Offizielles Organ des Schaffhauser Bauernverbandes und seiner Fachsektionen | Nr. 42 | Dienstag, 14. Oktober 2025schaffhauser bauerGault-MillauHOF-GEZWITSCHERVIRGINIA STOLLDie Gault-Millau Ausgezeichneten2025stehen wieder festund werden unsin den kommendenWochen ausmancher Zeitung und vorallem ausHochglanzblätter entgegenlächeln.Die Koch-Auszeichnung wird in derSchweiz seit 1988 verliehen und dererste Spitzenkoch war übrigens AndréJaeger, der Hausherr der Fischerzunft inSchaffhausen, welcher mit 19 Punktendie höchstmögliche Auszeichnung mitfünf Kochhauben bekam. Der Gault-Millau wurde Ende der Sechzigerjahrein Frankreich von den JournalistenHenri Gault und Christian Millaugegründet. Die Beiden waren es auch,die «die 10 Gebote der neuen Küche»(Nouvelle Cuisine) definiert haben.Weich gekochtes Gemüse, ein mit Fettdurchzogener Braten und Butterspätzli,waren nicht Teil der Nouvelle Cuisine.Unter den 10 Geboten wird jedoch vielWert auf regionale und marktfrischeLebensmittel gesetzt, aber das kennenwir Bauernfrauen seit ewig aus demff. Mir sagt das «etepetete Punktezeugs»gar nichts und die NouvelleCuisine gabs schon Jahrzehnte vor denHerren Gault und Millau. Regional,marktfrisch und saisonal haben schonunsere Grossmütter gekocht, es gabja gar nichts anderes. Was da alles auswenig bis nichts und aus Resten kreiertwurde und deren Rezepte zum Teilüber Generationen hinweg noch heutenachgekocht werden, hätte mindestensauch fünf Kochhauben verdient. Unzähligeund gut gehütete Rezepte wiedie Schlaatemer Grosis Kohlwickel, derAltdorfer Schmugglersalat oder TanteRöslis Plätzligericht, findet man z.B. imSchaffhauser Landfrauen Kochbuch2010. Alles ist verständlich beschriebenund sehr gut nachzukochen und dieGault-Millau Punkte sind garantiert.Übrigens, aktuell entsteht in Barzheim,in der Küche von Rahel Brütsch dasneue Landfrauen-Kochbuch, das imFrühling 2026 in Kooperation mit derEdition LandLiebe (Ringier AG) erscheint.Man darf auf über 200 Rezeptefür jede Jahreszeit, Schwierigkeitsgradund jeden Geschmack gespannt sein.Wie heisst es doch so schön «Liebe gehtdurch den Magen».Impressum Schaffhauser BauerOff. Organ des Schaffhauser Bauernverbandesund seiner Fachsektionen / Erscheint jeden DienstagRedaktion: Nici Peter Schaffhauser Bauerwww.schaffhauserbauer.chAnzeigenannahme: Verlag Bock | Telefon: 052 632 30 30E-Mail: francesco.berenati@bockonline.chAnnahmeschluss: Jeweils Donnerstag, 9 UhrMut haben, sich zu meldenHans Jörg Rüegsegger ist Landwirt und Präsident des Bäuerlichen Sorgentelefons. Im Interview erläutert er,warum das niederschwellige, spendenfinanzierte Angebot so wichtig ist, was ihn persönlich motiviert und bewegt- und was die Landwirtinnen und Landwirte plagt.BÄUERLICHES SORGENTELEFONSCHAFFHAUSENNici PeterSie sind Landwirt und politisch aktiv. Warumhaben Sie sich entschieden, das Präsidiumdes Bäuerlichen Sorgentelefons (BST)zu übernehmen – was hat Sie angesprochen?Hans Jörg Rüegsegger, Landwirt undNationalrat: Die Arbeitsgruppe für dieFusion, srakla und BST alt, suchte nacheiner geeigneten Persönlichkeit aus demEidgenössischen Parlament als neuen Präsidentenfür das BST neu. Sie fragten michan, und nach kurze Bedenkzeit sagte ichzu, weil mich dieses Angebot für unsereBauernfamilien überzeugt und ich dieMöglichkeiten zur Weiterentwicklung desBST sah.Wie nah gehen Ihnendie Geschichten, die am Sorgentelefonerzählt werden; besonders, weil Sie selbstaus der bäuerlichen Welt stammen?Rüegsegger: Als Präsident ist man nie sonah an den Themen wie das Telefonteam.Aus den Fallbeispielen vom Team und ausmeiner Erfahrung als Präsident der BernerBauern, gehen gewisse Geschichten undSchicksale nicht ohne Weiteres an einemvorbei.Laut Auswertungen ist dieArbeitsüberlastung neben Ehe- und Generationenkonflikteneines der häufigstenThemen. Wie erklären Sie sich diese starkeBelastung in der heutigen Landwirtschaft?Rüegsegger: Drei Faktoren, die bei dieserFrage umgehend als Antwort präsent sind- nebst der hohen Arbeitslast per se aufvielen Betrieben -, sind die sich ständig änderndenRahmenbedingungen, besondersseitens Politik mit zusätzlichen Ansprüchenund Auflagen, der damit verbundenegestiegene administrative Aufwand sowiedie Erwartungshaltung und teilweise fehlendeWertschätzung der Gesellschaft.Gerade in Hofübergabenscheint viel Konfliktstoff zu stecken – wieerleben Sie diesen Prozess in der Praxis?Rüegsegger: Das Thema ist bei vielenBetrieben ein Knackpunkt. Ich stelle fest,dass diejenigen Bauernfamilien, welchesich eine gute Ausgangslage verschaffen,die möglichst früh den Prozess startenund mit allen Familienmitgliedern oderfamilienexternen Betroffenen aktiv eineLösung suchen, erfolgreich aus diesemProzess hervorgehen. Oft führen falscheVorstellungen und Unausgesprocheneszu Missverständnissen oder der gewählteTon zu Verwirrungen. Zuhören, Respekt,Toleranz und Loslassen sind Schlüsselkompetenzenund wichtige Begleiter einererfolgreichen Hofübergabe.Viele Landwirtinnen und Landwirte stehenkurz vor dem Ausbrennen – ohne es sicheinzugestehen. Warum ist es in der bäuerlichenKultur so schwierig, über Schwächeoder psychische Erschöpfung zu sprechen?Rüegsegger: Ich versuche anhand einesBeispiels aus der Wertschöpfungskette derLand- und Ernährungswirtschaft diesesspannende Thema von einer etwas anderenSeite zu beleuchten: In den letztenWochen hat mir ein Kadermitglied erzählt,dass sein Vater, ein aktiver Landwirt, zuihm gesagt habe, «du hast als Geschäftsleitungsmitgliedetwas oft und immer wiederFerien». Wer für etwas brennt, aus Leidenschaftund mit Herzblut, muss sich mittelundlängerfristig Gedanken machen, wieman einen echten Ausgleich schafft. Ansonstenwird die Gesundheit ihre Antwortgeben - oder spätestens bei der Hofübergabewird man die Quittung für Versäumtespräsentiert erhalten.Was kann das Sorgentelefonkonkret tun, wenn jemand mit demRücken zur Wand steht – übermüdet,überfordert, krank, aber ohne Ausweg?Rüegsegger: Unsere Teammitglieder hörenzu, helfen Gedanken und Gefühle zuordnen, unterstützen bei der Suche nachLösungswegen und vermitteln Fachstellen.Wie ein Telefongespräch abläuft, ist sehrunterschiedlich. Ziel ist es, dass am Ende desAnrufes der Mut und die Motivation füreinen nächsten Schritt überwiegen. Wichtigfür das Team des BST ist, dass die Anrufendenoder in Not geratenen Bauernfamilienerst einmal den Mut haben, sich zu melden.Lieber früher als später die Nummer desBST wählen und das Anliegenbeziehungsweisedie Sorge deponieren. Unser Teamgibt jeder Person eine Chance. Anonymund niederschwellig – ganz nach dem Willendes Gründers und den aktuellen Verantwortlichen.Wie schätzen Sie die Situation im KantonSchaffhausen ein? Gibt es Besonderheitenin der Region, die sich in den Sorgen derBäuerinnen und Bauern spiegeln?Rüegsegger: Da die Anrufenden wie dieabnehmenden Personen anonym bleiben,gibt es keine Statistik auf Stufe Kanton. DieAnzahl Anrufe je Monat und die Themenwerden erfasst.Hans Jörg Rüegsegger wünscht sich für dasBäuerliche Sorgentelefon mehr Sichtbarkeit inden bäuerlichen Medien und bei den Partnerndes niederschwelligen Angebots. Bild: zVg.Was wünschen Sie sich für die landwirtschaftlichenFamilien – gerade in Bezug aufseelische Gesundheit und soziale Entlastung?Rüegsegger: Innere Ruhe, Weitsicht undGeduld für die Weiterentwicklung des Betriebes,inklusive Familie! Vor allem aberfaire Preise für unsere Produkte und mehrRespekt aus der Politik, sowie vermehrtWertschätzung aus der Bevölkerung.Das Angebot ist anonym, diskret und vonFachpersonen aus der Landwirtschaft betreut.Warum ist genau das entscheidendfür die Wirksamkeit des Sorgentelefons?Rüegsegger: Das BST ist unabhängig, niederschwelligund anonym. Das sind unsereErfolgsfaktoren. Weil niemand vom Teametwas verkaufen oder eine Dienstleistunganbieten muss. Wir sind einzig den SchweizerBauernfamilien verpflichtetWas möchten Sie jemandem sagen, der nachtswach liegt, innerlich überfordert ist – aber sichnoch nicht traut, zum Hörer zu greifen?Rüegsegger: Mut tut gut und lohnt sich.Ein zum Teil riesiger Druck wird wegfallenund ein neues Gefühl begleitet die Personnach dem Anruf. Jede Person, die diesenSchritt wagt, ist (m)ein Sieger.Obwohl die Anrufzahlenleicht zurückgehen, steigen dieE-Mail-Beratung und die Gesprächsdauer.Was sagt das über die Tiefe der Sorgen aus?Rüegsegger: Es zeigt die Veränderung inder Gesellschaft und im Bauernstand. Wirwerden unser Angebot weiterentwickeln,mit neuen Formaten und für zeitgemässeThemen, die auch jüngeren Generationenentsprechen.Das Sorgentelefon lebt von Spenden undFreiwilligenarbeit – was braucht es, damites über die nächsten Jahre weiterleben kann?Rüegsegger: Mehr Sichtbarkeit in den BäuerlichenMedien und bei unseren Partnern.Das BST in neuer Vereinsform bietet auchdie Gelegenheit, dass jede Kirchgemeinde,Landfrauenvereine, Landis, Genossenschaften,Vereine etc. Mitglied werdenkönnen und so das Angebot mit Spenden,Aktionen oder Kollekten unterstützen.Wie kann das Angebot insbesondere beider jungen Generation sichtbarer gemachtwerden – auch bei Hofübernehmerinnenund -übernehmern, die oft unter grossemDruck stehen?Rüegsegger: Der Vorstand des BST istauch mit jüngeren Mitgliedern bestückt.Wir sind gespannt, mit welchen Ideen sieuns im Gremium überraschen. Die sozialenMedien sind ein Thema. Wie wir dieHürde u.a. für junge Anrufende tief halten,diskutieren wir aktuell intensiv.Was macht Ihnen Mut – trotzall der Schicksale, die über dasSorgentelefon erzählt werden?Rüegsegger: Weder der Vorstand nochdas Telefonteam des BST sind über diegenauen Verläufe und Ausgänge der jeweiligenSchicksale informiert. Solange Menschendas Bedürfnis haben, beim BST anzurufen,weiss ich, dass unsere Arbeit Sinnstiftet und wirklich etwas bewirkt. Jedereinzelne Anruf, bei dem wir als Team etwasPositives erreichen und jemandem einStück Hoffnung oder Erleichterung gebenkönnen, gibt mir Mut, weiterzumachen.Zudem motivieren mich der Schwung unddie Tatkraft, die wir miteinander teilen,und der starke Zusammenhalt unter denBauernfamilien.Die Freude, mit Tier und Natur zu arbeiten,die Jahreszeiten zu erleben und zu sehen,wie aus harter Arbeit und der Anbaubereitschafteinheimische Lebensmittelwachsen und die Vielfalt an Biodiversität- das gibt mir Kraft. Solange diese positivenSeiten überwiegen, empfinde ich esals echtes Privileg, mich für die SchweizerLandwirtschaft einzusetzen.Mehr zum ThemaDas Bäuerliche Sorgentelefon ist da,wenn es zu viel wird. Unter der Nummer041 820 02 15 sind geschulteBeraterinnen und Berater dreimal proWoche erreichbar: Montag, 8.15 bis12 Uhr; Dienstag, 13 bis 17 Uhr undDonnerstag, 18 bis 22 Uhr. Auch perE-Mail kann man sich melden (bei:info@baeuerliches-sorgentelefon.ch)– wobei dort Anonymität nicht garantiertist.Mehr zum Angebot und seiner Geschichteist auf der nächsten Seite zu finden.AnzeigeBOCKTOBERBOCKTOBER17.-19.Oktober 2025Schaffhausen
15schaffhauser bauerLANDFRAUEN ECKEErnte des Lebens – wasGenerationen verbindetWenn im Herbst dieFelder abgeerntet undwieder angesät sindund der Nebel überden Wiesen liegt,beginnt auf vielenHöfen die ruhigereZeit des Jahres. Eine Zeit, in der mandurchatmet, Bilanz zieht und oft auchzurückblickt. Es ist der Moment, in demGeschichten erzählt werden. Geschichtenüber frühere Jahre, über harte Winter,gute Ernten, schwere Entscheidungen.Und über die Menschen, die vor uns hierstanden, auf demselben Boden, mit denselbenHoffnungen.In der Landwirtschaft sind die Generationeneng miteinander verbunden. DerHof, die Tiere, die Arbeit sind mehr alsBesitz. Sie sind Erbe, Verantwortung,Lebensaufgabe. Wer auf einem Hof lebt,spürt täglich diese Verbindung zwischenVergangenheit und Zukunft. Man pflanztBäume, deren Schatten man selbstvielleicht nie geniessen wird und pflegtFelder, die schon der Grossvater bewirtschaftethat.Ich denke oft an meine Kindheit zurück:an den Geruch von frisch geerntetemHeu, an das Rattern des Traktors, an dierauen Hände meines Vaters, wenn er mirzeigte, wie man mit der Stichsäge arbeitet.Damals war mir nicht bewusst, dass ichmehr lernte als nur Handgriffe. Ich lernte,Verantwortung zu übernehmen, selbständigzu arbeiten und geduldig zu sein.Heute spüre ich, wie viel davon in mirweiterlebt.Oft ist der Generationenwechsel nichteinfach. Verschiedene Vorstellungentreffen aufeinander. Die Alten, die an Bewährtemfesthalten, und die Jungen, dieneue Ideen einbringen wollen. ModerneTechnik, andere Arbeitszeiten, veränderteWerte: Was früher galt, gilt heute nichtimmer gleich. Doch genau darin liegteine Chance. Jede Generation bringt ihreeigene Sicht, ihr eigenes Tempo und ihreeigene Stärke mit.Ich erinnere mich gut an Gespräche mitmeinem Vater im Stall. Er erzählte, wie erfrüher die Heuballen noch mit der Handauflud, wie kostbar jeder Sonnenstrahldas schwarze brettStamm für Direktvermarktung undAgrotourismus Ostschweiz 2025Dienstag, 21. Oktober13.15 bis 16 Uhr www.strickhof.chReiat HirschVerkaufstage Hirsch-FleischSamstag 25. Oktober und SonntagAnzeigeSonnenhofFam. Kramer Büsingerstr. 1508203 SchaffhausenJetzt Aktuell!Speise und Zierkürbissein allen Farben und GrössenWeiter erhältlich Kartoffeln und EierSowie auf Vorbestellung Rind undPouletfleischWeitere Angebote finden Sie aufwww.bauernportal.chwar, wenn die Ernte drohte zu verregnen.Heute haben wir Maschinen, die vieles erleichtern,und doch bleibt eines gleich: dieSorge um Wetter, Tier und Boden – unddie Liebe zu dem, was wir tun.Herbst ist Erntezeit und damit auchSymbol für das, was im Leben reift. JedeGeneration erntet, was die vorherige gesäthat. Wissen, Werte, Lebensweisheit – siewerden weitergegeben, manchmal bewusst,oft ganz nebenbei. In der Art, wiewir Probleme angehen, Entscheidungentreffen oder miteinander reden, lebt dasweiter, was uns geprägt hat.Und doch verändert sich das Land undverändern sich die Menschen. Junge Frauenübernehmen Betriebe, denken nachhaltiger,vernetzen sich digital, bringenfrischen Wind auf alte Höfe. Sie wollennicht nur weitermachen, sondern Betriebefür heutige Anforderungen fit machen.Das ist kein Bruch mit der Tradition, sondernWeiterentwicklung. Denn Traditionist nichts Starres, sie ist lebendig, wenn siesich wandeln darf.Von Generation zu Generation weiterzugeben,bedeutet nicht nur, Maschinenoder Felder zu übergeben. Es bedeutet,Vertrauen zu schenken. Den Mut, Neueszu versuchen, und die Freiheit, Fehler zumachen. Es bedeutet, Verantwortung zuteilen und gleichzeitig loszulassen.Vielleicht ist genau dass, das Schwierigste:loslassen zu können. Zu wissen, dass dienachfolgende Generation ihren eigenenWeg gehen muss, auch wenn er andersaussieht als der eigene.Der Herbst lehrt uns, dass Loslassen keinEnde ist, sondern Teil des Kreislaufs.Die Blätter fallen, um Neues möglich zumachen. Auch im Leben ist das so. JedeGeneration darf etwas Eigenes wachsenlassen auf dem Boden, den die vorherigeGeneration gepflegt hat.Und vielleicht liegt genau darin dieschönste Ernte: zu sehen, dass das, wasman gesät hat an Arbeit, Liebe undVertrauen weiterwächst. In den Händenderer, die nach uns kommen.Andrea Keller26. Oktober 11 bis 17 Uhrwww.reiathirsch.chSchaffhuuser Hof-HöckDonnerstag, 30. Oktoberab 19.30 UhrUrs und Dominik Winzeler,Gänzlerweg 10, 8241 BarzheimAnmeldefrist: 25. Oktober, via E-Mailan sekretariat@schaffhauserbauer.chAnzeigeKaufe laufend Schafe,Lämmer und Weidelämmerauch aus roten gesperrtenBetrieben 079 261 80 20BÄUERLICHES SORGENTELEFONEin offenes Ohr für BauernsorgenWenn Sorgen überhandnehmen, ist das Bäuerliche Sorgentelefon für Bäuerinnen,Bauern und ihre Familien da – anonym, verständnisvoll und mit offenem Ohr.Seit fast 30 Jahren bietet es Unterstützung in schwierigen Lebenslagen.Schon länger kämpft er mit sich. Die Erntewar nur teilweise wie erhofft. Ferien?Schon lange her – wenn er ehrlich ist, weisser kaum noch, wie sich das anfühlt. Täglichbrauchen ihn die Tiere. Das Büro überquillt,Rechnungen liegen zwischen ungeöffnetenBriefen. Er sollte, er muss! Immer,morgens, mittags, abends – manchmalauch nachts.Die Familie wünscht sich einen fröhlichenVater, der mit am Tisch sitzt. Doch er istleer, erschöpft. Die Gedanken kreisen umArbeit, Sorgen, Geld. Vor ihm türmen sichBerge – hoch, steil, unüberwindbar. Wassoll er nur tun?Für genau solche Momente gibt es das BäuerlicheSorgentelefon. Ein Hilfsangebot fürBäuerinnen, Bauern und alle in der LandwirtschaftTätigen, wenn Probleme undBelastungen überhandnehmen. Hier hörenMenschen zu, die die besonderen Herausforderungendes bäuerlichen Lebens aus eigenerErfahrung kennen. Diskret, anonym– und ohne Zeitdruck.Vor fast 30 Jahren gegründetGegründet wurde der Verein 1996. Damalshatte Daniela Clemenz, Mitarbeiterinbei Agridea, die Idee, ein solches Angebotfür die Landwirtschaft zu schaffen. Anlasswar das «Internationale Jahr der Armut»,für das der Bund einen Wettbewerb ausrief.Clemenz gewann engagierte Mitstreiterinnenund Mitstreiter aus kirchlichenund landwirtschaftlichen Kreisen.Gemeinsam mit Organisationen wie derSCHWEIZER EIERBeim Bäuerlichen Sorgentelefon hören Menschen zu, die den Alltag in der Landwirtschaft auseigener Erfahrung kennen.Symbolbild: F1 Digitals/Pixabaysrakla, den Katholischen Bäuerinnen, demSchweizerischen Landfrauenverband, derkatholischen Bauernvereinigung und derAgridea entstand das Bäuerliche Sorgentelefon.Inspiration und Know-how kamenunter anderem von ähnlichen Angebotenin Baden-Württemberg.Anliegen ganz unterschiedlichSeit damals rufen Menschen mit ganzunterschiedlichen Anliegen an: Konfliktezwischen Generationen auf dem Hof, Beziehungsprobleme,Auseinandersetzungenmit Behörden, gesundheitliche Krisen,finanzielle Sorgen. Die Probleme sind vielfältig– und in den letzten Jahren komplexergeworden. Der Druck in der Landwirt-schaft nimmt zu: tiefere Preise, strengereVorschriften, neue Schädlinge, steigendeAnforderungen in Tierhaltung und Bürokratie.Dazu kommen die grossen Umbrüchedurch Hofübergaben, Vorsorgefragenund finanzielle Unsicherheiten.Im Januar 2025 hat Hans Jörg Rüegseggerdas Präsidium des Vereins übernommen.Gleichzeitig wurde die srakla in den Vereinintegriert, und die Aufgaben werden nunauf mehrere Schultern verteilt. Das Mottodes Bäuerlichen Sorgentelefons: zuhören,helfen, Gedanken ordnen, Lösungswegefinden, Fachstellen vermitteln. Manchmalreicht schon ein Gespräch, um den Berg voreinem ein Stück kleiner werden zu lassen.Nici PeterHohe Nachfrage - begrenztes AngebotDie Schweizer Eierbranche steht auch dieses Jahr unter Druck: Trotz Produktionssteigerungenbleibt das Angebot angesichts der anhaltend hohen Nachfrage knapp.Schon Anfang 2025 war klar: Die Nachfragenach Schweizer Eiern bleibt ungebrochenhoch – im Detailhandel ebenso wiein der Gastronomie und der Lebensmittelindustrie.Bereits Ende 2024 waren dieLager leer, sodass zum Jahresstart keine Reservemehr vorhanden war. Zwar ist die Inlandproduktionbis Ende dieses Jahres umrund 4,2 Prozent respektive 46 MillionenEier erhöht worden, doch dieser Ausbaukonnte die Lücken bisher nicht schliessen.Sieben Millionen mehrVor allem in den Spitzensaisons, etwavor Ostern, war der Druck gross: Für diekurzfristige Versorgung mussten deutlichmehr Eier importiert werden, von Januarbis Mitte Februar etwa 64 Millionen Konsumeier– sieben Millionen mehr als imAnzeigeJetztberatenlassen!gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bis zumSommer erhöhte sich die Importmengeweiter: Rund 63 Millionen Schaleneiermehr als im Vorjahr wurden bis Mitte Juliimportiert und das Importkontingentwurde vom Bundesrat auf Antrag derBranche um 10 000 Tonnen – was rund160 Millionen Eiern entspricht – auf insgesamt31 000 Tonnen erweitert.Kein reales ProduktionswachstumParallel zur aktuellen Versorgungslage wurdeim Sommer 2025 auch die Eierproduktionsprognoseaufgrund neuer Leistungsdatenangepasst. Die Grundlage der Prognosebildet in der Schweiz – wie international– die Anzahl der Legeküken. Aufgrund verbesserterHerdenauswertungen konnte dasKompetenzzentrum der schweizerischenRundum gut versichertDank der Erfahrungunserer Versicherungsspezialistenin der Landwirtschaft.8240 ThayngenTel. 052 649 13 96Geflügelwirtschaft Aviforum die sogenannteNorm-Legeleistungskurve aktualisieren.Die Legeleistung ist heute höher und konstanter,insbesondere bei den zunehmendverbreiteten verlängerten Umtrieben.Dieser methodische Fortschritt führt zueinem statistisch bedingten Sprung vonrund 2,6 Prozent bei der geschätzten Eierproduktion– ein Effekt, der ab 2026 in derPrognose berücksichtigt wird. Wichtig istdabei: Diese Zunahme ist kein reales Produktionswachstum,sondern ein Resultatbesserer Schätzparameter.Bio- und Freilandeier knappBesonders spürbar ist die Knappheit beiBio- und Freilandeiern. Schon im Frühjahrreichte die verfügbare Menge kaumaus, um die hohe Nachfrage zu decken. ImSommer waren viele Regale leer, Bioeiernur punktuell erhältlich – auch im Direktverkaufzeigte sich vorübergehend einestagnierende Nachfrage. Dennoch wächstder Biomarkt: Jedes fünfte Ei stammt ausBiohaltung.Planung und VorlaufzeitEin strukturelles Problem der Eierbranchebleibt die lange Vorlaufzeit: Die Planungeiner neuen Legeherde dauert bis zu 540Tage. Mengen für Weihnachten 2026werden bereits jetzt kalkuliert. KurzfristigeAnpassungen an Marktschwankungensind kaum möglich. Hinzu kommenwachsende Hürden bei Stallbauten, gesellschaftlicherDruck und zunehmendeRegulierung, was den Ausbau der Produktionzusätzlich erschwert.Renate Hodel/lid
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