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COMPACT-Edition 2

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Verschwörungstheoretiker 106 Da hatte das Hamburger Magazin wohl auch mal einen hellen Tag. Foto: Der Spiegel Putins Trolle «In Deutschland formiert sich eine Gruppe von Menschen, die überall Lügen sehen. Sie hassen den Westen, misstrauen der Presse, und den Politikern sowieso. Und sie lieben Putin. Wer sind sie? (…) Mährholz, ein Mann, der wie ein harmloser, netter Tierschützer aussieht und seine Sätze oft mit "Ihr Lieben" beendet, predigt auch selbst. Sein Hassthema ist der Kapitalismus, speziell das Zentralbankensystem der Vereinigten Staaten, das in Mährholz’ Kopf der größte Kriegstreiber auf dieser Welt ist. Damit trifft der Mahnwachen-Veranstalter sowohl die Herzen der linken, als auch der rechten Verschwörungstheoretiker, die wiederum an eine "jüdische Weltverschwörung" glauben. (…) Jürgen Elsässer ist wahrscheinlich der größte Meister des Hasses unter den Friedensbewegten, das wird klar, wenn man sich noch mehr seiner Mahnwachen-Auftritte anschaut und anhört. Elsässers Parolen sind böse und schlimm. Doch das Allerschlimmste ist es, mitanzusehen, wie die Menschen auf ihn reagieren. "Ami, go home!", sagt Elsässer unaufgeregt in ein Mikrofon, nachdem er über Amerika – das Lieblingshassthema auf Montagsveranstaltungen – gesprochen hat. Eine berauschte Menge schreit es ihm darauf nach. "Ami, go home!" Immer und immer wieder. (…) das wahre, heimliche Mastermind dieser deutschen "Friedensbewegung" [ist] nicht Jürgen Elsässer, nicht Ken Jebsen, nicht sonst irgendwer, es ist der russische Präsident höchstpersönlich.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9.12.2014) Eintopf-These «Pegida, Hogesa, NPD, AfD, Verschwörungstheoretiker – und mittendrin die Friedensbewegung: In Deutschland bilden sich derzeit erstaunliche Bündnisse. Links und rechts tun sich zusammen. (…) Redner aus dem neurechten und verschwörungstheoretischen Spektrum wie Jürgen Elsässer redeten eine ,Querfront‘ zwischen rechts und links herbei – gegen die ,Kriegstreiber‘ in Altparteien und Medien.» (fr-online.de, 10.12.2014) Obskure Rechnung «Die Bewegung der Verschwörungstheoretiker ist eine obskure Mischung aus Rechten, Linken, Putinfans, Antisemiten und Spinnern, die den verschiedensten

Verschwörungstheoretiker In den 1990er Jahren waren Diskussionen über Weltordnungspläne der USA noch ganz normal. Foto: Der Spiegel Verschwörungstheorien anhängen. Es gelingt ihnen zunehmend, Prominente auf ihre Seite zu ziehen. So tauchte kürzlich Egon Bahr, der Architekt der Ostpolitik in den 60er und 70er Jahren, auf einem Kongress dieser Bewegung auf. (…) Im weitesten Sinne kann auch die islamfeindliche Bewegung Pegida in Dresden zu der Bewegung gerechnet werden.» (tagesspiegel.de über Teilnehmer der Friedensmahnwachen, Pegida-Anhänger und COMPACT- Leser, 13.12.2014) Jauche und Galle «Frustbürger und Fremdenfeinde – wie gefährlich sind die neuen Straßen-Proteste?» (ARD-Talkshow Günther Jauch über Pegida, 14.12.2014) Hitlers Hanuta-Truppe «Rein sprachlich gesehen ist Pegida irgendwo zwischen Gestapo und Hanuta zu verorten – es ist, wie Hogesa auch, die Rückkehr der dreisilbigen Abkürzung in den deutschen Sprachgebrauch. (…) Gestapo (erfunden 1933) und Hanuta (erfunden 1959) markieren auch die Koordinaten der Angst, die diese fremdenfeindliche Bewegung auslöst – zwischen Volksgemeinschaft, Verbrechen, Verdammnis und der Erlösung durch Konsum und Kapitalismus. Aber was soll man machen, wenn die Kraft des Konsumismus nachlässt: Das ist das Erschrecken des Hanuta-Landes vor dem Gestapo-Schatten, das ist, mal wieder, die andauernde (und nicht unberechtigte) Angst der Deutschen vor sich selbst. (…) Geht also die ganze deutsche Scheiße wieder von vorne los, das fragen sich viele, und es gibt auch Leute, die sich schon Gedanken machen darüber, in welches Land sie am besten auswandern wollen (…) Fazit: "Deutschland müffelt".» (Spiegel-Kommentator Georg Diez, spiegel.de, 19.12.2014) Gemäßigt ist das neue gefährlich «Die Legida-Organisatoren haben als wichtigsten Redner des Abends Jürgen Elsässer gewonnen, den Star der Gegenöffentlichkeit, einen Mann, der nahezu überall ist, wo am System gezweifelt wird. In letzter Zeit sieht man ihn als einen der Anführer der Putin-Sympathisanten des Friedenswinter-Milieus, kurz davor noch predigte er vor Leuten, die fürchten, Kinder würden an Schulen zur Homosexualität erzogen. Elsässer versucht, was er kann, um das Publikum 107

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