuch in seinem extravagant gestalteten<br />

Restaurant zeigt, was in der Haute Cuisine möglich<br />

ist. Im NH Eurobuilding Hotel. Demnächst Umzug.<br />

C. del Padre Damián, 23, 28036 Madrid<br />

T: +34 915 700766, diverxo.com<br />

TAPAS-BARS<br />

MEDIA MANGA<br />

Raffinierte Tapas in geschmackvoller Art Deco-<br />

Atmosphäre. Dazu kommt eine gute Weinauswahl.<br />

Carrer d‘Aribau, 13, 08011 Barcelona<br />

T: +34 938 32 56 94, mediamanga.es<br />

GRAN SOL<br />

Die Pintxos der Bar in diesem hübschen Dorf an der<br />

französischen Grenze wurden mehrfach als beste<br />

des Baskenlandes ausgezeichnet.<br />

San Pedro Kalea, 63, 20280 Hondarribia<br />

T: +34 943 642701, bargransol.com<br />

BODEGA DE LA ARDOSA<br />

Eine ikonische Tapasbar in der Hauptstadt, deren<br />

Wurzeln auf das Jahr 1892 zurückgehen. Die<br />

Tortilla hier hat Referenzqualität.<br />

C. de Colón, 13, 28004 Madrid<br />

T: +34 915 214979, grupoardosa.es/la-ardosa<br />

GANBARA BAR ASADOR<br />

Nicht nur die Pintxos hier sind herausragend, probieren<br />

sollte man auch den gegrillten Steinbutt.<br />

San Jeronimo Kalea, 21, 20003 Donostia - San<br />

Sebastián.<br />

T: +34 943 422575, ganbarajatetxea.com<br />

<<br />

RESTAURANTE MARTÍN BERASATEGUI ***<br />

Das gleichnamige Restaurant ist der eine Drei-<br />

Sterne-Tempel des baskischen Großkochs, ein<br />

anderer befindet sich in Barcelona.<br />

»Austern auf Albarinho«<br />

heißt diese Kreation aus<br />

dem legendären »Celler<br />

de Can Roca« in Girona.<br />

Fotos: beigestellt<br />

110 falstaff jun <strong>2022</strong>


DAS ESSEN VOR<br />

DEM ESSEN<br />

Frittierte Artischocken, gebratene Jakobsmuscheln, geschmorte<br />

Kalmare – und das ist erst der Anfang vom Festmahl. Die Welt wäre eine<br />

bessere, wenn wir mehr Tapas essen würden. Ein Plädoyer für den<br />

häppchenweise geteilten Genuss.<br />

Es ist nie gut, mit einem Bärenhunger<br />

essen zu gehen. Wer<br />

erst noch Instinkte befriedigen<br />

muss, kann nicht genießen,<br />

und es ist ewig schade um die<br />

Vorspeise, wenn sie bloß achtlos und gierig<br />

verschlungen wird. Ganz abgesehen davon:<br />

Zum richtig guten Essen gehört richtig gute<br />

Gesellschaft, und was soll die bitte denken,<br />

wenn sie sich mit einer Laune rumschlagen<br />

muss, die in der englischen Sprache so<br />

treffend als »hangry« beschrieben wird?<br />

KLEINE HAPPEN GANZ GROSS<br />

In vielen großen kulinarischen Kulturen<br />

gibt es daher stets schon vor dem Essen was<br />

zum Essen. Bereits im alten Rom wurden<br />

vor dem eigentlichen Essen so genannte<br />

»Gustatii«, also Appetitanreger, serviert.<br />

Heute treffen sich Italiener zum Aperitivo –<br />

Italo-Happen inklusive –, Japaner knabbern<br />

vergnügt »Otsumami«, (wörtlich »Happen<br />

zum Bier«) und Chinesen snacken sowieso<br />

die ganze Zeit. Niemand aber hat das<br />

Vor-Essen so kultiviert und auf solche kulinarischen<br />

Höhen gehoben wie die Spanier<br />

mit ihren Tapas. Es gehört zu den größten<br />

kulinarischen Freuden dieser Welt, sich<br />

durch Barcelonas Bodegas, Madrids Tabernas<br />

oder die Pinxos Bars in San Sebastiáns<br />

engen Hafengassen zu kosten, hier eine<br />

gegrillte Schwert muschel, da eine gebratene<br />

Artischocke, dort scharfe Schnecken zu<br />

probieren, und dazu fast schon beschämend<br />

günstigen, aber völlig ausreichend guten<br />

Wein zu schlürfen.<br />

Tapas (und ihre internationale Verwandtschaft)<br />

mögen historisch vielleicht als kleine<br />

Häppchen zum (Nachmittags-)Wein begonnen<br />

haben – mittlerweile machen sie aber<br />

der Hauptmahlzeit Konkurrenz. In Spanien<br />

gehören Tapas-Restaurants daher auch zu<br />

den berühmtesten und bestbesuchten des<br />

Landes, von Klassikern wie der »Bodega<br />

della Ardosa« bis hin zu modernen Versionen<br />

wie dem »Tickets« und der »Bodega<br />

1900«, die beiden Tempel der Tapaskunst<br />

der Gebrüder Ferran und Albert Adria.<br />

Dass viele lieber gleich nur Tapas essen, ist<br />

wenig verwunderlich – sind sie doch eine<br />

der besten Arten zu essen überhaupt.<br />

BEHERZT ZUGREIFEN<br />

Das beginnt schon mit der Präsentation:<br />

Oft stehen sie in ihrer ganzen Pracht an<br />

oder neben der Bar, wie reife, köstliche<br />

Früchte, die nur gepflückt werden wollen.<br />

Statt mit Besteck darf man hier gerne<br />

beherzt mit den Fingern zugreifen, und die<br />

schlanken Portionen erlösen einen (fast)<br />

von der Qual der Wahl: Man kann hier<br />

gebratene Kalmare knuspern, in fleischige<br />

Jakobsmuscheln beißen, frittierte Paprika,<br />

»Jamón Ibérico«, »Manchego« und<br />

»Bacalao« genießen, und das bei einem<br />

einzigen Essen. Anders als bei anderen<br />

Gerichten, reißen Tapas nicht alle Aufmerksamkeit<br />

an sich – sie schaffen es,<br />

Foto: Gamma-Rapho / Getty Images<br />

112 falstaff jun <strong>2022</strong>


gourmet / ESSAY<br />

TOBIAS MÜLLER<br />

ist ein österreichischer<br />

Gourmet-Journalist<br />

und hat im Rahmen<br />

seiner Reisen bereits<br />

die unterschiedlichsten<br />

Küchen der Welt<br />

entdeckt und lieben<br />

gelernt.<br />

herrlich zu schmecken, ohne sich ganz in<br />

den Mittelpunkt drängen zu müssen. Sie<br />

bringen Gespräche nicht zum Verstummen,<br />

sondern liefern Energie zum Geschichtenerzählen,<br />

ebenso wie für stundenlange<br />

Diskussionen, oder für Lachanfälle bzw.<br />

auch ein Smalltalkthema beim ersten Date.<br />

In Tapas Bars, so gut sie auch sein mögen,<br />

geht es stets nur ein bisschen ums Essen,<br />

und ganz viel ums Zusammensein.<br />

Weil fast alles ohnehin kühl bis lauwarm<br />

genossen wird und ständig etwas nachkommt,<br />

können Esser ganz entspannt hier<br />

und dort einen Bissen nehmen, einen<br />

TAPAS SCHAFFEN<br />

ES, HERRLICH<br />

ZU SCHMECKEN,<br />

OHNE SICH GANZ IN<br />

DEN MITTELPUNKT<br />

DRÄNGEN ZU<br />

MÜSSEN.<br />

Schluck Wein trinken; oder sich einfach<br />

die Finger lecken, kurz zurücklehnen,<br />

entspannen, und das Treiben an den<br />

Nachbartischen beobachten – zu sehen<br />

gibt es nämlich stets genug.<br />

Hier treffen sich Pensionisten und<br />

Studenten, Familien, junge Pärchen, alte<br />

und neue Freunde, Einheimische und<br />

Touristen, und alle haben sie eine unglaublich<br />

gute Zeit – oft zusammen, weil sie sich<br />

ohnehin einen der viel zu wenigen, viel zu<br />

kleinen Tische teilen oder so eng an der<br />

Bar stehen, dass sie im Grunde gar nicht<br />

anders können, als sich kennenzulernen.<br />

Zumindest, wenn gerade nicht Corona ist.<br />

Das Treiben hier ist so herzerfrischend<br />

gemeinschaftlich und generationsübergreifend,<br />

dass man spätestens nach ein paar<br />

Gläsern und Häppchen überzeugt ist: die<br />

Welt wäre eine bessere, wenn nur mehr<br />

Menschen Tapas essen gehen würden.<br />

WELTWEITER SIEGESZUG<br />

Zum Glück tun sie genau das. Zwar macht<br />

nicht gerade an jeder Ecke eine Tapas-Bar<br />

auf, die Art wie in ihnen gegessen wird,<br />

hat sich aber in den vergangenen Jahren<br />

ziemlich rasch und weit verbreitet. Kleine<br />

Teller, Essen zum Teilen, ohne Besteck,<br />

dafür mit den Fingern, und am besten<br />

ganz viel gleichzeitig, statt einzelne Gänge<br />

hintereinander, ist gerade in vielen Lokalen<br />

Standard.<br />

Ob diese Entwicklung auf den enorm<br />

wachsenden kulinarischen Einfluss Asiens<br />

auf den Westen zurückzuführen ist und<br />

nicht auf die Vorbildwirkung Spaniens,<br />

oder wer dazu wie viel und was beigetragen<br />

hat, ist eine akademische Frage und für<br />

freudige Esser relativ egal – solange die<br />

»Tapas-isierung« der Welt weitergeht! <<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

113


gourmet / REZEPTE<br />

114 falstaff jun <strong>2022</strong>


<strong>Falstaff</strong> Rezept-Newsletter –<br />

Rezeptideen kostenlos<br />

via E-Mail erhalten:<br />

go.falstaff.com/rezept-newsletter<br />

¡ME<br />

In Spanien kommt auf den<br />

Tisch, was die Region bietet –<br />

dadurch ist geschmackliche<br />

Vielfalt garantiert. Drei<br />

Topköche aus Österreich,<br />

<strong>Deutschland</strong> und der Schweiz<br />

haben uns ihre Lieblingsgerichte<br />

verraten, die das<br />

spanische Lebensgefühl<br />

direkt auf den Teller bringen.<br />

FOTOS LENA STAAL<br />

KONZEPT & PRODUKTION EVA BAUER &<br />

ANTON-GEORG KIENER<br />

FOODSTYLIST GITTE JAKOBSEN<br />

GUSTA!<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

115


gourmet / REZEPTE<br />

116 falstaff jun <strong>2022</strong>


GAZPACHO<br />

(FÜR 4 PERSONEN)<br />

Die kalte Gemüsesuppe ist ein Klassiker der spanischen Küche.<br />

Die Ur-Gazpacho enthielt jedoch überhaupt kein Gemüse, da die<br />

heutigen Hauptzutaten – Gurke, Paprika und Tomaten – erst viel<br />

später nach Spanien kamen. Die erste Gazpacho geht auf die Mauren<br />

zurück und war eine Mischung aus harten Brotresten, Wasser, Öl,<br />

Essig und Zwiebeln, manchmal auch Knoblauch und Mandeln.<br />

ZUTATEN FÜR DIE GAZPACHO<br />

1 kg sehr reife Tomaten<br />

1 italienische Gurke<br />

1 rote Paprika<br />

1 grüne Paprika<br />

1 mittelgroße frische Zwiebel<br />

2 Knoblauchzehen<br />

5 g Salz<br />

30 ml Rotwein- oder Sherry-Essig<br />

50 ml Olivenöl extra 0,1º Säure<br />

Zucker zur Korrektur des Säuregehalts<br />

ZUBEREITUNG DER GAZPACHO<br />

– Zuerst das Gemüse unter kaltem Wasser putzen.<br />

– Anschließend die Tomaten vierteln sowie die<br />

Gurke schälen und in Stücke schneiden.<br />

– Die Paprikaschoten aufschneiden. Die Samen und<br />

das weiße Innere entfernen. Danach in kleine<br />

Stücke schneiden.<br />

– Die Zwiebel schälen und den Stiel sowie die<br />

Wurzel entfernen.<br />

– Die Knoblauchzehen schälen, halbieren und den<br />

grünen »Kern« entfernen.<br />

– Nun alles zerkleinern, entweder in einem Mixer, in<br />

einem Thermomix oder mit einem Stabmixer. Alle<br />

Zutaten müssen mindestens fünf Minuten lang<br />

püriert werden, damit sie möglichst glatt sind.<br />

– Danach die pürierte Masse durch ein feines Sieb<br />

passieren. Tipp: Für das Durchpressen die Rückseite<br />

einer Schöpfkelle zu Hilfe nehmen, damit<br />

die größte Menge an Fruchtfleisch durchkommt<br />

und die Tomatensamen im Sieb zurückbleiben.<br />

Die Masse sollte die Konsistenz von mittelfester<br />

Sahne haben.<br />

– Danach das Salz und den Essig hinzufügen und<br />

erneut mixen.<br />

– Währenddessen nach und nach das Öl hinzugeben<br />

und den Säuregehalt testen. Wenn dieser<br />

sehr hoch ist, mit dem Zucker ausgleichen.<br />

ANRICHTEN<br />

Etwas fein gewürfeltes Gemüse (z. B. Paprika und<br />

Gurke) in einem Ring von 5 x 5 mm Durchmesser<br />

geben und auf dem Teller anrichten. Die Gazpacho<br />

mit einem Krug um den Gemüsering eingießen.<br />

Mit einem Blatt krause Petersilie dekorieren.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Barbadillo Amontillado V.O.R.S. 30 Años Pricipe<br />

Bodegas Barbadillo<br />

Nur die ältesten besten Bestandteile der Solera<br />

dieses großartigen Weines bilden dieses önologisches<br />

Juwel. Ungemein nuanciert das Bukett<br />

aus Weihrauch und Nüssen, etwas Salzkaramell,<br />

Bitterorangen im Abgang, angenehmer Ranciotouch<br />

im Finish.<br />

gute-weine.de, € 55,–<br />

Rezept von Octavio V. Söll, Restaurant<br />

»La Casa d’Oc«, Zürich, Schweiz<br />

Für Octavio V. Söll ist Kochen nicht nur eine Leidenschaft,<br />

sondern eine Lebensweise. In seinem<br />

Restaurant in Zürich ist alles handgemacht, von<br />

der Fleischbrühe bis zum Dessert. Und das selbstverständlich<br />

nur aus den frischesten Zutaten,<br />

die u. a. direkt aus Spanien importiert werden.<br />

Die spanische Regierung hat das Lokal sogar als<br />

authentisches spanisches Restaurant zertifiziert.<br />

Foto: Cesar Martins<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

117


gourmet / REZEPTE<br />

KALBSKOTELETT<br />

mit geschmolzenem Torta-del-Casar-Käse,<br />

Artischocken, Pilzen, Pimientos de Padrón<br />

und Piquillo-Paprika-Sauce<br />

(FÜR 4 PERSONEN)<br />

Die Küche Galiciens, gelegen im Nordwesten Spaniens, genießt einen hervorragenden<br />

Ruf. Die saftigen grünen Wiesen der Region bieten die idealen<br />

Weidegründe für die Rinder, deren Fleisch sich größter Beliebtheit erfreut. Vor<br />

allem das zarte Kalbfleisch wird gerne für schmackhafte Gerichte verwendet.<br />

ZUTATEN FÜR DIE PIQUILLO-PAPRIKA-SAUCE<br />

½ Zwiebel<br />

1 Knoblauchzehe<br />

8 Pimientos de Piquillo (aus der Konserve)<br />

Olivenöl, zum Anbraten<br />

80 ml trockener Weißwein<br />

1–2 EL Crème fraîche<br />

Salz, Pfeffer<br />

ZUBEREITUNG DER PIQUILLO-PAPRIKA-SAUCE<br />

– Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen, fein<br />

hacken und die Pimientos de Piquillo in kleine<br />

Stücke schneiden.<br />

– Dann Zwiebel und Knoblauch in einer Pfanne bei<br />

mittlerer Hitze mit etwas Olivenöl anschwitzen.<br />

– Nun den Weißwein hinzufügen und kurz<br />

reduzieren.<br />

– Die Pimientos de Piquillo beigeben und für fünf<br />

Minuten mitköcheln lassen.<br />

– Jetzt die Crème fraîche hinzugeben, alles gut umrühren<br />

und für weitere drei Minuten bei mittlerer<br />

Hitze köcheln lassen. Nach Belieben würzen.<br />

– Zum Schluss die Mischung in einem elektrischen<br />

Mixer zu einer homogenen Sauce verarbeiten und<br />

warmstellen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE BEILAGEN<br />

4 Artischockenherzen, frisch oder aus dem Glas<br />

200 g Austernpilze<br />

Rapsöl, zum Sautieren<br />

Salz, Pfeffer<br />

Pimientos de Padrón<br />

etwas Meerzsalz<br />

ZUBEREITUNG DER BEILAGEN<br />

– Die Artischocken und die Pilze in einer Pfanne<br />

mit etwas Rapsöl sautieren.<br />

– Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warmstellen.<br />

– Dann die Pimientos de Padrón in einer separaten<br />

Rezept von Jésus A. Díaz Sindín, Restaurant<br />

»Restaurante Portomarín«, Hamburg, <strong>Deutschland</strong><br />

Für Liebhaber der feinen spanischen Küche ist das<br />

»Restaurante Portomarin« der ideale Ort. Jésus A.<br />

Díaz Sindín erlernte den Kochberuf in Gran Canarias<br />

Spitzengastronomie und ist nicht nur ein großartiger<br />

Herdvirtuose, sondern auch ein fantastischer<br />

Weinkenner. Für seine Gerichte verwendet er<br />

tagtäglich ausschließlich hochwertige Zutaten<br />

wie frischen Fisch aus Wildfang sowie Obst und<br />

Gemüse aus der Region.<br />

Pfanne in reichlich heißem Rapsöl frittieren, bis<br />

die Haut anfängt zu schrumpeln. Auf Küchenpapier<br />

abtropfen lassen, mit Meersalz bestreuen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE KALBSKOTELETTS<br />

1 Kalbskarree mit vier Rippen von ca. 1,3 kg<br />

Salz, Pfeffer<br />

1 Torta-del-Casar-Käse oder ähnliche zartschmelzende<br />

Käse wie z. B. Crémoulin<br />

(mindestens eine Stunde vor der Verarbeitung<br />

aus dem Kühlschrank nehmen)<br />

ZUBEREITUNG DER KOTELETTS<br />

– Zunächst das Kalbskarree in vier Koteletts<br />

zerteilen und in einer Pfanne oder auf dem Grill<br />

rosa braten. Nach Belieben salzen und pfeffern.<br />

ANRICHTEN<br />

Koteletts auf Teller anrichten. Auf jedes Kotelett<br />

einen gehäuften Esslöffel Torta-del-Casar-Käse<br />

geben und schmelzen lassen. Eventuell mit Hilfe<br />

eines Bunsenbrenners gratinieren.<br />

Alle Beilagen appetitlich um die Koteletts<br />

anrichten. Zum Schluss die Piquillo-Paprika-Sauce<br />

dazugeben.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

2019 La del Vivo, Lomos de Valtuille<br />

(La Vizcaina)<br />

Raúl Pérez, D.O. Bierzo, Spanien<br />

Ein fast burgundischer Weißwein aus der feinen<br />

Sorte Godello, ein Hauch von Aprikose, Nashibirnen<br />

und Feuerstein. Saftiges Steinobst, feine<br />

Mineralität, salzig anhaftend, Nuancen von<br />

Safran im Abgang.<br />

weinzentrale.de, € 27,–<br />

118 falstaff jun <strong>2022</strong>


Foto: Volker Renner<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

119


gourmet / REZEPTE<br />

120 falstaff jun <strong>2022</strong>


PAELLA VALENCIANA<br />

(FÜR 2 PERSONEN)<br />

Der Begriff »Paella« stammt aus dem Katalanischen und hat seinen Ursprung<br />

im lateinischen Wort »patella«, was so viel bedeutet wie »große Platte« oder<br />

»flache Schüssel aus Metall«. Das Originalrezept kommt aus Valencia und wird<br />

ganz traditionell mit Hühner- und Kaninchenfleisch, Reis, Gemüse, Gewürzen<br />

und gelegentlich auch Schnecken zubereitet.<br />

ZUTATEN FÜR DEN HÜHNERFOND<br />

(1 LITER)<br />

1 Karotte<br />

1 Lauch<br />

250 g Hühnerknochen<br />

½ Bund Petersilie, glatt<br />

2 weiße Zwiebeln<br />

½ Bund Thymian<br />

½ Bund Rosmarin<br />

250 g Hühnerflügel<br />

ZUBEREITUNG DES HÜHNERFONDS<br />

– Zuerst das Gemüse klein schneiden und mit den<br />

Knochen für 30 Minuten bei 220 °C in den Ofen<br />

geben.<br />

– Anschließend herausnehmen und zusammen<br />

mit den restlichen Zutaten in einen Topf geben.<br />

– Zwei Liter Wasser hinzufügen und das Ganze<br />

für eine Stunde bei mittlerer Hitze und<br />

geschlossenem Deckel kochen lassen.<br />

Achtung: Kein Salz in den Fond geben!<br />

– Zum Schluss alles durch ein feines Sieb<br />

oder ein Küchentuch abseihen.<br />

ZUTATEN FÜR DIE PAELLA<br />

25 g Olivenöl<br />

200 g Hühnerschenkel, mit Knochen<br />

200 g Kaninchenfleisch, am Knochen<br />

100 g Tomaten, gewürfelt<br />

1 Messerspitze spanischer Safran<br />

2 g Pimentón de la Vera dulce (geräuchertes süßes<br />

Paprikapulver)<br />

175 g Reis Arroz Bomba<br />

400 ml Hühnerfond<br />

7 g feines Meersalz<br />

1 Zweig Rosmarin<br />

12 Stück Zuckererbsenschoten<br />

ZUBEREITUNG DER PAELLA<br />

– Eine Pfanne auf den Herd stellen, Olivenöl hinein-<br />

Rezept von Raquel Garcia Sanchez, Restaurant<br />

»Paco«, Wien, Österreich<br />

In der authentischen Tapas-Bar im neunten Wiener<br />

Gemeindebezirk ist die Spanierin Raquel Garcia<br />

Sanchez für die Küche verantwortlich. Sie hat die<br />

Speisekarte zusammengestellt, auf der Gerichte<br />

aus ganz Spanien zu finden sind. Zusätzlich kann<br />

man im »Paco« täglich wechselnde Speisen der<br />

Saison genießen. Dank der tollen Schauküche ist<br />

der Gast stets ganz nah am Geschehen.<br />

geben und langsam erhitzen.<br />

– Die Fleischstücke hineinlegen und anbraten,<br />

bis sie Farbe bekommen.<br />

– Dann das Fleisch aus der Pfanne nehmen und<br />

zur Seite stellen.<br />

– Nun die Tomaten in die Pfanne geben, rösten<br />

und die entstandene Flüssigkeit reduzieren.<br />

– Den Safran und Paprikapulver hinzufügen und<br />

gut umrühren.<br />

– Jetzt den Reis in die Pfanne rieseln lassen und<br />

das zuvor angebratene Fleisch wieder zugeben.<br />

– Beides gut in der Pfanne verteilen, mit dem<br />

Hühnerfond aufgießen und mit dem Salz würzen.<br />

– Anschließend die Temperatur erhöhen und das<br />

Ganze für fünf Minuten kochen lassen.<br />

Gleichzeitig einen Zweig Rosmarin beigeben.<br />

– Im Anschluss die Zuckererbsenschoten schön<br />

auf der Paella verteilen und alles für 14 Minuten<br />

bei 220 °C in den Ofen geben.<br />

ANRICHTEN<br />

Die fertige Paella in der Pfanne servieren und bei<br />

Bedarf mit einer geviertelten Zitrone garnieren.<br />

FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

2019 Terroir al Limit Históric Blanc<br />

Priorat, Spanien<br />

Eine überzeugende Verbindung von 75 %<br />

Grenache Blanc und 25 % Macabeo, zwei<br />

alt eingesessenen Sorten der Region. Feine<br />

Kräuterwürze verbindet sich mit Quittenfrucht<br />

und Biskuit, am Gaumen Aprikosen, straffe<br />

Mineralität und gute Frische.<br />

vinos.de, € 18,–<br />

Foto: Ina Aydogan<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

121


gourmet / ARZAK<br />

»Laboratorium«<br />

nennt Elena Arzak<br />

das Zentrum ihrer<br />

Kreativität im zweiten<br />

Stock des legendären<br />

Familienrestaurants.<br />

1500 Gewürze und<br />

andere Aromen dienen<br />

der Inspiration und<br />

der kulinarischen<br />

Perfektion.<br />

Foto: ANDER GILLENEA / AFP / picturedesk.com<br />

122 falstaff jun <strong>2022</strong>


RESTAURANT-<br />

LEGENDEN<br />

TEIL 4<br />

DAS »ARZAK«:<br />

AM OLYMP<br />

BASKISCHER<br />

FINESSE<br />

Elena Arzak und ihr Vater Juan Mari<br />

bleiben in ihrem Lokal in Donostia (San<br />

Sebastián) Inbegriff für Innovation und<br />

Tradition zugleich – ein Duo, das die<br />

gesamte moderne spanische »Haute<br />

Cuisine« prägte und weiter prägen wird.<br />

TEXT JAN MAROT<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

123


gourmet / ARZAK<br />

Die Sorgen draußen lassen«, um<br />

»im Paradies zu speisen«, ist<br />

das Credo im baskischen<br />

»Arzak«, das Vater Juan Mari,<br />

79, und Tochter Elena, 52, in<br />

Donostia, wie San Sebastián auf Baskisch<br />

heißt, führen. Dafür sorgt Wohlfühl-Atmosphäre<br />

mit der nötigen Portion Luxus, wie<br />

es sich für das traditionsreiche Haus und die<br />

drei Michelin-Sterne gebührt. Und in erster<br />

Linie Elenas und Juan Maris Kreationen,<br />

die mit Küchenchefin Cynthia Yaber Gang<br />

für Gang begeistern.<br />

Grundzutaten der baskischen Regionalküche<br />

und der Saison begegnen einem gleich<br />

zu Beginn: Die Essenz des Stockfischs –<br />

Juan Maris Mutter Paquita<br />

(Kreis, Bildmitte) machte aus<br />

der schlichten Taverne ihrer<br />

Eltern ein Restaurant. Ihr Sohn<br />

Juan Mari und ihre Enkelin<br />

Elena (großes Bild) verwandelten<br />

es zum Gourmet-Paradies.<br />

»Bacalao« – kommt im Shot-Glas mit<br />

Sonnenblumenöl einer Offenbarung gleich,<br />

die darauf folgende fangfrische Sardine hat<br />

etwas Absinth abbekommen, schlicht perfekt.<br />

Dazu passend wird der katalanische<br />

Spitzen-Cava »Torelló Brut Nature Gran<br />

Reserva Corpinnat« gereicht. Die atlantische<br />

Makrele, die im Frühjahr Saison hat,<br />

halbroh in feinen Streifen mit Fenchel und<br />

karamellisierten Koriandersamen, fügt sich<br />

nahtlos in den Geschmacksreigen ein. Wie<br />

auch die »entkleidete Garnele«, einmal nur<br />

leicht mit dem Küchenbrenner erhitzt, fast<br />

ein Sashimi, und einmal frittiert. Ein Traum<br />

von Vater Juan Mari schließt die fulminante<br />

Ouvertüre der Vorspeisen: »Marmoriertes<br />

Ei« mit Pilz und dem Wasserreis Zizania.<br />

Und während die Vorfreude auf den »Seeteufel<br />

auf Zeder mit baskischem Whisky«<br />

steigt, bleibt etwas Zeit, mit der energiegeladenen<br />

und sympathischen Küchenchefin<br />

und Co-Eigentümerin Elena Arzak ein paar<br />

Worte zu wechseln.<br />

AROMEN DER KINDHEIT<br />

Wenn sie an ihre Kindheit zurückdenkt,<br />

an die Küche ihrer Großmutter, dann<br />

kann sie die Aromen der typischen<br />

Küche von einst fast riechen und<br />

schmecken, meint sie. Da wären<br />

»Chipirones« (baskisch Txipirones),<br />

kleine Tintenfische in<br />

ihrer Tinte, die Elena Arzak als<br />

Mädchen in der Schankwein-<br />

Taverne im Backsteinhaus von<br />

1897 in ihrer spärlichen Freizeit<br />

neben der Schule putzte.<br />

»Die Txipirones sind ein Geruch, den<br />

ich ganz tief intrinsisch in mir verwurzelt<br />

habe. Aber auch der überaus feine Duft<br />

nach Meer, von Krabben, Centollo-Seespinnen,<br />

im Baskischen Txangurros genannt,<br />

im Topf, kommt mir in den Sinn«, sagt die<br />

Drei-Sterne-Köchin, die 2012 den Veuve-Clicquot-Preis<br />

als weltbeste Köchin<br />

erhielt. »Und beide der typischen Gerichte<br />

von hier habe ich mehrfach neu interpretiert.«<br />

Der Txangurro-Duft verzauberte<br />

die Gäste in den vergangenen Jahren als<br />

Aperitif, als Keks in Krabbenform, auf dem<br />

eine Creme aus der Essenz der Seespinne<br />

war, mit etwas Limette. An einem neuen<br />

Txipirones-Gericht feile sie noch, wie sie<br />

sagt, »für die Sommermonate«, wenn diese<br />

Saison und Topqualität haben.<br />

Fotos: Sara Santos, beigestellt, Magdalena Staurino<br />

124 falstaff jun <strong>2022</strong>


Knapp drei Monate braucht Elena laut<br />

eigenen Angaben, um in ihrem seit dem<br />

Jahr 2000 bestehenden »Laboratorium«<br />

im Obergeschoss des Restaurants ein neues<br />

Gericht zu entwickeln. Im dreiköpfigen<br />

Team mit ihrem Vater, der weiterhin in der<br />

Küche aktiv ist, experimentiert auch Kollege<br />

Igor Zalakain federführend mit. An etwa<br />

50 bis 60 Gerichten nehme man alljährlich<br />

Adaptionen vor und verändere einzelne<br />

Elemente, wie sie sagt. Dabei greift man<br />

auf ein Portfolio von insgesamt 1500 Zutaten<br />

– vor allem Gewürze – zurück. Und<br />

wählt aus zumeist lokalen und saisonalen<br />

Produkten der baskischen Speisekammer.<br />

Drei vortreffliche Sommeliers wachen über<br />

einen anderen Schatz, den Weinkeller, der<br />

über 100.000 Flaschen birgt: Mariano<br />

Rodriguez, Shua Ibáñez und Lucía Marcilla<br />

wählen Paarungen aus, bei denen Klassiker<br />

und Raritäten wechseln, einmal »Trimbach<br />

Riesling Alsace AOC«, dann etwas aus<br />

Mallorca, »Torralbenc Chardonnay Vino<br />

de la Tierra Isla de Menorca« zu den<br />

Fischgerichten. Das Lamm wird freilich<br />

rot begleitet mit 2008 »Chelti Estate<br />

Winery Saperavi, Georgia«. Und zum<br />

Zitrus-Dessert aus Yuzu mit Kirschcreme<br />

und Mint-Crisps – ein Gedicht! – kommt<br />

schwedischer Brännland-Cider, warum<br />

<<br />

Im »Arzak« verbindet sich<br />

die zurückhaltende Eleganz<br />

des Fine Dinings mit der<br />

langen Familientradition<br />

herzlich-unkomplizierter<br />

baskischer Gastlichkeit.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

125


gourmet / ARZAK<br />

<<br />

nicht? Just bevor die »Schokoladen-<br />

Ruinen« mit Johannisbrot-Pektin und<br />

knusprigem Honig diese einzigartige<br />

kulinarische Erfahrung abschließen.<br />

Neue Ideen liefern auch Studierende am<br />

Basque Culinary Center, der international<br />

renommierten kulinarischen Kaderschmiede,<br />

die Arzak mitgründete und an der Vater und<br />

Tochter weiterhin Kurse geben. Für Elena<br />

Arzak gibt es jedoch »nichts Schöneres, als<br />

mit meinem Vater zusammenzuarbeiten. Er<br />

hat von Anfang an an mich geglaubt. Und<br />

bis heute ist mir seine Meinung zu meinen<br />

Kreationen enorm wichtig.«<br />

Offenheit und Ehrlichkeit prägt seit jeher<br />

die nahezu symbiotische Vater-Tochter-<br />

Beziehung. Ihrem Schoko-Omelette gab sie<br />

auf seinen Rat hin etwas mehr »Crunch«.<br />

Manchmal war man seiner Zeit voraus, ein<br />

andermal passte die Portionsgröße nicht,<br />

etwa bei einer Gemüseterrine mit Ziegenkäse,<br />

die »sehr gehaltvoll war«, Jahre später<br />

und als halbe Portion aber schließlich Gäste<br />

begeisterte. »Der Ratschlag meines Vaters<br />

war immer: ›Koche und serviere Speisen, so<br />

wie du sie am liebsten serviert bekommen<br />

würdest‹.«<br />

GOURMET-REVOLUTION<br />

Einen Unterschied zwischen<br />

Männern und Frauen in der Küche<br />

kann Elena nicht erkennen.<br />

»Es geht nicht um das Geschlecht,<br />

sondern um Können,<br />

Leistungsfähigkeit, Sensibilität,<br />

Talent und Leidenschaft«,<br />

sagt sie, und fügt – um ein<br />

gängiges kulinarisches Klischee<br />

zu widerlegen – hinzu,<br />

dass etwa ihr Vater weit öfter<br />

mit essbaren Blüten arbeite als sie.<br />

Juan Mari Arzak ist mit Ferran<br />

Adrià wohl der einflussreichste spanische<br />

Koch der vergangenen Jahrzehnte. Ab den<br />

späten 70ern schuf er mit Pedro Subijana<br />

(»Restaurant Akelarre«, Donostia) und<br />

zehn weiteren Köchen des Baskenlands<br />

auf der Grundlage der Nouvelle Cousine<br />

die »Nueva Cocina Vasca«. Die TV-Serien<br />

»A Cook’s Tour« und »Parts Unknown«<br />

des Kochs Anthony Bourdain waren besonders<br />

hilfreich dabei, die neue baskische<br />

Küche weltweit bekannt zu machen. »In<br />

einer idealen Welt wäre ich Juan Maris<br />

Adoptivsohn«, soll Bourdain gesagt<br />

OFFENHEIT UND<br />

EHRLICHKEIT<br />

PRÄGEN DIE NAHEZU<br />

SYMBIOTISCHE<br />

BEZIEHUNG VON<br />

VATER UND TOCHTER.<br />

1976 revolutionierte Juan Mari Arzak mit<br />

Gleichgesinnten die kulinarische Landschaft im<br />

Baskenland (oben). Familiäre Tradition (Kreis:<br />

der junge Juan Mari im Lokal seiner Eltern) und<br />

Handwerk spielen dabei seit jeher eine große und<br />

entscheidende Rolle. Die »Krabbensuche« (unten)<br />

wird als Amuse-Gueule serviert.<br />

haben wie auch, »dass man nirgends in<br />

Europa besser essen kann als in der Stadt<br />

Donostia«. Zu beiden, Juan Mari und<br />

Elena, pflegte er eine enge Beziehung und<br />

besuchte sie oft. Elena spricht übrigens<br />

ein wenig Deutsch mit schweizerischem<br />

Einschlag aus ihrer Ausbildungszeit an der<br />

Hotelfachschule Luzern, wenn auch etwas<br />

»eingerostet«, wie sie meint. Zu Österreich<br />

hat sie lieb gewonnene Erinnerungen,<br />

bei den Salzburger Festspielen kochte sie<br />

einmal ein von Rossini inspiriertes Menü,<br />

Graz wuchs ihr ebenso ans Herz. Und<br />

sie habe »viele liebe Freunde unter den<br />

Küchenchefs in Österreich« wie Heinz<br />

Reitbauer, Alain Weissgerber, Konstantin<br />

Filippou oder Eckart Witzigmann, der noch<br />

dazu wie sie am 4. Juli Geburtstag hat.<br />

Ob Tochter Nora, 17, oder Sohn Mateo,<br />

15, das »Arzak« weiterführen werden oder<br />

sogar beide im Team, steht noch in den<br />

Sternen. »Mit fünf Jahren habe ich beiden<br />

das Kochen beigebracht. Aber ihren Weg<br />

müssen sie selbst finden und gehen.« Druck<br />

mache sie ihrem Nachwuchs keinen, betont<br />

Elena, da auch ihr kein Druck gemacht<br />

wurde. »Schön fände ich es aber schon«,<br />

sagt sie lächelnd.<br />

ZU GAST IM<br />

»ARZAK«<br />

Seit 1897 besteht das »Arzak«<br />

und bleibt Referenz für die<br />

moderne baskische Küche:<br />

ARZAK<br />

Avenida Alcalde Elósegui 273<br />

ES-20015 Donostia, San Sebastián<br />

T: +34 943 278465, arzak.es<br />

Im Backsteinhaus in Donostia, wo ihre<br />

Urgroßeltern einst ihr Lokal eröffneten,<br />

definiert Elena Arzak, die u. a. bei Ferran<br />

Adrià, Albert Roux und Alain Ducasse lernte,<br />

mit ihrem Vater die Benchmark für moderne<br />

südeuropäische Küche. Seit 1989 hält das<br />

Lokal die von Vater Juan Mari erkochten drei<br />

Sterne, seit 2003 ist es konstant unter den<br />

50 weltbesten Restaurants gelistet. Bewusst<br />

beschränkt man sich auf das Stammhaus und<br />

verzichtet auf weitere Lokale.<br />

(Geöffnet Di.–Sa., 13:15–15:15 und<br />

20:45–23 Uhr, Degustationsmenü 255 Euro,<br />

mit Weinbegleitung 410 Euro.)<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

126 falstaff jun <strong>2022</strong>


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jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

127


KÜCHENZETTEL<br />

Gourmet-Autor<br />

SEVERIN CORTI<br />

DIE TOLLSTE SAUCE<br />

VON ÜBERHAUPT<br />

Die Spanier behaupten mit einigem Recht, die Mayonnaise erfunden zu haben.<br />

Das schmeckt zwar den Franzosen nicht, ändert aber nichts<br />

an ihrem Ruf als beste Sauce der Welt.<br />

Eigelb, Zitronensaft, Pflanzenöl:<br />

Dass aus drei so bescheidenen<br />

Zutaten eine Sauce von so göttlichem<br />

Wohlgeschmack entsteht<br />

wie die Mayonnaise, ist wahrhaftig<br />

ein Wunder – und ein Zeugnis für die<br />

Herrlichkeit der Küchenkunst, die aus fast<br />

nichts Werke für die Ewigkeit zu schaffen<br />

vermag.<br />

Zu Gemüse, zu kaltem und warmem<br />

Fleisch, zu Meeresfrüchten sowieso – und<br />

zu harten Eiern ganz unbedingt: Im Zweifel<br />

wird fast alles noch besser, wenn ein Tiegel<br />

Mayonnaise in der Nähe ist. Brillat-Savarin,<br />

der große Philosoph des guten Essens,<br />

wusste es ganz genau: »Mit Mayonnaise<br />

kann man alles machen – außer sich drauf<br />

zu setzen«. Oder sie zu einer Sauce zu<br />

machen, die nicht französischen Ursprungs<br />

ist, möchte man hinzufügen.<br />

Was den Begründern der großen Küche<br />

nämlich gar nicht schmeckt, ist der<br />

Umstand, dass diese weltweit wohl beliebteste<br />

Sauce mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit<br />

iberischen – und eben nicht<br />

französischen – Ursprungs ist. Dafür spricht<br />

einerseits das uralte, katalanische Kochbuch<br />

»Llibre de Sent Soví« aus dem 14. Jahrhundert,<br />

in dem eine der Mayonnaise exakt<br />

entsprechende Sauce beschrieben wird,<br />

damals noch unter dem Namen »Ajada«.<br />

Und andrerseits die Theorie, dass die Sauce<br />

im Zuge der Belagerung der balearischen<br />

Hafenstadt Mahon durch französische<br />

Truppen unter dem Herzog von Richelieu<br />

im Jahr 1756 ihren Weg nach Paris<br />

gefunden habe – wofür die in Spanien<br />

immer noch gebräuchliche Schreibweise<br />

»Mahonesa« spricht. Apropos Krieg: Als<br />

Frankreich dem deutschen Kaiser im Ersten<br />

Weltkrieg zum schicksalhaften Feind wurde,<br />

dekretierte er allen Ernstes, dass französische<br />

Worte radikal aus dem deutschen<br />

Sprachgebrauch zu tilgen seien. Aus der<br />

wunderbaren Mayonnaise wurde so die<br />

trostlose »Öltunke« – zum Glück nur für<br />

einige wenige, entbehrungsreiche Jahre.<br />

Einen wesentlichen Unterschied zwischen<br />

der spanischen und der französischen Idee<br />

der Mayonnaise gibt es freilich: Während<br />

die Franzosen (außer in der mediterranen<br />

Provence) darauf bestehen, geschmacksneutrales<br />

Pflanzenöl einzusetzen, mixen die<br />

Spanier, wie in nebenstehendem Rezept,<br />

gern einen Gutteil Olivenöl dazu. Im<br />

Gegenzug reklamieren die Franzosen fast<br />

zwingend einen Teelöffel Dijon-Senf hinein,<br />

für die gewisse pikante Note.<br />

Frische Kräuter, schillernde Gewürze von<br />

Safran bis Curry, auch kraftvolle Aromen<br />

wie Knoblauch, Zitrusschale oder Chili<br />

sind allesamt klassische Zutaten, um der<br />

Mayonnaise einen ganz eigenen Charakter<br />

zu verleihen. Was aber gar nicht geht, ist<br />

industriell hergestelltes Zeug, das skrupellos<br />

mit Essig gesäuert und mit Zucker verpanscht<br />

wird. Gibt auch gar keine Entschuldigung<br />

dafür: Mit einem Zauberstab<br />

lässt sich frische Mayo, siehe Rezept, buchstäblich<br />

binnen Sekunden herstellen!<br />

GARNELEN<br />

und Spargel mit<br />

Orangen-Mahonesa<br />

(für 4 Personen)<br />

ZUTATEN<br />

16 – 20 Riesengarnelen mit Kopf, je nach Größe<br />

20 Stangen grüner Spargel, zugeputzt<br />

1 Bund Schnittlauch, fein geschnitten<br />

Olivenöl, Salz, Pfeffer<br />

FÜR DIE ORANGENMAYONNAISE<br />

2 Eigelb<br />

Saft einer halben Zitrone<br />

250 ml Sonnenblumenöl (nicht kaltgepresst)<br />

250 ml mildes Olivenöl<br />

geriebene Schale von 1 Bio-Orange<br />

1 TL Paprikapulver (geräuchert)<br />

1 EL Brandy, z.B. Carlos I<br />

1 gute Prise Cayenne-Pfeffer<br />

Salz<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Für die Mayonnaise Eigelb, Orangenschale, eine<br />

gute Prise Salz und Zitronensaft in einen<br />

hohen, schmalen Rührbecher geben. Das Öl<br />

zugießen. Einen Zauberstab erst auf dem Boden<br />

des Gefäßes anschalten und ganz langsam unter<br />

dauerndem Rühren bis zur Oberfläche hochziehen.<br />

So ist die Mayonnaise im Handumdrehen perfekt<br />

steif emulgiert. Mit Paprika, Brandy, Cayenne und,<br />

falls gewünscht, noch etwas Zitronensaft und<br />

Salz abschmecken. Kühl stellen.<br />

– Grill anheizen, Spargel mit Öl bepinseln, unter<br />

mehrmaligem Wenden 3 bis 5 Minuten grillen.<br />

Salzen, pfeffern und mit Schnittlauch bestreuen.<br />

Garnelen längs halbieren, mit Öl, Salz und Pfeffer<br />

würzen, auf der Hautseite 2 Minuten grillen. Kurz<br />

wenden, mit Spargel und Mayonnaise servieren.<br />

Fotos: Lena Staal, Johannes Kernmayer<br />

128 falstaff jun <strong>2022</strong>


FALSTAFF-WEINEMPFEHLUNG<br />

Vino de Pasto Macharnudo 2018, Bodegas<br />

de la Riva<br />

Andalusien pur: Dieser köstlich salzige,<br />

feuersteinige Palomino Fino reift – wie<br />

Sherry – unter der Florhefe, wird aber<br />

nicht gespritet. Ideal zu Meeresfrüchten!<br />

weinskandal.at, € 36,–<br />

Gesammelte Rezepttipps<br />

von Severin Corti unter<br />

go.falstaff.com/corti<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

129


gourmet / WISSENSCHAFT<br />

GESUND DINIEREN:<br />

DAS »WANN« FÄLLT<br />

K AUM INS GEWICHT<br />

Während »Dinner Cancelling«-Befürworter schon ans Bett denken,<br />

setzt man sich in Spanien erst zu Tisch. Wer lebt gesünder?<br />

Die Wissenschaft sagt: Beim Essen zählt »was« und »wie«<br />

mehr als »wann«. Und alles über einen Kamm zu scheren,<br />

schadet in jedem Fall.<br />

TEXT MARLIES GRUBER<br />

ILLUSTRATION GINA MÜLLER / CAROLINESEIDLER.COM<br />

Fotos: Shutterstock<br />

130 falstaff jun <strong>2022</strong>


jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

131


gourmet / WISSENSCHAFT<br />

Es handelt sich wohl um einen<br />

der beliebtesten Ratschläge<br />

rund ums Abnehmen und<br />

Gesund-Leben: »Am Abend<br />

wenig und leicht oder am<br />

besten gar nichts essen.« Beim »Dinner<br />

Cancelling« sind – je nach Quelle – ab 16<br />

bis 18 Uhr nur noch kalorienfreie Getränke<br />

vorgesehen. Dadurch sollen sich durch die<br />

vermehrte Ausschüttung des Schlafhormons<br />

»Melatonin« und des Wachstumshormons<br />

»Somatropin« Anti-Aging-Effekte einstellen.<br />

Auch eine Gewichtsreduktion soll<br />

dadurch leichter funktionieren. Ob das<br />

tatsächlich mit der Uhrzeit zusammenhängt,<br />

wird aktuell unter dem Stichwort<br />

»Chrononutrition« zunehmend erforscht.<br />

DER EIGENE BIORHYTHMUS<br />

Die Grundannahme dahinter ist, dass neben<br />

Licht und Schlafverhalten die Nahrungsaufnahme<br />

ein wesentlicher Taktgeber für den<br />

zirkadianen Rhythmus bildet. Demnach soll<br />

eine späte Mahlzeit dem Körper fälschlicherweise<br />

signalisieren, es wäre »noch<br />

Tag«. Daraufhin bekommen die inneren<br />

Uhren, etwa in Leber, Darm und Bauchspeicheldrüse<br />

den Auftrag, das System nicht<br />

hinunterzufahren, sondern auf Nahrungsverwertung<br />

eingestellt zu bleiben. Dadurch<br />

ist der Stoffwechsel gestört und man legt<br />

eher Gewicht zu. Isst man dagegen abends<br />

wenig bis nichts, wäre dieser Mechanismus<br />

umgangen. Fraglich bleibt, ob die Annahmen<br />

für Morgen- und Abendmenschen,<br />

gleichermaßen gelten. Denn denkbar ist<br />

freilich, dass ausgeprägte Abendmenschen<br />

auch auf späteres Essen eingestellt sind.<br />

Ein Argument für die Nahrungskarenz am<br />

Abend ist jedoch der bessere Schlaf. Der<br />

spielt nämlich nicht nur generell für die<br />

Gesundheit eine wichtige Rolle, sondern ist<br />

auch für das Körpergewicht von Relevanz.<br />

Denn bei Schlafmangel kommen die beiden<br />

Hunger- und Sättigungshormone »Ghrelin«<br />

und »Leptin« aus dem Gleichgewicht.<br />

Doch ob man mit leerem oder vollem<br />

Magen besser schläft, ist individuell sehr<br />

unterschiedlich. Als Faustregel lässt sich<br />

sagen, dass die letzte Mahlzeit idealerweise<br />

etwa zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen<br />

eingeplant werden sollte. Um welche<br />

Uhrzeit es sich dann handelt, hängt – wie so<br />

vieles andere auch – vom persönlichen Biorhythmus<br />

ab.<br />

Fotos: Shutterstock<br />

132 falstaff jun <strong>2022</strong>


OB FRÜH, SPÄT ODER GAR NICHT – DIE FRAGE, WANN DER<br />

RICHTIGE ZEITPUNKT FÜR DAS ABENDESSEN IST, SCHEIDET<br />

DIE GEISTER. STATT STRIKTER REGELN LOHNT ES SICH, AUF<br />

DEN EIGENEN BIORHYTHMUS ZU ACHTEN, EBENSO WIE<br />

AUF DEN KALORIENHAUSHALT UND DARAUF, DASS MAN<br />

NICHT »NEBENBEI« ESSEN SOLLTE – EGAL WANN.<br />

DIE SUMME DER KALORIEN<br />

Ähnlich wie beim Intervallfasten ergeben<br />

sich beim »Dinner Cancelling« längere<br />

Zeitfenster, in denen nichts gegessen wird.<br />

Gründe für eine leichtere Gewichtsabnahme<br />

können demnach auch darin liegen.<br />

Denn wer das Abendessen ersatzlos streicht,<br />

spart unweigerlich Kalorien. Das ist eine<br />

simple Rechnung. In der Praxis konterkarieren<br />

jedoch unterschiedliche Kompensationsmuster<br />

den erwünschten Effekt. So<br />

essen manche noch kurz vor der »Deadline«<br />

eine üppige Mahlzeit, um abends gut<br />

über die Runden zu kommen und bringen<br />

sich auf diese Weise um das Minus bei den<br />

Kalorien. Andere wiederum werden von<br />

nächtlichen Heißhungerattacken überfallen.<br />

Wissenschaftlich gesehen mehren sich zwar<br />

Forschungsergebnisse zum Timing des<br />

Essens und dessen Auswirkungen, aber es<br />

liegen weder umfassende einheitliche Belege<br />

dafür vor, dass »Dinner Cancelling« sich<br />

als besonders günstig erweist, noch dass<br />

sich das Essen am Abend erst recht ansetzt.<br />

Weder bei Kindern noch bei Erwachsenen.<br />

Nicht für große oder kleine Mahlzeiten. Die<br />

Datenlage ist somit widersprüchlich, was<br />

zur Schlussfolgerung führt: Das Timing des<br />

Essens allein wird nicht der große Hebel<br />

sein – das lassen auch Vergleiche auf nationaler<br />

Ebene und der Esskulturen vermuten.<br />

Nimmt man das Auftreten von Übergewicht<br />

sowie Adipositas und der gesellschaftlich<br />

üblichen Zeit des Abendesssens<br />

her, so zeigen sich keine Parallelen. In den<br />

USA und Australien wird eher früh zu<br />

Abend gegessen, während sich in Italien<br />

und Spanien traditionell und klimabedingt<br />

der gesamte Tagesablauf weiter nach hinten<br />

schiebt und vor 21 Uhr selten etwas auf<br />

dem Tisch steht. Dennoch leben im<br />

englischsprachigen Raum weitaus mehr<br />

Menschen mit (starkem) Übergewicht.<br />

Wesentlich ist demnach nicht nur die<br />

Essenszeit. Sie scheint für den Körper und<br />

seine Verdauungsarbeit sogar eher nebensächlich<br />

zu sein.<br />

BEWUSSTER GENUSS HILFT<br />

Daraus abzuleiten, dass spätes Essen somit<br />

gesünder ist, wäre dennoch falsch. Schließlich<br />

spielen auch andere Faktoren für das<br />

Zu- oder Abnehmen und Wohlfühlen eine<br />

Rolle: die gesamte Tagesenergieaufnahme,<br />

das Schlafpensum, das Stress- und Bewegungslevel,<br />

eine gewisse Regelmäßigkeit bei<br />

den Mahlzeiten und vieles mehr. Warum<br />

sich das Essen am Abend bei manchen<br />

ansetzt, liegt zum einen an der Auswahl.<br />

Eine Untersuchung der »Techniker-Krankenkasse«<br />

in <strong>Deutschland</strong> ergab 2017, dass<br />

jeder zehnte Deutsche gerne ab und an das<br />

klassische Abendessen gegen Chips tauscht.<br />

Auch Zeitmangel ist ein Argument: 64 Prozent<br />

der Berufstätigen gaben an, zu kalorienreichem<br />

schnellen Essen zu greifen, weil<br />

sie nicht genug Zeit haben, sich gesünder<br />

zu ernähren. Zum anderen verliert man bei<br />

angeregter Unterhaltung im Freundeskreis,<br />

kombiniert mit einem Glas Wein, schnell<br />

den Überblick und die tatsächliche Essensmenge<br />

wird rasch unterschätzt. Und<br />

schließlich kommt noch das Knabbern vor<br />

dem Fernseher dazu. Gedankenverloren<br />

landen so nebenbei unzählige Kalorien im<br />

Magen, die als solche gar nicht richtig<br />

wahrgenommen werden. Und achtloses<br />

Essen zählt schließlich zu den Schlüsselfaktoren<br />

für eine zu hohe Energieaufnahme. <<br />

Weitere Food-Facts<br />

aus der Welt der Wissenschaft:<br />

go.falstaff.com/science<br />

jun jun <strong>2022</strong> <strong>2022</strong>falstaff<br />

133


gourmet / GRUSS AUS DER KÜCHE<br />

Nach düsteren Jahrhunderten des<br />

Kolonialismus und der Sklaverei<br />

darf Zucker erst heute langsam<br />

seinen bitteren geschichtlichen<br />

Beigeschmack verlieren.<br />

Alle Teile der Serie unter<br />

go.falstaff.com/<br />

gruss-aus-der-kueche<br />

GLOBALER<br />

ZUCKERGUSS<br />

134 falstaff jun <strong>2022</strong>


FALSTAFF<br />

SERIE<br />

GRUSS<br />

AUS DER<br />

KUCHE<br />

Teil 8<br />

Das Künstlerduo Honey & Bunny wandelt auf den Spuren des<br />

Zuckers und landet unter anderem bei Christoph Kolumbus,<br />

der von Spanien aus zu seinen Seefahrten aufbrach, um das<br />

Verlangen der Welt nach dem süßen »weißen Gold« zu stillen.<br />

TEXT SONJA STUMMERER & MARTIN HABLESREITER<br />

FOTOS HONEY & BUNNY | ULRIKE KÖB | DAISUKE AKITA<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

135


gourmet / GRUSS AUS DER KÜCHE<br />

Zucker ist ein wunderbares Produkt, das fast magisch ein Lächeln hervorzaubern kann. Es verdient Achtsamkeit und sorgsamen Umgang.<br />

Etwas Süßes geht immer! Allein<br />

der Gedanke an Crema Catalana<br />

verursacht Wohlbefinden.<br />

Das Aufeinanderprallen von<br />

sanfter und schwerer Süße und<br />

die Texturkombination lassen uns schwärmen.<br />

Einen essenziellen Teil dieses Hochgenusses<br />

provoziert ein kleines, reinweißes<br />

Kristall: Zucker.<br />

Süß ist neben salzig, bitter, sauer und<br />

umami eine von fünf Geschmacksempfindungen.<br />

Ziemlich viele Zellen auf unseren<br />

Geschmacksknospen widmen sich hauptberuflich<br />

dem Zucker. Die kristalline<br />

Struktur des Zuckers bedient unsere Lust<br />

an der Textur. Zucker bringt Knackigkeit,<br />

ja sogar Crispy Sound, in jedes noch so<br />

weiche Gericht. Kein anderes Lebensmittel<br />

sorgt für derartigen Genuss. Menschen<br />

verzehren sich nach süßem Vergnügen. Es<br />

ist kein Wunder, dass Zucker auch<br />

ziemlich weltbewegend war und noch<br />

immer ist.<br />

Zuckerrohr stammt wahrscheinlich aus<br />

Mauritius. Aus der mannshohen Pflanze<br />

lässt sich ziemlich süße, zähe Flüssigkeit<br />

herauspressen. Füllt man diesen Saft in<br />

spezielle Formen – leicht ausgebeulte Kegel<br />

mit einem kleinen Loch an der Spitze – ,<br />

fließt langsam das Wasser aus der zähflüssigen<br />

Melasse ab. Der Zucker trocknet aus<br />

und formt dabei kleine Kristalle. Übrig<br />

bleiben Zuckerhüte.<br />

MENSCHEN<br />

VERZEHREN SICH<br />

NACH SÜSSEM –<br />

KEIN WUNDER,<br />

DASS ZUCKER<br />

AUCH ZIEMLICH<br />

WELTBEWEGEND WAR<br />

UND NOCH IMMER IST.<br />

Diese Herstellungstechnik haben die Sarazenen<br />

vor vielen Jahrhunderten im Gebiet<br />

des arabischen Halbmonds entwickelt.<br />

Damit haben sie und viele Zwischenhändler<br />

auf der Strecke nach Europa Reichtum angehäuft.<br />

Im Namen des Kreuzes versuchten<br />

Europas Aristokratie und Kirche immer<br />

wieder, den Sarazenen den Zuckerhandel zu<br />

entreißen. Viel Blut floss in den Häfen und<br />

Städten Palästinas. Viele Krieger machten<br />

Geld. Manch berühmter Ritterorden war<br />

auf Rhodos, Kreta oder Malta im Import<br />

und Export von Zucker tätig.<br />

WIE ZUCKER NACH SPANIEN KAM<br />

Aber das weiße Gold kam auch via Nordafrika<br />

nach Europa. Im Jahr 711 begann<br />

das Kalifat von Damaskus die Eroberung<br />

und Besiedlung der spanischen Halbinsel<br />

und erreichte damit seine größte Ausdehnung.<br />

Der Handel innerhalb des Reiches<br />

blühte. Vermutlich kamen viele süße<br />

Rezepte und der Zucker selbst auf<br />

136 falstaff jun <strong>2022</strong>


diesem Weg in das heutige Spanien. Damals<br />

entstand al Andalus, später das Emirat von<br />

Cordoba, das im Vergleich zu Resteuropa<br />

religiös tolerant, intellektuell aufgeschlossen<br />

und wissenschaftlich sowie kulturell<br />

fortschrittlich war. Auf der kulinarisch-kulturellen<br />

Nebenbühne kann der gebrannte<br />

Zucker, der sich auf der – an arabische<br />

Milchreisgerichte erinnernden – Crema<br />

Catalana befindet, die uralten Einflüsse bis<br />

heute nicht verleugnen.<br />

Dem Kalifat, der Toleranz und der kulturellen<br />

Vormachtstellung setzten Ferdinand<br />

II. von Aragonien und Isabella von<br />

Kastilien mit der katholischen Eroberung<br />

Spaniens ein Ende. Immerhin erbeuteten<br />

sie ein reiches kulinarisches Erbe, doch der<br />

uralte innerarabische Zuckerhandel von<br />

Damaskus bis Cordoba begann zu stocken.<br />

Der Import des weißen Goldes wurde teuer<br />

und mühsam. Doch dann klopfte der Sohn<br />

eines genuesischen Zuckerimporteurs an<br />

die Hoftür und versprach, eine Westpassage<br />

nach Indien zu finden. Damit sollte Spanien<br />

seine eigene Zuckerroute aufbauen können.<br />

Angeblich war es Isabella persönlich, die<br />

diesem Christoph Kolumbus seine wagemutige<br />

Expedition finanzierte. Der Entdecker<br />

hatte Zuckerrohrsetzlinge an Bord der<br />

Santa Maria. Er suchte ein Anbaugebiet.<br />

Und er fand es.<br />

SÜSSES FEUER FÜR MASSEN<br />

Auch wenn Kolumbus bis zu seinem Tod<br />

geglaubt haben soll, in Indien gewesen zu<br />

sein, hat er mit den karibischen Inseln den<br />

perfekten Ort für Zuckerplantagen entdeckt<br />

und gewaltsam kolonisiert. Spanien<br />

begann, die tropischen Paradiese zu kultivieren<br />

und die indigene Bevölkerung brutal<br />

zu versklaven. Später stiegen auch andere<br />

imperiale Mächte wie Großbritannien und<br />

Frankreich in das Geschäft ein und teilten<br />

die Inseln mehr oder weniger friedlich untereinander<br />

auf. Weniger menschenfreundlich<br />

wurde die Bevölkerung in Westafrika<br />

zu Zehntausenden entführt und in der Karibik<br />

versklavt. Der Historiker Sidney Mintz<br />

schreibt, dass die Ursprünge der Industrialisierung<br />

und des globalisierten Kapitalismus<br />

in der karibischen Zuckerproduktion<br />

liegen. Aus Europa wurden Plantagen, industrieartig<br />

organisierte Zuckerraffinerien<br />

(und andere Fertigungsbetriebe, etwa für<br />

Rum) und eine perfektionierte Transport-<br />

logistik entwickelt. Zucker und Rum<br />

wurden in dieser Zeit in Europa zuerst zu<br />

Höchstpreisen verkauft und befeuerten<br />

später als höchst effektive Nahrung für<br />

die arbeitende Bevölkerung die Manchester-Industrialisierung.<br />

Weißbrot mit stark<br />

gesüßter Marmelade, gezuckerter Tee und<br />

zum Feierabend Rum waren hochenergetische,<br />

schnell essbare und lustfördernde<br />

Nahrungs- und Genussmittel für Arbeitskräfte<br />

in Fabriken. So konnte billig Stoff<br />

gewoben und massenhaft Stahl zu Gewehren<br />

verarbeitet werden. Zucker war<br />

wie Kohle: Geballte Energie, die nur noch<br />

verbrannt werden musste. Daran hat sich<br />

bis heute nichts geändert. Der mit Abstand<br />

größte Zuckerverbraucher Österreichs<br />

nennt sein Produkt sogar »Energy Drink«.<br />

Seit (wegen der napoleonischen Kontinentalsperre)<br />

der Rübenzucker als inflationäre<br />

Massenware den Rohrzucker ablöste,<br />

ist das süße Überseeprodukt in Europa wieder<br />

zur Delikatesse geworden. Vielleicht ist<br />

das auch gut so. Solange ein Nahrungsmittel<br />

nicht irgendwelchen Eliten vorbehalten<br />

bleibt, darf ihm durchaus auch Exklusivität<br />

und damit Wertschätzung anhaften.<br />

Zucker ist ein wunderbares Produkt, das<br />

fast magisch ein Lächeln hervorzaubern<br />

kann. Es verdient Achtsamkeit und sorgsamen<br />

Umgang. Etwas Süßes geht immer?<br />

Falsch! Es ist der Höhepunkt.<br />

HONEY & BUNNY<br />

Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter studierten<br />

Architektur. Während eines Arbeitsaufenthalts in Tokio<br />

begannen sie sich für Food-Design zu interessieren,<br />

seither gestalten und kuratieren sie Ausstellungen<br />

und Filme, realisieren »Eat-Art-Performances« und<br />

schreiben bzw. illustrieren Bücher.<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

137


gourmet / PABLO PICASSO<br />

FALSTAFF SERIE<br />

Teil 13<br />

SOGAR EIN<br />

KOCHTOPF KANN<br />

SCHREIEN<br />

Der spanische Maler Pablo Picasso liebte es, seine Zeit in Küchen und Bars<br />

zu verbringen, um dort zu malen und zu schreiben. Kochen, Essen und<br />

alltägliche Dinge wie Löffel, Tischtücher oder Zuckerdosen inspirierten ihn –<br />

wie seine Werke zeigen.<br />

Das Talent seines Sohnes Pablo<br />

blieb José Ruiz Blasco nicht<br />

lange verborgen. Als er dem<br />

Dreijährigen bei seinen ersten<br />

Malversuchen in der Küche<br />

zusah, erkannte er sofort, dass sein Bub<br />

außergewöhnlich begabt war. Auf das<br />

Urteil von Picassos Vater war Verlass, war<br />

er doch selbst Maler und Zeichenlehrer an<br />

der Kunstschule in Málaga. Als Pablo<br />

sieben Jahre alt war, begann sein Vater, ihn<br />

zu unterrichten. An Eifer und Selbstbewusstsein<br />

fehlte es dem Kleinen nie. Er<br />

habe schon sehr früh wie Raffael zeichnen<br />

können, sagte Picasso später über sich. Die<br />

Werke seines Vaters hingegen beeindruckten<br />

ihn nicht: »Mein Vater malte Bilder<br />

für Esszimmer; Rebhühner oder Tauben<br />

und Kaninchen: Fell und Federn waren<br />

darauf zu sehen, Vögel und Blumen seine<br />

TEXT JUDITH HECHT<br />

Spezialität«, erzählte er seinem Freund<br />

Jaime Sabartés. Ein Grund, weshalb sich<br />

Pablo später entschloss, seine Bilder nicht<br />

mehr mit »P. Ruiz«, sondern nur mehr mit<br />

»Picasso«, dem Geburtsnamen seiner<br />

Mutter, zu signieren.<br />

PICASSOS FRÜHE KINDHEIT<br />

Als er zehn Jahre alt war, zog seine Familie<br />

nach La Coruña, in den Nordwesten<br />

Spaniens, wo Picassos Vater an der Hochschule<br />

für bildende Kunst eine Stelle als<br />

Kunstlehrer angenommen hatte. Doch<br />

Málaga und sein Geburtshaus vergaß der<br />

Bub nicht, wie viele Zeichnungen und<br />

Bilder zeigen. Besonders die gemütliche<br />

Küche, in der er viele Stunden zugebracht<br />

und seine Schwestern und seine Mutter<br />

beim Kochen beobachtet hatte, vermisste er.<br />

1896 malte er seine Mutter Maria in<br />

<<br />

Foto: David Douglas Duncan / Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Pablo Picasso / © Succession Picasso / Bildrecht, Wien <strong>2022</strong><br />

138 falstaff jun <strong>2022</strong>


Alle Teile der Serie unter<br />

go.falstaff.com/<br />

kunst-und-kulinarik<br />

Cannes, März 1957: Pablo<br />

Picasso, hier mit spanischem<br />

Sombrero im Atelier der Villa<br />

La Californie, gilt als einer<br />

der einflussreichsten Künstler<br />

des 20. Jahrhunderts. Mit<br />

dem Kubismus begründete<br />

er – gemeinsam mit<br />

Georges Braque – eine neue<br />

Stilrichtung in der Malerei.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

139


gourmet / PABLO PICASSO<br />

<<br />

der Küche in Málaga und 1899 »Lola<br />

beim Kuchenschneiden«. Vor Maria Picasso<br />

hatte Pablo großen Respekt und umgekehrt<br />

auch sie vor ihm: »Als ich ein Kind war,<br />

sagte meine Mutter zu mir: ›Wenn du ein<br />

Soldat bist, wirst du ein General werden.<br />

Wenn du ein Mönch bist, wirst du der<br />

Papst.‹ Stattdessen war ich Maler und<br />

wurde Picasso«, erzählte der Künstler im<br />

Jahr 1940.<br />

AUCH DIE IN DEN<br />

»ÉCRITS«<br />

FESTGEHALTENEN<br />

LIEBESERKLÄRUNGEN<br />

PICASSOS KONNTEN<br />

KULINARISCHEN<br />

EINSCHLAG HABEN.<br />

KULINARISCHE PRÄGUNG<br />

Auch die Kochkünste seiner Mutter<br />

schätzte Picasso sehr. In seinen »Écrits«<br />

hielt er einige ihrer Rezepte fest. Etwa das<br />

der »Baba«, kleiner, in Öl herausgebratener<br />

Küchlein. Auch Picassos Liebeserklärungen<br />

konnten schon einmal kulinarischen<br />

Einschlag haben. Als er im Februar 1916<br />

um seine damalige Nachbarin Gaby warb,<br />

fertigte er für sie eine Zeichnung der Küche<br />

seiner Kindheit an und schrieb darunter:<br />

»Lenke Dich ab und schaue Dir das kleine<br />

Speisezimmer an. Ich werde sehr glücklich<br />

mit Dir sein. Je t’aime, je t’aime, je<br />

t’aime …«<br />

1895 zog die Familie nach Barcelona.<br />

Obwohl Picasso erst 14 Jahre alt war,<br />

Der Besuch einer<br />

Töpferausstellung im Jahr<br />

1946 entfachte in Picasso<br />

eine Leidenschaft für diese<br />

Kunstform. In der Folge schuf<br />

er mehr als 3000 Keramiken.<br />

schaffte er die Aufnahmeprüfung an der<br />

Kunstakademie »La Llotja« mühelos.<br />

Dort freundete er sich mit dem Studenten<br />

Manuel Pallarès, dem Sohn reicher Bauern<br />

aus dem kleinen Dorf Horta, an. Die beiden<br />

blieben einander ihr Leben lang verbunden.<br />

Als Pablo 1898 schwer an Scharlach<br />

erkrankte, lud ihn Manuel ein, mit ihm<br />

einige Tage zu Hause in den Bergen<br />

Südkataloniens zu verbringen, um wieder<br />

zu Kräften zu kommen. Aus den Tagen<br />

wurde ein halbes Jahr. Denn das ländliche<br />

Leben in den Bergen begeisterte Picasso<br />

und inspirierte ihn – nicht nur künstlerisch.<br />

Er arbeitete auf den Feldern, versorgte<br />

Tiere, half bei der Olivenernte und erlebte,<br />

»Baba« – frittierte<br />

Teigbällchen<br />

(für 12 Bällchen)<br />

ZUTATEN<br />

2 Eier<br />

100 g Mehl<br />

1 EL Olivenöl<br />

½ EL Zitronensaft<br />

1 Prise Salz<br />

1 TL Branntwein<br />

Olivenöl zum Frittieren<br />

Kastanienhonig<br />

Puderzucker<br />

Anis<br />

ZUBEREITUNG<br />

– Die Eier aufschlagen, Dotter und Eiweiß<br />

trennen. Die Arbeitsfläche leicht einölen.<br />

Das Mehl anhäufen, in der Mitte eine Mulde<br />

formen und Dotter, Öl, Zitronensaft, Salz<br />

und Wein hineingeben. Alles mit dem Mehl<br />

verkneten. Falls der Teig zu fest wird, etwas<br />

Wasser hinzufügen. An einem warmen Ort<br />

zwei Stunden gehen lassen.<br />

– Nach dieser Zeit das Eiweiß zu festem<br />

Schnee schlagen und unter den Teig ziehen.<br />

In einer Fritteuse das Olivenöl auf 170 Grad<br />

vorheizen. Den Teig zu 12 möglichst gleichgroßen<br />

Bällchen formen und nach und nach<br />

in das heiße Öl gleiten lassen. So lange<br />

frittieren, bis sie goldbraun sind. Dann aus<br />

dem Öl herausheben und auf Küchenpapier<br />

abtropfen lassen.<br />

– Die Küchlein schmecken mit reichlich Honig<br />

beträufelt und mit Anis bestreut. Sie können<br />

aber auch mit Puderzucker bestreut, vor<br />

allem aber noch warm serviert werden.<br />

Fotos: Evening Standard / Eyevine / picturedesk.com, David Douglas Duncan / Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Pablo Picasso / © Succession Picasso / Bildrecht, Wien <strong>2022</strong>, Shutterstock<br />

140 falstaff jun <strong>2022</strong>


wie aus den Früchten Öl gepresst wurde.<br />

Und auch die einfache Küche der Region<br />

entsprach ihm. In seinen Aufzeichnungen<br />

erinnerte er sich an die großen Eier-Kartoffel-Pfannen,<br />

an das Dörrgemüse, die<br />

»butifarras« und »sobrassadas« (Würste),<br />

aber vor allem an die vielen Reisvariationen:<br />

»Körniger Reis, cremiger Reis, fetter<br />

Reis, Milchreis, Reissuppe, Reis in Gemüsesuppe<br />

und mit einigen wenigen Safranfäden<br />

gekocht.« Safranfarben prägen auch viele<br />

seiner Gemälde, die in dieser Region<br />

entstanden: »Das Bauernhaus von<br />

Quiquet«, »Frau mit Brotlaiben« oder<br />

»Stillleben mit Porrón«.<br />

Bestens erholt fand sich Picasso im<br />

Frühjahr 1899 wieder in Barcelona ein und<br />

begann, sich mit Vorliebe im »Els Quatre<br />

Gats« (»Die vier Katzen«) in der Carrer de<br />

Montsió aufzuhalten. Die Cafébar war<br />

Treffpunkt junger modernistischer Künstler<br />

wie Ramon Casas, Miquel Utrillo und<br />

Santiago Rusiñol. Der Wirt des Lokals,<br />

Pere Romeu, nahm schnell Notiz von dem<br />

talentierten Gast und bat ihn, neue Plakate<br />

für sein Lokal und die Speisekarten zu<br />

zeichnen. Aufputz hatte das Restaurant<br />

dringend notwendig, denn die Portionen<br />

waren klein und das Essen durchschnittlich.<br />

»Mehr als ein Restaurant war es eine<br />

Ausstellung von gemalten Gerichten, eine<br />

Miniaturküche, die eher in einen Kindergarten<br />

passt. Die Portionen waren winzig,<br />

an der Grenze zum Ätherischen«, schrieb<br />

der Literat Josep Pla. Dass Picasso das<br />

»Quatre Gats« oft hungrig verließ, nahm er<br />

in Kauf. Schließlich gab ihm Pere Romeu<br />

im Februar 1900 die Möglichkeit, dort<br />

seine erste Einzelausstellung auszurichten.<br />

Sie bestand aus Porträts der prominenten<br />

Besucher des Lokals. Da Picasso kein Geld<br />

hatte, heftete er die Bilder ohne Rahmen an<br />

die Wände. Die Stammgäste kamen<br />

dennoch, um sich zu bewundern. Und was<br />

sie sahen, gefiel ihnen. Nach dem Ende der<br />

Ausstellung konnte sich Picasso sein erstes<br />

Atelier leisen.<br />

Kein Zweifel: Die vielen Begegnungen in<br />

den Lokalen Barcelonas prägten den Blick<br />

des Malers auf die Welt. Der Kubismus,<br />

jene Stilrichtung, als deren Begründer<br />

Picasso gilt, sei in Bars und Küchen geboren<br />

worden, sagte er später. Darum sei seine<br />

Arbeit voll von den simpelsten Dingen im<br />

Leben. »Ein Löffel für ein Glas Absinth,<br />

Pablo Picasso,<br />

hier mit seiner<br />

zweiten Ehefrau,<br />

Jacqueline Roque<br />

(Cannes, 1957):<br />

Die Keramikverkäuferin<br />

inspirierte ihn<br />

zu Hunderten<br />

von Werken.<br />

DAS ALLTAGSLEBEN<br />

UND DIE VIELEN<br />

BEGEGNUNGEN IN DEN<br />

LOKALEN BARCELONAS<br />

PRÄGTEN DEN BLICK<br />

DES KUNSTGENIES AUF<br />

DIE WELT.<br />

eine Flasche Anís del Mono, ein Restaurantschild,<br />

Wein, Rohschinken, ein gemästetes<br />

Huhn. Diese Entmystifizierung der<br />

Malerei verherrlicht das Alltagsleben und<br />

zeigt den Geschmack des wirklichen<br />

Lebens«, so der Meister.<br />

POLITISCHER WIDERSTAND<br />

Nicht nur der Kubismus wurde in Bars und<br />

Küchen geboren, auch Picassos literarisches<br />

Werk, von dessen Existenz viele gar nichts<br />

wissen, begann genau hier. Der Spanier<br />

schrieb am liebsten am Küchentisch,<br />

<<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

141


gourmet / PABLO PICASSO<br />

PABLO<br />

PICASSO<br />

Der Großmeister<br />

der Moderne<br />

US-Fotograf David<br />

Douglas Duncan erhielt<br />

private Einblicke in das<br />

Leben des Künstlers:<br />

Die Gräten des<br />

Fisches wurden später<br />

von Picasso in Ton<br />

abgedruckt.<br />

PICASSO’S<br />

KItChEN<br />

* Picasso’s Kitchen. Exhibition Catalogue<br />

<<br />

manchmal auch auf Servietten. In seinen<br />

Gedichten und seinem Theaterstück »Wie<br />

man Wünsche beim Schwanz packt« sind<br />

Gewürze, Aromen und Farben allgegenwärtig,<br />

und aus Tomaten, Paprika, Eiern,<br />

Chorizo, Artischocken und Lauch werden<br />

die Gerichte seiner Kindheit gekocht.<br />

Picasso schrieb dieses surrealistische Drama<br />

1941 in Paris. Die Stadt war von den<br />

Deutschen besetzt, und Spanien, seiner<br />

Heimat, hatte Franco durch einen blutigen<br />

Bürgerkrieg den Faschismus aufgezwungen.<br />

Im März 1944 wurde es in der Wohnung des<br />

Galeristin Louise Leiris aufgeführt. Die<br />

Mitwirkenden waren wohlbekannt. Regie<br />

führte der Schriftsteller Albert Camus, und<br />

zu den Darstellern zählte das Schriftstellerpaar<br />

Simone de Beauvoir und Jean-Paul<br />

Sartre. Das Publikum, eine illustre Runde<br />

von Künstlern und Intellektuellen, verstand<br />

seine Anwesenheit als Demonstration des<br />

politischen Widerstands.<br />

In den Kriegsjahren, in denen in Paris<br />

Lebensmittel knapp waren, widmete sich<br />

Picasso häufig kulinarischen Motiven:<br />

Obstschalen, Würste, Fisch und Schalentiere<br />

finden sich in seinen oft dunkel gehaltenen<br />

Stillleben. Auch Stühle, Tische mit blau<br />

karierten Tischtüchern, Messer und Gabeln.<br />

Manche seiner Bilder erinnern an spanische<br />

Gasthäuser, die Picasso so vermisste. Er litt<br />

und rebellierte – auf seine Weise – gegen das<br />

politische Regime: »Sehen Sie«, sagte er zu<br />

seinem Freund, dem Widerstandskämpfer<br />

Pierre Daix, »sogar ein Kochtopf kann<br />

schreien. Alles kann schreien.«<br />

Kaum war der Krieg vorbei, zog Picasso<br />

nach Südfrankreich, um die traumatischen<br />

Jahre zu vergessen. In Vallauris besuchte er<br />

eine Töpferwerkstatt und war fasziniert von<br />

all dem, was aus Erde, Wasser und Feuer<br />

entstehen kann. Fortan widmete er sich mit<br />

Leidenschaft dem Töpfern und der Keramikkunst.<br />

Wie beim Kochen, sagte er, sind die<br />

richtigen Zutaten der Schlüssel und ihr<br />

Verhältnis zueinander bestimmt die Qualität.<br />

Begeistert von der mediterranen Küche,<br />

bemalte er seine Teller und Töpfe mit<br />

Fischen, Melonen, Auberginen oder Brot.<br />

Die fingerförmigen Brötchen, die es in<br />

Vallauris zu kaufen gab, aß er besonders<br />

gern. Das schmeichelte den Bäckern des<br />

Dorfes. Es dauerte nicht lange, da hießen die<br />

kleinen Baguettes auch schon »Picassos«.<br />

<<br />

• Pablo Ruiz Picasso (1881–1973) zählt zu<br />

den wichtigsten Künstlern des 20. Jhdts. Sein<br />

Gesamtwerk umfasst mehr als 15.000 Gemälde,<br />

3200 Keramiken, 7000 Zeichnungen,<br />

1200 Skulpturen und 20.000 Druckgrafiken.<br />

• In seiner »blauen Periode« (1901 bis 1904)<br />

entwickelte Picasso seinen ersten eigenen<br />

Stil mit schwermütigen Figurenbildern, die in<br />

verschiedenen Blautönen gehalten sind. Sie<br />

wurde von der »rosa Periode« (1905 bis 1907)<br />

abgelöst, in der er bevorzugt Zirkusmotive in<br />

heiteren Farben malte. Das berühmte Gemälde<br />

»Die Gaukler« stammt aus dieser Zeit.<br />

• Im Sommer 1907 malte Picasso das Gemälde<br />

»Les Demoiselles d’Avignon«, auf dem er erstmals<br />

Figuren aus verschiedenen Perspektiven<br />

gleichzeitig zeigte. Damit legte er den Grundstein<br />

für die neue Stilrichtung des Kubismus.<br />

Es wurde zum Schlüsselwerk der Moderne.<br />

• 1917 löste sich Picasso vom Kubismus. Er<br />

entwarf Bühnenbilder und Kostüme für die<br />

Uraufführung des Balletts »Parade« in Paris.<br />

Hier traf er seine erste Frau, Olga Koklowa.<br />

• 1925 beteiligte sich Picasso mit dem Werk<br />

»Drei Tänzer« an der ersten Ausstellung<br />

der Surrealisten in Paris. 1927 begann er<br />

mit Marie-Thérèse Walter ein Verhältnis. Als<br />

diese schwanger wurde, trennte sich Olga von<br />

ihm. Zwischen 1936 und 1943 hatte er eine<br />

Beziehung mit der Künstlerin Dora Maar, die er<br />

für Françoise Gilot verließ. Nach zehn jähriger<br />

Beziehung trennte sich Gilot von ihm und<br />

schrieb das Buch »Leben mit Picasso«.<br />

Beides verzieh er ihr nie.<br />

• Mit dem Beginn des Spanischen Bürgerkriegs<br />

wird Picassos Kunst politisch. Sein<br />

Werk »Guernica« ist ein 27 Quadratmeter<br />

großer Aufschrei gegen das Bombardement<br />

der gleichnamigen Stadt im Baskenland.<br />

Fotos: David Douglas Duncan / Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Pablo Picasso / © Succession Picasso / Bildrecht, Wien <strong>2022</strong>, Museu Picasso de Barcelona / La Fábrica 2018<br />

142 falstaff jun <strong>2022</strong><br />

* »Picasso’s Kitchen. Exhibition Catalogue«, Emmanuel Guigon, Androula Michael, Claustre Rafart, Laurence Bertrand Dorléac, Jean-Paul Morel, Cécile Godefroy,<br />

Marie-Laure Bernadac, Jèssica Jaques Pi, Christine Piot, Peter Read, Coline Zellal, Émilie Bouvard, Fundació Museu Picasso de Barcelona/La Fábrica, 2018.


UBS<br />

VERMÖGEN – (K)EINE<br />

FRAGE DES GESCHLECHTS ?<br />

Tobias Vogel, verantwortlich für das deutsche Wealth Management<br />

Geschäft der UBS, über finanzielles Selbstbewusstsein und die<br />

Geschlechterkluft beim Vermögensaufbau.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Rene Spalek / www.spalek.com / studio@spalek.com; beigestellt<br />

FALSTAFF Herr Vogel, sind Geldanlage und<br />

Vermögensaufbau <strong>2022</strong> noch Männersache?<br />

TOBIAS VOGEL (lacht) Nein, zum Glück<br />

kann man das so längst nicht mehr pauschal<br />

sagen. Dennoch sprechen die Zahlen dafür,<br />

dass in puncto Finanzen zwischen den Geschlechtern<br />

weiter Ungleichheit herrscht. Aspekte<br />

wie Gehaltsunterschiede, Karrierepausen,<br />

Lebensdauer oder weniger Risiko beim<br />

Anlageverhalten führen bei Frauen noch häufig<br />

zu unterschiedlichen finanziellen Ergebnissen<br />

– was den Vermögensaufbau langfristig<br />

erschweren kann. Aktuell sehen wir aber<br />

in der breiten Gesellschaft ein gestiegenes Interesse<br />

von Frauen an Finanzthemen. Ein<br />

wichtiger Motivator dabei ist, dass es mehr<br />

Vorbilder gibt. Das investierbare Vermögen<br />

von Frauen wächst relativ gesehen derzeit<br />

schließlich schneller als das der Männer.<br />

Brauchen Frauen also eine andere Vermögensberatung?<br />

TOBIAS VOGEL Ja und nein. Zuerst einmal<br />

sind Frauen – genau wie Männer – keine homogene<br />

Gruppe. Jede Kundin hat ihre eigene<br />

Vermögensgeschichte, Werte und finanziellen<br />

Ziele. Das heißt, die Beratung muss genauso<br />

individuell zugeschnitten sein wie bei<br />

männlichen Kunden. Aber um die genannten<br />

Hürden beim Vermögensaufbau zu überwinden,<br />

müssen wir sie natürlich gezielt angehen<br />

und dahingehend beraten. Ein wichtiger<br />

Aspekt ist dabei oftmals auch der Ausbau<br />

ihres finanziellen Selbstbewusstseins.<br />

Was genau meinen Sie mit finanziellem<br />

Selbstbewusstsein?<br />

TOBIAS VOGEL Dazu zählt das Bewusstsein,<br />

wie finanzielle Aspekte und Lebensziele zusammenhängen<br />

sowie ein finanzielles Basiswissen,<br />

um entscheiden zu können, was am<br />

besten für ihr Vermögen ist. Genauso wichtig<br />

ist aber auch der selbstbewusste Umgang<br />

mit Finanzberatern und -Unternehmen.<br />

Wie lässt sich finanzielles Selbstbewusstsein<br />

fördern?<br />

TOBIAS VOGEL Durch Aufklärung, Information,<br />

Vorbilder und letztlich auch durch gute<br />

Beratung. Ein wertvolles Instrument für oder<br />

sogar vor dem Erstkontakt ist unser Arbeitsbuch<br />

für Frauen und alle, die ihr finanzielles<br />

Selbstbewusstsein weiter stärken wollen. Es<br />

ist ein Ratgeber voll mit Tipps, Informationen,<br />

Interviews und Finanzwissen, frei von<br />

Finanzielles<br />

Selbstbewusstsein<br />

zahlt sich aus.<br />

Tobias Vogel<br />

(Head Wealth<br />

Management<br />

Germany).<br />

jeglichem Finanzjargon, und bei uns zum<br />

Download verfügbar.<br />

Für wen ist das Arbeitsbuch geeignet?<br />

TOBIAS VOGEL Ich würde sagen, für alle,<br />

die an einem langfristigen Vermögensaufbau<br />

interessiert sind – unabhängig vom Alter.<br />

Denn im Grunde kann ich nur jede(n) dazu<br />

motivieren, frühzeitig die Kontrolle über die<br />

eigenen Finanzen zu übernehmen<br />

Herr Vogel, vielen Dank für das Gespräch!<br />

Als weltweit führender Vermögensverwalter<br />

mit Niederlassungen in Düsseldorf, Berlin,<br />

Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart ist<br />

es die oberste Priorität der UBS, das Vermögen<br />

ihrer Kunden langfristig zu schützen.<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

ubs.com/myway-de<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 143


BERLIN CAPITAL CLUB<br />

Auf Einladung von<br />

Prof. Yu Zhang (rechts)<br />

konnte Prof. Dr. Hendrik<br />

Streeck (links)<br />

interessante Inputs<br />

zum Thema »Leben mit<br />

dem Virus« geben.<br />

Anja Gockel,<br />

Modedesignerin.<br />

BEIM BUSINESS TALK<br />

AUF AUGENHÖHE<br />

Über den Dächern Berlins treffen sich im Berlin Capital Club<br />

endlich wieder Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft<br />

und Kultur, um in entspannter Atmosphäre Kontakte zu<br />

knüpfen oder vielfältige Veranstaltungsformate zu genießen.<br />

Im Rahmen der Business Talks stehen<br />

in regelmäßigem Abstand renommierte<br />

Persönlichkeiten zu aktuellsten<br />

Themen Rede und Antwort. Am<br />

31. März <strong>2022</strong> ging es beim Talk mit Virologe<br />

Prof. Dr. Hendrik Streeck, Direktor<br />

des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum<br />

Bonn, um das topaktuelle Thema,<br />

welches uns alle bewegt: »Mit dem<br />

Virus leben«. Auf Einladung von Advisory<br />

Board Mitglied Prof. Yu Zhang konnte er<br />

alle Fragen der zahlreichen Teilnehmer<br />

beantworten. Beim monatlichen Business<br />

Women Evening sind in den kommenden<br />

Wochen unter anderem die Gründerin,<br />

CEO und Rektorin der Berlin Cosmopolitan<br />

School Yvonne Wende, die Modedesignerin<br />

Anja Gockel, die Gründerin von<br />

BG3000 Simone Stein-Lücke und Anita<br />

Gödiker, Gründerin und Inhaberin der<br />

Satellite Office in <strong>Deutschland</strong>, Österreich<br />

und der Schweiz zu Gast. Und im Juni hat<br />

der Club die Ehre, Louis José Ignarro, USamerikanischer<br />

Pharmakologe und Medizin-Nobelpreisträger,<br />

auf Einladung von<br />

Prof. Dr. Peter Fissenewert und Peter Badge<br />

zu begrüßen. Der Berlin Capital Club freut<br />

sich auf spannende und lehrreiche Talks!<br />

INFO<br />

Der Berlin Capital Club wird von der<br />

CCA-Gruppe gemanagt und gehört dem<br />

internationalen IAC-Netzwerk an. Die<br />

330.000 IAC-Mitglieder in über 40 Ländern<br />

haben Zugang zu fast 250 Business-, Golfund<br />

Country-Clubs weltweit.<br />

Berlin Capital Club<br />

Mohrenstraße 30, 10117 Berlin, <strong>Deutschland</strong><br />

T: +49 30 2062976, info@berlincapitalclub.de<br />

berlincapitalclub.de<br />

ADVERTORIAL Fotos: © CCA Projekt GmbH; Anja Gockel<br />

144<br />

falstaff jun <strong>2022</strong>


SIXPACK<br />

RESTAURANTS IM TEST<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

SAHILA<br />

Kämmergasse 18<br />

50676 Köln<br />

THE STAGE<br />

Karlsbader Str. 1a<br />

44225 Dortmund<br />

PINK PEPPER<br />

im Steigenberger Parkhotel<br />

Königsallee 1a<br />

40212 Düsseldorf<br />

RESTAURANT AM STEINPLATZ<br />

im Hotel am Steinplatz<br />

Steinplatz 4<br />

10623 Berlin<br />

HEIMATJUWEL<br />

Stellinger Weg 47<br />

20255 Hamburg<br />

OX<br />

Mauerstraße 6<br />

64289 Darmstadt<br />

UNSERE TESTER<br />

DETLEF BERG (DB) berichtet<br />

seit mehr als 20 Jahren über<br />

Essen und Trinken in aller Welt.<br />

PHILIPP ELSBROCK (ELS)<br />

ist <strong>Falstaff</strong>-Chefredakteur Gourmet<br />

in <strong>Deutschland</strong>.<br />

MATTHIAS RING (MRI) schreibt<br />

seit vielen Jahren für <strong>Magazin</strong>e,<br />

Tageszeitungen und Gourmetführer.<br />

RAINER SCHÄFER (RS)<br />

lebt in Hamburg und schreibt über das,<br />

was er am meisten mag: Wein, Essen<br />

und Fußball.<br />

Husumer Färse, Schwarzwurzel<br />

und Lauch im »The Stage«<br />

in Dortmund.<br />

NEU EINGEDECKT<br />

Foto: beigestellt<br />

JETZT<br />

GRATIS<br />

RESTAURANT-<br />

GUIDE APP<br />

Orientalische Aromen in Köln, Produktpurismus in Darmstadt, ein<br />

Neuanfang in Düsseldorf, Essen mit Weitblick in Dortmund,<br />

Gerichte zum Teilen in Berlin und bewegende Heimatküche in<br />

Hamburg: unsere Restaurantbewertungen für <strong>Deutschland</strong>.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

145


gourmet / SIXPACK<br />

SAHILA<br />

Köln<br />

Weltreise auf dem Teller:<br />

»Sahila« in Köln.<br />

1Julia Komp ist angekommen. Nach<br />

18 Monaten durch die Küchen dieser<br />

Welt und einem Zwischenspiel im<br />

»Lokschuppen« hat <strong>Deutschland</strong>s ehemals<br />

jüngste Sterneköchin mit ihrem Lebenspartner<br />

Yunus Özananar nun ein eigenes Restaurant.<br />

Das heißt: In einem ruhigen Viertel der<br />

Kölner City gelegen, handelt es sich sogar<br />

um eine Doppellocation. Rechts die »Yulia<br />

Mezze Bar«, in der Platten mit Hummus,<br />

Harissa, Tabouleh und anderen orientalischmediterranen<br />

Spezialitäten geteilt werden.<br />

Links das »Sahila«, das als Fine Dining zwischen<br />

Messingobjekten und Korbgeflechten<br />

aus Marokko hochwertige Tischkultur bietet.<br />

Beide Locations werden aus einer Küche<br />

bespielt, haben aber einen separaten Service<br />

mit je einem Sommelier. Im »Sahila« pflegt<br />

der äußerst gastfreundliche Yasin Yesilmen<br />

eine schöne Weinkarte mit auch exquisiten<br />

Champagnern. Das Menü in bis zu sieben<br />

Gängen als Reise um die Welt startete mit<br />

einem lieblichen »Rosengarten«. Rote-Bete-<br />

Mousse und Ziegenfrischkäse waren zu<br />

Rosenblüten geformt, begleitet von den Aromen<br />

von Rosenwasser, Salzzitrone, Pistazien<br />

und Honig. Beim Shakshuka mit pochiertem<br />

Ei breitete sich orientalische Gewürzwucht<br />

im Gaumen aus. Sehr pointiert wurde zu<br />

gegrilltem Oktopus und peruanischer Kartoffel-»Causa«<br />

mit Koriandernote und Chilischärfe<br />

gearbeitet. Zum Rinderfilet mit tiefgründigem<br />

Jus und frischer Mojo verde<br />

überzeugte Mais in Texturen. Süßer<br />

Abschluss: eine indisch inspirierte »goldene<br />

Milch« mit Honig und Kurkuma. Da das<br />

Menü alle sechs, sieben Wochen wechselt,<br />

kann man im sehr gefragten Restaurant<br />

schon beim Abschied gleich die nächste<br />

spannende Weltreise buchen. MRI<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

19 von 20<br />

18 von 20<br />

8 von 10<br />

90 von 100<br />

SAHILA<br />

Kämmergasse 18<br />

50676 Köln<br />

T: +49 221 247238<br />

sahila-retaurant.de<br />

THE STAGE<br />

Dortmund<br />

2Dortmund ist innerhalb des Ruhrgebiets<br />

zum Hotspot für Gourmets<br />

geworden – mehr Sternerestaurants<br />

keine andere Stadt in der fünf Millionen<br />

Einwohner zählenden Metropolregion. Der<br />

Koch Michael Dyllong und sein Geschäftspartner<br />

Ciro de Luca haben großen Anteil<br />

an dieser Entwicklung; als Team haben sie<br />

einige hochkarätige Adressen etabliert (u. a.<br />

»Vida« und »Luma«) und zuletzt unweit<br />

des Fußballstadions das »The Stage« eröffnet,<br />

das seit diesem Frühjahr ebenfalls mit<br />

einem Stern ausgezeichnet ist. Um ins Restaurant<br />

zu gelangen, fährt man mit dem<br />

Aufzug in den siebten Stock eines Bürohauses.<br />

Ein luftiger, modern eingerichteter<br />

Raum mit Ausblick bildet die Bühne für die<br />

Gerichte von Dyllong. Wenngleich die zwei<br />

Menüs, eines davon vegetarisch, ohne<br />

Effekthascherei auskommen, setzt die Küche<br />

zu Beginn auf einen Showeffekt: Stickstoff<br />

umhüllt einen mit Grana Padano gefüllten<br />

Tomatendumpling und regt mit starken<br />

Umaminoten den Appetit an. Wenn sich der<br />

Nebel verzogen hat, führt Restaurantmanager<br />

de Luca kompetent und unaufgeregt<br />

durch das vier- bis sechsgängige Menü. Die<br />

klassische Kombination Kalbfleisch, Thunfisch<br />

und Kapern kleidet Dyllong in allerlei<br />

Tupfer, Kugeln, Pralinen und Röllchen. Die<br />

Aromen finden gut zueinander, eine Texturvielfalt<br />

gibt es ebenfalls. Ähnlich sieht es<br />

beim stimmigen Ibérico-Filet aus, dessen<br />

prägendste Begleiter Möhrenmousse und<br />

Zwiebeljus sind. Mut zur Reduktion und<br />

weniger Kleinteiligkeit würde die Köche<br />

noch stärker machen, ein sehr starker, auf<br />

Aubergine ausgerichteter vegetarischer<br />

Gang mit Zitronengrasschaum und<br />

marinierten Buchenpilzen zeigt, in welche<br />

Richtung es gehen könnte.<br />

ELS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

20 von 20<br />

18 von 20<br />

8 von 10<br />

91 von 100<br />

Gut abgestimmte<br />

Aromen: »The Stage«<br />

in Dortmund.<br />

THE STAGE<br />

Karlsbader Str. 1a<br />

44225 Dortmund<br />

T: +49 231 7100111<br />

thestage-dortmund.com<br />

Fotos: Melanie Bauer, beigestellt, Jana Kay<br />

146 falstaff jun <strong>2022</strong>


PINK PEPPER<br />

Düsseldorf<br />

Harmonischer Eindruck:<br />

»Pink Pepper« in<br />

Düsseldorf.<br />

Strikt regionale Küche:<br />

»Heimatjuwel« in<br />

Hamburg.<br />

3Das Personalproblem der Gastronomie<br />

hat sich seit der Pandemie noch<br />

einmal verschärft. Insofern ist es als<br />

Coup zu bezeichnen, dass Düsseldorfs neues<br />

Gourmetrestaurant, das »Pink Pepper« im<br />

»Steigenberger Hotel«, die Mannschaft in<br />

Küche und Service von einem anderen<br />

Hotelrestaurant in der Stadt abgeworben<br />

hat. Ist so etwas in Zukunft häufiger zu<br />

erwarten? Ein eingespieltes Team ist jedenfalls<br />

viel wert, und eingespielt ist die Mannschaft<br />

im »Pink Pepper«. Benjamin Kriegel<br />

leitet die Küche, seine Frau Ramona den<br />

Service. Überhaupt macht das Restaurant<br />

einen harmonischen Eindruck: Die Anzüge<br />

der Kellnerinnen sind farblich auf Einrichtung<br />

und Speisekarte abgestimmt, der wintergartenähnliche<br />

Raum mit 30 Plätzen<br />

wurde angemessen renoviert. Auch die<br />

Weinkarte mit Fokus auf <strong>Deutschland</strong> und<br />

Frankreich wirkt stimmig. Benjamin Kriegel<br />

hält das Niveau mit seinen Gerichten, für<br />

die er auf einen Mix aus Regionalität und<br />

Weltläufigkeit setzt. So kommt der Spargel<br />

zum etwas zu intensiv geräucherten Wolfsbarsch<br />

vom Niederrhein, die Schnecken<br />

zum Zander ebenfalls. Zugleich muss man<br />

auf Jakobsmuschel nicht verzichten, sie<br />

kommt als Ceviche mit packend saurer<br />

leche de tigre und dicken grünen Bohnen<br />

auf den Tisch. In der Muschelschale wird<br />

derweil direkt am Tisch in marinierte Sellerie<br />

eingeschlagenes Königskrabbenfleisch in<br />

Dampf gegart. Prinzipiell ein schöner Gang,<br />

wenngleich der zarte Geschmack der Meereszutaten<br />

unter die Räder zu geraten droht.<br />

Gut gefällt, wie Kriegel immer wieder grüne<br />

Aromen einsetzt, etwa beim Lammrücken<br />

mit festen, kurz blanchierten Erbsen, zu<br />

denen sich die Quinoa schön einfügt. ELS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

18 von 20<br />

19 von 20<br />

9 von 10<br />

92 von 100<br />

PINK PEPPER<br />

HEIMATJUWEL<br />

im Steigenberger Parkhotel<br />

Stellinger Königsallee Weg 1a 47<br />

20255 40212 Düsseldorf<br />

Hamburg<br />

T: +49 40 21142106989<br />

1381611<br />

heimatjuwel.de<br />

steigenberger.com<br />

RESTAURANT AM<br />

STEINPLATZ<br />

Berlin<br />

4<br />

Das »Hotel am Steinplatz« liegt im<br />

Herzen von Charlottenburg und ist<br />

ein Schmuckstück mit einer bewegten<br />

Vergangenheit. Es ist eine gelungene<br />

Hommage an die 1920er-Jahre und zeichnet<br />

sich durch einen wunderbaren Art-<br />

Deco-Stil aus. Das Hotelrestaurant ist mit<br />

seinen anthrazitfarbenen Wänden, dem<br />

edlen Marmorfußboden und hellbraunen<br />

Lederstühlen ebenso stilvoll eingerichtet.<br />

Durch die offene Küche können die Gäste<br />

sehen, dass das Team um Chefkoch Oliver<br />

Fritz mit jeder Menge Herzblut bei der<br />

Zubereitung der Gerichte ist. Auf der Karte<br />

finden sich neun »Herzhafte Dinge«, nur<br />

vage mit Stichworten wie Morchel/Sauerteig/Bärlauch<br />

beschrieben. Doch der kompetente<br />

Service hilft bei der Auswahl der<br />

Speisenfolge und empfiehlt das Teilen der<br />

Gerichte. Wir entscheiden uns zunächst für<br />

die in Nussbutter confierte Lachsforelle mit<br />

köstlicher Estragon-Beurre-blanc, bedeckt<br />

mit Bröseln von Kartoffeln und Ausbackteig.<br />

Ein fantastischer Auftakt! Das Tatar<br />

vom Kalb ist von bester Qualität und<br />

dezent gewürzt. Zusammen mit dem leichten<br />

Anisgeschmack von Staudensellerie und<br />

kräftig-herber Brunnenkresse überzeugt<br />

uns auch dieser Gang. Exzellent gelingt<br />

auch der Wilde Brokkoli, kombiniert mit<br />

leicht rauchiger Speckmarmelade und<br />

herrlich nussiger Mandelcreme. Absoluter<br />

Höhepunkt: die rosa Querrippe im<br />

Knuspermantel, zwei Tage bei 56 Grad<br />

gegart und mit Salzzitronensauce, Petersilie<br />

und Parmesan serviert. Für die begleitenden<br />

Weine zeichnet Yannick Kern verantwortlich,<br />

für jeden Gang hat er den passenden<br />

Wein parat und legt uns auch tolle deutsche<br />

Winzersekte ans Herz. Mittags gibt es übrigens<br />

einen attraktiven Lunch.<br />

DB<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

47 von 50<br />

19 von 20<br />

19 von 20<br />

10 von 10<br />

95 von 100<br />

Überzeugend und stilvoll:<br />

»Restaurant am Steinplatz«<br />

in Berlin.<br />

RESTAURANT AM STEINPLATZ<br />

Steinplatz 4<br />

10623 Berlin<br />

T: +49 30 5544440<br />

restaurantsteinplatz.com<br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

147


gourmet / SIXPACK<br />

HEIMATJUWEL<br />

Hamburg<br />

5Marcel Görke zählt zu den Hamburger<br />

Köchen, die während des Lockdowns<br />

eine »Gourmet-Aktie« mit<br />

anderen Restaurants auflegten, um über die<br />

Runden zu kommen. Er und seine Mitstreiter<br />

arbeiteten schon in Sterne-Küchen, haben<br />

inzwischen aber dem dort mancherorts<br />

üblichen Luxusprodukt-Fetischismus abgeschworen.<br />

In seinem Restaurant »Heimatjuwel«<br />

bietet Görke eine vom Norden<br />

inspirierte »Heimische Küche« an. Gekocht<br />

wird strikt saisonal: Die Menüs folgen dem<br />

Wechsel der Jahreszeiten. Wichtig ist Görke<br />

dabei, möglichst lokale Zutaten in Bio-Qualität<br />

zu verwenden, die von kleinen Lieferanten<br />

stammen. »Grünrot« heißt einer der<br />

sechs Gänge im Menü, in dem Süßkartoffel<br />

zum Baumkuchen montiert wird, Gel von<br />

grünen Tomaten, Marmelade aus eingelegten<br />

Essigkirschen und Portulakcreme sorgen für<br />

ein belebendes Spiel aus Frische, Säure und<br />

Süße. Wie sinnlich eine Lauchstange<br />

schmecken kann, zeigt Görke, wenn er den<br />

gedämpf ten Porree im Mohnmantel auf<br />

einer Sauce von fermentiertem schwarzen<br />

Knoblauch präsentiert: erdig, eigen, originell.<br />

Der nur leicht geflämmte Müritz-Saibling<br />

wird mit gepopptem Wildreis, aroma tischem<br />

Brunnenkresse-Öl und dezent säuerlichem<br />

Buttermilch-Dashi trefflich kombiniert.<br />

Sommelière Sandra Ureidat, die ein Faible<br />

für Naturweine wie aus dem badischen<br />

Weingut Höfflin hat, findet geschmackssicher<br />

passende Begleitung. Marcel Görke ist<br />

keiner der Show-Köche, die ihre Gäste wortreich<br />

unterhalten. Im gewitzten Texturenund<br />

Aromenspiel lokaler Ingredienzen<br />

schafft er ein erstaunliches Maß an<br />

Geschmackstiefe und Emotionalität: So kann<br />

Heimatküche bewegend sein.<br />

RS<br />

Strikt regionale Küche:<br />

»Heimatjuwel«<br />

in Hamburg.<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

45 von 50<br />

18 von 20<br />

19 von 20<br />

9 von 10<br />

91 von 100<br />

HEIMATJUWEL<br />

Stellinger Weg 47<br />

20255 Hamburg<br />

T: +49 40 42106989<br />

heimatjuwel.de<br />

OX<br />

Darmstadt<br />

6<br />

»Casual Fine Dining« nennen die<br />

Brüder Rink ihre Idee von einem<br />

modern urban ausgerichteten Restaurant<br />

im schlichten Ambiente. Gemütlich<br />

ist es in den puristisch ausgestatteten<br />

Gasträumen trotzdem, und während Norman<br />

leidenschaftlich engagiert den Service<br />

leitet, sind Küchenchef David und seine<br />

Crew für die frankophil-iberisch inspirierte<br />

Küche auf gehobenem Niveau zuständig.<br />

Klassische haute cuisine wird hier nicht zelebriert,<br />

dafür kommen Gerichte von hoher<br />

Komplexität und handwerklicher Präzision<br />

auf die Teller. Der als Vorspeise servierte<br />

Lachs kommt aus den kalten sauberen<br />

Gewässern vor den Färöerinseln, ein besonders<br />

schmackhafter Fisch, den die Küche mit<br />

geröstetem Koriandersalz gebeizt hat undmit<br />

gehobeltem steirischem Kren verfeinert und<br />

mit grüner Papaya, frischem Wasabi, etwas<br />

Frisée-Salat und einem Schuss Korianderöl<br />

serviert. Gut gefallen hat uns auch der in<br />

Butter gebratene Skrei, perfekt glasig in<br />

seiner Konsistenz und garniert mit Albino-<br />

Kaviar und Petersilien-Grumbels. Als Kontrast<br />

zum Fisch bietet das Menü ein zartes<br />

Kaninchen in dunkler Sauce und eine saftige<br />

Tranche vom Bresse-Perlhuhn aus dem<br />

Hause Miéral, serviert mit Pastinaken-Püree,<br />

Sauce Albuféra und gehobeltem Périgord-<br />

Trüffel. Natürlich kommen auch Vegetarier<br />

in den Genuss der ambitionierten Küche.<br />

Die bietet ihnen ein aromatisch gelungenes<br />

Ensemble von cremigem Kartoffel-Püree,<br />

Schwarzwurzeln, die für erdige Noten sorgten,<br />

etwas Spinat, einem Onsen-Ei und großzügig<br />

gehobeltem Périgord-Trüffel obendrauf.<br />

Die Pâtisserie bietet eine Valencia-<br />

Mandarine in Eisform und setzt dazu Schokolade<br />

und Rum. Bei der gut sortierten<br />

Weinauswahl ist noch Luft nach oben. ELS<br />

BEWERTUNG<br />

Essen<br />

Service<br />

Weinkarte<br />

Ambiente<br />

GESAMT<br />

46 von 50<br />

18 von 20<br />

17 von 20<br />

8 von 10<br />

89 von 100<br />

OX CASUAL FINE DINING<br />

Mauerstraße 6<br />

64289 Darmstadt<br />

T: +49 6151 9615333<br />

ox-restaurant.de<br />

Handwerkliche<br />

Präzision: »Ox«<br />

in Darmstadt.<br />

Fotos: Gaby Bohle / tastery.de, Daniel Wetzel<br />

148 falstaff jun <strong>2022</strong><br />

95–100 Punkte 90–94 Punkte 85–89 Punkte 80–84 Punkte


YouDinner – der Dinner-Club für<br />

kulinarische Erlebnisse in <strong>Deutschland</strong><br />

Reisen in die besten Restaurants der Welt –<br />

Blick hinter die Kulissen –<br />

Die Superstars der Küche persönlich<br />

und behind the scenes erleben.<br />

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www.youdinner.com<br />

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#youdinner #diningcommunity<br />

149 falstaff mai 2017


GASTRONOMIE<br />

MIT BESTER<br />

EMPFEHLUNG<br />

An dieser Stelle heißen wir Sie herzlich<br />

willkommen. Wir, das sind Spitzenrestaurants<br />

und -hotels in <strong>Deutschland</strong>, die sich dem<br />

<strong>Falstaff</strong>-Leser als exquisite Adressen<br />

für ein ganz besonderes Genuss erlebnis<br />

vorstellen wollen.<br />

Schermbeck<br />

Köln<br />

3<br />

4<br />

DEUTSCHLAND<br />

Wir präsentieren Ihnen unser Ambiente<br />

und unsere Neuigkeiten. Wir möchten,<br />

dass Sie sich bei uns wohlfühlen und laden<br />

Sie ein, unser Gast zu sein.<br />

2 Oy-Mittelberg Schwangau 1<br />

Buchungsinfos zu dieser Rubrik erhalten Sie telefonisch unter:<br />

+49 211 96662-997 oder per E-Mail an: sales@falstaff.de<br />

ÖSTERREICH<br />

SCHWANGAU<br />

Das »König Ludwig«:<br />

Panorama, Platz & Luxus<br />

1In absoluter Alleinlage mit<br />

traumhafter Bergkulisse und<br />

»Adults only«-Philosophie finden<br />

Ruhesuchende ihre Auszeit im »König<br />

Ludwig«. Das 6600 m² große Ludwig<br />

Spa mit Wellnessgarten, Wasserwelt<br />

und Saunalandschaft lässt den Alltag<br />

garantiert in weite Ferne rücken.<br />

Achtsame Behandlungen von Haut<br />

und Körper sorgen zudem für spürbar<br />

mehr Leichtigkeit, Energie und Wohlbefinden.<br />

Wer es sportlich mag, findet<br />

im Sport- und Aktivprogramm eine<br />

Auswahl an geführten Wanderungen,<br />

Work-outs und Yoga-Einheiten.<br />

Abends genießen Gäste ein außergewöhnliches<br />

Fünf-Gänge-Menü und<br />

suchen sich ihren Lieblingswein in<br />

der exklusiven Vinothek aus.<br />

DAS KÖNIG LUDWIG WELLNESS &<br />

SPA RESORT ALLGÄU****S<br />

Kreuzweg 15<br />

87645 Schwangau<br />

T: +49 8362 8890<br />

koenig-ludwig-hotel.de<br />

OY-MITTELBERG<br />

Lebensgefühl<br />

Mittelburg<br />

2Wenn das erste Goldrot der<br />

Morgensonne über dem Zugspitzmassiv<br />

auftaucht und die<br />

»Mittelburg« in warmes Morgenlicht<br />

hüllt, steht für einen Moment die Welt<br />

still. Hier warten spektakuläre Sonnenaufgänge<br />

und Sommertage in<br />

freier Natur, von denen man sich<br />

wünscht, dass sie nie enden würden.<br />

Die herrliche Panoramaterrasse lädt<br />

zum Entspannen ein, wenn der Tag<br />

bei lauschig lauen Abenden langsam<br />

mit den schönsten Farben der Nacht<br />

verschmilzt und sich ein Sternenhimmel<br />

präsentiert, wie es ihn nur im Allgäu<br />

gibt. Die große Leidenschaft für<br />

höchsten kulinarischen Genuss und<br />

ein Wellnessbereich zum Wohlfühlen<br />

und Träumen. Im Wellnesshotel »Mittelburg«<br />

können Urlaubstage, die<br />

nachwirken, genossen werden.<br />

WELLNESSHOTEL MITTELBURG<br />

Mittelburgweg 1–3<br />

87466 Oy-Mittelberg<br />

T: +49 8366 180<br />

mittelburg.de<br />

150<br />

falstaff jun <strong>2022</strong>


ADVERTORIAL Fotos: © Frithjof Kjer; www.kleinebildkunst.de; Beigestellt<br />

KÖLN<br />

Excelsior Hotel Ernst<br />

lädt zum Afternoon Tea<br />

3Zeit zu haben, ist etwas Schönes.<br />

Die Zeit los zu sein, sie vergessen<br />

zu können, ist Luxus. Im ältesten<br />

Grand Hotel Kölns, dem »Excelsior<br />

Hotel Ernst« kann man sich ganz<br />

einfach eine Auszeit vom Alltag gönnen<br />

und im zeitlosen Ambiente den<br />

stadtbekannten Afternoon Tea von<br />

Executive Pastry Chef Fabian Scheithe<br />

genießen. Bei Scones, Sandwiches<br />

und feinster Pâtisserie von Tee-Sommelière<br />

Andrea Helbig kann man sich<br />

in die vielfältige Welt des Tees entführen<br />

lassen – denn für jeden<br />

Moment und jede Stimmung gibt es<br />

den passenden Tee! Für die musikalische<br />

Begleitung sorgt Pianistin Robin<br />

Meloy Goldsby auf einem original<br />

New Yorker Steinway Flügel aus dem<br />

Jahre 1939.<br />

EXCELSIOR HOTEL ERNST<br />

Trankgasse 1–5 / Domplatz<br />

50667 Köln<br />

T: +49 221 2701<br />

excelsiorhotelernst.com<br />

SCHERMBECK<br />

Sommerzeit<br />

am Voshövel<br />

4Eine gemütliche Auszeit im<br />

»Landhotel Voshövel« verbringen,<br />

einem familiengeführten<br />

4****Superior-Haus mit 75 stilvollen<br />

Zimmern und Suiten. Im Livingroom<br />

SPA mit drei Pools, fünf Saunen, zwei<br />

Dampfbädern und einem hauseigenen<br />

SPA-Kino kann man sich rundherum<br />

verwöhnen lassen und neue<br />

Kraft für den Alltag schöpfen. Das<br />

junge Küchenteam überzeugt mit einer<br />

kreativen und regionalen Küche.<br />

SOMMERFRISCHE<br />

- 4 Übernachtungen<br />

mit 30 Euro Nachlass p.P.<br />

- Verpflegung im Rahmen unserer<br />

Voshövel-Kulinarik<br />

- Eintritt in den Livingroom SPA<br />

- zubuchbare Verwöhn-Behandlungen<br />

Reisezeitraum: 22.06. – 12.08.<strong>2022</strong><br />

Preis: ab 655 Euro / p.P. / DZ<br />

LANDHOTEL VOSHÖVEL<br />

Am Voshövel 1<br />

46514 Schermbeck<br />

T: +49 2856 91400<br />

post@landhotel.de<br />

landhotel.de<br />

FALSTAFF.COM<br />

Das Webportal für Genuss<br />

AKTUELL: News und Hintergrundberichte aus der Wein-, Gourmet- und Barszene<br />

MODERN: elegantes Design, optimiert für Desktop und Smartphone<br />

SCHNELL: kurze Ladezeiten und optimierte Suchfunktion<br />

UMFANGREICH: über 20.000 Restaurants und 150.000 Weine – mit Bewertung<br />

@falstaff.magazin


Herausgeberin<br />

ANGELIKA<br />

ROSAM<br />

LIFESTYLE<br />

Jetzt anmelden –<br />

Wöchentlich aktuelle Nachrichten<br />

go.falstaff.com/newsletter<br />

DECOR-HIGHLIGHT<br />

OTTOLENGHI MACHT<br />

GUTE LAUNE<br />

Geselliges Beisammensein, interessanter<br />

Austausch in gemütlichen Runden<br />

– genau diese Ingredienzien stehen<br />

im Mittelpunkt eines gelungenen<br />

Essens. Das wollte der Gastronom Yotam<br />

Ottolenghi mit seiner FEAST-Geschirr-Kollektion<br />

unterstreichen und entwarf diese<br />

Serie für seine Familie und Freunde. Die<br />

kreativen Teller und Schüsseln bestechen<br />

durch Farbenreichtum, pflanzliche Prints<br />

und positive Vibes. Um das Projekt zu verwirklichen,<br />

hat sich Ottolenghi hier mit<br />

einem befreundeten Künstler, Ivo Bisignano,<br />

zusammengetan. Projekt geglückt!<br />

raumconceptstore.com<br />

STILVOLL & HANDMADE<br />

AUS SPANIEN<br />

Wir sind der Meinung, dass ein guter Gastgeber<br />

nie genug an schöner Tischwäsche<br />

haben kann. Vor allem von Hand gemacht.<br />

Inspiriert von den argentinischen Mapuche-<br />

Ureinwohnern, zeigt jede dieser Leinenservietten<br />

eine andere Stickerei ihrer alten<br />

Symbole. studioerhart.com<br />

DER GUSTO AUF<br />

BASKISCHEN WEIN<br />

Die Weißwein-Tradition im Baskenland:<br />

Bodegas Itsasmendi (auf Baskisch, Itsas:<br />

Meer und Mendi: Berg) ist ein Weinkeller,<br />

der aus einer Freundesgruppe, aus Leidenschaft<br />

zur Weinkultur entstand. Das Weingut<br />

befindet sich in Gernika, mit 30 ha eigenen<br />

Weinreben. pamisa.ch<br />

MIT ERDTÖNEN DIE<br />

NATUR ZELEBRIEREN<br />

Table-Decor geht immer mehr in Richtung<br />

Nachhaltigkeit und Natur. Auch die großen<br />

Brands springen hier auf: die mit Erdtönen<br />

gefärbtem Garn gefertigten Tischsets von<br />

ZARA HOME sind ein Eyecatcher auf Holztischen<br />

und gut kombinierbar zu hellem Decor.<br />

zarahome.com<br />

152 falstaff jun <strong>2022</strong>


NOTIZEN<br />

FESTES GLAS BEEINDRUCKT AM TISCH<br />

Dieses schicke Gläserset<br />

liegt gut in der Hand und<br />

ist perfekt für ein legeres<br />

Outdoor-Setting. Ebenso<br />

erinnert die Form auch an<br />

sehr alte Glasproduktionen<br />

aus vergangenen Zeiten.<br />

Zusätzlich erhalten<br />

die mediterran wirkenden<br />

Tisch-Pretiosen eine<br />

kunstvolle Prägung und<br />

der rustikale Touch verstärkt<br />

die Einzigartigkeit<br />

des »Giordano«-Sets.<br />

loberon.de<br />

DER GESCHMACK SPANIENS<br />

Damit eine Paella köstlich schmeckt,<br />

kommt es nicht nur auf die Frische der<br />

Zutaten, sondern auch auf die richtigen<br />

Gewürze an. Lola, von Don PiccanToni,<br />

enthält alles, was Sie für die Zubereitung<br />

einer Paella benötigen. piccantino.de<br />

REDUZIERT &<br />

MAXIMAL SCHÖN<br />

Die elegante und schlichte Schale<br />

Tourron von Jars wird komplett in<br />

Handarbeit aus Keramik in Frankreich<br />

kreiert. Jeder Artikel ist ein<br />

Unikat, daher kann es zu leichten<br />

Abweichungen in Farbe oder Form<br />

kommen. Außerdem ist die Schale<br />

spülmaschinen- und mikrowellengeeignet.<br />

debijenkorf.de<br />

NICHT OHNE MEINEN JAMÓN<br />

Die hochwertige Messer von Jamón<br />

sind aus Stahl und im Tragekoffer<br />

erhältlich. Dieses inkludiert ein komplettes<br />

Set zum Tranchieren von spanischem<br />

Rohschinken. amazon.de<br />

LUST AUF TACOS?<br />

Fotos: Rafaela Pröll, beigestellt, Studio Erhart, Loberon<br />

Wer mag keine Tacos? Sie sind einfach zuzubereiten,<br />

unglaublich köstlich und einzigartig<br />

vielseitig. Außerdem bieten Tacos die ideale<br />

Grundlage für eine Vielzahl nahrhafter<br />

Lebensmittel. »Taco! Taco! Taco!«enthält<br />

100 Taco-Rezepte, von denen jedes lustige<br />

Ideen bietet. Und auch die Kritiker sind sich<br />

einig: »Sara Haas hat eine magische Ader -<br />

sie weiß genau, wie man Essen zubereitet,<br />

das sowohl köstlich als auch gesund ist. Hier<br />

macht sie es auf Taco-Art mit mehr fantasievollen<br />

Ideen für jedermanns Lieblingsessen,<br />

als Sie je für möglich gehalten hätten.«<br />

amazon.de<br />

GESCHICKT GEKNÜPFT<br />

Ordnung am Tisch ist immer von Vorteil:<br />

vervollständigen Sie Ihre Tischdekoration<br />

mit diesen Serviettenringen<br />

von A by AMARA. Sie sind aus Holz<br />

gefertigt und weisen ein kunstvoll<br />

geknüpftes Design auf. amara.com<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

153


lifestyle / OUTDOOR KITCHEN<br />

KOCHEN UND<br />

GENIESSEN<br />

UNTER<br />

FREIEM<br />

HIMMEL<br />

Barbecue-Klassiker, Brot und Pizza,<br />

Geschmortes oder Geräuchertes: Die<br />

aktuellen Grills und Outdoorküchen<br />

machen aus Ihrem Garten ein<br />

Gourmetrestaurant.<br />

TEXT ULRIKE WILHELMI<br />

Foto: beigestellt<br />

154 falstaff jun <strong>2022</strong>


Serie »Amari« von<br />

Garpa hat grazile<br />

Edelstahlkufen. Geflecht<br />

aus Loom-Seegras-Vinyl<br />

stützt und unterstreicht<br />

die Leichtigkeit. Platz<br />

nehmen und wohlfühlen!<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

155


lifestyle / OUTDOOR KITCHEN<br />

Dank Akku kann man mit dem<br />

»Cordless« von KitchenAid<br />

auch Ingredienzen zerkleinern,<br />

wenn gerade keine Steckdose<br />

in der Nähe ist.<br />

Grillen, Brot backen<br />

oder schmoren<br />

mit dem »Big<br />

Green Egg«. Seine<br />

Keramik nimmt<br />

Feuchtigkeit auf<br />

und gibt sie an das<br />

Grillgut wieder ab.<br />

Warum grillen wir so<br />

gerne? Ist es das<br />

Archaische, das Zubereiten<br />

von Essen auf<br />

offenem Feuer, was<br />

uns mit unseren tief verwurzelten Urinstinkten<br />

verbindet? Oder ist es der unverwechselbare<br />

Duft von saftigen Steaks,<br />

mediterran gewürzten Veggie-Spießen und<br />

knusprigen Hähnchenkeulen, der uns in<br />

den Sommermonaten am Strand, aus den<br />

Gärten, von den Terrassen und sogar von<br />

kleinen Stadtbalkonen in die Nase weht?<br />

Vor allem ist es wohl eine Einladung zur<br />

Geselligkeit. Selten kommt man so ungezwungen<br />

zum Essen zusammen wie bei<br />

einer Grillparty. Da werden schnell ein paar<br />

Freunde oder Nachbarn zusammengetrommelt<br />

und los geht’s. Jeder bringt etwas mit,<br />

die Männer versammeln sich am Rost, hier<br />

und da wird noch geschnippelt oder ein<br />

Dipp abgeschmeckt, begleitet von Lachen,<br />

Plaudern und natürlich Fachsimpelei. Denn<br />

Grill ist ja nicht gleich Grill.<br />

Im Grillkorb »Fredde« von Sagaform mit<br />

abnehmbarem Griff werden auch klein<br />

geschnittene Veggie-Köstlichkeiten<br />

bequem zubereitet.<br />

»LUXUS IST, SPONTAN<br />

MIT FREUNDEN<br />

DRAUSSEN ZU KOCHEN,<br />

ZU GRILLEN ODER<br />

KÜHLE DRINKS ZU<br />

MIXEN UND DEN<br />

AUGENBLICK IN DER<br />

NATUR ZU GENIESSEN.«<br />

MARTIN STEININGER STEININGER<br />

DESIGNERS<br />

Manche schwören auf klassisches Holzkohlegrillen.<br />

Das geht zum Beispiel mit »Fuego«<br />

von Born in Sweden. Eine wärmende<br />

Feuerbox aus wetterfestem Cortenstahl<br />

mit Barbecue-Funktion. In der Schublade<br />

sind entweder Kohlen oder Holzscheite auf<br />

einem Rost. In den oberen Etagen kann<br />

ein Grillrost eingehängt werden. Hat man<br />

ein »Big Green Egg«, garen die Speisen<br />

ebenfalls über Holzkohle, jedoch in einem<br />

Keramikgefäß. Inspiriert vom traditionellen<br />

asiatischen Kamado-Kocher nehmen<br />

die Wände Feuchtigkeit auf und geben sie<br />

wieder ab. Zudem sorgen sie für lang anhaltende,<br />

gleichmäßige Wärme. Unter der<br />

Haube mit Temperaturanzeige lassen sich<br />

nicht nur Côte de Boeuf, sondern ebenso<br />

Pizza, Krustenbraten oder gesmokter Burata<br />

mit Gemüse zaubern.<br />

Auch der schicke »Kugelblitz« aus<br />

Bayern hat eine große Fangemeinde. Seine<br />

Grillfläche auf 78 Zentimetern Höhe ist<br />

ein massiver Stahlring. Fett und Gewürze<br />

tropfen also nicht ins Feuer. Die Außen-<br />

<<br />

Fotos: Big Green Egg, beigestellt<br />

156 falstaff jun <strong>2022</strong>


AUGSBURG<br />

GRILLPERFORMANCE<br />

Made in Germany<br />

Vollständig aus Edelstahl<br />

Keramik-Infrarotbrenner<br />

100-900 °C<br />

Direkte und indirekte Hitze<br />

Edelstahl-Gussroste<br />

Profi-Performance<br />

Durchdachte Details<br />

Sieben Farben<br />

Vollständig montiert<br />

www.flammkraft.com


lifestyle / OUTDOOR KITCHEN<br />

Design und Funktion<br />

eint »Rock.Air« von<br />

Steininger. Gasgriller,<br />

Spüle oder Kühlelement<br />

sind frei kombinierbar.<br />

Aufgeschoben wird die<br />

Abdeckung zur Theke.<br />

<<br />

wände sind luftgekühlt.<br />

Trend und eine Art neues<br />

Statussymbol sind ganze<br />

Outdoorküchen. »Am<br />

besten ist es, wenn alles da<br />

ist und nichts umständlich<br />

von drinnen nach draußen<br />

geholt werden muss«, findet<br />

Martin Steininger. Das Unternehmen<br />

Steininger hat unter<br />

anderem die »Rock.Air« kreiert, bei<br />

welcher puristische Kuben, die Gasgrill,<br />

Lavagrill, Geschirrspüler oder Kühlelement<br />

enthalten, nach Wunsch zusammengestellt<br />

werden können. Schiebt man die<br />

Abdeckungen nach hinten, ergeben sie eine<br />

Bar-Theke etwa für den Aperitif. »Dadurch<br />

wird Kochen zum gemeinsamen Event<br />

<<br />

Der »Kugelblitz 1000« bietet<br />

eine Grillplatte von einem<br />

Meter Durchmesser. In Gold<br />

wird er zum besonderen<br />

Schmuckstück.<br />

Schönes Werkzeug macht Freude. Beim geradlinigen 3er-Set<br />

»Brick« von Philippi adelt Walnussholz gebürsteten Edelstahl.<br />

PRAKTISCHE<br />

HELFER IN DER<br />

OUTDOORKÜCHE<br />

SIND GRILLKÖRBE,<br />

FRISCHHALTEDOSEN<br />

ODER KABELLOSE<br />

RÜHRGERÄTE.<br />

Fotos: Roider, beigestellt, Andreas Weinfurtner<br />

158 falstaff jun <strong>2022</strong>


Das gute Licht.<br />

bega.com /zuhause


lifestyle / OUTDOOR KITCHEN<br />

Vorbereitetes bleibt in den Dosen »Cirqula« von Mepal frisch.<br />

Kreis: Auf den Grillflächen des »Block D« von Flammkraft sind<br />

unter anderem auch Wok oder Teppanyakiplatte einsetzbar.<br />

Feuerkorb und<br />

Grill in einem<br />

ist »Fuego« aus<br />

wetterfestem<br />

Cortenstahl von<br />

Born in Sweden. In<br />

der Schublade ist<br />

ein Rost für Holz<br />

oder Kohle.<br />

WENN DANN ALLE<br />

DRAUSSEN AM<br />

TISCH SITZEN, STELLT<br />

SICH EIN HERRLICHES<br />

GEFÜHL VON FREIHEIT<br />

UND FERIEN VOM<br />

ALLTAG EIN.<br />

»Schöner Kreis« bedeutet<br />

auf Japanisch »Marumi«.<br />

So heißen die elegant<br />

gerundeten farbenfrohen<br />

Tische und Stühle – hier in<br />

Aluminium – von Ego Paris.<br />

<<br />

und niemand steht alleine im<br />

Haus, um das Essen vorzubereiten«,<br />

so Martin Steininger.<br />

Mit schicken Modulen arbeitet<br />

auch die Grillmanufaktur<br />

Flammkraft. »Block D« funktioniert<br />

mit gasbetriebenem Infrarot-Keramikbrenner.<br />

In der Röstzone<br />

kann man bei bis zu 900 °C<br />

kurz und scharf anbraten, während<br />

die Hauptgrillzone verschiedene Temperaturspektren<br />

abdeckt. Auf den Grillflächen<br />

sind auch Pizzastein, Rotisserie,<br />

Wok oder Teppanyakiplatte einsetzbar.<br />

Mit »Block M« kommen Arbeitstisch und<br />

Küchenmodul hinzu.<br />

URLAUBSFEELING ZU HAUSE<br />

Zur Grundausstattung eines Grillprofis<br />

gehört natürlich auch Werkzeug wie Gabel,<br />

Wender und Zange. Wer Holzgriffe mag,<br />

wird unter anderem bei Philippi oder bei<br />

Sagaform fündig. Praktisch sind außerdem<br />

Grillkörbe, Frischhaltedosen, kabellose<br />

Rührer und Zerkleinerer. Und wenn alle<br />

am langen Tisch auf bequemen Stühlen<br />

sitzen, wird bis spät in die Nacht gelacht,<br />

gegessen und getrunken. Dann stellt sich<br />

ein herrliches Gefühl von Freiheit und<br />

Urlaub vom Alltag ein. Geht die Sonne<br />

unter, sorgen stilvolle Outdoorleuchten für<br />

gemütliche Atmosphäre. Sie sind noch auf<br />

der Suche nach passenden Modellen? Dann<br />

bitte umblättern.<br />

<<br />

Fotos: beigestellt<br />

160 falstaff jun <strong>2022</strong>


Stilvoll Platz nehmen.<br />

Einzigartige Möbelvielfalt seit 65 Jahren.<br />

Restaurant I Hotel I Bar I Office I Health&Care<br />

Bestellen Sie<br />

unseren<br />

kostenlosen<br />

Katalog.<br />

www.may-kg.de<br />

@maymoebel<br />

@maymoebel


lifestyle / BELEUCHTUNG<br />

Cleveres System<br />

Haben Sie eine Außensteckdose? Dann können Sie<br />

daran mit Adapter, Verteiler und Verlängerungsleitungen<br />

von »UniLink« verschiedene Funktions- und Akzentleuchten<br />

anschließen. bega.com, ab ca. € 250,–<br />

STIMMUNGSVOLLES LICHT<br />

FÜR TERRASSE<br />

UND GARTEN<br />

Im Sommer kosten wir die Tage im Freien so lange wie möglich aus.<br />

Mit einem flexiblen Lichtsystem oder tragbaren Akku-Leuchten<br />

setzen Sie Ihre Outdooroase in Szene.<br />

TEXT ULRIKE WILHELMI<br />

Weite des Himmels<br />

Von den Kuppelbauten<br />

Venedigs ist »Dome Nomad«<br />

aus mundgeblasenem Glas<br />

inspiriert. Am Ring kann man<br />

sie tragen oder aufhängen.<br />

brokis.cz, ca. € 2000,–<br />

Mobil<br />

Als hätte man sie gerade aus<br />

dem Wohnzimmer geholt.<br />

Stehleuchte »Wind« aus<br />

Glasfaser gibt drinnen und<br />

draußen behagliches Licht.<br />

vibia.com, H 195 cm,<br />

ca. € 5539,–<br />

Fotos: Courtesy of Vibia, Martin Chum, IP44de, beigestellt<br />

162 falstaff jun <strong>2022</strong>


Partystimmung<br />

Im Schein der Gartenfackeln<br />

mit Bambusstange lässt es<br />

sich gemütlich feiern.<br />

Hübsch, wenn man sie in<br />

einen sandgefüllten Tontopf<br />

steckt.<br />

brostecopenhagen.com,<br />

Stck. ca. € 11,–<br />

Pilzform<br />

In den 1970er-Jahren entstand die »Obello Lamp«. Aus einem<br />

Stück mundgeblasen kommt sie jetzt tragbar und dimmbar auf<br />

den Markt. gubi.com, ca. € 249,–<br />

Wohnlich<br />

Der schicke wetterfeste<br />

Textilschirm der<br />

dimmbaren Tischleuchte<br />

»Gaia« wird von einem<br />

Fuß aus Teakholz<br />

getragen.<br />

ethimo.com, ca. € 351,–<br />

Kristallkugel<br />

»aqu« nutzt<br />

Sonnenenergie für<br />

dreistufiges Licht. Reicht<br />

die mal nicht aus, kann<br />

die Leuchte auch über<br />

einen USB-Port geladen<br />

werden.<br />

ip44.de, ab ca. € 438,–<br />

Lampion<br />

»Niwa« hat einen<br />

schlichten Glaskolben<br />

und variable<br />

Einsatzmöglichkeiten.<br />

Um einen Ast<br />

gewickelt, setzt sie<br />

schöne Akzente im<br />

Baum. oluce.com,<br />

ca. € 420,–<br />

Dekorativ<br />

Handgefertigtes<br />

Kunststoffgewebe<br />

macht die Leuchten<br />

»The Others« zum<br />

Blickfang. Über<br />

Solarmodule oder<br />

Netzkabel lassen sie<br />

sich aufladen.<br />

dedon.de, ab<br />

ca. € 1245,–<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

163


lifestyle / INDOOR-OUTDOOR-BALANCE<br />

Foto: Paola Lenti<br />

164 falstaff jun <strong>2022</strong>


RAUS ODER<br />

DOCH REIN<br />

DAMIT?<br />

Gehört das Sofa jetzt rein oder raus? So genau lässt<br />

sich das bei Outdoor-Möbeln auf den ersten Blick nicht<br />

mehr sagen. Wir haben nachgefragt, warum Sessel,<br />

Tisch, Couch und Co. für den Garten auch problemlos<br />

im Wohnzimmer stehen könnten und vice versa.<br />

TEXT MANFRED GRAM<br />

An die Tafel<br />

In- und outdoortauglich –<br />

der lange Alu-Feinsteinzeug-<br />

Glaze-Tisch »Altopiano«.<br />

paolalenti.it<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

165


lifestyle / INDOOR-OUTDOOR-BALANCE<br />

In den letzten zwei Jahren wurde es ja<br />

bereits öfters festgestellt: Die<br />

Covid-Pandemie hat die Welt<br />

verändert. Im Großen ebenso wie im<br />

Kleinen, im Allgemeinen genauso wie<br />

im Speziellen. Also egal, wo man hinsieht,<br />

man stößt auf Veränderungen und nicht<br />

selten gleich auch auf neue Rahmenbedingungen.<br />

Das kann, wie im Fall der renommierten<br />

Gartenarchitektin Gertraud<br />

Monsberger, durchaus auch zu entzückten<br />

Analysen führen: »Der Garten ist zu einer<br />

richtigen Rückzugsoase geworden, und<br />

man hat Zeit und Geld investiert, um ihn<br />

herzurichten«, fasst die Expertin zusammen<br />

und ergänzt: »Mittlerweile wird er ganzjährig<br />

genutzt und man versucht, ihn zum<br />

Wohnraum zu erweitern.«<br />

Wie das im Groben aussieht? »Man plant<br />

bei der Bepflanzung auch immergrüne<br />

Flächen ein«, erklärt die Expertin. Zudem<br />

schafft man warme Ecken, sorgt für gute<br />

Beleuchtung (auch im Winter), plant<br />

Gute Masche<br />

Selten waren geflochtene<br />

Outdoor-Sessel so elegant<br />

wie in der Kollektion »Roii«<br />

von Benjamin Baum.<br />

dedon.de<br />

Einsinken<br />

Weich wie Moos und<br />

inspiriert von der<br />

Natur sind die Stühle<br />

der Serie »Adell«.<br />

arper.com<br />

Feuerstellen ein und stellt Wärmestrahler<br />

auf. Man weiß ja nicht, wann es wieder<br />

heißt: »Treffen nur im Freien!«<br />

Der Garten wird also zum Wohnraum<br />

umgedeutet. Und das aus gutem Grund,<br />

wie die Wohn- und Architekturpsychologin<br />

Katrin Schreiner weiß: »Der eigene Garten<br />

bietet über die Wohnung hinausgehend ein<br />

weiteres Terrain für die räumliche Aneignung<br />

und Personalisierung der Umwelt.<br />

Das ist ein wesentliches Grundbedürfnis<br />

des Menschen beim Wohnen.« Sprich: Der<br />

Mensch breitet sich gerne aus und macht es<br />

sich dabei gemütlich.<br />

Natur, beziehungsweise der Wunsch nach<br />

Natur, spielt dabei eine besonders wichtige<br />

Rolle. Wenn es rund um einen blüht und<br />

grünt, wird Stress schneller abgebaut,<br />

Konzentration und Leistungsfähigkeit<br />

verbessern sich und das körperliche<br />

Wohlbefinden steigt. Das weiß man aber<br />

schon länger.<br />

Es kam daher auch nicht aus dem<br />

Pandemie-Nichts, als in den letzten Jahren<br />

Trendsetter im Urban-Gardening-Rausch<br />

unzählige Topfpflanzen in die eigenen vier<br />

Wände holten. Und es kommt auch nicht<br />

aus dem Nichts, dass der eine oder andere<br />

jetzt auch einmal den umgekehrten Weg<br />

geht.<br />

Fotos: DEDON, Salva Lopez, alioth, ANDREA FERRARI<br />

166 falstaff jun <strong>2022</strong>


»MIT DEM GARTEN<br />

WERDEN QUALITÄTEN<br />

WIE NATUR, FREIZEIT,<br />

ENTSPANNUNG,<br />

ERHOLUNG, FREIHEIT,<br />

FAMILIE, RUHE UND<br />

GLÜCK ASSOZIIERT.«<br />

KATRIN SCHREINER<br />

WOHN- UND ARCHITEKTUR-PSYCHOLOGIN,<br />

PSYCHOLOGIE-SCHREINER.AT<br />

Mahlzeit<br />

Alberto Lievore ist mit<br />

diesen Dining-Stühlen einer<br />

der besten Stuhlentwürfe<br />

der letzten Jahre gelungen.<br />

Macht Appetit auf mehr.<br />

fastspa.com<br />

Eckig<br />

Rodolfo Dordonis Polster -<br />

sofakollektion »Mamba«<br />

ist eine ziemlich eckige<br />

Angelegenheit geworden.<br />

rodaonline.com<br />

ÜBERALL GEMÜTLICH<br />

Vorausgesetzt, man hat die Möglichkeiten<br />

dazu, werden Möbel, die aussehen, als<br />

wären sie für Wohnräume gemacht, hinaus<br />

in die Natur geschleppt. Also auf Terrassen,<br />

Balkone und in Gärten. Oder etwas<br />

diffe renzierter ausgedrückt: Die Formenund<br />

Stilsprache von Interieur erobert<br />

gerade den Außenraum. »Bye, bye, Sonnenliege,<br />

hello, Day Bed«, heißt das neue<br />

Motto.<br />

Auch dafür hat die Wohn- und Architekturpsychologin<br />

Schreiner übrigens eine<br />

Erklärung: »Wir neigen dazu, vertraute<br />

Qualitäten, die, wie zum Beispiel besonders<br />

gemütliches Sitzmobiliar, zur Erholung<br />

beitragen, auch in eine andere Umwelt zu<br />

transferieren.«<br />

Was im Wohnzimmer als gemütlich und<br />

entspannend wahrgenommen wird, muss<br />

im Umkehrschluss also auch draußen vor<br />

der Tür für Gemütlichkeit und Entspannung<br />

sorgen. So gesehen ist es also nicht<br />

verwunderlich, dass die Sofas und Sitzlandschaften,<br />

die Tische und Stühle, die<br />

Teppiche und Pölster für draußen auch in<br />

Innenräumen gute Figur machen. Sie sind<br />

filigran, mitunter auch luftig und minimalistisch.<br />

Und ja, in manchen Fällen ist dies<br />

sogar ausdrücklich erwünscht, sie nicht nur<br />

vor die Tür zu stellen. Etwa beim Tisch<br />

»Altopiano«, den Robin Rizzini für das<br />

noble Italolabel Paola Lenti entworfen hat.<br />

»Kann auch in Innenräumen verwendet<br />

werden«, ist lapidar in der Produktbeschreibung<br />

der (je nach Ausführung) gut<br />

fünf Meter langen Tafel vermerkt. Die steht<br />

übrigens auf soliden Alubeinen, und man<br />

speist auf in Form gebrachten Feinsteinzeugplatten.<br />

Alles jetzt nicht unbedingt die<br />

erste Materialwahl für Innenräume – aber<br />

es geht sich problemlos aus. ><br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

167


lifestyle / INDOOR-OUTDOOR-BALANCE<br />

Guter Stoff<br />

Für die Outdoor-Serie »Patio«<br />

kooperierte Minotti mit GamFratesi.<br />

Hightech-Stoffe machen die Sofas<br />

weich und wetterfest.<br />

minotti.com<br />

WETTERKAPRIOLEN<br />

In Innenräumen würde auch die Kollektionskooperation,<br />

die Minotti mit der<br />

italienisch-dänischen Marke GamFratesi<br />

eingegangen ist, eine gute Figur machen.<br />

Lapidar »Patio« benannt, sagt sie aber<br />

bereits im Namen, wo sie ihr eigentliches<br />

Einsatzgebiet hat. Auf großzügig dimensionierten<br />

Freiflächen kommen die dynamischmodularen<br />

Sofa- und Lounge-Chair-Landschaften<br />

wohl noch besser zur Geltung.<br />

Minotti und GamFratesi ist es übrigens<br />

nicht nur gelungen, mit höchster Eleganz<br />

Materialien wie Alu, Holz, Stein und Cord<br />

zu mixen, sondern sie haben für die<br />

Polsterung und für die Bezüge hoch<br />

widerstandsfähige und wasserabweisende<br />

Materialien verwendet. Nicht zufällig<br />

»GÄRTEN WERDEN<br />

IMMER MEHR ZU<br />

WOHNRÄUMEN,<br />

DIE MAN DAS GANZE<br />

JAHR LANG NUTZT.«<br />

GERTRAUD MONSBERGER GARTENARCHI-<br />

TEKTIN, GARTENARCHITEKTIN.AT<br />

Ei, Ei, Ei<br />

Ultrabequeme Outdoor-Liege<br />

aus Alu, die auch als (sehr<br />

ovales) Day Bed durchgehen<br />

würde, von Piero Lissoni.<br />

bebitalia.com<br />

übrigens. Denn bei aller Eleganz und neu<br />

entdeckten Indoor-Ansprüchen für<br />

Outdoor-Möbel, wenn einmal ein spontaner<br />

Regenguss kommt, sollten die<br />

Designermöbel dies dann doch überstehen.<br />

Man will ja nicht ständig Pölster ein- und<br />

ausräumen oder Wetterschutzhüllen übers<br />

Mobiliar stülpen. Ein Wollen, das sich auch<br />

mit der Erfahrung, respektive den Wünschen,<br />

die an die Gartenarchitektin<br />

Gertraud Monsberger so herange tragen<br />

werden, deckt: »Möbel, die man draußen<br />

stehen lassen kann, werden intensiv<br />

nachgefragt. Man sucht nach Robustem für<br />

jede Witterung – sogar Schneefall.«<br />

Gartenmöbel werden also mittlerweile<br />

fürs ganze Jahr gekauft. Einmal mehr lässt<br />

sich somit sagen: Die Welt hat sich<br />

verändert.<br />

<<br />

Fotos: Minotti, beigestellt<br />

168 falstaff jun <strong>2022</strong>


lifestyle / POOL- UND GARTENHÄUSER<br />

VON KUBUS<br />

Foto: Kettal<br />

170 falstaff jun <strong>2022</strong>


Pavilion H<br />

Das Modell von Kettal gibt es<br />

unter anderem mit Lamellendach<br />

aus Aluminium oder kanadischem<br />

Zedernholz. kettal.com<br />

Garten- und Poolhäuser, wohin man schaut. Der Trend zum Zweithaus im<br />

eigenen Garten ist ungebrochen – und die Hersteller überbieten sich im Angebot.<br />

Von romantisch bis geradlinig, von »nur das Nötigste« bis »völlig autark«.<br />

Nicht einfach, sich da zu entscheiden.<br />

TEXT NICOLA AFCHAR<br />

BIS COTTAGE<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

171


lifestyle / POOL- UND GARTENHÄUSER<br />

Übermütig siehts nicht aus,<br />

dieses kleine Gartenhaus,<br />

allen, die sich drin genährt,<br />

ward ein guter Mut beschert.«<br />

Es hat sich einiges getan, seit<br />

Goethe, selbst Besitzer eines Gartenhauses,<br />

diese Zeilen zu Papier gebracht hat. Die<br />

Refugien im Garten waren durch die<br />

Epochen hindurch fixer Bestandteil des<br />

Wohnens, insbesondere Künstler zog es<br />

draußen nach drinnen. Die Typologien<br />

änderten sich, die kulturellen Eigenheiten<br />

blieben. In Österreich kannte man im<br />

19. Jahrhundert das Salettl, heute spricht<br />

man vom Tiny House, vom Kubus oder<br />

Pavillon, und es gestaltet sich zumeist<br />

internationaler. Beispiel: der Spa-Pavillon<br />

des Architekturbüros smartvoll in Hinterbrühl.<br />

Hier wurde im Bestand gearbeitet,<br />

was die enorme Innenfläche von 100 Quadratmeter<br />

erklärt. Ein kompletter Neubau in<br />

dieser Größenordnung wäre für Architekt<br />

Philipp Buxbaum nicht vertretbar, wie er im<br />

Interview klar sagt. Was smartvoll hier<br />

geschaffen hat, gleicht einem Kunstwerk<br />

aus Stein, genauer gesagt Rauriser Quarzit.<br />

Wetterfest<br />

Die Gartenlounge besteht<br />

aus Aluminium und ist in<br />

allen RAL-Farben lieferbar.<br />

gartenhauptdarsteller.de<br />

Die vertikalen Scheiben wirken nicht wie<br />

Wände, die horizontalen nicht wie Dächer.<br />

Die Wände durchstoßen und überragen<br />

die Deckenplatten, die Dachelemente<br />

scheinen zu schweben. Diese Struktur<br />

öffnet die Sicht und verschließt die<br />

Einsicht. »Der Pavillon soll sich durch die<br />

Nichtunterscheidbarkeit von Wand, Boden<br />

und Decke sowie die riesigen Schiebe türen<br />

eher wie eine Skulptur als wie ein Haus<br />

anfühlen. Man kann sich frei bewegen,<br />

circa so, als ob man nackt durch Stonehenge<br />

wandelt – nur mit weniger Touristen«,<br />

philosophiert Philipp Buxbaum von<br />

smartvoll. Der Bauherr hatte sich zu<br />

Beginn der Zusammenarbeit einen Umbau<br />

im Schönbrunner Stil gewünscht, es wurde<br />

dann aber das Kontrastprogramm.<br />

»Unserer Meinung nach braucht es einen<br />

Szenenwechsel, um abschalten zu kön-<br />

Modularsystem<br />

Für den »LE SpaCube« setzt<br />

man auf ein mal drei Meter<br />

große Keramikplatten und<br />

maximale Planungsfreiheit.<br />

living-exclusive.de<br />

Fotos: Gartenhauptdarsteller, living-exclusive, Dimitar Gamizov<br />

172 falstaff jun <strong>2022</strong>


nen.« Der Architekt erinnert an die<br />

Generation seines Großvaters: »Im<br />

Vergleich zu heute war sein Leben ein<br />

einziger Rückzugsort und die exponierten<br />

Bereiche konnte er sich relativ gut selbst<br />

einrichten und definieren. Das hat sich<br />

komplett ins Gegenteil verkehrt. Ich denke,<br />

dass ist ein Hauptgrund, warum Wellbeing<br />

so an Gewicht gewonnen hat.«<br />

BEKENNTNIS<br />

ZUR GESELLIGKEIT<br />

Ebenso gradlinig, aber modular und gemäß<br />

dem Plug-and-Play-Prinzip: die Kuben des<br />

deutschen Unternehmens Living Exclusive.<br />

Die Liste der »LE Cubes« ist beeindruckend<br />

und reicht von »LE SaunaCube« bis<br />

»LE MicroHouse«. Eigentümer Herbert<br />

Böhmer bestätigt den Spa-Trend und<br />

ergänzt diesen um den zum Garten-Office,<br />

bei ihm »LE MiniOffice« genannt und drei<br />

mal drei Meter groß. »Wenn wir die<br />

Wünsche der Privatkundschaft betrachten,<br />

sprechen wir bei den ’LE Cubes’ aber sicher<br />

nach wie vor am häufigsten über einen<br />

Spa-Bereich, autark ausgestattet mit Sauna,<br />

Nasszelle, Küche und Ruheraum. Wichtig<br />

sind hier eine umfassende technische<br />

Ausstattung, sprich Smart Home, sowie das<br />

Ambiente, also die Lichtplanung, und das<br />

Mobiliar.« Wer möchte, kann sich bei<br />

Living Exklusive mit allem eindecken, angeboten<br />

wird das gesamte Repertoire, auch<br />

die Gartenplanung. »Es sind nicht nur<br />

><br />

Kontemplative Ästhetik<br />

Der Spa-Pavillon der Wiener<br />

Architekten smartvoll ist<br />

Bauen im Bestand. Als<br />

Mono material diente Rauriser<br />

Quarzit. smartvoll.com<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

173


lifestyle / POOL- UND GARTENHÄUSER<br />

Architektonische Strukturen<br />

Die Serie »Cabanne« umfasst die Modelle »Quadro«,<br />

»Veranda« und »Tunnel«. Mix and Match: Stahl,<br />

Aluminium, Holz, Glas und Stoff. paolalenti.it<br />

><br />

Pool oder Schwimmteich, die den Spa<br />

aufwerten, sondern es ziehen auch Wasserspiele<br />

inklu sive Licht- und Musikeffekten in<br />

die Privatgärten ein.« Auch Floating Cubes<br />

hat man schon verwirklicht. <strong>2022</strong> liegt der<br />

Fokus auf »LE Hotspot« – der Kombination<br />

einer Outdoor-Küche mit Grillbereich<br />

und Backofenstationen. »Diese Stationen<br />

erweitern wir mit einem wetterunabhängigen<br />

Lounge bereich, einem transparenten<br />

Kuppelbau. Parallel zu Sauna- und Spa-<br />

Bereich nun also doch auch ein klares<br />

DIY-Kits<br />

Homeoffice im Garten zum<br />

Selbstzusammenbauen. Das<br />

Material: Massivholz aus<br />

langsam wachsender Fichte.<br />

polhus.at<br />

Bekenntnis zur Geselligkeit!« Auch wenn<br />

die Reduziertheit der Kuben Liebkind vieler<br />

ist: Das verspielte englische Cottage wird<br />

immer seine Fangemeinde haben. Das weiß<br />

Lisa Reck-Burneo nur zu gut, die Wiener<br />

Gartendesignerin hat eine Zeit lang in<br />

Großbritannien gearbeitet. Auf der Insel<br />

werden, so Reck-Burneo, »viele Häuser mit<br />

einem Conservatory kombiniert, das direkt<br />

mit dem Garten verbunden ist. Generell<br />

wird der Garten als Visitenkarte des Hauses<br />

gesehen. Ich denke, dass Gartenhäuser bei<br />

uns künftig noch an Bedeutung gewinnen<br />

werden. Entscheidet man sich etwa für ein<br />

fertiges Modell, können die Außen flächen<br />

durch gekonnte Bepflanzung aufgewertet<br />

werden.« Die Unter nehmerin spricht etwa<br />

von begrünten Fassaden und Dächern.<br />

»Besonders auf Gartenhäusern mit Flachdach<br />

können hier richtige Biotope mit<br />

kleinen Wasserbereichen, Stein- und<br />

Holz elementen entstehen, die einerseits sehr<br />

anschaulich sind und gleichzeitig auch für<br />

Insekten und Vögel anziehend sind.« Und<br />

wenn Reck-Burneo den englischen Cottagegarten<br />

skizziert, fühlt es sich an, als tauche<br />

man in einen Virginia-Woolf-Roman ein:<br />

»Ein Garten, der die Möglichkeit bietet,<br />

sich in einer Welt voller Farben, Blüten und<br />

auch ein bisschen Romantik zu verlieren,<br />

hat schon was. Herrlich duftende Rosen,<br />

Lavendel und würzige Kräuter werden<br />

spielerisch mit Stauden wie Rittersporn<br />

kombiniert und so zu einer einzigartigen<br />

Symphonie. Es sollten unbedingt auch<br />

Sorten gewählt werden, die sich als<br />

Schnittblumen eignen, so ist stets schnell<br />

ein kleines Sträußchen für den Gartentisch<br />

gepflückt. Besonders gut macht sich auch<br />

eine Aurikula-Sammlung, die auf einem<br />

schönen Regal an der Gartenhauswand<br />

an gebracht werden kann.« Das kann<br />

vielleicht in Summe sogar etwas übermütig<br />

wirken – wie von Goethe angesprochen.<br />

Aber: warum auch nicht?<br />

<<br />

Fotos: Paola Lenti, Polhus<br />

174 falstaff jun <strong>2022</strong>


DESIGN-EYECATCHER IM BEAUTY-KOSMOS / lifestyle<br />

EYE<br />

Glatt, glatter, am glattesten –<br />

ultra-regenerierende Augen -<br />

creme mit Vitamin A und<br />

Hyaluron, glättet feine Fältchen<br />

und stärkt die Hautbarriere.<br />

NIGHT UND BOOST<br />

»Night« ist Fruchtsäure für zu Hause:<br />

eine auf AHA basierende Nachtcreme<br />

mit exfoliativer Wirkung für den<br />

Zellerneuerungsprozess.<br />

Und »Boost« ist ein Hyaluroncocktail als<br />

Feuchtigkeitsbooster: Zell schützendes<br />

Serum mit kleinmolekularer Oligo-<br />

Hyaluronsäure und Ectoin – der<br />

Schutzschild gegen Blaulichtstrahlen.<br />

dr.tonar-cosmetics.com<br />

LIFT<br />

»Lift« ist pures Gold für die Haut:<br />

intensives Anti-Aging-Gesichtsöl<br />

mit hochkonzentriertem Q10.<br />

Im Interview<br />

Dr. Ursula Tonar ist Dermatologin,<br />

Beauty-Expertin und Gründerin des<br />

Wiener Luxuskosmetikunternehmens<br />

Dr. Tonar Cosmetics. Sie entwickelt<br />

alle Produkte entsprechend den<br />

Bedürfnissen ihrer Patient:innen.<br />

Fotos: beigestellt<br />

»ICH STEHE ZU 100 PROZENT HINTER<br />

JEDEM EINZELNEN PRODUKT«<br />

Effektive und hochqualitative Beauty-Produkte sind die<br />

Voraussetzung für ein strahlendes Aussehen und einen<br />

bewussten Lebensstil. Dr. Tonar Cosmetics ist es gelungen,<br />

eine einzig artige Skincare zu entwickeln, die ein Gefühl von<br />

Luxus ver mittelt und eine nachhaltige Wirkung zeigt.<br />

INTERVIEW ANGELIKA ROSAM<br />

FALSTAFF Was ist die Philosophie hinter<br />

der Marke Dr. Tonar Cosmetics?<br />

DR. URSULA TONAR Ich setze mit unserer<br />

Pflegeserie die neuesten Forschungserkenntnisse<br />

der Epigenetik in die Realität um.<br />

Meine oberste Priorität ist, hochqualitative<br />

und einzigartig wirksame Produkte auf den<br />

Markt zu bringen. Die Auswahl an hochwertigen<br />

Komponenten sowie die Zusammensetzung<br />

der einzelnen Wirkstoffe sind<br />

ein Balanceakt, gerade wenn man auf Konservierungsstoffe,<br />

Silikone und Parabene<br />

verzichtet. Ich stehe zu 100 Prozent hinter<br />

jedem einzelnen Produkt.<br />

Was ist für Ihre Kund:innen wichtig?<br />

Meine Patient:innen fragten mich täglich<br />

in meiner Praxis nach Empfehlungen für<br />

eine optimale Hautpflege – daher begann<br />

ich, an eigenen Rezepturen zu forschen.<br />

Das war die Geburtsstunde von Dr. Tonar<br />

Cosmetics. Meine Kund:innen möchten<br />

das Erlebnis einer professionellen Beauty-<br />

Behandlung, die auch wirklich effektiv<br />

ist, auch zu Hause umsetzen können. Die<br />

Kombination aus Luxus und smarter Skincare<br />

macht unsere Brand einzigartig.<br />

Wir beziehen bei jedem Entwicklungsprozess<br />

von neuen Produkten unsere Community<br />

mit ein, um ihr direktes Feedback<br />

in die Produktion miteinfließen zu lassen.<br />

Unsere Anwender:innen wissen, dass ich<br />

als Dermatologin die Marke und deren<br />

Produkte persönlich entwickle und keine<br />

anonyme Forschungsabteilung eines Großkonzerns.<br />

Immer mehr Beauty-Unternehmen setzen<br />

auf hochwertige Verpackungen – nach welchen<br />

Kriterien wählen Sie das Design aus?<br />

Wir setzen auf ein cleanes Branding. Unsere<br />

hochwertigen Glasspender sind in jedem<br />

Badezimmer ein zeitloses Accessoire. Sobald<br />

eine Kundin unsere Verpackung das erste<br />

Mal in der Hand hält, soll sie sofort ein<br />

Gefühl von Luxus vermittelt bekommen und<br />

unsere qualitativen Inhaltsstoffe förmlich<br />

spüren. Durch unser Bottle-in-Bag-System<br />

können leere Spender einfach getrennt entsorgt<br />

und so unsere Umwelt geschützt werden.<br />

Ebenso sind unsere Umverpackungen<br />

aus FSC-zerti fiziertem Papier hergestellt.<br />

Gibt es bei Dr. Tonar Cosmetics das ultimative<br />

Sammelstück, das in keinem Badezimmer<br />

fehlen sollte?<br />

Natürlich, die gesamte Skincare-Pflegereihe!<br />

Ich habe alle Produkte perfekt aufeinander<br />

abgestimmt, dadurch ist die Haut<br />

24/7 mit allen wichtigen Vitaminen und<br />

Wirkstoffen versorgt. Deswegen kann<br />

ich nur allen empfehlen, die gesamte<br />

Serie zu verwenden. Ihre Haut wird es<br />

Ihnen mit einem außergewöhnlichen Glow<br />

danken.<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

175


lifestyle / KÜCHENTOOLS<br />

Grüne Welle<br />

Warum sollten Küchen geräte<br />

nicht auch einen Hauch von<br />

Luxus ausstrahlen? Der mit<br />

Leder bezogene »Volo«-Toaster<br />

tut das garantiert.<br />

luxxdesign.com<br />

Herrlich knusprig<br />

Brot selber backen liegt<br />

immer noch voll im Trend.<br />

Zum Beispiel in den faltbaren<br />

Formen »GEO forme« aus<br />

Edelstahl von de Buyer.<br />

debuyer.com<br />

CHEFS<br />

DE CUISINE<br />

Schaumschläger<br />

Ein leckerer Kaffee<br />

verdient einen ebenso<br />

guten Milchschaum.<br />

Der gelingt mit dem<br />

»Rig-Tig« von Stelton.<br />

connox.de<br />

Küchentools und -gadgets übertreffen sich auch <strong>2022</strong><br />

hinsichtlich praktischer Funktionen und stylischer Optik.<br />

Wir zeigen die aktuellen Highlights für absolute Gaumenfreuden<br />

und Genussmomente.<br />

Mixtalent<br />

Mit dem planetarischen<br />

Rührsystem der Kenwood-<br />

Küchen maschine gelingt<br />

ein gleichmäßiges Rührund<br />

Kneterlebnis.<br />

kenwood.de<br />

Schnittig<br />

Lästige Schneidebretter,<br />

die immer im Weg liegen,<br />

gehören mit dem Set<br />

von Joseph Joseph der<br />

Vergangenheit an.<br />

breuninger.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

176 falstaff jun <strong>2022</strong>


Swinging 50s<br />

Der »Coffee Grinder«<br />

im coolen Retrodesign<br />

von SMEG erzielt den<br />

idealen Mahlgrad für<br />

jede Kaffeemaschine.<br />

smeg.com<br />

Kleiner Barkeeper<br />

Cocktailshaker und Barkeeper<br />

in einem – mit acht integrierten<br />

Anleitungen gelingen auch zu<br />

Hause köstliche Cocktails.<br />

westwingnow.de<br />

Heavy Metal<br />

Der Crema<br />

Multifunktionssiebträger<br />

der<br />

Espressomaschine von<br />

De’Longhi<br />

eignet sich sowohl<br />

für Kaffeepulver<br />

als auch für Pads.<br />

delonghi.de<br />

Frisch gebrüht<br />

Dank der optimierten<br />

Form des Espressokochers<br />

»Pulcina«<br />

von Alessi gelangt<br />

nur das Beste vom<br />

Kaffee in die Tasse.<br />

eu.alessi.com/de<br />

Kochend heiß<br />

Mit einem Fassungsvermögen<br />

von 1,4 Litern ist der<br />

»Via Roma«-Wasser kocher<br />

nicht nur schön, sondern<br />

auch noch äußerst praktisch.<br />

artemest.com<br />

Für Artischocken-Fans<br />

Die Stabilität des Marmors bietet<br />

die perfekte Basis für das<br />

Kohlenbecken, das die<br />

Artischocke knusprig und<br />

perfekt zubereitet.<br />

1stdibs.com<br />

Frisch zubereitet<br />

Pflanzenmilch wird<br />

immer beliebter.<br />

Mithilfe des »Vegan<br />

Milk Maker« kann<br />

diese jetzt auch ganz<br />

einfach selbst<br />

hergestellt werden.<br />

create-store.com<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

177


Chefredakteurin<br />

ELISABETH<br />

BRANDLMAIER<br />

REISE<br />

MALAYSIA<br />

MAGISCHES HIDEAWAY<br />

Puderweißer Sandstrand, tiefblaues Meer und ein Regenwald – seit April<br />

sind die malaysischen Grenzen wieder für alle Reisenden geöffnet.<br />

Daher empfängt das Luxusresort »One&Only Desaru Coast« seine<br />

Gäste wieder an der Südostküste des Landes. Zudem hat hier der mit einem<br />

Michelin-Stern ausgezeichnete Küchenchef Andrew Walsh die Kunst des Barbecue<br />

mit asiatischen Akzenten verfeinert. Restaurant und Bar am Strand mit Blick auf<br />

zwei Infinity-Pools versprechen Genuss für alle Sinne. oneandonlyresorts.com<br />

RUHE UND ENTSPANNUNG IN DER TOSKANA<br />

Inmitten der berühmten Chianti-Weinregion<br />

liegt das im 12. Jahrhundert erbaute Landschloss<br />

»COMO Castello del Nero« und<br />

bietet mit Sauna, Dampfbad und einem<br />

25 Meter langen beheizten Außenpool eine<br />

Oase meditativer Ruhe. Durch maßgeschneiderte<br />

Fitnessprogramme wie Yoga,<br />

Meditation oder auch durch eine Sporteinheit<br />

mit einem Personal Trainer wird hier der<br />

Körper in den Mittelpunkt gerückt. So auch<br />

bei den Treatments, bei denen eigens hergestellte<br />

Oliven- und Lavendelöle sowie italienische<br />

Kräuter aus dem eigenen Schlossgarten<br />

verwendet werden. Diese verwendet<br />

das Küchenteam übrigens auch für seine<br />

rohkosthaltige »COMO Shambhala Cuisine«.<br />

Sollten Sie vor Ort sein, müssen Sie unbedingt<br />

Giovanni Luca di Pirro in seinem mit<br />

einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant<br />

»La Torre« einen Besuch abstatten.<br />

comohotels.com<br />

Das Fünf-Sterne-Luxus-Refugium befindet sich<br />

in unmittelbarer Nähe zu Siena und Florenz.<br />

178 falstaff jun <strong>2022</strong>


NOTIZEN<br />

SCHWEIZ<br />

RUBY HOTEL IM<br />

SCHÖNEN GENF<br />

Mit dem »Ruby Claire« eröffnet<br />

die Münchner Hotel-Gruppe nun<br />

ihr erstes Hotel in Genf. Nach der<br />

Eröffnung des »Ruby Mimi« im<br />

Herbst 2021 in Zürich handelt es<br />

sich hier um das zweite Hotel in<br />

der Schweiz. Inmitten der Genfer<br />

Altstadt findet sich das Designhotel<br />

mit 211 Zimmern, zwei<br />

Dachterrassen und einer 24/7-Bar.<br />

ruby-hotels.com<br />

KROATIEN<br />

DER FLORA UND FAUNA<br />

TENERIFFAS GANZ NAHE<br />

Umgeben von tropischen Gärten, bieten<br />

die luxuriösen Unterkünfte des »Bahia del<br />

Duque« echte Ruhe und Privatsphäre. Der<br />

das Resort umgebende Küstenstreifen von<br />

Adeje zählt mit seinem schwarzen Sandstrand<br />

zu den Hauptattraktionen im Süden<br />

Teneriffas, und nur einen Steinwurf entfernt<br />

befindet sich der Teide-Nationalpark.<br />

thetaishotels.com<br />

TIAN BISTRO AM MEER<br />

Fotos: COMO Hotels and Resorts, Ruby Hotels, Ingo Pertramer, Milaidhoo Maldives, beigestellt, Abaca Press / Mitja Kobal<br />

MALEDIVEN<br />

MILAIDHOO MALEDIVES<br />

Das Inselparadies »Milaidhoo Maldives« hat<br />

eine neue Villenkategorie: Die Overwater Two-<br />

Bedroom Ocean Residence. Die spektakuläre<br />

Villa liegt in der Lagune und kann bis zu sechs<br />

Gäste beherbergen. Durch ihre Großzügigkeit ist<br />

die Residenz ideal für einen – generationenübergreifenden<br />

– Familienurlaub oder für eine<br />

gemeinsame Zeit mit Freunden. milaidhoo.com<br />

Falkensteiner Hotels & Residences<br />

und TIAN Restaurant Wien eröffnen<br />

gemeinsam das »TIAN Bistro am<br />

Meer« im Falkensteiner Resort Punta<br />

Skala in Zadar. Inspiriert vom kroatischen<br />

Sommer serviert Paul Ivić mit<br />

seinem Team von 1. Juni bis 18. September<br />

vegetarische und vegane<br />

Gerichte auf Sterneniveau. Gemäß der<br />

TIAN-Philosophie werden saisonale<br />

Produkte von biologisch arbeitenden<br />

Kleinbetrieben aus der Region bezogen<br />

und von der Wurzel bis zum Blatt verarbeitet.<br />

tian-restaurant.com<br />

ÖSTERREICH – WIEN<br />

HOTEL AM KONZERTHAUS<br />

Inspiriert von den großen Bühnen Wiens<br />

wurde das Haus im vergangenen Jahr<br />

einer umfassenden Renovierung unterzogen<br />

und zeigt sich seitdem in elegantem,<br />

zeitlosem Design. Die Zimmer beeindrucken<br />

durch klassische Stilelemente,<br />

gemixt mit markanten Eye-Catchern aus<br />

der Welt des Theaters. all.accor.com<br />

AB NACH MADAGASKAR!<br />

Die »Ethiopian Airlines Group«, die größte<br />

panafrikanische Fluggesellschaft, fliegt<br />

ab 14. Mai wieder nach Antananarivo und<br />

Nosy Be in Madagaskar. Urlauber schätzen<br />

an dieser Destination die langen Sandstrände<br />

und ganzjährig sommerliche<br />

Temperaturen. ethiopianairlines.com<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

179


eise / GALICIEN<br />

GRÜNES<br />

GENUSS-<br />

PAR ADIES<br />

Foto: Shutterstock<br />

180 falstaff jun <strong>2022</strong>


1600 Kilometer Küste, Krebse, Muscheln und Fisch<br />

in atemberaubender Qualität – und doch ist Spaniens<br />

nordwestlichste Region im Ausland oft noch unbekannt.<br />

Wir wissen, warum Gourmets unbedingt Galicien auf die<br />

Karte setzen sollten. TEXT PHILIPP ELSBROCK<br />

Galicien bietet malerische<br />

Buchten und eine Menge<br />

Genusspotenzial. Der im<br />

antiken Rom erbaute Herkules-<br />

Leuchtturm ist das Wahrzeichen<br />

der Stadt A Coruña und zählt<br />

zum Welterbe.<br />

Madrid<br />

GALICIEN<br />

Spanien<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

181


eise / GALICIEN<br />

TAUCHER HANGELN<br />

SICH MIT SEILEN IN<br />

DIE BRANDUNG UND<br />

KLAUBEN DIE<br />

BEGEHRTEN<br />

ENTENMUSCHELN VON<br />

DEN STEILWÄNDEN.<br />

Dort, wo die Welt einst endete<br />

und der Ozean beginnt,<br />

krachen die Wellen mit<br />

unbeugsamer Gewalt gegen<br />

die Klippen. Von Kap<br />

Finisterre an, entlang der steilen Küste des<br />

Todes, wo unter der Gischt scharfkantige<br />

Felsen lauern, unsichtbar für die Seeleute<br />

vieler Jahrhunderte, die im Atlantik<br />

zunächst ihr Schiff und dann ihr Leben<br />

verloren, beginnt das Revier todesmutiger<br />

Taucher. Von den Steilwänden klauben die<br />

»percebeiros« die Delikatessen des Meeres,<br />

knopfgroße Entenmuscheln, die später in<br />

den besten Restaurants des Landes<br />

landen. Nur mit einer Art Pickel<br />

bewaffnet, springen die Taucher mal<br />

von Schlauchbooten, die kaum Tiefgang<br />

haben und bis kurz vor die schroffe Steinküste<br />

manövrieren können, mal hangeln sie<br />

sich an Seilen hinab bis in die tosende Brandung.<br />

Wer erfolgreich mit der Ernte ist, verkauft<br />

seine Beute später zu Preisen auf den<br />

Märkten, wo Genießer bis zu 300 Euro für<br />

ein Kilo zahlen. Doch manchmal schlägt<br />

der Ozean zu, holt sich die, die kein Glück<br />

gehabt haben, und spuckt sie erst Hunderte<br />

Kilometer weiter östlich wieder aus.<br />

Dies ist Galicien, die nordwestliche Ecke<br />

der iberischen Halbinsel, Schauplatz von<br />

brachialer Naturgewalt. Tief im Land leben<br />

Wölfe und Bären, im Meer, vor den herrlichen<br />

Stränden, springen manchmal Delfine,<br />

was fast schon kitschig schön wirkt –<br />

Die raue Atlantikküste im<br />

Nordwesten Spaniens trägt den<br />

Beinamen »Küste des Todes«.<br />

Der kühle Ozean bietet perfekte<br />

Bedingungen für Seafood<br />

wie die »zamburiñas«, kleine<br />

Jakobsmuscheln.<br />

Fotos: Shutterstock<br />

182 falstaff jun <strong>2022</strong>


Kaum zu übersehen: die<br />

Muschel, das Symbol für<br />

den Jakobsweg.<br />

Die malerische Pilgerstadt<br />

Santiago de Compostela<br />

ist auch für Gourmets<br />

ein lohnendes Ziel.<br />

Einheimische nennen die Region zum Spaß<br />

»Galifornia«. Es ist wahrlich ein Seafood-<br />

Paradies und Heimat der alten Kühe, die<br />

für viele Kritiker das Fleisch für die besten<br />

Steaks der Welt liefern. Eine Region, die im<br />

Ausland hauptsächlich Jakobsweg-Pilger<br />

kennen, für den Urlaub verirren sich nur<br />

wenige hierher. Was kaum verständlich ist<br />

angesichts der 1600 Kilometer Küstenlinie<br />

sowie der ungewohnt lieblichen Landschaft<br />

und des angenehmen Klimas.<br />

ANGENEHM KÜHLES KLIMA<br />

Doch Galicien ist eine Provinz Spaniens, die<br />

niemand kennenlernen wird, der sich nur<br />

für die balearischen Inseln, für Barcelona<br />

und den Süden interessiert. Sie macht es<br />

Besuchern nicht leicht: Es regnet häufig,<br />

auch in den Sommermonaten. Selbst im<br />

August zeigt das Thermometer nur selten<br />

mehr als 30 Grad Celsius. Die Nächte sind<br />

angenehm kühl: Während es am Mittelmeer<br />

zwischen Mai und September ohne Klimaanlage<br />

nicht auszuhalten ist, kann man hier<br />

oben im Nordwesten gut schlafen. Auch<br />

der Ozean bleibt selbst im Hochsommer<br />

kalt, was der Qualität von Fischen und<br />

Meeresfrüchten zugutekommt.<br />

Aufgrund des Klimas wuchert die Vegetation<br />

im Frühling, was man von Spanien<br />

nicht gewohnt ist. Statt über Ocker und<br />

Beige streift das Auge hier über sattes Grün,<br />

bis in den Sommer laufen vielerorts kleine<br />

Rinnsale entlang der Straßen. So feucht<br />

wie in Galicien ist es in Spanien nur selten.<br />

Weshalb es hier, anders als zum Beispiel<br />

WÄHREND ES AM<br />

MITTELMEER IM<br />

SOMMER OHNE<br />

KLIMAANLAGE KAUM<br />

AUSZUHALTEN IST,<br />

KANN MAN HIER OBEN<br />

GUT SCHLAFEN.<br />

im kastilischen Hochland oder im Süden,<br />

keine nennenswerte Wurst- oder Schinkenspezialität<br />

gibt. Das Klima ist zu feucht, als<br />

dass Würste an der Luft vernünftig trocknen<br />

könnten. Die »Pata negra«-Keulen in<br />

den Bars von Santiago de Compostela oder<br />

A Coruña stammen aus Salamanca oder<br />

der Extremadura, wo die unverzichtbaren<br />

Eichenwälder stehen. In Galicien dominieren<br />

insbesondere in Meeresnähe hochgewachsene<br />

Eukalyptusbäume, ähnlich wie<br />

im südlichen Nachbarland.<br />

Mit den Portugiesen pflegt man viele<br />

Gemeinsamkeiten. Schon allein der Sprache<br />

wegen – die Amtssprache Galicisch ist<br />

dem Portugiesischen ähnlich, gegenseitiges<br />

Verstehen kein Problem. Auch mit den<br />

historischen Kelten fühlen sich die Galicier<br />

verbunden, und in der Tat wirkt die Landschaft<br />

manchmal eher so wie in Irland oder<br />

im Süden Englands. Auf Karnevalszügen<br />

oder Stadtfesten (von denen es reichlich<br />

gibt) mischt sich häufig Dudelsackpfeifen<br />

in die Musik, was vom andalusischen<br />

<<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

183


eise / GALICIEN<br />

Pittoreske Anblicke wie hier das<br />

Fischerdorf Porto do Barqueiro findet<br />

man in Galicien häufiger.<br />

der Region für die »mariscos« begründet,<br />

»Rías« heißen sie auf Spanisch. Die Rías<br />

Altas im Norden und die Rías Baixas etwas<br />

weiter südlich sind dank vieler Ablagerungen<br />

und eines erhöhten Nährstoffgehalts<br />

wahre Schatzkammern für Muscheln und<br />

Austern.<br />

<<br />

Flamenco nicht weiter entfernt sein<br />

könnte und einmal mehr zeigt, wie divers<br />

Spanien als Nation ist.<br />

Worauf sich die Spanier trotz aller Unterschiede<br />

immer einigen, ist die Liebe zum<br />

Essen. Von den alten Kühen war schon<br />

kurz die Rede, die galicische Rasse »Vaca<br />

gallega« wird im Baskenland und anderswo<br />

unter der Marke »Txogitxu« zu hohen<br />

Preisen als bestes Steak der Welt verkauft –<br />

nicht zu Unrecht, wie man angesichts eines<br />

saftigen Entrecôtes mit Fettrand sagen<br />

muss, das man zum Beispiel im »Asador O<br />

Carmelo« nahe Santiago de Compostela<br />

bekommt. Die kleinen grünen »pimientos«,<br />

die seit einem guten Jahrzehnt hierzulande<br />

oft auf den Speisekarten von Szenegastronomen<br />

stehen, kommen aus der kleinen<br />

Ortschaft Padrón – unbedingt probieren<br />

und sich über die tollen Aromen freuen.<br />

Was aber insbesondere Delikatessen<br />

suchende Besucher umhaut, sind die<br />

Meeresfrüchte. Meeresbuchten, die tief ins<br />

Landesinnere eindringen, haben den Ruf<br />

Die kleinen grünen Paprika,<br />

scharf angebraten und mit<br />

etwas Olivenöl und Salz,<br />

kommen aus der galicischen<br />

Ortschaft Padrón.<br />

FEINSTES SEAFOOD ÜBERALL<br />

Man begegnet hier vielen Lebewesen aus<br />

dem Meer, von denen man bei uns teilweise<br />

gar nicht weiß, dass es sie gibt, geschweige<br />

denn, dass man sie essen kann. Taschenkrebse,<br />

Bärenkrebse, Große Seespinnen,<br />

Samtkrabben, Schwertmuscheln, Herzmuscheln<br />

und Enten muscheln, dann natürlich<br />

Kaisergranat, Garnelen und Hummer – es<br />

ist eine wahre Pracht, was hier alles auf den<br />

Tisch kommt. Und es schmeckt! Man muss<br />

nicht einmal die Sternegastronomie besuchen,<br />

um sich höchste kulinarische Ansprüche<br />

zu erfüllen. Eine »mariscada«<br />

bekommt man in Topqualität in vielen<br />

Lokalen. Etwa im » Loureiro« im Örtchen<br />

Bueu, einem äußerlich etwas in die Jahre<br />

gekommenen Lokal direkt am Wasser. Frischester<br />

Kaisergranat bildet nur den Auftakt<br />

– hier nicht vergessen, die Köpfe<br />

auszulutschen, um an das dunkle<br />

Fleisch zu kommen, das Kennern<br />

als der aromatischste und<br />

köstlichste Teil gilt. Star aber<br />

ist die nackt auf dem Teller<br />

servierte »nécora«, eine<br />

Samtkrabbe. Nur in<br />

kochendem Wasser<br />

gegart, sonst nichts,<br />

Meer pur! Und doch<br />

schmeckt sie mit ihrem<br />

saftig-süßen Fleisch so<br />

frisch, dass man unentwegt<br />

weiteressen will.<br />

Zu guter Letzt gibt es noch<br />

den Pulpo. So viel Tintenfisch<br />

essen sie hier, dass das typische<br />

Gericht im ganzen Land sprichwörtlich<br />

geworden ist: »Pulpo a la<br />

gallega«, Tintenfisch nach galicischer Art,<br />

das bedeutet: ein gekochter Tintenfisch, in<br />

Stücke geschnitten und mit etwas Olivenöl<br />

beträufelt, nur gewürzt mit grobem Salz<br />

und, wenn’s hochkommt, noch etwas Paprikapulver.<br />

Auf dem Markt von Santiago<br />

de Compostela, dem Mercado de Abastos,<br />

sucht man sich am besten ein schö-<br />

Fotos: Shutterstock<br />

184 falstaff jun <strong>2022</strong>


nes Exemplar frisch am Stand heraus und<br />

geht eine Halle weiter zu einer der kleinen<br />

Gastronomien, die gegen ein Handgeld von<br />

fünf Euro jede mitgebrachte Ware frisch<br />

zubereiten.<br />

Dazu passt hervorragend ein Glas<br />

Albariño, eine von Spaniens spannendsten<br />

Weißweinsorten, der direkt von hier<br />

kommt. Er profitiert von den klimatischen<br />

Bedingungen, von den kühlen Nächten und<br />

den nicht zu heißen Tagen. Zudem wächst<br />

er direkt am Meer und hat in seinen besten<br />

Vertretern eine Salzigkeit, die ihn einzigartig<br />

macht. Repräsentativ für die besten<br />

Weine der Region ist das kleine Weingut<br />

Albamar von Winzer Xurxo Alba. Ein Glas<br />

seines reinsortigen »Albamar 2018« ist ein<br />

köstliches, komplexes Vergnügen.<br />

AUF INS NATURPARADIES<br />

Das Weingut liegt im kleinen Fischerdorf<br />

Cambados, wo auch der Sternekoch Yayo<br />

Daporta sein gleichnamiges Restaurant betreibt<br />

und ein Menü anbietet, das allein aus<br />

dem Ozean stammt. Zur Spitze der Gastronomie<br />

zählt er indes nicht, die wohl bessere<br />

Gourmetküche gibt es im zweifach besternten<br />

»Culler de Pau« bei Javier Olleros.<br />

Viele der sterneprämierten<br />

Restaurants ballen sich rund<br />

um Pontevedra, eine der<br />

schönsten Städte der Region,<br />

die zu Unrecht im Schatten<br />

von Santiago de Compostela<br />

steht. Dennoch sollte man nicht<br />

den Fehler machen, sich nur auf der<br />

Westseite am Meer aufzuhalten.<br />

Mit dem »Nova« befindet sich ein exzellentes<br />

Restaurant ein gutes Stück weiter<br />

im Landesinneren, in Ourense. Hier stehen<br />

gleich drei Menüs auf der Karte, die zeigen,<br />

wie weit sich die galicische Kochkunst<br />

spannt. Ourense selbst ist berühmt für seine<br />

natürlichen Thermalquellen, die teilweise<br />

gratis genutzt werden können. Von dort ist<br />

es nicht weit bis zur Ribeira Sacra, einem<br />

Weinbaugebiet mit teils überragenden<br />

Rotweinen aus der Mencía-Traube, das zugleich<br />

ein unfassbar schönes Naturparadies<br />

ist. Wie ein Canyon fallen die Berge zum<br />

Fluss Sil ab, der das Gebiet durchkreuzt.<br />

Das sollte jeder Galicien-Besucher machen:<br />

vom Hang aus auf den Sil hinunterschauen,<br />

den Blick schweifen lassen und die Stille<br />

genießen. Man fühlt sich sehr klein, und es<br />

fühlt sich sehr schön an.<br />

<<br />

Die Thermalquellen von Ourense<br />

gehen auf die antike Römerzeit<br />

zurück. In den meisten darf man<br />

gratis baden.<br />

DAS SOLLTE EIN<br />

JEDER GALICIEN-<br />

BESUCHER EINMAL<br />

MACHEN: IN DER<br />

RIBEIRA SACRA AUF<br />

DEN FLUSS SIL<br />

HINABSCHAUEN.<br />

Ein atemberaubendes Naturerlebnis:<br />

die Ribeira Sacra, durch deren<br />

Schluchten sich der Fluss Sil<br />

schlängelt. Zugleich gilt die Region als<br />

ältestes Weinanbaugebiet Spaniens.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

185


eise / GALICIEN<br />

A VIAXE<br />

Hier kommen die Zutaten Galiciens mit<br />

peruanischen Rezepten und Techniken zusammen<br />

(Ceviche etc.). Auch sonst zeigt sich die fischlastige<br />

Küche weltoffen.<br />

Praza do Matadoiro 3<br />

15704 Santiago de Compostela<br />

T: +34 662 618862, aviaxe.es<br />

Im Markt Mercado de Abastos in Santiago<br />

de Compostela lässt man sich frisch<br />

gekauften Fisch à la minute zubereiten.<br />

HOTELS<br />

HOTEL PALACIO DEL CARMEN *****<br />

Komfortables und liebevoll eingerichtetes Hotel in<br />

einem früheren Kloster. Bis zum Stadtzentrum<br />

braucht man fußläufig etwa eine Viertelstunde.<br />

DZ ab ca. 220 Euro.<br />

Rúa das Oblatas, s/n, 15703 Santiago de<br />

Compostela<br />

T: +34 981 552444, marriott.de<br />

NOVAVILA DESIGN WINE HOTEL *****<br />

Versteckt im Landesinneren, ist dieses kinderfreie<br />

Hotel der perfekte Rückzugsort für entspannte<br />

Tage. Hier kann mit sich mit spezieller Kosmetik<br />

aus Trauben behandeln lassen. DZ ab ca. 175 Euro,<br />

mindestens zwei Übernachtungen.<br />

36637 Meis, Pontevedra<br />

T: +34 609 111023, novavilariasbaixas.com<br />

GANDARELA TURISMO RURAL<br />

Sehr geschmackvolles, restauriertes kleines Landhotel,<br />

das naturverbunden direkt am Fluss in der<br />

Nähe von Ourense liegt. DZ ab ca. 80 Euro.<br />

Puga 1, 32459 Toén<br />

T: +34 667 727249, gandarela.es<br />

Calle Reboredo 73, 36980 O Grove<br />

T: +34 986 732275, cullerdepau.com<br />

ASADOR O CARMELO<br />

Das Fleisch in diesem exzellenten Grillrestaurant<br />

rund zehn Minuten südlich von Santiago de<br />

Compostela kommt aus der eigenen Zucht.<br />

Trva. Casalonga 6, 15866 Calo (Teo)<br />

T: +34 981 539045, asadorocarmelo.es<br />

ABASTOS 2.0<br />

Unmittelbar am Mercado de Abasto gelegen, bietet<br />

dieses Restaurant eine gehobene Alternative zu<br />

den (ebenfalls sehr guten) Bars direkt im Markt.<br />

Zur Auswahl exzellenter Meeresspezialitäten<br />

kommt eine gute Weinkarte.<br />

Praza de Abastos, Rúa das Ameas, 13–18<br />

15703 Santiago de Compostela<br />

T: +34 981 576145, abastosdouspuntocero.com<br />

Prachtvoller<br />

Kaisergranat<br />

gehört zur<br />

galicischen<br />

»mariscada«.<br />

TAPAS-BARS<br />

DETAPAENCEPA<br />

Auf zwei Etagen bekommt man hier raffinierte<br />

Tapas und kleine Gerichte nebst einer formidablen<br />

Weinkarte. Das Rinderfilet mit Foie gras und PX-<br />

Sherry sollte man nicht verpassen.<br />

R. do Ecuador 18, 36203 Vigo<br />

T: +34 986 473757, detapaencepa.com<br />

SYBARIS 2.0<br />

Um in die galicische Weinwelt einzutauchen, ist<br />

diese Adresse optimal. Zumal die Weine von exzellenten,<br />

gut gemachten Tapas und weiteren Speisen<br />

ebenbürtig begleitet werden .<br />

Rúa Cardenal Quiroga, 22, 32003 Ourense<br />

T: +34 988 107162, vinotecasybaris.es<br />

CAFÉ VANESSA<br />

Alteingesessene Bar mit typischen galicischen<br />

Tapas. Probiertipp: Toast mit eingelegten Sardinen<br />

und geräuchertem San-Simón-Käse.<br />

Est. de Catabois 365, 15405 Ferrol<br />

T: +34 981 372402<br />

CASA MARCELO*<br />

Eine Tapas-Bar mit Stern – dieses Konzept verfolgt<br />

Marcelo Tejedor seit Jahren mit großem Erfolg. Für<br />

seine kleinen Kreationen webt er auch Elemente<br />

der japanischen Küche mit ein.<br />

Rúa das Hortas 1, 15705 Santiago de Compostela<br />

T: +34 981 558580<br />

casamarcelo.net <<br />

RESTAURANTS<br />

RESTAURANTE LOUREIRO<br />

Vom relativ schmucklosen Äußeren dieses<br />

Hotelrestaurants sollte man sich nicht täuschen<br />

lassen: Die Qualität des Essens, vor allem der<br />

» mariscada«, ist erstklassig.<br />

Avenida Loureiro 13, 36939 Bueu<br />

T: +34 986 320719, restauranteloureiro.es<br />

CULLER DE PAU**<br />

Das wohl beste Restaurant Galiciens liegt auf der<br />

schönen Halbinsel O Grove. Mit Blick aufs Meer<br />

genießt man hier die hochfeine Version traditioneller<br />

galicischer Küche, zubereitet von Javier Olleros.<br />

Fotos: Andres Garcia Martin / Shutterstock, Shutterstock<br />

186 falstaff jun <strong>2022</strong>


LIEBLINGSURLAUB<br />

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Foto: Harald Wisthaler, alpentesitin.it


eise / LONG WEEKEND – MALLORCA<br />

REIF FÜR DIE<br />

KULINARIK-<br />

INSEL<br />

Mehr Reise-Tipps<br />

für lange Wochenenden<br />

go.falstaff.com/long-weekend<br />

Foto: iStockphoto / Getty Images<br />

190 falstaff jun <strong>2022</strong>


Mallorca – leicht zu erreichendes Traumziel für Strand-, Fahrrad- und<br />

Golffans. Aber in den letzten Jahren ist die Sonneninsel vermehrt auch<br />

zu einer Destination für all jene geworden, die sich für gute Küche<br />

interessieren. Neun Sternelokale bilden nur die Spitze des Eisbergs.<br />

Grund genug, ein kulinarisches Weekend auf dieser wunderschönen<br />

und abwechslungsreichen Insel zu verbringen.<br />

TEXT MARTINA ZENDER<br />

Traumstrände wie die Cala Xinxell<br />

im Südwesten Mallorcas sind nicht<br />

der einzige Grund, warum es immer<br />

mehr Reisende hierher zieht. Auch<br />

kulinarisch hat die Insel<br />

viel zu bieten.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

191


eise / LONG WEEKEND – MALLORCA<br />

FREITAG<br />

Wir beginnen unser<br />

Wochenende auf<br />

Mallorca mit einem<br />

Spaziergang durch die<br />

wunderschöne<br />

Hauptstadt Palma, ganz<br />

viel Kunst und<br />

Inselfeeling inklusive.<br />

Das »El Txoko de Martín« ist Teil des Imperiums von Sternekoch Martín Berasategui. Hier in Palma<br />

begeistert er mit vergleichsweise unkomplizierten, aber dennoch außergewöhnlich guten Gerichten.<br />

Hier in Palma findet man Straßen mit<br />

Trubel und geschäftigem Leben<br />

ebenso wie stille Gassen zwischen<br />

alten Häusern. So wie im Viertel Sa Gerreria,<br />

das an die Rathauszone an schließt. Früher<br />

eher ein ärmlicher und leicht verrufener<br />

Stadtteil, ist es heute »aufgeräumter«, viel<br />

wurde im Viertel restauriert, ein neuer Typ<br />

Bewohner ist hinzugekommen und etliche<br />

sehr gute Restaurants – wie das Beispiel des<br />

Raimundo-Clar-Platzes zeigt. Dort buhlen<br />

Das 2004 gegründete<br />

Aba Art Lab ist ein Muss für<br />

Fans zeitgenössischer Kunst.<br />

gleich mehrere angesagte Lokale um Gäste.<br />

Und man hat die Qual der Wahl, ob es eher<br />

hawaiianisch, japanisch, kanarisch oder<br />

mallorquinisch sein soll. Alles gut, alles<br />

empfehlenswert und alles mit Tischen vor<br />

dem Lokal, was dem Platz ein besonders<br />

lebendiges Flair verleiht. Hier ist »tapeo«<br />

vonnöten, das bedeutet, von einem zum<br />

anderen Lokal zu ziehen und überall eine<br />

Kleinigkeit zu essen. Zunächst gibt’s im<br />

»Kasui« eine Avocado vom Robatayaki-<br />

Grill mit Joghurt und Chilisauce, dann im<br />

»Shaka« ein »Lomi Lomi«, Lachs mit marinierten<br />

Zwiebeln, Ananas, Ingwer, Koriander<br />

und Ponzu-Sauce, und im »La Vieja«<br />

einen Taco aus kanarischem Gofio-Mehl<br />

mit Ziegenfleisch, Käsepaté und Ananas.<br />

Weiter geht’s am Rathaus vorbei durch<br />

Straßen voller Boutiquen mit den neuesten<br />

Modetrends und viel Dekorativem. Das<br />

schöne Wetter macht dabei Lust auf eine<br />

süße Delikatesse. Wir entscheiden uns für<br />

etwas sehr Traditionelles, nämlich für das<br />

Café »Ca’n Joan de s’Aigo«, eines der<br />

ältesten Cafés Palmas. Dort wartet das<br />

wohl beste Mandeleis der Stadt auf uns. An<br />

den Nebentischen sieht man Touristen, aber<br />

auch viele ältere einheimische Damen und<br />

Familien, und selbst die Altkönigin Sofia<br />

kommt ab und an zu Besuch.<br />

Derart gestärkt ist man bereit für etwas<br />

Kultur. Wussten Sie schon, dass – in Relation<br />

zur Einwohnerzahl – Palma die höchste<br />

Galeriendichte in ganz Spanien hat? Interessant<br />

ist beispielsweise die Galerie Aba Art<br />

Lab der Zwillingsschwestern Maribel und<br />

Alejandra Bordoy auf dem Platz vor dem<br />

bekanntesten Museum von Mallorca für<br />

moderne Kunst, dem Es Baluard.<br />

Das Dinner ist schließlich im »El Txoko<br />

de Martín« reserviert, dem Palma-Ableger<br />

von Starkoch Martín Berasategui, der mit<br />

seinen vielen Lokalen bereits 13 Michelin-<br />

Sterne bekommen hat, in Palma aber eher<br />

Traditionelles mit Pfiff auftischen lässt. ><br />

Fotos: Nando Esteva, beigestellt, Shutterstock, Es Baluard Museu, Can Bordoy<br />

192 falstaff jun <strong>2022</strong>


Unverkennbares Wahrzeichen Palmas ist die gotische Kathedrale<br />

La Seu, gleich daneben liegt der Almudaina-Palast, offizielle<br />

mallorquinische Residenz des spanischen Monarchen.<br />

Das wohl beste Mandeleis der Stadt bekommt man im<br />

Café »Ca’n Joan de s’Aigo«.<br />

Gelegen in einer alten<br />

Festung, bietet das<br />

Museum Es Baluard ein<br />

ganz besonderes Flair<br />

(Bild rechts). Nach einem<br />

Tag mit Kunst, Kultur und<br />

tollem Essen entspannt<br />

man besonders fein im<br />

Fünf-Sterne-Palast<br />

»Can Bordoy«.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

193 271


eise / LONG WEEKEND – MALLORCA<br />

Im Nordosten der Insel kommt<br />

zum Blau von Himmel und Meer<br />

auch noch üppiges Grün. Ein<br />

wenig entspannter geht es<br />

außerdem zu, wie etwa in den<br />

»Carrossa Hotel Spa Villas« .<br />

Im »Arrels« wird nicht irgendein Frühstück aufgetischt. Alle Produkte<br />

stammen aus Mallorca oder von den benachbarten Baleareninseln. Zu den<br />

Spezialitäten der Region zählt auch Tintenfisch. Den isst man am besten<br />

in Buttersauce bei Pau Navarro im »Mercat Negre«.<br />

SAMSTAG<br />

Bei einem Frühstück lernen wir die Insel<br />

kulinarisch kennen, essen dann beim »Tapas-<br />

König« und fahren weiter ins Landesinnere.<br />

Der perfekte Tag startet mit einem<br />

perfekten Frühstück: Im »Arrels« in<br />

Ca’s Català nahe der Hauptstadt<br />

wird man schon morgens direkt am Meer mit<br />

fünf opulenten, teils mehrteiligen Gängen<br />

verwöhnt. Das reicht von frischen Früchten<br />

oder Wurstprodukten, Käse, selbst gemachter<br />

Marmelade und eingelegten Anchovis über<br />

gefüllte Teigtaschen, Eierspeise mit Trüffel bis<br />

hin zu süßen Köstlichkeiten und der beliebten<br />

»ensaïmada«. Dazu gibt’s jeweils ein passendes<br />

Getränk. Und alles, bis hin zu Sekt und<br />

Trüffel, stammt von der Insel oder den<br />

balearischen Inselschwestern Menorca und<br />

Formentera – da lernt man quasi bei einem<br />

Frühstück alles auf einmal kennen und erhält<br />

ganz nebenbei interessante Tipps für den<br />

wichtigen Gourmet-Souvenir-Einkauf.<br />

Zurück in Palma wird das mit den kulinarischen<br />

Mitbringseln gleich umgesetzt. Es geht<br />

in die zentral gelegene Markthalle Olivar, wo<br />

samstagmittags viel los ist. Das Ganze ist eine<br />

lebendige Mischung aus Verkaufsständen und<br />

kleinen Standrestaurants wie dem »Mercat<br />

Negre« (zu Deutsch »Schwarzmarkt«) in der<br />

Fischhalle. Chef Pau Navarro hat ein Faible<br />

für sonst oft vergessene Teile jenseits des Filets:<br />

Innereien von Fischen werden hier perfekt<br />

zubereitet, und seine Tintenfischtentakel in<br />

Buttersauce sind ein Gedicht! Noch etwas<br />

»Flor de Sal d’Es Trenc« gekauft, Sobrasada<br />

von Can Company und ein gutes Olivenöl,<br />

etwa das von Treurer. Dann wird uns alles zu<br />

voll und wir fliehen – zum König. Spanien ist<br />

eine Monarchie, also sollte man auch den<br />

König besuchen, den Tapas-König von Palma,<br />

Igor Rodríguez im »El Bandarra«. Den<br />

»Titel« trägt er aufgrund seiner zahlreichen<br />

ersten Plätze bei Tapas-Wettbewerben in Palma<br />

und in ganz Spanien. Probiert wird sein<br />

»Xuco«. Optisch eine Art Krokette, besteht<br />

die Füllung aus gekochtem Fleisch vom auf<br />

Mallorca heimischen schwarzen Schwein,<br />

Zackenbarsch und einem Aprikosenpüree als<br />

kleinem Säureausgleich. Ungewöhnlich, aber<br />

auch ungewöhnlich lecker!<br />

Nun sollten wir unseren Mietwagen<br />

ausnutzen und fahren aufs Land, Richtung<br />

Nordosten. Es geht auf einen Berg, man<br />

könnte auch sagen, einen hohen Hügel in der<br />

Inselmitte, denn der Puig de Santa Magdalena<br />

bei Inca ist mit 300 Metern Höhe wahrlich<br />

kein Matterhorn. Oben setzen wir uns<br />

gemütlich zu einem späten Mittagessen ins<br />

Berglokal und schmausen eine typisch mallorquinische,<br />

superzarte Lammschulter, die<br />

16 Stunden bei 60 bis 80 Grad in eigenem<br />

Sud geschmort hat. Umsonst gibt es dazu<br />

den Traumblick bis hinüber zu den<br />

Tramuntana- Bergen. Wer die Gegend länger<br />

genießen will, dem bietet sich ein Aufenthalt<br />

in den zurückgezogen-luxuriösen Carrossa<br />

Hotel Spa Villas gleich in der Gegend an.<br />

Abends zurück in Palma reichen uns ein<br />

paar originelle Kroketten in der »Croqueteria«,<br />

wo es ein Dutzend Varianten gibt, etwa<br />

die mit Sobrasada, Austern-Seitlingen und<br />

menorquinischem Käse oder solche mit<br />

Kabeljau, Garnelen und Tintenfisch. Köstlich!<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

194 falstaff jun <strong>2022</strong>


Vom Tempel des<br />

Herrenhauses Son<br />

Marroig bei Deià<br />

(links) hat man<br />

einen wunder ­<br />

vollen Ausblick<br />

auf das Meer. Bei<br />

Sonnen untergang<br />

ist allerdings der<br />

Mirador na<br />

Foradada (im<br />

Kreis) ein echter<br />

»Place to be«.<br />

SONNTAG<br />

Entlang der Küstenstraße finden wir<br />

atemberaubende Ausblicke, ein altes<br />

Künstlerdorf und herrliche Fischküche.<br />

Mallorca besteht ja nicht nur aus<br />

Palma, also etwas Proviant mitgenommen<br />

und los geht es mit<br />

dem Mietwagen entlang der Küstenstraße<br />

zur romantischen, wild zerklüfteten Küste<br />

in den Westen. Einen Stopp legen wir am<br />

Aussichtspunkt Mirador na Foradada ein.<br />

Ein Traumblick erwartet uns dort, wenngleich<br />

wir für das Beste noch Stunden zu<br />

früh sind. Hier trifft man sich nämlich üblicherweise<br />

zum Sonnenuntergang.<br />

Wir fahren weiter nach Deià, einem ehemaligen<br />

Künstlerdorf. Bei den Nachfahren<br />

des bunten, freigeistigen Völkchens gibt es<br />

jetzt mehr Boutiquen als Ateliers. Doch<br />

wenn es eigenartig »duftet«, dann sollte man<br />

sich nicht wundern – das eint die Hippies<br />

von gestern und die Freigeister von heute …<br />

Schön ist ein kleiner Ausflug runter an die<br />

Steinbucht, in das Fischlokal »Ca’s Patró<br />

March«, wo man, unterm Holzdach sitzend,<br />

Fisch vom Grill serviert bekommt. Einfach<br />

zubereitet, aber super frisch.<br />

Das Mittagessen erwartet uns aber im<br />

»Béns d’Avall«, das es immerhin schon seit<br />

über 50 Jahren gibt, gegründet von den<br />

Eltern des aktuellen Besitzers Benet Vicens,<br />

der gemeinsam mit Sohn Jaume in der<br />

Küche steht und sich seit zwei Jahren über<br />

einen Michelin-Stern freut. Gekocht wird<br />

mallorquinisch, oft mit französischem<br />

Touch und nahezu ausschließlich mit Bioprodukten<br />

aus dem eigenen Garten. Da<br />

freuen wir uns schon auf die Bouillabaisse<br />

nach altem Familienrezept mit heimischen<br />

Fischen, den Gourmet-Garnelen aus Sóller,<br />

einer Rouille-Sauce und Safran-Gnocchi.<br />

Und das Ganze auf einer Terrasse über dem<br />

Meer sitzend. Verwöhnt von dem freundlichen<br />

Serviceteam können wir uns nur<br />

schwer lösen, aber wenigstens eine Bodega<br />

sollte noch besucht werden. Nur: welche?<br />

Die Insel ist voll von national wie international<br />

prämierten Weingütern. Da gäbe es die<br />

Bodega Ribas, die von der mittlerweile<br />

zehnten Generation einer Familie betrieben<br />

wird – oder die Bodega Can Majoral, die<br />

als erste auf Mallorca den Bioweinanbau<br />

betreibt. Die Wahl fällt aber auf die nicht so<br />

bekannte Bodega Ramanyà bei Santa Maria<br />

del Camí. Die Besitzerfamilie Ramis ist nicht<br />

nur überaus herzlich, sie bietet mit ihrem<br />

kleinen Privatmuseum auch einen Blick<br />

zurück in die Geschichte. Auf dem Weg<br />

zurück nach Palma sollte man aber unbedingt<br />

noch einen kurzen Zwischenstopp im<br />

»Sa Sini« in Santa Maria einlegen. Die<br />

Kuchen von Hausherrin Andrea Terrades<br />

sind legendär – der perfekte Abschluss eines<br />

tollen Wochenendes auf Mallorca!<br />

><br />

Palmen, wohin man<br />

blickt: Mallorcas<br />

Hauptstadt sorgt für<br />

jede Menge<br />

Urlaubsfeeling.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

195


eise / LONG WEEKEND – MALLORCA<br />

TIPPS &<br />

ADRESSEN<br />

RESTAURANTS & CO.<br />

KASUI (1)<br />

Die Betreiber arbeiteten jahrelang für die internationale<br />

»Roka«-Kette von Rainer Becker und<br />

schwören ebenso auf den japanischen Grill.<br />

Plaça Raimundo Clar 6, 07002 Palma<br />

T: +34 971 677780, kasuirestaurante.com<br />

SHAKA (2)<br />

Hawaiianisch, japanisch, mediterran. In farbenfrohem<br />

Ambiente schlemmt und trinkt – es gibt feine<br />

Cocktails – man ganz wunderbar. A place to be!<br />

Carrer de l’Hostal de Santanyí/Ecke Plaça<br />

Raimundo Clar, 07002 Palma<br />

T: +34 871 177066, shakamallorca.com<br />

LA VIEJA DE JONAY HERNÁNDEZ (3)<br />

Der Chefkoch und Besitzer kommt aus Teneriffa,<br />

seine Küche spiegelt aber die ganzen Kanaren in<br />

moderner Variation wider. Das Lokal zieren witzige<br />

Wandgemälde inklusive riesiger Krake.<br />

Plaça Raimundo Clar 11, 07002 Palma<br />

T: +34 871 531731, lavieja.net<br />

CA’N JOAN DE S’AIGO (4)<br />

Tradition pur! Mittlerweile drei Geschäfte. Hier<br />

treffen sich Alt und Jung, Einheimische und<br />

Touristen gleichermaßen. Am schönsten ist immer<br />

noch das ursprüngliche Café in der Ca’n Sanç.<br />

Carrer Ca’n Sanç 10, 07001 Palma<br />

T: +34 971 710759, canjoandesaigo.com<br />

EL TXOKO DE MARTÍN (5)<br />

Der mit zahlreichen Sternen ausgezeichnete baskische<br />

Spitzenkoch Martín Berasategui bietet seit<br />

Mai 2021 traditionelle spanische Küche mit Pfiff.<br />

Plaça del Pont s/n, 07014 Palma<br />

T: +34 871 004080, eltxokodemartin.com<br />

ARRELS (6)<br />

Im Fünf-Sterne-Hotel »Hotel de Mar Gran Meliá« in<br />

Illetas findet man das »Arrels« von Marga Coll.<br />

Gekocht wird hier auf Basis von saisonalen<br />

Marktprodukten der Insel.<br />

Passeig de Illetas 7, 07184 Calviá (Illetas)<br />

T: +34 971 402511, restaurantearrels.com<br />

MERCAT NEGRE (7)<br />

Pau Navarro ist wohlbekannt durch sein erfolgreiches<br />

Restaurant »Clandestí«. Seit Dezember hat<br />

er auch einen Stand in der Fischhalle des Olivar-<br />

Markts und bietet dort das Beste seiner Standnachbarn<br />

– auch die nicht so gängigen Innereien.<br />

Stand 6 a, Plaça de l’Olivar, 07002 Palma<br />

EL BANDARRA (8)<br />

Im »El Bandarra« gibt’s ausgefallene Tapas nach<br />

Art des mehrfach prämierten baskischen<br />

Chefkochs Igor Rodríguez.<br />

Carrer de Can Brondo 5, 07001 Palma<br />

T: +34 971 001051, elbandarrapalma.com<br />

PUIG DE SANTA MAGDALENA (9)<br />

Berggasthof mit Blick übers Land und guter<br />

mallorquinischer Küche.<br />

Carretera de Santa Magdalena, 07300 Inca<br />

T: +34 871 870199<br />

FB: Restaurant Puig de Santa Magdalena<br />

SA CROQUETERIA (10)<br />

Hier trifft man nur auf Einheimische, die sich die<br />

vielen Kroketten-Varianten schmecken lassen.<br />

Carrer de Julià Alvarez 12, 07004 Palma<br />

T: +34 871 716375, sacroqueteria.com<br />

CA’S PATRÓ MARCH (11)<br />

Pittoresk, direkt am Meer gelegen, urig – und<br />

immer voll.<br />

Carrer Sa Cala 16, 07179 Deià<br />

T: +34 971 639137, FB: Ca’s Patró March, Cala Deià<br />

BÉNS D’AVALL (12)<br />

Ein Klassiker auf Mallorca. Vater und Sohn Vicens,<br />

mittlerweile auch mit Michelin-Stern, verwöhnen<br />

ihre Gäste mit kreativen Varianten mallorquinischer<br />

Gerichte. Traumlage mit Traumblick.<br />

Carretera de Deyá, Km. 56, 07100 Sóller<br />

T: +34 971 632381, bensdavall.com<br />

SA SINI (13)<br />

In das Traditionsrestaurant in Santa Maria del Camí<br />

pilgern Kuchenfreunde.<br />

Plaça Hostals 20, 07320 Santa Maria del Camí<br />

T: +34 971 620252, cellersasini.net<br />

BODEGA RAMANYÀ (14)<br />

Eine der wenigen Bodegas auf Mallorca mit Sekt<br />

und die einzige mit einem hübschen Ethno-Museum.<br />

Cami des Coscois 16, 07320 Santa Maria del Camí<br />

T: +34 680 417929, bodegaramanya.com<br />

HOTELS<br />

CARROSSA HOTEL SPA VILLAS (1)<br />

Luxuriöses 340ha-Resort – mit reichlich Golfplätzen<br />

in Schlagweite – im entspannten und<br />

genussreichen grünen Nordosten der Insel.<br />

Camí de Carrossa km 3,4, 07570 Artà<br />

T: +34 971 835647, carrossa.com<br />

LJS RATXÓ (2)<br />

Eco Luxury Retreat in einem Naturschutzgebiet in<br />

den Bergen mit Natur-Spa, Biogarten und dem<br />

Restaurant von Spitzenköchin Maria Salinas.<br />

Cami de Son Net s/n, 07194 Puigpunyent<br />

T: +34 971 096131, ratxo.com<br />

CAN BORDOY (3)<br />

Umgebauter Fünf-Sterne-Stadtpalast im Lonja-<br />

Viertel von Palma mit Garten und Spa und empfehlenswertem<br />

»Plant-Forward«-Restaurant »Botànic«.<br />

Carrer del Forn de la Glòria 14, 07012 Palma<br />

T: +34 871 871202, canbordoy.com<br />

KULTUR & CO.<br />

ABA ART LAB (1)<br />

Seit 2004 werden hier Werke von renommierten<br />

Künstlern und Avantgarde-Kunst ausgestellt.<br />

Plaça de la Porta de Santa Catalina 21 b<br />

07012 Palma, T: +34 971 717835, abaart.com<br />

ES BALUARD (2)<br />

Eingebettet in eine alte Festung ist das größte<br />

Museum für moderne Kunst Mallorcas.<br />

Plaça de la Porta de Santa Catalina 10<br />

07012 Palma, T: +34 971 908200<br />

esbaluard.org<br />

MIRADOR NA FORADADA (3)<br />

DER Treffpunkt für Sundowner-Freunde.<br />

Carretera de Valldemossa, Km. 65, 07179 Deià<br />

><br />

Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

196 falstaff jun <strong>2022</strong>


5-Sterne-Auszeit auf Mallorca<br />

mit Wellness & Gourmet<br />

Wir begrüßen Sie in der bezaubernden Wohlfühlwelt des Carrossa Resorts,<br />

nahe der romantischen Stadt Artà, mit Traumblick in die Bucht von Alcúdia –<br />

weitab der Touristenströme. Das Resort auf einem 3,4 Mio. m 2<br />

großen Privatgelände umfasst 75 Hotelzimmer, 4 Luxus-Villas,<br />

2 feine Restaurants, eine Spa-Oase mit 2 Pools, 3 Saunen, Fitness u.v.m.<br />

Das attraktive Wochen-Arrangement inkl. Gourmet-Halbpension<br />

ist bereits ab 938 € p. P. buchbar.<br />

Informationen & Buchung: www.carrossa.com<br />

Carrossa Country Club SA · Camí de Carrossa KM 3,4 · 07570 Artà<br />

Telefon +34 971–835647


eise / GENUSSWANDERN<br />

TRAUM-<br />

WANDELN<br />

Die Mosel begründet nicht nur ein Weinbaugebiet von Weltruf.<br />

Entlang des Flusses kann man auch hervorragend wandern.<br />

Adressen für Genießer finden sich entlang des Ufers zuhauf.<br />

TEXT PHILIPP ELSBROCK<br />

Foto: Shutterstock<br />

198 falstaff jun <strong>2022</strong>


Was für ein Anblick: die Moselschleife<br />

zwischen Leiwen (l.) und Trittenheim (r.).<br />

Für Wanderungen mit genussreichen<br />

Pausen eignet sich das geschichtsträchtige<br />

Weinbaugebiet hervorragend.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

199


eise / GENUSSWANDERN<br />

Oberhalb von Perl<br />

hat man einen<br />

herrlichen Blick auf das<br />

Dreiländereck.<br />

Es fing an mit dem Jakobsweg.<br />

Auf einmal schnürten auch<br />

jüngere Leute Wanderstiefel an<br />

und machten sich auf den Weg.<br />

Schritt für Schritt die Welt zu<br />

erlaufen, das steht im Gegensatz zu der<br />

Möglichkeit, in wenigen Stunden tausende<br />

Kilometer per Flugzeug zu überbrücken.<br />

Wer wandert, entscheidet sich für Beschränkung,<br />

für Entschleunigung. Weil alles<br />

Luxuriöse Rast: Drei-Sterne-Küche<br />

im Restaurant von Ausnahmekoch<br />

Christian Bau im Ortsteil Nennig.<br />

möglich ist, weil die ganze Welt offensteht,<br />

gewinnen zugleich nahe Ziele an Attraktivität.<br />

Seit dem ersten Jahrzehnt des 21.<br />

Jahrhunderts steigt die Zahl der Wanderwilligen<br />

jedes Jahr an, zusätzlich befeuert<br />

von Ratgebern, die das Spazierengehen und<br />

in der Konsequenz auch das Wandern als<br />

Weg zu innerer Klarheit, zur Ideengewinnung<br />

und Reflexion bewerben. Und es<br />

stimmt ja auch: Kaum ein Wanderer<br />

telefoniert stundenlang<br />

oder schaut en passant<br />

die neue Serie an. Netflix,<br />

das ist die Natur auf dem<br />

Weg: Pflanzen, Tiere, die Umgebung.<br />

Je nachdem, wie man letztere wählt,<br />

kommt auch der Genuss zwischendurch<br />

nicht zu kurz. Wir haben zwei Abschnitte<br />

entlang des Moselwanderwegs ausgewählt,<br />

die nicht nur fürs Auge viel bieten. Sondern<br />

auch Wein- und Kulinarik in den Fokus<br />

rücken und jetzt bis weit in den Herbst<br />

hinein ideal zu entdecken sind.<br />

MOTIVATIONSBOOST AUSBLICK<br />

Der erste Weg beginnt oder endet, wie es<br />

beliebt, im Saarland, in Perl, wo die Mosel<br />

die Grenze zu Luxemburg bildet. Auf der<br />

gegenüberliegenden Seite des Flusses wurde<br />

im Winzerdorf Schengen im Jahr 1985<br />

europäische Geschichte geschrieben. Wer<br />

etwas mehr Zeit hat, sollte die Brücke<br />

überqueren und sich im Europäischen<br />

Museum und im Schloss Schengen umsehen.<br />

Zurück auf der deutschen Seite<br />

steuern Wanderer zunächst den Aussichtspunkt<br />

auf dem Hammelsberg bei Perl an.<br />

Fotos: Wanderbüro SH / Kappest, Victor‘s Group / Lukas Kirchgasser, Hans-Peter Merten / robertharding / picturedesk.com Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

200 falstaff jun <strong>2022</strong>


Der weite Blick über <strong>Deutschland</strong>,<br />

Luxemburg und bis nach<br />

Frankreich, der Dreiländerblick,<br />

liefert direkt den ersten Motivationsschub.<br />

Ein Stück weit geht es noch<br />

entlang der französischen Grenze,<br />

bis der Weg schließlich nach Norden<br />

abknickt und man den Ortskern von Perl<br />

umwandert. Wälder und Weinreben wechseln<br />

sich ab, im Frühsommer lassen sich<br />

auch wilde Orchideen entdecken. Auf der<br />

Höhe von Butzdorf ist mehr als die Hälfte<br />

des Weges geschafft, und man kann an eine<br />

ausgedehnte Pause denken.<br />

LUXURIÖS ERHOLEN<br />

Die Zeit ist gekommen, vom Moselsteig<br />

etwas abzuweichen und in Richtung<br />

Westen nach Perl-Nennig abzubiegen, wo<br />

ein wahrer Großmeister seine Kunst<br />

zelebriert: Christian Bau, Drei-Sterne-Koch<br />

und Aromenmagier, serviert auf Schloss<br />

Berg seine Kreationen. Es ist – pro Strecke<br />

– ein Umweg von etwa einer halben<br />

Schloss Schengen in der<br />

gleichnamigen luxemburgischen<br />

Stadt lohnt den Besuch.<br />

Stunde, aber wer Wechselkleidung dabei<br />

hat oder gar eine Übernachtung im<br />

luxuriösen Schlosshotel Berg plant, zu dem<br />

das Restaurant gehört, sollte die Gelegenheit<br />

für einen Besuch bei Bau nutzen. Die<br />

treffsichere Kombination von japanischer<br />

und französischer Küche ist einzigartig –<br />

und bei einem so hochklassigen wie<br />

erfüllenden Menü dürfte mögliche Erschöpfung<br />

schnell Ehrfurcht weichen.<br />

Wer sich irgendwann überwindet, wieder<br />

die Stiefel anzuziehen und aufzubrechen,<br />

wird mit einem relativ einfachen letzten<br />

Abschnitt bis zum Ziel belohnt. Bis auf<br />

einen Anstieg kurz vor dem Übertritt vom<br />

Saarland nach Rheinland-Pfalz sind die<br />

höchsten Höhen überwunden, es geht fast<br />

nur noch bergab. Zwischen Kreuzweiler<br />

und Dilmar nähert man sich Palzem an der<br />

Obermosel und hat, einmal am Bahnhof<br />

des Orts angekommen, mindestens 23 Kilometer<br />

geschafft, je nach Abweichungen<br />

auch ein paar mehr.<br />

Hier angekommen, gibt es zwei Dinge<br />

zu tun. Zum einen sollte man sich beglückwünschen<br />

zu einem guten Start oder Ende,<br />

je nachdem. Zum anderen sollte man eine<br />

Flasche Riesling erstehen, sich zwei Gläser<br />

organisieren und diese direkt am Fluss<br />

genießen. Ist das geschafft, kann man den<br />

Weg ins Hotel antreten. Oder man überlegt<br />

sich die nächste Etappe.<br />

Theoretisch kann man direkt von Palzem<br />

aus weiterwandern – der Moselsteig umfasst<br />

insgesamt 24 Etappen. Als zweiten<br />

<<br />

TIPPS<br />

PERL - PALZEM<br />

WEIN ERLEBNIS HOTEL MAIMÜHLE (1)<br />

Guter Startpunkt für eine Wanderung entlang<br />

der Mosel. Schlichte, aber komfortable Zimmer,<br />

die teilweise im Landhaus-Stil eingerichtet sind.<br />

DZ ab ca. 120 Euro.<br />

Bahnhofstraße 100, 66706 Perl<br />

T: +49 6867 911 3170, maimuehle.de<br />

VICTOR‘S FINE DINING BY<br />

CHRISTIAN BAU (2)<br />

Christian Bau spielt in der Champions League<br />

der Köche weltweit. Gut, dass sein Drei-Sterne-Restaurant<br />

praktisch auf dem Weg liegt. Im<br />

Hotel residiert man auf 5*S-Niveau.<br />

Schloßstraße 27-29, 66706 Perl<br />

T: +49 6866 79118, victors.de<br />

HOTEL ZUR MOSELTERRASSE (3)<br />

Der Name verspricht nicht zu viel – von diesem<br />

Hotel aus genießen Gäste den direkten Blick<br />

auf den Fluss. Das Restaurant ist nur für Hausgäste<br />

geöffnet. DZ ab ca. 82 Euro.<br />

Bahnhofstraße 3, 54439 Palzem<br />

T: +49 6583 610, hotel-zur-moselterrasse.de<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

201


eise / GENUSSWANDERN<br />

TIPPS<br />

LEIWEN -<br />

TRITTENHEIM<br />

HOTEL UND RESTAURANT<br />

VIERZEHN85 (1)<br />

Hübsch und aufwändig renoviertes Fachwerkhaus<br />

mitten in Leiwen, das im dazugehörigen<br />

Restaurant gut gemachte Bistroküche anbietet.<br />

DZ ab ca. 115 Euro.<br />

Euchariusstraße 10–12, 54340 Leiwen,<br />

T: +49 6507 9393901, vierzehn85.de<br />

WEINGUT NIK WEIS ST. URBANS-HOF (2)<br />

Vorzeigewinzer Nik Weis ist in Leiwen zuhause,<br />

kaum jemand erklärt die Region so gut wie er.<br />

Urbanusstraße 16, 54340 Leiwen<br />

T: +49 6507 93770, nikweis.com<br />

WEIN- & TAFELHAUS TRITTENHEIM (3)<br />

Auf der anderen Seite des Flusses gelegen,<br />

gibt es hier Sterneküche – und den Blick auf die<br />

»Trittenheimer Apotheke«. DZ ab ca. 130 Euro.<br />

Moselpromenade 4, 54349 Trittenheim<br />

T: +49 6507 702803, wein-tafelhaus.de<br />

<<br />

DIE ZWEITE ETAPPE<br />

FÜHRT AN DIE<br />

MITTELMOSEL,<br />

ENTLANG EINER DER<br />

SCHÖNSTEN STELLEN<br />

DES LANDES. EIN<br />

ECHTES TRAUMZIEL.<br />

Weg haben wir aber eine Etappe an der<br />

men, ebenfalls unbedingt probierenswert<br />

Mittelmosel ausgewählt, die den Wein noch<br />

sind, versteht sich.<br />

mehr in den Fokus rückt. Sie führt entlang<br />

Nach dieser angemessenen Vorbereitung<br />

einer der schönsten Stellen <strong>Deutschland</strong>s,<br />

wartet nun ein Höhepunkt der Wanderetappe:<br />

an der Moselschleife von Leiwen und<br />

Der Aufstieg zum Aussichtspunkt<br />

Trittenheim. Egal, ob Leiwen Ziel- oder<br />

Zummet, von dem aus man einen atemberaubenden<br />

Startpunkt ist, ein Besuch im Restaurant<br />

Blick auf die erwähnte Mo-<br />

»Vierzehn85« sollte man einplanen. Gerade<br />

selschleife hat. Linkerhand liegt Leiwen,<br />

jetzt, in den warmen Monaten, bietet sich<br />

rechts auf einer Art Halbinsel auf dem<br />

ein Essen auf der hübsch eingefassten Terrasse<br />

anderen Ufer Trittenheim, alles umgeben<br />

an, die nur einen Steinwurf vom Fluss<br />

von mit Weinreben bewachsenen Hängen –<br />

entfernt liegt.<br />

einmal hier gewesen zu sein, dafür würden<br />

Küchenchef Bastian Scharf stellt eine kleine,<br />

internationale Weinnasen viel geben.<br />

saisonale Karte zusammen, die häufig<br />

Beschwingt geht es weiter in Richtung<br />

wechselt und Klassiker der gutbürgerlichen<br />

des Ziels Neumagen-Dhron, wenngleich<br />

Küche zeitgemäß interpretiert. Die Weinkarte<br />

ein Abstecher nach Trittenheim natürlich<br />

konzentriert sich naheliegenderweise<br />

ratsam ist. Im besternten »Tafelhaus« im<br />

auf feine Rieslinge der Region; Weltklasse-Weine<br />

Ort genießt man nicht nur die Küche von<br />

gibt es hier zuhauf. Vom »Vier-<br />

Alexander Oos, sondern blickt auch auf<br />

zehn85« aus ist es nicht weit bis zu einem<br />

eine der berühmtesten Weinlagen der Welt,<br />

prägenden Winzer des Anbaugebiets: Nik<br />

auf die Steillage »Trittenheimer Apotheke«.<br />

Weis und sein Familien-Weingut Sankt-Urbanshof<br />

Wer sich einen Besuch lieber für später auf-<br />

liegen etwas oberhalb des Orts.<br />

heben möchte, wechselt die Flussseite nicht,<br />

Eine bessere und anschaulichere Darstellung<br />

sondern wandert unmittelbar am Fluss zum<br />

der Weinregion als aus seinem Munde<br />

Endpunkt: der Anlegestelle der Stella No-<br />

Ankerpunkt für gute Rieslinge von Mosel und<br />

wird man kaum hören. Dass die Weine, die Saar: Das Weingut Nik Weis St. Urbans-Hof in viomagi, einem Nachbau eines römischen<br />

aus Top-Lagen von Mosel und Saar stam- Leiwen, gut erreichbar auf der Wanderung.<br />

Weinhandelsschiffs.<br />

<<br />

Foto: beigestellt Karte: Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com<br />

202 falstaff jun <strong>2022</strong>


PERFORMANCE<br />

EINE<br />

HOSE<br />

FÜR<br />

ALLES<br />

+ WASSERABWEISEND<br />

+ SCHMUTZABWEISEND<br />

+ MAXIMALE<br />

BEWEGUNGSFREIHEIT<br />

+ ATMUNGSAKTIV<br />

+ UV-SCHUTZ<br />

+ WASCHBAR<br />

+ SCHNELLTROCKNEND<br />

+ PERFEKT FÜR BUSINESS<br />

UND FREIZEIT<br />

+ HIGH-TECH STOFFE<br />

+ LEICHT IM GEWICHT<br />

+ OEKO-TEX ® ZERTIFIZIERT


AUF DEN SPUREN<br />

DES GENUSSES<br />

Zahlreiche Wanderwege entlang der Mosel bieten das perfekte Programm<br />

für aktive Genießer. Hier wird nicht nur das Auge mit traumhaften<br />

Ausblicken über die Weinberge prestigereicher Winzer belohnt, sondern<br />

auch der Gaumen mit allerlei kulinarischen Highlights beeindruckt.<br />

Verführung der Sinne im<br />

»Moselschlösschen Spa & Resort« –<br />

Auszeit für Leib und Seele<br />

Die sanften Hügel der weltweit steilsten Weinbergregion<br />

und das Glitzern des Flusses genügen, damit<br />

der Alltag pausiert. Ein besonderer Platz zum<br />

Krafttanken und Genießen liegt in Traben-Trarbach<br />

direkt an der Uferpromenade. Das neu eröffnete<br />

»Moselschlösschen Spa & Resort« ist ein Ort zum<br />

Ankommen für Leib und Seele.<br />

Das Traditionshaus an der Mosel punktet mit<br />

einem Wohlfühlkonzept für alle Sinne. Ein einzigartiges<br />

Hotel mit historischem Fachwerkhaus, eleganter<br />

Villa und romantischer Schlösschengasse,<br />

eingebettet in einen großen Park mit Moselblick-<br />

Pavillon, Sonnenliegen und Kraftplätzen.<br />

Seit April <strong>2022</strong> verwöhnt ein neu gestalteter<br />

2.500 Quadratmeter großer Spa-Bereich:<br />

modernstes Design auf zwei Ebenen, Lady und<br />

Private Spa, wavebalance®-Anwendungen, weitläufige<br />

Panorama-Sonnenterrassen, Ruhezonen<br />

mit Schwebesesseln, Fitness- und Yogastudio<br />

sowie ein Infinity-Pool mit einmaligem Moselblick.<br />

Ein Verwöhnprogramm für sie und ihn umsorgt<br />

den Körper mit vielfältigen Massageritualen nach<br />

einem sportlichen Tag.<br />

Für den kulinarischen Gourmetgenuss sorgt<br />

Küchendirektor Ralf Fischer. Das Abendmenü in vier<br />

Gängen wird aus überwiegend regionalen Produkten,<br />

Fischen der Mosel, Kräutern aus dem hoteleigenen<br />

Garten, und Aromen aus fernen Welten<br />

zubereitet. Vollendet ist die Adults-only-Auszeit an<br />

der Mosel mit dem liebevoll ausgewählten Wein, der<br />

Geschmack und Duft der Region im Glas einfängt.<br />

Im »Moselschlösschen Spa & Resort« taucht der<br />

Besucher in den Herzschlag der Region ein, genießt<br />

mit allen Sinnen und kehrt nach dieser aromatischen<br />

Pilgerreise gestärkt in den Alltag zurück.<br />

Doch Vorsicht: Der glitzernde Fluss, die Faszination<br />

der sanften Hügel der steilen Weinbergregion<br />

verankern die Sehnsucht nach mehr Ich-Zeit und<br />

Lebenszufriedenheit.<br />

MOSELSCHLÖSSCHEN SPA & RESORT<br />

Traben-Trarbach direkt an der Mosel<br />

Preise pro Nacht und Person ab € 160<br />

moselschloesschen.de<br />

204<br />

falstaff jun <strong>2022</strong>


GENUSSWANDERN AN DER MOSEL<br />

Tradition und Handwerk<br />

Die Brüder Peter und Ulrich Griebeler<br />

setzen auf nachhaltigen Weinbau<br />

und die traditionelle Weinbereitung<br />

in Holzfässern. Die Vinothek<br />

wurde mit dem Architekturpreis<br />

»50 schönste Restaurants und Bars«<br />

des Callwey Verlags ausgezeichnet.<br />

Bei individuellen Weinproben kann<br />

man dort die Mosel verkosten.<br />

WEINGUT HEINRICHSHOF<br />

Weingut: Chur-Kölner-Straße 23<br />

Vinothek: Moselstraße 11<br />

54492 Zeltingen-Rachtig / Mosel<br />

weingut-heinrichshof.de<br />

Genuss von der Mosel<br />

Am südlichsten Zipfel der deutschen<br />

Mosel – direkt im Dreiländereck<br />

– produziert Familie Ollinger<br />

feine Burgunderweine auf Muschelkalk<br />

und Keuper. Seit 2001 ist der<br />

Betrieb ökologisch zertifiziert und<br />

mit Simon Ollinger ist seit 2014 die<br />

junge Generation mit an Bord.<br />

BIOWEINGUT OLLINGER-GELZ<br />

Marienstraße 40<br />

66706 Perl-Sehndorf<br />

T: +49 6867 461<br />

ollinger-gelz.de<br />

Das besondere Weinerlebnis<br />

in Trier:<br />

30.000 m 2 historischer<br />

Weinkeller<br />

Für all jene, die auf der Suche nach<br />

einem besonderen Weinerlebnis sind,<br />

bietet die Weinkellerführung der<br />

Bischöflichen Weingüter Trier das<br />

perfekte Angebot. Zwischen den alten<br />

Gewölbemauern, die auf römische<br />

Ursprünge zurückgehen, lagern<br />

240 historische Moselfuder. Ein<br />

einmaliges Wein-Kultur-Erlebnis mit<br />

Sektempfang und einer Weinflasche<br />

als Geschenk für zu Hause.<br />

Die Weinkellerführung kostet 25 Euro<br />

pro Person. Bei einem Weineinkauf an<br />

dem Tag der Führung erhält man einen<br />

10%-igen Rabatt auf die Bestellung.<br />

Termine: Dienstag und Donnerstag,<br />

jeweils um 11 und um 15 Uhr.<br />

Eine Anmeldung ist erforderlich.<br />

Auch Kellerführungen zu einem<br />

individuellen Termin sind buchbar.<br />

BISCHÖFLICHE WEINGÜTER TRIER<br />

Gervasiusstraße 1<br />

54290 Trier<br />

T: +49 651 14576-0<br />

shop.bischoeflicheweingueter.de<br />

ADVERTORIAL Foto: © Gina Tibus; Dominik Ketz; Sandra Fehr / Heroes of Riesling; chrismarmann; Beigestellt<br />

Die Königin unter den<br />

Weißweinen<br />

Riesling macht am Weingut<br />

Stefan Müller rund 90 Prozent der<br />

Rebfläche aus. Beim Ausbau der<br />

Weine wird großer Wert auf Qualität<br />

und Handarbeit gelegt. Besondere<br />

Aufmerksamkeit erhalten auch die<br />

alten Reben, die aus Überzeugung<br />

weiter erhalten werden.<br />

WEINGUT STEFAN MÜLLER<br />

St.-Ursula-Straße 1<br />

54329 Konz-Krettnach<br />

T: +49 6501 15762<br />

weingutmueller-saar.de<br />

Riesling-Klassiker<br />

von der Saar<br />

Dass jeder Jahrgang anders<br />

schmeckt, das ist auch Christian<br />

Ebert wichtig. Noch viel wichtiger<br />

ist ihm jedoch ein klares Profil.<br />

Seine Weine sind Typen. Und<br />

zwar solche mit Charakter, denn<br />

sie sind richtige Saarweine!<br />

SCHLOSS SAARSTEIN<br />

54455 Serrig / Saar<br />

T: +49 6581 2324<br />

weingut@saarstein.de<br />

saarstein.de<br />

Die Mosel schmecken<br />

Der »Eifelhof« in Brohl ist ein<br />

moderner Landgasthof im Herzen<br />

der Eifel, der 2012 neu eröffnet<br />

wurde. Gemütlichkeit und Moderne<br />

verbinden sich in unseren teils<br />

historischen Gemäuern, wobei<br />

Komfort mit Kreativität und Stil mit<br />

Einfachheit kombiniert wird.<br />

EIFELHOF BROHL<br />

Neugasse 8<br />

56754 Brohl<br />

T: +49 2672 9147188<br />

eifelhof-brohl.de<br />

Wandern.Wein. Wellness<br />

In traumhafter Lage liegt das<br />

Hotel »Halfenstube & Villa Spa<br />

1894«. Von wohltuenden Spa-<br />

Behandlungen, tollen Saunen und<br />

ganzjährig beheiztem Pool bis hin<br />

zu Basenfasten nach Wacker oder<br />

alles rund um den Riesling – so viele<br />

Möglichkeiten an der Mosel.<br />

HOTEL HALFENSTUBE & VILLA<br />

SPA 1894<br />

Moselweinstraße 30/31<br />

56820 Senheim-Senhals<br />

T: +49 2673 4579<br />

halfenstube.de<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 205


KOCHEN & GENIESSEN<br />

Die <strong>Falstaff</strong>-Kochbücher für Genussliebhaber<br />

Jetzt einzeln<br />

oder als Prämie zum Abo bestellen:<br />

falstaff.com/abo<br />

abo@falstaff.de<br />

T: +49 40 386666-307<br />

@ falstaff.magazin


PROMOTION<br />

SAVOIR VIVRE<br />

GENUSSVOLL REISEN & LEBEN<br />

Tipps & Adressen für Entdecker und Gourmets<br />

Die steigenden Temperaturen und die ersten Sonnenstrahlen<br />

machen Lust auf Sommer und mehr. Und jetzt dauert es auch<br />

nicht mehr lange! Es erwarten Sie mehr Natur, mehr Entspannung<br />

und mehr Genuss, wenn Sie Ihre Auszeit in der herrlichen<br />

Bergwelt der Alpen verbringen. Die Ferienregionen der Alpen<br />

begeistern Kenner und Wellness-Genießer ebenso wie Entdecker<br />

und Gourmets, die sich leidenschaftlich gern bekochen lassen.<br />

Die Landschaft ist geprägt von schroffen Bergen und fruchtbaren<br />

Hügeln. Das Gute, das die Erde hervorbringt, ist in Ruhe gereift<br />

und wird mit viel Liebe veredelt. In den hier präsentierten Top-<br />

Hotels ist Gastfreundschaft noch eine Herzensangelegenheit und<br />

wird in allen Bereichen großgeschrieben. Hier können Sie sich<br />

nach Herzenslust verwöhnen lassen. Der unaufdringliche Luxus,<br />

viele vitale Ideen und die feinen Gaumenfreuden, die einem im<br />

wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen, natürlich<br />

stilvoll begleitet von edlen Tropfen aus bestens sortierten<br />

Weinkellern, garantieren erholsame Tage in unvergleichlichen<br />

Genießer-Oasen. Lassen Sie sich das Leben schmecken!<br />

© wavebreakmedia – shutterstock.com<br />

Impressum: Feldkircher Medienpartner GmbH, GF Walter Feldkircher, Kirchnerstraße 6, A-6111 Volders, www.feldkircher-medienpartner.com, Firmenbuch-<strong>Nr</strong>. FN 464135b – LG Innsbruck, UID-<strong>Nr</strong>. ATU 73277367


SAVOIR VIVRE<br />

TIROL<br />

Alpine Wellnesshotel<br />

Cervosa «««««<br />

Erleben Sie uneingeschränktes Wohlgefühl inmitten einer fantastischen<br />

Ferienregion. Das Hotel Cervosa in Serfaus begeistert<br />

nicht nur mit seiner beeindruckenden Aussicht auf die Bergwelt –<br />

von Kulinarik über Wellness bis hin zum Wohnen erleben Sie hier<br />

fantastische Urlaubstage auf 5-Sterne-Niveau. Auf über 3.000 m²<br />

wartet eine Oase der Entspannung: 11 verschiedene Saunen und<br />

Dampfbäder, 2 Whirlpools, Hallenbad, Gartenanlage, Außenpool<br />

(11 x 4 m), Infinitypool (8,5/5,5 x 13 m), Outdoor-Infinity-Whirlpool,<br />

Panoramasauna sowie ein vielseitiges Angebot an wohltuenden<br />

Spa- und Wellnessanwendungen sorgen dafür, dass Sie während<br />

Ihres Urlaubs abschalten und sich rundum erholen können.<br />

Beim Check-in erhalten Sie die Super.Sommer.Card, mit der Ihnen<br />

10 Seilbahnen, Wanderbus sowie Aktivitäten und Themenwanderwege<br />

zur Verfügung stehen. In der Sommersaison <strong>2022</strong><br />

wird ein Leistungsbeitrag in Höhe von € 5,00 pro Erwachsenen<br />

und € 2,50 pro Kind (2007–2015) verrechnet.<br />

Wellnesshotel Cervosa *****<br />

Hugo Westreicher GmbH, Herrenanger 11<br />

6534 Serfaus, Tirol, ÖSTERREICH<br />

T +43 (0) 5476 6211, info@cervosa.com<br />

www.cervosa.com – ATU32773601<br />

7 NÄCHTE ZUM PREIS VON 6<br />

25.06.–09.07.<strong>2022</strong><br />

– 7 Übernachtungen inkl.<br />

Wellness & Gourmetpension<br />

– freie Benutzung der 3.000 m² großen<br />

Wellness- und SPA-Landschaft<br />

– Vitalprogramm und zweimal<br />

täglich Saunaaufgüsse<br />

ab € 948,00 pro Person & Woche<br />

im Doppel-Komfortzimmer Nord<br />

SÜDTIROL<br />

Hotel Cristal ««««S<br />

Schauen Sie sich um und genießen Sie den herrlichen Ausblick<br />

von den märchenhaften Zimmern oder der Liegeterrasse auf die<br />

traumhafte Bergwelt von Rosengarten und Latemar. Einer der<br />

nahen Gipfel heißt übrigens Bellamonte, viele weitere zählen zu<br />

den schönsten Wanderbergen überhaupt.<br />

Natürlich finden Sie hier Ihr Paradies zum Wandern, zum<br />

Biken und für den Naturgenuss. Und wie wär’s mit Golf auf<br />

1.200 Metern? Südtirols schönste 18-Loch-Anlage lädt ein zu<br />

Ferien mit Drive. Für beides, für Schwung und Erholung, sorgt<br />

das Cristal-Wellness- & Beautyprogramm.<br />

Weiters zählt zu den schönen Aussichten jene auf kulinarische<br />

Topqualität: Ein hervorragendes Küchenteam begeistert mit<br />

Gustostückerln aus dem Genussland Südtirol ebenso wie mit<br />

internationalen Köstlichkeiten.<br />

Hotel Cristal ****S<br />

Familie Thaler, Obereggen 31<br />

39050 Deutschnofen, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0471 615511, info@hotelcristal.com<br />

www.hotelcristal.com<br />

UNTER DER SONNE SÜDTIROLS<br />

Ein Segen, was unter der Sonne Südtirols<br />

wächst und gedeiht! Eine Gabe, dieses<br />

kostbare Gut der Berge so außergewöhnlich<br />

zuzubereiten. Küchenmeister Adolf<br />

Munter wird weit über die Grenzen hinaus<br />

geschätzt und begeistert selbst vielgereiste<br />

Genießer täglich aufs Neue. Und immer<br />

genießen Sie höchste Qualität.


PROMOTION<br />

SAVOIR VIVRE<br />

SÜDTIROL | ALPIN PANORAMA HOTEL<br />

Hubertus<br />

Südtiroler Dolomitenfeeling in neuen Dimensionen.<br />

Im Sommer erwarten Sie im Pustertal unbegrenzte Möglichkeiten. 15 Mal pro Woche<br />

begleiten Sie unsere 3 Wander- und Aktivguides im Rahmen unseres abwechslungsreichen<br />

Wochenprogrammes zu unvergesslichen Highlight-Touren und Ausflügen. Begeben Sie<br />

sich anschließend auf eine traumhafte Reise in unsere einzigartige Wellnesslandschaft<br />

mit 9 Saunen und 9 beheizten In- und Outdoorpools. Keine erkennbaren Grenzen, nur<br />

durchsichtiges Glas: So präsentiert sich der beheizte Outdoor-Skypool (33°).<br />

Mit 25 Meter Länge fügt sich das außergewöhnliche Schwimmbad harmonisch in die<br />

einzigartige Wasserwelt des Hubertus ein. Unsere Poollandschaft bekommt ab Sommer<br />

<strong>2022</strong> zudem Konkurrenz. Ab Mai <strong>2022</strong> erstrahlt das Hubertus in neuem Glanz. Neben<br />

neuen Saunasuiten, einem Speisesaal mit atemberaubendem Panorama sowie der<br />

Erweiterung der Wellnessanlage haben wir ein neues Highlight geplant: „Heaven & Hell“<br />

heißt die neue, freistehende Schwimm- und Saunaplattform! So etwas hat es noch nie<br />

gegeben!<br />

HIMMLISCH SCHÖN. HÖLLISCH GUT.<br />

Grenzen überwinden, neue Perspektiven einnehmen,<br />

das Gefühl grenzenloser Freiheit auskosten,<br />

das fällt nirgendwo so leicht wie im Alpin<br />

Panorama Hotel Hubertus in Olang. Ab Mai glänzt<br />

das Hubertus mit einem neuen architektonischen<br />

Meisterwerk, das – wie der spektakuläre Skypool –<br />

zwischen Himmel und Erde schwebt: Heaven<br />

& Hell, so nennt sich die filigrane Plattform, die<br />

Wellness im wahrsten Sinn des Worts auf den Kopf<br />

stellt. Zwischen dem sattblauen Himmel und dem<br />

idyllischen Tal schwebt der außergewöhnliche<br />

Wellnessbereich, der alles bisher Dagewesene in<br />

den Schatten stellt.<br />

Alpin Panorama Hotel Hubertus<br />

Familie Gasser, Furkelstraße 5, 39030 Geiselsberg-Olang, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0474 592104, info@hotel-hubertus.com<br />

www.hotel-hubertus.com


SAVOIR VIVRE<br />

SÜDTIROL<br />

Chalet Tianes –<br />

Alpine Relax ««««S<br />

Ihr alpines Relaxhotel in den Dolomiten<br />

Im Chalet Tianes, Ihrem Hotel bei Kastelruth, begleitet Sie<br />

unsere familiäre Betreuung auf allen Wegen. Ruhig gelegen und<br />

umgeben von einer herrlichen Naturlandschaft bieten wir Ihnen<br />

einen Relaxurlaub, bei dem Sie neue Kraft für Ihren Alltag tanken<br />

können. Unweit vom Wanderparadies der Seiser Alm sowie von<br />

den traumhaften Dolomitenpanoramen des Grödner Tales entfernt<br />

bietet unser Hotel die Möglichkeit, etwas abseits des Rummels<br />

zu relaxen. Die großzügige Wellnessoase des Hotels mit sonniger<br />

Liegewiese inmitten der Bergwiesen ist ideal dafür. Der Juniorchef<br />

des Hauses betreut die Küche und wird Sie mit einer Mischung<br />

aus feinen mediterranen Gerichten und herzhaften Südtiroler<br />

Schmankerln verwöhnen. Aus unserer umfangreichen Weinkarte<br />

können Sie dazu immer einen schönen Wein aussuchen. Unser<br />

Wohlfühlangebot wird Sie überzeugen!<br />

Hotel Chalet Tianes – Alpine Relax ****S<br />

Familie Piccolruaz, St. Michael 3/2<br />

39040 Kastelruth, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0471 708082, info@hotel-tianes.com<br />

www.hotel-tianes.com<br />

JUNIORCHEF PATRICK TARQUINI<br />

legt großen Wert auf die Ausgewogenheit<br />

zwischen regionalen und internationalen<br />

Gerichten sowie eine gute Balance zwischen<br />

herzhafter Südtiroler und italienischer<br />

Küche. Er bevorzugt saisonale, regionale<br />

und frische Produkte, aus denen er leichte<br />

Speisen kreiert, welche alle Gaumen ansprechen.<br />

SÜDTIROL<br />

Ansitz Steinbock<br />

LUXURY SUITES. SOULFUL FOOD.<br />

Schon im Jahre 1750 als Wirtshaus bekannt, ist der Ansitz<br />

Steinbock nach wie vor ein sehr gastlicher Ort. Umso mehr ab<br />

April <strong>2022</strong>. Zurück zum Ursprung entfaltet das historische Kleinod<br />

seine Wurzeln, folgt dem Credo „weniger statt mehr“. Der mutige<br />

Rückbau erschafft neue Exklusivität: Mit nur mehr 12 luxuriösen<br />

Suiten erwarten Gastgeberin Elisabeth und ihre engagierten<br />

Mitarbeiter genussfreudige Individualisten, um sie aus ganzem<br />

Herzen willkommen zu heißen.<br />

Die Suiten, jede für sich ein Einzelstück, verbinden puristisches<br />

Design mit edelsten Materialien: lehmverputzte Wände, Möbel<br />

aus Wenge-Holz, handgewebte Stoffe. Die große Einfachheit als<br />

Essenz für exklusive Momente. Ebenso in den alten Tiroler Stuben,<br />

die Schauplatz der weltgewandten Küche von Haubenkoch Tomek<br />

Kinder sind.<br />

Ansitz Steinbock<br />

Familie Rabensteiner, F.-v.-Defreggergasse 14<br />

39040 Villanders, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0472 843111, info@zumsteinbock.com<br />

www.zumsteinbock.com<br />

HAUBENKOCH AUF WELTREISE<br />

Die Liebe zum guten Essen und Trinken<br />

vereint die Menschen hier. Meisterhaft verinnerlicht<br />

von Haubenkoch Tomek Kinder.<br />

Sobald er mit seiner Küche auf Reisen geht,<br />

bleibt man fasziniert zurück. Ein weltoffener<br />

Geist mit Südtirol und seiner kulinarischen<br />

Tradition im Herzen.


PROMOTION<br />

SAVOIR VIVRE<br />

SÜDTIROL<br />

Alpine Spa Resort<br />

Viktoria ««««S<br />

Abseits vom Verkehr, fernab der Straßen lädt unser familiengeführtes<br />

Hotel zum Verweilen und Genießen ein. Inmitten der Natur ist sowohl<br />

für den Ruheliebenden als auch für den Aktivurlauber vieles<br />

geboten. Die wohlverdiente Entspannung finden Sie ganz bestimmt<br />

in unserem waldSPA, wo Sie auf einer Fläche von 6.000 m² sicherlich<br />

Ihren persönlichen Lieblingsplatz entdecken werden. Freude bereiten<br />

in unserer WaldBeauty unsere geschulten Mitarbeiter, die Ihr<br />

persönliches Wohlbefinden auf Höchststand bringen. Aktiv dabei<br />

sein – unser hoteleigenes Wochenprogramm mit Indoor- und<br />

Outdooraktivitäten verspricht einen abwechslungsreichen Urlaub.<br />

Kulinarisch werden Sie von unserem Chefkoch Michele Nardelli<br />

und seinem Küchenteam verwöhnt. Unser eingespieltes Serviceteam<br />

wird Ihre täglichen Gaumenfreuden mit einem professionellen<br />

Service umrahmen.<br />

SÜDTIROL<br />

Naturhotel Pfösl ««««S<br />

Spektakulär eingebettet inmitten von 35 ha Wiesen und Wäldern<br />

mit einzigartigen Blicken von wirklich jedem Winkel aus liegt auf<br />

1.375 m Höhe das Naturhotel in Deutschnofen im Eggental. Natur<br />

ringsum und Natur auch im Haus – mit weitsichtigem Blick auf<br />

die Nachhaltigkeit: heimisches Holz, feinste Lodenstoffe, eigener<br />

Kornanbau, Kräuter- und Permakulturgarten, viele lokale Partner<br />

für die exklusive regional-saisonale Naturküche. Zero-Waste-<br />

Zimmerware, Biomasseheizwerk und Strom aus grüner Wasserkraft.<br />

Durch und durch ein Urlaub mit gutem Gewissen.<br />

2.000 m 2 NATURASPA INDOOR & OUTDOOR mit Infinitypool,<br />

8 Saunen, Outdoor-Whirlpool, Barfußparcours und Naturteich zum<br />

Kneippen. PFÖSL REGENERATION 360°: bewusste körperliche<br />

und mentale Regeneration mit berührenden Naturerfahrungen,<br />

Yoga und Meditation – 4 Tage ab € 585,00.<br />

Alpine Spa Resort Viktoria ****S<br />

Familie Platzer, Falzebenerstraße 9<br />

39010 Hafling bei Meran, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0473 279422, info@hotel-viktoria.com<br />

www.hotel-viktoria.com<br />

KULINARISCHE HOCHGENÜSSE<br />

Die Gerichte – genial einfach. Die besten<br />

Zutaten aus Südtirol kombiniert mit der<br />

mediterranen Küche.<br />

Das Ergebnis: einzigartige Kreationen, die<br />

jeden Gaumen verführen.<br />

Hotel Pfösl ****S<br />

Familie Zelger-Mahlknecht, Schwarzenbach 2<br />

39050 Deutschnofen, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0471 616537, info@pfoesl.it<br />

www.pfoesl.it – IT01474620216<br />

MARKUS THURNER<br />

Zurück zum Ursprung. In der Küche ist es uns<br />

wichtig, nur frische, regionale und qualitativ<br />

hochwertige Zutaten zu verwenden. Chefkoch<br />

Markus Thurner und sein Team bringen den<br />

Lebensmitteln die höchste Wertschätzung<br />

entgegen und verarbeiten sie mit größter<br />

Sorgfalt zu unvergesslichen Gerichten, die<br />

gekonnt Bodenständiges, Innovatives und<br />

Natürliches vereinen.


SAVOIR VIVRE<br />

SÜDTIROL / HOTEL UND RESIDENCE<br />

Sittnerhof ««««<br />

Die Lage ist einfach herrlich: in einer der schönsten Ecken<br />

Merans, eingebettet in Weinberge und doch nur 10 Gehminuten<br />

ganz eben vom Stadtkern MERANS und den Promenaden<br />

entfernt! Das familiäre Ambiente, die Gemütlichkeit und die<br />

erholsame Wellnessabteilung garantieren ein entspanntes<br />

Urlaubsklima. Seit über 60 Jahren schätzen Gäste vor allem die<br />

Auswahl an Qualitätsweinen aus unserem eigenen Weinberg, die<br />

wir Ihnen bei einer gelegentlichen geselligen Weinbergführung mit<br />

Verkostung präsentieren. Das Küchenteam verwöhnt Sie täglich<br />

mit feinen Gaumenfreuden aus der Südtiroler, mediterranen<br />

und internationalen Küche. Wir legen stets größten Wert auf<br />

frische, regionale Produkte für einen Hochgenuss für Körper,<br />

Geist und Gaumen. Keinesfalls verpassen sollten Sie den<br />

Ausblick und die Ruhe auf unserer Panorama-Dachterrasse, die<br />

Gratistransfers zum botanischen Garten Schloss Trauttmansdorff<br />

und den Tappeinerweg sowie die geführten Wanderungen und<br />

Ausflugsfahrten mit unserem Kleinbus.<br />

Hotel und Residence Sittnerhof ****<br />

Familie Brunner, Giuseppe-Verdi-Straße 58<br />

39012 Meran, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0473 446331, info@sittnerhof.it<br />

www.sittnerhof.it<br />

EXKLUSIV FÜR SAVOIR-VIVRE-LESER:<br />

1 Flasche Eigenbauwein, wenn Sie bei Ihrer<br />

Reservierung den Buchungscode „Savoir<br />

Vivre“ angeben.<br />

Die besten Angebote finden Sie immer<br />

direkt bei uns auf www.sittnerhof.it<br />

Golf-Liebhaber erhalten 20 % Greenfee-<br />

Ermäßigung auf alle Golfplätze in Südtirol.<br />

Wir freuen uns schon auf Sie!<br />

SÜDTIROL<br />

Vital Hotel Erica ««««S<br />

Ihr Feel-Good-Refugium in den Dolomiten<br />

Unser Hotel ist ein besonderer Ort – ein Refugium des Wohlfühlens<br />

und der Entspannung in der Bergwelt der Dolomiten auf dem<br />

Südtiroler Hochplateau im Eggental. Ein Platz mit besonderer<br />

Energie und Kraft. In unserem Feel-Good-Refugium und der<br />

naturbelassenen Umgebung finden Sie alles, wonach Sie sich<br />

sehnen und was Ihnen selbst guttut. Der Mensch steht bei uns<br />

im Mittelpunkt: Körper-Seele-Geist. Spüren Sie bei uns die Freiheit<br />

der Natur, die Geborgenheit und die wärmende Gastfreundschaft<br />

Südtirols. Dabei genießen Sie unsere kulinarischen Köstlichkeiten<br />

in unseren liebevoll gestalteten Räumen. Das Erica-Team und das<br />

familiäre Ambiente sorgen für einen Urlaub voller genussvoller,<br />

erholsamer und entspannender Momente. Die großzügige<br />

Wellnessoase mit Panoramablick sowie unsere im alpinen Stil<br />

gestalteten Zimmer und Suiten schaffen außergewöhnliche<br />

Augenblicke des Wohlbefindens. Ihre Gastgeberfamilie Brunner<br />

sowie das Erica-Team heißen Sie herzlich willkommen!<br />

Vital Hotel Erica ****S<br />

Hotel Erica GmbH, GF Luis Brunner, Hauptstraße 17<br />

39050 Deutschnofen, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0471 616517, info@erica.it<br />

www.erica.it<br />

GENUSS & GOURMET<br />

In seiner alpinen Wellness-Küche zaubert<br />

unser Küchenchef Arnold Paris mit seinen<br />

Mitarbeitern jeden Tag neue Gaumenerlebnisse<br />

für Sie. Eine gelungene Mischung aus<br />

Südtiroler Hausmannskost mit Ideen der<br />

internationalen Kochkunst, Südtiroler Mehlspeisentradition<br />

und die Liebe zum Kochen<br />

machen das Essen im Erica zu einem genussvollen<br />

Erlebnis.


PROMOTION<br />

SAVOIR VIVRE<br />

GENIESSERHOTEL<br />

Sonnalp ««««S<br />

In Obereggen im Eggental, in einzigartig ruhiger Lage direkt am Latemar und vor<br />

herrlich blühenden Blumenwiesen, befindet sich das Genießerhotel Sonnalp. Ideal für<br />

traumhafte Berg- und Wandertouren im Reich der Dolomiten, E-Biken oder Golfen auf<br />

dem nahegelegenen Golfplatz Petersberg (18 Holes)! Die südseitig, mit Panoramablick<br />

ausgerichteten Zimmer und Suiten, die raffinierte Kulinarik des Martin Köhl sowie ein<br />

Weinkeller, der keine Wünsche offenlässt, runden das Angebot dieses Genießerhotels<br />

ab. Zudem überrascht das Sonnalp mit Hallenbad und beheiztem Freischwimmbad auf<br />

1550 m Höhe, elegantem Saunabereich zum Entspannen und einem Gourmetrestaurant,<br />

das von Gault Millau bereits seit Jahren mit 3 Hauben und 15 Punkten ausgezeichnet<br />

wird.<br />

MARTIN KÖHL<br />

Seit nun 25 Jahren überrascht Haubenkoch Martin<br />

Köhl seine Gäste im Sonnalp mit besonderen kulinarischen<br />

Kreationen. „Regionale und mediterrane<br />

Gerichte neu interpretieren“, so lautet das Credo<br />

des Spitzenkochs aus dem Eggental. Dabei setzt<br />

Martin Köhl vorwiegend auf Produkte von heimischen<br />

Bauern und auch italienischen Herstellern.<br />

Genießerhotel Sonnalp ****S<br />

Familie Weissensteiner<br />

Obereggen 28, 39050 Obereggen-Dolomiten, Südtirol, ITALIEN<br />

T +39 0471 615842, info@sonnalp.com, www.sonnalp.com


Einfach sein,<br />

nichts müssen.<br />

Eine mediterrane Schönheit, ein echtes<br />

Hideaway auf hohem Niveau.<br />

Unser familiengeführtes Hotel in Marling<br />

ist ein Ort des Seins, nicht des Müssens.<br />

Jetzt im Frühling besonders verlockend:<br />

mit interessanten Spezialangeboten und<br />

Vorteilswochen. Schauen Sie rein!<br />

Ihre Ulrike Spögler<br />

Giardino Marling *****<br />

Familie Spögler, St. Felix Weg 18<br />

39020 Marling, S Ü D T I R O L<br />

T +39 0473 447 177<br />

info@giardino-marling.com<br />

www.giardino-marling.com


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DIE DIGITALE<br />

FALSTAFF-GENUSSWELT<br />

JETZT<br />

AUCH<br />

DIGITAL!<br />

Tauchen Sie ein in die Welt von Wein, Kulinarik, Lifestyle und Genussreisen:<br />

Lesen Sie jetzt 10 Ausgaben <strong>Falstaff</strong> Digital für nur € 37,50<br />

und erhalten Sie den Weinguide <strong>Deutschland</strong> <strong>2022</strong> gratis dazu.<br />

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falstaff.de/abo, T: + 49 40 386 666-307, abo@falstaff.de<br />

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JUNI <strong>2022</strong><br />

IMPRESSUM<br />

INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT<br />

FÜR ESSEN, TRINKEN & REISEN<br />

Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind<br />

urheberrechtlich geschützt. Übersetzung, Nachdruck,<br />

Vervielfältigung und Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen<br />

nur mit ausdrücklicher Genehmigung des<br />

Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind<br />

ausschließlich mit Angabe der Quelle gestattet.<br />

MEDIENINHABER<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>Deutschland</strong> GmbH<br />

VERLAGSORT<br />

Carlsplatz 18, D-40213 Düsseldorf<br />

T: +49 211 9666299-0, F: +49 211 9666299-9<br />

info@falstaff.de, redaktion@falstaff.de<br />

falstaff.com<br />

Gegenstand des Unternehmens sind die Herausgabe,<br />

der Verlag und der Vertrieb von Zeitschriften und Druckwerken<br />

aller Art unter der Bezeichnung »<strong>Falstaff</strong>«.<br />

EIGENTÜMER FALSTAFF DEUTSCHLAND<br />

<strong>Falstaff</strong> Verlags-Gesellschaft m.b.H.<br />

Führichgasse 8, A-1010 Wien<br />

Mitglieds-<strong>Nr</strong>. 06850<br />

HERAUSGEBER<br />

Wolfgang M. Rosam<br />

Dr. Ulrich Sautter<br />

CHEFREDAKTION<br />

Philipp Elsbrock (Gourmet DE), Dr. Ulrich Sautter (Wein DE),<br />

Elisabeth Brandlmaier, Martin Kubesch,<br />

Wolfgang M. Rosam<br />

STV. CHEFREDAKTEURINNEN<br />

Marlene Tragut, Julia Vacca<br />

CHEFS VOM DIENST Aline Mareiler, Lukas Zimmer<br />

SENIOR EDITOR Herbert Hacker<br />

REDAKTIONSASSISTENZ Anja Kleinschuster<br />

CREATIVE DIRECTOR Anton-Georg Kiener<br />

GRAFIK Isabella Gröller, Milena Hammerschmied,<br />

Alice Rhomberg<br />

PHOTO DIRECTOR Eva Bauer<br />

FOTOASSISTENZ<br />

Isabella Huber, Pia Elisabeth Thelen (Praktikantin)<br />

PRODUKTION Konstantin Riemerschmid<br />

ONLINE-CHEFREDAKTION Elisabeth Brandlmaier<br />

ONLINE-CHEFREDAKTION DE Philipp Elsbrock<br />

CVD NEW MEDIA Marion Topitschnig<br />

HERAUSGEBERIN & CHEFREDAKTEURIN LIVING<br />

Angelika Rosam<br />

CVD LIVING Amelie-Catharina Bacher<br />

ARTDIRECTION LIVING Klaus Rauch<br />

FOTOREDAKTION LIVING Thomas Hopferwieser<br />

MITARBEITER DIESER AUSGABE<br />

AUTOREN Nicola Afchar, Detlef Berg, Severin Corti,<br />

Manfred Gram, Marlies Gruber, Martin Hablesleiter,<br />

Judith Hecht, Othmar Kiem, Jan Marot, Peter Moser,<br />

Tobias Müller, Reinhard Pohorec, Rainer Schäfer,<br />

Matthias Ring, Simon Staffler, Sonja Stummerer, Ulrike<br />

Wilhelmi, Martina Zender<br />

FOTOGRAFIN Lena Staal<br />

ILLUSTRATORINNEN Stefanie Hilgarth (carolineseidler.com),<br />

Gina Müller (carolineseidler.com)<br />

LEKTORAT Thomas Fisher, Andreas Hierzenberger,<br />

Angelika Hierzenberger-Gokesch, Sabine Till, Birgit<br />

Weißkircher, Angelika Wiedmaier<br />

GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />

Elisabeth Kamper<br />

Ronald Tomandl<br />

GESCHÄFTSFÜHRUNG DIGITAL<br />

Michael Spreitzhofer<br />

VERLAGSLEITUNG<br />

Claudia Roman Navarro<br />

ANZEIGENLEITUNG<br />

Susanne Förster, T: +49 211 9666299-3<br />

susanne.foerster@falstaff.com<br />

ANZEIGENKOORDINATION<br />

Ursula Oden<br />

ANZEIGEN<br />

Rita Chowgule, T: +49 211 9666299-4<br />

rita.chowgule@falstaff.com<br />

Mareike Mattern, T: +49 211 9666299-55<br />

mareike.mattern@falstaff.com<br />

Annette Freistühler, T: +49 211 9666299-58<br />

annette.freistuehler@falstaff.com<br />

NIELSEN 3b: Simone Quill<br />

T: +49 711 6574468, simone.quill@falstaff.com<br />

NIELSEN 4: Martin Schaible<br />

martin.schaible@medienpartner.net<br />

Markus Piendl, markus.piendl@medienpartner.net<br />

T: +49 89 1730070<br />

INTERNATIONAL<br />

SCHWEIZ: Philipp Bitzer<br />

T: +41 79 2218007, philipp.bitzer@falstaff.com<br />

SPANIEN: AIM, About International Media<br />

T: +34 91 3203770, olga.martinez@aboutim.es<br />

ÖSTERREICH: Lisa Tschernig<br />

T: +43 1 9042141-495, lisa.tschernig@falstaff.com<br />

ITALIEN: Wineline, Othmar Kiem<br />

T: +39 473 292370, info@wineline.it<br />

DIRECT-SALES<br />

Timotheus Lamberg (Leitung)<br />

Wilhelm Amann (Stv. Leitung)<br />

LEITUNG VERTRIEB & MARKETING<br />

Dagmar Sebold<br />

LESERSERVICE & ABOS<br />

Leserservice <strong>Falstaff</strong> PressUp GmbH<br />

Postfach 70 13 11, D-22013 Hamburg<br />

T: +49 40 386666-307, F: DW 299, abo@falstaff.de<br />

PROMOTIONS & ADVERTORIALS<br />

ARTDIRECTION<br />

Thomas Kepplinger, Katharina Winkler<br />

ADVERTORIAL-MANAGERIN<br />

Julia Kremser<br />

HERSTELLER<br />

Druckerei Berger, Wiener Straße 80, A-3580 Horn<br />

VERTRIEB<br />

Partner Medienservices GmbH<br />

Julius-Hölder-Straße 47, D-70597 Stuttgart<br />

DRUCKAUFLAGE<br />

<strong>Falstaff</strong> <strong>Deutschland</strong>: 68.505 Exemplare (IVW I/<strong>2022</strong>)<br />

<strong>Falstaff</strong> Österreich: 45.900 Exemplare (ÖAK 2. Hj./2021)<br />

<strong>Falstaff</strong> Schweiz: 25.000 Exemplare<br />

Nicht gekündigte Abonnements gelten<br />

automatisch als verlängert.<br />

Jahresabonnement (10 Ausgaben): € 75,–<br />

Abopreis ab 5 Abos: € 56,25<br />

(10 Ausgaben jährlich; Ausland auf Anfrage)<br />

Halbjahresabopreis ab 100 Abos: € 28,13<br />

Studentenabo (gegen Nachweis; 10 Ausgaben): € 39,–<br />

Gourmetclub-Abonnement (10Ausgaben/Jahr): € 99,–<br />

Kombiabo (Print & Digital; 10 Ausgaben): € 82,50<br />

Digitalabonnement (10 Ausgaben): € 37,50<br />

Alle Abonnements inklusive MwSt. und Versandkosten<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

215


vinotheken<br />

PLZ 0...<br />

KAMA WINE & SPIRIT(S) Florian-Geyer-Straße 58,<br />

01307 Dresden, kamawine.de<br />

VINOTHEK WEINPLANET<br />

Springhornweg 5, 04910 Elsterwerda,<br />

weinplanet.com<br />

AMBIENTE K UG Marktstraße 2, 08523 Plauen,<br />

ambiente-k.de<br />

PLZ 1...<br />

PLANET WEIN<br />

Mohrenstraße 30 (Eingang Charlottenstraße),<br />

10117 Berlin, planet-weinhandel.de<br />

GRÜNBERGER WEINHANDLUNG<br />

Grünberger Straße 18, 10243 Berlin,<br />

gruenberger- weinhandlung.de<br />

FRISCHEPARADIES KG NL BERLIN-PRENZLAUER BERG<br />

Hermann-Blankenstein-Straße 48, 10249 Berlin,<br />

frischeparadies.de<br />

FRISCHEPARADIES KG NL BERLIN-CHARLOTTENBURG<br />

Morsestraße 2, 10587 Berlin, frischeparadies.de<br />

WEIN & VINOS GMBH<br />

Knesebeckstraße 86, 10623 Berlin, vinos.de<br />

WEIN & VINOS GMBH<br />

Westfälische Straße 52, 10711 Berlin, vinos.de<br />

WEIN & VINOS GMBH<br />

Nassauische Straße 36, 10717 Berlin, vinos.de<br />

MÖVENPICK WEINKELLER BERLIN<br />

Lietzenburger Straße 93–95, 10719 Berlin-<br />

Wilmersdorf, moevenpick-wein.de<br />

ANDRÉ MACIONGA CUVÉE GMBH<br />

Bülowstraße 66, Aufgang C, 10783 Berlin,<br />

andremaciongacuvee.com<br />

WEIN & VINOS GMBH<br />

Mittenwalder Straße 16, 10961 Berlin, vinos.de<br />

NOT ONLY RIESLING<br />

Schleiermacherstraße 25, 10961 Berlin-Kreuzberg,<br />

not-only-riesling.de<br />

ALTROVINO<br />

Grimmstraße 17, 10967 Berlin-Kreuzberg,<br />

altrovino.de<br />

WEIN & VINOS GMBH<br />

Zeltinger Platz 16, 13465 Berlin, vinos.de<br />

WEIN & WEINBEDARF WEINLADEN SPANDAU<br />

Metzer Straße 2, 13595 Berlin,<br />

weinladen-spandau.de<br />

VINUM SPEZIALITÄTENKONTOR<br />

Danckelmannstraße 29, 14059 Berlin, vinumberlin.de<br />

WEIN & VINOS GMBH<br />

Clayallee 326, 14169 Berlin, vinos.de<br />

VINOSCOUT GMBH Albert-Einstein-Ring 24,<br />

14532 Berlin, vinoscout.de<br />

HARMS & STEDER WEINHANDELS-<br />

GESELLSCHAFT MBH<br />

Hansestraße 18, 18182 Bentwisch bei Rostock,<br />

wein-wiessner.de<br />

PLZ 2...<br />

ENOTECA IM PÖSELDORF CENTER<br />

Mittelweg 130–138, 20148 Hamburg, enoteca.de<br />

RINDCHEN’S WEINKONTOR HAMBURG-EPPENDORF<br />

Christoph-Probst-Weg 3, 20251 Hamburg, rindchen.de<br />

ENOTECA IM HANSE-VIERTEL GMBH<br />

Große Bleichen 36, 20354 Hamburg, enoteca.de<br />

RINDCHEN’S WEINKONTOR HAMBURG-UHLENHORST<br />

Hofweg 62, 22085 Hamburg, rindchen.de<br />

ENOTECA IM AEZ<br />

Heegbarg 31, 22391 Hamburg, enoteca.de<br />

MÖVENPICK WEINKELLER HAMBURG-SASEL<br />

Stadtbahnstraße 2, 22393 Hamburg-Sasel,<br />

moevenpick-wein.de<br />

RINDCHEN’S WEINKONTOR HAMBURG GROSS FLOTTBEK<br />

Osdorfer Landstraße 33, 22607 Hamburg, rindchen.de<br />

MÖVENPICK WEINKELLER HAMBURG-BAHRENFELD<br />

Theodorstraße 42, 22761 Hamburg-Bahrenfeld,<br />

moevenpick-wein.de<br />

WEINOUTLET WEINHANDEL Stresemannstraße 375,<br />

22761 Hamburg, wein-outlet.com<br />

RINDCHEN’S WEINKONTOR RELLINGEN<br />

Hauptstraße 96, 25462 Rellingen, rindchen.de<br />

EIDERSTEDTER WEINDEPOT Norderring 46,<br />

25836 Garding, eiderstedter-weindepot.de<br />

VINEO WEIN & SPEISEN<br />

26123 Oldenburg, vineo.de<br />

WEINKONTOR-NORDSEE Herdetor 22,<br />

26427 Esens, weinkontor-nordsee.de<br />

WEINPERLE Barkhausenstraße 7,<br />

26465 Langeoog, weinperle-langeoog.de<br />

WEINKONTOR ALLGEIER GMBH<br />

Hauptstraße 38, 27711 Osterholz- Scharmbeck,<br />

weinallgeier.de<br />

GUTE WEINE – LOBENBERG GMBH & CO. KG<br />

Tiefer 10, 28195 Bremen, gute-weine.de<br />

EWINE »DER LADEN« Südwall 2, 29221 Celle, ewine.eu<br />

PLZ 3...<br />

MÖVENPICK WEINKELLER HANNOVER<br />

Podbielskistraße 168, 30177 Hannover,<br />

moevenpick-wein.de<br />

COOKS & WINES – VINOTHEK Osterstraße 41–44,<br />

31134 Hildesheim, cooksandwines.de<br />

FEINKOST PLINKE<br />

Marktstraße 31, 31535 Neustadt, plinke-catering.de<br />

WEINZEICHEN<br />

Kirchplatz 13, 31737 Rinteln, weinzeichen.de<br />

WIEDENBRÜCKER LIEBLINGSWEINLADEN<br />

Ringstraße 128, 33378 Rheda- Wiedenbrück,<br />

lieblingsweinladen.de<br />

WEINKONTOR FREUND<br />

Nienkamp 17, 33829 Borgholzhausen,<br />

weinkontor-freund.de<br />

URBANWINES FULDA<br />

Buttermarkt 17, 36037 Fulda, urbanwines.de<br />

PLZ 4...<br />

ANDERWEINIG<br />

Hohe Straße 29, 40213 Düsseldorf, anderweinig.de<br />

MÖVENPICK WEINKELLER, DÜSSELDORF<br />

Herzogstraße 29–31, 40215 Düsseldorf,<br />

moevenpick-wein.de<br />

EVERCHAMP, WINE.CHAMPAGNE.LIFESTYLE<br />

Jahnstraße 71, 40215 Düsseldorf, everchamp.de<br />

NATURBURSCHEN FLINGERN<br />

Birkenstraße 129, 40233 Düsseldorf,<br />

naturburschen-flingern.de<br />

WEINGARAGE BLOMEIER & SCHLOEMER<br />

Stockumer Kirchstraße 17<br />

40474 Düsseldorf, weingarage.com<br />

SAITTA IMPORT GMBH<br />

Luegallee 79, 40545 Düsseldorf, saittavini.de<br />

GÉRARDS WEIN-MARKT<br />

Bergische Landstraße 618, 40629 Düsseldorf,<br />

gerards-weinmarkt.de<br />

BOS FOOD<br />

Grünstraße 24c, 40667 Meerbusch, bosfood.de<br />

ENOTECA DELL’ARTE<br />

Further Straße 178, 41462 Neuss, artedivivere.de<br />

FABBRICA WEINHANDEL GMBH<br />

An der Bergbahn 21, 42289 Wuppertal, fabbrica.one<br />

INTABA-WEINE KERSTIN BECKMANN<br />

Schallbruch 59, 42781 Haan, intaba-weine.de<br />

MÖVENPICK WEINKELLER DORTMUND<br />

Brennaborstraße 5 (Indupark),<br />

44149 Dortmund, moevenpick-wein.de<br />

ESSICH Hasenwinkeler Straße 185, 44879 Bochum,<br />

essich.online<br />

DER WEINHANDEL BÜRGERHEIM GMBH<br />

Hohenzollernstraße 40, 45128 Essen,<br />

derweinhandel.de<br />

VINO GRANDE<br />

Von-Schmoller-Straße 8, 45128 Essen, vino-grande.de<br />

ROLF KASPAR GMBH<br />

Ruhrallee 59, 45138 Essen, kaspar-spirituosen.de<br />

KETTWIGER WEINKELLER E. K.<br />

Hauptstraße 82, 45219 Essen,<br />

kettwiger-weinkeller.de<br />

WEINHANDEL HAUSCHILD<br />

Moltkestraße 36, 47058 Duisburg,<br />

weinhandel- hauschild.de<br />

Bei diesen<br />

ausgewählten<br />

Weinhändlern<br />

und Winzern finden<br />

Sie <strong>Falstaff</strong>!<br />

WEINHAUS FALLNIT<br />

Martinistraße 61, 48268 Greven, fallnit.de<br />

NUR GUTES<br />

Bosinks Kamp 10, 48531 Nordhorn, nurgutes.de<br />

WEINHAUS A. G. DIENINGHOFF<br />

Süringstraße 39, 48653 Coesfeld<br />

PLZ 5...<br />

WEINPUNKT Antwerpener Straße 9–11,<br />

50672 Köln, weinpunktonline.de<br />

ZWÖLFGRAD SEKT & WEIN<br />

Martin-Luther-Platz 1, 50677 Köln,<br />

zwoelfgrad.de<br />

KÖLNER WEINKELLER Stolberger Straße 92,<br />

50933 Köln, koelner-weinkeller.de<br />

DEUBNERS WEIN & SCHOKOLADE<br />

Stenzelbergstraße 17, 50939 Köln,<br />

deubners-wein.de<br />

BAYER GASTRONOMIE GMBH WEINKELLER<br />

Kaiser-Wilhelm-Allee 3, 51373 Leverkusen,<br />

bayer-gastronomie.de<br />

KIERDORFWEIN GMBH & CO. KG<br />

Bahnhofstraße 9, 51580 Reichshof<br />

kierdorfwein.de<br />

CHAMPA VINS FRANÇAIS GMBH<br />

Am Glasofen 9, 52222 Stolberg, champa.de<br />

DAGERNOVA WEINMANUFAKTUR<br />

Heerstraße 91–93, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler,<br />

dagernova.de<br />

BUNGERTSHOF UND WEINSTUBE<br />

Heisterbacherstraße 149, 53639 Königswinter,<br />

bungertshof.de<br />

WEINGUT CANTZHEIM<br />

Weinstraße 4, 54441 Kanzem, weingut-cantzheim.de<br />

ORBIS VINI<br />

Feldbergstraße 3, 55118 Mainz, orbis-vini.com<br />

WEINGUT DANIEL MATTERN Am Römer 4–6,<br />

55234 Monzernheim, danielmattern.de<br />

WEINGUT BERNHARD-RÄDER Langgasse 41,<br />

55234 Flomborn, bernhardraeder.de<br />

WEINGUT DEISS Obergasse 11,<br />

55278 Uelversheim, weingutdeiss.de<br />

WEINGUT RIFFEL<br />

Mühlweg 14a, 55411 Bingen, weingut-riffel.de<br />

WEINGUT ANETTE CLOSHEIM<br />

Naheweinstraße 97, 55450 Langenlonsheim,<br />

anetteclosheim.de<br />

HOFGUT DONNERSBERG Außerhalb 2,<br />

55578 Vendersheim, hofgut-donnersberg.de<br />

GENUSSZIMMER REGIONAL VERFÜHRT<br />

Ferdinand-Sauerbruch- Straße 36, 56073 Koblenz,<br />

genusszimmer.de<br />

WEIN KELLER Triftstraße 30, 57258 Freudenberg,<br />

wein-keller-freudenberg.de<br />

VINOTHEKCHRISTHO Wein, Genuss & schöne Dinge<br />

Bismarckstraße 50, 58300 Wetter,<br />

vinothekchristho.de<br />

WEINHANDEL MÜNDELEIN<br />

Bischof-Henninghaus-Straße 4, 58706 Menden,<br />

muendelein.com<br />

FRÖHLIG WEIN- & GETRÄNKE-THERME<br />

Oelder Straße 1, 59320 Ennigerloh,<br />

getraenke-therme.de<br />

WEINGEFÄHRTEN<br />

Landwehrstraße 116, 59368 Werne,<br />

weingefaehrten.de<br />

PLZ 6...<br />

MÖVENPICK WEINKELLER FRANKFURT<br />

Hanauer Landstraße 204–206,<br />

60314 Frankfurt/Main,<br />

moevenpick-wein.de<br />

ULIS WEINDEPOT<br />

Untertor 9, 63607 Wächtersbach,<br />

ulis-weindepot.de<br />

GRIESEL & COMPAGNIE<br />

Sekthaus Streit GmbH,<br />

Grieselstraße 34, 64625 Bensheim,<br />

griesel-sekt.de<br />

WEINHANDEL FRIHMESS<br />

Bachgasse 101, 64625 Bensheim,<br />

weinhandel-frihmess.de<br />

GUTSAUSSCHANK WEIHERMÜHLE<br />

Weihermühle 1, 65366 Geisenheim-Johannisberg,<br />

gutsausschank-weihermuehle.de<br />

WEINGUT BERNHARD MEHRLEIN<br />

Urbanstraße 29, 65375 Oestrich-Winkel,<br />

weingut-mehrlein.de<br />

RHEINWEINWELT KG<br />

Am Rottland 6, 65385 Rüdesheim a. Rhein,<br />

rheinweinwelt.de<br />

WEINSUITE BY CHAIVALLIER<br />

Frankfurter Straße 55, 65779 Kelkheim/Taunus,<br />

weinsuite.com<br />

AUSTRALIENWINESTORE<br />

Industriestraße 2, 65779 Kelkheim,<br />

australienwinestore.de<br />

WEINKELLEREI HÖCHST<br />

Bolongarostraße 88, 65929 Frankfurt,<br />

weinkellerei-hoechst.de<br />

AMC WEINIMPORT AIELLO GMBH<br />

Straße des 13. Januar 10,<br />

66121 Saarbrücken, amcweinimport.de<br />

LÖWWEINE E. K. Am Campus 3,<br />

66287 Quierschied- Göttelborn<br />

loewweine.com<br />

Fotos: iStock<br />

216 falstaff jun <strong>2022</strong>


partner<br />

WEINHÄNDLER<br />

UND WINZER<br />

JACOVIN GMBH<br />

Am Sandberg, 66333 Völklingen-Ludweiler, jacovin.de<br />

MASTERWEIN FRANK/ROEDER GMBH<br />

Kreppstraße 6, 66333 Völklingen, masterwein.de<br />

FEINE WEINE BACKES Obere Kaiserstraße 43,<br />

66386 St. Ingbert- Rohrbach, backes-weine.de<br />

JACOPINI IMPORT GMBH Am Gneisenauflöz 1,<br />

66538 Neunkirchen, jacopini.de<br />

W. SPIES & CO. GMBH Am Steil 1, 66679 Losheim,<br />

am See, weine-spirituosen-spies.de<br />

PINARD DE PICARD GMBH & CO. KG<br />

Campus Nobel, Alfred-Nobel-Allee 28,<br />

66793 Saarwellingen, pinard.de<br />

WEINGUT STUDIER Fließstraße 34–36,<br />

67158 Ellerstadt, weingut-studier.de<br />

WEINGUT BREMER Brückenstraße 2,<br />

67308 Zellertal, weingutbremer.de<br />

WEINKONTOR SCHWARZ Mühlturmstraße 24,<br />

67346 Speyer, weinkontor-schwarz.de<br />

ZIEGLER Bahnhofstraße 5,<br />

67487 Maikammer, august-ziegler.de<br />

WEINGUT BOSSERT Hauptstraße 15,<br />

67598 Gundersheim, bossert-gundersheim.de<br />

WEINLADEN MANNHEIM<br />

Seckenheimer Hauptstraße 80, 68239 Mannheim,<br />

weinladenmannheim.de<br />

PLZ 7...<br />

FISCHER + TREZZA IMPORT GMBH<br />

Ulmer Straße 150, 70118 Stuttgart, fischer-trezza.de<br />

COLVINO VINOTHEK<br />

Eberhardstraße 35–37, 70173 Stuttgart, colvino.de<br />

WEINHANDLUNG JOACHIM SCHMID<br />

Bauernwaldstraße 22, 70195 Stuttgart,<br />

weinhandlung-schmid-stuttgart.de<br />

MÖVENPICK WEINKELLER STUTTGART<br />

Rotenwaldstraße 132, 70197 Stuttgart,<br />

moevenpick-wein.de<br />

WEINHAUS HAAR Obere Bahnhofstraße 10,<br />

71522 Backnang, weinhaus-haar.de<br />

AROMAKOST<br />

Eberhardstraße 10, 71634 Ludwigsburg<br />

aromakost.de<br />

WEINGUT SONNENHOF<br />

MARTIN & JOACHIM FISCHER GBR<br />

Sonnenhof 2, 71665 Vaihingen-Gündelbach,<br />

weingutsonnenhof.de<br />

VINO VINO BODEGA Schlossgartenstraße 10,<br />

72622 Nürtingen, vinovino-bodega.com<br />

CANTINA ADORNETTO<br />

Teckstraße 12, 73230 Kirchheim/Teck,<br />

cantinaadornetto.de<br />

VINOTECK GMBH<br />

Neue Straße 45, 73277 Owen/Teck, vinoteck.de<br />

MACK UND SCHÜHLE AG – WEINWELT<br />

Neue Straße 45, 73277 Owen/Teck, weinwelt.de<br />

KESSLER SEKT Georg-Christian-von- Kessler-<br />

Platz 12–16, 73728 Esslingen, kessler-sekt.de<br />

ITALFOOD GMBH<br />

Salzstraße 106–110, 74076 Heilbronn, italvino.de<br />

WEINGUT NÄGELSFÖRST GMBH<br />

Nägelsförst 1, 76534 Baden-Baden<br />

naegelsfoerst.de<br />

CITY AND MORE<br />

Am Markbach 13, 76547 Sinzheim<br />

cityandmore.de<br />

WEINGUT SANKT ANNABERG<br />

Sankt-Anna-Straße 203, 76835 Burrweiler,<br />

sankt-annagut.com<br />

PROHOGA ORTENAU GMBH & CO. KG<br />

Gewerbestraße 11, 77749 Hohberg-<br />

Niederschopfheim, prohoga.de<br />

PROHOGA GMBH & CO. KG<br />

Salinenstraße 56, 78054 Villingen-Schwenningen,<br />

prohoga.de<br />

WEINLÄDELE BÄURER<br />

Blumberger Straße 10a, 78176 Blumberg,<br />

wein-baeurer.de<br />

RIEGEL WEINIMPORT<br />

Steinäcker 12, 78359 Orsingen, riegel.de<br />

HAFNER-HIPP INTERNATIONALE WEINE<br />

St. Georgsweg 13, 78567 Fridingen,<br />

hafner-hipp.de<br />

WEIN HAAS<br />

An der Steige 16, 78713 Schramberg,<br />

wein-haas.de<br />

WEINHAUS STELLWAGEN-BÜCHNER e. K.<br />

Konviktstraße 22–24, 79089 Freiburg,<br />

stellwagen-buechner.de<br />

FRANZ KELLER SCHWARZER ADLER Badbergstra ße<br />

23, 79235 Vogtsburg- Oberbergen, franz-keller.de<br />

WEINHAUS HEGER Bachenstraße 21,<br />

79241 Ihringen, heger-weine.de<br />

WEINGUT ZIMMERMANN Bürgelnblick 1,<br />

79418 Schliengen, zimmermann-wein.eu<br />

WEINCENTER LÖRRACH<br />

Weinbrennerstraße 2b, 79539 Lörrach,<br />

weincenterloerrach.de<br />

VINOTHEK BOLLER WEINE<br />

Stettener Straße 1, 79801 Hohentengen<br />

boller-weine.de<br />

WEINGUT CLAUSS<br />

Obere Dorfstraße 39, 79807 Nack<br />

weingutclauss.de<br />

Sind Sie auf der Suche<br />

nach tollen Weinen?<br />

Dann sind Sie hier<br />

genau richtig!<br />

PLZ 8...<br />

FRISCHEPARADIES KG NL MÜNCHEN<br />

Zenettistraße 10, 80337 München,<br />

frischeparadies.de<br />

CHAMPAGNE CHARACTERS<br />

Alter Messeplatz 6, 80339 München,<br />

champagne-characters.com<br />

MÖVENPICK WEINKELLER MÜNCHEN-NORD<br />

Nymphenburger Straße 81, 80636 München,<br />

moevenpick-wein.de<br />

GARIBALDI<br />

Frohschammerstraße 14, 80807 München,<br />

garibaldi.de<br />

MÖVENPICK WEINKELLER MÜNCHEN-SÜD<br />

Boschetsrieder Straße 60, 81379 München,<br />

moevenpick-wein.de<br />

WEIN & VINOS GMBH<br />

Wörthstraße 36, 81667 München, vinos.de<br />

KALEA AUSGEWÄHLTE WEINE<br />

Amberger Straße 18, 81679 München,<br />

kalea-weine.de<br />

WEINHANDEL GROISS WEINE<br />

Rambaldistraße 27, 81929 München,<br />

groiss-weine.de<br />

BERRY VINOTHEK & WEINLADEN<br />

Streiflacher Straße 5b, 82110 Germering,<br />

berrysgenusswelt.de<br />

VINICULTI<br />

Klepperstraße 18f, 83026 Rosenheim, viniculti.de<br />

WEINFACHHANDEL RESI ENGLHART<br />

Mailling 6, 83104 Tuntenhausen,<br />

wein-resi-englhart.de<br />

UNGER WEINE KG<br />

Aschauer Straße 3–5, 83112 Frasdorf,<br />

ungerweine.de<br />

WELTKLASSEWEINE<br />

Aufhamer Straße 41b, 83229 Aschau,<br />

weltklasseweine.de<br />

WEIN-BLÜTE<br />

Seestraße 3, 83700 Rottach-Egern, wein-bluete.de<br />

WEINKABINETT VIEHBECK<br />

Ludwigstraße 85/87, 84524 Neuötting,<br />

weinkabinett-viehbeck.de<br />

WEINSCHMECKER GMBH<br />

Friedrichshofener Straße 1, 85049 Ingolstadt,<br />

weinschmecker-ingolstadt.de<br />

WEINRAUM INGOLSTADT<br />

Bei der Schleifmühle 24,<br />

85049 Ingolstadt, weinraum-ingolstadt.de<br />

STELLENBOSCH OPEN WINE AND SPIRITS<br />

Schmalzingergasse 2, 85049 Ingolstadt,<br />

stellenbosch-open-wine.de<br />

WEINZIERL’S WEINKISTL<br />

Schulstraße 9, 85276 Pfaffenhofen,<br />

wein-weinzierl.de<br />

VINOPOLIS GMBH & CO. KG<br />

Curt-Frenzel-Straße 10a,<br />

86167 Augsburg, vinopolis.de<br />

CIBI & BONTÁ CANTATORE GMBH<br />

Bürgermeister-Müller-Straße 13,<br />

86663 Asbach-Bäumenheim, cantatore.de<br />

WEINZENTRALE EBERLE<br />

Berblingerstraße 20, 88471 Laupheim<br />

weinzentrale.de<br />

BONVINO GMBH WEINVERTRIEB & PRÄSENTE-<br />

SERVICE Hauptstraße 34, 85579 Neubiberg,<br />

bonvino.de<br />

WEINHANDLUNG DACCAPO!<br />

Wackerstraße 3, 88131 Lindau<br />

daccapo.de<br />

WEINGUT ROBERT & MANFRED AUFRICHT<br />

Höhenweg 8, 88719 Stetten bei Meersburg,<br />

aufricht.de<br />

VINEOLA.DE – BAVARIAN HOUSE<br />

Marktplatz 24, 89312 Günzburg<br />

vineola.de<br />

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ERLESENE WEINE & CHAMPAGNER<br />

Bucher Straße 33, 90419 Nürnberg,<br />

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Proeslerstraße 30,<br />

90431 Nürnberg, fruchtecke.de<br />

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Waldstraße 105, 90763 Fürth,<br />

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Karolinenstraße 26, 96049 Bamberg,<br />

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WEIN-OERTEL GMBH<br />

Große Johannisgasse/Zeughaus,<br />

96450 Coburg, wein-oertel.com<br />

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Theaterstraße 19 , 97070 Würzburg,<br />

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MARISCO VINEYARDS OFFICE EUROPE<br />

Südliche Hafenstraße 15, 97080 Würzburg,<br />

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Frankfurter Straße 87, 97082 Würzburg,<br />

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97318 Kitzingen, inbarrique.de<br />

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Langgasse 33, 97334 Nordheim/Main,<br />

divino-wein.de<br />

FÜRSTLICH CASTELL’SCHES DOMÄNENAMT<br />

Schlossplatz 5, 97355 Castell, castell.de<br />

BECKSTEINER WINZER<br />

Weinstraße 30, 97922 Lauda, becksteiner-winzer.de<br />

Online<br />

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aproposwein.com<br />

BELVINI.DE WEINVERSAND belvini.de<br />

BEST OF WINES bestofwines.de<br />

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WEIN & VINOS GMBH vinos.de<br />

Buchungsinfos zu dieser Rubrik<br />

erhalten Sie telefonisch unter<br />

+49 211 966629-97 oder per<br />

E-Mail an sales@ falstaff.de.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

217


shortlist<br />

WEINE AUS ALLER WELT<br />

AKTUELL IM HANDEL<br />

Woche für Woche bekommt die <strong>Falstaff</strong>-Weinredaktion<br />

Flaschenpost von Weinhändlern,<br />

die neue Produkte aus aller Welt vorstellen<br />

möchten. Diese Weine verschiedenster Preiskategorien<br />

sind von höchst unterschiedlicher Stilistik und<br />

Herkunft. Wir haben uns entschieden, die interessantesten<br />

Produkte in der Rubrik »Shortlist« vorzustellen, wobei das<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis eine wesentliche Rolle spielt. Auf<br />

diesen zwei Seiten geht es um Weine, die wir für besonders<br />

empfehlenswert halten – aus verschiedenen Gründen. Deshalb<br />

haben wir die »Shortlist« in drei Kategorien gegliedert:<br />

FALSTAFF BEST BUY<br />

Um diese Auszeichnung zu erhalten, muss ein Wein mind. 88 von<br />

100 <strong>Falstaff</strong>-Punkten erreichen, also ein »Sehr gut«. Mit einem<br />

Endverbraucher-Preis von unter 10 Euro empfiehlt er sich für den<br />

Alltagsgebrauch nach dem Motto: viel Wein für wenig Geld.<br />

FALSTAFF TOP VALUE<br />

In der Preiskategorie zwischen 10 und 20 Euro muss ein Wein<br />

schon einiges können. Das Punktelimit für eine Aufnahme liegt<br />

daher bei 90 von 100. Hier finden Sie besonders ausdrucksstarke<br />

Vertreter der jeweiligen Sorte und Region.<br />

FALSTAFF FAVORITE<br />

Um zur Kategorie unserer Favoriten gezählt zu werden, muss<br />

ein Wein echte Klasse haben. Die dafür erforderliche Mindestpunktezahl<br />

liegt bei 92 von 100, damit zählt der Wein tatsächlich<br />

zu den allerbesten seiner Art. Für den Preis gibt es in dieser<br />

Luxus kategorie kein Limit.<br />

LEGENDE PUNKTE:<br />

95–100 Klassiker<br />

93–94 ausgezeichnet<br />

91–92 exzellent<br />

88–90 sehr gut<br />

BEST BUY<br />

FALSTAFF BEST BUY<br />

89+<br />

2020 Andrés Alonso Garnacha Syrah<br />

Bodegas Raices Ibericas<br />

Valencia, Spanien<br />

In der Nase Zwetschgen, Sauerkirschen, Granatapfel,<br />

rote Johannisbeere, Pfeffer,<br />

schwarze Oliven, Rosmarin, Leder, Zartbitterschokolade,<br />

leichte Röstnoten. Am Gaumen<br />

saftige Beerenfrucht, samtiges Tannin,<br />

erfrischende, gut integrierte Säure, leichte<br />

Würze, stimmig, ein toller Speisenbgleiter<br />

zu Pasta oder Lammgerichten.<br />

weinfreunde.de, € 7,95<br />

89+<br />

2018 Miluna Primitivo di Manduria<br />

Riserva, San Marzano Vini<br />

Primitivo di Manduria, Italien<br />

Tiefrot im Glas, plakativ im Geruch mit kräftiger<br />

Holzwürze, reifer Pflaume, Lakritz und<br />

Tinte. Am Gaumen mit Kraft und fester<br />

Struktur, auch hier macht sich der Ausbau im<br />

Holz bemerkbar. Fleischig, saftig, mit schöner<br />

Würze, die sonnengereiften Gerbstoffe<br />

geben Halt, die präsente Säure reguliert das<br />

Geschehen. Viel Wein und gerne bei Tisch.<br />

weinfreunde.de, € 9,95<br />

90<br />

2021 »3 Haberer« Grüner Veltliner<br />

Weingut Müller<br />

Niederösterreich, Österreich<br />

Gelbe Früchte in der Nase, Birnen, reifer Apfel,<br />

Honigmelone, Wiesenkräuter, nasses Gestein,<br />

leichte Hefenoten. Am Gaumen saftige<br />

gelbe Frucht, cremiger Schmelz, erfrischende,<br />

gut eingebundene Säurestruktur,<br />

feiner, würziger, mineralischer Nachhall,<br />

mittelgewichtig im Körper, bleibt lang am<br />

Gaumen. Gut gelungen, trinkanimierend.<br />

ludwig-von-kapff.de, € 8,95<br />

89+<br />

2021 »3 Haberer« Rosé<br />

Weingut Müller<br />

Niederösterreich, Österreich<br />

Lachsrosa im Glas, duftig in der Nase, Himbeeren,<br />

Erdbeeren, Zwetschgen, Hagebutten, Rosenblüten.<br />

Am Gaumen saftig, frisch. Schlank<br />

im Körper, feine Phenole, dezent in der Frucht,<br />

nicht zu süß abgestimmt, gut integrierte feine<br />

Säure, leichte Würze. Ein stimmiger Rosé als<br />

Solist oder als vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

club-of-wine.de<br />

€ 8,95<br />

89<br />

2021 Cabernet Blanc<br />

Weingut Studier, Pfalz, <strong>Deutschland</strong><br />

Aparte würzige Nase mit floralen Noten, etwas<br />

Tomatenrispe, Minze, Limettenschale,<br />

Grapefruit, grüner Apfel, auch Birne. Saftig<br />

am Gaumen mit schöner Würze, ein Schuss<br />

Limettensaft sorgt für Schwung, schlanker<br />

Bau, stabile Säureader, feine Fruchtsüße<br />

sorgt für Geschmeidigkeit; wieder reine Noten<br />

von Apfel. Ausgewogen balancierter Cabernet<br />

Blanc mit natürlichem Charme.<br />

weingut-studier.de, € 9,50<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

218 falstaff jun <strong>2022</strong>


TASTINGS<br />

EMPFEHLUNGEN<br />

89<br />

2021»Edition Schloss Salem« Blanc de<br />

Noirs, Markgräflich Badisches Weinhaus<br />

Baden, <strong>Deutschland</strong><br />

Feinfruchtiger Duft mit Noten von Himbeere,<br />

Erdbeere und gelbem Steinobst, dazu weiße<br />

Blüten. Am Gaumen übernimmt die lebhafte<br />

Säure die Regie, die sich gut mit der dezenten<br />

Süße arrangiert. Filigraner Bau, da ist nichts<br />

Beschwerliches und Träges an diesem Wein,<br />

alles im Fluss. Limettensaft und leichte Salzigkeit<br />

kommen auf, elegant und leichtfüßig.<br />

ludwig-von-kapff.de, € 9,95<br />

TOP VALUE<br />

FALSTAFF TOP VALUE<br />

90+<br />

2017 Kings Series The King's Wrath Pinot<br />

Noir, Marisco Vineyards<br />

Marlborough, Neuseeland<br />

Im intensiven Duft Noten von Rauch, nassem<br />

Laub und Waldboden, reife Kirsche und<br />

Pflaumen, dazu kommen dunkle Schokolade<br />

und Minze. Am Gaumen kräftig gebaut mit<br />

reifen Gerbstoffen in guter Menge, Kirsche,<br />

Espresso und auch Pflaume zeigen sich, die<br />

frische und stabile Säure hält Kurs ins lange<br />

Finale. Pinot mit Stil und Charakter.<br />

weinmenschen.de, € 19,90<br />

88+<br />

2021 Silvaner trocken<br />

Bürgerspital zum Hl. Geist<br />

Franken, <strong>Deutschland</strong><br />

In der fruchtigen Nase Noten von Apfel, Birne,<br />

hellen Blüten, Walnüssen und etwas Kümmel.<br />

Am Gaumen schlank gehalten mit gerade einmal<br />

11,5 Volumenprozent und ziemlich lebendigen<br />

Säure, die dem Wein gut zu Gesicht<br />

steht. Animierender Trinkfluss, der Gaumen<br />

wird von feiner Würze grundiert. Wirkt natürlich<br />

und ungekünstelt, auch gerne zum Essen.<br />

buergerspital.de, € 7,60<br />

88+<br />

2021 Sommersemester<br />

Weingut Studier, Pfalz, <strong>Deutschland</strong><br />

Das »Sommersemester«, Jahrgang 2021, ist<br />

eine Cuvée aus Riesling, Sauvignon Blanc<br />

und Chardonnay, die nach schwarzen Johannisbeeren<br />

und Pfirsich duftet, begleitet von<br />

etwas grüner Paprika. Am Gaumen heiter,<br />

wo sich Fruchtsüße mit Würze und Zitrusnoten<br />

verbinden in einer Kombination, die sich<br />

ihren Namen verdient. Beschwingt, dabei nie<br />

banal und mit Esprit und guter Laune unterwegs.<br />

weingut-studier.de, € 9,50<br />

88<br />

2021 Tempranillo El Circo »Volatinero«<br />

Grandes Vinos y Vinedos<br />

Carinena, Spanien<br />

Reife Schwarzkirsche, Pflaumen, Nougat,<br />

Veilchen und Lakritze. Setzt am Gaumen<br />

saftig und geschmeidig an, die präsente Säure<br />

und Sauerkirsch-Noten sorgen für Kontrast,<br />

griffige Gerbstoffe, leicht adstringierend,<br />

wenig Frucht, verbindet reife und kernige<br />

Komponenten. Spielt seine Stärken bei<br />

Tisch aus zu kräftigen Schmorgerichten.<br />

club-of-wine.de, € 6,95<br />

91<br />

2020 Würzburg Stein Riesling Erste Lage<br />

trocken, Bürgerspital zum Hl. Geist,<br />

Franken, <strong>Deutschland</strong><br />

Würzige Nase, Kümmelnoten, Anis, Wiesenkräuter,<br />

Pfirsich, Mirabellen, Birnen, roter<br />

Apfel. Am Gaumen frisch, mit lebendiger,<br />

gut eingebundener Säure, mineralisch<br />

salzig, steinig, kräuterige<br />

Würze, zurückgenommene, saftige<br />

Frucht, mittelgewichtig im Körper.<br />

Vielseitiger Speisenbegleiter.<br />

buergerspital.de, € 14,90<br />

90+<br />

2018 Garnacha old Vines<br />

Pompaelo Wines S.L., Navarra, Spanien<br />

Reife und fokussierte Nase mit schwarzer<br />

Johannisbeere und Schwarzkirsche, feine<br />

Holzwürze mit einem Hauch Vanille, durchaus<br />

elegant. Auch am Gaumen eine gepflegte<br />

Erscheinung mit guter Substanz und Dichte,<br />

feinkörnigem und sorgfältig extrahiertem<br />

Tannin, zeigt Schmelz und eine gute Balance<br />

der Elemente, wieder mit klarer, reintöniger<br />

dunkler Frucht, gute Länge und sehr ausgewogen.<br />

anderweinig.de, € 12,95<br />

89+<br />

2021 The Ned Rosé, Marisco Vineyards<br />

Marlborough, Neuseeland<br />

Kräftigeres Lachsrot, ausgeprägter Duft<br />

nach reifen Erdbeeren, Rosenblättern, Apfel,<br />

gelber Frucht und Mandarinenschale. Am<br />

Gaumen kräftig gebaut, saftig und erwachsen,<br />

ausgewachsener Wein mit Gerbstoffen,<br />

cremigem Schmelz und auch Kraft. Die reife<br />

Säure transportiert Pfirsich, roten Apfel und<br />

Würze, ein Hauch Zitrus rundet das Mundgefühl<br />

ab. Mehr als ein sommerlicher Apéritif.<br />

weinmenschen.de, € 13,90<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

219


tasting / BORDEAUX JAHRGANG 2021 – EN PRIMEUR<br />

2021 ist wie ein Jahrgang aus einer anderen Zeitrechnung, als hätte uns jemand in die Periode<br />

vor dem Klimawandel zurückgebeamt. Schlanke, leichtfüßige Weine sind entstanden,<br />

ausgestattet mit Frucht und Süße, aber auch reifen Tanninen. Die Trinkfreudigkeit ist zurück.<br />

TEXT & NOTIZEN VON PETER MOSER UND ULRICH SAUTTER<br />

Frost, Traubenkrankheiten, Hagel:<br />

Die Winzer in Bordeaux haben<br />

2021 mehr Zeit in den Weingärten<br />

verbringen müssen als sonst.<br />

Und nur wer punktgenau und<br />

zur rechten Zeit reagierte, konnte gute Weine<br />

ernten. Das Wetter war überaus durchwachsen,<br />

ein klassischer Indian Summer hat<br />

zum Schluss doch noch sehr gute Ergebnisse<br />

ermöglicht. Die Rotweine sind leicht und<br />

frisch, die besten zeigen sehr gute Definition<br />

und dank reifer Tannine auch gute Länge.<br />

Die Mengen sind bei vielen Weinen geringer<br />

ausgefallen. Das Ergebnis ist wegen der<br />

diffizilen Rahmenbedingungen sehr heterogen.<br />

Aufgrund der unterschiedlichen Böden<br />

trifft dies im speziellen für Margaux zu –<br />

hier heißt es mit Bedacht wählen. Natürlich<br />

gibt es auch bei den kleineren Gewächsen<br />

im Médoc und Haut-Médoc gut gelungene<br />

und preiswerte Exemplare. In Saint-Julien<br />

steigt das Qualitätsniveau deutlich an, um<br />

in Pauillac – wie so oft – zu kulminieren.<br />

Im Norden, nach Saint-Estèphe hin, wird es<br />

wieder durchwachsener. Am rechten Ufer<br />

überzeugt das Plateau von Pomerol, dazu<br />

kommen die besten Terroirs in Saint-Émilion.<br />

Die Spitzenweine stehen da wie Reminiszenzen<br />

aus der großen Zeit des »Clarets« –<br />

leichtfüßig und finessenreich und doch<br />

tiefgründig und mit allem ausgestattet, was<br />

Weinliebhaber suchen. Hoher Alkoholgehalt<br />

gehört da ohnehin nicht dazu. Es sind<br />

»Cool-Climate-Weine«, die dem unübersehbaren<br />

Klimawandel in diesem speziellen<br />

Jahr eine lange Nase drehen, grazile<br />

Gewächse, die ein wenig aus der Zeit<br />

gefallen zu sein scheinen. Dazu tolle Weiße,<br />

Süßwein, wenig, dafür aber groß.<br />

Foto: Shutterstock<br />

220 falstaff jun <strong>2022</strong>


Auch und gerade im<br />

fordernden Jahr 2021 konnte<br />

Château Lafite-Rothschild<br />

den Trumpf seines<br />

herausragenden Terroirs<br />

ausspielen.<br />

DIE NEUEN<br />

KLASSIKER<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

221


tasting / BORDEAUX JAHRGANG 2021 – EN PRIMEUR<br />

97<br />

LEGENDE<br />

Weißwein, trocken<br />

•<br />

Rotwein, trocken<br />

• Süßwein<br />

95 – 100 Klassiker<br />

93 – 94 ausgezeichnet<br />

91 – 92 exzellent<br />

88 – 90 sehr gut<br />

85 – 87 empfehlenswert<br />

DIAM<br />

DV<br />

KK<br />

NK<br />

VL<br />

Verschluss aus<br />

gepresstem<br />

Korkgranulat<br />

Drehverschluss<br />

Kunststoffkork<br />

Naturkork<br />

Vinolok<br />

zertifiziert nachhaltig<br />

(Österreich)<br />

Médoc<br />

•<br />

Château Lafite-Rothschild 2021<br />

Château Lafite-Rothschild, Pauillac<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Zarte<br />

Edelholzwürze, schwarze Waldbeeren, feines<br />

Nougat, frische Orangenzesten, attraktives<br />

Bukett. Komplex, straff, rotbeerig unterlegte<br />

reife Kirschfrucht, präsente, sehr<br />

feine Tannine, die dem Wein Länge geben,<br />

mineralisch, salzig und gut anhaftend, ein<br />

toller Speisenbegleiter, geprägt von Frische,<br />

verfügt über Entwicklungspotenzial.<br />

Hier kann Lafite sein herausragendes Terroir<br />

voll zur Geltung bringen. lafite.com<br />

•<br />

Château Margaux 2021<br />

Château Margaux, Margaux<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe. Feinwürzig unterlegte<br />

schwarze Kirschen, zarte Edelholzwürze,<br />

etwas Cassis und Nougat, zart nach Lakritze,<br />

mit frischen Orangenzesten unterlegt.<br />

Saftig, rote Kirschen, elegant und frisch,<br />

ungemein präzise und lebendig, perfekt<br />

gereifte Tannine, mineralisch und lange<br />

anhaftend, rotbeeriger Nachhall, balanciert<br />

und animierend, bereits heute sehr verführerisch,<br />

einer der echten Stars dieses<br />

Jahrgangs. chateau-margaux.com<br />

96<br />

•<br />

BIO Château Latour 2021<br />

Château Latour, Pauillac<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

dezente Randaufhellung. Zartes Bukett,<br />

frische Herzkirschen, Brombeeren und<br />

Nuancen von Cassis, Gewürze von neuem<br />

Edelholz. Saftig, dunkelbeerig, gut integrierte<br />

Tannine, lebendig strukturiert, zitronig-salzig<br />

im Abgang, feine blättrige Würze<br />

im Nachhall, noch sehr zurückhaltend.<br />

chateau-latour.com<br />

•<br />

Château Léoville Las Cases 2021<br />

Château Léoville Las Cases,<br />

Saint-Julien-Beychevelle<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Nougat, schwarze Beeren, frische dunkle<br />

Kirschen, ein Hauch von Gewürzen, einladendes<br />

Bukett. Straff, engmaschig, sehr<br />

lebendig, feine Tannine, finessenreich und<br />

anhaftend, dezente Süße im Abgang, rote<br />

Kirschen im Nachhall, sicheres Reifepotenzial<br />

für viele Jahre, der Anteil von Cabernet<br />

Franc verleiht dem Wein eine besondere<br />

Note. domaines-delon.com<br />

95<br />

•<br />

Château Cos d’Estournel Blanc 2021<br />

Château Cos d’Estournel,<br />

Saint-Estèphe<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zarte<br />

Reduktionsnuancen nach Feuerstein und<br />

Grapefruitzesten, ein Hauch von weißem<br />

Pfirsich, Limetten und mineralische Nuancen,<br />

zart nach Holunderblüten. Komplex,<br />

feine Fruchtsüße, lebendiger Säurebogen,<br />

feine Note von gelbem Apfel im Abgang,<br />

verfügt über Frische und Länge, sicheres<br />

Reifepotenzial. estournel.com<br />

•<br />

Château Ducru-Beaucaillou 2021<br />

Château Ducru-Beaucaillou,<br />

Saint-Julien-Beychevelle<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Feine<br />

Edelholznuancen, schwarze Waldbeeren,<br />

Cassis, Brombeeren, ein Hauch von frischen<br />

Frische und Finesse<br />

werden auch in<br />

Saint-Estèphe<br />

großgeschrieben.<br />

Orangenzesten, facettenreiches Bukett.<br />

Saftig, frische, knackige Waldbeeren, zart<br />

nach Preiselbeeren, feine Tannine, lebendig,<br />

salziger Touch, sehr gute Länge, elegant<br />

und animierend, ein Wein mit Noblesse.<br />

chateau-ducru-beaucaillou.com<br />

•<br />

Château Mouton Rothschild 2021<br />

Château Mouton Rothschild, Pauillac<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarter Wasserrand. Feine<br />

Edelholzwürze, schwarze Waldbeeren, zart<br />

nach Cassis und kandierten Orangenzesten,<br />

etwas Nelken, typisches Bukett. Saftig,<br />

elegant, reife Kirschen, feine, seidige Tannine,<br />

mineralisch und frisch, ein ausgewogener<br />

Wein, bereits zugänglich, finessenreich<br />

und mit recht guter Länge ausgestattet,<br />

feiner Nougatnachhall.<br />

chateau-mouton-rothschild.com<br />

94<br />

•<br />

Château Brane-Cantenac 2021<br />

Château Brane-Cantenac, Margaux<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Ockerrandaufhellung. Feinwürzig,<br />

schwarze Beerenfrucht, ein Hauch<br />

von Edelholz, zart nach Lakritze. Komplex,<br />

straff, kühle Stilistik, feine Tannine, frisch,<br />

lebendig, sehr präzise und gut anhaftend,<br />

ein sehr gelungener Wein, der an die großen<br />

Klassiker des Médocs der »good old<br />

times« erinnert. brane-cantenac.com<br />

•<br />

Château Cos d’Estournel 2021<br />

Château Cos d’Estournel<br />

Saint-Estèphe<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Feine<br />

dunkle Waldbeeren, reife Herzkirschen, ein<br />

Hauch von Edelholz, zart nach Schokolade,<br />

kandierte Orangenzesten. Komplex, saftig,<br />

Nuancen von Brombeeren, präsente,<br />

straffe Tannine, salzig-mineralisch im Abgang,<br />

ein Hauch von dunklem Nougat im<br />

Nachhall, verfügt über Reifepotenzial.<br />

estournel.com<br />

•<br />

Château Léoville Poyferré 2021<br />

Château Léoville Poyferré<br />

Saint-Julien-Beychevelle<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte<br />

Randaufhellung. Zart kräuterwürzig-tabakig<br />

unterlegte schwarze Kirschfrucht,<br />

ein Hauch von Cassis und Lakritze, zart<br />

nach Mandarinenzesten, mineralisch unterlegt.<br />

Saftige Herzkirschen, feine Brombeerfrucht,<br />

präsente, reife Tannine, gute<br />

Würze im Abgang, engmaschig und straff,<br />

lange anhaftend, sicheres Reifepotenzial.<br />

Tolles Ergebnis!<br />

leoville-poyferre.fr<br />

•<br />

Pavillon Blanc de Margaux 2021<br />

Château Margaux, Margaux<br />

Sehr helles Gelbgrün, Silberreflexe.<br />

Zarte weiße Tropenfrucht, ein Hauch von<br />

Wiesen kräutern, mit etwas Mango und<br />

Birne unterlegt. Saftig, frische Apfelfrucht,<br />

lebendiger Säurebogen, salzige Mineralik,<br />

elegant, mit Länge ausgestattet, sehr<br />

balanciert, zitroniger Nachhall, bereits gut<br />

antrinkbar. chateau-margaux.com<br />

•<br />

Château Montrose 2021<br />

Château Montrose, Saint-Estèphe<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte<br />

Randaufhellung. Ein Hauch von Cassis,<br />

frische Kirschen, dezenter Brombeertouch,<br />

zarte Kräuterwürze. Saftig, reife rote<br />

Kirschen, elegant und frisch, gut eingebundene<br />

Tannine, mineralisch, gut anhaftend,<br />

gute Länge, verfügt über Entwicklungspotenzial.<br />

chateau-montrose.com<br />

•<br />

BIO Château Palmer 2021<br />

Château Palmer, Cantenac-Margaux<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Würzig,<br />

mit Rosmarin und Koriander unterlegte<br />

dunkle Beerenfrucht, schwarze Kirschen,<br />

zart nach Lakritze, individuelles Bukett.<br />

Komplex, straff, frische Säurestruktur,<br />

mineralisch-salzig, dezente Fruchtsüße im<br />

Nachhall, engmaschig, wird von Flaschenreife<br />

profitieren, braucht noch seine Zeit.<br />

Ausgebaut ein Jahr im Barrique, ein Jahr<br />

im 3000 Liter fassenden Stockinger-Fass<br />

aus Österreich.<br />

chateau-palmer.com<br />

•<br />

Château Pichon Baron 2021<br />

Château Pichon Baron, Pauillac<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Feine Edelholznote,<br />

ein Hauch von Cassis, zart nach Lakritze,<br />

rote Herzkirschen, feine Nuancen von Orangenzesten.<br />

Mittlerer Körper, lebendig strukturiert,<br />

dezente Fruchtsüße, finessenreich<br />

und gut anhaftend, ein eleganter Speisenbegleiter<br />

mit gutem Reifepotenzial.<br />

pichonbaron.com<br />

Fotos: Peter Moser<br />

222 falstaff jun <strong>2022</strong>


•<br />

Château Pichon Longueville<br />

Comtesse de Lalande 2021<br />

Château Pichon Longueville Comtesse<br />

de Lalande, Pauillac<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Feine<br />

Edelholznuancen, ein Hauch von Nougat<br />

und Kardamom, mit kandierten Orangenzesten<br />

unterlegt. Komplex, stoffig, Brombeernuancen,<br />

gut integrierte, tragende<br />

Tannine, schokoladiger Touch im Abgang,<br />

sicheres Reifepotenzial. Stilistisch so nahe<br />

an Latour wie selten.<br />

pichon-lalande.com<br />

•<br />

Château Rauzan-Ségla 2021<br />

Château Rauzan-Ségla, Margaux<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Feine<br />

dunkle Beerenfrucht, zart nach Cassis und<br />

Lakritze, reife Pflaumen, kandierte Orangenzesten,<br />

Edelholz. Komplex, saftig und<br />

elegant, reife Herzkirschen, feiner Säurebogen,<br />

harmonisch und mit Länge ausgestattet,<br />

sicheres Reifepotenzial.<br />

rauzan-segla.com<br />

93<br />

•<br />

Château Calon Ségur 2021<br />

Château Calon Ségur, Saint-Estèphe<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

dezente Ockerrandaufhellung. Feinwürzig,<br />

dunkle Beerenfrucht, tabakige Nuancen,<br />

schwarze Kirschen, zarte Edelholznote.<br />

Straff, rotbeerig, rote Herzkirschen, feine<br />

Fruchtsüße, gut integrierte Tannine, lebendiger<br />

Säurebogen, zitronig-mineralisch,<br />

dezenter Nougattouch im Abgang.<br />

calon-segur.fr<br />

•<br />

BIO Château Durfort-Vivens 2021<br />

Château Durfort-Vivens, Margaux<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte<br />

Randaufhellung. Dunkle Waldbeeren, ein<br />

Hauch von frischen Brombeeren, Cassis,<br />

schwarze Kirschen, etwas süße Gewürze,<br />

floral, zart nach Nougat. Mittlere Komplexität,<br />

rotbeerig, frisch strukturiert, feine,<br />

reife Tannine, zitroniger Touch im Abgang,<br />

mineralisch und anhaftend, ein lebendiger,<br />

rassiger Speisenbegleiter, sicheres Reifepotenzial.<br />

durfort-vivens.fr<br />

•<br />

Château Grand-Puy-Lacoste 2021<br />

Château Grand-Puy-Lacoste, Pauillac<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

dezente Randaufhellung. Tabakig-kräuterwürzig<br />

unterlegte schwarze Beeren, frische<br />

rote Johannisbeeren, etwas Lakritze,<br />

Orangenzesten. Saftig, elegant, frische<br />

Herzkirschen, straffe, gut integrierte Tannine,<br />

frisch strukturiert, zarte Nougatnuancen<br />

im Abgang, gutes Reifepotenzial.<br />

grand-puy-lacoste.com<br />

•<br />

Château Lascombes 2021<br />

Château Lascombes, Margaux<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Dunkle<br />

Beeren, ein Hauch von Feigen, zartes<br />

Nougat, angenehme Edelholzwürze. Saftig,<br />

gute Komplexität, dunkle Kirschfrucht, gut<br />

integrierte, reife Tannine, etwas Schokolade<br />

im Abgang, zeigt Länge, sicheres<br />

Entwicklungspotenzial.<br />

chateau-lascombes.com<br />

•<br />

Château Lynch-Bages 2021<br />

Château Lynch-Bages, Pauillac<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Feines<br />

Edelholz, ein Hauch von dunklem Nougat,<br />

schwarze Herzkirschen, zarte Nuancen von<br />

Lakritze. Komplex, saftig, zart nach Cassis,<br />

tragende Tannine, gute Länge und Frische,<br />

sicheres Reifepotenzial.<br />

lynchbages.com<br />

•<br />

Château Léoville Barton 2021<br />

Château Léoville Barton,<br />

Saint-Julien-Beychevelle<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Einladende<br />

dunkle Waldbeeren, reife Zwetschgen,<br />

feines Nougat, kandierte Orangenzesten,<br />

facettenreiches Bukett. Straff, saftig,<br />

dunkle Waldbeeren, gut integrierte Tannine,<br />

mineralisch und frisch, gutes Entwicklungspotenzial.<br />

leoville-barton.com<br />

•<br />

Pavillon Rouge du Château<br />

Margaux 2021,<br />

Château Margaux, Margaux<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe. Feine Gewürznoten, ein<br />

Hauch von Nelken, rote Herzkirschen,<br />

etwas Orangenzesten, einladendes Bukett.<br />

Saftig, komplex und süß, finessenreiche<br />

Struktur, reife Tannine, dunkle Kirschen,<br />

mineralisch und anhaftend, sehr gute<br />

Länge, bereits heute sehr verführerisch.<br />

chateau-margaux.com<br />

•<br />

Aile d’Argent 2021<br />

Château Mouton Rothschild<br />

Pauillac<br />

Helles Grüngelb, Silberreflexe. Feine Nuancen<br />

von weißem Kernobst, ein Hauch von<br />

reifen Stachelbeeren, Noten von weißer<br />

Birne, zart nach Grapefruitzesten. Mittlerer<br />

Körper, frische Struktur, zitronig-salzig,<br />

rassig, wirkt leichtfüßig, Limetten im Nachhall,<br />

feine Fruchtsüße nach Ananas im<br />

Rückgeschmack.<br />

chateau-mouton-rothschild.com<br />

•<br />

BIO Château Pontet-Canet 2021<br />

Château Pontet-Canet<br />

Pauillac<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Reife Brombeeren, frische Zwetschgen, ein<br />

Hauch von schwarzen Kirschen, zart nach<br />

Vanille und Edelholz, einladendes Bukett.<br />

Mittlerer Körper, zarte dunkle Beerenfrucht,<br />

etwas schwarzer Tee, mineralischsalzig<br />

im Abgang, frische Säure, zart<br />

blättrig von Petit Verdot im Abgang, weitgehend<br />

charmefrei in diesem Frühstadium,<br />

braucht seine Zeit.<br />

pontet-canet.com<br />

Die Appellation Pauillac am linken Ufer bot die homogensten Leistungen:<br />

Château Grand-Puy-Lacoste ist immer eine Sünde wert.<br />

Pessac & Sauternes<br />

96<br />

•<br />

Château Haut-Brion 2021<br />

Château Haut-Brion, Pessac<br />

Dunkles Rubingranat, tiefer Farbkern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Einladender Duft nach feinem Cassis und<br />

schwarzen Kirschen, ein Hauch von Edelholz,<br />

zarter Nougatanklang. Gute Komplexität,<br />

dunkle Waldbeeren, feine Fruchtsüße,<br />

reife, gut integrierte Tannine, elegant<br />

und mit guter Länge ausgestattet, finessenreich<br />

und frisch, sehr zugänglich, ein<br />

toller Speisenbegleiter.<br />

haut-brion.com<br />

•<br />

Château Rieussec 2021<br />

Château Rieussec, Fargues<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zart nach<br />

Pfirsich, ein Hauch von Mango und etwas<br />

Holz, dezente Orangenzesten, Nuancen von<br />

Botrytiswürze. Saftig, komplex, kraftvoll<br />

und stoffig, Lanolin und Kokos, mineralisch<br />

und lange anhaftend, präzise und mit puristischer<br />

Frucht ausgestattet, Potenzial für<br />

viele Jahre, ein potenzieller Sauternes-<br />

Klassiker. lafite.com<br />

•<br />

Château de Fargues 2021<br />

Château de Fargues<br />

Fargues de Langon<br />

Mittleres Grüngelb, Silberreflexe. Feine<br />

gelbe Tropenfrucht, ein Hauch von Ananas,<br />

Maracuja und reifer Mango, kandierte Orangenzesten,<br />

feiner Honig, zarte Botrytiswürze,<br />

angenehme Holznoten. Saftig, kräftig,<br />

gelber Pfirsich, gut integrierte Süße, gute<br />

Frische und Länge, sicheres Zukunftspotenzial.<br />

chateau-de-fargues.com<br />

95<br />

•<br />

Château Haut-Brion Blanc 2021<br />

Château Haut-Brion, Pessac<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Feine weiße<br />

Tropenfrucht, rosa Grapefruit und Grapefruitzesten,<br />

ein Hauch von Blütenhonig,<br />

einladendes Bukett. Komplex, saftig, zarte<br />

Fruchtsüße, ein Hauch von Litschis, lebendiger<br />

Säurebogen, frisch und animierend,<br />

salziger Nachhall, gutes Reifepotenzial.<br />

haut-brion.com<br />

•<br />

Château La Mission Haut-Brion 2021,<br />

Château La Mission Haut-Brion, Pessac<br />

Dunkles Rubingranat, tiefer Farbkern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Schwarze Beerenfrucht, dunkle Kirschen,<br />

tabakige Würze, zart nach Lakritze, mineralischer<br />

Touch. Saftige Kirschfrucht, ein<br />

Hauch von Pflaumen, präsente Tannine,<br />

salzige Mineralik, frisch und gut anhaftend,<br />

verfügt über Entwicklungspotenzial.<br />

mission-haut-brion.com<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

223


tasting / BORDEAUX JAHRGANG 2021 – EN PRIMEUR<br />

•<br />

Château Les Carmes Haut-Brion<br />

2021, Château Les Carmes Haut-Brion<br />

Pessac-Léognan<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Angenehme<br />

Kräuterwürze, schwarze Herzkirschen,<br />

ein Hauch von Pflaumen, zart nach Minze<br />

und kandierten Orangenzesten, attraktives<br />

Bukett. Komplex, straff, dunkle Beerenfrucht,<br />

stoffige, seidige Tannine, mineralisch<br />

und frisch im Abgang, voll Energie<br />

und Länge, schwarze Kirschen im Nachhall,<br />

große Eleganz, sicheres Reifepotenzial,<br />

perfekte Balance.<br />

les-carmes-haut-brion.com<br />

•<br />

Château Suduiraut 2021<br />

Château Suduiraut, Preignac<br />

Mittleres Grüngelb, Silberreflexe. Kandierte<br />

Mandarinenzesten, gelbe Tropenfrucht,<br />

reife Mango, frischer Pfirsich, zarte Botrytiswürze,<br />

facettenreiches Bukett. Saftig,<br />

elegant, sehr ausgewogen, reife Ananas,<br />

feiner Honig, sehr balanciert und fein, würziger<br />

Nachhall, mineralisch und anhaftend,<br />

ideale Süße im Abgang, sicheres Reifepotenzial,<br />

leider nur in Minimengen<br />

vorhanden. suduiraut.com<br />

94<br />

•<br />

Château Haut-Bailly 2021<br />

Château Haut-Bailly, Pessac-Léognan<br />

Dunkles Rubingranat, tiefer Kern, violette<br />

Reflexe, dezente Randaufhellung. Schwarze<br />

Kirschen und Cassis, feine Würze, zartes<br />

Nougat, kandierte Orangenzesten. Saftig,<br />

reife Kirschen, ein Hauch von Pflaumen,<br />

seidige, reife Tannine, salziger Touch, gute<br />

Frische, bleibt haften, ein facettenreicher<br />

Speisenbegleiter, sehr pure Stilistik,<br />

sicheres Reifepotenzial. Très chic!<br />

chateau-haut-bailly.com<br />

•<br />

Château La Mission Haut-Brion<br />

Blanc 2021<br />

Château La Mission Haut-Brion, Pessac<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Zart nach<br />

grünem Apfel und weißem Pfirsich, ein<br />

Hauch von Grapefruitzesten, etwas scheues<br />

Bukett. Mittlere Komplexität, grüne<br />

Apfelfrucht, sehr rassig und zitronig im<br />

Abgang, saliner Touch im Nachhall, wirkt<br />

leichtfüßig und finessenreich.<br />

mission-haut-brion.com<br />

•<br />

Château Lafaurie-Peyraguey 2021<br />

Château Lafaurie-Peyraguey, Bommes<br />

Helles Grüngelb, Silberreflexe. Feiner Blütenhonig,<br />

zarte Holznuancen, Vanille, gelbe<br />

Tropenfrucht, einladendes Bukett. Saftig,<br />

komplex, reifer gelber Pfirsich, etwas Ananas,<br />

Honig im Nachhall, zeigt Länge und<br />

Balance, mineralischer Rückgeschmack.<br />

chateau-lafaurie-peyraguey.com<br />

•<br />

Château Smith Haut Lafitte Blanc<br />

2021, Château Smith Haut Lafitte<br />

Bordeaux-Martillac<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Frische<br />

Wiesenkräuter, ein Hauch von Stachelbeeren,<br />

Mandarinenzesten, weiße Blüten,<br />

mineralischer Touch. Saftig, feine Fruchtsüße,<br />

elegant und lebendig strukturiert,<br />

salzige Nuancen im Abgang, gute Balance,<br />

finessenreich, mit Reifepotenzial ausgestatteter<br />

schlankerer Stil.<br />

smith-haut-lafitte.com<br />

•<br />

Château Smith Haut Lafitte 2021<br />

Château Smith Haut Lafitte<br />

Bordeaux-Martillac<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

dezente Ockerrandaufhellung. Zart nach<br />

Lakritze und Brombeerkonfitüre, feine<br />

Edelholzwürze, ein Hauch von Nougat.<br />

Mittlere Komplexität, feine Kirschfrucht,<br />

gute Frische, gut integrierte, feine Tannine,<br />

salzig-zitronig im Abgang, bald zugänglich,<br />

verfügt über Reifepotenzial.<br />

smith-haut-lafitte.com<br />

•<br />

Domaine de Chevalier Blanc 2021<br />

Domaine de Chevalier, Léognan<br />

Sehr helles Gelbgrün, Silberreflexe. Weiße<br />

Blüten, ein Hauch von Pfirsich, zart nach<br />

Limetten, einladendes Bukett. Saftig,<br />

lebendig, weißer Apfel, finessenreicher<br />

Die Union des Grands Crus de Bordeaux lud zur<br />

Übersichtsprobe in die Cité du Vin in Bordeaux-Stadt.<br />

Säurebogen, mineralisch und gut anhaftend,<br />

zitronig, ein Hauch von Vanille im<br />

Nachhall, zeigt Länge, gutes Reifepotenzial,<br />

tolle Balance. domainedechevalier.com<br />

93<br />

•<br />

BIO Château Bastor-Lamontagne<br />

2021, Château Bastor-Lamontagne,<br />

Preignac<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Reife Babyananas,<br />

feiner Honig, zart nach Mango,<br />

kandierte Orangenzesten. Saftig, komplex,<br />

süße gelbe Tropenfrucht, würzig-pfeffrig,<br />

Honig im Abgang, zeigt gute Länge.<br />

chateaubastorlamontagne.fr<br />

•<br />

BIO Château Coutet 2021<br />

Château Coutet, Barsac<br />

Helles Grüngelb, Silberreflexe. Zart nach<br />

Akazienhonig, reife gelbe Tropenfrucht,<br />

frische Papaya, einladendes Bukett. Saftig<br />

und süß, Nuancen von Quitte und Ananas,<br />

feiner Säurebogen, elegant, dezente Süße<br />

im Abgang, mittlere Länge.<br />

chateaucoutet.com<br />

•<br />

La Clarté de Haut-Brion 2021<br />

Château Haut-Brion, Pessac<br />

Helles Grüngelb, Silberreflexe. Feine Nuancen<br />

von rosa Grapefruit, weiße Tropenfrucht,<br />

frische Guaven und Stachelbeeren,<br />

feine Blütenaromen und Limettenzesten.<br />

Saftig, straff, elegant, weißer Apfel, finessenreicher<br />

Säurebogen, salziger Nachhall,<br />

toller Speisenbegleiter.<br />

haut-brion.com<br />

•<br />

Château La Tour Blanche 2021<br />

Château La Tour Blanche, Bommes<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Etwas verhalten,<br />

zart nach Pfirsich, reife Stachelbeeren<br />

und weiße Birne, dezente Honignuancen.<br />

Mittlere Komplexität, elegant,<br />

gut integrierte Süße, Ananas im Abgang,<br />

feine Mineralik, zeigt Balance und Länge.<br />

tour-blanche.com<br />

•<br />

Château Malartic-Lagravière Blanc<br />

2021, Château Malartic-Lagravière,<br />

Léognan<br />

Sehr helles Gelbgrün, Silberreflexe. Zart<br />

nach Stachelbeeren und Grapefruitzesten,<br />

weiße Tropenfrucht, mineralisch, Limetten<br />

im Hintergrund. Feinwürzig, saftig, zarte<br />

Nuancen von gelber Frucht, angenehmer<br />

Säurebogen, mineralisch und mit Länge<br />

ausgestattet, gutes Reifepotenzial.<br />

malartic-lagraviere.com<br />

•<br />

Château Pape Clément Blanc 2021<br />

Château Pape Clément, Pessac<br />

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Feine gelbe<br />

Tropenfrucht, ein Hauch von Ananas und<br />

Mango, etwas Blütenhonig, frische Orangenzesten.<br />

Saftig, feine Fruchtsüße, reifer<br />

weißer Pfirsich, angenehme Säurestruktur,<br />

elegant und mineralisch, bleibt gut haften,<br />

zeigt Länge, verfügt über gutes Entwicklungspotenzial.<br />

bernard-magrez.com<br />

•<br />

Château Pape Clément 2021<br />

Château Pape Clément, Pessac<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Feine Edelholzwürze, rote Waldbeeren, ein<br />

Hauch von Cassis, Orangenzesten, facettenreiches<br />

Bukett. Saftig, dunkle Kirschen,<br />

reife Tannine, etwas Nougat, frisch und<br />

lebendig, stoffig im Abgang, mit Entwicklungspotenzial<br />

ausgestattet.<br />

bernard-magrez.com<br />

•<br />

Château Sigalas Rabaud 2021<br />

Château Sigalas Rabaud, Bommes<br />

Helles Grüngelb, Silberreflexe. Zart nach<br />

Ananas und Orangenzesten, feine Botrytiswürze,<br />

ein Hauch von Blütenhonig. Saftig,<br />

kraftvoll, weißer Pfirsich, frisch strukturiert,<br />

dezente Süße im Abgang, mineralisch,<br />

Fotos: Peter Moser, beigestellt<br />

224 falstaff jun <strong>2022</strong>


verfügt über einiges Entwicklungspotenzial.<br />

chateau-sigalas-rabaud.com<br />

•<br />

Château Suduiraut Vieilles Vignes<br />

Grand Vin Blanc Sec 2020<br />

Château Suduiraut, Preignac<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Frische<br />

Grapefruitzesten, ein Hauch von Lanolin,<br />

zart nach frischer Quitte, ein Hauch von<br />

Marzipan, mit gelber Tropenfrucht unterlegt.<br />

Mittlerer Körper, feine gelbe Frucht,<br />

dezente Süße, Mandarinentouch im Nachhall,<br />

rund und bereits gut antrinkbar, ein<br />

eleganter Speisenwein mit gutem Reifepotenzial.<br />

suduiraut.com<br />

•<br />

Château d’Arche 2021<br />

Château d’Arche, Sauternes<br />

Helles Goldgelb, Silberreflexe. Feine gelbe<br />

Fruchtexotik, Ananas und Feigen, feine<br />

Botrytiswürze, einladendes Bukett. Saftig,<br />

frische Mango, lebendig strukturiert, sehr<br />

präzise und frisch, zarte Süße im Abgang,<br />

eleganter Stil mit mineralischem Finale.<br />

chateau-arche.com<br />

•<br />

Domaine de Chevalier 2021<br />

Domaine de Chevalier, Léognan<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Floral, einladende<br />

Nuancen von Cassis, schwarze Kirschen,<br />

etwas Lakritze, Mandarinenzesten, attraktives<br />

Bukett. Eher schlank, rote Kirschen,<br />

dezente Fruchtsüße, feine Tannine, frisch<br />

strukturiert, mineralisch-zitronig im Abgang,<br />

bereits gut entwickelt, verfügt über<br />

Reifepotenzial. domainedechevalier.com<br />

Rechtes Ufer<br />

97<br />

•<br />

Château Ausone 2021<br />

Château Ausone, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, tiefer Kern, violette<br />

Reflexe, dezente Randaufhellung. Kräuterwürzig,<br />

tabakig, rotbeerige Nuancen, ein<br />

Hauch rote Johannisbeeren und Kirschen,<br />

feine Noten von Orangenzesten. Saftiger,<br />

mittelgewichtiger Körper, feine rote Frucht,<br />

gut integrierte, perfekt gereifte Tannine,<br />

delikat und frisch, Johannisbeeren im Abgang,<br />

mineralisch, zart salzig, verfügt über<br />

eine sehr gute Länge, Limetten im Finale.<br />

chateau-ausone-saint-emilion.com<br />

96<br />

•<br />

Château Cheval Blanc 2021<br />

Château Cheval Blanc, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte<br />

Randaufhellung. Tabakig, feine Kräuterwürze,<br />

dunkle Beerenfrucht, reife Pflaumen,<br />

etwas Nougat, würzig und von feinem<br />

Edelholz markiert. Komplex, saftig und<br />

seidig, feine, reife Tannine, gute Frische,<br />

mineralisch und lange anhaftend, zeigt<br />

gute Länge und Balance, sicheres Reifepotenzial,<br />

feiner Schokotouch im Abgang,<br />

ein saftiger Speisenbegleiter.<br />

chateau-cheval-blanc.com<br />

•<br />

Château Lafleur 2021<br />

Château Lafleur, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Feine Kräuterwürze,<br />

tabakig unterlegte Brombeernuancen,<br />

schwarzer Pfeffer, zart nach Orangenzesten.<br />

Komplex, aber mit mittlerem Gewicht,<br />

feine Herzkirschen, finessenreicher Säurebogen,<br />

mineralisch und elegant, harmonisch,<br />

bleibt gut haften, würziger Anklang<br />

im Abgang, zarte Süße im Nachhall, verfügt<br />

über gutes Entwicklungspotenzial.<br />

chateaulafleur.fr<br />

•<br />

Vieux Château Certan 2021<br />

Vieux Château Certan, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Dunkelbeerig im<br />

Duft, sehr klar, sehr reif. Florale Noten,<br />

Baumharz. Im Mund seidig und füllig, weich<br />

grundiert, mürb-körniges Tannin ohne<br />

Grüntöne, sehr dicht, dennoch mild wirkend,<br />

viel Saftigkeit, große Homogenität<br />

und Länge, feinfruchtig begleitet. Ein<br />

makellos reif gelesener Charmeur mit<br />

Tiefe und unglaublicher Eleganz. (US)<br />

vieuxchateaucertan.com<br />

95<br />

•<br />

Château Figeac 2021<br />

Château Figeac, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Feine Nuancen von<br />

dunklen Waldbeeren, zarte Gewürznoten,<br />

ein Hauch von Nougat und Herzkirschen.<br />

Saftig, elegant, frisch und ausgewogen, dezente<br />

Fruchtsüße, reife Tannine, finessenreich<br />

und bereits gut entwickelt, mineralisch,<br />

sehr präzise und mit guter Länge ausgestattet,<br />

salziger Nachhall, toller Begleiter<br />

bei Tisch. chateau-figeac.com<br />

•<br />

Château Le Pin 2021<br />

Château Le Pin, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Frische Noten von<br />

Herzkirschen, zarte Brombeernuancen, ein<br />

Hauch von Edelholz, Lakritze und etwas<br />

Nougat. Saftig, feine rote Beeren, finessenreich<br />

strukturiert, seidige Tannine, zart<br />

nach roten Johannisbeeren, mineralischseidig<br />

im Abgang, sehr gute Länge, ein von<br />

Frische und Delikatesse geprägter Wein.<br />

Könnte man vom Fleck weg genießen.<br />

francois-thienpont.com<br />

•<br />

Château Pétrus 2021<br />

Château Pétrus, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Zart nach feinem<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

225<br />

#realdolcevita<br />

tinazzi.it


tasting / BORDEAUX JAHRGANG 2021 – EN PRIMEUR<br />

Die besten Weine kamen<br />

einmal mehr von den<br />

besten Böden – wie vom<br />

Château Margaux.<br />

Edelholz und Vanille, feine Herzkirschen,<br />

ein Hauch von Trüffel. Saftig und komplex,<br />

rote Beeren, elegant und von großer Frische<br />

getragen, stoffige Mitte, feine, seidige<br />

Tannine, zeigt große Länge, salzig, aber<br />

auch die terroirtypischen Nuancen sind<br />

klar angelegt, sehr pur und klar, feine Süße<br />

im Nachhall. info@jpmoueix.com<br />

94<br />

•<br />

Château Angélus 2021<br />

Château Angélus, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Frische Preiselbeeren,<br />

reife Sauerkirsche, Nuancen von<br />

Brombeeren, ein Hauch von schwarzem<br />

Pfeffer, kandierte Orangenzesten. Straff,<br />

rotbeerig, gute Dichte, feine, reife Tannine,<br />

frische Struktur, rote Kirschen und Johannisbeeren<br />

im Abgang, zeigt große Länge,<br />

sicheres Reifepotenzial.<br />

angelus.com<br />

•<br />

Château Bélair-Monange 2021<br />

Château Bélair-Monange<br />

Saint-Émilion<br />

Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe,<br />

breitere Randaufhellung. Schwarze Herzkirschen,<br />

ein Hauch von Edelholz und<br />

Nougat, mit feiner Kräuterwürze unterlegt,<br />

einladendes Bukett. Saftig, komplex, feine<br />

Fruchtsüße, angenehme Mineralik, reife,<br />

seidige Tannine, bleibt sehr lange haften,<br />

sicheres Reifepotenzial.<br />

chateaubelair.com<br />

• Château<br />

Canon 2021<br />

Château Canon<br />

Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Feine rote Waldbeerenfrucht,<br />

florale Nuancen, ein Hauch<br />

von Preiselbeeren, zarte Edelholznuancen,<br />

einladender Duft. Saftig, frisch strukturiert,<br />

feine Tannine, finessenreich und gut anhaftend,<br />

zarte Fruchtsüße im Abgang, ein<br />

lebendiger Speisenbegleiter, insgesamt<br />

harmonisch und sehr appetitlich.<br />

chateau-canon.com<br />

•<br />

Château L’Église-Clinet 2021<br />

Château L’Église-Clinet, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Anfangs reduktiv<br />

getönt, dann mehr und mehr duftig: Kirschblüten,<br />

Himbeeren, Holunder sowie Herzund<br />

Sauerkirschen. Im Mund makellos reif<br />

in den Phenolen, nicht im Übermaß weich,<br />

mit gutem, auf feste Weise körnigem Stoff,<br />

der aber nicht adstringiert und so gut wie<br />

gar nicht grün ist. Feste taktile Mineralik.<br />

Erkennbar mit hohem Aufwand selektiert.<br />

Gute saftige Auflösung, mittlere Aromenbegleitung.<br />

(US) denis-durantou.com<br />

•<br />

BIO Château L'Évangile 2021<br />

Château L'Évangile, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Florale Noten,<br />

Schwarze Johannisbeeren, eher Sauer- als<br />

Schwarzkirschen, Thymian, Waldheidelbeeren.<br />

Im Mund griffiges Tannin, betont<br />

cremig eingebunden,<br />

nur eine<br />

Prise von grünlichen<br />

Komponenten ist dabei.<br />

Alles ist mineralisch unterlegt, mit ein<br />

klein wenig merklich werdendem Alkohol,<br />

aber dennoch in Balance und elegant mit<br />

saftigem, feinnervigem Abgang. (US)<br />

lafite.com<br />

•<br />

Château La Conseillante 2021<br />

Château La Conseillante, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Verschlossen zu<br />

Beginn, dunkelbeerig, etwas Grüntee, aber<br />

auch kräuterwürzig, Tannenschössling. Im<br />

Mund mit mürbem, reifem Gerbstoff hoher<br />

Qualität, gute Homogenität, alles ist gut<br />

integriert, von frischer, adretter Frucht<br />

begleitet, der Weichteil ist sehr gut in den<br />

Stoff integriert. Ein Wein im Stil des<br />

Châteaus bei mittelgroßer Länge und<br />

aromatischer Tiefe. (US)<br />

la-conseillante.com<br />

•<br />

Château Quintus 2021<br />

Château Quintus, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte<br />

Randaufhellung. Kräuterwürzig im Duft,<br />

Minze, Traubenzucker, frisch und klar. Im<br />

Mund zeigt der Wein einen Extrakt, der reif,<br />

unforciert, griffig und sehr natürlich wirkt.<br />

Alles ist in passendem Maße geschmeidig<br />

grundiert, die Säure gibt Frische und ist gut<br />

integriert. Elegant und pur und für diesen<br />

Jahrgang auch ungewöhnlich homogen im<br />

Gaumenverlauf. Kräftige taktil-mineralische<br />

Kalkkomponenten zuletzt. (US)<br />

chateau-quintus.com<br />

•<br />

Château Troplong Mondot 2021<br />

Château Troplong Mondot<br />

Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Sehr floral im Duft,<br />

würzige Noten von Fenchelpollen, Kirschen<br />

in verschieden Reifegraden, kräutrige<br />

Aromen. Dichtes, feines, griffiges Tannin,<br />

kräftiger, aber gut eingebundener Alkohol,<br />

viel Saft und eine enorme taktile Mineralik.<br />

Säure und Körper gehen nahtlos ineinander<br />

über, der Wein verbindet eine gute<br />

Konzentration mit der jahrgangstypischen<br />

Eleganz. (US)<br />

chateau-troplong-mondot.com<br />

•<br />

Château Trotanoy 2021<br />

Château Trotanoy, Pomerol<br />

Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe,<br />

breitere Randaufhellung. Feine rotbeerige<br />

Nuancen, frische rote Herzkirschen, Preiselbeeren,<br />

zart nach Tabak, feine Kräuterwürze,<br />

einladendes Bukett. Saftig, komplex,<br />

reife Herzkirschen, finessenreiche<br />

Struktur, gut integrierte, tragende Tannine,<br />

mineralisch-salzig, ein eleganter Wein mit<br />

sehr guter Länge, sicheres Reifepotenzial.<br />

moueix.com<br />

93<br />

•<br />

Château Beauséjour Duffau-<br />

Lagarrosse 2021, Château Beauséjour<br />

Fotos: Artiste-Associé, Brice Braastad, beigestellt<br />

226 falstaff jun <strong>2022</strong>


Duffau-Lagarrosse, Saint-Émilion<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Zarte Kräuterwürze,<br />

schwarze Waldbeeren, frische Herzkirschen,<br />

ein Hauch von exotischen Gewürzen,<br />

zart nach Lakritze. Saftig, elegant, rote<br />

Beerenfrucht, frisch und mineralisch, feine,<br />

reife Tannine, salzig-zitronig, delikater und<br />

leichtfüßiger Wein mit sicherem Reifepotenzial.<br />

beausejourhdl.fr<br />

•<br />

Château Bellefont-Belcier 2021<br />

Château Bellefont-Belcier<br />

Saint-Émilion<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern,<br />

violette Reflexe, zarte Randaufhellung.<br />

Zart nach Nougat und Feigen, frische Pflaumen,<br />

mit kandierten Orangenzesten unterlegt,<br />

einladendes Bukett. Saftig, elegant,<br />

frisch strukturiert, rote Kirschen, reife, gut<br />

integrierte Tannine, feine Limettennoten<br />

im Abgang, mineralisch-salziger Touch im<br />

Nachhall, ein lebendiger Speisenbegleiter.<br />

bellefont-belcier.fr<br />

•<br />

BIO Château Canon La Gaffelière<br />

2021, Château Canon La Gaffelière<br />

Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, breitere<br />

Randaufhellung. Feine Kräuterwürze,<br />

schwarze Kirschen, zart tabakig, Nuancen<br />

von Brombeeren. Mittlere Komplexität,<br />

rote Kirschen, schlank und lebendig, salzige<br />

Mineralik, zitroniger Touch im Abgang,<br />

rotbeeriger Nachhall, ein animierender<br />

Speisenbegleiter. neipperg.com<br />

•<br />

Château Clinet 2021<br />

Château Clinet, Pomerol<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Feine Edelholzwürze,<br />

Nelken und Vanille, dunkle Kirschen,<br />

ein Hauch von Pflaumen, kandierte<br />

Orangenzesten. Mittlerer Körper, Zwetschgen,<br />

gut integrierte Tannine, etwas Nougat,<br />

mineralischer Abgang, noch etwas statischer<br />

Stil, wird von Flaschenreife<br />

profitieren. chateauclinet.com<br />

•<br />

Château Hosanna 2021<br />

Château Hosanna, Libourne<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, dezente<br />

Randaufhellung. Reife Herzkirschen,<br />

ein Hauch von Edelholz, Nuancen von Preiselbeeren<br />

und zarter Lakritze. Komplex,<br />

saftig, engmaschige Textur, feine Fruchtsüße,<br />

mineralisch, reife Tannine, verfügt über<br />

gute Länge, zartes Nougat im Nachhall,<br />

Herzkirschen im Finale. moueix.com<br />

•<br />

Château L’If 2021<br />

Château L’If, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Zart nach roten Kirschen,<br />

frische Waldbeeren, noch verhalten,<br />

ein Hauch von Kräuterwürze, feine Tabaknuancen,<br />

zart mit Edelholz unterlegt. Mittlere<br />

Komplexität, Rote Johannisbeeren,<br />

straffe Tannine, die gut integriert sind,<br />

mineralisch-zitronig im Abgang, sehr<br />

frisch und lebendig, würziger Nachhall, ein<br />

animierender Speisenbegleiter.<br />

francois-thienpont.com<br />

•<br />

Château La Fleur-Pétrus 2021<br />

Château La Fleur-Pétrus, Pomerol<br />

Kräftiges Rubingranat, violette Reflexe,<br />

breitere Randaufhellung. Zarte Brombeernote,<br />

ein Hauch von dunklen Herzkirschen,<br />

zart nach Orangenzesten, auch rote<br />

Frucht aspekte, etwas scheu. Komplex, engmaschig,<br />

schokoladige Textur, reife Tannine,<br />

etwas Kirschen und Nougat im Abgang,<br />

pikante Säure, zitronig im Finish, zeigt<br />

Länge, wird von Flaschenreife profitieren.<br />

moueix.com<br />

•<br />

Château Latour à Pomerol 2021<br />

Château Latour à Pomerol, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, breitere<br />

Randaufhellung. Nach feinem Cassis,<br />

schwarze Waldbeeren, mit Brombeerkonfitüre<br />

unterlegt, ein Hauch von Kräuterwürze<br />

und Tabak. Engmaschig, straff, mineralisch,<br />

rote Beerenfrucht, feine, tragende<br />

Tannine, mineralisch, noch etwas unterentwickelt,<br />

wird von weiterer Flaschenreife<br />

profitieren. moueix.com<br />

•<br />

Château Le Gay 2021<br />

Château Le Gay<br />

Artigues-près-Bordeaux<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Frische rote Waldbeerenfrucht,<br />

ein Hauch von Kirschen, zart<br />

nach Bienenwachs und Lakritze. Saftig, elegant,<br />

feine Würze, reife, gut integrierte Tannine,<br />

mineralisch und frisch, bleibt haften,<br />

salziger Nachhall, gutes Reifepotenzial.<br />

vignoblespereverge.com<br />

•<br />

Château Pavie 2021<br />

Château Pavie, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, tiefer Kern, violette<br />

Reflexe, dezente Randaufhellung. Frische<br />

Kirschen, ein Hauch von Orangenzesten<br />

und Edelholz, zart nach Nougat. Mittlerer<br />

Körper, rotbeerige Nuancen, präsente Tannine,<br />

noch etwas fordernd, frisch und salzig<br />

im Abgang, mineralisch im Nachhall, wird<br />

von Flaschenreife profitieren.<br />

perselatitudes.com<br />

•<br />

Château Pavie Macquin 2021<br />

Château Pavie Macquin, Saint-Émilion<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Feine Edelholznote,<br />

schwarze Waldbeeren, zart nach Lakritze,<br />

dunkle Kirschen und Zedernholz. Komplex,<br />

saftig, reife Zwetschgen, Brombeerkonfitüre,<br />

markante Frische, gut integrierte<br />

Tannine, mineralisch und gut anhaftend,<br />

zeigt Länge, verfügt über Entwicklungspotenzial.<br />

pavie-macquin.com<br />

•<br />

Château Péby Faugères 2021<br />

Château Péby Faugères, Saint-Émilion<br />

Der elegante<br />

Mouton-Rothschild,<br />

noch ohne sein<br />

zukünftiges<br />

Künstleretikett:<br />

Dieses kommt erst<br />

im Dezember 2023.<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, breitere Randaufhellung. Zart<br />

nach Velours und Nougat, reife schwarze<br />

Beerenfrucht, ein Hauch von kandierten<br />

Orangenzesten, tabakige Nuancen. Komplex,<br />

feine Brombeernoten, etwas Cassis,<br />

reife Tannine, schokoladig und anhaftend,<br />

gutes Reifepotenzial.<br />

chateau-peby-faugeres.com<br />

•<br />

Château Valandraud 2021<br />

Château Valandraud<br />

Saint-Émilion<br />

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

zarte Randaufhellung. Feine Edelholznuancen,<br />

ein Hauch von Zeder, schwarze<br />

Beeren, reife Kirschen, einladendes Bukett.<br />

Saftig, frische Brombeeren, etwas Lakritze,<br />

frischer Säurebogen, ein Hauch von Kokos<br />

und Vanille, mineralischer Nachhall, zeigt<br />

Finesse, verfügt über Potenzial.<br />

valandraud.fr<br />

•<br />

Enclos Tourmaline 2021<br />

Enclos Tourmaline, Saint-Christophedes-Bardes<br />

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, zarte Randaufhellung. Zarte<br />

Nuancen von schwarzem Trüffel, reife<br />

dunkle Kirschen, frische Zwetschgen, feine<br />

Edelholzwürze, ein Hauch von Feigen und<br />

Nougat. Mineralisch, straff, reife Herzkirschen,<br />

gut integrierte Tannine, zitronig und<br />

frisch, zeigt bereits gute Balance, ein lebendiger<br />

Speisenbegleiter mit<br />

Entwicklungspotenzial. vignoblesk.com<br />

•<br />

BIO La Mondotte 2021<br />

La Mondotte, Saint-Émilion<br />

Dunkles Rubingranat, opaker Kern, violette<br />

Reflexe, dezente Randaufhellung. Frische<br />

dunkle Waldbeeren, ein Hauch von roten<br />

Johannisbeeren, feine Herzkirschen, kandierte<br />

Orangenzesten. Mittlerer Körper,<br />

rotbeerige Textur, feine, seidige Tannine,<br />

salzig im Abgang, ein Hauch von Ribiseln,<br />

delikater, leichtfüßig wirkender Stil.<br />

neipperg.com<br />

•<br />

Les Pensées de Lafleur 2021<br />

Château Lafleur, Pomerol<br />

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe,<br />

breitere Randaufhellung. Zart nach<br />

Hagebutten, rote Waldbeeren, etwas<br />

Sanddorn, floral, zarte Kirschfrucht. Wirkt<br />

leichtfüßig am Gaumen, feine rote<br />

Kirschen, reife Tannine, mineralisch und<br />

frisch, bereits zugänglich, salziger Nachhall,<br />

ein charmanter Speisenbegleiter.<br />

chateaulafleur.fr<br />

Alle 460 Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/bdx-en-primeur21<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

227


tasting / KABINETT TROPHY<br />

SCHWERELOSE<br />

Der beiden aktuellen Kabinett-Jahrgänge waren Steilvorlagen für <strong>Deutschland</strong>s leichtesten<br />

Prädikatswein: Wo die 2020er mit Anmut und erster Reifewürze punkten, betonen die 2021er<br />

ihr Spiel mit feiner Süße und knackiger Säure. Für beide Jahre gilt: höchst empfehlenswert!<br />

TEXT ULRICH SAUTTER NOTIZEN VON RAINER SCHÄFER UND ULRICH SAUTTER<br />

Die Jugend, so das Fazit der<br />

diesjährigen Trophy, kann<br />

Kabinett. Denn die zwei ersten<br />

Plätze im fruchtigen Genre<br />

belegten junge Winzer: Der<br />

35-jährige Nico Rosch aus Leiwen an der<br />

Mosel entschied die Blindprobe mit einem<br />

Piesporter Goldtröpfchen für sich, das eine<br />

modernisierte Form der Klassik ins Glas<br />

bringt. Und Johannes Gröhl, erst 23 Jahre,<br />

aus Weinolsheim in Rheinhessen punktete<br />

mit einem kompromisslos würzigen Wein<br />

mit Hallo-wach-Säure vom Roten Hang.<br />

Umso erfreulicher sind diese Erfolge, weil sie<br />

Hand in Hand gehen mit Spitzenresultaten<br />

für Erzeuger im Zenit ihrer Schaffenskraft:<br />

Thomas Haag von Schloss Lieser, im vergangenen<br />

Jahr zum <strong>Falstaff</strong>-Winzer des Jahres<br />

gewählt, belegte mit seiner Brauneberger<br />

Juffer bei den fruchtigen Weinen den<br />

dritten Platz, während das feinherbe Siegertrio<br />

komplett aus Traditionsbetrieben<br />

besteht: mit der Bernkasteler Lay aus dem<br />

Hause Wegeler auf Platz eins, Schloss<br />

Johannisberg auf Platz zwei und Karl<br />

Schaefer aus Bad Dürkheim auf Platz drei.<br />

Auch Vorjahressieger Alexander Loersch<br />

kratzte wieder am Kabinett-Thron, sein Versteigerungswein<br />

aus der Trittenheimer Apotheke<br />

belegte, nur um Zehntelpunkte vom<br />

dritten Platz getrennt, den geteilten Platz vier<br />

mit dem Lämmler Kabinett von Hansjörg<br />

und Matthias Aldinger.<br />

Die Liste der nachfolgenden Spitzenweine<br />

liest sich ebenso wie ein Who’s who der<br />

deutschen Riesling-Elite. All diesen Weinen<br />

gemeinsam ist: Dermaßen viel Stil, Klasse<br />

und Reifevermögen zu dermaßen moderaten<br />

Tarifen – das ist weltweit einmalig!<br />

Foto: Shutterstock<br />

228 falstaff jun <strong>2022</strong>


ELEGANZ<br />

Aus Piesport und der sichelförmig<br />

an der Mosel liegenden<br />

Spitzenlage Goldtröpfchen<br />

stammt der Kabinett-Trophy-<br />

Sieger <strong>2022</strong> – und zwar vom<br />

Weingut Rosch.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

229


tasting / KABINETT TROPHY<br />

Riesling Kabinett süß<br />

93+<br />

1. Platz<br />

•<br />

2021 Piesporter Goldtröpfchen<br />

Riesling Kabinett<br />

Weingut Josef Rosch, Leiwen<br />

9 Vol.-%. Etwas Minze, etwas mentholisch,<br />

Schieferwürze im ersten Atemzug, dann<br />

reife und balsamische Goldtröpfchen-<br />

Frucht wie Aprikose und Pfirsich, auch Passionsfrucht.<br />

Zeigt am Gaumen den Gehalt<br />

einer Spätlese, bleibt aber stilistisch trotzdem<br />

am Kabinett-Ideal. Präzise Säure. Mineralisch<br />

getunt, mit Tiefgang und würzig<br />

im Ausklang. weingut-rosch.de, € 14,50<br />

93<br />

2. Platz<br />

•<br />

2021 Nierstein Roter Hang Riesling<br />

Kabinett<br />

Weingut Eckehart Gröhl, Weinolsheim<br />

8 Vol.-%. Die Nase ist deutlich von Spontangärung<br />

geprägt, mit viel Würze, Zündholz,<br />

Kräutern, Brennnessel, Malz und Hopfenblüte,<br />

auch pfeffrig. Setzt am Gaumen mit<br />

Sprinter-Tempo an und einer Hallo-wach-<br />

Säure, die einen straffen Takt vorgibt.<br />

Die Süße genießt es, sich dahinter zu<br />

platzieren, Limettensaft unterstützt den<br />

schwungvollen Ritt.<br />

weingut-groehl.de, € 15,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

2021 Brauneberger Juffer Riesling<br />

Kabinett, Weingut Schloss Lieser<br />

Lieser<br />

8 Vol.-%. Reduktiv und schieferwürzig,<br />

leicht balsamisch. Im Mund saftig, knackig,<br />

packende Säure, ein schlanker, bissiger Stil,<br />

dem es aber nicht an Frucht und Würze<br />

fehlt und der die saftige Spannung mit<br />

salzig-mineralischen Tönen flankiert.<br />

Kabinett aus dem Lehrbuch.<br />

weingut-schloss-lieser.de, € 16,–<br />

•<br />

2021 Fellbacher Lämmler Riesling<br />

Kabinett, Weingut Aldinger, Fellbach<br />

7 Vol.-%. Verschlossen im Duft, leicht floral.<br />

Im Mund mit viel Saftigkeit und saftigem,<br />

nachgerade speichelziehendem Säurenerv,<br />

hohe Intensität in der Gaumenmitte, gut<br />

zum schlanken Bau passende Süße, sehr<br />

viel Frische, mittellanger Abklang.<br />

weingut-aldinger.de, € 14,50<br />

•<br />

2021 Trittenheimer Apotheke Riesling<br />

Kabinett (Versteigerung)<br />

Weingut Loersch, Leiwen-Zummethöhe<br />

7,5 Vol.-%. Intensiv mineralisch, Funkenschlag,<br />

Schiefer, Gesteinsmehl. Auch<br />

kandierte Orangenschale. Im Mund intensiv<br />

von mineralischem Extrakt geprägt, Süße<br />

und Säure wirken beide komplett von<br />

dieser Mineralik abgedeckt, der Abklang<br />

hat eine kompakte, komplett in sich gekehrte<br />

Art. Zu diesem Zeitpunkt wirkt der<br />

Wein fast unscheinbar, doch der Extrakt hat<br />

es faustdick hinter den Ohren.<br />

weingut-loersch.de, k. A.<br />

92+<br />

•<br />

2019 Riesling Kabi<br />

Weingut Leon Gold, Weinstadt<br />

8,5 Vol.-%. Reduktive Noten, Hefe, Noten<br />

von Spontangärung, Kräutergarten, etwas<br />

Rauchfleisch, Apfelschale und Cidre. Am<br />

Gaumen mit einer vibrierenden Säure und<br />

guter Spannung, die Süße reiht sich in der<br />

zweiten Reihe ein, griffig, würzig und mit<br />

einer merklichen, gepflegten Phenolik. Viel<br />

Zug, salzig unterlegt.<br />

weingut-gold.de, € 9,80<br />

•<br />

2021 Trittenheimer Altärchen<br />

Riesling Kabinett<br />

Weingut Clüsserath-Weiler, Trittenheim<br />

8,5 Vol.-%. Noch verhalten im Duft, Hefe<br />

Strahlender Sieger:<br />

Der 35-jährige Nico<br />

Rosch überzeugte mit<br />

seinem Goldtröpfchen<br />

Kabinett.<br />

übertönt noch die Frucht, Steinobst, Apfel<br />

und Zitrusfrucht. Zeigt sich zunächst entspannt<br />

mit einer reifen Gaumenstruktur,<br />

die schwungvolle Säure belebt ordentlich,<br />

Aprikose, kandierte Zitronenzeste, reichhaltig,<br />

saftig und auch mit hintergründiger,<br />

mineralischer Spannung. Wer Nuancen<br />

schätzt, wird hier fündig.<br />

cluesserath-weiler.de, € 11,50<br />

•<br />

2021 Piesporter Goldtröpfchen<br />

Riesling Kabinett Alte Reben<br />

Weingut Hain, Piesport<br />

8 Vol.-%. Kräuterige und rauchige Noten in<br />

der noch etwas verschlossenen Nase,<br />

riecht nach Spontangärung, Schieferwürze<br />

und Steinobst. Vollmundig am Gaumen mit<br />

guter Spannung und Extrakt, die kraftvolle<br />

Säure gibt den Takt vor, die gelbfruchtige<br />

Süße tritt am mittleren Gaumen in den<br />

Vordergrund. Auch etwas Zitrusfrucht,<br />

feiner Saft, gute Substanz, stoffig, ohne<br />

Schwere. weingut-hain.de, € 12,–<br />

•<br />

2020 Trittenheimer Apotheke<br />

Riesling Kabinett, Weingut Ansgar<br />

Clüsserath, Trittenheim<br />

8 Vol.-%. Noch reduktiv in der Nase, Hefe,<br />

Kümmel, dazu kommt die Schieferwürze<br />

der Apotheke, im Hintergrund formieren<br />

sich Pfirsich und Aprikose. Am Gaumen aus<br />

einem Guss und mit einem schönen<br />

Zusammenspiel der Elemente, mineralisch,<br />

saftig, würzig und präzise. Zeigt die<br />

Spannung der Kabinett-Klasse und die<br />

Größe der Lage.<br />

ansgar-cluesserath.de, € 13,50<br />

•<br />

2021 Uhlbacher Götzenberg Riesling<br />

Kabinett, Weingut Aldinger, Fellbach<br />

7 Vol.-%. Melisse, frischer Zitrusabrieb,<br />

Orangenblüte. Im Mund schlank und feinnervig,<br />

aber mit guter Substanz, leicht<br />

salzig, spielende Süße, hat eine »kühle« Anmutung<br />

bei stilvollem Bau und sehr guter<br />

Länge. weingut-aldinger.de, € 14,50<br />

•<br />

2021 Kanzem Kupp Riesling Kabinett<br />

Weingut von Othegraven, Kanzem<br />

8 Vol.-%. Schieferwürzig, hefig, Spontangärungsnoten,<br />

Zitrusfrucht. Im Mund hat<br />

der Wein eine saftige Pikanz wie aus dem<br />

Lehrbuch, Kabinett-Leichtigkeit im Alkohol,<br />

knackige Säure und intensive Mineralität<br />

geben dem Wein drive und Energie, dabei<br />

fehlt es ihm trotz aller Leichtigkeit nicht an<br />

Substanz. von-othegraven.de, € 16,50<br />

•<br />

2020 »Goldene Kapsel« Ürziger<br />

Würzgarten Riesling Kabinett<br />

Weingut Markus Molitor<br />

Bernkastel-Wehlen<br />

7,5 Vol.-%. Überwältigend würzig im Duft,<br />

Schiefer, Rosmarin und rotes Curry, komplex.<br />

Im Mund vereint der Wein Saftigkeit<br />

und feinnervige Spannung mit eleganter<br />

Leichtigkeit. Die Würze des Dufts kehrt im<br />

Abgang wieder, »steinig«, pfeffrig, taktil-mineralisch<br />

begleitet. Ein pikanter Lagenausdruck<br />

in der leichtesten aller Gewichtsklassen.<br />

markusmolitor.com, € 17,80<br />

•<br />

2021 Rüdesheim Berg Schlossberg<br />

Riesling Kabinett, Weingüter Wegeler –<br />

Gutshaus Rheingau, Oestrich-Winkel<br />

8 Vol.-%. In der Nase mit einer gediegenen<br />

balsamischen Würze, feiner Pfirsich, helle<br />

Blüten, warmer Schiefer, getrocknete<br />

Orangenschale. Der Gaumen wird von einer<br />

jahrgangstypisch vitalen Säure belebt, die<br />

Elemente sind eng und dicht verwoben:<br />

süßer und reintöniger Pfirsich, steinige<br />

Würze und Mineralik. Verknüpft Eleganz<br />

und Substanz.<br />

wegeler.com, € 18,90<br />

•<br />

2021 Saarburg Rausch Kabinett<br />

Große Lage, Weingut Forstmeister<br />

Geltz-Zilliken, Saarburg<br />

8 Vol.-%. Mit feiner balsamischer Würze im<br />

gediegenen und getragenen Duft, zitrische<br />

Noten, eingelegte Salzzitrone, Blüten, etwas<br />

Hibiskus. Schafft es am Mund, Zartheit<br />

und mineralische Verve auf famose Art zu<br />

verbinden, die Grenzen zwischen dezenter<br />

Fotos: beigestellt<br />

230 falstaff jun <strong>2022</strong>


Stoffigkeit und beinahe schwereloser<br />

Finesse sind fließend. Subtil aufspielende<br />

Stilikone. zilliken-vdp.de, € 22,–<br />

•<br />

2021 Bernkastel Doctor Riesling<br />

Kabinett, Weingüter Wegeler –<br />

Gutshaus Mosel, Bernkastel-Kues<br />

8 Vol.-%, DV. Kräuterige Noten zeigen sich<br />

im Duft mit Schieferwürze und feinem<br />

Steinobst wie Weinbergpfirsich, etwas rauchig,<br />

ein Hauch Espresso. Am Gaumen werden<br />

Substanz und Spannung in einer mühelos<br />

wirkenden Art in Finesse transformiert,<br />

getragen von einer superben, fein ziselierten<br />

Säure und unterlegt von salziger Mineralik.<br />

wegeler.com, € 37,90<br />

92<br />

•<br />

2020 Riesling Kabi<br />

Weingut Leon Gold, Weinstadt<br />

8,5 Vol.-%. Apfel in der Nase mit kräuterigen<br />

Noten und einer leichten reduktiven<br />

Note, auch gelbe Frucht, etwas gerösteter<br />

Sesam. Saftig und mit schöner Würze am<br />

Gaumen, die Säure ist lebendig und zitrisch<br />

belegt, gelbe, süße Frucht, Mirabelle, Aprikose<br />

und auch Apfel, zeigt Schmelz und<br />

eine feine Salzigkeit. Gepflegte Phenolik,<br />

stilvoll. weingut-gold.de, € 9,80<br />

•<br />

2021 Rüdesheimer Magdalenenkreuz<br />

Riesling Kabinett<br />

Weingut Leitz, Rüdesheim am Rhein<br />

7,5 Vol.-%. Ein reiffruchtiger, würziger Duft,<br />

kandierte Orangenschale, pfeffrig-mineralwürzige<br />

Noten. Im Mund recht süß, aber<br />

auch von knackiger Säure belebt, ein Wein<br />

an der Grenze zum Spätlese-Typus mit<br />

satter Frucht und feiner mineralischer<br />

Ausprägung. leitz-wein.de, € 9,90<br />

•<br />

2020 Niedermenniger Herrenberg<br />

Riesling Kabinett<br />

Weingut Willems-Willems<br />

Konz-Oberemmel<br />

9 Vol.-%. In der pointierten Nase kräuterige<br />

Noten von Spontangärung, Hefe und Schieferwürze,<br />

neben Zitrusfrucht auch Mango.<br />

Am Gaumen mit Saft und Schmelz, Limette<br />

und Mango, baut mineralisch fundierte<br />

Spannung auf, patent balanciert und strukturiert;<br />

gute Länge. Kabinett mit Profil und<br />

gutem Potenzial.<br />

schiefer-trifft-muschelkalk.de, € 11,50<br />

•<br />

2021 Trittenheimer Apotheke<br />

Riesling Kabinett<br />

Weingut Loersch, Leiwen-Zummethöhe<br />

8 Vol.-%. Stark schieferwürzig und mit dem<br />

kräuterigen Duft der Spontangärung, intensive<br />

Nase. Wird am Gaumen von einer brillanten<br />

Säure gepusht und getragen, da ist<br />

viel Bewegung, schöne Würze und Schiefermineralik,<br />

die Süße fügt sich nahtlos ein.<br />

Mittelgewichtig im Extrakt, leicht salzig<br />

und würzig im Ausklang.<br />

weingut-loersch.de, € 11,90<br />

•<br />

2021 Niedermenninger Sonnenberg<br />

Riesling Kabinett Alte Reben<br />

Weingut Stefan Müller, Konz<br />

7,5 Vol.-%. Eher noch zurückgenommen im<br />

Duft, feine Kräuterwürze, Apfel und Apfelschale,<br />

Sesamsaat, etwas zitrisch. Am<br />

Gaumen mit viel Spannung unterwegs,<br />

druckvoll. Erstaunlich viel Extrakt in einem<br />

schlanken Format, famose Saar-Säure, die<br />

auch die Süße beschwingt erscheinen<br />

lässt. Mineralisch grundiert, archetypische<br />

Saar-Stilistik.<br />

weingutmueller-saar.de, € 12,–<br />

•<br />

2021 Bacharacher Hahn Riesling<br />

Kabinett, Weingut Toni Jost –<br />

Hahnenhof, Bacharach<br />

9 Vol.-%. Reife Mango zeigt sich in der Nase,<br />

auch Aprikose und Ananas, ein kompaktes<br />

Duftbild, auch steinige Anklänge. Auch am<br />

Gaumen mit überzeugenden Frucht-Argumenten,<br />

reife und köstliche Frucht, die<br />

Süße wird gut von der selbstbewussten<br />

und tragenden Säure geleitet, viel Saft und<br />

Cremigkeit, schöne Schiefermineralität.<br />

tonijost.de, € 12,50<br />

•<br />

2020 »Alte Reben« Serriger<br />

Würtzberg Riesling Kabinett<br />

Weingut Würtzberg, Serrig<br />

10 Vol.-%. Etwas wilder und von der Spontangärung<br />

geprägte Nase, auch Hanf-<br />

Freunde könnten sich daran erfreuen, schöne<br />

Schieferwürze neben Steinobst. Stoffig<br />

und dicht am Gaumen mit einer einnehmenden<br />

Würze auf mineralischem Untergrund.<br />

Tragende Säure, gute Dichte, die<br />

Süße ist sehr gut integriert und wird vom<br />

Extrakt gedeckt. Bleibt eine ganze Weile<br />

am Gaumen.<br />

weingut-wuertzberg.de, € 14,–<br />

•<br />

2020 »Alte Reben« Kaseler<br />

Nies’chen Riesling Kabinett Faß <strong>Nr</strong>. 9<br />

Erben von Beulwitz<br />

Mertesdorf<br />

8 Vol.-%. Duftet nach Mosel, nach Schiefer<br />

und Fuder, mit reifem Pfirsich, würzigen<br />

Noten und Kräutern. Saftig und geschmeidig<br />

am Gaumen mit leicht viskoser Konsistenz,<br />

die an eine Spätlese erinnert. Honig<br />

umgibt die reife, köstliche Pfirsichfrucht,<br />

fein ziselierte Säure. Tiefgründig, mineralisch.<br />

Zeigt die traditionelle Mosel, oldschool<br />

und von einer vornehmen,<br />

getragenen Art.<br />

von-beulwitz.de<br />

€ 17,30<br />

•<br />

2021 Oberemmel Hütte Riesling<br />

Kabinett, Weingut von Hövel<br />

Konz-Oberemmel<br />

8,5 Vol.-%. Kräuterig und schieferwürzig in<br />

der Nase, etwas Rauch, Pfirsich, auch Apfel<br />

und feine Himbeere im Hintergrund. Auf<br />

unangestrengte Art ist in einer schlanken<br />

Form einiges verpackt: guter Extrakt, mineralisch<br />

unterfüttert, die Süße wird von der<br />

lebhaften Säure gut begleitet und wirkt<br />

nicht zu dominant. Entspannter Kabinett<br />

mit ausgeglichenem Naturell, der es dick<br />

hinter den Ohren hat.<br />

weingut-vonhoevel.de<br />

€ 19,–<br />

•<br />

2021 Wiltingen Scharzhofberger<br />

Riesling Kabinett, Weingut von Hövel<br />

Konz-Oberemmel<br />

7,5 Vol.-%. Schieferwürzige und grünlichpflanzliche<br />

Aromen, Hefe, Limettenschale,<br />

Brunnenkresse. Im Mund eröffnet der Wein<br />

mit knackiger Säure, dann zeigt er sich von<br />

aufreizender Leichtigkeit, die Süße nimmt<br />

sich so weit zurück, dass Spannung und<br />

Mineralität im Zentrum stehen. Mutig und<br />

sehr eigenständig.<br />

weingut-vonhoevel.de<br />

€ 25,–<br />

93<br />

Riesling Kabinett<br />

feinherb<br />

1. Platz<br />

•<br />

2021 Bernkastel Lay Riesling<br />

Kabinett feinherb, Weingüter Wegeler –<br />

Gutshaus Mosel, Bernkastel-Kues<br />

10 Vol.-%. Blüten in der feinwürzigen Nase,<br />

etwas Flieder, Aprikose und Weiße Johannisbeere,<br />

Kräuter und mineralische Noten.<br />

Im Mund sehr fein und in Nuancen abgestimmt,<br />

auf weichem, seidigem Fond formiert<br />

sich eine unaufdringliche Spannung,<br />

feiner Saft, gepflegte Phenole, mineralische<br />

Grundierung, salzig. Kabinett mit Stil.<br />

wegeler.com, € 21,–<br />

92+<br />

2. Platz<br />

•<br />

2021 »Rotlack« Schloss<br />

Johannisberger Kabinett feinherb<br />

Schloss Johannisberg<br />

Geisenheim-Johannisberg<br />

11 Vol.-%. Fein nuancierter Duft mit Würze<br />

und Mineralik, Pfirsich und Apfel zeigen<br />

sich, helle Blüten, auch etwas floral, Blattgrün.<br />

Mit geschmeidiger Textur am Gaumen<br />

und einer präsenten, fein ziselierten<br />

Säure, unaufgeregt inszenierte Spannung<br />

und Konzentration mit sehr guter Balance.<br />

Neben Gelbfrucht auch Zitrusfrucht und<br />

prägende Mineralik.<br />

schloss-johannisberg.de, € 25,50<br />

92<br />

3. Platz<br />

•<br />

2021 Sonnentropfen Dürkheim<br />

Riesling feinherb<br />

Weingut Karl Schaefer, Bad Dürkheim<br />

11 Vol.-%. Reifes Steinobst im Duft, Pfirsich<br />

und Mirabelle, gelbe Blüten und auch leicht<br />

kandierte Mandarine, etwas Grapefruit.<br />

Saftig, stoffig und würzig am Gaumen, gute<br />

Dichte und eine reife, tragende Säure, die<br />

Süße wird vom Extrakt abgedeckt, etwas<br />

Zitrusfrucht forciert die gelbe Fruchtigkeit,<br />

auch feine Salzigkeit. Geht druckvoll ins<br />

Finale. Kann man sich auch bestens zu<br />

asiatischen Gerichten vorstellen.<br />

weingutschaefer.de, € 12,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/kabinett22<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

231


REVIVAL:<br />

RIESLING KABINETT<br />

Riesling Kabinett ist im Trend, und das nicht umsonst!<br />

Begeistert er doch mit einem gekonnten Spiel aus Süße und<br />

Säure. Feingliedrig, aber doch vielschichtig am Gaumen wird<br />

der Riesling Kabinett zum perfekten Sommerbegleiter.<br />

Die Magie des Bergs im Glas<br />

Schloss Johannisberg – dieser Name steht wie<br />

kaum ein anderer für Weltklasse-Rieslinge aus<br />

dem Rheingau. Terroir, Tradition und Moderne verschmelzen<br />

hier auf eine einzigartige Art und Weise.<br />

Seit 1200 Jahren wird auf dem Johannisberg Wein<br />

angebaut, seit 1720 ausschließlich Riesling.<br />

Der rund 50 Hektar große Hügel aus Taunusquarzit<br />

bietet den Reben erstklassige Bedingungen<br />

und bildet den Boden für außergewöhnliche<br />

Rieslinge. Das Team um Weingartenmanager<br />

Michael Städter und Kellermeister Gerd Ritter gibt<br />

ihnen den Raum und die Zeit, die sie benötigen, um<br />

ihre Klasse zu zeigen. In den vergangenen Jahren hat<br />

das Gut erheblich investiert, damit das Terroir des<br />

Johannisbergs noch präziser aus seinen Rieslingen<br />

sprechen kann. »›Low Intervention‹ heißt unser<br />

Ansatz«, fasst Weingutsmanager Stefan Doktor<br />

zusammen. »Wir lassen unsere Weine ›werden‹,<br />

anstatt sie ›zu machen‹.« Die positive internationale<br />

Resonanz bestätigt den kompromisslosen Qualitätskurs.<br />

So wurde Schloss Johannisberg unlängst von<br />

der Zeitschrift »Drinks International« als einziges<br />

deutsches Weingut in die Liste der »Most Admired<br />

Wine Brands <strong>2022</strong>« – der weltweit am meisten geschätzten<br />

Weinmarken und -güter – aufgenommen.<br />

Und auf der VDP.Auktion.Réserve im März erzielte<br />

eine Sechs-Liter-Methusalem-Flasche des 2018<br />

Schloss Johannisberg Goldlack trocken 3000 Euro.<br />

Neben den Rieslingen liegt ein besonderer Schwerpunkt<br />

auf den feinherben, süßen und edelsüßen<br />

Stilistiken. Schließlich wurde hier auf Johannisberg<br />

die Spätlese quasi »erfunden«. Die Magie des<br />

Bergs zeigt sich dabei schon bei den Rieslingen und<br />

den Kabinett-Weinen: Ihrer perfekten Balance aus<br />

pointierter Säure und feiner Süße, der delikaten<br />

Frucht und dem animierenden Trinkfluss kann sich<br />

wohl niemand entziehen. Zumal diese Rieslinge<br />

vielseitig eingesetzt werden können. Sie eignen sich<br />

durch ihre Leichtigkeit zum Aperitif ebenso wie zum<br />

Speisebegleiter, als der sie mit ihrer zarten Frucht<br />

und dem eleganten Säure-Süße-Spiel besondere<br />

Akzente setzen können.<br />

WEINGUT SCHLOSS JOHANNISBERG<br />

65366 Geisenheim-Johannisberg<br />

T: +49 6722 70090<br />

schloss-johannisberg.de<br />

232<br />

falstaff jun <strong>2022</strong>


RIESLING KABINETT<br />

Die Pfalz schmecken<br />

Vater Klaus und Sohn Philipp Lucas<br />

sind passionierte Winzer und setzen<br />

auf naturnahen, umweltschonenden<br />

Weinbau. Unter Terroir verstehen sie<br />

weit mehr als das Zusammenspiel<br />

von Klima, Geologie und den Böden.<br />

Erst durch die Begegnung des<br />

Menschen mit dem Weinberg kann<br />

etwas Einzigartiges entstehen.<br />

Die Königin unter den<br />

Weißweinen<br />

Riesling macht am Weingut<br />

Stefan Müller rund 90 Prozent der<br />

Rebfläche aus. Beim Ausbau der<br />

Weine wird großer Wert auf Qualität<br />

und Handarbeit gelegt. Besondere<br />

Aufmerksamkeit erhalten auch die<br />

alten Reben, die aus Überzeugung<br />

weiter erhalten werden.<br />

Riesling-Klassiker<br />

von der Saar<br />

Dass jeder Jahrgang anders<br />

schmeckt, das ist auch Christian<br />

Ebert wichtig. Noch viel wichtiger<br />

ist ihm jedoch ein klares Profil.<br />

Seine Weine sind Typen. Und<br />

zwar solche mit Charakter, denn<br />

sie sind richtige Saarweine!<br />

Wein aus dem Herzen<br />

des Remstals<br />

Die Hanglagen in Weinstadt bieten<br />

Anbaumöglichkeiten für vielfältige<br />

Rebsorten und ermöglichen den<br />

Ausbau facettenreicher Weine.<br />

Reduzierte Erträge, sorgfältige und<br />

schonende Behandlung und ein<br />

naturnaher Weinbau ermöglichen gehaltvolle,<br />

fruchtige und edle Weine.<br />

WEINGUT LUCASHOF<br />

Wiesenweg 1 a<br />

67147 Forst an der Weinstraße<br />

T: +49 6326 336<br />

lucashof.de<br />

WEINGUT STEFAN MÜLLER<br />

St.-Ursula-Straße 1<br />

54329 Konz-Krettnach<br />

T: +49 6501 15762<br />

weingutmueller-saar.de<br />

SCHLOSS SAARSTEIN<br />

54455 Serrig / Saar<br />

T: +49 6581 2324<br />

weingut@saarstein.de<br />

saarstein.de<br />

WEINGUT DOBLER<br />

Eberhardstraße 18 / 1<br />

71384 Weinstadt-Beutelsbach<br />

T: +49 7151 660437<br />

weingut-dobler.de<br />

ADVERTORIAL Foto: © PFALZLWEINFOTO / André Kunz; Lena Geib Photographie; chrismarmann; Shutterstock; Beigestellt<br />

Genuss in allen Facetten<br />

Bei den Zenzens dreht sich alles um<br />

das Thema Wein – und das schon seit<br />

1636! Das traditionsreiche Weingut<br />

Kloster Ebernach – seit 1673 – liegt<br />

im Herzen der Mosellandschaft mit<br />

ihren typischen terrassierten Weinbergen.<br />

Die Lagen haben vielversprechende<br />

Namen wie Klostergarten,<br />

Sonnenberg oder Bischofsstuhl. Ein<br />

Großteil davon sind arbeitsintensive<br />

Steillagen, die hauptsächlich mit<br />

Handarbeit bewirtschaftet werden.<br />

Belohnt werden wir hierfür mit leichten,<br />

feinfruchtigen und mineralischen<br />

Weißweinen, hauptsächlich Riesling,<br />

aber auch einer kleinen Menge<br />

Weißburgunder, Grauburgunder<br />

und Spätburgunder. Einfach von der<br />

Begeisterung der Familie Zenzen<br />

überzeugen lassen und mehr über<br />

ihre Gewächse erfahren. Sei es bei<br />

einem Besuch im mediterranen<br />

Klosterhof, bei einer Weinverkostung<br />

oder einfach bei sich zu Hause.<br />

WEINGUT KLOSTER EBERNACH<br />

Sehler Anlagen 36<br />

56812 Cochem<br />

T: +49 2671 2324255<br />

weingut-ebernach.de<br />

Mehr als nur Tradition<br />

Wein ist individuell und jedes<br />

Jahr anders! Die Trauben aus den<br />

steilen Hängen der Mosel geben die<br />

Richtung vor, aber mit Erfahrung,<br />

Gelassenheit und »GUTER« Musik<br />

wird daraus auch ein besonderer<br />

Wein.<br />

WEINGUT BREIT<br />

Bahnhofstraße 31<br />

54498 Piesport<br />

T: +49 6507 99033<br />

info@breitwein.de<br />

breitwein.de<br />

Vinophiler Hochgenuss<br />

aus dem Weinautomaten<br />

Im Herzen des Remstals werden<br />

von den Ellwangers Weine bester<br />

Qualität hergestellt. Diese sind nun<br />

auch rund um die Uhr am neuen<br />

Weinautomaten erhältlich. Natürlich<br />

gut temperiert und in gewohnter<br />

Ellwanger-Qualität.<br />

WEINGUT<br />

BERNHARD ELLWANGER<br />

Rebenstraße 9<br />

71384 Weinstadt-Großheppach<br />

T: +49 7151 62131<br />

weingut-ellwanger.com<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 233


tasting / TROPHY LITERRIESLING<br />

KEINE HALBEN<br />

SACHEN<br />

Ganzer Liter, ganzer Genuss: Der Riesling in der Literflasche besitzt eine Würde ganz eigener<br />

Art. Im Offenausschank rockt er die Gastronomie. In den eigenen vier Wänden schont er die<br />

Brieftasche all derer, die eine große und trinkfreudige Familie haben. Nicht zuletzt lassen<br />

die besten Weine in puncto Trinkspaß manch teureres Etikett weit hinter sich.<br />

TEXT ULRICH SAUTTER NOTIZEN RAINER SCHÄFER UND ULRICH SAUTTER<br />

Fotos: beigestellt, Ulrich Sautter<br />

234 falstaff jun <strong>2022</strong>


Jeder kennt den Reiz, der vom so<br />

genannten Kindchenschema ausgeht:<br />

Wenn man im Restaurant<br />

einen handtellergroßen Gusseisen-<br />

Bräter mit einer einzelnen Speisenportion<br />

serviert bekommt, möglicherweise<br />

noch im Design und mit dem Branding eines<br />

berühmten Fabrikats, dann kann man kaum<br />

ein »Ohh« unterdrücken. In der Welt des<br />

Weins scheint es eine Umkehrung dieses<br />

Effekts zu geben: Klebt ein ruhmreiches Etikett<br />

auf einer größeren als der üblichen<br />

0,75-Liter-Flasche, beispielsweise auf einem<br />

vollen Liter, dann ist auch das ein Hingucker<br />

und ein Grund für neugieriges Interesse. Darf<br />

es nicht für uns alle von etwas Gutem gerne<br />

auch etwas mehr sein?<br />

Dabei ist der Literriesling nicht nur durch<br />

das Fassungsvermögen der Flasche, sondern<br />

auch aus stilistischen Motiven ein Statement<br />

– zumindest gilt das für die guten Expemplare.<br />

Eine Binse des Weinhandels besagt, dass<br />

sich die Qualität eines Erzeugers ganz besonders<br />

gut anhand seiner Einstiegsweine beurteilen<br />

lasse. In dieser Hinsicht ist der Liter die<br />

Königsdisziplin: Denn er drückt aus, was ein<br />

Betrieb unter einem in großen Schlücken zu<br />

konsumierenden, unaufdringlichen Alltagswein<br />

versteht. Unter einem Riesling, der einfach<br />

und geradeheraus sein darf, aber dabei<br />

nicht simpel und ungehobelt.<br />

Wie vieles Einfache, so ist auch ein guter<br />

Literriesling nicht einfach zu erzeugen. Der<br />

Ertrag darf und muss etwas höher sein als<br />

bei einem höherwertigen, aber eben auch<br />

nicht so hoch, dass der Wein dünn wird. Bei<br />

der Lese ist der Lesezeitpunkt ähnlich kritisch<br />

wie bei einem Kabinett: Schließlich will<br />

man keinen Literriesling mit Spätlese-Eigenschaften<br />

und 13 Volumenprozent Alkohol.<br />

Schließlich geht es um Trinkfluss. Doch die<br />

angestrebten 11 oder 12 Volumenprozent<br />

dürfen auch nicht von Unreife begleitet sein.<br />

Die <strong>Falstaff</strong>-Jury hat aus 69 aktuell ab<br />

Weingut oder Genossenschaft verfügbaren<br />

Liter-Rieslingen ihre Favoriten in den Kategorien<br />

»trocken« und »halbtrocken«<br />

gewählt. Dabei fand sie saftige, herrlich frische<br />

und unbekümmerte Weine, die uns aufs<br />

Genussreichste über den Sommer bringen<br />

können. Der Jahrgang 2021 mit seinen frischen<br />

Säuren war dafür offenbar eine Steilvorlage.<br />

Unser Sieger in der »trocken«-Kategorie<br />

vom Schloss Saarstein stammt sogar<br />

aus der Steillage, Handlese inklusive. Auch<br />

beim Literriesling geht es um Stilfragen! ><br />

PLATZ<br />

2021 SCHLOSS SAARSTEIN<br />

Schieferwürze aus der Steillage,<br />

ein echter Lagentyp.<br />

Schloss<br />

Saarstein liegt<br />

flußaufwärts von<br />

Saarburg an der<br />

Saar – definitiv<br />

cool climate!<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

235


tasting / TROPHY LITERRIESLING<br />

Literriesling trocken<br />

90+<br />

1. Platz<br />

•<br />

2021 Saarstein Riesling trocken<br />

Weingut Schloss Saarstein, Serrig<br />

11,5 Vol.-%. Schieferwürze in der Nase, die<br />

Herkunft ist auch beim Liter prägend, gelbe<br />

Frucht, Aprikose, Pfirsich, feine Würze.<br />

Die rasante Säure steuert das Geschehen<br />

am Gaumen aus und balanciert die Restsüße<br />

gekonnt, grüner Apfel und Algen bilden<br />

den Hintergrund für gelbfruchtige Noten<br />

und Mineralik. Macht auch Lust auf alles,<br />

was danach kommt im Angebot. Handlese!<br />

saarstein.de, € 9,50<br />

90<br />

2. Platz<br />

•<br />

2021 Riesling Liter<br />

Werther Windisch, Mommenheim<br />

11 Vol.-%. Im Duft zeigt der Wein seine Jugend<br />

mit Eisbonbon-Aromen aus der Gärung,<br />

aber auch blumige Motive fehlen<br />

nicht. Im Mund hat der Wein erstaunlich<br />

gute Substanz, eine Spur CO2-Frische<br />

schafft gemeinsam mit dem ausgewogenen<br />

Süße-Säure-Spiel Trinkigkeit. Sehr guter<br />

Wein. werther-windisch.de, € 6,50<br />

89+<br />

3. Platz<br />

•<br />

2021 Nierstein Riesling<br />

Weingut Gehring, Nierstein<br />

12,5 Vol.-%. Reifer Apfel und Birne in der<br />

kräftigen Nase, die sich mit Pfirsich verbinden,<br />

auch duftig-blumige Noten. In dieser<br />

Kategorie auffällig trocken, beinahe durchgegoren.<br />

Zeigt Substanz und Saftigkeit, reife,<br />

tragende Säure, auch salzige Noten. Ein<br />

erwachsener Liter-Riesling mit Charakter.<br />

weingut-gehring.com, € 6,20<br />

•<br />

2021 Riesling trocken<br />

Weingut Lersch, Langenlonsheim<br />

11,5 Vol.-%. Ein Duft wie von Orangenkonfitüre.<br />

Im Mund eröffnet der Wein mit süßer<br />

Frucht, ein lebendiger Säurenerv und salzige<br />

Noten geben der Gaumenmitte Frische<br />

und Dynamik. Der Abgang ist saftig und von<br />

guter Länge. Ein sehr klarer, grundsolider<br />

Literriesling. weingut-lersch.de, € 6,–<br />

•<br />

2021 Forst Mariengarten Riesling<br />

Kabinett trocken<br />

Weingut Jul. Ferd. Kimich, Deidesheim<br />

12,5 Vol.-%. Pfälzer Nase: gelassen, erdig,<br />

fruchtig: Apfel, Steinobst, feine Würzigkeit.<br />

Am Gaumen lässt die dominante Säure<br />

den Wein trockener erscheinen als er ist.<br />

Guter Zug, gutes Volumen, endet salzig.<br />

Zum Essen. weingut-kimich.de, € 6,80<br />

PLATZ<br />

2021 WERTHER WINDISCH<br />

Blumig im Duft, saftig und frisch<br />

mit toller Spannung am Gaumen.<br />

PLATZ<br />

2021 GEHRING<br />

Fast kein Restzucker, dafür viel<br />

Salzigkeit – ein Liter für Puristen.<br />

89<br />

•<br />

2021 Deidesheim Hofstück<br />

Riesling tr., Winzerverein Deidesheim<br />

12,5 Vol.-%. Im Duft: Bergamotte und getrocknete<br />

Zitronenschale, blumige Untertöne,<br />

weißfleischiger Pfirsich. Im Mund<br />

leichtfüßig und ausgewogen, die kultivierte<br />

Säure dominiert (erfreulicherweise) über<br />

die Süße, von mineralischen Noten begleitet.<br />

Ein herzhafter und ungekünstelter, niveauvoller<br />

Wein für große Schlücke.<br />

winzervereindeidesheim.de, € 4,90<br />

•<br />

2021 Gau-Algesheim Riesling tr.,<br />

Sankt Quirinus-Hof, Gau-Algesheim<br />

13 Vol.-%. Eine feine Blume, Bergamotte<br />

und frischer Zitrusabrieb. Pfirsichkern. Der<br />

Gaumen eröffnet mit präsenter Süße, dann<br />

entfaltet sich ein kraftvoller Wein, nahezu<br />

ein Spätlese-Format mit reifer, satter<br />

Frucht, innerhalb des Jahrgangstyps verhaltener<br />

Säure, und guter, zuletzt nochmals<br />

Druck und Kraft betonender Länge.<br />

weingut-ewen.de, € 5,–<br />

•<br />

2020 »Tage wie Diese« Riesling<br />

Weingut Hammel, Kirchheim<br />

12 Vol.-%. Im Duft eine noch immer frisch<br />

und nicht im Übermaß »süß« wirkende<br />

Gelbfrucht. Im Mund hat der Wein einen<br />

festen Bau, die leicht dominerende Säure<br />

ist mit markanter Süße gepuffert, der<br />

kraftvolle Körper mündet in einen aromatischen<br />

Abklang mit exotischen Fruchtaromen.<br />

weinhammel.de, € 5,20<br />

•<br />

2021 Riesling trocken<br />

Gut von Beiden, Kleinfischlingen<br />

12,5 Vol.-%. Recht komplex:: blumig, Maiglöckchen,<br />

Apfel, kandierter Pfirsich, Guave.<br />

Im Mund saftig, straff, gebündelt, geradeaus<br />

gebaut, eine Prise Kohlensäure, präsente,<br />

gut stützende Süße, die Säure gibt<br />

Länge. Ein herzhafter, intensiver Schluck.<br />

gutvonbeiden.com, € 5,50<br />

•<br />

2020 Riesling trocken<br />

Bernhard Ellwanger, Großheppach<br />

12 Vol.-%. Riecht nach reifem Apfel und<br />

Steinobst wie Aprikose, Kiwi, auch etwas<br />

Holunderblüte, Apfelschale und Leder. Mit<br />

gutem Zug am Gaumen und animierender<br />

Art, etwas Zitronensaft zum Apfel, ausgewogene<br />

und selbstbewusste Säure, saftig<br />

und zupackend. Relativ druckvoll.<br />

weingut-ellwanger.com, € 5,50<br />

•<br />

2021 Nußdorf Riesling trocken<br />

Weingut Wambsganss, Landau<br />

11 Vol.-%. Im Duft pfeffrig und zitrusfrisch,<br />

fast auch eine Spur balsamisch. Im Mund<br />

kitzelt ein markanter Säurebogen den Gaumen,<br />

der schlanke Bau weist dennoch einiges<br />

an Extrakt auf, die Süße bleibt spielerisch<br />

im Hintergrund. Ganz straight gebaut,<br />

saftig, erfrischend, unbeschwerlich.<br />

eugen-wambsganss.de, € 5,50<br />

Fotos: Ulrich Sautter<br />

236 falstaff jun <strong>2022</strong>


•<br />

2021 »Schiefer« Riesling trocken<br />

Fellbacher Weingärtner, Fellbach<br />

12 Vol.-%. Kein lautes Duftbild, fein anklingende Noten von<br />

Apfel, Steinobst, Zitrusfrucht, Blüten, florale und würzige<br />

Nebennoten. Filigran und lebendig, da wird mit Nuancen gearbeitet<br />

und nicht mit groben Mitteln. Elegant, animierend,<br />

mit Zitrusnoten endend.. fellbacher-weine.de, € 5,60<br />

•<br />

2020 Riesling trocken<br />

Weingut Michael Triebel, Grünstadt<br />

12 Vol.-%. Noch reserviert im Duft, aber mit Noten von Melisse<br />

und Pfirsich. Im Mund offenbart der Wein Frische und<br />

Substanz, die feste, aber reife Säure ist gut eingebunden,<br />

die nicht zu süße Abstimmung verleiht dem Wein Pepp und<br />

Eleganz. Grundsolider Liter! michaeltriebel.de, € 5,70<br />

•<br />

2020 Riesling Gutswein<br />

Weingut Familie Sauer, Nussdorf<br />

12 Vol.-%. Reife Riesling-Würze in der Nase mit Apfel, Birne<br />

und gelbem Steinobst, Kamillenblüte. Wirkt erwachsen am<br />

Gaumen mit reifen, saftigen Noten von Äpfeln, stoffig, mit<br />

gepflegter Phenolik und reifer Säure, feine Salzigkeit im<br />

Ausklang. Ausgewogen balanciert, ein Liter mit Profil, der<br />

sich bestens zum Vesper macht. weingut-sauer.de, € 5,90<br />

•<br />

2021 Riesling trocken<br />

Weingut Becker, Mommenheim<br />

11,5 Vol.-%. Im Duft zeigt sich eine reife Zitrusfrucht: Mandarine,<br />

Blutorange. Im Mund ist der Wein kompakt, mit stattlichem<br />

Körper, gut eingebundener Säure und erfreulich zurückhaltend<br />

dosierter Süße. Ein spannungs- und inhaltsreicher,<br />

gut gebauter Literwein.becker-weine.com, € 6,–<br />

•<br />

2021 Deidesheim Paradiesgarten Riesling trocken<br />

Winzerverein Deidesheim, Deidesheim<br />

12 Vol.-%. Rauchige Noten von reifer Zitrusfrucht, florale<br />

Nuancen, auch Mandarine, und Orangenblüte und Lavendel.<br />

Im Mund wirkt der Wein schlank und elegant, der saftige<br />

Säurezug wird mit markanter Süße gekontert, unbeschwerlich.<br />

winzervereindeidesheim.de, € 6,20<br />

•<br />

2021 »Stammhaus« Riesling<br />

Weingut Holz-Weisbrodt, Weisenheim am Berg<br />

12 Vol.-%. Im Duft blumig mit einer pikanten Frucht, die an<br />

weiße Johannisbeere erinnert. Im Mund verleiht der markante<br />

Säurebogen dem Wein eine schlanke Anmutung. Geradliniger,<br />

substanzhaltig Wein, gut angestimmt.<br />

holz-weisbrodt.de, € 6,50<br />

•<br />

2021 Riesling trocken<br />

Weingut Schneiders-Moritz, Pommern<br />

12 Vol.-%. Fruchtige Nase nach Apfel, Aprikose, ein Hauch<br />

Schieferwürze. Animierender und zupackender Liter, der<br />

patent balanciert ist mit einer lebhaften Säure und guter<br />

Spannung. schneiders-moritz-wein.de, € 6,50<br />

•<br />

2020 Bechtolsheim Petersberg Riesling trocken<br />

Weingut Ernst Bretz, Bechtolsheim<br />

12 Vol.-%. Kräuterwürzig im Duft, Rosmarin, Zitronenmelisse,<br />

auf einem guten Punkt zwischen erster Reife und Frische.<br />

Im Mund zeigts ich ein spritziger, mittelgewichtiger<br />

Wein, der gut mit Süße und Säure spielt und pikant würzig<br />

abklingt. weingutbretz.de, € 6,70<br />

•<br />

2021 Gimmeldingen Meerspinne Riesling Kabinett<br />

trocken, Thomas Steigelmann, Neustadt/Weinstraße<br />

12 Vol.-%. Apfel und Steinobst, florale und würzige Anklänge.<br />

Ausgewogen mit guter Balance, reife, tragende Säure,<br />

feine Würze und saftige Frucht. steigelmann.de, € 6,70<br />

•<br />

2021 Forst Riesling trocken, Lucashof, Forst<br />

12 Vol.-%. Feinfruchtige Aromen nach Apfel und Steinobst,<br />

auch floral, etwas Blattgrün und Blumenwiese. Gut gebauter<br />

und balancierter Riesling mit Saft, ausgewogener Säure<br />

und feinem Schmelz, nicht zu süß abgeschmeckt. Ein Liter<br />

mit Profil, der Eindruck macht. lucashof.de, € 6,80<br />

•<br />

2021 Riesling trocken, Heinrich Spindler, Forst<br />

12 Vol.-%. Duftige und attraktive Nase nach hellen Blüten,<br />

reifem Apfel, Aprikose und gelber Pflaume, Maracuja. Die<br />

straffe und lebhafte Säure lässt den Liter trockener erscheinen<br />

als er ist, anklingende Mineralik sorgt für Akzente,<br />

weingutheinrichspindler.de, € 7,–<br />

•<br />

2021 Riesling trocken<br />

Weingut Pflüger, Bad Dürkheim<br />

12 Vol.-%. Im Duft sehr frisch und klar, Granny Smith Apfel.<br />

Im Mund saftig, knackig, ganz gradeaus gebaut, lebendig<br />

und straff, sehr trocken, aber dies aus einem Guss, ungekünstelt.<br />

Ein trinkanimierender Liter für Kenner und Wein-<br />

Puristen. pflueger-wein.de, € 7,–<br />

•<br />

2019 »Schoppen« Riesling<br />

Weingut Querbach, Oestrich-Winkel<br />

11,5 Vol.-%. Als Literqualität angestellt, aber de facto in<br />

0,75-Liter-Flaschen abgefüllt. Eine reife Würze entsteigt<br />

dem Glas, etwas Karamell, Korianderkorn, getrocknete Zitronenschale.<br />

Im Mund Geschmeidigkeit und Saft mit festem<br />

Säuregerüst. Fein gereift. querbach.com, € 9,–<br />

•<br />

2020 »RK« Riesling trocken<br />

Reichsgraf von Kesselstatt, Morscheid<br />

11,5 Vol.-%. Frische Apfelschale und Zitrusfrucht, Steinfrucht<br />

wie Aprikose und Mirabelle. Straff und gut gebaut am<br />

Gaumen mit Schmelz und Lebendigkeit, saftig, mit feiner<br />

Würze. kesselstatt.com, € 9,20<br />

Literriesling<br />

feinherb/halbtrocken<br />

89+<br />

•<br />

2021 Riesling halbtr., Schneiders-Moritz, Pommern<br />

12 Vol.-%. Frisch und appetitlich im Duft, Noten von Apfel,<br />

Granatapfel und Hefe. Im Mund zeigt sich der Wein schlank,<br />

aber ausdrucksstark, mit zartem Säurebiss, der von etwas<br />

Süße gemildert und gerundet wird. endet frisch und knackig-kompakt.<br />

schneiders-moritz-wein.de, € 6,50<br />

89<br />

•<br />

2021 Riesling halbtr., Michael Triebel, Grünstadt<br />

11,5 Vol.-%. Ein blumiger, traubiger Rieslingduft. Im Mund<br />

beginnt der wein mit feiner Süße, spielt dann mit stahliger<br />

Säure und etwas Gärungskohlensäure, hat Schliff und eine<br />

saftige, gebündelte Art. Ein herzhafter Literriesling für große<br />

Schlücke, und dabei sehr klar und transparent im Aufbau.<br />

michaeltriebel.de, € 5,70<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/literriesling22<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

237


tasting / RIOJA VIÑEDOS SINGULARES<br />

In der Weinbauregion Rioja<br />

existieren unzählige<br />

Einzellagen.<br />

Mit den »Viñedos Singulares« findet in der Weinregion Rioja ein Paradigmenwechsel statt.<br />

Anstelle der traditionellen Fassreife tritt mit den Einzellagenweinen das Terroir in den Vordergrund.<br />

<strong>Falstaff</strong> hat für Sie die besten Einzellagenweine der Region ausfindig gemacht.<br />

TEXT & NOTIZEN VON DOMINIK VOMBACH<br />

Mit der 2017 eingeführten<br />

geografischen Ursprungsbezeichnung<br />

»Viñedos<br />

Singulares« geht die<br />

weltbekannte Weinregion<br />

Rioja neue Wege. Neben dem klassischen,<br />

auf Fass- und Flaschenreife basierenden<br />

Klassifikationssystem tritt mit den neuen<br />

Einzellagenweinen das Terroir stärker in<br />

den Vordergrund. Ein historischer Moment<br />

für die Region. Zum ersten Mal wird es<br />

möglich, die gesamte Vielfalt Riojas auf<br />

breiter Basis zu entdecken. Die Zusatz-<br />

bezeichnung darf nur für Weine aus klar<br />

definierten Einzellagen, mit Reben, die<br />

mindestens 35 Jahre alt sind, stammen. Die<br />

Erträge sind auf 5000 kg/ha für Rotweine<br />

und 6922 kg/ha für Weißweine begrenzt<br />

und die Trauben müssen von Hand geerntet<br />

werden. Zudem werden die Weine zweifach<br />

von einem Verkostungspanel vor der<br />

Kommerzialisierung auf ihre Qualität hin<br />

geprüft. Insgesamt sind aktuell 121 Plots<br />

für die Produktion eines Viñedos Singulares<br />

zertifiziert. Auf dem Markt jedoch sind die<br />

Weine noch äußerst rar. Aus diesem Grund<br />

haben wir im Rahmen dieser Degustation<br />

auch Weine verkostet, die zwar aus<br />

Einzellagen stammen, jedoch nicht zertifziert<br />

sind. Zum Teil erfüllen diese Weine die<br />

Anforderungen hinsichtlich des Rebalters<br />

nicht, zum anderen Teil sind die Plots<br />

bereits zertifiziert, die Weine werden jedoch<br />

erst in Zukunft als Viñedo Singular vermarktet.<br />

Was bei der Degustation auffällt,<br />

ist die stilistische Vielfalt und Eleganz, die<br />

vielen dieser Einzellagenweine innewohnt.<br />

Sie verkörpern die immense Vielfalt der<br />

beeindruckenden Region.<br />

Foto: Shutterstock<br />

238 falstaff jun <strong>2022</strong>


EINE FRAGE<br />

DER LAGE<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

239


tasting / RIOJA VIÑEDOS SINGULARES<br />

Viñedos Singulares<br />

Rot<br />

95<br />

•<br />

2020 La Escaleruela Viñedo<br />

Singular, Bodegas Ondarre, Viana<br />

Fruchtig-würziges Bukett mit frischer<br />

Waldbeerenaromatik. Sehr klar. Noten von<br />

Kirsche und zitrische Anklänge sowie würzige<br />

Nuancen von gedörrten Küchenkräutern<br />

und etwas kalter Rauch. Am Gaumen<br />

frischer Auftakt mit ebensolcher Säure.<br />

Schöne, klare Himbeerfrucht sowie Kirsche.<br />

Etwas dunkle Schokolade. Reifes<br />

leicht spürbares Tannin, langer Abgang.<br />

Macération-Carbonique-Style.<br />

grupobodegasolarra.com, € 45,–<br />

94<br />

•<br />

2018 Ribagaitas Viñedo Singular<br />

Bodegas Luis Cañas, Villabuena<br />

In der Nase fruchtig-würzig mit Noten von<br />

Sauerkirsche und gedörrten roten Beeren.<br />

Zudem Anklänge von getrockneten Küchenkräutern.<br />

Am Gaumen würzig und<br />

kraftvoll mit frischer, geradliniger Säure,<br />

dunkle Beerenfrucht, festes Tannin.<br />

Langer Abgang. moevenpick-wein.com<br />

CHF 89,– / ca. € 85,–<br />

•<br />

2018 El Arca Viñedo Singular<br />

Dominio de Queiron, Quel<br />

Intensives Bukett mit frischer Waldbeerenaromatik<br />

sowie Noten von Kirsche und<br />

Zwetschge. Anklänge von Zimt, weißer<br />

Schokolade und Rohkakao sowie rauchigspeckige<br />

Nuancen. Am Gaumen elegant,<br />

mit schöner frischer Säure und Aroma von<br />

Sauerkirsche, roter Johannisbeere und<br />

Zwetschge. Weihnachliche Gewürze, feines<br />

Tannin, langer Abgang. Solide und holzgetrieben.<br />

queiron.es, Preis: k. A.<br />

93<br />

•<br />

2018 Rulei Viña el Moral Viñedo Singular,<br />

Adrian Narro Moreno Llorente,<br />

Badaran<br />

Intensives Bukett mit Noten von reifer<br />

Pflaume, konfierten Brombeeren, Cassis<br />

und Preiselbeere. Anklänge von Milchschokolade<br />

und Lakritze. Am Gaumen elegant,<br />

mit frischer Säure und klarer Beerenfrucht.<br />

Festes Tannin, langer mineralisch anmutendender<br />

Abgang.<br />

rulei.es, € 25,–<br />

•<br />

2018 Cerro la Isa Viñedo Singular<br />

Bodegas Juan Carlos Sancha,<br />

Baños de Río Tobía<br />

In der Nase dunkle Fruchtaromatik mit Noten<br />

gedörrter Waldbeeren. Zudem eine<br />

schöne, kräutrige Würze und Mokka. Am<br />

Gaumen zupackend, mit schaliger Aromatik.<br />

Noten von Waldbeeren, etwas Seetang,<br />

feines Tannin, langer würziger Abgang.<br />

juancarlossancha.es, ca. € 50,–<br />

•<br />

2019 Raposeras Viñedo Singular<br />

S.C. Bodega San Miguel, Ausejo<br />

In der Nase Noten von Milchschokolade,<br />

Rumtopf und eingelegten Sauerkirschen.<br />

Zudem Anklänge von kaltem Rauch. Am<br />

Gaumen vollmundig, mit frischer Säure<br />

und eleganter Aromatik. Noten von gedörrter<br />

Sauerkirsche und frischen Waldbeeren.<br />

Feines Tannin, langer Abgang.<br />

bodegasanmiguel.es, ca. € 35,–<br />

•<br />

2018 Viña Gena Viñedo Singular<br />

Viña del Lentisco, Lapuebla de Labarca<br />

Schöne konzentrierte Nase mit Noten von<br />

eingemachter Sauerkirsche, gedörrter<br />

Zwetschge und Waldbeeren. Zudem rauchig-speckige<br />

Anklänge, Orangenabrieb<br />

und eine kräutrige Würze. Am Gaumen<br />

saftige Säure, schöne Kirsch- und Beerenfrucht<br />

sowie Zwetschge. Reifes, leicht<br />

spürbares Tannin, langer schmelziger und<br />

von dezenter Röstaromitk getragener<br />

Abgang. vinovillota.com, ca. € 30,–<br />

92<br />

•<br />

2019 El Regalo Viñedo Singular<br />

Bodega Izadi, Villabuena de Álava<br />

Würzig-fruchtiges Bukett mit Noten von<br />

Lakritze, reifer Pflaume und Kirsche. Anklänge<br />

von schwarzem Pfeffer und Lorbeer.<br />

Am Gaumen frische Säure, dunkle und rote<br />

Beerenfrucht, gedörrte Aroniabeere, leicht<br />

anhaftendes Tannin im langen Abgang.<br />

middendorf-wein.de, € 30,–<br />

•<br />

2017 El Rincón de los Galos Viñedo<br />

Singular, Bodegas Sonsierra,<br />

San Vicente de la Sonsierra<br />

Aroma von konfierten Waldbeeren in der<br />

Nase. Außerdem Anklänge von dunkel gebackenem<br />

Brot, etwas Karamell und rauchige<br />

Nuancen. Am Gaumen kompakt, mit<br />

schönem Schmelz und tragender frischer<br />

Säure. Dunkle Frucht und viel Würze. Leicht<br />

spürbares Tannin, langer Abgang.<br />

zeter-wein.de, € 55,–<br />

•<br />

2020 Centales Viñedo Singular<br />

S.C. Bodega San Miguel, Ausejo<br />

Zurückhaltendes Bukett mit Noten von gedörrten<br />

Waldbeeren, Lakritze und Kirsche.<br />

Zudem nussige Nuancen und etwas Milchschokolade.<br />

Am Gaumen geschmeidiger<br />

Auftakt, Noten von Sauerkirsche und roten<br />

sowie dunklen Beern, etwas Grapefruit,<br />

würzige Anklänge. Feinkörniges Tannin und<br />

schmelziger langer Abgang.<br />

bodegasanmiguelsc.es, Preis: k. A.<br />

91<br />

•<br />

2019 Finca Valdecheucas Viñedo<br />

Singular, Viñedos el Pacto,<br />

San Vincente de la Sonsierra<br />

In der Nase Noten von Grapefruit, Sauerkirsche<br />

und dunklen Waldbeeren. Zudem<br />

kräutrig-würzige Anklänge und etwas<br />

Bouillon. Am Gaumen frisch und elegant,<br />

mit saftiger Säure, dunkler Beerenfrucht<br />

und Sauerkirsche. Leicht anhaftendes Tannin,<br />

langer Abgang.<br />

vinedoselpacto.com, Preis: k. A.<br />

•<br />

2017 Viña Zaco Viñedo Singular<br />

Bodegas Bilbainas, Haro<br />

In der Nase Noten von gedörrten Waldbeeren,<br />

Sauerkirsche, Orangenzeste und Zimt.<br />

Am Gaumen frischer Auftakt, angenehm<br />

tragende Säure, reife Waldbeeren und viel<br />

kräutrige-balsamische Würze. Leicht spürbares<br />

Tannin, langer Abgang.<br />

bodegasbilbainas.com<br />

ca. € 55,–<br />

•<br />

2018 Las Laderas de Jose Luis Viñedo<br />

Singular, Bodegas Dominio Berzal,<br />

Baños de Ebro<br />

Konzentrierte Aromatik in der Nase. Rauchige<br />

Komponenten, etwas Seetang und<br />

Noten von konfierten Waldbeeren sowie<br />

reifer Pflaume. Am Gaumen kompakte<br />

Struktur, frische, jedoch leicht aufgesetzte<br />

Säure. Saliner Touch, dunkle und rote Beerenfrucht.<br />

Feines Tannin, langer Abgang.<br />

la-tienda.de, € 40,–<br />

•<br />

2017 Bodegas Larraz Caudum<br />

Viñedo Singular<br />

Bodegas Larraz Caudum, Cenicero<br />

In der Nase würzig-balsamisch, mit Noten<br />

von Lakritze und getrockneten Kräutern<br />

sowie floralen Anklängen. Am Gaumen<br />

dunkle Frucht, viel Würze, spürbares<br />

Tannin im langen Abgang.<br />

wine-time.de, € 29,–<br />

•<br />

2018 Los Tollos Viñedo Singular<br />

S.C. Bodega San Miguel, Ausejo<br />

In der Nase Noten von konfierten dunklen<br />

Beeren, Zwetschge und Cassis. Zudem<br />

würzige Anklänge und Algen. Am Gaumen<br />

konzentrierte Aromatik mit konfierten<br />

Waldbeeren, Himbeere, Sauerkirsche<br />

und algigen Komponenten. Spürbares,<br />

feinkörniges Tannin.<br />

bodegasanmiguelsc.es<br />

Preis: k. A.<br />

•<br />

2017 Finca la Emperatriz Viñedo<br />

Singular, Viñedos Hermanos Hernaiz,<br />

Baños de Rioja<br />

In der Nase Noten von gedörrten dunklen<br />

Beeren, Sauerkirsche und Cassis. Zudem<br />

nussige Anklänge sowie Noten von Salbei<br />

und Rosmarin. Am Gaumen ebenfalls<br />

würzig-balsamisch. Viel Rosmarin, dunkle<br />

Beerenfrucht, ätherischer Eindruck, leicht<br />

spürbares Tannin, langer Abgang.<br />

millesima.de<br />

€ 38,– (€ 230,–/6 Flaschen)<br />

•<br />

2018 Coscojares Viñedo Singular<br />

Viñedos de Aldeanueva, Aldeanueva de<br />

Ebro<br />

Intensive Aromatik in der Nase mit Noten<br />

von eingemachten Sauerkirschen, Brombeere<br />

und Orange. Zudem Karamell, Milchschokolade<br />

und rauchige Komponenten.<br />

Am Gaumen mittelgewichtig, mit viel<br />

Lakritz und konfierten Waldbeeren,<br />

leicht anhaftendes Tannin,<br />

langer Abgang.<br />

aldeanueva.com<br />

Preis: k. A.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

240 falstaff jun <strong>2022</strong>


Nicht zertifizierte<br />

Einzellagenweine<br />

Rot<br />

97<br />

•<br />

2020 La Condenada<br />

Artuke, Mañueta<br />

Kühle, klare Fruchtaromatik in der Nase.<br />

Noten von Himbeere, roter Johannisbeere<br />

und Kirsche. Etwas Schokolade und kräutrig-würzige<br />

Anklänge. Am Gaumen fleischige<br />

rote Frucht, Salbei und Rosmarin. Wirkt<br />

elegant, mit wunderbarer frischer Säure,<br />

die sich bis in den langen Abgang zieht.<br />

Feinkörniges reifes Tannin.<br />

gute-weine.de<br />

€ 77,– (Jg. 2019)<br />

95<br />

•<br />

2020 Carra Sto Domingo<br />

Bodega Alegre Valgañon<br />

Sajazarra<br />

In der Nase Noten von reifer Himbeere und<br />

Kirsche. Wirkt hell und filigran. Kräutrigwürzige<br />

Anklänge, die wunderbar in Balance<br />

zur Frucht stehen. Am Gaumen saftige<br />

Säure, Aroma von Pflaume, Kirsche und<br />

Grapefruit. Kerniges feines Tannin und langer<br />

mineralisch anmutender Abgang.<br />

Schöne Saftigkeit.<br />

gute-weine.de, € 49,–<br />

•<br />

2016 Gaminde<br />

Finca Allende<br />

Briones<br />

In der Nase frische Frucht mit Noten von<br />

Himbeere, Erdbeere, Cassis und Kirsche.<br />

Zudem Anklänge von Nelke und schwarzem<br />

Pfeffer sowie kräutrig-würzige Nuancen.<br />

Am Gaumen elegant, mit saftiger frischer<br />

Säure und viel Frucht. Aroma von Kirsche<br />

und roten Beeren, etwas Zimt. Feines<br />

Tannin und langer Abgang.<br />

vinos.de<br />

€ 49,90<br />

94<br />

•<br />

2018 La Estrada Bodegas Lanzaga<br />

Compañia de Vinos Telmo Rodriguez,<br />

Lanciego<br />

In der Nase pralle Frucht mit Noten von<br />

Sauerkirsche, Himbeere und Wildpflaume.<br />

Florale Anklänge und eine dezente kräutrige<br />

Würze. Am Gaumen saftige elegante<br />

Säure, wirkt angenehm kraftvoll und griffig.<br />

Schöne rote Frucht, gepaart mit würzigen<br />

Komponenten. Feinkörniges Tannin,<br />

langer Abgang.<br />

gute-weine.de<br />

€ 75,– (Jg. 2019)<br />

93<br />

•<br />

2017 El Ribazo<br />

Bodegas de la Marquesa Valserrano,<br />

Villabuena De Alava<br />

In der Nase Noten von Erdbeerkonfitüre,<br />

Brombeere, Himbeere und Preiselbeere.<br />

Ankänge von gedörrter Feige. Am Gaumen<br />

kraftvoll, mit passender Säure und festem<br />

Tannin. Wirkt angenehm altmodisch, langer<br />

Abgang. valserrano.com, Preis: k. A.<br />

92<br />

•<br />

2020 Baigorri Finca La Canoca<br />

Bodegas Baigorri, Samaniego<br />

In der Nase Noten von Milchschokolade,<br />

Nougat und konfierten Waldbeeren. Am<br />

Gaumen vergleichsweise elegant, schöner<br />

reifer Säure, jedoch etwas anhaftendem<br />

Tannin. Langer Abgang mit Kokoseinschlag.<br />

hispavinus.de, € 21,05<br />

•<br />

2016 Lalomba Finca Ladero<br />

Bodegas Ramón Bilbao, Haro<br />

Üppiges, vollfruchtiges Bukett mit Noten<br />

von dunklen und roten Beeren sowie<br />

Zwetschge. Am Gaumen kraftvoll mit konzentrierter<br />

Frucht und reifer Säure. Aroma<br />

von Sauerkirsche und Zwetschge, langer<br />

Abgang, feines Tannin.<br />

drinksco.de, € 57,29<br />

Viñedos Singulares<br />

Weiß<br />

95<br />

•<br />

2019 Finca la Emperatriz Blanco-<br />

Viñedo Singular, Viñedos Hermanos<br />

Hernaiz, Baños de Rioja<br />

Zunächst reduktiv in der Nase. Mit Sauerstoff,<br />

dann Noten von Grapefruit, frischem<br />

Apfel und Pfirsich. Zudem würzige und nussige<br />

Anklänge. Am Gaumen straffe Säure,<br />

wirkt gehaltvoll, zwischen Zitrus, grünem<br />

Apfel und kräutriger Würze. Langer mineralisch<br />

anmutender Abgang mit leichtem<br />

phenolischem Grip.<br />

hispavinus.de, € 29,55<br />

94<br />

•<br />

2020 Cerro La Isa Viñedo Singular<br />

Bodegas Juan Carlos Sancha, Baños de<br />

Río Tobía<br />

Dezentes Bukett mit frischer Zitrusaromatik<br />

und Noten von Steinobst. Feine, gut eingebundene<br />

Röstnoten. Cremiger Auftakt<br />

am Gaumen. Schöner Schmelz, reife Säure,<br />

herbe, würzige Aromatik gepaart mit Agru-<br />

men und Pfirsich. Langer Abgang.<br />

oliveundmeer.de, auf Anfrage<br />

•<br />

2019 Cerro los Curas Viñedo Singular,<br />

Bodegas Navajas, Navarrete<br />

Intensives Bukett mit präsenter Röstaromatik.<br />

Noten von Karamell und Vanille, genauso<br />

wie rauchige Anklänge. Dahinter Noten<br />

von Agrumen und Apfel sowie Pfirsich.<br />

Am Gaumen gehaltvoll mit straffer Säure<br />

und karger Zitrusaromatik. Viel Holz, langer<br />

Abgang.<br />

bodegasnavajas.es, Preis: k. A.<br />

•<br />

2020 Finca Alto Cantabria Viñedo<br />

Singular, Bodegas Valdemar, Oyón<br />

In der Nase reife Frucht mit Noten von Apfel,<br />

Mirabelle und Agrumen sowie Pfirsich.<br />

Am Gaumen vollmundig, mit straffer Säure<br />

und reifer Frucht. Noten von Apfel und kandierten<br />

Zitrusfrüchten. Cremiger Eindruck,<br />

gut eingebundene Röstaromatik. Endet<br />

lang auf karamellisiertem Apfel.<br />

vinos.de, € 14,95<br />

Die Rebstöcke für einen<br />

Viñedo Singular müssen<br />

35 Jahre alt sein.<br />

93<br />

•<br />

2020 Entrepeñas Viñedo Singular<br />

Bodegas Mitarte, Labastida<br />

Fruchtig-frische Nase mit Noten von grünem<br />

Apfel, Zitronenzeste und gelbem<br />

Steinobst. Zudem florale Anklänge, eine<br />

dezente kräutrige Würze, die sich auch am<br />

Gaumen offenbart. Reife Säure, elegante<br />

Fruchtaromatik mit Apfel, Zitrus und Pfirsich,<br />

etwas Olive, langer salzig anmutender<br />

Abgang. mitarteonline.com, € 12,–<br />

91<br />

•<br />

2017 Tierra Fidel Viñedo Singular<br />

Bodegas Tierra Agrícola Labastida,<br />

Labastida<br />

Ansprechendes Bukett mit Noten von weißer<br />

Schokolade, gedörrter Ananas, Apfel<br />

und gelbem Steinobst. Florale Anklänge<br />

und etwas Zitrus. Am Gaumen weich, mit<br />

sanfter Säure und dezenter Frucht. Agrumen,<br />

Apfel und Maracuja. Salzig anmutender<br />

langer Abgang<br />

tierrayvino.com, € 32,–<br />

•<br />

2019 Los Quiñones de Tobelos Blanco<br />

Viñedo Singular, Tobelos, Briñas<br />

Zunächst leicht reduktiv in der Nase. Mit etwas<br />

Sauerstoff, dann Noten von Agrumen<br />

und gelbem Steinobst, wobei die Würze<br />

überwiegt. Kräutrig-würzige Anklänge sowie<br />

Noten von Teer. Am Gaumen karg, mit<br />

straffer Säure und Zitrusaromatik. Langer,<br />

mineralisch anmutender Abgang.<br />

tobelosonline.com, € 45,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/rioja22<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

241


tasting / TROPHY GARDA<br />

GARDASEE<br />

WEINSEE<br />

Der Gardasee ist der größte italienische See, und viele zieht es Jahr für Jahr dorthin.<br />

In erster Linie wegen des Wassers und des milden Klimas. Viele schätzen aber auch den<br />

Wein vom See. Weinbau findet vor allem am südlichen Ufer des Sees statt – Lugana<br />

und Bardolino sind wohl allen bekannt –, aber auch am Nordufer gibt es Spannendes.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />

Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />

242 falstaff jun <strong>2022</strong>


Rund um den Gardasee findet<br />

man viele renommierte Weinbaugebiete.<br />

Am bekanntesten<br />

ist Lugana, der am südwestlichen<br />

Ufer des Sees angebaut<br />

wird. Kühle, lehmhaltige Böden erbringen<br />

hier Weißweine mit guter Fülle, aber auch<br />

überraschend rassiger Säure. Erzeugt wird<br />

Lugana aus der lokalen Turbiana-Traube.<br />

Obwohl Lugana ein großer Verkaufsschlager<br />

ist, ist er doch weit davon entfernt, ein banales<br />

Weinchen zu sein. Der zweite wichtige<br />

Weißwein am südlichen Gardasee ist der Custoza.<br />

Sein Anbaugebiet schließt östlich an<br />

jenes des Lugana an. Die Böden bestehen aus<br />

den Ablagerungen eiszeitlicher Gletscher, die<br />

sich südlich des Seeufers zu Hügeln aufschichten.<br />

Der bekannteste Rotwein am See<br />

ist der Bardolino. Er entsteht aus den gleichen<br />

Traubensorten wie Valpolicella – Corvina<br />

und Rondinella –, kommt aufgrund der anderen<br />

Böden aber fruchtiger und geschliffener<br />

daher. Durch das milde Tannin kann<br />

Bardolino auch etwas kühler getrunken werden<br />

und eignet sich so zu einer Vielzahl von<br />

Gerichten. Mit dem Jahrgang 2018 wurden<br />

innerhalb des großen Anbaugebiets für Bardolino<br />

drei kleinere Gebiete definiert, denen<br />

von jeher besondere Eignung für Bardolino<br />

zugewiesen wird: Montebaldo, La Rocca und<br />

Sommacampagna. Am Nordufer des<br />

Gardasees dominieren die Weißweine. In<br />

erster Linie sind es internationale Sorten wie<br />

Sauvignon Blanc oder Chardonnay, aber auch<br />

die lokale Sorte Nosiola ist häufig zu finden.<br />

Der Siegerwein unserer Trophy ist ein Lugana<br />

und kommt aus einem bekannten Haus:<br />

Zenato. Der »Sergio Zenato Riserva 2019«<br />

ist zu einem Teil im Holzfass ausgebaut,<br />

wovon er Cremigkeit und Struktur bekommt.<br />

Aber auch die frische, präzise Frucht kommt<br />

nicht zu kurz. Unser Zweitplatzierter schimmert<br />

rubinfarben im Glas. Villabella ist ein<br />

bekanntes Haus, das sowohl Valpolicella als<br />

auch Bardolino erzeugt. Die Trauben für den<br />

»Morlongo Montebaldo Bardolino 2020«<br />

wachsen an den Hängen des mächtigen Monte<br />

Baldo. Der im großen Holzfass ausgebaute<br />

Wein überzeugt mit Noten nach reifen Kirschen<br />

und feinmaschigem Tannin. An dritter<br />

Stelle folgt der »Custoza Superiore 2020«<br />

von Villa Medici, einem Betrieb, der in unseren<br />

letzten Trophies immer wieder positiv<br />

aufgefallen ist. Der »Custoza Superiore« zeigt<br />

feine, auf den Punkt gereifte Frucht und festen<br />

Druck im Finale.<br />

><br />

PLATZ<br />

LUGANA RISERVA 2019<br />

ZENATO<br />

Reifer Pfirsich, Zitrusnoten, edle<br />

Haselnussnoten am Gaumen.<br />

Am Nordufer bei<br />

Torbole gibt sich<br />

der Gardasee<br />

noch richtig alpin.<br />

Hier gedeihen<br />

knackige Weiße.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

243


tasting / TROPHY GARDA<br />

93<br />

1. Platz<br />

•<br />

Sergio Zenato Lugana Riserva DOC<br />

2019, Zenato, Peschiera del Garda<br />

13,5 Vol.-%. Funkelndes, helles Goldgelb.<br />

Elegante Nase, zeigt Noten von reifem<br />

Pfirsich und Zitrusfrüchten, dann würzige<br />

Vanillenuancen vom Holzausbau, edle Haselnuss.<br />

Am Gaumen schmelzig und mundfüllend,<br />

saftig mit gut integrierter Säure,<br />

schöner Zug und feines fruchtiges Finale,<br />

lang und elegant. zenato.it, € 24,50<br />

2. Platz<br />

•<br />

Morlongo Montebaldo Bardolino<br />

DOC 2020, Vigneti Villabella, Calmasino<br />

di Bardolino<br />

13 Vol.-%. Funkelndes, mitteldichtes Rubin<br />

mit zartem Granatschimmer. Sehr klare<br />

und einladende Nase, satt nach frischen<br />

dunklen Kirschen, ansprechend und mit<br />

gutem Spiel, etwas Brombeere. Rund und<br />

saftig in Ansatz und Verlauf, feinmaschiges,<br />

zartes Tannin, im Finale leicht harzige<br />

Noten. vignetivillabella.com, € 11,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

Custoza Superiore DOC 2020<br />

Villa Medici, Sommacampagna<br />

13 Vol.-%. Glänzendes, helles Goldgelb.<br />

Intensive Nase mit ausgeprägten Noten<br />

nach gelbem Pfirsich und Ananas, im Hintergrund<br />

frische Birne. Zeigt am Gaumen<br />

schönes Spiel, frische, auf den Punkt<br />

gereifte Frucht, im Finale schöner Druck.<br />

cantinavillamedici.it, € 11,–<br />

•<br />

Ca’ Vaibò Lugana Superiore DOC<br />

2019, Bulgarini, Pozzolengo<br />

14,5 Vol.-%. Volles, strahlendes Goldgelb. In<br />

der Nase komplexe Noten von reifer Birne,<br />

schwarzem Tee, etwas Feuerstein und Akazienhonig<br />

sowie gedörrte Banane. Volles<br />

Mundgefühl mit runder und geschmeidiger<br />

Textur, mineralischer Unterton, dabei<br />

frisch und mit feinem Druck am Gaumen,<br />

im Abgang mit edlen reifen Noten.<br />

vini-bulgarini.com, € 16,–<br />

•<br />

Vigne di Catullo Lugana Riserva DOC<br />

2018, Tenuta Roveglia, Pozzolengo<br />

13 Vol.-%. Intensives, leuchtendes Goldgelb.<br />

Feine, komplexe Nase, wenngleich zu<br />

Beginn etwas verhalten, nach Ananas, Pfirsich,<br />

gelber Frucht und würzig-kräutrigen<br />

Aromen. Am Gaumen fruchtsüß, spannt<br />

sich cremig-schmelzig auf, kraftvoll und<br />

präsent, dabei saftig und mit einem Hauch<br />

Salz, im Finale anhaltend.<br />

tenutaroveglia.it, € 16,50<br />

92<br />

•<br />

Primizia Provincia di Verona<br />

Bianco IGT 2021, Villa Medici<br />

Sommacampagna<br />

PLATZ<br />

MORLONGO MONTEBALDO<br />

BARDOLINO – VILLABELLA<br />

Dunkle Kirsche, rund und saftig.<br />

PLATZ<br />

CUSTOZA SUPERIORE<br />

VILLA MEDICI<br />

Pfirsich, Ananas, frische Birne.<br />

13 Vol.-%. Leuchtendes Grüngelb. In der<br />

Nase nach Zitrus, rosa Pampelmuse, ein<br />

Hauch weißer Pfeffer, im Nachklang nach<br />

saftiger Ananas. Am Gaumen fein cremig<br />

und sehr saftig, mit schönem Fruchtschmelz,<br />

knackig, trinkt sich sehr gut!<br />

cantinavillamedici.it, € 10,–<br />

•<br />

Cordisasso Rosso Veronese IGT 2018<br />

Cantine di Verona, Verona<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes Rubin mit leichtem<br />

Granatrand. Verwobene und einladende<br />

Nase mit Noten nach Zwetschgen,<br />

Brombeere, etwas Waldhimbeere, feine<br />

Würze im Hintergrund. Rund und geschmeidig<br />

im Ansatz, feine gereifte Frucht,<br />

öffnet sich mit zupackendem, herzhaftem<br />

Tannin, guter Druck im Finale.<br />

cantinadiverona.it, € 10,75<br />

•<br />

Bardolino Superiore DOCG 2019<br />

Villa Medici, Sommacampagna<br />

13,5 Vol.-%. Leuchtendes Kirschrot mit zart<br />

aufhellendem Rand. In der Nase nach Blutorangen,<br />

süßen Himbeeren, Vanillezucker,<br />

im Nachhall floral und duftig. Am Gaumen<br />

rund und geschmeidig, breitet sich samtig<br />

über die Zunge, ausgewogen und mit feiner<br />

Harmonie, trinkt sich sehr gut.<br />

cantinavillamedici.it, € 11,–<br />

•<br />

Oasi Mantellina Lugana DOC 2021<br />

Allegrini, Fumane di Valpolicella<br />

13 Vol.-%. Leuchtendes, mittleres Strohgelb<br />

mit goldenen Reflexen. In der Nase<br />

intensive Noten von frisch geschnittenem<br />

Gras, Brennnessel und Stachelbeere. Am<br />

Gaumen weich und rund, mit angenehmer,<br />

frischer Säure und stark entfalteten<br />

Fruchtaromen von reifem Steinobst, langer<br />

Abgang. allegrini.it, € 12,90<br />

•<br />

Ca’ del Magro Custoza Superiore<br />

DOC 2020<br />

Monte del Frà, Sommacampagna<br />

13 Vol.-%. Funkelndes, sattes Strohgelb.<br />

Fein gezeichnete Nase mit Noten nach<br />

Aprikose und Grapefruit, sehr klar. Am Gaumen<br />

gutes Gewicht und gute Spannung,<br />

feine Pfirsichfrucht, salzig.<br />

montedelfra.it, € 13,–<br />

•<br />

Riserva del Lupo Lugana Riserva<br />

DOC 2018<br />

Ca’ Lojera, Peschiera del Garda<br />

14 Vol.-%. Helles, lebendiges Goldgelb.<br />

Reife Marillenaromen flankiert von zarten<br />

Honignoten. Am Gaumen voluminös und<br />

druckvoll mit einer lebendigen Säure. Kompakte<br />

Frucht und leichte Haselnussnoten<br />

im Abgang. calojera.com, € 16,–<br />

•<br />

Le Civaie Terralbe Lugana DOC 2021<br />

Monte Zovo – Fam. Cottini, Caprino<br />

Veronese<br />

13 Vol.-%. Funkelndes Strohgelb mit goldenen<br />

Reflexen. In der Nase nach Pampelmuse,<br />

Holunderblüten, Zitrusfrüchten, im<br />

Finale etwas Kamille. Am Gaumen rassig,<br />

Fotos: Othmar Kiem, Shutterstock<br />

244 falstaff jun <strong>2022</strong>


mit Nuancen von Steinobst und floralen<br />

Noten, dazu schöne Balance zwischen<br />

Fruchtsüße und Salzigkeit, im Finale saftig<br />

mit langem Nachhall.<br />

montezovo.com, € 16,40<br />

•<br />

Molin Lugana DOC 2020<br />

Ca’ Maiol, Desenzano del Garda<br />

13,5 Vol.-%. Funkelndes Strohgelb mit<br />

goldenen Reflexen. Elegantes Bukett mit<br />

Noten nach Pfirsich, Birne und Quitte. Am<br />

Gaumen weich und saftig. Sehr gute Balance<br />

zwischen frischer Säure und rundem<br />

Mundgefühl mit feiner Frucht von gelbem<br />

Steinobst bei anhaltendem Abgang.<br />

camaiol.it, € 16,90<br />

•<br />

BIO Summa Custoza Superiore<br />

DOC 2020<br />

Gorgo, Custoza di Sommacampagna<br />

13 Vol.-%. Leuchtendes, helles Goldgelb mit<br />

grünen Nuancen. Klar und fein gezeichnet<br />

in der Nase, duftet nach Melone, gelbem<br />

Pfirsich und Bienenwachs. Am Gaumen viel<br />

saftige, präsente Frucht, auch da wieder<br />

Melone, etwas Grapefruit, im Finale feine<br />

salzige Noten. cantinagorgo.com, € 18,–<br />

•<br />

Il Rivale 90+10 Lugana DOC 2020<br />

Pratello, Padenghe sul Garda<br />

13 Vol.-%. Glänzendes, mittleres Goldgelb.<br />

Sehr ansprechende und elegante Nase,<br />

präzise Noten nach reifen Pfirsichen und<br />

Aprikosen, im Nachhall eine feine würzige<br />

Note nach Salbei. Am Gaumen saftig, breitet<br />

sich gut im Mund aus, präzise Frucht<br />

und schönes, langes Finale.<br />

pratello.com, € 18,30<br />

•<br />

Pinot Grigio Riserva Trentino DOC<br />

2020<br />

Furletti Gabriele, Riva del Garda<br />

13 Vol.-%. Strahlendes Strohgelb mit grünlichen<br />

Reflexen. In der Nase am Anfang<br />

eher verhalten, dann Töne nach reifen<br />

Birnen und Zitrusfrüchten sowie würzige<br />

Noten nach Toast und gerösteten Haselnüssen.<br />

Am Gaumen cremige Textur,<br />

elegant und saftig, gut ausbalanciert, im<br />

Finale animierend zartbitter.<br />

furlettiwines.com, € 18,80<br />

•<br />

BIO Chardonnay Trentino DOC 2020<br />

Comai, Riva del Garda<br />

13 Vol.-%. Helles, leuchtendes Strohgelb. In<br />

der Nase Noten von tropischen Früchten,<br />

reifer Banane und Ananas, ein Touch Vanille.<br />

Am Gaumen rundes Mundgefühl, dunkle<br />

Mineralik, toll ausbalanciert und mit gut<br />

eingebundener Säure, schöne Länge.<br />

comairivadelgarda.com, € 20,–<br />

•<br />

San Pietro Custoza DOC 2018<br />

Le Vigne di San Pietro<br />

Sommacampagna<br />

13 Vol.-%. Leuchtendes, helles Goldgelb.<br />

Sehr intensive und ansprechende Nase,<br />

nach Banane, gelbem Pfirsich und Aprikose,<br />

etwas Akazienhonig. Am Gaumen cre-<br />

Die Turbiana-Traube bildet die Grundlage für die bekannten Lugana-Weine.<br />

mig, gut gereifte Frucht, im Finale leicht<br />

karamellige Töne.<br />

levignedisanpietro.it, € 24,–<br />

•<br />

Villa Cordevigo Rosso Veronese IGT<br />

2015, Vigneti Villabella, Calmasino di<br />

Bardolino<br />

15 Vol.-%. Lebendiges, helles Rubinrot mit<br />

aufhellendem granatrotem Rand. In der<br />

Nase mit intensiven Fruchtaromen von<br />

Sauerkirsche sowie Veilchen und leicht<br />

speckig-rauchige Noten. Am Gaumen<br />

opulent mit konzentrierter Frucht und<br />

pfeffriger Würze, gut eingebauter Alkohol,<br />

griffiges Tannin, im Finale stimmig und<br />

edel auf leicht getoasteten Aromen.<br />

vignetivillabella.com, € 25,–<br />

•<br />

Notte a San Martino Merlot Benaco<br />

Bresciano IGT 2018<br />

Famiglia Olivini, Desenzano del Garda<br />

14,5 Vol.-%. Leuchtendes, mittleres Rubinrot<br />

mit aufhellendem Rand. Komplexe<br />

Nase, Töne von reifer Pflaume und Brombeere,<br />

im Nachhall würzig und mit einem<br />

Touch Kaffee sowie Bitterschokolade. Am<br />

Gaumen mit saftigem Eintritt und rassiggriffigem<br />

Verlauf, gut eingebundener<br />

Gerbstoff, im Finale mit Druck.<br />

famigliaolivini.com, € 30,–<br />

•<br />

Metodo Classico Lugana DOC 2008<br />

Pas Dosé, Zenato, Peschiera del Garda<br />

12,5 Vol.-%. Intensives, leuchtendes Goldgelb<br />

mit geringer, aber feiner Perlage.<br />

In der Nase ausgeprägte Aromen von<br />

Brioche, reifem gelbem Apfel, Aprikose<br />

sowie Akazienhonig und Mandelblüte. Am<br />

Gaumen trocken und präzise mit feinem,<br />

mundfüllendem Mousseux, das sich schön<br />

über den ganzen Gaumen ausbreitet,<br />

langer Bogen und anhaltender Abgang.<br />

zenato.it, € 39,–<br />

•<br />

Gefide San Martino della Battaglia<br />

Liquoroso DOC 2001<br />

Spia d’Italia, Lonato del Garda<br />

16 Vol.-%. Leuchtendes Bernsteingelb.<br />

Nussige und intensive Dörrobstaromen<br />

sowie Akazienhonig in der Nase, nach<br />

eingelegtem Pfirsich, im Nachhall nach<br />

reifem Golden Delicious und Datteln. Am<br />

Gaumen gut integrierter Alkohol, frische<br />

Säure, volles Mundgefühl mit sattem<br />

Schmelz, im Finale lang und anhaltend,<br />

auf Noten von reifen Walnüssen und getrockneten<br />

Aprikosen, eine willkommene<br />

Abwechslung.<br />

spiaditalia.it, € 40,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/garda22<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

245


tasting / ROSÉ TROPHY ITALIEN <strong>2022</strong><br />

DRINK PINK!<br />

ITALIENS ROSÉ<br />

Rosato – so der italienische Name für Rosé – hat in Italien eine lange Geschichte. Apulien,<br />

Kalabrien, die Abruzzen, Valtenesi und Bardolino am Gardasee sind traditionelles Rosato-<br />

Gebiet. Mittlerweile ist aus dem rosa funkelnden Wein ein Mega-Trend geworden und es gibt<br />

bald keine Region, keinen Erzeuger, der nicht auf der Pink-Welle mitschwimmen will.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />

Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />

246 falstaff jun <strong>2022</strong>


Rosé ist in diesem Sommer die<br />

angesagte Farbe. Die funkelnd<br />

hell kirschfarben, altrosa,<br />

lachs- oder zwiebelschalenfarben<br />

leuchtenden Rosati aus<br />

Italien sind die idealen Weine für laue Sommerabende.<br />

Und sie passen zu einer großen<br />

Palette von feinen Gerichten. Rosé entstehen<br />

aus der Verarbeitung von roten Trauben. Der<br />

junge Wein vergärt für einige Stunden auf<br />

den Schalen und erhält dadurch die zarte<br />

rosa Farbe und den Duft. Danach wird er<br />

wie Weißwein weiterverarbeitet. Für die Produktion<br />

von Roséweinen eignet sich so nahezu<br />

jede Rotweintraube. Im Salento, dem Stiefelabsatz<br />

der Apenninen-Halbinsel wurde<br />

schon 1943 der erste Rosato erzeugt. Ein<br />

zweites Gebiet mit langer Rosé-Tradition<br />

liegt ebenfalls in Apulien, etwas weiter nördlich<br />

bei Castel del Monte. An der Stiefelspitze,<br />

in Kalabrien, ist Rosé als Cirò Rosato<br />

schon lange ein Begriff. In den Abruzzen sind<br />

Rosé-Weine aus der Montepulciano-Traube<br />

weit verbreitet, die dort Cerasuolo heißen,<br />

von der kirschroten Farbe der Weine. Ebenfalls<br />

lange Tradition haben die Rosé-Weine in<br />

Bardolino am südlich-östlichen Gardasee.<br />

Dort wird der Rosé Chiaretto di Bardolino<br />

genannt. Am gegenüberliegenden Seeufer<br />

wird aus der Groppello-Traube Valtenesi<br />

Rosato erzeugt. Dann gibt es natürlich noch<br />

die ganzen Schaumweine im Rosa-Ton. Seit<br />

einem guten Jahrzehnt zählt auch die Toskana<br />

zu den großen Anbietern von Rosati.<br />

Das achteckige Castel del Monte in Apulien,<br />

einst Sitz von Friedrich II., ist weltbekannt.<br />

Ringsum in den Weingärten wächst die lokale<br />

Bombino-Nero-Traube. Das Weingut Rivera<br />

keltert daraus den formidablen Pungirosa,<br />

er ist der Sieger unserer Rosé-Trophy. Mit<br />

dem zweitplatzierten Wein machen wir einen<br />

Sprung ins grüne Herz Italiens, nach Umbrien.<br />

Das Weingut Madrevite liegt am Westufer<br />

des Trasimeno-Sees. Aus der Sorte Gamay del<br />

Trasimeno – eigentlich eine Grenache und<br />

keine Gamay – erzeugt Winzer Nicola Chiurcchiurlotto<br />

den feinfruchtigen, saftigen<br />

Rosé La Bisbetica. Unser drittplatzierter<br />

Wein kommt mit feinen Perlen daher. Das<br />

Weingut Mosnel zählt zu den führenden<br />

Erzeugern im Franciacorta-Gebiet. Der<br />

Grundwein aus Pinot Noir und Chardonnay<br />

wird vorsichtig im gebrauchten Holz ausgebaut,<br />

reift für mindestens 36 Monate auf der<br />

Flasche und kommt dann ohne jegliche<br />

Dosage in den Handel. Köstlich! ><br />

PLATZ<br />

PUNGIROSA 2021<br />

RIVERA<br />

Johannisbeeren, Rosenblüten<br />

und Orangenschalen, saftig.<br />

In Süditalien -<br />

wie hier in<br />

Sizilien - hat<br />

Roséwein lange<br />

Tradition.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

247


tasting / ROSÉ TROPHY ITALIEN <strong>2022</strong><br />

94<br />

1. Platz<br />

•<br />

Pungirosa Bombino Nero Castel<br />

del Monte DOCG 2021,<br />

Rivera, Andria<br />

12 Vol.-%, Helles, blasses Kirschrosa. In<br />

der Nase Nuancen von Walderdbeeren,<br />

Johannisbeeren und Rosenblüten, im<br />

Nachhall Orangenschale. Am Gaumen<br />

gut ausbalanciert, feine schmelzige Textur,<br />

gut integrierte Säure und schöne Saftigkeit,<br />

mit lang anhaltendem Finale.<br />

rivera.it, € 8,50<br />

2. Platz<br />

•<br />

La Bisbetica Rosé Umbria Rosato<br />

IGP 2021<br />

Madrevite, Castiglione del Lago<br />

13,5 Vol.-%, Helles Lachsrosa. In der Nase<br />

Nuancen von rosa Pampelmuse und Himbeere,<br />

Melone, Papaya, leichte florale<br />

Note. Am Gaumen mit tollem Körper, saftig,<br />

schöne Säurestruktur, elegant, langes<br />

Finale, toller Rosé.<br />

madrevite.com, € 13,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

Parosé Franciacorta DOCG Rosé<br />

2016 Pas Dosé, Mosnel, Passirano<br />

12 Vol.-%, Leuchtendes Apricot. Leichte<br />

Hefe- und Vanillenoten, dann nach<br />

Orange und Zitronenschalen. Öffnet<br />

am Gaumen mit Zug und Rasse, toller<br />

Schmelz, mundfüllend, hervorragend<br />

eingebundene Perlage, edler Holzeinsatz,<br />

lang anhaltend und toll ausgewogen.<br />

mosnel.com, € 46,–<br />

93<br />

•<br />

BIO Metodo Classico Spumante<br />

Rosé IGT 2016 Extra Brut<br />

Venturini Baldini,<br />

Roncolo di Quattro Castella<br />

12,5 Vol.-%, Zart schimmerndes Rosa. In<br />

der Nase mit zarten Zitrusnoten, Himbeeren<br />

und Feuerstein, im Nachhall nach<br />

gerösteter Haselnuss. Zeigt am Gaumen<br />

eleganten Schmelz mit hervorragend<br />

eingebundener Perlage, feiner Druck, endet<br />

im Finale ausgewogen und saftig. Hat<br />

von einem zusätzlichen Jahr Flaschenreife<br />

profitiert.<br />

venturinibaldini.it, € 9,50<br />

•<br />

RosaMati Rosato di Toscana IGT<br />

2021, Fattoria Le Pupille<br />

Grosseto<br />

14 Vol.-%, Helles Rosa mit leuchtenden<br />

Reflexen. In der Nase klare Noten von<br />

Blutorange, Walderdbeeren und ein<br />

Hauch von Oregano. Elegant und ausgewogen,<br />

leichte Würze und ansprechende<br />

Länge, mit zarter Creme, angenehm ausbalanciert<br />

und große Trinkfreude.<br />

fattorialepupille.it, € 11,90<br />

PLATZ<br />

LA BISBETICA - MADREVITE<br />

Rosa Pampelmuse, Himbeere,<br />

Melone und Papaya, langes Finale.<br />

PLATZ<br />

PAROSÉ FRANCIACORTA MOSNEL<br />

Orange und Zitronenschale,<br />

am Gaumen Zug und Rasse.<br />

•<br />

Five Roses 78° Anniversario Negroamaro<br />

Salento Rosato IGT 2021<br />

Leone de Castris, Salice Salentino<br />

12 Vol.-%, Zartes, blasses Rosarot. In der<br />

Nase fruchtige Nuancen nach Heidelbeeren,<br />

rote Johannisbeeren, dann im Nachhall<br />

Pfirsich und Honigmelone, mit einem<br />

Touch Orangenschale. Am Gaumen<br />

schmelzige Textur, gut eingebundene<br />

Säure, saftig, mit langem fruchtigem<br />

Finale.<br />

leonedecastris.com, € 13,50<br />

•<br />

BIO Primavera Rosato di<br />

Sangiovese Toscana IGT 2021<br />

Poggio al Sole, Barberino Tavarnelle<br />

13,5 Vol.-%, Intensives Rosarot. In der<br />

Nase blumig, nach frischen Walderdbeeren,<br />

Zitrusfrüchten, im Nachhall auf rosarotem<br />

Pfirsich. Eröffnet am Gaumen<br />

mit deutlicher Frische, sehr saftig, zeigt<br />

schönen Schmelz, auf Orange, kommt im<br />

Finale saftig wieder, schöne Länge.<br />

poggioalsole.com, € 13,50<br />

•<br />

Upupa Rosa Vigneti delle Dolomiti<br />

Rosé IGT 2019<br />

Weingut Abraham, Eppan<br />

12 Vol.-%, Kräftiges und leuchtendes<br />

Orangerosa. In der Nase delikate Noten<br />

nach Erdbeere, Pfirsich und Rosenblüten.<br />

Am Gaumen leicht tanninhaltig, saftig<br />

und mineralisch, mit langem Spannungsbogen.<br />

weingutabraham.it, € 15,30<br />

•<br />

BIO Si Toscana Rosato IGT 2021<br />

Duemani, Riparbella<br />

13 Vol.-%, Glänzendes Orangerosa. In der<br />

Nase schöne Würze, reifer Pfirsich und<br />

Orange sowie Grapefruit. Am Gaumen<br />

gut ausbalanciert und mit beachtlichem<br />

Körper und schöner Frische, spannend<br />

und angenehm im Mund, harmonisch mit<br />

langem Finale. duemani.eu, € 40,–<br />

•<br />

Aurea Gran Rosé Rosato Toscana<br />

IGT 2020<br />

Marchesi Frescobaldi, Firenze<br />

13 Vol.-%, Zartes, helles Lachsrosa. In der<br />

Nase Bienenwachs, Vanille und schwarze<br />

Johannisbeere, edler Holzeinsatz. Am<br />

Gaumen gut eingebundener Schmelz,<br />

rund und finessenreich, angenehme Frische,<br />

saftig, langes Finale.<br />

frescobaldi.it, € 45,–<br />

92<br />

•<br />

Chiaretto di Bardolino DOC 2021<br />

Villa Medici, Sommacampagna<br />

12,5 Vol.-%, Intensives mittleres Rosa. In<br />

der Nase Duft nach Erdbeere und Himbeere,<br />

im Nachhall Pflaume. Leichte<br />

Würznoten. Am Gaumen präsente Frucht<br />

mit gut eingebundener Säure, mittel im<br />

Gewicht, dennoch lange fruchtig und anhaltend.<br />

cantinavillamedici.it, € 9,–<br />

Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />

248 falstaff jun <strong>2022</strong>


•<br />

Regaleali Le Rose Nerello Mascalese<br />

Rosato Terre Siciliane IGT 2021<br />

Tasca d’Almerita, Palermo<br />

12,5 Vol.-%, Sattes Lachsrosa mit orangen<br />

Reflexen. In der Nase intensive Töne von<br />

Kirsche und Heidelbeere, dann im Nachhall<br />

würzige Noten und eine Nuance nach<br />

Rosenblüten. Am Gaumen gut ausbalanciert,<br />

trinkig und mit schönem Finale.<br />

tascadalmerita.it, € 9,50<br />

•<br />

Five Roses Negroamaro Salento<br />

Rosato IGT 2021<br />

Leone de Castris, Salice Salentino<br />

12 Vol.-%, Intensives, strahlendes Lachsrosa.<br />

Feine Würze von brasilianischem<br />

Pfefferbaum und eleganter Frucht von<br />

reifen Waldbeeren und gelben Früchten.<br />

Im Trunk knackig-frische Säure und geprägt<br />

von reifer Frucht sowie druckvollem<br />

Mundgefühl und langem, leicht salzigem<br />

Abgang.<br />

leonedecastris.com, € 10,40<br />

•<br />

BIO Baldovino Cerasuolo<br />

d'Abruzzo DOC 2021,<br />

Tenuta I Fauri, Chieti<br />

13,5 Vol.-%, Leuchtendes Kirschrosarot.<br />

In der Nase Noten von Kirschen und<br />

Pflaumen, mit feinem Würzeanklang. Am<br />

Gaumen fruchtsüß, saftig mit straffer<br />

Säure und mit leichtem Bittermandelaroma,<br />

hat Spannung und Struktur, trinkt<br />

sich sehr fein.<br />

tenutaifauri.it, € 12,–<br />

•<br />

BIO Contessa Staffa Rosato<br />

Puglia IGT 2021<br />

Antica Enotria, Cerignola<br />

13,5 Vol.-%, Brillantes und intensives<br />

Kirschrosa. Geprägt von reifen Erdbeeren<br />

und kleine Waldhimbeeren in der Nase<br />

und florale Noten nach feinem Rosenduft.<br />

Fruchtig auch der Eintritt, spannt<br />

sich fruchtig-intensiv über den ganzen<br />

Gaumen mit leichtem Schmelz, druckvoll<br />

und saftig im Trunk mit ausgeprägter<br />

Länge. anticaenotria.it, € 12,–<br />

•<br />

Leclisse Lambrusco di Sorbara<br />

DOC 2021, Paltrinieri, Sorbara<br />

11 Vol.-%, Intensives Lachsrosa. Duftet<br />

nach Blutorange, Pampelmuse, Chinarinde<br />

und leichten Hefenoten. Am Gaumen<br />

präzise und trocken, gut eingebundene<br />

Perlage und insgesamt schön ausbalanciert,<br />

trinkt sich sehr gut.<br />

cantinapaltrinieri.it<br />

€ 12,–<br />

•<br />

Shiny Costa Toscana Rosato IGT<br />

2021, Gualdo del Re, Suvereto<br />

12,5 Vol.-%, Helles, leuchtendes Zartrosa.<br />

Eröffnet in der Nase rosa Pfirsich, Grapefruit<br />

und Orange sowie ein Hauch von<br />

Jasmin und Minze. Saftiger und angenehmer<br />

Trunk, tolle Frucht, mit gut ausbalancierte<br />

Säure und Länge.<br />

gualdodelre.it, € 13,50<br />

Ein Glas Rosé bereitet<br />

Sommer- und Urlaubsfeeling!<br />

•<br />

Alìe Rosato di Toscana IGT 2021<br />

Marchesi Frescobaldi, Firenze<br />

12 Vol.-%, Intensiv leuchtendes, helles<br />

Pink. Rosa Grapefruit, Heidelbeere und<br />

Zitronenzesten in der Nase sowie ein<br />

Hauch von Feuerstein. Am Gaumen<br />

fruchtig, saftig und frisch, ausgewogen<br />

und mit langem Nachhall.<br />

frescobaldi.it, € 15,–<br />

•<br />

Etna Rosato DOC 2021<br />

Cottanera, Castiglione di Sicilia<br />

13,5 Vol.-%, Hell glänzendes Rosa. In der<br />

Nase ein Hauch von Feuerstein, Orangenzeste<br />

und rosa Grapefruit. Am Gaumen<br />

elegant, mit saftig-rassigem Zug, angenehme<br />

Frische und langes Finale.<br />

cottanera.it, € 15,–<br />

•<br />

Hedòs Cerasuolo d'Abruzzo DOC<br />

2021, Cantina Tollo, Tollo<br />

13,5 Vol.-%, Leuchtendes Rosa. In der<br />

Nase intensiver Duft nach Weichselkirsche,<br />

frischer Zwetschge, dann leicht<br />

würzig und blumig. Am Gaumen fruchtsüß,<br />

körperreich, saftig und mit beachtlich<br />

langem Finale.<br />

cantinatollo.it, € 15,–<br />

•<br />

Venus Negroamaro Salento Rosato<br />

IGT 2021, Conti Zecca, Leverano<br />

12,5 Vol.-%, Kräftiges Orangerosa. Duftend<br />

nach weißer Rose, frischer Erdbeere,<br />

einladende Würze nach weißem Pfeffer<br />

und milden Küchenkräutern. Am Gaumen<br />

cremig, mit schöner Saftigkeit, endet<br />

im Finale sauber und präzise, sommerlich!<br />

contizecca.it, € 15,–<br />

•<br />

BIO Notàri Cerasuolo d'Abruzzo<br />

Superiore DOC 2021<br />

Fattoria Nicodemi, Notaresco<br />

13,5 Vol.-%, Helles Rubinrot. In der Nase<br />

Nuancen von frischen Johannisbeeren,<br />

Himbeeren und Amarenakirsche. Dann<br />

Anklänge von Rosenblüten, schwarzem<br />

Pfeffer und Vanilleschote. Am Gaumen<br />

leicht tanninhaltig, saftig, die Aromen<br />

der Nase spiegeln sich am Gaumen wider,<br />

langes Finale. nicodemi.com, € 16,–<br />

•<br />

BIO Piano dei Daini Etna Rosato<br />

DOC 2020<br />

Tenuta Bosco, Santa Venerina<br />

13 Vol.-%, Sehr helles Lachsrosa. In der<br />

Nase nach Walderdbeeren und einem<br />

Hauch von Orangenblüten. Am Gaumen<br />

saftig, frisch und mit angenehmer Salzigkeit,<br />

harmonischer Bogen von A bis Z.<br />

tenutabosco.com, € 19,–<br />

•<br />

Saignée della Rocca Metodo Classico<br />

Oltrepò Pavese DOCG Extra Brut<br />

Conte Vistarino, Rocca de' Giorgi<br />

12,5 Vol.-%, Helles Apricot. Duftet nach<br />

Orange, Grapefruit und Hagebutte sowie<br />

nach tropischen Früchten. Am Gaumen<br />

sehr trocken, präzise Frucht, mittleres<br />

Gewicht, zieht sich geradlinig über die<br />

Zunge, langes und sauberes Finale.<br />

contevistarino.it, € 21,–<br />

•<br />

Piè delle Vigne Cerasuolo<br />

d'Abruzzo DOC 2019, Cataldi Madonna,<br />

Ofena<br />

14 Vol.-%, Hell leuchtendes Rubinrot, mit<br />

aufhellenden Rändern. In der Nase ganz<br />

deutliche Fruchtnoten von Sauerkirsche,<br />

Himbeere und Johannisbeere sowie<br />

leicht kräutrige Nuancen. Am Gaumen<br />

straffe Säure und schöne Saftigkeit, zeigt<br />

tolle Fruchtwürze, lange.<br />

cataldimadonna.com, € 28,–<br />

•<br />

Versý in Rose Rosato di Toscana<br />

IGT 2020, Tenuta Montecchiesi - Dal<br />

Cero, Cortona<br />

13 Vol.-%, Helles Lachsrosa. In der Nase<br />

Nuancen von frischen Kirschen und Walderdbeeren,<br />

ein Touch Muskatnuss und<br />

Wassermelone, edler Holzeinsatz. Am<br />

Gaumen präzise Frucht, schöne Frische<br />

und Saftigkeit, im langen Abgang salzig.<br />

Etwas Zeit würde dem Wein gut tun, aktuell<br />

deutlich vom Holzausbau geprägt.<br />

dalcerofamily.it, € 28,–<br />

•<br />

A Toscana Rosato IGT 2021<br />

Marchesi Antinori,<br />

San Casciano in Val di Pesa<br />

13,5 Vol.-%, Hell leuchtendes Babyrosa.<br />

Intensiv in der Nase, florale Nuancen<br />

nach weißen Rosenblüten, fruchtige<br />

Töne nach Erdbeeren und Himbeeren.<br />

Am Gaumen fruchtsüß, leicht saftig und<br />

mit schönem Säurespektrum, langes Finale.<br />

antinori.it, € 31,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/rose-it-22<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

249


tasting / FRIAUL-JULISCH VENETIEN TROPHY <strong>2022</strong><br />

FRUCHT UND<br />

FINESSE<br />

Die Weinbauregion im Nordosten Italiens kann mit ihren Weißweinen begeistern: Neben den<br />

lokalen Sorten Friulano, Ribolla Gialla und Malvasia stechen die Klassiker aus Chardonnay,<br />

Pinot Grigio und Sauvignon Blanc hervor. Auch einige spannende Rote sind zu finden.<br />

TEXT OTHMAR KIEM NOTIZEN OTHMAR KIEM, SIMON STAFFLER<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

250 falstaff jun <strong>2022</strong>


Bis auf die Gebirgsregion der<br />

Alpen wird in nahezu allen<br />

Teilen der Region »Friaul Julisch<br />

Venezien« Wein angebaut. Am<br />

begehrtesten sind die Erzeugnisse<br />

aus den Hügelgebieten im Osten: Collio<br />

bei Gorizia und Cormons, die Colli Orientali<br />

um Cividale, der Karst im Hinterland von<br />

Triest und Isonzo, ein Landstrich westlich<br />

von Gorizia, zwischen Collio und Karst gelegen.<br />

Friaul wird geschätzt für seine fülligen,<br />

saftigen Weißen. Neben Pinot Grigio, Chardonnay<br />

und Sauvignon Blanc sind es lokale<br />

Sorten wie Friulano, Ribolla Gialla und<br />

Malvasia, die in den vergangenen Jahren an<br />

Profil gewonnen haben. Friaul – das ist in<br />

erster Linie Weißweinland. Aber immer<br />

mehr findet man auch hervorragende Rotweine.<br />

Neben Merlot dominieren die lokalen<br />

Sorten Schiopettino, Refosco und Pignolo.<br />

»Vie di Romans in Mariano del Friuli«<br />

gilt schon lange als erste Adresse für Weißweine.<br />

Winzer Gianfranco Gallo ist im Laufe<br />

der Jahre aufgefallen, dass in seinen Lagen<br />

einige Rebzeilen immer bessere Trauben<br />

erbrachten als die anderen. Mit Beginn 2015<br />

erzeugt er davon sechs Chardonnays in<br />

Kleinstauflage – er nennt sie »Climat«. Der<br />

»2016 Curie Climat« ist unser klarer<br />

Siegerwein. An zweiter Stelle folgt ein<br />

moderner Klassiker des Friaul. Der<br />

»Dreams« war der zweite Ausnahmewein,<br />

den Silvio Jerman nach dem Vintage Tunina<br />

kreierte. Ein Wein, der begeistern kann. Der<br />

2019 ist noch sehr jung. Wir raten, ihn für<br />

einige Jahre im Keller zu vergessen und nach<br />

fünf bis sechs Jahren wieder hervorzuziehen:<br />

Sie werden ebenso begeistert sein wie wir!<br />

Beide Siegerweine aus Chardonnay? Ist das<br />

nicht etwas banal? Vor allem: Ist das typisch<br />

für das Friaul? Natürlich ist Chardonnay auf<br />

der ganzen Welt bekannt. Im Friaul aber ist<br />

er schon seit über hundert Jahren vertreten,<br />

kann daher also durchaus als traditionelle<br />

Sorte bezeichnet werden. Und beide sind einfach<br />

hervorragende Weine! An dritter Stelle<br />

folgt ein großartiger Rotwein, der »Surrosso«<br />

von Lis Fadis. Die ungewöhnliche<br />

Mischung aus Refosco und Pinot Nero hat<br />

Tiefe und Spannung. Lis Fadis ist ein junger<br />

Betrieb, der erste Wein wurde 2010 erzeugt.<br />

Auf knapp zehn Hektar in den Hügeln um<br />

Prepotto und Spessa in den Colli Orientali<br />

hat sich Vanilla Plotzner, die aus einer traditionsreichen<br />

Winzerfamilie stammt, ihren<br />

Traum vom eigenen Weingut erfüllt. ><br />

PLATZ<br />

CURIE CLIMAT 2016<br />

VIE DI ROMANS<br />

Gedörrte Ananas, Meersalz,<br />

gelber Pfirsich und Banane.<br />

Die sanften<br />

Hügel des Collio<br />

an der Grenze zu<br />

Slowenien sind<br />

traditionsreiches<br />

Weinbauland.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

251


tasting / FRIAUL-JULISCH VENETIEN TROPHY <strong>2022</strong><br />

98<br />

1. Platz<br />

•<br />

Curie Climat Chardonnay Friuli<br />

Isonzo DOC 2016<br />

Vie di Romans, Mariano del Friuli<br />

14,5 Vol.-%, Leuchtendes, intensives Hellgold.<br />

Intensive, ausdrucksstarke Nase, nach<br />

gedörrter Ananas, Meersalz, gelber Pfirsich,<br />

satter Banane und einem Hauch Würze.<br />

Am Gaumen herrlich ausgeprägt, satt<br />

ohne dabei schwer zu wirken, mit tollem<br />

Holzeinsatz, tolle Harmonie mit langem<br />

Abgang. viediromans.it, € 65,–<br />

96<br />

2. Platz<br />

•<br />

Dreams Venezia Giulia IGT 2019<br />

Jermann, Dolegna del Collio<br />

13,5 Vol.-%, Strahlendes, helles Goldgelb<br />

mit feinen grünen Nuancen. Verwobene<br />

Nase, eröffnet mit Noten nach frischer Banane<br />

und saftigem Pfirsich, dazu leicht rauchig-mineralische<br />

Komponenten, im Hintergrund<br />

feine Gewürze. Am Gaumen sehr<br />

gute Spannung, viel saftige Frucht, reifer<br />

Pfirsich, dazu feine salzige Komponenten,<br />

saftig und lange, noch jung, aber beste<br />

Anlagen. www.jermann.it, € 41,–<br />

3. Platz<br />

•<br />

Surrosso Rosso Venezia Giulia IGT<br />

2019, Lis Fadis, Cividale del Friuli<br />

14,5 Vol.-%, Dunkles, edles Rubinrot. Schöne<br />

Nase, fein vom Edelholz gezeichnet, rote<br />

Beerenfrucht und herzhafte Würze. Am<br />

Gaumen elegant und kompakt, öffnet sich<br />

in vielen Schichten, äußerst geschliffen, im<br />

Finale mit viel Druck und Salz, präsentes,<br />

engmaschiges Tannin, kann noch gut und<br />

gerne liegen bleiben.<br />

lisfadis.com, € 130,–<br />

95<br />

•<br />

Vie di Romans Chardonnay Friuli<br />

Isonzo DOC 2020<br />

Vie di Romans, Mariano del Friuli<br />

14,5 Vol.-%, Leuchtendes Hellgold mit funkelndem<br />

Kern. Duftend und enorm ausdrucksstark,<br />

nach hellem Honig, exotischen<br />

Früchten, Mango, saftiger Ananas,<br />

Birne und Pfirsich, duftig. Am Gaumen saftig<br />

und sehr fruchtbetont, mit Rasse und<br />

Zug, bleibt lange auf der Zunge haften, im<br />

Finale auf hellem Honig.<br />

viediromans.it, € 29,50<br />

•<br />

Vintage Tunina Bianco Venezia<br />

Giulia IGT 2019<br />

Jermann, Dolegna del Collio<br />

13 Vol.-%, Intensives, leuchtendes Strohgelb.<br />

Einladende und duftende Nase, nach<br />

frischer Aprikose, Zuckermelone, reife Zitrusfrucht,<br />

ein Hauch kalte Butter, komplex<br />

PLATZ<br />

DREAMS 2019 - JERMANN<br />

Sehr gute Spannung, viel saftige<br />

Frucht, salzig, noch jung.<br />

PLATZ<br />

SURROSSO 2019 - LIS FADIS<br />

Engmaschiges Tannin, viel Druck,<br />

sehr geschliffen, vielschichtig.<br />

und geheimnisvoll. Zeigt sich am Gaumen<br />

wunderbar ausgewogen, mit komplexer<br />

Vielschichtigkeit, zeigt Rasse und Zug, im<br />

Finale frisch und lange.<br />

www.jermann.it, € 41,–<br />

94<br />

•<br />

Sauvignon Friuli Colli Orientali DOC<br />

2020, Meroi Davino, Buttrio<br />

14 Vol.-%, Edel leuchtendes Strohgelb. In<br />

der Nase mit edlem Holzeinsatz, kalter<br />

Butter, reifer Zitrusfrucht, Pfirsich, Banane,<br />

gestützt von edlem Würzeton. Am Gaumen<br />

golden und satt, spannt sich schön auf, mit<br />

Rasse und eleganter Vielschichtigkeit, ausgewogen<br />

und lange.<br />

meroidavino.com, € 14,–<br />

•<br />

Pinot Grigio Collio DOC 2020<br />

Fruscalzo, Dolegna del Collio (GO)<br />

13,5 Vol.-%, Intensives, leuchtendes Hellgold.<br />

In der Nase duftig, blumig, einladend<br />

nach weißen Rosen, Orangenzesten, zartem<br />

Muskat, sehr ausdrucksstark und<br />

einladend. Am Gaumen mit zartem Tannin,<br />

sehr frisch, klare Frucht, ist auch leicht salzig,<br />

tolle Länge mit spannendem Verlauf.<br />

fruscalzo.it, € 16,–<br />

•<br />

Russiz Superiore Sauvignon Collio<br />

DOC 2021<br />

Marco Felluga - Russiz Superiore,<br />

Gradisca D'Isonzo<br />

13,5 Vol.-%, Intensives Strohgelb mit zart<br />

olivgrünen Reflexen. Duftende und offenherzige<br />

Nase, nach reifer Pampelmuse, Zitronenzesten,<br />

Wiesenkräutern und Heu,<br />

sehr einladend. Am Gaumen mit feiner<br />

Creme und auf kandierten Agrumen, tolle<br />

Struktur und Frische, spannt einen eleganten<br />

Bogen. marcofelluga.it, € 17,50<br />

•<br />

Sodevo Pinot Grigio Friuli DOC 2021<br />

Zuani, San Floriano del Collio<br />

13,5 Vol.-%, Funkelndes, sattes Strohgelb<br />

mit grünen Nuancen. Sehr intensive und<br />

klare Nase, einladend, zeigt Noten nach Birne<br />

und Pfirsich, leicht balsamische Noten<br />

im Hintergrund. Am Gaumen guter Druck,<br />

nach Birne und Grapefruit, etwas weiße<br />

Melone, im Finale langer Nachhall.<br />

zuanivini.it, € 18,–<br />

•<br />

Broy Bianco Collio DOC 2018<br />

Collavini, Corno di Rosazzo (UD)<br />

13,5 Vol.-%, Sattes, funkelndes Goldgelb<br />

mit leicht grünen Komponenten. Intensive<br />

Nase mit ausgeprägten Noten nach reifem<br />

Pfirsich, Mango und etwas Banane, spannend.<br />

Salzig und saftig am Gaumen, öffnet<br />

sich mit Noten nach Grapefruit und Pfirsich,<br />

gute Spannung, im Finale feine mineralische<br />

Komponenten.<br />

collavini.it, € 25,–<br />

•<br />

Pignolo Friuli Colli Orientali DOC<br />

2016, Butussi, Corno di Rosazzo<br />

Fotos: beigestellt, Shutterstock<br />

252 falstaff jun <strong>2022</strong>


Leuchtendes, kraftvolles Rubin mit leichtem<br />

Granatrand. Eröffnet mit leicht erdigen<br />

Noten, etwas rote Rübe, Johannisbrot,<br />

dann viel Brombeere und Zwetschge, etwas<br />

Tabak. Am Gaumen dichtmaschiges,<br />

zupackendes Tannin, viel dunkelbeerige<br />

Frucht, im Finale feiner Schmelz, kann<br />

noch lange reifen. butussi.it, € 25,–<br />

•<br />

Flors di Uis Friuli Isonzo DOC 2017<br />

Vie di Romans, Mariano del Friuli<br />

13,5 Vol.-%, Kraftvolles, funkelndes Strohgelb.<br />

Eröffnet mit feinen würzigen Noten,<br />

etwas Fenchelsamen und Salbei, dazu Holunderblüten,<br />

Pfirsich und Apfel. Breitet<br />

sich am Gaumen mit vielen Nuancen aus,<br />

schönes Spiel, saftige Frucht, nach Pfirsich<br />

und Grapefruit, langer Nachhall.<br />

viediromans.it, € 27,50<br />

•<br />

Vieris Sauvignon Friuli Isonzo DOC<br />

2019, Vie di Romans, Mariano del Friuli<br />

14 Vol.-%, Funkelndes, sattes Grüngelb.<br />

Sehr intensive und einladende Nase, duftet<br />

nach Grapefruit, Mango und Stachelbeere,<br />

im Hintergrund satt nach dunklen Johannisbeeren.<br />

Am Gaumen viel präsente<br />

Frucht, viel Stachelbeere, zieht schön<br />

durch, im Nachhall dezente salzige<br />

Komponenten. viediromans.it, € 29,50<br />

•<br />

Riserva Collio Bianco Collio DOC<br />

2018, Zuani, San Floriano del Collio<br />

14 Vol.-%, Leuchtendes, helles Strohgelb<br />

mit leicht grünen Nuancen. Eröffnet in der<br />

Nase mit Noten nach Mirabellen, weißer<br />

Melone, etwas Banane, rund und verwoben.<br />

Blüht am Gaumen toll auf, viel präsente<br />

Frucht, zeigt im hinteren Verlauf betont<br />

salzige Noten, gute Spannung, sehr langer<br />

Nachhall. zuanivini.it, € 30,–<br />

•<br />

Storico & Friends Bianco Friuli<br />

DOC 2019<br />

Gigante Adriano, Corno di Rosazzo<br />

14 Vol.-%, Intensives Hellgold. In der Nase<br />

zarte, getrocknete Aprikose, geröstete<br />

Mandeln, Ananas, Mango, im Nachklang<br />

nach Siegellack. Am Gaumen dicht und<br />

dennoch leichtfüßig, zeigt minimales Tannin,<br />

das Frische und Struktur verleiht, herzhafter<br />

Bogen, sauberes Finish.<br />

adrianogigante.it, € 30,–<br />

•<br />

Mattia {Beyond Pinot} Friuli DOC<br />

2018, Scarbolo, Pavia di Udine<br />

13,5 Vol.-%, Leuchtendes, sattes Strohgelb.<br />

Spannende und vielschichtige Nase, etwas<br />

Ananas, Zuckermelone, dazu etwas Mango.<br />

Am Gaumen elegant, aber auch kraftvoll,<br />

feine gereifte gelbe Fruchtnoten, hat viel<br />

Druck im Finale, zarter Schmelz.<br />

scarbolo.com, € 39,–<br />

•<br />

Romain Merlot Friuli Colli Orientali<br />

DOC 2015<br />

Rodaro Paolo Winery, Cividale del Friuli<br />

16 Vol.-%, Dunkles, sattes Rubinrot. Satte<br />

Nase, nach Trüffeln und Waldboden, viel<br />

Brombeere, zartes helles Leder und Tabak.<br />

Am Gaumen mit viel Schliff und Schmelz,<br />

zeigt sich mit griffigem Tannin, leichte<br />

Süße begleitet den Verlauf, ein satter<br />

Schluck Wein, mit viel Druck und Grip.<br />

rodaropaolo.it, € 41,–<br />

•<br />

Tal Lùc Cuvée .5.6<br />

Lis Neris, San Lorenzo Isontino<br />

10 Vol.-%, Sattes, intensives Bernstein. Intensive<br />

Nase, eröffnet mit betont würzigen<br />

Noten, nach Chinarinde, Thymian und Bitterorange,<br />

dahinter intensiv nach Kamille<br />

und Dattel. Sehr konzentriert am Gaumen,<br />

viel Dattel, getrocknete Aprikose und Feige,<br />

feine Bitternoten im Finale gleichen die<br />

Süße gut aus. lisneris.it, € 56,–<br />

93<br />

•<br />

Pinot Grigio Friuli Colli Orientali DOC<br />

2020<br />

Gigante Adriano, Corno di Rosazzo<br />

13 Vol.-%, Intensives, leuchtendes Hellorange.<br />

In der Nase nach Orangen, Muskat, zart<br />

nach getrockneten Aprikosen, Feuerstein,<br />

geheimnisvoll. Am Gaumen mit saftigem<br />

Eintritt und schönem Bogen, tolle Frische<br />

mit animierender Zartbitterkeit, tolle<br />

Interpretation.<br />

adrianogigante.it, € 15,–<br />

•<br />

Schioppettino Riserva Friuli Colli<br />

Orientali DOC 2017<br />

Gigante Adriano, Corno di Rosazzo<br />

13 Vol.-%, Rubinrot mit aufhellendem ziegelrotem<br />

Rand. In der Nase sehr würzig,<br />

nach rotem Pfeffer, hellem Leder, auch<br />

nach roter Paprika und Cassis, erinnert im<br />

Nachklang an Preiselbeermarmelade. Am<br />

Gaumen frisch und mit herzhaft-saftigem<br />

Tannin, zeigt klaren Fruchtkern, mit schöner<br />

Spannung und würzigem Nachklang.<br />

adrianogigante.it, € 17,–<br />

Die Friulano-Traube, früher<br />

auch Tocai genannt, erbringt<br />

kraftvolle, würzige Weine.<br />

•<br />

Turian Ribolla Gialla Friuli Colli<br />

Orientali DOC 2020<br />

Collavini, Corno di Rosazzo<br />

13 Vol.-%, Intensives Hellgold. In der Nase<br />

nach feinem Pfirsich, Ananas, auch nach Zitronenmarmelade,<br />

vielschichtig und einladend.<br />

Am Gaumen exotisch, mit feinen Aromen<br />

nach Mango und Ananas, zeigt feinen<br />

Druck, zartbitter-animierender Nachklang.<br />

collavini.it, € 17,90<br />

•<br />

Sauvignon Colli Orientali Friuli DOC<br />

2021, Ermacora, Premariacco<br />

13,5 Vol.-%, Strahlendes Strohgelb. In der<br />

Nase feine Pfirsichfrucht, satte Agrumen,<br />

Wiesenkräuter, auch floral, nach etwas Zeit<br />

zusätzlich Fumé. Geschliffen am Gaumen<br />

mit satter Frucht, spannt sich weit auf, in<br />

sich stimmig, Frucht und Säure spielen toll<br />

miteinander, im Finale auf gedörrter<br />

Ananas. ermacora.it, € 18,–<br />

•<br />

Biancosesto Friuli Colli Orientali DOC<br />

2020, Tunella, Ipplis di Premariacco<br />

13,5 Vol.-%, Funkelndes sattes Strohgelb<br />

mit grünen Nuancen. Fein gezeichnete<br />

Nase, eröffnet mit Noten nach Grapefruit,<br />

frischem Pfirsich und Thymian. Rund und<br />

gut ausgewogen am Gaumen, saftige<br />

Frucht, nach Aprikose und Pfirsich, gute<br />

Spannung im Finale. tunella.it, € 20,–<br />

•<br />

Friulano Friuli Isonzo DOC 2017<br />

Amandum, Moraro<br />

12 Vol.-%, Glänzendes Gelbgrün. Eröffnet<br />

mit rauchig-mineralischen Noten, nach<br />

Schiefer, reifer gelber Apfel, etwas Grapefruit.<br />

Sehr gute Spannung am Gaumen,<br />

zeigt feine salzige Noten, geschliffen und<br />

sehr lange, knackige Frucht.<br />

amandum.it, € 20,–<br />

•<br />

Limine Bianco Trevenezie IGT 2020<br />

Terre di Ger, Pravisdomini<br />

13,5 Vol.-%, Funkelndes, sattes Goldgelb<br />

mit grünen Nuancen. Zeigt feine, gereifte<br />

Noten, nach Pfirsich und Grapefruit, im Hintergrund<br />

würzige Noten, nach Thymian und<br />

Salbei. Zeigt am Gaumen schönes Spiel,<br />

saftige, präzise Frucht, breitet sich satt aus,<br />

im Finale langer Nachhall.<br />

terrediger.it, € 21,–<br />

•<br />

Colmatiss Sauvignon Friuli Colli<br />

Orientali DOC 2020<br />

Tunella, Ipplis di Premariacco<br />

13,5 Vol.-%, Satt leuchtendes Hellgold. In<br />

der Nase nach Grapefruit, Orangensaft,<br />

duftigen weißen Blüten, auch nach Melone<br />

und Mango, vielschichtig und einladend.<br />

Am Gaumen mit tollem Spannungsbogen,<br />

breitet sich cremig-salzig über die Zunge,<br />

schöne Harmonie in Ansatz und Verlauf,<br />

lange. tunella.it, € 21,50<br />

•<br />

Vigne Collio Bianco DOC 2021<br />

Zuani, San Floriano del Collio<br />

13,5 Vol.-%, Strahlendes Strohgelb. Tolle,<br />

einladende Nase, nach reifer Pampelmuse,<br />

Ananas, feine weiße Blüten, einladend. Am<br />

Gaumen mit tollem Fruchtschmelz und<br />

vielschichtigem Bukett, kompakt und<br />

frisch, zeigt im Finale Rasse und Salz bei<br />

guter Länge.<br />

zuanivini.it, € 22,–<br />

•<br />

Pinot Grigio Friuli Colli Orientali DOC<br />

2020, Rodaro Paolo Winery,<br />

Cividale del Friuli<br />

13 Vol.-%, Leuchtendes Hellgold. Tolle, einladende<br />

Nase, nach Mango, Ananas und getrockneter<br />

Banane, zarte Würze. Satter<br />

Schmelz mit strahlender Frucht am Gaumen,<br />

wirkt satt und saftig, mit leichtem<br />

Salz, toller Spannungsbogen.<br />

rodaropaolo.it, € 23,50<br />

•<br />

Merlot Venezia Giulia IGT 2018<br />

Dario Coos, Nimis<br />

14 Vol.-%, Sattes Rubin mit leichten Violettnoten.<br />

Fein gezeichnete Nase mit ausgeprägt<br />

würzigen Komponenten, duftet nach<br />

Kardamom und weißem Pfeffer, dann viel<br />

Cassis. Zeigt am Gaumen guten Druck, viel<br />

griffiges, gut integriertes Tannin, dunkle<br />

Beeren, hallt im Finale lange nach.<br />

dariocoos.it, € 25,–<br />

•<br />

BIO Pinot Grigio Rive Alte Friuli<br />

Isonzo DOC 2020<br />

Borgo San Daniele, Cormons<br />

13,5 Vol.-%, Leuchtendes Hellgold. In der<br />

Nase etwas verhalten mit Tendenz zum<br />

Harz, öffnet sich nach etwas Zeit auf Orangen<br />

und weißen Blüten und lädt vermehrt<br />

ein. Rassiger Gaumeneintritt mit schönem<br />

Schmelz, zeigt feinen Verlauf und Nachdruck,<br />

animierendes, fruchtsüßes<br />

Schwänzchen, kommt saftig-salzig wieder.<br />

borgosandaniele.it, € 25,–<br />

•<br />

Sauvignon Lastris Friuli Colli Orientali<br />

DOC 2019, Pizzulin Denis, Prepotto<br />

13,5 Vol.-%, Helles, funkelndes Goldgelb.<br />

falstaff<br />

253


tasting / FRIAUL-JULISCH VENETIEN TROPHY <strong>2022</strong><br />

Die Hügel um Rosazzo in den<br />

Colli Orientali bilden ein<br />

eigenes DOCG-Gebiet.<br />

Eröffnet mit Noten nach grüner Mango, etwas<br />

dunkle Johannisbeere, weißer Spargel<br />

im Hintergrund. Am Gaumen rund und ausgewogen,<br />

zeigt feine Fruchtnoten, das Holz<br />

ist gut eingearbeitet, im Finale langer<br />

Nachhall. pizzulin.com, € 25,–<br />

•<br />

Dessimis Pinot Grigio Friuli Isonzo<br />

DOC 2020<br />

Vie di Romans, Mariano del Friuli<br />

14,5 Vol.-%, Helles Kupferorange. Feine Noten<br />

nach Blutorange, Wassermelone und<br />

frischem Pfirsich. Saftig und spannend am<br />

Gaumen, zeigt feine salzige Noten im Verlauf,<br />

sehr viel präsente Frucht, im Finale<br />

zarte Karamellnote, feiner Schmelz.<br />

viediromans.it, € 29,50<br />

•<br />

Oltre Rosso Friuli Colli Orientali DOC<br />

2018, Specogna, Corno di Rosazzo<br />

14,5 Vol.-%, Dunkelleuchtendes Rubin mit<br />

Violett. In der Nase zunächst erdige Nuancen,<br />

dann nach reifen Preiselbeeren, Brombeeren,<br />

Unterholz, zartes Leder und Pfeffer.<br />

Am Gaumen spannend und mit klarem<br />

Fruchtkern, eingebettet in herzhaftem Tannin,<br />

zeigt ordentlich Druck, lange.<br />

specogna.it, € 30,–<br />

•<br />

White Angel Bianco Friuli Colli<br />

Orientali DOC 2020<br />

Butussi, Corno di Rosazzo<br />

13 Vol.-%, Leuchtendes, intensives Strohgelb.<br />

Duftende Nase, nach Kamillenblüten,<br />

saftigen Zitronen, ein wenig Melone und<br />

Banane, vielschichtig und einladend. Am<br />

Gaumen saftig, klar und mit Rasse, wirkt<br />

schön ausgewogen, präzise und lange.<br />

butussi.it, € 32,–<br />

•<br />

Montsclapade Friuli Colli Orientali<br />

DOC 2017, Dorigo, Premariacco<br />

14 Vol.-%, Leuchtendes Violett mit aufhellendem<br />

Rand. In der Nase stark vegetalwürzig,<br />

nach grüner Paprika, frisch geschnittenem<br />

Gras, zarter Rosenduft und<br />

Minze. Am Gaumen saftig und mit gut eingebundenem<br />

Tannin, schöne Säure, zeigt<br />

sich herzhaft im Verlauf, eigenständig und<br />

wiederholt saftig im Nachhall.<br />

dorigowines.com, € 35,–<br />

•<br />

Picolit Friuli Colli Orientali DOCG<br />

2015, Butussi, Corno di Rosazzo<br />

14 Vol.-%, Leuchtendes, intensives Bernstein.<br />

Fein gezeichnete, intensive Nase mit<br />

Noten nach frischer Dattel, etwas getrockneter<br />

Feige, Quitte und kandierter Orangenschale,<br />

im Hintergrund nach Zimt.<br />

Rund und ausgewogen am Gaumen, nach<br />

hellem Honig, auch da wieder viel Dattel,<br />

im Finale etwas Quitte, hallt lange nach.<br />

butussi.it, € 35,–<br />

•<br />

Pignolo Riserva Friuli Colli Orientali<br />

DOC 2011, Gigante Adriano,<br />

Corno di Rosazzo<br />

14 Vol.-%, Dunkelleuchtendes Rubinrot. In<br />

der Nase nach dunklen Beeren, Unterholz,<br />

Tabak, auch zart nach Schuhcreme, dann<br />

Trüffel und Brombeeren, erdig. Am Gaumen<br />

mit viel Tannin, griffig-erdig, spannt<br />

sich schön auf, mit Druck, erdig-eigenständig,<br />

ein Wein zum Kauen, weiterhin lagern.<br />

adrianogigante.it<br />

€ 37,–<br />

•<br />

Gris Friuli Isonzo DOC 2008<br />

Lis Neris, San Lorenzo Isontino<br />

14,5 Vol.-%, Sattes, funkelndes Goldgelb<br />

mit leichten Grünnoten. Vielschichtige und<br />

ausgewogene Nase mit Noten nach reifem<br />

Pfirsich, Birne, leichte Brioche-Noten, etwas<br />

heller Karamell im Hintergrund. Geschmeidig<br />

in Ansatz und Verlauf, zeigt tolle<br />

Fülle, breitet sich kontinuierlich aus, feiner<br />

Schmelz, sehr langer Nachhall, verwoben,<br />

im Finale dann etwas bitter.<br />

lisneris.it, € 38,50<br />

•<br />

BIO Arbis Ròs Pignolo Rive Alte Friuli<br />

Isonzo DOC 2017<br />

Borgo San Daniele, Cormons<br />

14 Vol.-%, Dunkles Violett. In der Nase würzig,<br />

nach Kirschen, Geranien und Veilchen,<br />

auch Pfeffer. Am Gaumen mit frischem<br />

Fruchtkern und schönem Verlauf, zeigt sich<br />

mit klarem Spiel, herzhaftes Tannin umhüllt<br />

das süßliche Bukett, eigenständig und<br />

zugänglich.<br />

borgosandaniele.it, € 40,–<br />

•<br />

Bergul Rosso Friuli Colli Orientali<br />

DOC 2017, Lis Fadis, Cividale del Friuli<br />

13,5 Vol.-%, Dunkles Violett. Edle Nase, zarte<br />

Holzwürze, Veilchen, Kirsche, Waldfrucht,<br />

Lakritze, sehr vielschichtig und einladend,<br />

pfefferwürzig. Am Gaumen präsent<br />

mit klarer Frucht, zeigt herzhaft-griffiges<br />

Tannin, tolle Spannung und Vielschichtigkeit,<br />

im Finale mit Nachdruck und<br />

leichter Zehrung.<br />

lisfadis.com, € 45,–<br />

Alle Verkostungsnotizen<br />

online unter<br />

go.falstaff.com/friaul22<br />

Fotos: Shutterstock, Othmar Kiem<br />

254 falstaff jun <strong>2022</strong>


MEDIAMARKT<br />

DAS PERFEKTE TREATMENT<br />

FÜR DIE BESTEN WEINE<br />

Tipps zur Lagerung der besten Tropfen.<br />

ADVERTORIAL Fotos: © Marc McElroy; beigestellt<br />

Im Wein liegt die Wahrheit. So wie im<br />

Ausspruch, jemand altere so gut wie<br />

ein exzellenter Tropfen. Denn mit den<br />

Jahren besser zu werden, ist tatsächlich<br />

eine Rarität. Etwa 95 Prozent aller Weine<br />

eignen sich nicht zur langfristigen Lagerung.<br />

Jenen fünf Prozent, denen die Zeit ein Plus<br />

an Qualität gibt, möchten wir uns hier widmen.<br />

Mit den besten Tipps für edle Tropfen.<br />

IM LIEGEN LAGERN<br />

Bei Schraubverschlussflaschen nicht so<br />

wichtig, bei solchen mit Korken dafür umso<br />

mehr: Weine sollten nicht im Stehen gelagert<br />

werden. Bleibt der Korken über längere Zeit<br />

nicht in Berührung mit Flüssigkeit, trocknet<br />

er aus und bahnt allem in seiner Umwelt<br />

Befindlichem den Weg. Das sollte man auch<br />

bedenken, wenn bereits geöffnete Weine im<br />

Kühlschrank lagern, in dem sich auch Käse,<br />

Wurst und Ähnliches befinden.<br />

VOR SONNENLICHT SCHÜTZEN<br />

Was für Ihre Haut gilt, gilt auch für Ihren<br />

Wein: Direkte Sonneneinstrahlung schadet.<br />

Während man sich mit Sonnencreme vor<br />

schädlichen UV-Strahlungen schützt, ist dies<br />

beim Wein natürlich nicht möglich. Deshalb:<br />

ein schattiges Plätzchen suchen, sonnengeschützt<br />

und auch nicht zu warm.<br />

AB IN DEN KELLER?<br />

Prinzipiell eine gute Idee. Solange Ihr Keller<br />

kühl, aber nicht feucht, schimmelfrei und<br />

ohne unangenehme Gerüche ist – und keinen<br />

Temperaturschwankungen von mehr als<br />

0,5 Grad unterliegt. All diese Faktoren wird<br />

einem der Wein mit der Zeit übel nehmen.<br />

DER PERFEKTE ORT<br />

FÜR DIE BESTEN WEINE<br />

Zumindest für die besten Weine sollte man<br />

deshalb auf Klimaschränke setzen. Mit<br />

diesen kann man Temperatur und Luftfeuchtigkeit<br />

konstant auf die Bedürfnisse<br />

der Weine einstellen, und damit auf maximalen<br />

Genuss. Größere Modelle bieten<br />

außerdem unterschiedliche Zonen für die<br />

perfekte Lagerung von Champagner über<br />

säurebetonte Weißweine bis hin zu schweren<br />

Roten. So macht man sich perfekten<br />

Genuss ganz leicht!<br />

MediaMarkt Business Solutions<br />

INFO<br />

Weitere Informationen unter<br />

mediamarkt.de/businesssolutions<br />

jun <strong>2022</strong> falstaff 255


ANKÜNDIGUNG<br />

SCHAUMWEINFESTIVAL IN MÜNCHEN<br />

PREMIERE: DAS ERSTE FALSTAFF<br />

SCHAUMWEINFESTIVAL IN MÜNCHEN<br />

Im September lädt <strong>Falstaff</strong><br />

erstmalig zum Schaumwein-Tasting<br />

der Extraklasse<br />

nach München. Die<br />

Gäste haben die einzigartige<br />

Möglichkeit, sich durch eine<br />

Vielzahl beliebter europäischer<br />

Schaumweine von mehr als<br />

50 Produzenten zu kosten.<br />

GENUSSPERLEN:<br />

CHAMPAGNER,<br />

CRÉMANT, SEKT & CO.<br />

Es gibt kein besseres Getränk<br />

als Schaumwein, um gebührend<br />

zu feiern und Luxus zu zelebrieren.<br />

Dies trifft nicht nur auf<br />

Champagner zu, auch hervorragende<br />

Schaumweine aus<br />

anderen Gegenden der Weinwelt<br />

bringen uns Genuss. Mit<br />

dem ersten <strong>Falstaff</strong> Schaumweinfestival<br />

feiern wir deshalb<br />

die Vielfalt europäischer<br />

Schaumweine.<br />

Sekt aus Österreich und<br />

<strong>Deutschland</strong>, Spumante, Franciacorta<br />

und Prosecco aus Italien,<br />

spanischer Cava, Crémant<br />

aus Frankreich und Luxemburg<br />

sowie der König aller prickelnden<br />

Weine – der Champagner:<br />

Sie alle verdienen einen fixen<br />

Platz auf unserem exklusiven<br />

Schaumwein-Festival am<br />

12. September im Priscohaus in<br />

München. Sichern Sie sich jetzt<br />

schon Ihr Ticket zu vergünstigten<br />

Early-Bird-Konditionen.<br />

Die Verkostung findet in<br />

edlem Ambiente im<br />

»Priscohaus« am Münchner<br />

Prinzregentenplatz statt.<br />

INFO<br />

TERMIN:<br />

Montag, 12. September <strong>2022</strong><br />

ZEIT:<br />

14.00–16.00 Uhr Fachbesucher |<br />

16.00–21.00 Uhr Privatbesucher<br />

ORT:<br />

Priscohaus, Prinzregentenplatz<br />

23, 81675 München<br />

Das <strong>Falstaff</strong> Schaumweinfestival<br />

macht Ende September auch in<br />

Zürich und Wien halt.<br />

TICKETS:<br />

• Early-Bird: € 35,–<br />

• Early-Bird Gourmetclubmitglieder:<br />

€ 30,–<br />

• Vorverkauf: € 55,–<br />

• Gourmetclubmitglieder: € 49,–<br />

• Normalpreis: € 65,–<br />

• Fachbesucher: € 10,–<br />

ANMELDUNG:<br />

go.falstaff.com/<br />

schaumweinfestival<strong>2022</strong><br />

JETZT<br />

EARLY-BIRD-<br />

TICKETS<br />

SICHERN!<br />

Nutzen Sie die<br />

einzigartige<br />

Möglichkeit, eine<br />

Vielzahl europäischer<br />

Schaumweine in<br />

München zu<br />

degustieren!<br />

Fotos: Shutterstock, Julian Mezger / AMEN Gestaltung, Steigenberger Hotels, beigestellt, CCA Projekt GmbH<br />

256 falstaff jun <strong>2022</strong>


ANKÜNDIGUNG<br />

CHAMPAGNERGALAS<br />

WIEDER DA: DIE FALSTAFF CHAMPAGNERGALAS<br />

Um den luxuriösesten<br />

aller Schaumweine<br />

dreht sich alles bei den<br />

<strong>Falstaff</strong> Champagnergalas in<br />

Frankfurt, Düsseldorf und Berlin.<br />

Die traditionelle Event-Serie<br />

geht im Oktober in die nächste<br />

Runde – und auch dieses Jahr<br />

haben die Gäste wieder die Gelegenheit,<br />

rund 100 Champagner<br />

aus 30 Häusern zu verkosten.<br />

Von großen Namen bis<br />

hin zu ent deckenswerten Geheimtipps<br />

ist alles dabei. Drei<br />

exklusive Locations, der »Steigenberger<br />

Frankfurter Hof«, das<br />

»Derag Living Hotel de Medici«<br />

in Düsseldorf und der »Berlin<br />

Capital Club«, bieten den perfekten<br />

Rahmen. Buchen Sie<br />

jetzt schon Ihre Tickets!<br />

INFO<br />

TICKETS:<br />

Vorverkauf: € 79,–<br />

Gourmetclubmitglieder: € 69,–<br />

Abendkasse: € 89,–<br />

ANMELDUNG:<br />

go.falstaff.com/<br />

champagnergala<strong>2022</strong><br />

DÜSSELDORF<br />

TERMIN:<br />

Dienstag, 11. Oktober <strong>2022</strong>,<br />

18.30 Uhr<br />

ORT:<br />

Derag Living Hotel De Medici<br />

Mühlenstraße 31<br />

40213 Düsseldorf<br />

Geschichtsträchtig:<br />

das »Derag Living Hotel<br />

De Medici« in Düsseldorf.<br />

FRANKFURT<br />

TERMIN:<br />

Montag, 10. Oktober <strong>2022</strong>,<br />

18.30 Uhr<br />

ORT:<br />

Steigenberger Frankfurter Hof<br />

Am Kaiserplatz,<br />

Bethmannstraße 33,<br />

60311 Frankfurt am Main<br />

Neu im exklusiven Dreigestirn<br />

der Champagnergala-Locations:<br />

der ehrwürdige<br />

»Steigenberger<br />

Frankfurter Hof«.<br />

BERLIN<br />

TERMIN:<br />

Mittwoch, 12. Oktober <strong>2022</strong>,<br />

18.30 Uhr<br />

ORT:<br />

Berlin Capital Club<br />

Mohrenstraße 30<br />

10117 Berlin<br />

»Berlin Capital Club«:<br />

Die Lage über dem<br />

Gendarmenmarkt ist<br />

einzigartig.<br />

jun <strong>2022</strong><br />

falstaff<br />

257


epilog / NACHGEFRAGT<br />

SAGEN SIE EINMAL,<br />

MANUELA GOLLNER …<br />

MANUELA GOLLNER<br />

Die gebürtige Steirerin arbeitete<br />

zwölf Jahre lang bei TUI Austria.<br />

2013 wechselte sie ins Airline-Geschäft<br />

zu NIKI. Als Senior Sales Manager für Touristik<br />

war sie für Charterflüge verantwortlich.<br />

Seit ihrem Eintritt bei MSC Kreuzfahrten<br />

im Jahr 2017 hat sich Gollner schnell<br />

zu einer zentralen Ansprechpartnerin<br />

für Österreichs Reisebüro-Community<br />

entwickelt.<br />

SIND KREUZFAHRTEN<br />

NICHT MEHR IM TREND?<br />

INTERVIEW ELISABETH BRANDLMAIER<br />

FALSTAFF Wer ist die Zielgruppe von MSC Kreuzfahrten, und was hat sich hier in den letzten Jahren verändert?<br />

MANUELA GOLLNER Unsere Zielgruppe sind Paare und Familien in der Altersgruppe ab 30 Jahren. Das Vorurteil, Kreuzfahrten<br />

wären nur etwas für ein eher älteres Publikum, gilt schon lange nicht mehr. Ob romantisches Get-away für junge<br />

Paare (insbesondere in unserem exklusiven MSC-Yacht-Club), hervorragende Spezialitätenrestaurants und Vinotheken, tolle<br />

Unterhaltungsangebote für Familien mit Kindern – vieles spricht auch jüngere Zielgruppen an. Generell ist und bleibt die<br />

Kreuzfahrt eine attraktive Urlaubsform, die viele verschiedene Urlaubswünsche abdeckt (Städtereise, Badeurlaub, Kulturreise).<br />

Wie hat sich die Kreuzfahrtindustrie seit der Pandemie verändert?<br />

Für den Restart nach dem kompletten Flottenstillstand Anfang 2020 wurde ein umfassendes »Health- und Safety-Konzept«<br />

eingeführt, das je nach Lage der Pandemie weiterentwickelt wird. Bis auf wenige protokollbedingte Einschränkungen hat<br />

das Kreuzfahrterlebnis nichts von seinem Charme eingebüßt. Zu unseren Landgängen unter dem »Safe Bubble«-Konzept<br />

gab es seitens der Gäste viele positive Rückmeldungen, da man so die Möglichkeit hatte, sicher und sorgenfrei die<br />

Destinationen zu erkunden – auch zu den Hochphasen der Pandemie.<br />

Kreuzfahrten sind derzeit so günstig wie noch nie. Warum ist das so?<br />

Generell sind Kreuzfahrten bekannt dafür, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu stabilen Preisen zu bieten.<br />

Langfristig gehen wir bei MSC Kreuzfahrten davon aus, dass sich die Preise ziemlich sicher wieder auf<br />

dem Niveau vor der Pandemie einpendeln werden.<br />

Steckt die Kreuzfahrtindustrie in einer Krise?<br />

Die letzten beiden Jahre waren nicht leicht für die gesamte Touristikbranche. Auch<br />

dieses Jahr hat mit Omikron und dem Kriegsausbruch in der Ukraine<br />

schwierig begonnen. Allerdings will die Mehrheit der Menschen<br />

endlich wieder reisen, es besteht ein hoher Nachholbedarf,<br />

und wir sehen einen sehr positiven Trend bei<br />

den Buchungseingängen.<br />

Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />

258 falstaff jun <strong>2022</strong>


SOMMER IN ÖSTERREICH.<br />

ROSÉ AUS ÖSTERREICH!<br />

Wärmere Temperaturen und die wieder<br />

bunte Vielfalt der Natur machen Lust<br />

auf Frische und Farbe im Glas. Was eignet<br />

sich also besser als Frühsommergetränk als<br />

Rosé-Wein? Hervorragende Rosés kommen<br />

aus allen Weinbaugebieten Österreichs<br />

(Nieder österreich, Burgenland, Steiermark<br />

und Wien) und präsentieren sich in vielerlei<br />

Gestalt: vom charmanten Jungwein über<br />

frische Vertreter aus Zweigelt und St. Laurent<br />

und würzige Blaufränkisch-Rosés bis hin zum<br />

rassigen Schilcher. Rosé vereint wunderbar<br />

die Vorzüge von Weiß- und Rotwein: Frische<br />

und Struktur, Fruchtigkeit und Würze.<br />

österreichwein.at


a<br />

Der Audi urbansphere concept*.<br />

Die neue Ära der High-Class Mobilität wird fortgeführt.<br />

Ein individueller Erlebnisraum – intuitiv, nachhaltig<br />

und voller faszinierender Erlebnisse:<br />

der rein elektrische Audi urbansphere concept.<br />

Mehr auf audi.de/zukunft<br />

* Bei dem gezeigten Fahrzeug handelt es sich um ein<br />

Konzeptfahrzeug, das nicht als Serienfahrzeug verfügbar ist.

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