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Grüß Gott Frühjahr 2020/2

Das Magazin über Gott und die Welt

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[HERR]GOTT „WIR KÖNNEN NIE GENUG KRIEGEN“ Als Kind wollte Philipp Hochmair Bauer im Hausruckviertel werden. Stattdessen wurde er Österreichs vielseitigster Schauspieler. Ein Gespräch über Erfolg, Religion und seine wichtigste Rolle: den „Jedermann“. TEXT: HOLGER POTYE FOTOS: ÉRIVER HIJANO Im Sommer werden Sie mit „Jedermann Reloaded Symphonic“ ein Gastspiel am Linzer Domplatz geben. Was darf man da erwarten? Ein Experiment. Wir versuchen, die Salzburger Philharmonie, meine Band Die Elektrohand Gottes und den Text von „Jedermann“ zu vereinen – und das bei einem Open-Air- Konzert. Wir haben ein 60-Mann­ Orchester, eine Rockband und einen Performer, der alle Rollen des Stücks alleine spielt. Diese Kräfte werden aufeinander losgelassen. Das haben wir vergangenen Herbst im Salzburger Festspielhaus schon einmal so gemacht. Der Event war ein voller Erfolg. Es war aber ein Kamikaze- Vorhaben, denn es gab kaum die Möglichkeit, in voller Besetzung zu proben – ein Experiment mit vollem Risiko. Das wollen wir jetzt in Linz vertiefen. Als man mich wegen des Events am Domplatz angefragt hat, habe ich sofort zugesagt. Was verbindet Sie mit Linz? Ich bin im Herzen Oberösterreicher. Sie sind aber in Wien geboren. Meine Großeltern sind aber aus Haag am Hausruck. Ich war als Kind viel bei ihnen im Hausruckviertel und habe auch immer davon geträumt, dort Bauer zu werden. Ich sehe mich als Oberösterreicher, weil mein Herz dort ist. Welche Erinnerungen haben Sie an Oberösterreich? Oberösterreich verbinde ich mit der Kindheit. Das war eine prägende Zeit. Ich habe da meine Sommer bei Bauern in Pramer dorf verbracht. Ich wollte lernen, wie man mit Tieren arbeitet. Das war ein Vierkanthof mit Kühen, Schweinen, Ziegen und Tauben – so richtig klassisch oberösterreichisch, wie man sich das vorstellt. Das war eine ganz andere Welt. Eine alte Welt. Die gibt es in dieser Form heute kaum mehr. Ich habe gelesen, Sie würden mit dem Gedanken spielen, sich nach der Schauspielkarriere als Bauer im Hausruckviertel anzusiedeln. Ja, das ist eine Fantasie. Ein Fantasma. Das kann schon noch passieren, ist aber im Moment weit weg. Das Jahr 2019 war sehr intensiv und besonders. Ihr schönstes Jahr? Ich würde sagen, 2018 war mein schönstes Jahr. 2019 war ein erfüllendes und dynamisches Jahr. 55