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bonalifestyle-Ausgabe 1 | 2014

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Susanne Maurer (rechts)

Susanne Maurer (rechts) ist für die demenzkranke Bewohnerin Marlies Fischer eine wichtige Bezugsperson. Eine Frau für alle Fälle

WOHNFORMEN CONCIERGE Dienstleistungen ermöglichen auch im Alter ein Leben in den eigenen vier Wänden. Susanne Maurer ist Concierge in der bonacasa-Überbauung in Oftringen. TEXT CHRISTINE KÜNZLER BILDER TIM X. FISCHER Jeden Dienstag- und Donnerstagmorgen stellt die bonacasa-Concierge Susanne Maurer ihr klappbares Desk im Alterszentrum Lindenhof auf. Dort ist sie erreichbar, entweder physisch oder mittels einer schriftlichen Nachricht. Ihre Tätigkeit klar zu umschreiben, ist nicht ganz einfach. Sie hat zwar konkrete Aufgaben, wie Altpapier einsammeln und entsorgen, Auskunft erteilen und dafür sorgen, dass «der Aushang» – das Menü des angegliederten Altersheims – rechtzeitig am Brett hängt. Was sie in der Zeit dazwischen tut, ist jedoch wesentlich wichtiger: Sie ist da für die Freuden, Sorgen und Nöte ihrer rund 100-köpfigen bonacasa-Familie. Hier ein freundlicher Gruss, dort ein klärendes Wort oder ein offenes Ohr – Susanne Maurer nimmt sich für die Altpapier-Runde wesentlich mehr Zeit als notwendig. Denn wenn sie die gebündelten Zeitungen bei den Briefkästen einsammelt, trifft sie immer wieder auf Menschen, die hier leben. Im Mittelpunkt «Ich bin ihr Mittelpunkt. Wenn sie etwas nicht wissen, eine Rechnung nicht verstehen oder eine Hilfe zum Putzen brauchen, dann kommen sie zu mir», fasst Susanne Maurer zusammen. «Viele erzählen mir ihre Lebensgeschichte.» Ihre Aufgabe sei es, den Menschen hier «etwas zuliebe zu tun, ihnen den Alltag zu erleichtern und dafür zu sorgen, dass sie sich wohl fühlen». Sie mache das sehr gern, versichert sie, denn sie möge die Menschen, die hier leben. «Die Bewohner schätzen es, wenn man sie versteht und wenn sie sich selber sein können.» Dass Susanne Maurer eine gern gesehene und wichtige Person ist, zeigt der kleine Rundgang auf dem Gelände der bonacasa-Häuser: Immer wieder wird sie freundlich angesprochen. Bei Bewohnern, die sie seit Längerem nicht mehr angetroffen hat, klingelt sie ab und zu an der Haustüre. Sie versichert sich, dass alles seine Ordnung hat und dass die Technik des Sicherheitsalarms verstanden wird. Das ist wichtig, wenn jemand Hilfe braucht: Die Bewohner können mittels eines Handsenders oder einer Uhr sowie mit einer Anlage an der Wand ihres Wohnzimmers einen Alarm auslösen, wenn sie in Not sind. «Eigentlich kann ich mir für jede Wohnung nur zehn Minuten Zeit nehmen, doch meist dauert es länger, bis mir die Bewohner ihre Freuden und Leiden erzählt haben», hält Susanne Maurer fest. Auch der Umgang mit dem Tod gehört zu ihrem beruflichen Alltag. «Natürlich geht es mir nahe, wenn jemand stirbt. Doch ich hatte schon als Kind eine natürliche Einstellung zum Tod.» Sie selber habe keine Angst vor dem Tod, «er gehört untrennbar zum Leben». Hilfe auf Abruf Die Bewohnerinnen und Bewohner, etwa gleich viele Alleinstehende wie Paare, bleiben gerne in ihren eigenen vier bona LIFESTYLE 52 53