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Gruess Gott - Frühjahr 2021

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Das Magazin über Gott und die Welt

SAKRAMENT JUGEND MIT

SAKRAMENT JUGEND MIT GOTT Wer sich firmen lässt, sagt Ja zum christlichen Glauben. Bis es für Jugendliche aber so weit ist, braucht es mindestens zwölf Jahre, einen Bischof – und einen Geist, der keiner ist. TEXT: SABRINA LUTTENBERGER FOTOS: ROBERT MAYBACH Als Kunstturnerin verbringt Lorena Böhmberger viel Zeit in der Schwebe. Zum Beispiel , wenn sie Übungen am Balken trainiert. Doch in ihrem Glauben ist die zweifache Staatsmeisterin schon seit vielen Jahren gefestigt. Das möchte sie heuer zu Pfingsten endlich offiziell machen. Dann holt die 18-Jährige ihre Firmung nach. „Eigentlich wollte ich mich wie alle anderen mit 14 Jahren firmen lassen“, erzählt sie. „Als Leistungssportlerin ist es sich für mich zeitlich aber einfach nicht ausgegangen. Ich weiß noch, wie sehr mich das geärgert hat.“ Seither hat Lorena das Gefühl, als ob ihr etwas fehlen würde. Darum war für sie klar: Sobald es der Turnkalender zulässt, möchte sie das Sakrament der Firmung empfangen. „Wer Sport macht, kennt das, wenn man vor einem Wettbewerb darum bittet, eine Übung zu schaffen oder ein Match zu gewinnen. Man redet da mit sich selbst, ich glaube aber, man spricht dabei auch zu Gott“, sagt Lorena. „Ich bin mir sicher, dass ich – im Leben und im Sport – durch die Firmung gestärkt sein werde.“ Firmung ist Stärkung. Das lässt schon die Wortherkunft vermuten: Im Lateini- schen steht firmare für „kräftigen“ oder „beglaubigen“. Und es bezieht sich auf ein Wunder, das die Apostel an Pfingsten, dem 50. Tag nach der Auferstehung von Jesus, erlebten: „Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten“, heißt es in der Apostelgeschichte, „auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Und so, wie der Heilige Geist die Apostel gestärkt hat, soll er das auch bei den Firmlingen tun – leider ohne Instant-Fremdsprachenkurs, aber immerhin im Glauben. Den Himmel offenhalten Für Stefan Schöttl bedeutet das, Jugendliche wie Lorena Böhmberger zu ermuntern, sich mit ihrem Gottesbild auseinanderzusetzen. Er ist in Linz Referent für Firmpastoral. Als solcher begleitet er Jugendliche in der Firmvorbereitung. „Es geht nicht darum, jungen Menschen zu sagen, was sie glauben müssen, um ein guter Christ oder eine gute Christin zu sein, sondern sie zum Nachdenken anzuregen. Sie auch im Zweifel zu begleiten, dabei 62

Ein eigener Weg. Das Labyrinth am Linzer Domplatz passt zur Frage, die sich Jugendliche wie Lorena stellen: Wohin will ich gehen?