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UmweltJournal Ausgabe 2017-03

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UmweltJournal Ausgabe

U M W E L T T E C H N I K • E N E R G I E • A B F A L L W I R T S C H A F T Bei Unzustellbarkeit retour an: Postfach 555 in 1008 Wien Zulassungsnummer: GZ 02Z030100M SEIT 1994 | MAI 2017 – AUSGABE 3 | EINZELPREIS: EURO 4,20,- Edward Burtynsky Ein aufgrund menschlicher Aktivitäten völlig ausgeplünderter Planet wird immer mehr zu einem möglichen Szenario. Seite 2 Walter Kletzmayr Wird es bald einen Handel mit CH4-Zertifikaten geben? Wer wird im Wettbewerb der Klimakiller auf der Strecke bleiben? Seite 2 P.B.B. VERLAGSPOSTAMT A-1170 WIEN Rudolf Kanzian Unternehmen, die jetzt auf den Lebensweg ihrer Produkte achten, werden künftig einen klaren Wettbewerbsvorteil haben. Seite 11 Thema dieser Ausgabe: Schreddertech Allclick AUSTRIA GmbH Wiener Straße 100, 2511 Pfaffstätten Tel.: 02252/49 001-0, Fax: 02252/49001-40 , www.allclick.at Schallschutztechnik | Inneneinrichtung | Lagerhilfsmittel | Lagereinrichtung Ihr Partner für Schallschutz AUS DEM INHALT Wer als Stadtwerk oder Regionalversorger auf dem Markt bestehen will, muss digital werden und sich aktuellen Herausforderungen anpassen. Das Zauberwort heißt „Change“. Doch wie kann dabei David gegen Goliath bestehen? Das UmweltJournal zeigt neun Schritte zum digitalen Stadtwerk. Seite 7 Was die Zukunft bringt? STANDPUNKT Die globale, durch Menschen verursachte Erderwärmung ist nicht ein Problem unter vielen (welches halt das Wetter verrückt spielen lässt). Sie ist ein Problem, das die Menschheit gefährdet. Im Dezember 2015 hat sich nun die Welt in Paris zwar darauf geeinigt, den Klimawandel zu stoppen. Eine maximale Erwärmung um 1,5 Grad Celsius ist das neue gemeinsame Ziel. Die Ergebnisse wurden gefeiert. Was aber haben Sie seither getan, um Ihre CO 2 Emissionen zu senken? Die Erwärmung schreitet mit halsbrecherischem Tempo voran. Lagen wir zu Beginn des Jahrzehntes „erst“ bei 0,6 Grad Celsius, so ist dieses bereits auf über ein Grad per Februar 2017 gestiegen! Wie schnell müssen wir also unsere CO 2 -Emissionen senken? Das lässt sich nicht so schwer berechnen. Eine bestimmte Menge an CO 2 Emissionen entspricht annähernd einer bestimmten Erwärmung. Um unser Temperaturziel einzuhalten, können wir global noch Emissionen freisetzen. Daraus ergibt sich ein Emissionsbudget: eine freisetzbare Menge CO 2 . Eine sinnvolle Schätzung liegt bei 600 Gigatonnen (Gt) – siehe Grafik. Der gestrichelte Pfad bei 800 Gt markiert einen Grenzbereich. Er zeigt jetzt schon an, dass wohl über das Ziel hinausgeschossen wird. Der Zug für den grün eingezeichneten Pfad ist längst abgefahren. Der lilafarbene Pfad geht von einem Höhepunkt in weniger als drei Jahren aus: 2020! Ist das realistisch? Die Grafik zeigt eines sehr drastisch: Je länger wir uns Zeit lassen, desto rascher müssen dann die Emissionen sinken! Schaffen wir die Wende erst 2025, müssten wir innerhalb von zehn Jahren auf Null! Schon allein die Einhaltung des lilafarbenen 2020-Pfades bedingt tiefgreifende Maßnahmen, welche die Bevölkerung wohl als „radikal“ einstufen würden. Das ist den meisten noch nicht bewusst. In unseren heutigen Demokratieformen wird das nicht umsetzbar sein. Ein Kompromiss aber ist keine Option. Große Entscheidungen kommen auf uns zu. Patrick Wagenhofer, pw@wagenhofer-ee.com Grafik: scilogs.spektrum.de Nur zerkleinern reicht nicht mehr … Universal, flexibel, mobil, effizient, sparsam und intelligent. Ein Schredder muss heutzutage – neben seiner Kernkompetenz, der Zerkleinerung – ziemlich viel können. Ein UmweltJournal-Marktüberblick zeigt die aktuellen Trends in der Zerkleinerungstechnik. Der Trend zu Universalzerkleinerern wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärken: Das behaupten Experten aus der Schredder- Industrie unisono. Das Inputmaterial der Müllaufbereiter, verändert sich dabei immer mehr. Diese versuchen daher durch den Preisdruck am Markt möglichst viele Fraktionen mit einem Zerkleinerer machen zu können. Auch die klassischen Superfraktionen werden zur Seltenheit, hört man aus der Branche. Der Müll werde „dreckiger“ und verunreinigter mit Fremdanteilen und Fremdstoffen. Auch Thomas Diekmann, Zerkleinerungsexperte im Hause Eggersmann, sieht das so: „Der Trend geht klar zu einer universellen Maschine, welche vom klassischem Vorbruch bis hin zum fertigen Endprodukt einsetzbar ist.” Auch die Eggersmann Gruppe hat das schon frühzeitig erkannt und die ersten entsprechenden Zerkleinerer im vergangenen Jahr auf der IFAT vorgestellt. Durch die niedrigen Rohstoff- und Wertstoffpreise werden Müllaufbereiter jedenfalls weiterhin darauf achten, dass ihre Maschinen immer mehr können. Sie müssen flexibler sein in all ihren Einsatzbereichen und das wirkt sich eins zu eins auf die Anforderungen an neue Schredder aus. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Wichtigkeit der Energieeffizienz und Sparsamkeit der Maschinen. Die Energiekosten steigen und dadurch auch die Aufmerksamkeit auf die Effizienz bei Maschineneinsätzen. Politik befeuert Altholzzerkleinerung Im Altholzmarkt wiederum boomen mobile Zerkleinerungsmaschinen. Hier befeuert vor allem die kommende Novellierung der Altholzverordnung den Markt – wie auch der EU-Kreislaufwirtschaftsrichtlinie, in der stoffliches Recycling Vorrang bekommt. Dabei fällt der hochwertigen und sortenreinen Aufbereitung von Altholz wieder mehr Bedeutung zu – zum Beispiel für die Spannplattenindustrie. Die Salzburger Firma Untha shredding technology hat dazu nun ein neues, mobiles, elektromechanisches Zerkleinerungssystem für die Aufbereitung von Abfällen und Altholz entwickelt. Der Clou: Im Gegensatz zu den dieselbetriebenen und damit energiefressenden, umweltschädlichen und lauten Mobilmaschinen, funktioniert die Zerkleinerung des XR mobil-e rein elektrisch. Auch hier ist Universalität wieder oberstes Prinzip: Durch die große Auswahl an unterschiedlichen Lochsieben und Schneidwerkzeugen kann die Maschinenkonfiguration den Kundenanforderungen bezüglich des Ausgangsgranulats angepasst werden. So können zum Beispiel homogene Ausgangsgrößen von 30 bis 400 Millimetern erreicht werden. Auch der steirische Zerkleinerungsprofi Komptech hat sehr gründlich unterschiedliche Aufbereitungsverfahren mit Blick auf die Produktausbeute und die Betriebskosten untersucht und im Siebungsbereich eine innovative Lösung gefunden. „Mit dem neuen Sternsieb Multistar One lässt sich die Altholzaufbereitung nun wohl am effektivsten lösen“, lautet es aus Frohnleiten. Wieder blickt man dabei auf universelle Anwendung und höchste Effizienz. Die Zerkleinerungsarbeit in der Komptech-Lösung erledigt ein der Siebmaschine vorgeschalteter Crambo oder Terminator. Das Abtrennen einer definierten Nutzfraktion bei gleichzeitigem Rückführen von Überlängen in den Zerkleinerer ist dann die Aufgabe der neuen Multistar One. Mit „intelligenten Müll“ kommunizieren Der Markt der Zerkleinerer umfasst mittlerweile den gesamten Globus. Sobald in einem Land ein Deponieverbot ausgespro- Foto: eggersmann chen wird, steigen die Schredderanfragen sprunghaft an. Kernmarkt bleibt weiterhin Europa, wie Thomas Diekmann (Eggersmann) betont. „Im Müllbereich aber verlagert sich die mobile Zerkleinerung zunehmend in die Export -Märkte. Hier spielt in Zukunft Asien und speziell China eine immer größer werdende Rolle”, so Diekmann. Einfache, robuste Zerkleinerer mit minimalem Wartungsaufwand, welche aber auch in der Lage sind eine sortierfähige Fraktion herzustellen, würden dabei vermehrt nachgefragt. Welche zu zerkleinernden Chargen werden sich aber nun in Zukunft weiter häufen und wie wird sich das auf die Technologieanforderungen der Schredder auswirken? „Vor allem Elektronikschrott wird sich in Zukunft häufen und die daraus resultierende Aufbereitung der enthaltenen Wertstoffe“, sagt Johann Erdwich, Geschäftsführer der Erdwich Zerkleinerungssysteme GmbH. Daneben sieht Erdwich die steigenden Chargen bei Siedlungsabfällen und den aufkommenden Deponierückbau als die großen Themen der Zukunft, denen sich die Schredder-Hersteller stellen müssen. Lesen Sie das vollständige Interview mit dem Schredder- Experten Thomas Diekmann (Eggersmann) auf www.umweltjournal-online.at