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GruessGott 01 2019

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Momente des Glücks - Magazin über Gott und die Welt

[HERR]GOTT WAHRZEICHEN

[HERR]GOTT WAHRZEICHEN UND WEGWEISER „Richte dich auf, schau nach vorne, schau nach oben“: Der Linzer Mariendom ist ein Gotteshaus, das ergriffen macht und Kraft spendet. TEXT: WOLFGANG WIESER FOTOS: ROBERT MAYBACH, VOLKER WEIHBOLD Am liebsten betritt Dompfarrer Maximilian Strasser den Mariendom durch das Nordportal. Mit geübtem Schwung stößt der 69-Jährige die Tür auf und steigt ins Halbdunkel. Gedämpft dringt noch das Knattern eines Mopeds von der Straße in den Dom, ein Mädchen lacht, jemand ruft nach seinem Hund. Dann ist die Tür wieder zu, und der Alltag muss draußen bleiben. Strassers Schritte werden langsamer, schließlich hält er inne. Wer hier etwas zu sagen hat, senkt seine Stimme. Man atmet unwillkürlich langsamer. Selbst Maximilian Strasser, der seit 21 Jahren im Mariendom ein- und ausgeht, übt sich in Zurückhaltung. Der Dom verlangt sie – als Zeichen des Respekts, als stilles Immer-wieder-Staunen angesichts der überwältigenden Architektur. Einige Sekunden verharrt der Geistliche an der Nahtstelle von Turmhalle und Kirchenschiff: „Wenn ich hier stehe, schau ich nach vorne“, sagt er nach einer Weile; und er flüstert beinahe, „das ist die Botschaft des Doms an die Menschen, an jeden, der kommt: Richte dich auf, schau nach vorne, schau nach oben.“ Zeugnis der Geschichte Dort, wo jetzt der Dompfarrer behutsam, aber mit Nachdruck spricht, stand vor einigen Monaten Bischof Manfred Scheuer. Gerade war die Turmkreuzkugel in 130 Meter Höhe zum ersten Mal seit 1901 geöffnet worden, und der Bischof persönlich brachte ihren Inhalt in die Turm halle. Sie enthielt Teile des Heiligen Kreuzes und Knochenreliquien von verschiedenen Heiligen. „Der Dom als Bauwerk ist Zeugnis ZUSATZOTO: MARIENDOM LINZ/WOLFSTUDIOS 50

Blick nach vorne. Bevor Dompfarrer Max Strasser zum Altar geht, hält er stets für Augenblicke inne. 51