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Gruess Gott - Frühjahr 2021

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Das Magazin über Gott und die Welt

HIMMEL FAMILIENBANDE

HIMMEL FAMILIENBANDE Nicht alle Kinder können in einem großen Netzwerk aufwachsen. Beim Projekt Familientandem übernehmen Freiwillige die Rolle von Großeltern, Tanten und Onkeln. Und schenken Kindern etwas Kostbares: gemeinsame Zeit. TEXT: JANINA LEBISZCZAK FOTOS: RAPHAEL GABAUER Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, so lautet ein afrikanisches Sprichwort – das auch in Oberösterreich gewisse Gültigkeit hat. Doch oft wohnen die Großeltern und andere Verwandte zu weit weg, um auf die Kinder aufzupassen, manchmal sind sie noch berufstätig und haben daher nur beschränkt Zeit. Babysitter oder Hortplätze kosten Geld und sind nicht flexibel. Doch es gibt noch eine weitere Option – und die ist eine Bereicherung für alle Beteiligten: das Projekt Familientandem, bei dem Freiwillige mit den Kindern „fremder“ Eltern Zeit verbringen. Je länger man sich kennt, desto größer wird das gegenseitige Vertrauen. „Im Idealfall und sehr oft entstehen jahrelange Freundschaften“, erzählt Christa Tatár, seit 14 Jahren in Ebensee als Pfarrsekretärin angestellt. Die Mutter eines 17-jährigen Sohnes und Tandemtante des CHRISTA TATÁR, 46, arbeitet seit 14 Jahren als Pfarr sekretärin in Ebensee und engagiert sich fast ebenso lange für das Projekt Familientandem. 2019 wurde sie dafür mit dem Solidaritätspreis der Kirchen- Zeitung ausgezeichnet. kleinen Leon besitzt nicht nur jede Menge Organisationstalent, sondern auch ein großes Herz – und ist gewillt, es jenen zu schenken, die es brauchen. Die Liebe zum Kind ist dabei die treibende Kraft, ganz egal ob ein Verwandtschaftsverhältnis besteht oder nicht. „Begonnen hat alles damit, dass ich mich um die Kinder meines Nachbarn gekümmert habe, ein alleinerziehender Vater aus Mazedonien“, erzählt sie. Seit sie in der Pfarre sei, habe sie das Thema beschäftigt, wie es den Familien hier in der Gegend ergeht. Vor allem solchen, die kein Netzwerk haben: „Hier gibt’s großen Zuzug, und viele haben keine Großeltern, Tanten, Onkel. Also habe ich einen Aufruf im Pfarrblatt gestartet. Zeitgleich habe ich bemerkt, dass es für das, was ich da tue, einen Namen und eine Struktur gibt, die von der Caritas kommt: Familientandem.“ 18

Spielerisch. Regina Weiser und Tandemkind Hannah genießen mit deren Mutter Sabine die Zeit auf dem Spielplatz. Melina – aus einem anderen Gespann – hat sichtlich Spaß auf der Rutsche.