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Berufsbildungsbrief_3-2017

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Bundesbeiträge

Bundesbeiträge eidgenössische Prüfungen Der Bund übernimmt 50 Prozent der Kursgebühren Wer sich mit einem Kurs auf eine eidgenössische Prüfung vorbereitet, wird neu vom Bund finanziell unterstützt. Bei einer Berufsprüfung beträgt der Bundesbeitrag maximal 9500 Franken, bei einer höheren Fachprüfung 10'500 Franken. Die Regelung gilt ab 1. Januar 2018. ROLF MARTI Berufsprüfungen (eidgenössischer Fachausweis) und höhere Fachprüfungen (eidgenössisches Diplom) gibt es in jedem Berufsfeld. Sie machen den Koch zum Chefkoch, die Kauffrau zur Treuhänderin, den Metallbauer zum Metallbaumeister, die Informatikerin zur ICT-Managerin. Kurz: Sie qualifizieren Berufsleute für eine Fach- oder Führungsfunktion in einem Betrieb. Die meisten Berufsleute bereiten sich mit einem Kurs auf die angestrebte eidgenössische Prüfung vor. Neu ist: Wer einen vorbereitenden Kurs absolviert, wird vom Bund finanziell unterstützt. Der Bund übernimmt bis zu 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren – bei einer Berufsprüfung maximal 9500 Franken, bei einer höheren Fachprüfung maximal 10'500 Franken. Wer zur Vorbereitung auf eine eidgenössische Prüfung mehrere Kurse oder Module absolviert, kann die Gebühren bis zum Maximalbetrag kumulieren. • Der/die Absolvierende muss die Prüfung ablegen. Der Anspruch besteht unabhängig vom Prüfungserfolg. • Der/die Absolvierende muss zum Prüfungszeitpunkt den steuerlichen Wohnsitz in der Schweiz haben. Der Bundesbeitrag kann erst nach Absolvierung der eidgenössischen Prüfung beantragt werden. Die Absolvierenden reichen ihren Antrag über das Onlineportal des SBFI ein (ab 2018 möglich). Im Bedarfsfall kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Antrag auf Teilbeiträge gestellt werden. Die Absolvierenden können in diesem Fall bereits vor der eidgenössischen Prüfung Teilbeträge für angefallene Kursgebühren beantragen (siehe Kasten). besucht hat, der nach dem 1. Januar 2017 begonnen hat. Der Kurs darf allerdings nicht bereits von kantonalen Subventionen profitiert haben. Mit dem neuen Finanzierungsmodell will der Bund die Absolvierenden finanziell entlasten und so einen Anreiz zur Höherqualifizierung setzen. Damit der Effekt nicht verpufft, muss sich die Wirtschaft wie bisher an den Weiterbildungskosten ihrer Angestellten beteiligen oder sie zeitlich entlasten. Nur so kommt die finanzielle Unterstützung voll und ganz den Absolvierenden zugute. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Der Bund richtet das Geld direkt an die Absolvierenden aus (Subjektfinanzierung). Der Anspruch auf einen Bundesbeitrag besteht unter folgenden Voraussetzungen: • Der Kurs muss beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI auf der Liste der vorbereitenden Kurse stehen (www.sbfi.admin.ch/ bundesbeitraege). • Der/die Absolvierende muss die Kursgebühren bezahlen. Die Rechnung(en) und die Zahlungsbestätigung(en) des Kursanbieters bzw. der Kursanbieter müssen auf den Namen der/des Absolvierenden lauten. Ab wann gilt die Regelung? Bundesbeiträge erhält, wer nach dem 1. Januar 2018 eine eidgenössische Prüfung absolviert und einen vorbereitenden Kurs Antrag auf Teilbeträge Alle Informationen zum neuen Finanzierungsmodell: www.sbfi.admin.ch/bundesbeitraege Wer die Kosten für den vorbereitenden Kurs bis Absolvierung der eidgenössischen Prüfung nicht selber tragen kann, kann einen Antrag auf Teilbeiträge stellen. Voraussetzung: Die direkte Bundessteuer beträgt weniger als 88 Franken (letzte Steuerveranlagung) und der/die Antragsteller/-in verpflichtet sich, die eidgenössische Prüfung innerhalb von 5 Jahren zu absolvieren. Wird der Antrag bewilligt, können bereits während des Kursbesuchs Teilbeträge beantragt werden (jeweils für angefallene Kursgebühren ab 3500 Franken). Achtung: Wird die eidgenössische Prüfung nicht fristgerecht absolviert, müssen die Teilbeiträge zurückbezahlt werden. 3 / November 2017 Seite 6

In Kürze Bildungssystematik Pfiffig und anschaulich erklärt Kein Abschluss ohne Anschluss: So lautet die Devise des Schweizer Berufsbildungssystems. Dank seiner Durchlässigkeit ermöglicht es höchst individuelle Bildungsbiografien. Wer eine Lehre macht, kann später noch studieren; wer das Gymnasium abschliesst, kann eine höhere Berufsbildung oder eine Fachhochschule absolvieren. Alles ist möglich, viele Wege führen ans Ziel. Zwölf Erklärvideos von SwissSkills Career vermitteln diese Botschaft auf pfiffige und anschaulich Weise. Sie zeichnen den Weg von fiktiven Berufsleuten nach, die sich linear oder quer durch die Bildungslandschaft bewegen und so ihren Berufswunsch verwirklichen. Die Videos eignen sich damit bestens für den Berufswahlunterricht oder für Informationsanlässe von Lehrbetrieben. Ergänzt werden die Videos mit einer interaktiven Bildungssystematik, welche die einzelnen Bildungsgefässe kurz erklärt und aufzeigt, welche Wege zur gewünschten Ausbildung führen. Die zwölf Videos und die interaktive Bildungssystematik sind über die Website von Swiss - Skills Career zugänglich. Link MatchProf BE Lehrstellenvermittlung für Jugendliche mit Migrationshintergrund Mit dem Projekt MatchProf BE will der Kanton Bern erreichen, dass mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund direkt nach der Volksschule in eine berufliche Grundbildung einsteigen. Pro Jahr werden maximal 60 Jugendliche aufgenommen und von gut vernetzten Fachpersonen der Fondation gad Stiftung (www.gad.ch) an interessierte Lehrbetriebe vermittelt. MatchProf BE richtet sich an Migrantinnen und Migranten der ersten und der zweiten Generation, die während mindestens fünf Jahren die Schule in der Schweiz besucht haben und zu Beginn des 9. Schuljahres noch keine Lehrstelle haben. Entscheidend ist, dass sie die Berufswahl getroffen haben und die schulischen und sprachlichen Voraussetzungen für den Wunschberuf mitbringen. Die Anmeldung erfolgt ausschliesslich über die Klassenlehrperson. MatchProf BE ist Teil der Fachkräfteinitiative des Bundes. Das Projekt wurde 2014 lanciert und wird nun um zwei Jahre bis 2019 verlängert. www.erz.be.ch/matchprof Interview zum Thema Sportunterricht Berufsfachschulen Benotung neu obligatorisch Das Sportförderungsgesetz des Bundes verlangt, dass alle Lernenden in der beruflichen Grundbildung den Sportunterricht besuchen. Dieses Sportobligatorium wird im Kanton Bern seit Langem umgesetzt. 2014 wurde ein nationaler Rahmenlehrplan für einen qualitativ hochstehenden Sportunterricht in der beruflichen Grundbildung geschaffen. Auf dieser Grundlage haben die Berufsfachschulen im Kanton Bern in den letzten Jahren eigene, auf die jeweilige Schule abgestimmte Schullehr- pläne erarbeitet. Sie gelten ab Schuljahr 2017/18 und bringen insbesondere folgende Neuerungen: • Alle Lernenden werden künftig im Sportunterricht mit Noten von 1 bis 6 bewertet. Einige Berufsfachschulen kannten diese Benotung bereits bisher, bei allen anderen wird sie für die neu eintretenden Lernenden eingeführt. • Die Sportnote wird im Semesterzeugnis vermerkt, ist jedoch für das Qualifikationsverfahren nicht relevant. Auskünfte zum neuen Rahmenlehrplan für den Sportunterricht und die Notenvergabe erteilen die Berufsfachschulen oder das Mittelschul- und Berufsbildungsamt. Kontakt: michael.brupbacher@erz.be.ch, 031 633 87 19 Lehrstellenmarkt Mehr Jugendliche starten eine berufliche Grundbildung Das Lehrstellenangebot hat – gleich wie in den Vorjahren – von Mitte April bis Ende August 2017 weiter zugenommen (+ 18’000). Am Stichtag 31. August 2017 boten die Unternehmen hochgerechnet 97'000 Lehrstellen an. Davon wurden 90'000 besetzt. Das zeigen die Hochrechnungen des Lehrstellenbarometers, die das LINK-Institut im Auftrag des Staatssekretariates für Bildung, Forschung und Innovation SBFI erstellt hat. Medienmitteilung 3 / November 2017 Seite 7

Berufsbildungsbriefe

Berufsbildungsbrief_1-2018
Berufsbildungsbrief_2-2018
Berufsbildungsbrief_3-2018
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