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bonalifestyle-Ausgabe 1 | 2014

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KUNSTVOLL investieren

KUNSTVOLL investieren INTERVIEW: CHRISTINE KÜNZLER «In Kunst zu investieren, ist nicht nur Vermögenden vorbehalten», sagt Bertold Müller, Managing Director des Auktionshauses Christie’s in Zürich. Mit qualitativ hochstehender, universal verständlicher Gegenwartskunst ist zurzeit die höchste Wertsteigerung möglich.

ANDERS ANLEGEN KUNST Das teuerste Kunstwerk: Im November 2013 ging bei Christie’s Francis Bacons «Three Studies of Lucian Freud» von 1969 für 142,4 Millionen Dollar weg. bonaLifestyle Wie sicher ist eine Anlage in Kunst? Bertold Müller Kunstgegenstände sind Sachwerte. Dies bringt eine gewisse Werthaltigkeit mit sich. Viele Kunstgegen- stände haben seit Jahrzehnten – oder gar Jahrhunderten – einen Wert und weisen somit eine besondere Wertbeständigkeit auf. Ein Gemälde von Rembrandt beispielsweise hatte seit dessen Entstehung im 17. Jahrhundert immer auch einen materiellen Wert und könnte somit als besonders sichere Anlage gesehen werden, die Kriege, Inflationen, Wirtschaftskrisen und Generationenwechsel überstanden hat. Andererseits stellen sich kunstspezifische Fragen: Ein Kunstgegenstand kann verlustig gehen, nicht vom erhofften Künstler sein oder an Aufmerksamkeit einbüssen. Aufgrund der potenziellen Wertbeständigkeit und mitunter enormen Wertsteigerung von Kunst ist es aber in jedem Fall eine Option, mit einem Teil seines Vermögens, Kunst zu kaufen. Idealerweise erfolgt dies nicht aus reinen Investitions- und Diversifi kationsüberlegungen, sondern entspringt auch einem inneren Bilder HO Bedürfnis. Ein Kunstkauf bietet auch eine immaterielle Rendite. Diese «emotionale Dividende» kann mit ästhetischem Genuss, Ausgleich zum Alltag, Prestige, anregenden Interaktionen mit Kunstmarktteilnehmern sowie – aus philanthropischer Sicht – mit der bereichernden Förderung des Kunstnachwuchses einhergehen. Reine Renditeüberlegungen greifen zu kurz. Ab welchem Betrag lohnt es sich, Geld in Kunst zu investieren? Es ist schwierig, über die mannigfaltigen Sammelgebiete hinweg allgemeingültige Aussagen zu tätigen. Über die vergangenen Jahre oder Jahrzehnte hat sich aber abgezeichnet, dass sich die jeweiligen Spitzenwerke kategorienunabhängig am vorteilhaftesten entwickelt haben. Dies gilt sowohl für Bereiche wie Gegenwartskunst oder asiatische Kunst, in welchen insgesamt eine Wertsteigerung zu beobachten ist, wie auch diejenigen Bereiche, in denen sich das Preisniveau jüngst weniger günstig entwickelt hat, wie bei Orientteppichen oder europäischem Porzellan. Aufgrund der überproportional hohen Wertsteigerungen in den Topsegmenten ist aus Investitionsüberlegungen gezielt in Spitzenwerke zu investieren. Die daraus folgende Grundregel dürfte lauten: jeweils die besten Kunstgegenstände kaufen, die man sich leisten kann. Dies kann, je nach Sammelgebiet, tiefe Taschen erfordern. Also können nur Vermögende in Kunst investieren? Kunst sammeln ist keineswegs nur den Vermögenden vorbehalten. Auch mit einem bescheidenen Budget lässt sich eine schöne Sammlung aufbauen. Auf Messen, in Galerien und Auktionshäusern werden nicht nur Millionenwerke angeboten. Originalkunst kann auch für wenige Hundert Franken erstanden werden. Und selbst unter Investitionsgesichtspunkten gibt es Erfolgsgeschichten, wie diejenige des Sammlerehepaares, welches mit einem bona LIFESTYLE 10 11