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Gib Zecken keine Chance!

Gib Zecken keine Chance! Weltweit gibt es über 800 verschiedene Zeckenarten, bei uns am häufigsten sind die Schild- und Lederzecken. Es werden zunehmend mehr Erkrankungen entdeckt, die ihre Ursache in einem Zeckenstich haben. Für den Menschen sind derzeit sechs Bakterienarten, sieben Viren und auch einige Parasiten als Krankheitserreger identifiziert, die in den Zecken nachweisbar sind. Mit den ersten Sonnenstrahlen werden die Spinnentiere wieder aktiver, vorhanden sind sie das ganze Jahr hindurch. Die beiden häufigsten Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, sind die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die Borreliose. Gegen die virale FSME existiert eine Impfung, die auch von vielen Ärzten empfohlen wird. Gegen die Borreliose hingegen hilft nur eines: sich vor den Zecken schützen. Beim Waldspaziergang (der Holzbock liebt den feuchtkühlen Wald, kommt aber auch in Wiesen und Gärten vor) sollten daher stets geschlossene Schuhe getragen werden und die Socken sollten über das Hosenbein gezogen werden. Zecken springen nicht, sondern werden von Büschen u.ä. abgestreift. Auch Zeckensprays nützen, aber nur für zwei Stunden. Danach müssen diese erneut aufgetragen werden. Die »Wanderröte« ist eine kreisförmige Rötung, die einige Tage bis Wochen nach dem Stich auftritt. Aber nur zwei von drei Borrelieninfektionen weisen diese Zeichen auf. Im Spätstadium finden sich Entzündungsreaktionen an den Gelenken. Am Herzen und den Nerven finden sich Spätfolgen. »Die Zecke beißt ins Knie und sticht ins Herz«, lautet ein Merkspruch für Medizinstudenten. Daher ist eine vorsorgliche Antibiotikagabe nach einem Zeckenstich immer wieder in der Diskussion. Da nicht jede Zecke einen Erreger in sich trägt, raten viele Mediziner von einem Blindschuss mit Medikamenten ab. Hilfreich bei der Entscheidung zu einer vorbeugenden Behandlung mit Antibiotika kann es sein, wenn man weiß, ob die Zecke Borrelienträger war. Denn eine borrelienfreie Zecke kann auch keine Borreliose Was mache ich, wenn mich eine Zecke gebissen hat? • Zecke möglichst schnell mit einer Zeckenschlinge herausziehen • Einstichstelle desinfizieren • Sofern die Zecke länger als vier Stunden gesaugt hat, sollte die Zecke (kostenpflichtig) auf Borrelien hin analysiert werden • Hatte die Zecke Borrelien, dann sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen • Bei der Gelegenheit sollten Sie Ihr Impfbuch mitnehmen und Ihren Impfschutz hinsichtlich FSME und Tetanus prüfen lassen Wie schütze ich mich vor einer Borreliose? • Geschlossene Kleidung • Zeckenschutzsprays (Repellentien) helfen nur für zwei Stunden • Nach dem Spaziergang: gegenseitig untersuchen Häufige Irrtümer • »Ich bin gegen Zecken geimpft«: man kann nur gegen FSME impfen, aber nicht gegen Borreliose • Zeckenzangen sind oft zu groß: wir empfehlen Zeckenschlingen • »Herausdrehen gegen den Uhrzeigersinn«: Zecken stechen, da der Saugrüssel kein Gewinde hat, ist ein »Drehen« unnötig • Völlig ungeeignet: Öl, Nagellack, Klebstoff: die Zecken geben im Todeskampf die Erreger ab auslösen. Hierfür werden spezielle Untersuchungen der Zecken angeboten, die jedoch keine Kassenleistung sind - schließlich wird ja das Tier untersucht, nicht der Patient. Das Beratungsgespräch zur Borreliose hingegen ist eine Kassenleistung, ebenso wie die Behandlung einer Erkrankung. Ganz wesentlich für die Risikobewertung und damit die Frage nach einer eventuellen Infektion ist die Zeitspanne, in welcher die Zecke Keime in das Blut der Patienten einbringen konnte. Übertragungen bei einer Einwirkdauer unter vier Stunden halten viele Experten für sehr unwahrscheinlich. Daher gilt: nach jedem Wald- und Wiesenspaziergang, sollte man den Körper auf Zecken hin untersuchen. © Thaut Images - fotolia.com Ein Drittel der Pollenallergiker entwickelt Asthma Mit der warmen Jahreszeit hat auch die Heuschnupfensaison begonnen. Typische Symptome sind die verstopfte, laufende Nase, Niesreiz und juckende Augen. Sie vergällen Allergikern oftmals den Aufenthalt im Freien. Dabei kann der HNO-Arzt diese Beschwerden lindern. Zunächst muss er jedoch mit einer Untersuchung und dem Pricktest (Hauttest) abklären, ob es sich tatsächlich um Heuschnupfen handelt und worauf der Patient allergisch reagiert. Bei relevanten Beschwerden verschreibt der Mediziner cortinsonhaltige Nasensprays. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung und Ängsten hinsichtlich einer Cortisoneinnahme sind diese nebenswirkungsarm, sehr gut verträglich und auch für Kinder ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr geeignet. Die Inhaltsstoffe werden bei modernen Präparaten gar nicht mehr ins Blut aufgenommen. Da der Spray auch nur wenige Wochen im Jahr verwendet wird, setzen viele Mediziner das sehr wirksame Arzneimittel ein. Reicht das nicht aus, verordnet er zusätzlich Allergietabletten, so genannte Antihistaminika. Diese verhindern die Ausschüttung der wesentlichen Botenstoffe der Allergie, machen allerdings manchmal müde. Bei schwersten Fällen, also Patienten, die trotz dieser Mittel keine Luft bekommen, nicht schlafen können und sogar Asthma entwickeln, verschreibt der HNO- Arzt kurzzeitig cortinsonhaltige Tabletten. Besteht schon ein allergieversursachtes Asthma bronchiale, wird in der Regel der Lungenfacharzt hinzugezogen. Entzündungshemmende und bronchienerweiternde Inhalationssprays müssen dann eingesetzt werden. Ein wichtiger Baustein ist weiterhin, das Allergen zu vermeiden. Wer beispielsweise auf Gräser- und Roggenpollen reagiert, sollte im Mai/Juni bei starkem Pollenflug nicht im Freien Sport treiben. Mehrere Internetadressen verraten, wann bestimmte Pollen fliegen. Heuschnupfen Hyposensibilisierung bei starken Beschwerden Ein Drittel der Menschen mit Heuschnupfen entwickelt Asthma. Um diesen „Etagenwechsel“ zu vermeiden, werden Patienten mit starken Beschwerden häufig eine Hyposensibilisierung empfohlen. Diese lindert die Symptome oft entscheidend und verhindert bei einem Großteil die Entstehung von Asthma. Der Betroffene benötigt danach meist weniger antiallergische Medikamente. Diese Behandlung erfordert eine große Disziplin, denn sie dauert drei Jahre. Anfangs wöchentlich, später alle vier bis sechs Wochen wird das Allergen mit einer sehr dünnen Nadel unter die Haut gespritzt. Dabei wird die allergieauslösende Substanz in hochgereinigter und konzentrierter Form zugeführt. Die Menge des verabreichten Stoffes wird dabei von Sitzung zu Sitzung gesteigert. Eine Alternative zur Spritze ist für manche Patienten die Hyposensibilisierung mit Tropfen. Egal für welches Verfahren Sie sich mit Ihrem Arzt entscheiden - die Behandlung sollte bis zum Ende durchgeführt werden, um im nächsten Jahr auch wirklich erfolgreich zu sein. © Patrizia Tilly - fotolia.com 14 GesundPlus GesundPlus 15 © Sonja Birkelbach - fotolia.com