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UmweltJournal Ausgabe 2018-02

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UmweltJournal Ausgabe

U M W E L T T E C H N I K • E N E R G I E • A B F A L L W I R T S C H A F T Retouren an Postfach 555, 1008 Wien | Österreichische Post AG | SCIAM Fachmedien GmbH & Co KG, Geblergasse 95, 1170 Wien | Zulassungsnummer: MZ 02Z030100 M SEIT 1994 | MÄRZ 2018 – AUSGABE 2 | EINZELPREIS: EURO 4,50,- Georg Kapsch Die Mobilität der Zukunft wird eine Kombination aus allen Verkehrsmitteln und Mobilitätsdiensten sein. Seite 5 AUS DEM INHALT Von 16. bis 19.April 2018 findet die 7. Transport Research Arena, die größte europäische Verkehrsforschungs- und Technologiekonferenz, in der Messe Wien statt. Die Konferenz wendet sich an Vertreter aus Politik, Verwaltung, Forschung und Wirtschaft, mit dem Ziel neue Lösungen für Mobilität zu gestalten und Austausch zu ermöglichen. An vier Konferenztagen erwarten die 3.000 Teilnehmer mehr als 600 Präsentationen rund um das Veranstaltungsmotto „Die digitale Ära der Mobilität“. Das UmweltJournal featured das Konferenzthema in einem Themenspezial ... Arnold Schwarzenegger inklusive. ab Seite 5 Gerald Hanisch P.B.B. VERLAGSPOSTAMT A-1170 WIEN Die soziale Ebene im CSR-System wirkt sich direkt auf Erfolg (und Misserfolg) eines Unternehmens aus. Seite 13 Thema dieser Ausgabe: Smart Mobility Mobilität in Bewegung Sigrid Scharf In kommunalen Abwässern konnten wir sehr viele Arzneimittelwirkstoffe – meist in Spuren – nachweisen. Seite 16 Foto: colourbox Auf der IARC in Wien wird unter anderem Batteriemarkt-Experte Christophe Pillot von 14. bis 16. März 2018 seinen Blick auf den E-Mobility- und Batterie- Markt geben. Vor der Konferenz haben wir ihn gefragt, wie er die aktuelle Marktentwicklung bewertet. Seite 12 Nirgendwo sonst bewegt sich derzeit so viel wie am Mobilitätssektor. Sowohl technologisch, als auch systemisch steht die Branche vor einem großen Wandel. Neue Antriebe, neue Denkweisen und neue Player drängen auf den Markt. Zur TRA 2018 in Wien, der weltweit größten Themenplattform zu Mobilität und Verkehr, präsentiert das UmweltJournal ein Themen-Spezial zur künftigen „Smart Mobility“. ab Seite 5 STANDPUNKT Gas - Brückentechnologie in die Vergangenheit Da die neuen Erneuerbaren in Form von PV und Wind stark alternierend Strom erzeugen, ist dessen Zwischenspeicherung für Stunden, Tage und Monate notwendig. Die wahrscheinlichste Lösung dafür werden Batteriespeicher sein. Da sich diese aber in Kombination mit Stromnetzen noch weitgehend in der Forschungsphase befinden, hat jemand geschickter Weise das Narrativ vom Gas als Brückentechnologie geprägt. Das Argument ist, dass Erdgas bei der Verbrennung deutlich weniger CO 2 und andere Schadstoffe in die Atmosphäre entlässt als Kohle oder Öl. So weit so ceteris paribus richtig. Allerdings lässt diese Betrachtung die Vorkette in Form von Suche, Exploration, Förderung, Transport, aufgelassene Bohrlöcher und auch die Zwischenspeicherung des Erdgases außer Acht. Schon seit Jahren gibt es unter anderem universitäre Studien dazu, dass die Verluste von Methan entlang der Wertschöpfungskette und direkt an den Bohrlöchern - und hier allen voran aus den Schiefergasfeldern der USA – weitaus höher sind, als bisher angenommen. Das Schadpotenzial von Erdgas wird mit einem Faktor in CO 2 -Äquivalente umgerechnet. Der bisher verwendete Faktor stammt aus dem IPCC-Bericht aus 2007 und beträgt rund 23 auf 100 Jahre. Laut aktuellen IPCC-Zahlen aber liegt der Faktor für die ersten 20 Jahre bei 84-87 und in den ersten 100 Jahren bei 34-36. Dadurch ist Erdgas mindestens genauso schädlich wie Kohle und Öl und kann keine Brückentechnologie sein. Es macht keinen Sinn, Nordstream 2 zu bauen. Es macht keinen Sinn, in Norddeutschland einen LNG-Terminal für amerikanisches Schiefergas zu bauen. Das Geld gehört in die Errichtung von Batteriespeichersystemen und in die Flexibilisierung von Lasten investiert. Diese Lock-in-Effekte dienen nur gewissen Interessensgruppen, aber nicht uns allen. Patrick Wagenhofer pw@wagenhofer-ee.com Elektroautos, neue Mobilitätsansätze, autonomes Fahren: Noch niemals in ihrer gesamten Historie stand die Autobranche vor einem derart großen Umbruch, der viele Hersteller bis ins Mark treffen könnte. Manche wissen noch nicht genau, wohin sie die eigenen vier Räder tragen werden, viele aber haben ihr Navigationssystem schon längst eingerichtet. Die Österreichische Energieagentur hat nun in einer aktuellen Studie die zentralen Zukunftsthemen im Bereich Mobilität und Verkehr erhoben und auf den Punkt gebracht. „Die befragten Experten sind sich einig, dass neue, multimodale Verkehrsangebote unser Verkehrsverhalten verändern werden und der motorisierte Individualverkehr geringer werden wird“, gibt Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur einen Ausblick. Kein „one size fits all“ bei Antrieben „Bei der Technologie wird die Zukunft einen Mix an Antriebssystemen bringen, es wird keine ‚E-Monokultur‘ erwartet“, so Traupmann. Im Personenverkehr würden sich zwar batteriebetriebene PKWs durchsetzen. „Bei Transporten im gewerb- lichen Verkehr ab 3,5 Tonnen erwarten die Befragten eher Fahrzeuge, die mit Brennstoffzellen oder Wasserstoff angetrieben werden“, ergänzt Studienautorin Monika Wanjek (Österreichischen Energieagentur). Daneben aber scheint eines so gut wie sicher: Die Digitalisierung wird die Gestaltung und Weiterentwicklung des Verkehrssystems immer mehr unterstützen und bald die zentrale Rolle spielen. Dem Ansatz, Mobilität als Dienstleistung – auch „Mobility as a Service“ genannt – etwa wird dabei eine immer höhere Bedeutung beigemessen. Vor allem IT-Unternehmen, die am Verkehrsmarkt aktiver mitmischen möchten, könnten sich aus Expertensicht dabei als „Mobility-as-a-Service“- Dienstleister etablieren. Die Zahlungsbereitschaft sei allerdings gering, die Befragten schätzen sie auf 85 Euro pro Monat. Es werde sich erst zeigen, ob sich diese innovativen Konzepte wirtschaftlich abbilden lassen, analysieren die Studienautoren. Einigkeit herrscht aber beim Thema „selbstfahrende Fahrzeuge“, die für drei Viertel der Befragten bereits in zehn Jahren Realität sein werden. Aktuell dürfen in Kalifornien dürfen bereits ab April selbstfahrende Autos ohne Lenkrad und Pedale auf die Straße. Österreich für autonome Autos gerüstet? Sind wir aber generell für eine Zukunft mit selbstfahrenden Fahrzeugen gerüstet? Das Beratungsunternehmen KPMG untersuchte diese Fragestellung jüngst in 20 Ländern die Bereitschaft und Offenheit für selbstfahrende Fahrzeuge. Österreich findet sich in diesem „Autonomous Vehicles Readiness Index“ (AVRI) im Mittelfeld und belegt den zwölften Platz. Die besten Voraussetzungen für automatisiertes Fahren bestehen in den Niederlanden, in Singapur und in den USA. Zu den Stärken der Niederlande gehören die hohe Akzeptanz von Elektrofahrzeugen, die große Dichte an Ladestationen, das solide Telekommunikationsnetz sowie eine Vielzahl geplanter Praxistests. „Autonome Fahrzeuge werden die Zukunft aktiv mitbestimmen. Die Frage lautet nicht ob, sondern wann autonomes Fahren zur alltäglichen Realität wird“, schildert Klaus Mittermair, Head of Automotive bei KPMG Österreich, die Situation. Auch österreichische Technologie ist im „selbstfahrenden Rennen“ mit im Spiel. Der heimische IT-Konzern Kapsch realisierte beispielsweise erst Ende Jänner einen automatisierten Pilot-Test auf der litauischen Autobahn A1 zwischen Kaunas und Vilnius, sowie die Errichtung einer Testanlage für seine V2X-Technologie. Diese Technologie von Kapsch TrafficCom ermöglicht den Austausch von Daten zwischen Fahrzeugen und deren Umgebung mithilfe drahtloser Kommunikation. Die in Echtzeit gesendeten und empfangenen Informationen – Straßenarbeiten, Wetterbedingungen bis hin zu Geschwindigkeitsbeschränkungen – unterstützen Verkehrsteilnehmer und Verkehrsleitzentralen in ihren Entscheidungsfindungsprozessen. Transport Research Arena 2018 Von 16. bis 19. April 2018 widmet sich die Transport Research Arena (TRA) 2018 unter dem Motto „Digitalisierung im Bereich Mobilität“ der Vereinbarkeit von Technologie und nutzergerechter Mobilität. Ziel der Konferenz ist es, neueste Ergebnisse europäischer Forschung und Technologieentwicklung zu präsentieren. Damit sollen Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft gefunden und Europa im globalen Wettbewerb positioniert werden. Der zum ersten Mal stattfindende „TRA – High Level Industrial Round Table“ wird dieses Thema breit in den Vordergrund stellen.