4FasnachtBock | Dienstag, 11. November 2025Ein Hoch auf die fünfte JahreszeitHeute wird um 11.11 Uhr die Fasnachtssaison eingeläutet.In Schaffhausen findet bekannterweise der Startschuss amdarauffolgenden Samstag mit Guggenmusik statt.FASNACHTSCHAFFHAUSENSandro Zoller11.11., 11.11 Uhr. Eine Schnapszahl mitgrosser Bedeutung. Um diese Uhrzeit wirdalljährlich die neue Fasnachtssaison eingeläutet.Aber warum genau dann? Nun,an diesem Datum ist bekanntlich der Tagdes Heiligen Martins. Vielerorts werdendazu Märkte aufgebaut. Bereits im Mittelaltergab es diese, an welchen Musikerund Gaukler für Unterhaltung sorgten.An diesem Tag war zudem oft das Endeder Ernte, was gebührend gefeiert wurde.Hinzu kommt, dass in der Zahlensymbolikdie 11 als Zeichen der Eintracht gilt. 1und 1 stehen versöhnlich nebeneinanderund versinnbildlichen die Gleichheit allerNarren. Für die Zahl 11, als Narrenzahl,gibt es Belege bereits aus dem 16. Jahrhundert.Da sie als erste Zahl den Dekalog, respektivedie «Zehn Gebote» überschreitet,galt sie als Zeichen der Sünde respektiveMahnung zur Umkehr. Die 10 verweistauf ein gottgefälliges Leben, auf Rechtund Ordnung. Die 11 hingegen steht füreine Geisteshaltung, die nicht den WillenGottes, sondern den Willen des Menschenin den Mittelpunkt stellt.Das Faschnachtskomitee Schaffhausen(FaKoS) besucht um 11.11 Uhr seineFreunde in Winterthur und am Abendgeht es zu den Kollegen in Thayngen.Musik bis in die AbendstundenFür Fasnacht- und Musik-Fans startet die5. Jahreszeit aber erst am kommendenSamstag, 15. November, auf dem Fronwagplatz.Mit 11 Paukenschlägen fälltum 11.11 Uhr der offizielle Startschusszu Schaffhauser Fasnacht 2025/2026. Danachheisst es 12 Stunden nonstop Guggenmusikmit Gruppen aus Schaffhausen,dem nahen Ausland und dem Tessin. Unterden Gästen aus Wirtschaft und Politik sindunter anderem Bildungsreferent Marco Planassowie Ständerat Severin Brüngger. AmAbend verlagert sich das Treiben in die Altstadtzur Beizen- und Gassenparty.Ein Stück Geschichte«Die Schaffhauser Fasnacht ist und bleibtein Stück gelebte Kultur. Möge sie fürimmer glänzen», so der FaKoS-ChronistCharly Gfeller. Er hat diese Aufgabe vonErnst Döbele und Irma Merki übernommenund führt sie noch bis 2027 aus. Dieletzte Aktualisierung der Broschüre nahmer 2024 vor.Bsetzi und Chnorz, zwei drollige KerleAm 11.11.1981 gab es die erste Verleihungvon «Bsetzi» und «Chnorz», welche abAnfang der 90er-Jahre neu am Zunftmeisterempfangdurchgeführt wurde. Die Plakettemit den beiden drolligen Figuren wurdebereits 1975 herausgegeben. Bei einemBier in der ehemaligen «zur alten Post»am Fronwagplatz, haben im Jahr 1981Mäni Frei und Ernst Döbele den beidenFiguren schlussendlich die heute allbekanntenNamen gegeben. «Chnorz», die Figurmit der langen, schlanken Nase, erhielt denNamen im Zusammenhang mit den SchaffhauserReben. Der «Chnorz» übergibt jederFasnacht einer Persönlichkeit, die dengrössten «Chnorz» (Mist) gemacht hat,eine Rebwurzel.Die Figur mit der runden, kurzen Naseheisst «Bsetzi» und bekam den Namen imZusammenhang mit der Altstadtpflasterung.Der «Bsetzi» überreicht jeweils einerPersönlichkeit mit einem schweren Amtoder einer guten Tat einen Bsetzistein.Der «Bsetzi» und «Chnorz» werden jeweilsam Zunftmeister-Empfang vor demgrossen Umzug verkündet.Die Maske des «Chnorz».Die Maske des «Bsetzi». Masken haben gerade bei Musikgruppen und Vereinen einen hohen Stellenwert. Bilder: zVg. Horror-Kaninchen lehrt das Fürchten.Publireportage FaKoS, Herrenacker 19, 8200 SchaffhausenGuggenchilbiam 15. Novemberwir verführen Sie gerne!wir verführen Sie gerne!Guggenchilbi Schaffhausen 2025Fasnachtseröffnung mit Vollgas!Samstag, 15. November 2025,Fronwagplatz, Schaffhausen, 10 – 22 UhrSchaffhauserGuggenchilbi15.11.202512 Stunden Guggenpower nonstop!Guggen aus nah und fern Sorgen für Stimmung – dieses Jahrsogar mit einer Gugge aus dem Tessin, die unsere SchaffhauserFasnachtseröffnung kennenlernen möchte!Kommt vorbei, geniesst das bunte Treiben, tanzt, feiert undlasst Euch von unserem attraktiven Food- und Getränkeangebotkulinarisch verwöhnen.Fasnachtsstimmung, gute Laune und ganz viel Sound – mittenim Herzen von Schaffhausen!Wir freuen uns auf Euch.Teppich-Huus Breiti AGPARKETT - BODENBELÄGE - TEPPICH
Bock | Dienstag, 11. November 2025 5fasnachtIm Takt des Schunkel-SchrittsWenn am kommenden Samstag die Guggen Chilbi den Fronwagplatz in Schaffhausen in eine laute Festmeileverwandelt, steht auch die Guggenmusik «Rhy-Gusler» auf dem Platz. Adrian Mamedow und Patrick Holzer,langjährige Mitglieder geben einen Einblick in ihr Leben zwischen Proben, Auftritten und Fasnachtsfieber.GUGGENMUSIKSCHAFFHAUSENSalome ZulaufAnzeigeSchaffhausenim Glanz des1. RheinlichtFestivalsFreitagabend, kurz vor 20 Uhr, in denProberäumen der Schaffhauser Guggenmusik«Rhy-Gusler». Was früher alteIndustriehallen waren, dienen heute alsTreffpunkt für die rund 40 aktiven Mitgliederdes Vereins. Nach und nach fülltsich der Raum, Instrumente werdenausgepackt, kurze Begrüssungen ausgetauscht,bevor die Probe beginnt.Mitten unter ihnen: Adrian Mamedow,Tourmanager der «Rhy-Gusler», sowiePatrick Holzer, ehemaliger Präsident undweiterhin aktives Mitglied. Beide engagierensich seit vielen Jahren für den Vereinund gehören längst zum festen Kernder Gruppe. «Ich bin eigentlich mit denRhy-Guslern aufgewachsen», erzählt AdrianMamedow. «Meine Eltern spieltenschon damals in der Guggenmusik undheute wieder. Ich war quasi das erste Gusler-Baby.»In der Jugend habe er sich etwasentfernt, erzählt er weiter. «Da hatteich andere Interessen, spielte Posaune imMusikverein und war kurzzeitig bei eineranderen Gugge.» 2019 fand er schliesslichzurück zu den Rhy-Guslern und blieb.Auch Patrick Holzer ist seit vielen Jahrendabei. «Seit 2011 bin ich hier, davonwar ich zwölf Jahre Präsident, dieses Jahrhabe ich das Amt abgegeben», erzählt er.Trotzdem steht Patrick Holzer weiterhinmit vollem Engagement auf der Bühne.«Ich spiele seit eh und je Schlagzeug, beiuns nennen wir das ‹Chuchi›, weil wirauf verschieden grossen Platten spielen,die ein bisschen an eine Küche erinnern»,sagt Patrick Holzer schmunzelnd. Zu denRhy-Guslern kam er einst, weil er sichmusikalisch weiterentwickeln wollte.Wer mitmachen will, ist willkommenBeim Verein können alle mitmachen,die Freude an Musik haben, mindestens18 Jahre alt und bereit sind, sich auchaktiv einzubringen. Die Altersdurchmischungist gross: von jungen Erwachsenenbis zu Mitgliedern um die 60 Jahre.Einige sind zwar noch Teil des Vereinslebens,aber nicht mehr aktiv spielend dabei.«Wir haben sogar ein paar Kinder,da beispielsweise die Eltern auch im Vereinsind oder sozusagen einen Götti oderein Gotti haben, dann geht das auch»,so der Tourmanager.Die Probesaison startet jeweils im Augustoder September, einmal wöchentlichwird für zwei Stunden geübt, damitjedes Jahr ein paar neue Stücke ins Repertoirekommen. Welche es dieses Jahrsind, bleibt jedoch noch ein Geheimnis.Richtig los geht die Saison für die Rhy-Gusler traditionell am 11. November.Der erste grosse Auftritt folgt jeweilsan der Guggen-Chilbi in Schaffhausen,welche dieses Jahr am 15. Novemberstattfindet. Danach stehen unterschiedlicheVeranstaltungen auf dem Programm.«Je nachdem wo wir gebuchtwerden, reisen wir an die verschiedenstenOrte in der Schweiz. Jetzt steht dannbald ein Auftritt in Basel an», ergänztAdrian Mamedow.Die Rhy-Gusler an der letzten Fasnacht in Schaffhausen.Kostüme und «Grinde»Ein grosser Bestandteil der Guggenmusiksind nebst der Musik, die Kostüme undMasken, auch «Grinde» genannt. «Frühermachten wir jedes Jahr neue Kostüme, daswar sehr aufwändig, da wir alles selber machen»,erklärt Patrick Holzer. «Deshalb istes seit einigen Jahren so, dass alle zwei Jahreneue Kostüme nähen und neue Maskenmachen.» Dieses Jahr heisst das Motto zumzweiten Mal: «Vorhang auffür Rhy-Guslers HorrorZirkus». «Wir planen dasMotto jeweils ein Jahr imVoraus, damit genügendZeit fürs Nähen bleibt»,erklärt Patrick Holzer. «Esgibt zuerst einen Prototyp,dann nähen wir die Kostümegemeinsam. Wir habeneine Kostümbildnerin undeinen Maskenbauer imVerein, die uns unterstützen.»Die Masken werdenanschliessend selbst gegossen.«Der Aufwand istrelativ gross», ergänzt derehemalige Präsident derRhy-Gusler. «Wichtig ist: Jedes Mitglied istfür sein eigenes Kostüm verantwortlich. DasMaterial stellt der Verein zur Verfügung.»Ob es ein Wiedererkennungsmerkmal derRhy-Gusler gibt, meint Adrian Mamedowohne zu zögern: «Ja, ganz klar. Und zwareinerseits die Maske. Früher gab es rundacht Guggenmusiken in der Stadt, heute nurnoch drei. Und wir sind die Einzigen, dieeine vollständige Maske tragen, die das ganzeGesicht abdeckt.» Andererseits gehört auchdie eher düstere Optik mit viel Schwarz zum«Guggenmusikist mehr alseine Tradition,sie lebt von denpersonen, die dahinterstehen.»Patrick HolzerEhrepräsident und seit 2011 beiden Rhy-Gusler dabei.typischen Erscheinungsbild der Rhy-Gusler.«Mit dem letzten und diesjährigen Kostümwollten wir aber auch etwas Farbiges ausprobieren»,ergänzt Adrian Mamedow.Ganz eigener «Schunkel-Schritt»Berühmt sind die Rhy-Gusler auch fürihren typischen «Schunkel-Schritt», besondersauffällig mit ihren schweren Schuhen.«Dieses Hin- und Herschwanken beimUmzug gehört bei uns einfachdazu», erklärt AdrianMamedow. In den Probenwird der Laufschritt zwarab und zu angesprochen,so richtig trainiert wird eraber erst an der Guggen-Chilbi, wenn die Saisonstartet. «Es gibt bestimmteStücke, bei denen derSchritt passt, das gibt unsder Musikchef vornewegvor», erklärt Patrick Holzer.Eine feste musikalischeRichtung haben dieRhy-Gusler nicht. «JedesMitglied kann Lieder vorschlagen.Unser Musikgremiumentscheidet dann, was ins Repertoirekommt», so Holzer. Dass die Rhy-Guslergerne etwas mystisch daherkommen, hatTradition. «Wahrscheinlich hat man sich beider Gründung 1987 stark am Luzerner Stilorientiert und inspirieren lassen», ergänzt er.Der Zusammenhalt ist das A und OWas macht die Gruppe aus? «Wir sind einkunterbunter Haufen und genau das ist dasSchöne», sagt Adrian Mamedow. «Jede undjeder bringt etwas Eigenes mit und engagiertBilder: zVg.sich auf seine Weise.» Die Gemeinschaftgeht dabei weit über Proben und Auftrittehinaus. Man trifft sich auch unter dem Jahr,es entstehen Freundschaften, die seit Jahrenbestehen. «Und trotzdem tut eine Sommerpausemal gut, um neue Energie zu sammelnund sich wieder auf die nächste Saison zufreuen», meint Holzer. Wie haben sich dieFasnachtsszene und das Vereinsleben verändert?«Klar gab es in Schaffhausen Vereine,die aufgehört haben. Wir merken das aberweniger, weil diejenigen, die weitermachenwollen, vielleicht bei uns landen», sagt AdrianMamedow. Neue Leute fürs Vereinslebenzu begeistern, werde grundsätzlichschwieriger, nicht nur bei der Fasnacht.«Es gibt im Verein auch Pflichten. GeradeJüngere möchten sich oft nicht mehr langfristigbinden», so Holzer. Zudem habe dieFasnacht in der Gesellschaft nicht mehr denselbenStellenwert wie früher. «Bei den Umzügenhat es zwar noch Zuschauerinnen undZuschauer. Doch irgendwann kommt derPunkt, an dem die Leute weg sind. Dahersieht man, dass das Interesse an der Fasnachtzunehmend schwindet und es schwierigerist, Personen aus der Region zu rekrutieren.»Ausbrechen aus dem AlltagFür beide ist die Fasnacht mehr als ein Hobby.«Es ist ein Ausbrechen aus dem Alltag,Kameradschaft und eine andere Welt sehen»,beschreibt Holzer. «Im Sommer binich am Wasser und im Winter habe ich meinHobby.» Sich verkleiden, musizieren undgemeinsam unterwegs sein das sei es, was dieFasnacht ausmacht. Ein grosser Traum: einmalan der Luzerner Fasnacht mitzuspielen.«Es ist schwierig, aber träumen darf manja», sagt Holzer mit einem Lächeln.Der Herrenacker erleuchtet.Bild: zVg.KOLUMNESCHAFFHAUSENVom 29. Oktober bis 9. Novembererlebte die Munotstadt die erfolgreichePremiere des Rheinlicht Festivals.Über 20000 Besucherinnen und Besucherströmten in die Altstadt, entlangdes Rheins bis hinauf zum Munot, umdie faszinierenden Lichtinstallationen zuentdecken. Der Lichtweg verband historischePlätze und Gebäude zu einemeinzigartigen Kultur- und Kunsterlebnis.Das Festival sprach alle Generationenan: Kinder, Familien, Erwachsenesowie Seniorinnen und Senioren liessensich von den kreativen Werken inspirieren.Die 21 Arteplages wurden vonlokalen, nationalen und internationalenKünstlerinnen und Künstlern gestaltetund boten ein vielfältiges Spektrum anLichtkunst, Interaktion und visuellenÜberraschungen. Die Resonanz warüberwältigend. Zahlreiche Besuchendeteilten ihre Eindrücke begeistert überSocial Media, wodurch viele Sujets viralgingen. «Über drei Jahre haben wir amRheinlicht-Konzept gearbeitet. Umsomehr freut es uns, dass es bei den Besucherinnenund Besuchern auf so grossenZuspruch stösst», erklärt AdrianBrugger, Initiant des Festivals und Mitglieddes Organisationskomitees. RogerStaub, OK-Mitglied und Co-Präsidentdes Vereins Rheinlicht, ergänzt: «DasRheinlicht Festival bringt der ganzenStadt Aufschwung – vom Detailhandelbis zur Gastronomie.» Reiner Roduner,ebenfalls OK-Mitglied und Co-Präsident,betont: «Wir freuen uns schondarauf, das Rheinlicht Festival fortzuführen,wir haben bereits viele neueIdeen.» Der Zeitpunkt, kurz nach derUmstellung auf die Winterzeit, erwiessich als ideal. Die Lichtinstallationen erzeugteneine warme, einladende Atmosphäre,die Besucherinnen und Besuchermagisch anzog. Neben dem kulturellenMehrwert profitierte die gesamteStadt: Detailhandel und Gastronomieverzeichneten eine deutliche Belebungdurch den Besucherandrang. Aufgrunddes grossen Erfolgs stiess das Ticketsystemzeitweise an seine Grenzen, undauch die Organisation der zahlreichenHelfenden musste kurzfristig erweitertwerden. Aus diesen Erfahrungen ziehtdas OK wertvolle Erkenntnisse für dienächste Ausgabe. Ziel ist es, das RheinlichtFestival als feste Institution undkulturellen Leuchtturm zu etablieren.Mit seiner Premiere setzte das RheinlichtFestival ein sichtbares Zeichen fürkreative Energie, Gemeinschaftserlebnisseund die Strahlkraft von Kultur,mitten im Herzen Schaffhausens.AnzeigeIHR TOYOTA & LEXUSSPEZIALISTBeringen-Enge • 052 630 10 10 • engebrunnen.chAdrian Mamedow, Tourmanager der Rhy-Gusler und Patrick Holzer, ehemaliger Präsident,spielen beide noch bei der Guggenmusik mit.Bild: Salome ZulaufDie Rhy-Gusler auf dem Fronwagplatz mit demMotto «Horror Zirkus».
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