2HintergrundBock | Dienstag, 9. Juni 202620 Jahre SchaffhauserFussballsommer im MosergartenOb eingefleischter Fussballfan oder Gelegenheitszuschauerin: Wenn WM oder EM ist, finden sich im Mosergarten Menschen zusammen, diesonst kaum am selben Tisch sitzen würden. Dass diese Begegnungen seit 20 Jahren stattfinden, ist vor allem Luciano Di Fabrizio und seinemTeam zu verdanken, der das Public Viewing 2006 ins Leben gerufen hat.In guter Gesellschaft wird gespannt auf den Bildschirm das Spiel verfolgt. Bilder: Salome ZulaufIn welcher Schweizmöchtest du leben?GASTKOLUMNESCHAFFHAUSENPia LeuIch habe mir langeüberlegt, ob ichnun auch noch überdie Chaos-Initiativeschreiben soll. Istder Diskurs nichtschon gesättigt,habe ich denn wirklich noch etwas zusagen, was nicht schon gesagt wurde, wasirgendjemanden noch überzeugen kann,an die Urne zu gehen?Aber es hätte sich einfach nicht richtigangefühlt, nicht darüber zu schreiben,nicht alle denkbar möglichen Mittelzu nutzen, um gegen diese Initiative zukämpfen.Denn ausgerechnet am 14. Juni, am Tagder Gleichstellung, an einem Tag, andem Solidarität und Menschenrechtehochgehalten werden, müssen wir überdiese Initiative abstimmen, die das allesmit Füssen tritt.Würde die Initiative angenommenwerden, dürfte die ständige Wohnbevölkerungder Schweiz bis 2050 die10 Millionen nicht überschreiten. Damitdieser Grenzwert nicht überschrittenwird, soll die Nettozuwanderunglimitiert werden. Das bedeutet, dasszunächst der Familiennachzug unddas Recht auf Asyl abgeschafft, danndie Europäische Menschenrechtskonventionaufgekündigt wird. Denn diesegilt gemäss Bundesrat als sogenanntes«BevölkerungswachstumstreibendesAbkommen». Schliesslich müsstedie Schweiz die Personenfreizügigkeitmit der EU und damit die bilateralenAbkommen aufgeben. So weit soschlecht. Die SVP verspricht mit der Initiativeeine Rückkehr zu einer SchweizerIdylle, die es so nie gegeben hat. Schonimmer war die kleine Schweiz angewiesenauf Arbeiterinnen und Arbeiter ausdem Ausland. Das Gesundheitssystem,die Landwirtschaft, die Baubrancheund viele weitere Zweige der Wirtschaftwürden gar nicht funktionieren undwären auch heute nicht da, wo sie sindohne das Engagement und die Ideen vonMenschen, die zum Arbeiten und Lebenin die Schweiz gekommen sind. GemässInitiative dürften die Arbeiterinnen undArbeiter weiterhin kommen aber nichtlänger als 12 Monate in der Schweiz leben.Faktisch ist das eine Rückkehr zumSaisonnier Statut – Arbeiten, ja, aberRechte haben, nein. Es geht aber um soviel mehr als um die Frage nach Arbeitskräften,es geht um eine grundsätzlicheAusrichtung des Landes. Ich möchtenicht in einer Schweiz leben, in der wiruns abschotten, in der wir Migrantinnenund Migranten per Gesetz zu Menschenzweiter Klasse degradieren, in der wirauf Austausch und Zusammenarbeitverzichten und uns so die Möglichkeitauf Weiterentwicklung, auf Neu- undWeiterdenken, auf Zusammenhalt, Vielfaltund Inspiration nehmen.Ich möchte in einer Schweiz leben, inder wir solidarisch sind, voneinanderlernen, miteinander Probleme lösen,unsere Kräfte bündeln, unser Wissenaddieren und so gemeinsam vorwärtskommen.Wenn dir das alles auchwichtig ist, dann nutze deine Stimme,mobilisiere dein Umfeld, geht an dieUrne und werft ein NEIN für dieNachhaltigkeitsinitiative ein!PUBLIC VIEWINGSCHAFFHAUSENSalome ZulaufDie Tage sind gezählt, bis der Anpfiff zurFussball-Weltmeisterschaft 2026 in denUSA, Kanada und Mexiko ertönt. Mit 48Mannschaften, 104 Spielen und 39 TagenFussball pur wird das Turnier weltweit MillionenMenschen begeistern.Ob vor dem Fernseher, in der Gartenwirtschaftoder beim Public Viewing: Kaumein anderes Sportereignis schafft es, Menschenso zusammenzubringen wie eineFussball-WM. Jubel, Nervenkitzel, Enttäuschungund Euphorie werden gemeinsamerlebt. Genau dieses Gemeinschaftsgefühlprägt seit mittlerweile 20 Jahren auch dasPublic Viewing im Mosergarten in Schaffhausen.Hinter dem Anlass steht seit 2006der Schaffhauser Veranstalter Luciano DiFabrizio, der mit seinem Team alle zwei Jahrefür besondere Fussballmomente sorgt.Von der spontanen Ideezur festen Tradition«2004 kam das Thema Public Viewing inden grösseren Städten langsam auf», erinnertsich Luciano Di Fabrizio. Gemeinsammit Christian Stübi vom FC Schaffhausenentstand die Idee, auch in Schaffhausenein solches Angebot zu schaffen. «2006haben wir dann beschlossen, es einfach zuversuchen.» Viel Zeit für die Planung bliebdamals nicht. Dennoch hätten alle Beteiligtenam selben Strang gezogen. «Es war allesetwas komplizierter als heute», erzählt DiFabrizio. «Wir hatten noch keine modernenLED-Screens. Stattdessen stellten wireine Leinwand mit einem Beamer auf undarbeiteten mit Rückprojektionen.»Auch die Infrastruktur war überschaubar:ein Zelt, einige Tische und Stühle sowie einAngebot mit Würsten und Bier. «Mehrbrauchte es damals nicht. Es war ziemlichrudimentär, aber die Leute kamen. Undsie hatten Freude daran, die Spiele gemeinsamzu schauen.» Der Erfolg gab den Organisatorenrecht. Zwei Jahre später folgtebereits die nächste Ausgabe. Die Europameisterschaft2008, die in der Schweiz undÖsterreich stattfand, sollte jedoch etwasanders umgesetzt werden, was das PublicViewing betraf. «Die UBS plante damals inder ganzen Schweiz Public Viewings, auchauf dem Bleicheareal hinter dem Bahnhofin Schaffhausen. Als dieses Projekt nichtzustande kam, mussten wir kurzfristig eineLösung finden», erzählt Di Fabrizio. Gemeinsammit dem Stadtrat und der Polizeiwurde ein grösserer Anlass organisiert.Rund 2500 Zuschauerinnen und Zuschauerverfolgten die Spiele schliesslich auf demKammgarnareal. Spätestens damit etabliertesich das Public Viewing als fester Bestandteil.Nach der EM im Jahr 2008 zügeltensie wieder zurück in den Mosergarten,wo die Veranstalter bis heute blieben. Nurvereinzelt musste ausgewichen werden,etwa wegen des Lindli-Fäschts. Auch diesesJahr startet das erste Public Viewing deshalbnicht im Mosergarten, sondern in derMünstersenke beim Allerheiligen, wo dasSpiel zwischen der Schweiz und Katar übereine grosse LED-Leinwand gezeigt wird.Angepasst an den heutigen ZeitgeistIn den Anfangsjahren bot das Public ViewingPlatz für rund 1200 Personen. NebenSteh- und Sitzplätzen gab es sogar einenVIP-Bereich. Mit den Jahren verändertensich jedoch die Bedürfnisse des Publikums.Spätestens nach der Corona-Pandemiewurde das Konzept überarbeitet.«Heutesind wir eher eine klassische Gartenbeiz mitPublic Viewing», erklärt Di Fabrizio. Manhabe sich dem Zeitgeist angepasst und denAnlass bewusst etwas familiärer gestaltet.Seit 2021 trägt das Public Viewing deshalbauch einen neuen Namen: «Heinis WM-Garten» – eine Anspielung auf den Mosergarten,der dem Schaffhauser IndustriepionierHeinrich Moser gewidmet ist.Viel Arbeit hinter den KulissenWas für die Besucherinnen und Besuchernach einem gemütlichen Fussballabendaussieht, bedeutet hinter den KulissenVorbereitung. Eigentlich beginne diePlanung bereits mit dem Ende des Finalseiner WM oder EM. «Wir analysierenjeweils, was gut funktioniert hat undwo wir uns verbessern können», sagtDi Fabrizio. Danach folgen Gesprächemit Behörden sowie die Einholung dernotwendigen Bewilligungen. Lange Zeitstemmt der Schaffhauser die Organisationpraktisch alleine. Erstrund ein halbes Jahr vorTurnierbeginn wächstdas Kernteam auf zweiPersonen an. Währendder WM selbst steigt derPersonalbedarf dannsprunghaft an. Besondersbei Spielen der SchweizerNationalmannschaft arbeitenbis zu 15 Personengleichzeitig. Bei wenigerattraktiven Partien genügtdagegen ein kleinesTeam von zwei bis dreiPersonen. Eine zentraleRolle spielt dabei dieSicherheit. «Je beliebterdas Spiel, desto grösserder Aufwand», sagt Di Fabrizio. Auchbei der Auswahl der Spiele wird genaukalkuliert. Gezeigt werden grundsätzlichnur Partien zwischen 18 und 23 Uhr. Geradebei Turnieren in Nordamerika, woviele Spiele aufgrund der Zeitverschiebungmitten in der Nacht stattfinden,wäre der organisatorische Aufwand füreinzelne Begegnungen schlicht zu gross.Doch ganz ausgeschlossen ist es nochnicht: «Wir sind auch durchaus interessiert,eine Bewilligung einzuholen, fallses ein sehr besonderes Spiel geben wür-«Es ist einfachetwas anders,wenn gemeinsamFussballgeschautwerden kann.»Luciano Di FabrizioOrganisator des«Heinis WM-Garten»de, das nach 23 Uhr angepfiffen wird»,so der Schaffhauser.«Fast schon Stadionfeeling»Trotz aller Planung und Organisation istes nicht die Logistik, die Di Fabrizio nachzwei Jahrzehnten antreibt. Es ist das, wasvor der Leinwand passiert. Wenn HunderteMenschen gleichzeitig aufspringen, jubelnoder für einen Moment kollektiv den Atemanhalten, entsteht etwas, das er nur als «Stadionfeeling»beschreibt. «Es ist einfach etwasanderes, wenn man Fussball gemeinsamschaut», sagt er. Die Emotionen seien intensiver,unmittelbarer und oft auch überraschendansteckend. Diese Stimmung kenneer nicht nur vom Public Viewing, sondernauch aus eigener Erfahrung. Die Weltmeisterschaft2006 in Deutschland habe sichbesonders eingeprägt. Die Begeisterungauf den Tribünen, das gemeinsame Feiernund Leiden, all das spüre er heute wieder inSchaffhausen, wenn die Menschen vor derLeinwand mitfiebern. Für ihn ist Fussballlängst mehr als eine Sportart. Er hat selbstgespielt, lebt den Sport seit Jahrzehntenund beobachtet mit Freude,wie sich bei einer WModer EM selbst Gelegenheitsfansmitreissen lassen.«Dann ist plötzlich ganzSchaffhausen im Fussballmodus»,sagt er.Und seine Prognose fürdie diesjährige WM? «DieSchweiz sehe ich in einerstarken Phase.» Nach anfänglichenZweifeln sei ernach den letzten Eindrückenüberzeugt, dass dieGruppenphase kein Problemdarstellen sollte. Undsein Geheimfavorit? Alsewiger Turnier-Gast in seinenÜberlegungen tauchtBelgien auf – eine Mannschaft, die regelmässigals Geheimfavorit gehandelt werde,die grossen Erwartungen aber bisher seltenhabe einlösen können. Doch am Ende, sagter sinngemäss, gehe es ohnehin um etwasanderes als um Prognosen. Entscheidend seinicht, wer den Pokal am Ende in den Himmelhebt, sondern dass auf der ganzen Weltwährend 39 Tagen wieder dieser besondereMoment entsteht, in dem aus vielen einzelnenMenschen eine einzige, mitfieberndeMenge wird, genau dann, wenn der Ball insRollen kommt.Luciano Di Fabrizio im Mosergarten, wo ab nächster Woche wieder gemeinsam mitgefiebert,gejubelt und gefeiert wird.
Bock | Dienstag, 9. Juni 2026 3Da gibt es bald etwas neuesRegional und der Mensch im Zentrum, das wird auch weiterhin der Fokus des Verlags sein.NachrichtenIN EIGENER SACHESCHAFFHAUSENSalome ZulaufDie Medienbranche befindet sich im Wandel.Nachrichten werden längst nicht mehrnur in der gedruckten Zeitung konsumiert,sondern auch online, auf Social Media undüber neue digitale Kanäle. Wer heute Menschenerreichen will, muss dort präsent sein,wo sich deren Zielgruppe befindet. Auch der«Bock» macht sich dazu Gedanken, um bestehendeLeserinnen und Leser zu begeisternund gleichzeitig ein neues Publikum anzusprechen.Mit dem klaren Ziel die SchaffhauserMedienvielfalt zu stärken und den Raumfür freie Meinungsäusserung langfristig zusichern. Dass hinter den Kulissen an etwasNeuem gearbeitet wird, zeigte sich kürzlichbei einem besonderen Fotoshooting. Gemeinsammit der Schaffhauser Agentur«bitzeli besser» war das Team an verschiedenenOrten in der Region unterwegs, umFotos und Videos für ein neues Projekt zuproduzieren. Von spektakulären Kulissen amRheinfall bis zu charakteristischen Orten imKlettgau entstanden dabei Aufnahmen, dieschon bald zum Einsatz kommen werden.Noch bleibt das Projekt etwas geheim. Verratenwerden kann lediglich, dass es das bestehendeAngebot aus Zeitung, Onlineplattformund Social Media ergänzen wird. Werdie Augen und Ohren offen hält, wird schonbald erfahren, worum es genau geht.Ob beim Handballmatch oder mitten im Rhein, auch künftig wird die Redaktion nahe bei den Menschen der Region sein.Direkt beim Rheinfall wurde amPfingstmontag geshootet.Leandro Zanelli und Cédric Schmid von derSchaffhauser Agentur «bitzli besser».Bilder: RedaktionAlain Mayer unterstützte den Dreh tatkräftigmit seinem Weidling.Den «Bock» gibt es bekanntlich nichtnur in gedruckter Form, sondern auchonline auf schaffhausen24.ch. Dort findendie Leserinnen und Leser täglichNachrichten, Tipps, Hinweise, Statements,Medienmitteilungen sowie eigensproduzierte Beiträge.«Schaffhuuse im Ohr»Neu gibt es den «Bock» und schaffhausen24.chauch aufs Ohr: Mit dem offiziellenPodcast «SH24 – Schaffhuuseim Ohr» erweitert die Newsplattformihr Angebot um ein Audioformat. Dieersten Folgen sind bereits auf schaffhausen24.ch unter der Rubrik «Dossiers/Podcast» sowie als Video-Podcast aufSpotify verfügbar.Darüber hinaus werden auf schaffhausen24.chauch externe Podcasts eingebunden.Dazu gehören unter anderemdie Podcasts von David Tongi, GiuliaSorrentino oder des Comedians MatthiasHauser. Der Comedian begrüsstin seinem Podcast regelmässig bekannteSchweizer Persönlichkeiten. Zu seinenGästen zählen etwa der Comedian Joelvon Mutzenbecher, der über misslungeneund skurrile Auftritte berichtet, oderder ehemalige «Happy Day»-ModeratorRöbi Koller.schaffhausen24.chFrische-AktionAb MittwochLorenzNic Nac’s, 200 g-25%-34% -39%10.80 19.95statt 16.50Rivelladiv. Sorten, z.B.rot, 6 x 1,5 l3.20statt 4.30-21%21.90statt 27.80Chicco d’OroKaffeediv. Sorten, z.B.Bohnen, 2 x 500 g-25%2.95statt 3.95-20%-20% -20%9.45statt 11.85-28%9.95statt 13.95(Jahrgangsänderungvorbehalten)7.60statt 9.501.55statt 1.95-21%3.60-30%2.50statt 3.60-20%2.85statt 3.60-20%2.90-30%-31%1.30-20%9.50statt 33.– statt 3.65statt 11.95statt 4.60Appenzeller BierQuöllfrischDose, 15 x 50 clMaoamFruchtgummidiv. Sorten, z.B.MaoMix, 250 gMontag, 8.6. bisSamstag, 13.6.26Kambly Apérodiv. Sorten, z.B.Goldfish, 3 x 160 gPrimitivoSalento IGTPiana del Sole,Italien, 75 cl, 2024Kägi fret Biscuitsdiv. Sorten, z.B.Kägi fret, 6 x 50 gVolgEier-Teigwarendiv. Sorten, z.B.Hörnli, 500 gVolg KosmetiktücherDuoAgri NaturaCervelas4 x 100 gGalia-MelonenSpanien/Marokko, StückEmmiMozzarelladiv. Sorten, z.B.mini, 145 gSutteroPouletbrüstliper 100 g4.30statt 6.20statt 1.90Kopfsalat rotSchweiz, StückMagnumdiv. Sorten, z.B.Almond, 6er-Pack-21%1.10statt 1.40GriechischJoghurtdiv. Sorten, z.B.nature, 150 gDruck- und Satzfehler vorbehalten.Folgende Wochenhits sind in kleineren Volg-Läden evtl. nicht erhältlich:VolgBio Maisstangen50 g2.35 2.50statt2.80Gelierzucker1 kgstatt2.95Incarom Original2 x 275 g12.95statt15.40Rosé Thondiv. Sorten, z.B.in Öl, 4 x 155 g6.80statt8.40VolgPastasaucendiv. Sorten, z.B.Basilico, 420 g1.85statt2.20Sabo Öldiv. Sorten, z.B.Bonfrit, 1 l5.65statt6.65Pepita Grapefruit6 x 1,5 lAlle Standorte und Öffnungszeiten finden Sie unter volg.ch. Dort können Sie auch unseren wöchentlichen Aktions-Newsletter abonnieren. Versand jeden Sonntag per E-Mail.8.40statt12.60WC Entediv. Sorten, z.B.Alpenluft, Gel, 750 ml3.80statt4.80
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