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Berufsbildungsbrief 1/2022

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Neues Lehrbetriebsportal

Neues Lehrbetriebsportal Lehrverträge per Mausklick einreichen – und vieles mehr Papier ade: Neu können Lehrverträge digital beim Mittelschulund Berufsbildungsamt (MBA) ein - gereicht werden. Auch die Geneh - migung erfolgt digital. Nach der Devise «ein Login für alles» werden weitere digitale Services angeboten und entwickelt. Die Lehrbetriebe können ab sofort am Pilotprojekt teilnehmen und so das Angebot bereits nutzen. ROLF MARTI Das neue Lehrbetriebsportal ist online und steht interessierten Lehrbetrieben ab sofort zur Verfügung. Es macht den Datenfluss zwischen den Lehrbetrieben und dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt digitaler. Das bedeutet: weniger administrativen Aufwand und schnellere Prozesse. Neu können die Lehrbetriebe • ihre Lehrverträge digital einreichen und papierlos genehmigen lassen; • die Dossiers ihrer Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern online verwalten; • offene Lehrstellen direkt auf dem Lehrstellennachweis des Kantons Bern ausschreiben. Bedienerfreundlich – aber garantiert Entwickelt wurde das neue Portal mit Vertreterinnen und Vertretern grösserer und kleinerer Lehrbetriebe. Sie haben die Bedürfnisse der Praxis eingebracht und darauf geachtet, dass die Benutzerführung intuitiv gestaltet wird. Das scheint gelungen, wie die Rückmeldungen aus Lehr - betrieben zeigen, die an der Pilotphase partizipieren (siehe Interview). Sobald die Pilotphase abgeschlossen ist, werden alle Lehrbetriebe im Kanton Bern per Post ein Login erhalten, über das sie ihren Account einrichten können. Papierlos – oder fast Über das neue Lehrbetriebsportal können die Betriebe ihre Lehrverträge online erfassen und digital ans Mittelschul- und Berufsbildungsamt übermitteln. Ausdrucken, unterschreiben und per Post ans MBA schicken? Tempi passati. Neu werden die Lehrverträge durch das MBA digital genehmigt, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind. Das Lehrvertragsmanagement wird damit einfacher und schneller. Der papierene Lehrvertrag existiert nur noch zwischen den Lehrbetrieben und den Lernenden bzw. deren gesetzlichen Vertreterinnen und Vertretern. Einfach – aber praktisch Das Portal bietet noch weitere Vorzüge. Neu bewirtschaften die Lehrbetriebe alle Angaben zum Betrieb und zu den Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern über ein einziges Login. Das heisst: Personaldaten der Ausbildenden erfassen und bearbeiten, die Zuständigkeit für einzelne Lehrverhältnisse von einer Person auf die andere übertragen und erforderliche Dokumente wie Berufsabschlüsse oder Kurs - ausweise im jeweiligen Dossier hinterlegen. Auch können Personen berechtigt werden, Mutationen im Portal vorzunehmen. Übersichtlich – und mehr Mit dem neuen Lehrbetriebsportal behalten die Lehrbetriebe die Übersicht über alle Daten, welche sie mit dem Mittelschulund Berufsbildungsamt austauschen. Diese sind auf beiden Seiten der Leitung immer auf demselben Stand – was Fehlern vorbeugt. Doch nicht genug: Über das Portal können die Lehrbetriebe offenen Lehrstellen erfassen bzw. mutieren und im Nu auf dem Lehrstellennachweis freischalten. So sind die Ausschreibungen stets auf dem neuesten Stand. Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt will künftig weitere digitale Dienstleistungen über das Lehrbetriebsportal anbieten, beispielsweise die Anmeldungen für die Qualifikationsverfahren. Fernziel ist die vollständig papierlose Interaktion mit den Lehrbetrieben. Das neue Lehrbetriebsportal ist ein erster Meilenstein auf diesem Weg. Am Pilotprojekt teilnehmen Interessierte Betriebe melden sich über www.be.ch/lehrbetriebsportal für die Pilotphase an. 1 / Januar 2022 Seite 2

«Weniger Aufwand, mehr Service» Die Entwicklung des neuen Lehr - betriebsportals wurde in der Testund wird in der laufenden Pilotphase von Lehrbetriebsvertreterinnen und -vertretern begleitet. Unter ihnen Stefan Neuenschwander. Er ist bei der Scherler AG Bern verantwortlich für 32 Lernende. ROLF MARTI Das neue Lehrbetriebsportal ist seit knapp vier Monaten für Pilotbetriebe online. Sie haben es bereits davor getestet und arbeiten nun mit Echtdaten. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Neuenschwander: Das Portal bietet mehr, als ich zu Beginn erwartet hätte. Es ist durchdacht und wird den Bedürfnissen kleiner und grosser Lehrbetriebe gleichermassen gerecht. Die Anliegen der Begleitgruppe wurden aufgenommen, das ist erfreulich. Welchen Mehrwert bringt das neue Portal? Neuenschwander: Ich sehe vier Pluspunkte. Erstens: Das Erfassen von Lehrverträgen ist deutlich einfacher als auf dem alten Portal, weil man Vorlagen erstellen kann; das spart Zeit. Zweitens: Alle Lehrverträge und Personaldaten sind an einem Ort hinterlegt; so behält man den Überblick. Drittens: Alle erforderlichen Formulare sind an den richtigen Stellen als Download hinterlegt; damit entfällt das Suchen auf der Webseite des Mittelschul- und Berufsbildungsamts (MBA). Viertens: Lehrvertragsmanagement und Lehrstellenausschreibung erfolgen neu über dasselbe Login; das ist kundenfreundlich. Unter dem Strich: weniger Aufwand, mehr Service. Deckt das Portal alle für Sie wichtigen Funktionen ab? Neuenschwander: Fast. Gut wäre, wenn auch die vergangenen Lehrverhältnisse abrufbar wären. Wir haben zuweilen Anfragen ehemaliger Lernender, die eine Kopie ihres Notenausweises oder eine Kopie des Fähigkeitszeugnisses verlangen. Wünschenswert wäre zudem, wenn auch die «Das Portal bietet mehr, als ich zu Beginn erwartet hätte», sagt Stefan Neuenschwander. Anmeldung für die Qualifikationsverfahren über das Portal laufen würde. Wie beurteilen Sie die Nutzer - freundlichkeit des Portals? Neuenschwander: Ich wüsste nicht, wie man das Portal einfacher gestalten könnte. Es werden auch Leute damit zurechtkommen, die nicht IT-affin sind. Im Portal werden vertrauliche Daten hinterlegt. Haben Sie keine Bedenken in Bezug auf den Datenschutz? Infobox Neuenschwander: Nicht mehr als bei anderen Portalen ... (schmunzelt). Die Zwei- Faktor-Authentifizierung bietet einen guten Schutz vor unlauteren Zugriffen. Kurz: Sie werden das Portal Kolleginnen und Kollegen anderer Lehrbetriebe empfehlen? Neuenschwander: Unbedingt. Es vereinfacht die Zusammenarbeit mit dem MBA deutlich. Die Scherler AG Bern, Elektro und Telematik, installiert Stark- und Schwachstrom anlagen in Industrie-, Gewerbe-, Dienstleistungs- und Wohngebäuden. Das Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeitende und bildet 32 Lernende in den Berufen Elektroinstallateur/-in EFZ, Montageelektriker/-in EFZ, Automatikmonteur/-in EFZ sowie Kauffrau/Kaufmann EFZ aus. Stefan Neuenschwander ist Projektleiter bei der Scherler AG und engagiert sich als Prüfungsexperte und Fachperson beim Mittelschul- und Berufsbildungsamt. 1 / Januar 2022 Seite 3

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