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MASCHINEN & TECHNIK | Dezember 2025 / Januar 2026

Jahresabschlussausgabe 2025

EDITORIAL‚Deutschland

EDITORIAL‚Deutschland mussins Machen kommen‘Die vorläufige Haushaltsführung nach dem Ampel-Aus, der Ausschreibungsstoppder Autobahn GmbH, der weiterhin kriselnde Wohnungsbau und die enttäuschteHoffnung auf das Sondervermögen: Das Baujahr 2025 hat der Branche wirklich allesabverlangt, es bröckelte an allen Ecken und Kanten.© HDB / Mark BollhorstEs gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer: Erstmals seit vielen Monaten hat sich unserePerspektive verbessert. In allen wichtigen Sparten verzeichnen wir zum Endedes Jahres ein Auftragsplus. Ich bin zwar nur zögerlich optimistisch, denn nach wievor haben einige Sparten hart zu kämpfen und leiden an Auftragsmangel. Aberviele Indikatoren zeigen in die richtige Richtung. Die Ankündigung des Bundeskanzlers,dass jedes baureife Projekt auch gebaut wird, gibt zumindest eine Perspektive.Wichtig ist, dass konkrete Projekte jetzt tatsächlich auch an den Start gebrachtwerden. Das ist nicht nur für den Bau, sondern die gesamte Wirtschaft relevant.Denn laut einer aktuellen Umfrage des IW Kölns haben 77 Prozent aller Unternehmenangegeben, dass sie in ihren betrieblichen Abläufen durch Einschränkungenim Straßenverkehr behindert sind. Damit sind die desolaten Straßennetze und marodenBrücken mit Abstand das größte Verkehrsproblem. Noch viel schlechter siehtes bei der Wasserstraße aus, sie erhält keine neuen Investitionsmittel, obwohl siedie größte Kapazitätsreserve für die Logistik in Deutschland bietet. Sie wird gernvergessen, aber wenn eine Schleuse nicht funktioniert, gibt es keine Umleitung. EinSchiff kann nicht einfach abfahren und eine Alternativroute nehmen. Die Wirtschaftmüsste eigentlich viel lauter protestieren, denn eine intakte Verkehrsinfrastrukturist Grundlage für die Attraktivität unseres Standortes und jede verschobeneSanierung und Instandsetzung wird nach hinten hinaus teurer. Jede schwäbischeHausfrau wüsste es besser.Tim-Oliver MüllerHauptgeschäftsführer,Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.Das Bundesverkehrsministerium täte gut daran, ein konkretes Bauprogramm fürSchiene, Straße und Wasserstraße mit baureifen Projekten vorzulegen.Denn der Bau wird gebraucht wie nie: Nicht nur für den Ausbau und die Ertüchtigungunserer Infrastruktur oder für dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum.Ohne uns gibt es keinen Konjunkturaufschwung, ohne uns gibt es keine Modernisierungunserer Lebens- und Arbeitswelten. Wir sind Schlüsselindustrie für Transformationund die Energiewende. Deshalb müssen wir weiter investieren – auch inneue Technologien, Digitalisierung und CO2-Reduktion.Dabei kommt der demografische Wandel als eine weitere Herausforderung hinzu:In den letzten zehn Jahren hat unsere Branche zusätzliche 200.000 Fachkräfte eingestellt.Das war ein irrer Kraftakt: Wir haben Kapazitäten ausgeweitet und unsereHausaufgaben gemacht. Die Produktivität unseres Handels zu steigern, wird jetztdie zweite Seite einer Medaille sein.Von der Bundesregierung erwarten wir jetzt das Gleiche: verlässliche Investitionen,Transparenz und Planungssicherheit. Damit aus dem kleinen Hoffnungsschimmerzum Ende des Jahres ein Blitz-Start in 2026 wird.Ich habe immer wieder gesagt: ‚Deutschland muss ins Machen kommen.‘Jetzt ist die Zeit dafür!8 FACHEDITORIAL

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