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COMPACT-Edition 2

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Heil Amerika! 84 Wir

Heil Amerika! 84 Wir sind Amerika «Lieber Edward Snowden, Darf ich Ihnen erklären, warum Sie kein Asyl in Deutschland bekommen. Sie bekommen kein Asyl, weil wir Amerika sind. Wir sind es, seit Amerika uns vor den Nazis befreit hat. Ja, vielleicht sind Sie der Gandhi des Internet (…). Aber ich liebe Amerika. (…) Ich entscheide mich immer für Amerika. Amerika war meine Heimat, mein Dach. Amerika ist mir lieber als Putin. (…) Für Amerika ist Snowden ein Verräter, für uns ist er ein Held.» (Franz Josef Wagner, bild.de, 7.11.2013) Demokratie-Zertreter «Manche Sachen sind vielleicht besser hinter verschlossenen Türen getan (…). Demokratisch ist das nicht, aber was ist schon im Leben demokratisch.» (Peter Esser, Vertreter der deutschen Wirtschaft in Washington, über die Geheimverhandlungen zum TTIP-Abkommen, SWR Im Grünen, 26.11.2013) TTIP-Terror «Die Standards in Europa haben ein anderes und, wie ich finde, unbegründet hohes Niveau, das wissenschaftlich nicht fundiert ist. (…) Was für eine amerikanische Familie gutes Essen ist, sollte auch für Europäer gutes Essen sein.» (US-Botschafter Stuart Eizenstat über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP, Report München, 27.11.2013) Schritt in den Abgrund «Ein solches Freihandelsabkommen wäre ein riesen Schritt nach vorne, der auch neue Arbeitsplätze schaffen würde.» (Angela Merkel über TTIP, ARD Monitor, 30.1.2014) Chelsea Manning - damals Edward - hatte der Enthüllungsplattform Wikileaks Geheimdokumente zugespielt, die irreguläre Tötungen und Folter der US-Armee in Irak belegten. Foto: Stern-Cover Wachstumswahn «Es ist ganz offensichtlich, dass das Wachstum schaffen wird und mehr Einkommen für unsere Bürger. Ich bin ziemlich sicher, dass es hunderttausende neue Arbeitsplätze bringen wird.» (EU-Handelskommissar Karel de Gucht über das Freihandelsabkommen TTIP, ARD Monitor, 30.1.2014) Friedensheld Obama «Lieber Barack Obama, atemlos verfolgt die Welt den Zweikampf "Messias gegen Macho". Ich bin froh, dass Sie, lieber Obama, der Messias sind. (…) Mag sein, dass Putin zurzeit der starke Mann ist, aber in der Geschichte der Menschheit werden Sie der starke Mensch sein. Sie haben nicht überreagiert, Sie waren cool. Sie haben keinen Krieg ausgelöst. Ein Krieg, ein 3. Weltkrieg, wäre das

Heil Amerika! Schlimmste für die Menschheit. Barack Obama hat diesen Krieg verhindert. (…) Er hat den Friedensnobelpreis verdient.» (Franz Josef Wagner, bild.de, 20.3.2014) Die Freihandelslüge «TTIP bedeutet, unsere Werte in einer sich verändernden Welt zu sichern.» (EU-Handelskommissar Karel De Gucht, CDU- Wirtschaftstag, 3.7.2014) Ami-Beschützer «Steinmeier fordert Respekt vor Amerika.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.7.2014) Die Kriegs-Verhinderer «Wer hätte Hitler gestoppt, wenn die Alliierten nicht in der Normandie gelandet wären? Gäbe es einen Staat Israel, wenn dieser sich im Juni 1967 nicht gegen eroberungswütige arabische Nachbarn zur Wehr gesetzt hätte? Waren es nicht NATO- Bomben, die das mörderische Treiben von Slobodan Milosevic, Radovan Karadzic und Ratko Mladic beendeten? Aktuell wiederum sind es die USA, die mit Luftschlägen einen Völkermord im Nordirak verhindern wollen. Soll man sie dafür kritisieren? (tagesspiegel.de, 12.8.2014) Verräter unter sich «Die Debatte in Deutschland ist eine schwierige (…), weil wir ein Land sind, das reich und hysterisch ist. (…) Aber bitte bringen sie das nicht in die Tageszeitungen, (…) wir sind ja hier unter uns.» (Sigmar Gabriel über die Verhandlungen zum TTIP- Abkommen beim Weltwirtschaftsforum in Davos, 21.1.2015) Glaubensfragen «Ich persönlich glaube, dass die Vorteile sehr viel größer sind als die möglichen Risiken. (…) Wir müssen mit den Menschen darüber sprechen, dass die Ängste, die es teilweise gibt, nicht berechtigt sind.» (Bundeskanzlerin Angela Merkel über TTIP, 7.2.2015) Die Transatlantische Perspektive «Warum wir Schiedsgerichte brauchen // Investoren sind angewiesen auf einen Schutz vor staatlicher Willkür und vor unkalkulierbaren Rechtsverfahren in fremden Ländern.» (Der Ehemaliger Vorsitzender der CDU/CSU- Bundestagsfraktion und aktuell Vorsitzender der Atlantik-Brücke Friedrich Merz über das Freihandelsabkommen TTIP und die privaten Schiedsgerichte, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.2.2015) Sarkasmus-Attacke «Heute scheint es opportun und trendy zu sein, ja dem Zeitgeist zu entsprechen, gegen vieles zu sein und dafür auch auf die Straße zu gehen: gegen Überfremdung, gegen Europa, gegen die Globalisierung – womit ich vor allem TTIP meine –, gegen Amerika und vor allem auch gegen die Politik ganz allgemein, die von den Wutbürgern von der Pegida (…) offen in Frage gestellt wird. Offensichtlich hat es die Politik noch immer nicht geschafft, das Paradies auf Erden mit Rundumversorgung und grenzenlosen Aufstiegsmöglichkeiten, mit Selbstverwirklichungsmöglichkeiten und 100 prozentiger sozialer Absicherung zu garantieren. Shame on you! Und dann natürlich noch die 85

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