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Gruess Gott - Frühjahr 2021

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Das Magazin über Gott und die Welt

[HERR]GOTT Wieder

[HERR]GOTT Wieder lachen. Kathrin Neuböck mit ihren Kindern Cäcilia und Maximilian und ihrem Mann Daniel. Möglichkeit, als Schulassistentin für eine blinde Zehnjährige zu arbeiten. Seitdem begleite ich sie in den Unterricht und helfe ihr am Computer, beim Turnen, Zeichnen und in der Musikstunde. Diese Aufgabe ist ganz anders als meine vorherige Tätigkeit – aber sie macht mir Spaß, und ich habe ein gutes Gefühl dabei, einer sinnerfüllten Arbeit nachzugehen. Corona hat mir geholfen, mich neu zu orientieren. Und jemand da oben hat dabei eine schützende Hand über mich gehalten. zu neuen Erkenntnissen über die Pandemie befragt wurde. Mir war es dabei immer wichtig, komplexe Zusammenhänge so zu erklären, dass auch Nichtmediziner sie verstehen. Von Albert Einstein stammt das Zitat: „Wenn du es nicht einfach sagen kannst, dann hast du es nicht gut genug verstanden.“ Das ist mein Anspruch. Meine Familie war es schon vor Corona gewöhnt, dass ich als Erster aus dem Haus gehe und als Letzter heimkomme. Von Montag bis Freitag stehe ich um 5 Uhr auf, bin um 6 Uhr in der Klinik, und um 7 Uhr analysieren wir die Zahlen, die sich über Nacht neu ergeben haben. Danach folgen Besprechungen und Videokonferenzen, ehe ich auf unseren Covid-19-Stationen Gespräche mit Patientinnen und Patienten führe. Meine Nachmittage sind voll mit Beratungen und ziehen sich meistens bis 18 oder 19 Uhr. Danach ist es mir wichtig, mit meiner Frau Claudia und meinen beiden Buben gemeinsam abendzuessen. Jakob, 17, und Clemens, 14, sehe ich jetzt fast öfter als davor, weil sie den Großteil des Jahres im Heimunterricht waren. Vor dem Schlafengehen arbeite ich noch die Dinge auf, die untertags liegen geblieben sind. Es sind die freien Wochenenden, die mir die Kraft geben, die ich unter der Woche brauche. Vor allem die Bewegung in der Natur ist mir wichtig. So habe ich das Wandern im nahen Mühlviertel wirklich schätzen gelernt. Seit Corona hat sich meine berufliche Reisetätigkeit stark reduziert, und meine Lehrveranstaltungen an der Uni Linz können nicht mehr in Präsenzlehre stattfinden. Ich vermisse es auch, Leute nach Hause »Man wird umso dankbarer, selbst gesund zu sein.« Bernd Lamprecht, 44 Seit dem Jahr 2013 leite ich die Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum Linz. In dieser Funktion war das vergangene Jahr natürlich besonders herausfordernd für mich. Neben meiner Arbeit als Primar im Spital brachte es die Corona krise mit sich, dass ich plötzlich in unzähligen Interviews Komplex. Dr. Lamprecht wurde über Nacht zum gefragtesten Experten im Land – eine Aufgabe mit viel Verantwortung. 56

FOTOS: ZELJKO JAKOVLJEVIC Demut. Bernd Lamprecht ist tagtäglich mit Schicksalen von an Covid-19 Erkrankten konfrontiert. Umso dankbarer ist er, selbst gesund zu sein.