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bonalifestyle Ausgabe 3 | 2016

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ZU GUTER LETZT HYPOTHEK

ZU GUTER LETZT HYPOTHEK Wirds zu teuer? ISTOCK «Je wertvoller mein Eigenheim, desto besser bin ich im Alter versorgt.» Was auf den ersten Blick logisch klingt, kann sich als Trugschluss erweisen. Deshalb sollten Hausbesitzer langfristig planen und sich auch frühzeitig Gedanken über die Vererbung machen, wie Adrian Wenger, Hypothekarberater beim VZ VermögensZentrum und Bettina Rösch, Beraterin in Nachlassfragen, aufzeigen. INTERVIEW ANDRÉ MICHEL bonaLifestyle Trotz tiefen Zinsen erhalten Rentner für ihr wertvolles Haus oftmals keine Hypothek mehr. Weshalb? Adrian Wenger Die Schuldner müssen die Regeln kennen: Nehmen wir an, jemand hat ein Haus im Wert von einer Million Franken, ein jährliches Renteneinkommen von 80 000 und weitere Vermögenswerte von einer halben Million. Der Banker rechnet aus, dass fürs Wohnen 26 667 Franken ausgegeben werden können (vgl. Box). Davon zieht er die Nebenkosten von 10 000 Franken ab. So bleiben noch 16 667 Franken für den Zinsendienst. Das reicht für eine Hypothek von 333 000 Franken. Wenn ein Kredit von 500 000 Franken erneuert werden muss, geht’s nicht mehr. Jetzt haben Sie aber die halbe Million Vermögen unterschlagen. Wenger Da liegt das Problem. Niemand berücksichtigt, dass da noch eine halbe Million vorhanden ist. Ich sehe oft, dass Rentner ihr Vermögen nicht in Einkommen umrechnen. Das ist ein Fehler. Die halbe Million könnte ja in den nächsten 20 Jahren verzehrt werden. Das wären nochmals 25 000 Franken pro Jahr. Damit gäbe es kein Tragbarkeitsproblem mehr. Hinzu kommt, dass sich viele Hausbesitzer völlig falsch verkaufen. Sie nennen einen möglichst hohen Wert für ihr Haus, sprechen von zwei Millionen. Der Banker rechnet, dass allein 28 29 LIFESTYLE