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Berufsbildungsbrief 6/2020

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Berufsbildungsbrief

6 / Dezember 2020 Inhalt Seite 2 Lehrstellensituation Die Schweiz macht sich stark für die Berufsbildung Seite 4 Arbeitsbeziehungen im Wandel «Die herkömmlichen Rollen und Hierarchien geraten durcheinander» Seite 5 Alles was Recht ist Darf ich meinen Lernenden die Ferienzeiten vorgeben? Seite 6 Projekt Rent-a-Stift «Ich mag es, meine Erfahrungen weiterzugeben» Seite 8 Geschichte der Berufsbildung Die Berufsbildung hat sich «zünftig» verändert Editorial Steile Lernkurve in der Digitalisierung Der Freitag, der 13. März 2020, wird in die Geschichte eingehen. An diesem Tag verhängte der Bundesrat den Lockdown über alle Bildungsinstitutionen – mit Ausnahme der Volksschulen. Über Nacht wurden alle Präsenzveranstaltungen abgesagt. Lehr - personen und Bildungsverantwortliche mussten für drei Monate auf Distanzunterricht umstellen. Dieser Freitag, der 13., hätte zum Fiasko werden können, wäre in den Monaten und Jahren zuvor nicht vieles analysiert, ausprobiert und umgesetzt worden. Viele Schulen haben «Bring Your Own Device» (jede Schülerin, jeder Schüler bringt das eigene Endgerät mit) eingeführt und die notwendigen Plattformen aufgebaut. So konnte die Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Lernenden rasch und meist reibungslos auf digital umgestellt werden. Auch die Projekte zum selbstorganisierten Lernen (SOL) erwiesen sich als nutzbringend, weil dies Lernform plötzlich das gängigen Lernsetting war. Die Lernkurve der Lehrpersonen war in diesen drei Monaten enorm. Sie haben sich «on the job» in den neuen digitalen Lehrformen weitergebildet und mit viel Engagement das Beste aus der Situation herausgeholt. Dies wird sich auch positiv auf die anstehenden Revi - sionen im KV, im Detailhandel, in der Informatik und in den MEM-Berufen auswirken. Vier grosse Berufsfelder, welche vor grundlegenden Veränderungen stehen und bei welchen die digitale Transformation voll durchschlagen wird. Der Freitag, der 13., hat gezeigt: Lehrpersonen, üK-Instruktoren und Dozentinnen werden durch die Digitalisierung nicht abgelöst, es können keine Pensen eingespart werden. Einmal mehr wurde uns jedoch vor Augen geführt, wie wichtig die mensch - liche Beziehung, der Austausch zwischen Lehrenden und Lernenden ist. Vielen Lernenden war die Freude ins Gesicht geschrieben, als sie nach den Sommerferien wieder physisch die Schule besuchen durften. Dies wird sich positiv auf den Bildungserfolg auswirken. Theo Ninck Vorsteher Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Bern