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MASCHINEN & TECHNIK | Februar / März 2025

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bauma Messe-Vorbericht

TransformationskonzeptGOLLWITZER>> Bereitschaft zur Veränderung ist einerder fünf Werte bei Gollwitzer. Dass dies nicht nurvon der Belegschaft erwartet wird, sondern auch vomgleichnamigen Inhaber der Harald Gollwitzer GmbHvorgelebt wird, wurde Mitte Dezember wieder deutlich.David Streicher von Wolff & Müller Energy ausLudwigsburg stellte das Transformationskonzept fürdie Firma Gollwitzer vor. Bereits 2021 wurde mit Prof.Dr. Alexander Herzner von der Hochschule Landshutder CO2-Fußabdruck der Spezialtiefbaufirma aus Floßermittelt. Auf dieser Datenbasis hat Wolff & Müller imstaatlich geförderten Transformationskonzept verschiedeneMaßnahmen abgeleitet, um den Fußabdrucknachhaltig zu senken.„Ich hatte 2020 das Ziel ausgegeben,innerhalb von 15 Jahren, die CO2-Emissionen der Firma um mindestens einDrittel zu reduzieren“, so Gollwitzer zumselbstauferlegten Vorhaben.Ebenso ambitionierte Absichten gehen nun aus demTransformationskonzept hervor. Es sollen 40 % innerhalbder nächsten 10 Jahre eingespart werden.Dazu gibt es besonders im Bereich Diesel-Verbrauch,Strombezug und Großgerätetechnik auf den Baustellenverschiedene Ansätze. „Wir haben hier auch einegesellschaftliche Verantwortung, die wir sehr ernstnehmen“, beschreibt Gollwitzer seine Motivation. Erwolle eben kein getriebener der EU-Green-Deal-Gesetzgebungsein, sondern innovativ vorangehen.Wie ernst dem Floßer Unternehmer das Vorhabenist, zeigt dass er mit dem langjährigen MitarbeiterRichard Gradl einen technisch Verantwortlichen fürdie Family Projects installiert hat. Gradl soll dortaußerhalb des operativen Geschäfts Themen wieNachhaltigkeit, ökologische Gerätetechnik und ressourcenschonendeVerfahrenstechnik vorantreiben.Bereits in der Vergangenheit erhielt das mittelständischeUnternehmen als eines von nur sieben Spezialtiefbauerndie erstmals verliehene DGNB-Zertifizierungfür nachhaltiges Bauen.Dass sich auf diesem Gebiet in der Firmengruppeviel bewegt, zeigt allein der wiederholte Einsatz vonElektro-Bohrgeräten zur Vermeidung von CO2-Emissionenaus Diesel-Verbrennung aber auch innovativeMix-Verfahren, um energie- und transportintensivenBeton zu ersetzen.„Bei dieser Thematik sind wir absoluterVorreiter und werden diesen Weg unbeirrtweitergehen“, so der Firmenchef. Hierwerde auch ein finanzieller Mehraufwand inKauf genommen, um die Innovationskraftzu fördern. „Im Unterschied zumkonventionellen Bohrgerät kostet dasE-Bohrgerät gerne mal eine mittlere5-stellige Summe mehr“, erklärt Gollwitzer.Für ihn ein Investment, dass es Wert ist getätigt zuwerden. Allerdings würde er sich hier mehr Nachdruckgerade von der öffentlichen Hand wünschen.„Die Gesetzgebung in diesem Bereich wirdimmer engmaschiger und regulativer – aberim Vergaberecht zählt nach wie vor nur derPreis, eine CO2-Einsparung erhält keinerleiRelevanz.“Dass es trotz aller Innovationswilligkeit noch ein gewisserWeg zum Einsparungsziel ist, wurde anhanddes Transformationskonzepts noch einmal deutlich.„Die Firma Gollwitzer braucht auf Grund ihrer Baustellenstrukturund ihrer Baustellentätigkeit sehr vielDiesel-Kraftstoff“, stellte Streicher den zentralen Faktorheraus, der 90 % der Ist-Emissionen verursacht.Erster Ansatzpunkt ist für Gollwitzer hier die Umstellungseiner PkW-Flotte mit rund 70 Fahrzeugenauf HVO100. Dabei handelt es sich um synthetischenDiesel, der seit Mai 2024 in Deutschland an ausgewähltenZapfsäulen erhältlich ist. „Wir wollen mitunseren Mitarbeitenden auch hier als Vorreiter neueWege gehen“, so der Unternehmer. Hier lässt sich derVon links nach rechts:Harald Gollwitzer, Alexander Herzner, DavidStreicher, Ludwig Gollwitzer / © GollwitzerCO2-Ausstoß der PkW-Flotte bei konsequenter Umsetzungum 90 % reduzieren. „Das wäre direkt eingroßer Hebel, den sie nutzen können“, unterstrichauch Streicher die Sinnigkeit des Vorhabens.Um auch beim restlichen Treibstoff-Verbrauch einensignifikanten Fortschritt zu erzielen, gelte es jetzttechnische Herausforderungen zu meistern.„Wir werden konsequent weiterin modernste Maschinentechnikinvestieren und mit Geräteherstellernbei der Entwicklung von alternativenAntrieben sowie der Prozessoptimierungzusammenarbeiten“, so der Unternehmer.12 AKTUELLES

Startschuss für die bauma 2025Die kommende Ausgabe der Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen,Baufahrzeuge und Baugeräte findet vom 7. bis 13. April 2025 in München statt.Neuaussteller und RückkehrerAuch 2025 nutzen zahlreiche namhafte Unternehmendie bauma, um sich und ihre Produkte zu präsentieren.Insgesamt sind rund 150 neue Aussteller auf derbauma 2025 dabei. Nicole Schmitt, Exhibition Directorder bauma, sagt: „Das insgesamt positive Feedbackaus der Branche freut uns wirklich sehr.“Leitthemen der bauma 2025Digitalisierung und Nachhaltigkeit bleiben im nächstenJahr die Schlagworte der Branche und spiegelnsich auch in den fünf Leitthemen der bauma wider.Für 2025 sind dies Klimaneutralität, alternative Antriebskonzepte,Vernetztes Bauen, NachhaltigesBauen und Mining Challenge. Von Montag bis Freitaggreift das bauma Forum jeweils eines dieserLeitthemen auf. Das Programm besteht dabei ausKurzvorträgen, Podiumsdiskussionen und Key Notes.Darüber hinaus werden die Aussteller Produkte undInnovationen aus diesen Bereichen präsentieren.Neue Struktur für den BereichArbeitssicherheit in Halle B4Eine Neuerung für 2025 ist, dass der Bereich Arbeitsschutzerstmals zentral in der Halle B4 gebündeltwird. Diese strategische Platzierung bietet denBesuchern einen umfassenden Überblick über Entwicklungenund technologische Fortschritte, die denSchutz auf Baustellen verbessern.Science Hub: Forschung im FokusIm Science Hub der bauma stellen elf Forschungseinrichtungeninnovative Projekte vor. Die TU Münchenpräsentiert unter anderem autonome Lösungen fürden Schüttguttransport und einen Pflasterroboter.Die Universität Duisburg-Essen zeigt einen Seilroboterfür den präzisen Einsatz auf Baustellen, währenddie TU Dresden mit einem Mobilbagger mit PersonenerkennungMöglichkeiten zur Unfallvermeidung aufzeigt.Viele weitere spannende Projekte erwarten dieBesucherinnen und Besucher direkt am Stand.Start-ups mit Innovationen zu allen LeitthemenDarüber hinaus bietet die bauma auch 2025 jungen,innovativen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Ideenzu präsentieren. Knapp 50 Start-Ups haben angemeldetund zeigen ihre Neuheiten und Entwicklungenentlang der Leitthemen der bauma, wie beispielsweisemobile Robotertechnologien, die Entwicklung digitalerZwillinge von Baustellen, alternative Antriebe,Ultraschalltechnologie in der Betonproduktion, autonomeKranlösungen für digitale Baustellen in unwegsamenGeländen, sowie End-to-End- und weitereSoftwarelösungen, um Unternehmen in ihrer Verwaltung,aber auch auf der Baustelle zu unterstützen.Wieder auf der bauma: die VR-ExperienceEine besondere Attraktion ist zudem die die VR-ExperienceZone 2025, eine Kooperation zwischen demConstruction Future Lab (CFLab) und der Messe München.Die interaktive Ausstellung verbindet musealenCharakter mit innovativer Technologie und beleuchtetzentrale Zukunftsthemen der Baubranche. Interessierteerleben hier Demonstrationen zu Themen wieBaurobotik, alternativen Antriebstechnologien, additiveVerfahren sowie Digitalisierung von Maschinenund Schnittstellen. Ergänzt wird das Angebot durchExperteninterviews und multimediale Inhalte. Damitbietet diese Experience einen umfassenden, praxisnahenEinblick in die Innovationen der Branche undmacht zukunftsrelevante Entwicklungen greifbar.Internationale Delegationenzeigen großes InteresseAuch international rückt die bauma wieder stärkerin den Fokus. Delegationen aus Argentinien, Chile,Kolumbien und Peru – traditionell stark im BereichMining – haben bereits ihr Interesse bekundet.AKTUELLES 13