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UmweltJournal Ausgabe 2018-01

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10 KOMMUNALE DIENSTE

10 KOMMUNALE DIENSTE UmweltJournal /Jänner 2018 Unterflurcontainer für effizientere Abfallsammlung Den Abfall unter die Erde Fotos: Villiger Die Sammlung von Abfällen mit Unterflurcontainern stellt in Deutschland und der Schweiz bereits einen ausgeprägten Trend dar, der in vielen Städten umgesetzt wird. Nun beginnt auch Salzburg als erste heimische Gemeinde ein größeres Unterflursystem zu errichten – im Sommer hat man dazu auch ein Fahrzeug des Unterflurspezialisten Villiger erworben. In der Regel fallen die größten Abfallmengen im Ortszentrum an, oft inmitten historischer Gebäude oder in modern durchgestalteten Wohnsiedlungen. Unterflursysteme für die Abfallsammlung haben nun den Vorteil, dass diese Müllmengen vorübergehend sozusagen „unsichtbar“ werden. Mit einem Fassungsvolumen von 5.000 Litern stellen die Unterflurcontainer eine Alternative zu den 800 oder 240 Liter Abfallcontainern dar. Man sieht nur die Einfüllsäule, der Rest liegt unter der Erde. Auch die Stadt Salzburg errichtet nun ein Unterflursystem. „Mittlerweile sind acht Standorte unterflur umgesetzt und es werden stetig mehr“, sagt Bruno Lederer, der zuständige Dienststellenleiter im Abfallservice Salzburg. Zudem hat die Stadt Salzburg ein eigenes Müllfahrzeug erworben, um die neuen Container effizient zu betreiben. „Das Fahrzeug wurde von der Firma Villiger speziell für die Unterflurcontainer entwickelt“, schildert Lederer. „Der Fahrer muss hier nur mehr den Greifarm an der Tonne fixieren – den Rest macht das Gerät automatisch. Es entleert und stellt den Container wieder zurück in sein Loch.“ Um einiges wirtschaftlicher An diesem Ablauf erkennt man schnell, dass die Unterflur-Methode um einiges wirtschaftlicher sein kann, im Vergleich zu herkömmlichen Sammlungssystemen. Beispielsweise braucht man nur einen Fahrer, der auch den Greifer bedient – während in der Mülltonnensammlung bis zu drei Mann eingeplant werden müssen. Vor allem bei Wohnsiedlungen ab 25 Wohnparteien aber sei das System besonders wirtschaftlich, meint Lederer: „Wir empfehlen das auch den Liegenschaftsbesitzern, denn sie sparen sich bei der Anschaffung von Unterflurcontainern beispielsweise einen Müllraum und sie müssen nicht mehr dafür sorgen, dass alle Mülltonnen und Container schon am Vortag nach draußen zu den Abholpunkten gebracht werden – eine große Erleichterung also auch im Betrieb.“ Zahlreiche Vorteile Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Vorteile. Lederer zählt auf: „Weniger Geruchsbelastung, durch die Lagerung des Mülls in einem Container unter der Erde. Man installiert alle Fraktionen zusammen an einem Ort (Bio-, Restmüll, Plastik, Papier und Glas), wodurch die Trennmoral steigt. Und: Durch die großvolumigen Container sind viel weniger Sammelfahrten nötig, was wiederum den Verkehr verringert.“ Diese Argumente machen das Unterflursystem zu einem äußerst zukunftsfähigen Konzept für die Abfallsammlung in Gemeinden und führen zu einem saubereren und verkehrsärmeren Stadtbild, das vor allem in touristisch hochfrequentierten Städten – wie Salzburg es zweifellos ist – noch gefragt sein wird. Unterflurcontainer haben den Vorteil, dass sie sich harmonischer ins Stadt- oder Siedlungsbild einfügen können, während gleichzeitig alle Fraktionen in unmittelbarer Nähe zueinander lagern. Die Stadt Salzburg hat ein eigenes Müllfahrzeug von der Schweizer Firma Villiger erworben, um die neuen Container effizient zu betreiben. Die Unterflur-Standorte werden immer mehr. Intelligente Lösungen für eine saubere Umwelt Kommunikation mit Ihren Containern Das Salzburger Unternehmen SHOP2WIN GesmbH ist führender Hersteller und Innovationsschmiede im Bereich der Elektronik für Echtzeit-Datenübertragung. Mit dem System I WIN (Intelligentes- Wertstoff-Informations-Netzwerk) haben wir hochwertige und zuverlässige Lösungen entwickelt. Die Überwachung unterschiedlichster Containerversionen erfolgt mittels Übertragung der Füllstandsdaten mit der Möglichkeit, diese in eine Tourenoptimierung einzubinden. Weitere Vorteile sind Temperaturmessung, Zutrittskontrolle, Rüttelsensoren zur Feststellung der Entleerungszyklen und GPS-Ortung. Gerne organisieren wir für Sie einen Besuch bei einem unserer zahlreichen Referenzkunden. Rufen Sie uns an. SHOP 2 WIN Marketing GmbH · 5020 Salzburg · Josef-Mayburger-Kai 114 Tel. +43 (0)662 / 45 40 66-77 · info@shop2win.at · www.shop2win.at

Jänner 2018/ UmweltJournal BAU- | GEBÄUDETECHNIK 11 Fotos: interforst Innovative Holzbau-Architektur „Der kreative Spielraum ist groß“ Spektakuläre neue Kirche aus Holz entsteht derzeit bezeichnenderweise in Holzkirchen. Konstruktion und Material machen den Bau schwungvoll, licht und ökologisch. Martina Ehrnsperger, Projektleiterin der Interforst, sprach auf der „Grünen Couch“ mit dem Architekten Eberhard Wimmer. Kurz vor der Vollendung: die Holzkirche St. Josef in Holzkirchen bei München. Herr Wimmer, Sie sind der Architekt der Kirche St. Josef in Holzkirchen, die im Winter vollendet wird. Was ist das Besondere an diesem Bau? Kirchen sind sinnstiftende Räume. Der kreative Spielraum ist groß, weil jede Zeit und jede religiöse Richtung bei aller Wiedererkennbarkeit ihre eigenen, zeitgemäßen Sakralbauten hervorbringen möchte. Hier ist es die Kegelform, die sichtbare Fachwerkkonstruktion, die Einheit von Wand und Dach. Die Kegelkonstruktion eröffnet spektakuläre Perspektiven. Was ist die kreative Idee dahinter? Aus den liturgischen Funktionen, der Mit einer Holzkonstruktion ließ sich die stützenfreie Raumhülle kostengünstiger realisieren. im Kreis um den Altar versammelten Gemeinde und dem von oben einfallenden Licht ergibt sich eine kegelförmige Hülle wie von selbst. In Analogie zum Zelt ist der Kegel eine archetypische, dabei moderne und unverbrauchte Architekturform. Die Kirche besteht aus Holz – warum? Beton und Stahl waren hier aus mehreren Gründen ungeeignet. Mit einer Holzkonstruktion ließ sich die stützenfreie, kegelförmige Raumhülle über einer Grundfläche von etwa 850 Quadratmetern kostengünstiger realisieren. Dazu kam die aussagekräftige Materialität, die unmittelbare Akzeptanz und das Gefühl von Geborgenheit, die sich in Holzkonstruktionen einstellen. Holzkonstruktionen mit Dreiecksgefachen sind zudem in Bayern verbreitet. Reusen und Körbe werden seit Jahrhunderten so geflochten und begeistern durch vielgestaltige Formen und feines Flechtwerk mit stabilisierenden Ringen und Diagonalen. Was macht den Bau ökologisch? Wir haben regionales Holz verwendet, vor allem Brettschnittholz aus Fichte aus zentraleuropäischen Wäldern, sowie Buche bei den Fachwerkknoten und Lärchenschindeln für die Kegeldächer. Die Kirche ist ein Niedrigenergiegebäude mit passiver Energienutzung. Wir unterschreiten die Werte der Energieeinsparverordnung um bis zu 28 Prozent. In den Kegeln nutzen wir eine natürliche Aufwinddynamik für die Lüftung, die Fußbodenheizung speist sich aus Geothermie, die Bodenplatte dient als thermische Speichermasse. Sparsame LED- Leuchten, begrünte Flachdachbereiche und Rigolenanlagen für die Versickerung des Regens sind weitere Maßnahmen. Zudem haben wir grundsätzlich einfache technische Lösungen gesucht, um die Langlebigkeit zu gewährleisten. Bevorzugen Sie bestimmte Holzarten? Im konstruktiven Holzbau wird vor allem das schneller wachsende Nadelholz verwendet. Für die Schindeln haben wir Lärche verwendet. Stellenweise ist Eichenholz im Einsatz, aus gestalterischen Gründen oder wegen Brandschutz. Welche Bedeutung messen Sie dem Rohstoff Holz generell zu? Das ist leicht zu beantworten. Kennen Sie einen Rohstoff, der nachwächst und eine ähnliche ökologische Gesamtbilanz aufweist und so vielfältig als Werkstoff einsetzbar ist wie Holz? (UJ/Interforst) WWW Besuchen Sie uns jetzt auf www.umweltjournal-online.at Holzturm entsteht und verschwindet wieder Die Schweiz hat ein neues Theater. Auf dem Julierpass, auf 2.300 Höhenmetern, hat das Kulturfestival Origen einen markanten Turm erbaut, der sich zur Landschaft hin öffnet, alle Jahreszeiten bespielt, vertikales Bühnenspiel ermöglicht, im Abendlicht spielt. Das Theaterhaus zitiert den babylonischen Turm und verweist auf den Sprachreichtum einer Kulturregion am Alpenkamm, die von Abwanderung betroffen ist und um neue Perspektiven ringt. Am 31. Juli wurde das Bauwerk erstmals bespielt. Zur Eröffnung wurden Fragmente der dreisprachigen Oper „Apocalypse“ und ein neues Solo für Sergei Polunin uraufgeführt. Der Julierturm wurde aus 1.220 Bauteilen erbaut. 24.400 Schrauben halten das Bauwerk zusammen. Der Holzturm hält Windböen von bis zu 240 Kilometer pro Stunde stand und trotzt selbst Staublawinen. Das Gesamtgewicht des Turmes beträgt ohne Fundament 410 Tonnen, die gesamte Bauzeit dauerte zweieinhalb Monate. Bis zur Eröffnung werden über zwei Millionen in den Turm investiert. Der wintertaugliche Ausbau des Turmes wird eine weitere Million kosten, die in den kommenden Monaten aufgebracht werden muss. Das Juliertheater ist ein ephemeres Projekt, das die Vergänglichkeit alles Lebenden reflektiert. Der Holzbau entsteht und vergeht. Im August wird der Rohbau bespielt, im Herbst erfolgt der wintertaugliche Ausbau, Ende 2020 wird das Gebäude abgetragen und das Gelände umfassend renaturiert. Der Bau entspricht der flüchtigen Kunstform des Theaters und wird nur in der Erinnerung weiterleben. Fotos: Bowie Verschuuren, Origen Festival Cultural Unsere Leidenschaft: Ingenieurdienstleistungen für Umweltschutz mit Mehrwert. Frohnleiten | Wien | St. Veit a. d. Glan office@umweltkonsulenten.at | umweltkonsulenten.at