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Gruess Gott - Herbst 2020

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Wenn die Welt Kopf steht - Das Magazin über Gott und die Welt

GOTT & DIE WELT Aus Alt

GOTT & DIE WELT Aus Alt mach Neu. Staub, Schmutz und Spinnweben haben den Figuren zugesetzt. Nun werden sie 3D-fotografiert und gemeinsam mit allen Bauwerken liebevoll saniert. DAMIT DIE ENGERL WIEDER SINGEN Die Linzer Domkrippe wird heuer umfassend restauriert. Bei „Advent am Dom“ kann man sie aus ganz neuen Perspektiven betrachten. Sie ist eine der größten (und schönsten) Krippen der Welt: die in den Jahren 1909 bis 1913 von Sebastian Osterrieder gestaltete Linzer Domkrippe. Doch der Zahn der Zeit hat kräftig an ihr genagt. Darum werden die Figuren in einem Atelier in Wien gründlich restauriert: „Es geht vor allem um die Reinigung von Schmutz und auch um Reparaturen von abgebrochenen Teilen. Bei den Schafen zum Beispiel sind ein paar Ohrwascheln und Füße abgebrochen“, erklärt Dommeister Clemens Pichler. Zeitgleich scannen die Profis vom Ars Electronica Center die Figuren mit einem modernen 3D-Scanner, um den Besucherinnen und Besuchern von „Advent am Dom“ (siehe S. 73) ein besonderes Erlebnis zu bieten: In einem Seitenraum des Doms lassen sich die Figuren mit Virtual-Reality-Brillen in Überlebensgröße und aus ganz neuen Blickwinkeln betrachten. Auch die echte Krippe wird weiter zugänglich sein – an ausgewählten Tagen kann man den Restauratorinnen sogar bei der Arbeit über die Schulter schauen. Mehr Infos: www.mariendom.at FOTOS: DIÖZESE LINZ/MARIA APPENZELLER, MATTHIAS WINKLER, ALEXANDER ELLMAUER 12

WO BIN ICH? Wir führen Sie in jeder Ausgabe zu einer der knapp 1.000 Kirchen und Kapellen in Oberösterreich. Können Sie erraten, welche wir diesmal besucht haben? Sie ist eine Kriegsgedächtniskirche im Wortsinn. Denn die Menschen, die sie bauten, hatten den Krieg noch allzu gut im Gedächtnis: 88 Männer aus diesem Dorf am Mondsee waren im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallen. Die Heimgekehrten begannen im Jahr 1945 gemeinsam mit dem Kaplan und Freiwilligen aus dem Ort, eine Kirche zu bauen – zum Dank, wieder mit ihren Familien vereint zu sein. Das Baumaterial holten sie teils aus Bombentrichtern in Salzburg. 1948, nach drei Jahren Bauzeit, feierte das ganze Dorf die Kirchweihe. Seither verging kaum ein Jahrzehnt ohne liebevolle Erweiterungs- und Renovierungsarbeiten, zuletzt im Jahr Für den Frieden. Über die Jahre wurde die Kirche üppig mit Kunstwerken ausgestattet. Zuletzt 2010, als Inge Dick, Trägerin des Österreichischen Kunstpreises 2020, die Kirchenfenster neu gestaltet hat. 2011 – auch wieder begleitet von einem großen Fest. Denn die Devise von damals darf auch heute nicht in Vergessenheit geraten: Nie wieder Krieg. Wissen Sie, welche Kirche gemeint ist? Die Lösung finden Sie auf Seite 74. 13