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GruessGott 01 2019

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Momente des Glücks - Magazin über Gott und die Welt

SAKRAMENT Ein Stückchen

SAKRAMENT Ein Stückchen positive Energie „Eine Kerze zünde ich dann und wann hier in der Kirche für Freunde oder Bekannte an, wenn ich das Gefühl habe, sie könnten Hilfe gebrauchen. Besonders in Situationen, wo man nichts anderes tun kann, um ihnen über schwierige Zeiten zu helfen, glaube ich, dass das etwas bringt. Das sage ich ihnen dann auch, sie freuen sich darüber und bekommen so jedenfalls positive Energie von mir.“ Anna Mayer Spirituelle Vorsorge „Ich habe Kerzen angezündet, seit ich mich erinnern kann, gemeinsam mit meinen Eltern. Natürlich stellt man etliche Dinge, die man von den Eltern gelernt hat, mit dem Älterwerden in Frage; Kerzen in Kirchen, Kapellen oder sonst wo anzuzünden bereitet mir aber immer noch große Freude. Ich find’s einfach schön und zünde überall gerne ein Kerzerl an. Dabei denke ich hauptsächlich an Familie und Freunde; es möge ihnen Glück bringen, als spirituelle Vorsorge ohne besonderen Grund. Wir haben aber auch schon zweimal mit der Schule, der HTL Steyr, das Friedenslicht nach Straßburg gebracht. Ein schönes Gemeinschaftserlebnis.“ Michael Berger Das Licht in der Ferne „Ich bin als Ministrantin und in der Jungschar inmitten der kirchlichen Gemeinde aufgewachsen. Man ist hier in Christkindl schnell in der Gemeinde integriert, ich weiß nicht, ob das auch etwas mit dem Namen zu tun hat. Ich habe schon immer gerne Kerzen angezündet, vor allem auch, wenn ich mit meinen Eltern auf Reisen in fremden Kirchen war. Gerade im Urlaub vermisst man ja oft jemanden, und an die Person denke ich dann. Ich zünde eigentlich viel öfter woanders Kerzen an als daheim. Und hauptsächlich für andere, kaum je für mich.“ Lina Jakob 68

SAKRAMENT Andenken an Verwandte „Dass ich genau hier im Mariendom meine Kerzen anzünde, hat mit meiner Großmutter zu tun. Die war immer hier, als die Kerzen noch vor dem hl. Antonius standen. Sie war eine tiefgläubige Frau und hat viel Zuversicht aus Gebeten geschöpft, besonders jenen zum hl. Antonius. Sie ist mit meinem Vater 1963 aus Wien nach Linz übersiedelt. Er hatte eine schwere Operation, sie hat täglich zur gleichen Zeit hier für ihn gebetet, das hat ihr Kraft gegeben. Und ich mache es ihr nach, komme gerne in den Dom, um in der Stille, die man sonst in all dem Konsumtrubel der Stadt nirgendwo mehr findet, nachzudenken, mich zu sammeln. Und dann denke ich an meinen Vater, den Onkel, den Schwiegervater, all jene verstorbenen Verwandten und Freunde, die mein Leben bereichert haben. Und natürlich an meine Tochter, gerade vor großen Prüfungen – was sie aber gar nicht hören will.“ Andrea Bina Danke statt Bitte sagen „Ich bin als siebtes Kind einer bäuerlichen Familie oben im Steyrtal geboren worden, unsere Adresse war Kirchenweg 1. Der Kirchgang war ein Muss, oft an der Hand des Vaters, mehr geschleppt als geführt. Der Vater war Alkoholiker, ist nach der Kirche gleich zum Wirten, und ich habe irgendwann begonnen, Kerzen anzuzünden, und habe um Hilfe in meiner Situation gebeten. Mit 19 bin ich nach Linz gegangen, bin in den Dom, der war größer – da passen noch mehr Kerzen rein, hab ich gedacht. Und ich wurde hier heimisch, vor allem sozial. Der Dom wurde ein Ort für mich und meine Gedanken. Mit 30 war mir Linz auch zu klein, ich bin auf Weltreise gegangen, alleine. Und wenn ich mich einsam gefühlt habe, bin ich in ein Gotteshaus gegangen, egal welcher Konfession, habe in Bangkok ein Glockerl aufgehängt, in Indien ein Räucherstäbchen angezündet oder eben in Südamerika in randvollen Kirchen eine Kerze. Und dabei an meine Lieben gedacht, an meinen verstorbenen Vater, mich mit ihm ausgesöhnt. Und schließlich statt Bitte lieber Danke gesagt.“ Daniela Sitter 69