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Berufsbildungsbrief 6/2018

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Berufsbildungsbrief 6/2018

Berufsbildungsbrief

6 / November 2018 Inhalt Seite 2 Beratungsstelle Call «Meldet euch, wenn in der Ausbildung Probleme anfallen» Seite 4 Zweisprachiger Unterricht Ein wichtiger Mehrwert fürs Berufsleben Seite 6 Sozialer Status der Berufsbildung «Unsere Botschaft lautet: Informiert die Migrationsbevölkerung» Seite 8 Gesundheitsberufe «Wir wollen die Zusammenarbeit auf allen Ebenen verstärken» Editorial Mobilität in der Berufslehre fördern Vor zehn Jahren – mitten in der Lehrstellenkrise – sagte mir ein Ausbildungsverantwortlicher einer Bank, er habe Mühe, Lernende für eine Lehre in Spiez anstatt in Thun zu motivieren. Ein paar Jahre später erklärten mir frankofone Eltern in Biel, ihre Sprösslinge wollten keine Lehrstelle im benachbarten Berner Jura oder gar in Neuenburg oder in Delémont – obwohl die Reise mit dem Zug zumutbar wäre. Mobilität wird zwar seit Langem gepriesen und in den Ferien zelebriert, hat aber noch kaum Eingang in die Berufslehre gefunden. Es gibt einzelne Grossunternehmen wie die Post oder die Swisscom, welche Lernende an verschiedenen Orten ausbilden – sogar über die Sprachgrenzen hinweg. Vereinzelt gibt es auch Industrieunter nehmen, welche Lernende für ein Praktikum nach Übersee oder Fernost schicken (dem Berufsschulunterricht können sie dank digitaler Lernformen auch aus der Ferne folgen). Generell stellen wir aber nach wie vor grosse Zurück haltung fest, wenn es um die Förderung von Mobilität und Mehrsprachigkeit von Lernenden geht. Das wollen wir ändern. Wir wollen Austauschprojekte zwischen Schulen, zwischen Unter - nehmen und innerhalb von Unternehmen fördern. Dies haben wir in einem Rahmenkonzept festgehalten. Mit Movetia, der nationalen Agentur für Austausch und Mobilität, steht uns ein starker Partner zur Seite. Als bilinguer Kanton haben wir sogar die Möglichkeit, innerkantonal den Sprachaustausch und die Mobilität zu fördern. Unternehmen und Lernende sollten diesen Vorteil nutzen. Der Blick über den Gartenzaun fördert das Kulturverständnis, die Kreativität, die Eigeninitiative und die Innovation. So gesehen ist persönliche Mobilität ein wichtiger Erfolgsfaktor, um in der Wirtschaft von morgen zu bestehen. Wir müssen den Jugendlichen daher ermöglichen, bereits während der Ausbildung an der weiten Welt zu schnuppern; und wir müssen sie ermutigen, entsprechende Gelegenheiten wahrzunehmen. Theo Ninck, Vorsteher Mittelschul- und Berufsbildungsamt Kanton Bern theo.ninck@erz.be.ch