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Grüß Gott Frühjahr 2020/2

Das Magazin über Gott und die Welt

BESSER DIE HÄNDE

BESSER DIE HÄNDE GEFESSELT ALS DER WILLE „Ein verborgenes Leben“: US-Regisseur Terrence Malick hat das Leben des NS-Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter auf berührende sowie bildstarke Art und Weise verfilmt. Das preisgekrönte Epos rund um die Geschichte Jägerstätters erzählt von der Liebesbeziehung zu seiner Frau Franziska und seinem Entschluss zum Widerstand: Aufgrund seiner christlichen Überzeugungen hat sich der Landwirt aus dem oberösterreichischen St. Radegund gegen den National- Großes Kino. August Diehl spielt Franz Jägerstätter, Valerie Pachner seine Frau Franziska. sozialismus gestellt und den Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg verweigert. Eine Entscheidung im Zeichen des Glaubens, für die er 1943 zum Tode verurteilt wurde. Die vielbeachtete Hollywood- Verfilmung lässt die Person Jägerstätter, der 2007 seliggesprochen wurde, neu aufleben und stellt damit die Frage: Was bedeutet es, dem eigenen Gewissen zu folgen, auch gegen den Strom? Wachsend. Gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern werden Schweizer Kunstschaffende ein besonderes Gebilde entstehen lassen. HÖHENRAUSCH: WIE IM PARADIES Über den Dächern: In eine Welt voller künstlicher Paradiese entführt der heurige Höhenrausch von 27. Mai bis zum 18. Oktober 2020 in Linz. Duftendes Bienenwachs, Nebelschwaden und ein spiegelnder Kirschgarten locken dabei auf die Dächer zwischen OÖ Kulturquartier, Passage und Ursulinenhof. Die Ausstellung „Wie im Paradies“ setzt sich mit Wunschvorstellungen für Leben und Zukunft auseinander. Dabei werden unter anderem die Themen „Shopping & Freizeit“, „Natur & Umwelt“ und „Besinnung, Leere & Erinnerung“ eine Rolle spielen. Neben Verzückung und Ekstase werden aber auch die Kehrseiten aufgezeigt. Über 30 internationale und nationale Künstlerinnen und Künstler werden den Höhenrausch mit ihren Ideen bereichern. FOTOS: PR, GERDA STEINER & JÖRG LENZLINGER, THE MYSTERY OF FERTILITY, 2008 12

GOTT & DIE WELT WO BIN ICH? Wir führen Sie in jeder Ausgabe zu einer der über 4.000 Kirchen und Kapellen in Oberösterreich. Können Sie erraten, welche wir diesmal besucht haben? FOTOS: HOMOLKA Für die Ewigkeit. Im Jahr 1140 wurde die gesuchte Kirche im romanischen Stil erbaut. Ihre Glocke stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist eine der ältesten im deutschen Sprachraum. Einst verkündete eine Inschrift, diese Kirche sei im Jahre 9 vor Christus als römischer Wachturm erbaut worden – was sich nach einer archäologischen Untersuchung von 1968 als falsch herausstellte. Wahrscheinlich hatte jemand „romanisch“ – den Baustil der Kirche – mit „römisch“ verwechselt, und schon war die Legende entstanden. Doch auch ihr wahres Alter von fast 900 Jahren ist beachtlich. Ihrer Lage an einem damals von der Schifffahrt genutzten Gewässer verdankt sie ihre Widmung; dem Heiligen am Altar wurde für sichere Überfahrt gedankt. Heutzutage kommt kaum noch jemand zufällig vorbei, die Verkehrsströme haben sich verlagert, die Häuser rundum beherbergen nur eine Handvoll Menschen. Trotzdem hält ein privater Verein die Kirche beeindruckend in Schuss und veranstaltet hier regelmäßig Konzerte. Wissen Sie, welche Kirche gemeint ist? Die Lösung finden Sie auf Seite 75. 13