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bonalifestyle-Ausgabe 1 | 2017

ARCHITEKTUR &DESIGN

ARCHITEKTUR &DESIGN BUS:STOP Haltestelle Unterkrumbach Süd, Jan De Vylder, IngeVinck und Jo Taillieu, Belgien, absolvierten ihre Ortsbesichtigung auf der Reise von der Mailänder Möbelmesse mit Zwischenstopp in Krumbach und zurück nach Belgien. Die automobile Bewältigung von Alpenpässen hinterlässt einen starken Eindruck. Und dann eine zufällige Begegnung mit einem Wandbild irgendwo in Gent. Die geometrische Abstraktion einer triangulären Form, könnte von Sol LeWitt geschaffen sein. Aber mitten drin eine Störung. Irgendein Handwerker hat in dieses Wandbild eine Türklingel montiert. Respektlos. Jetzt sehen wir den Ort des BUS:STOPs: eine spitzwinklige Situation, drei Richtungen treffen sich. Und dvvt bündeln ihre Eindrücke und Einflüsse zu einem Objekt für genau diesen Ort. Ein poetischer Akt der Faltung von dreieckigen Flächen. Der Architekt Thomas Mennel von MeMux aus Schwarzenberg hat den Bau unterstützt. Haltestelle Zwing Smiljan Radic, Chile, inspirierten Handwerk und Tradition im Bregenzerwald sichtlich. Das Resultat: Ein Entwurf mit Referenz an die Bregenzerwälder Stube. Radic transferiert die Intimität in die Ausgesetztheit einer Bushaltestelle. Ein Stück «Stube» ausgeschnitten, in die Landschaft gesetzt, dem Kontext des Interieurs entfremdet. Ein präzise detaillierter Glaspavillon mit einer Kassettendecke aus schwarzem Beton. Bäuerliche Holzsessel stehen als Sitzgelegenheit bereit. Ein Vogelhaus eröffnet einen spielerischen Moment der Aufmerksamkeit und Ablenkung gleichermassen. Partner bei der Umsetzung war das Büro Bernardo Bader Architekten aus Dornbirn. Haltestelle Oberkrumbach Alexander Brodsky Russland, hatte eine kleine Restfläche am Rande eines Grundstücks zur Verfügung. Doch er reagiert grundsätzlich und souverän auf diese Beschränkung und setzt einen radikal einfachen, aber präzis gebauten Turm aus Holz an diesen Ort. Gleichzeitig ist der Turm vongeradezu archaischer Prägnanz. Öffnungen nach allen Seiten, an drei Seiten verglast. Und dann noch eine Ebene von kleinen Fenstern ohne Verglasung im «ersten Stock». Daweht der Wind, da fliegen die Vögel durch. Mit Tisch und Bank bietet Alexander Brodskyeinen entspannten Aufenthalt, falls der Bus sich einmal verspätet. Hugo Dworzak von der Architekturwerkstatt Lustenau half dem Russen bei der Umsetzung der –wie dieser es nennt –«typischen Krumbacher Bushaltestelle». 32 33 LIFESTYLE bona