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Gruess Gott - Frühjahr 2021

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Das Magazin über Gott und die Welt

Im Hörsaal. Der

Im Hörsaal. Der gebürtige Linzer unterrichtet Studierende an der MedUni Wien. „Ich versuche, sie auch dazu zu bringen, sich die Frage zu stellen: Was will ich mit diesem Studium machen?“

HIMMEL EIN GENETIKER UND ZWEI WÖLFE Zum Künstler habe sein Talent nicht gereicht, sagt Markus Hengstschläger. Also wurde er Wissenschaftler, Buchautor und begnadeter Wissenschaftsvermittler. Ein Gespräch über Gene, Glaube und das Gute im Menschen. TEXT: MARTIN FOSZCZYNSKI FOTOS: ASA 12/GREGOR KUNTSCHER Haben Sie sich als Bub vorgestellt, einmal in der Forschung Karriere zu machen? Gar nicht. Was wollten Sie damals werden? Am liebsten Musiker oder Maler, aber dazu hat mir eindeutig das Talent gefehlt, obwohl ich viele Jahre Klavierunterricht genommen und eine Zeitlang jeden Tag gemalt habe. Sie haben also irgendwann Ihr wahres Talent entdeckt. Welche Rolle spielen die Gene dabei? Natürlich gibt es genetische Komponenten, die unser Leben relativ stark beeinflussen. Zum Beispiel, was unser Aussehen betrifft. In anderen Bereichen ist das weniger der Fall. Aber es gibt wenig, wo die Gene gar keine Rolle spielen. Welche Rolle spielten die Gene bei Ihrem beruflichen Werdegang? Wenn man über den Lebensweg spricht, würde ich die Gene als eher zweitrangig betrachten. Da gibt es viele andere Einflussfaktoren. Mein Vater ist Universitätsprofessor, meine Mutter war Schuldirektorin – die elterlichen Voraussetzungen für eine Forschungslaufbahn waren also gut. Trotzdem würde ich den Eifer, mit dem ich da ­ r auf hingearbeitet habe, in der Bedeutung viel höher einschätzen. Hat es überhaupt Sinn, sich für einen Weg zu entscheiden, für den man keine genetische Veranlagung hat? Begabungen sind Potenziale. Jeder Mensch kommt mit unterschiedlichen Potenzialen auf die Welt. Doch dann kommen andere Faktoren ins Spiel. Angenommen also, ich 23