Harte BrockenDie Niederberger TransportAG in Alpnach hat sich aufden Transport von Natursteinenspezialisiert. IhreGrandload Kippsattelanhängervon Meiller sind entscheidend,um die schwerenFelsbrocken sicher ans Zielzu bringen. Fahrzeuge mit dem Grandload Kippsattelvon Meiller sind wendig, auch aufengen Passstraßen. / © F.X. Meiller Niederberger transportiert Natursteinein die ganze Schweiz. Rene Limacher ist Geschäftsführer derNiederberger AG und sitzt manchmal auchhinter dem Steuer.F.X. MEILLER >> Wenn die bis zu sechs Tonnenschweren Felsbrocken aus dem Meiller GrandloadKippsattel bei der Niederberger Transport AG (NTA)rollen, spürt man die Vibrationen noch 100 Meter entfernt.Diese riesigen Natursteine werden vor allem imWasserbau, zum Uferschutz und zur Hangsicherungverwendet. Auch Tiefbauunternehmen und Gartenbauergreifen auf die Steine zurück. Das Geschäftmit Natursteinen betreibt die NTA seit Jahren erfolgreich.Mit ihren fünf 40-Tonnern transportiert sieNatursteine aus dem Tessin in die Deutschschweiz.Auf dem Rückweg wird Kies und Sand in den Südengeliefert, der im Straßenbau benötigt wird. Diese Gegentransportevermeiden Leerfahrten.„Für den Transport von Granitgestein brauche ich robusteTechnik“, sagt René Limacher, Geschäftsführerder NTA. Seit der Übernahme des Betriebs 2012 hat erdas Unternehmen stetig weiterentwickelt. Seine beidenMeiller Grandload Kippsattel MHPS44.3-N habensich bewährt. Sie sind mit widerstandsfähigem Hardox-450-Stahlausgestattet und für bis zu 650.000Kilometer Laufleistung ausgelegt. Beim Beladen istjedoch Vorsicht geboten: Die Steine werden so sanftwie möglich in der Mulde arrangiert. Kleine Beulenzeugen jedoch von den Belastungen. Die Kippsattelverfügen über eine automatische Rückwandöffnungund einen hydraulischen Unterfahrschutz, der ausdem Fahrerhaus bedient wird. Auch das elektrischePlanenverdeck lässt sich einfach steuern.Limachers Team besteht aus fünf jungen Fahrern, aufdie er sich verlassen kann. Unterstützt wird er von seinerFrau Patricia, die organisatorische Aufgaben übernimmt.Die Fahrer schätzen die robuste Bauweise derMeiller-Anhänger und deren einfache Handhabung.Etwa zehn Prozent des Umsatzes wird im Auslanderzielt. Die Natursteine werden per Binnenschiff ausAntwerpen nach Weil am Rhein gebracht und von dortmit Lkw weiter transportiert. In ruhigeren Zeiten transportiertdie Niederberger-Flotte Kies und Aushub.René Limacher ist stolz auf sein Team, das er aktivin Entscheidungen zur Fahrzeugausstattung einbezieht.Diese Motivation kennt er aus eigener Erfahrung,da er selbst lange als Lkw-Fahrer tätig war.Heute setzt sein Fuhrpark vor allem auf Fünfachser,da die Topografie in der Schweiz oft keinen Platz fürgroße Kippsattel bietet.Die Meiller-Anhänger kamen kürzlich bei einemGroßprojekt zum Einsatz: Für den Hochwasserschutzder Kleinen Emme in Malters transportierte NTA vonOktober 2022 bis Mai 2023 etwa 60.000 Tonnen Natursteine.Beim Entladen geraten die Lkw mit dentonnenschweren Granitbrocken ins Wanken, und dieSteine stürzen donnernd die Böschung hinab, wasden Boden stark erschüttert – fast wie bei einemErdbeben. Dank hydraulischer Rückwand könnendie Grandload Sattelkipper schnell entladen werden.70 DEZEMBER 2024 / JANUAR 2025 » BAU- / NUTZFAHRZEUGE
Neues Fahrzeugkonzept für den Coil-Transport:Der Fliegl CoilRunnerFLIEGL FAHRZEUGBAU >> Das Runde muss ins Eckige gilt nicht nur beim Fußball,sondern war bisher auch die Regel beim Coiltransport; üblicherweise werdenCoils in klassischen Gardinen-Sattelaufliegern transportiert. Nachteile sindviel ungenutzter Raum über den Coils, eine ungünstige Aerodynamik sowie derAufwand beim Öffnen und Schließen von Plane und Verdeck. Fliegl hat daher füreinen Kunden ein völlig neues Fahrzeugkonzept für den Coiltransport entwickeltund zum Patent angemeldet: den SDS 390 CoilRunner.Wichtig war die maximale Nutzlast: Anders als sonst dient daher ein vergleichsweiseleichtes Sattelkipper-Fahrgestell als Basis, das bietet die nötige Stabilitätfür schwere Coils auf kleiner Fläche. Der Kunde transportiert Coils mit einem Gewichtvon bis zu 27,7 t. Dank leicht versetztem Achsabstand darf das Zuggesamtgewichtim Kombinierten Verkehr 44 t betragen, damit ergibt sich ein möglichesCoilgewicht von ca. 32 t (bei 8 t Zugmaschinen-Leergewicht). Zum geringen Leergewichtdes Aufliegers von nur 3.990 kg (4.060 kg mit Steckrungen) trägt derRahmen in Leichtbauweise bei, ebenso der patentierte Curved-Frontabschlusssowie Alufelgen.© FlieglDie 5.700 mm lange Coilmulde aus robustem Stahlblechist an den seitlichen Auflageflächen mit Siebdruckplattenbelegt. Eine Besonderheit: Die Auflagefläche der Coilmuldeist über den Boden nach oben hin geringfügig verlängert,das sorgt für eine bessere Krafteinleitung ins Chassis.Der CoilRunner fährt auf Scheibenbremsachsen samt leichten Alufelgen. DasEBS-Canbus-Signal sendet die Achslast an ein Display im Fahrerhaus; das Trailer-Infocenterinformiert zusätzlich über Kilometerleistung sowie Diagnose- undSystemmeldungen. Alle bei Fliegl verbauten Achsen werden im Werk per Laservermessen und exakt eingestellt, das sorgt für geringen Reifenverschleiß undniedrigen Verbrauch dank geringerem Rollwiderstand. Optional ist das Fahrzeugauch mit Liftachse erhältlich.Wie bei Fliegl üblich machen Details den Transportalltag leichterund sicherer: Dank der 24-Tonnen-Zweigangstützwinden lässtsich der Auflieger auch beladen absatteln; seitlich am Rahmenbefindet sich eine Auszugsleiter für den leichten Aufstieg;Antispritzlappen hinter jeder Achse sorgen für gute Sicht für dennachfolgenden Verkehr.In der Mulde finden Coils bis zu einem Durchmesser von 2.200 mm Platz. 8 Rungentaschenund 6 Coilstützen sorgen für Sicherheit und die nötige Ladungssicherung.In die 16 Zurrpunkte seitlich im Rahmen lassen sich Ketten oder Spanngurteeinhängen. Bei Nichtgebrauch wird die Mulde mit Siebdruckplatten samtrobusten Stahlunterzügen abgedeckt.Die Coilverladung erfolgt üblicherweise per Kran, bei herkömmlichen Aufliegerndurch ein aufgeschobenes Dach. Bei diesem Fahrzeug verbaut Fliegl ein Spezialverdeck,dass sich vollständig zirkulär aufklappen lässt. Dazu sind an Front undHeck zwei Hydraulikzylinder montiert, die über einen Hebelmechanismus dasVerdeck betätigen. Das nötige Hydraulikaggregat befindet sich an Bord, möglichist jedoch auch der Antrieb über die Zugmaschine, falls diese über einen Nebenantriebverfügt. Dann lässt sich das Verdeck sogar vom Lkw aus betätigen. Mitnur etwa 10 Sekunden Öffnungs- bzw. Schließzeit ist das Verdeck unschlagbarschnell, gut für Fahrer, Verlader und Spediteur. Je nach Kundenwunsch kann dasÖffnen und Schließen auch elektrisch, pneumatisch oder manuell erfolgen.BAU- / NUTZFAHRZEUGE 71
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