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Berufsbildungsbrief 2/2019

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Digitalisierung der

Digitalisierung der Berufsbildung «Der Bund ist auf vielen Feldern aktiv» Die Berufsbildung muss Antworten auf die Digitalisierung liefern: So fordert es das Leitbild «Berufsbildung 2030»*. Der Bund fördert deshalb den digitalen Wandel mit Projekt - beiträgen. Profitieren können Organisationen der Arbeitswelt und Berufsfachschulen. Im Gespräch: Rémy Hübschi, Vizedirektor des Staats - sekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI. ROLF MARTI Welche Herausforderungen bringt die Digitalisierung für die Berufsbildung? Hübschi: Die Digitalisierung wirkt sich auf die Inhalte und auf die Umsetzung der Berufsbildung aus. Was die praktische Seite betrifft, ist die Berufsbildung gut aufgestellt, weil sie vom Arbeitsmarkt gesteuert wird. Die Betriebe müssen den digitalen Wandel nachvollziehen, um konkurrenzfähig zu bleiben. So werden die Lernenden automatisch mit den neuesten Entwicklungen konfrontiert. Anders sieht es an den Berufsfachschulen und in den überbetrieblichen Kursen aus. Dort müssen wir dafür sorgen, dass die Lerninhalte und die Lernmethoden mit der digitalen Transformation Schritt halten können. Die Lerninhalte werden von den Orga nisationen der Arbeitswelt bestimmt. Tun sie genug, um die jungen Berufsleute digital fit zu machen? Hübschi: Es ist ihre Kernaufgabe, die Ausbildung an technologische und didaktische Entwicklungen anzupassen. Mindestens alle fünf Jahre müssen sie die Bildungsverordnung und die Bildungspläne daraufhin überprüfen. Wir stellen fest, dass sich die Organisationen der Arbeitswelt der digitalen Herausforderung sehr wohl bewusst sind – aber nicht alle sind gleich schnell unterwegs. Entscheidend ist, dass sie bei Reformen die innovativsten Player ihrer Branche einbeziehen. Der Bund will den digitalen Wandel in der Berufsbildung fördern. Wie genau? «Unsere Devise lautet: fördern, sichtbar machen, vernetzen», sagt Rémy Hübschi vom SBFI. Hübschi: Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass der Bund Projekte zur Entwicklung der Berufsbildung unterstützen kann. Das Spitzentreffen der Berufsbildung hat letzten Dezember beschlossen, in den kommenden Jahren einen Schwerpunkt bei der digitalen Transformation zu setzen. Pro Jahr stehen mehrere Millionen Franken zur Verfügung. Davon profitieren insbesondere Berufsfachschulen und überbetriebliche Kurse. Welche Art von Projekten wird gefördert? Hübschi: Wir machen keine inhaltlichen Vorgaben. Die Berufsbildungsakteure wissen am besten, wo Handlungsbedarf besteht. Aber es gibt formale Vorgaben. Die Projekte müssen realistische Ziele BILD: ZVG verfolgen, nachhaltig wirken und von breitem Nutzen sein. Das Know-how und die entwickelten Instrumente sollen auch anderen Akteuren zur Verfügung stehen. Wir legen Wert auf Wissens- und Erfahrungsaustausch. Zusammengefasst lautet unsere Devise: fördern, sichtbar machen, vernetzen. Wurden bereits Projekte eingereicht? Hübschi: Ja, aber wir haben sie noch nicht gesichtet. Die Aktion wurde erst im Januar lanciert. Wir werden in der zweiten Jahreshälfte in die Offensive gehen und planen u.a. Vernetzungstreffen, an denen Good- Practice-Beispiele vorgestellt werden. Wir sind überzeugt, dass noch viele gute Ideen eingereicht werden. 2 / März 2019 Seite 6

In Kürze Wieso initiiert der Bund keine eigenen Projekte? Hübschi: Das schliessen wir bei übergeordneten Themen nicht aus. Zum Beispiel? Hübschi: Denkbar wären Massnahmen, welche mit digitalen Instrumenten die Lernortkooperation vereinfachen. Für die Betriebe wäre das eine Erleichterung. digitalinform.swiss Anträge zur Förderung von Projekten der digitalen Transformation können über die neue Internet - plattform digitalinform.swiss einge - reicht werden. Der Bund kann bis zu 60 Prozent der Projektkosten übernehmen. Die Plattform dient zudem der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch. Digi-Check EHB Die Digi-Checks des EHB werden in Form von Workshops durchgeführt. Details: • Digi-Check für Organisationen der Arbeitswelt • Digi-Check für Berufsfachschulen Was tut der Bund sonst noch, um die Berufsbildung digitaler zu machen? Hübschi: Der Bund ist auf vielen Feldern aktiv. Wir überprüfen mit Blick auf die Digitalisierung, welche Kompetenzen im allgemeinbildenden Unterricht vermittelt werden müssen. Gleiches gilt für die Ausund Weiterbildung von Berufsfachschullehrpersonen und Berufsbildenden. Auch das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB ist aktiv: Mit einem Digi-Check unterstützt es Organisationen der Arbeitswelt und Berufsfachschulen dabei, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. *) Die Verbundpartner haben Anfang 2018 das Leitbild «Berufsbildung 2030» verabschiedet. Es benennt die Herausforderungen und gibt die Entwicklungsrichtung für die kommenden Jahre vor. Download Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene Mit einfachem Verfahren für Lehre anmelden Seit Anfang Jahr dürfen anerkannte Flüchtlinge (Ausweis B) sowie vorläufig aufgenommene Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen (Ausweis F) nach einer einfachen Meldung an die Arbeitsmarktbehörden eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Diese Regelung gilt auch für Lernende und Vorlernende. Für die Lehrbetriebe bedeutet dies: Es reicht, wenn sie Lernende bzw. Vorlernende mit entsprechendem Ausweis vor Beginn der Ausbildung beim Migrationsdienst des Kantons Bern melden (meldeverfahren. midi@pom.be.ch). Das Meldeformular steht auf der Website des Staatssekretariats für Migration (SEM) als Download zur Verfügung. Eine Arbeitsbewilligung ist nicht erforderlich. Szenarien Bildungssystem 11 Prozent mehr Lernende bis 2027 Laut den neuen Szenarien für das Bildungssystem des BFS sollte sich 2019 die Anzahl der Lernenden sowie der Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr der Sekundarstufe II stabilisieren, um ab 2020 für die restlichen Jahre des nächsten Jahrzehnts wieder anzusteigen (+11% bis 2027). Die Zahl der EFZ und EBA (68’900 im Jahr 2017) dürfte bis 2022 um 3 Prozent abnehmen und dann bis 2027 um 6 Prozent steigen (70’700 Abschlüsse). Die Zahl der Berufsmaturitätszeugnisse (14’300 im Jahr 2017) dürfte bis 2024 stabil sein, dann bis 2027 um 4 Prozent zunehmen. Download Szenarien Wöchentlich im «Einsteiger» Hintergründiges zur Berufsund Mittelschulbildung Jede Woche erscheint in den Berner Tageszeitungen unter der Rubrik «Einsteiger» ein halbseitiger redaktioneller Beitrag zur Berufs- und Mittelschulbildung. Das Themenspektrum ist breit: Der «Einsteiger» bietet Orientierung bei der Berufswahl, porträtiert Lernende sowie Mittelschülerinnen und Mittelschüler, stellt interessante Berufe, Bildungsgänge und Bildungsbiografien vor, besucht Schulen, Bildungsinstitutionen und Lehrbetriebe, spricht mit Berufsbildenden, Lehrpersonen sowie Bildungsexpertinnen und -experten, informiert über Bildungsanlässe usw. Die redaktionelle Verantwortung für den «Einsteiger» liegt bei Mittelschul- und Berufsbildungsamt und wird von Partnern aus der Berner Wirtschaft unterstützt. Die Beiträge erscheinen in folgenden Zeitungen: Der Bund, Berner Zeitung, Berner Oberländer, Thuner Tagblatt, Langenthaler Tagblatt, Bieler Tagblatt. Unter www.erz.be.ch/einsteiger stehen alle Artikel der letzten fünf Jahre als PDF zur Verfügung. 2 / März 2019 Seite 7

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