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Berufsbildungsbrief - Sonderausgabe Corona 2/2020

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Berufliche Grundbildung

Berufliche Grundbildung Berufsbildung in Corona-Zeiten: das Wichtigste im Überblick Die Schweiz befindet sich aufgrund der Corona- Pandemie im Ausnahmezustand. Stark betroffen ist auch die Berufsbildung, zahlreiche Vollzugsfragen sind zu klären. Die Verbundpartner der Berufsbildung (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt) haben sich auf ein gemeinsames, nationales Vor gehen geeinigt. Die wichtigsten, allgemeinen Punkte der verbundpartnerschaftlichen Abmachung sind: • Alle Verbundpartner setzen sich dafür ein, negative Auswirkungen auf die Berufsbildung zu vermeiden. • Der Unterricht ist in allen Bereichen der Berufs - bildung im Rahmen der Möglichkeiten aufrecht - zuerhalten. Priorität haben Abschluss klassen. • Ziel ist, den Lernenden im Sommer 2020 ein angepasstes Qualifikationsverfahren zu ermöglichen. • Die gesetzlichen Zuständigkeiten gelten weiterhin. Die Zusammenarbeit der Verbund partner wird jedoch intensiviert. • Die Umsetzung von Massnahmen erfolgt national abgestimmt. Auf Alleingänge von Kantonen oder Organisationen der Arbeitswelt wird verzichtet. Berufsfachschule Die Berufsfachschule wird weitergeführt, allerdings nicht im Präsenzunterricht, sondern mittels «Distance Learning» (Seite 6). Die Lernenden sollen der Berufsfachschule am Schultag grundsätzlich zur Verfügung stehen. Sie lernen zu Hause oder im Betrieb, wenn die Voraussetzungen für «Distance Learning» dort geeigneter sind. Fragen zur Organisation des Unterrichts sind direkt an die jeweilige Schule zu richten. In einigen Berufen herrscht Personalknappheit. In diesen Berufen werden die Lernenden bis mindestens 19. April 2020 von den Berufsfachschultagen dispensiert. Sie arbeiten an den Schultagen im Lehrbetrieb. Dies betrifft folgende Berufe: Fachfrau/-mann Gesundheit EFZ, Assistent/-in Gesundheit und Soziales EBA, Detailhandelsfachfrau/-mann EFZ und Detailhandelsassistent/-in EBA (nur Branche Nahrungs- und Genussmittel). In anderen Berufen sind einzelne Lehrbetriebe stark belastet. Das Mittelschulund Berufsbildungsamt kann deren Lernende vom Schultag befreien, sodass sie im Betrieb eingesetzt werden können. Das entsprechende Gesuchsformular findet sich auf der Webseite des Mittelschul- und Berufsbildungsamts. Diese Regelung gilt momentan für folgende Berufe: Pharma- Assistent/-in EFZ, Drogist/-in EFZ und Fachfrau/-mann Betreuung EFZ (Fachrichtung Betagten- und Behindertenbetreuung). Betriebliche Bildung (Lehrbetrieb) Die Lehrbetriebe sind verpflichtet, die Schutzmassnahmen gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) auch für Lernende zu gewährleisten. Sind sie dazu nicht in der Lage, sind die Lernenden nach Hause zu schicken bzw. nach Möglichkeit mit Lernaufträgen ausserhalb des Lehrbetriebs zu beschäftigen. Lernende in Betrieben, die von einer temporären Schliessung betroffen sind, sind weiterhin schulpflichtig. Dem Erfahrungsaustausch und der Best Practice zu digitalen Lernangeboten kommen eine wichtige Bedeutung zu. Entsprechende Informationen und Angebote finden sich auf der von Educa.ch bereitgestellten Plattform www.eduport.ch. Homeoffice für Lernende Grundsätzlich dürfen Lernende Home - office leisten. Die Kontrolle ist durch den Berufsbildner/die Berufsbildnerin sicherzustellen. Kurzarbeit Die Kurzarbeitsentschädigung gilt neu auch für Lernende. Weiterführende Informationen finden sich auf der Webseite des kantonalen Amts für Arbeitslosenversicherung. Lehrwerkstätten Die Lehrwerkstätten bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Die Verantwortlichen stellen «Distance Learning-Angebote» bereit. 2 / 27. März 2020 Seite 2

Nationales Vorgehen Die Verbundpartner der Berufsbildung auf nationaler Ebene (Sozialpartner, Kantone, Bund) setzen sich dafür ein, negative Auswirkungen der Corona-Krise auf die Berufsbildung zu vermeiden. Sie haben sich unter Federführung des Steuergremiums «Berufsbildung 2030» auf ein gemeinsames, nationales Vorgehen geeinigt und drei Arbeitsgruppen einberufen. Diese klären drängende Vollzugsfragen und stellen eine schweizweit einheitliche Umsetzung sicher. Bei Bedarf können weitere Arbeitsgruppen gebildet werden. • Arbeitsgruppe Qualifikationsverfahren in der beruflichen Grundbildung Ziel ist, den Lernenden der beruflichen Grund - bildung im Sommer 2020 ein angepasstes Qualifikationsverfahren zu ermöglichen, inkl. BM I und II. Überlappungen ins Schuljahr 2020/21 sollen aus organisatorischen Gründen vermieden werden. • Arbeitsgruppe Rekrutierung von neuen Berufslernenden Die Corona-Krise erschwert den Ablauf des Berufswahlprozesses. Die Arbeitsgruppe prüft, ob eine Verlängerung der Rekrutierungsphase, eine Flexibilisierung des Ausbildungsbeginns und verspätete Lehreintritte (in einzelnen Branchen) möglich sind. • Arbeitsgruppe Einsatz von Lernenden Die Arbeitsgruppe prüft Mehreinsätze von Lernenden bei Personalmangel in ihren Lehrbetrieben. Zudem analysiert sie den Umgang mit Lernenden bei Betriebsschliessungen und regelt diesen möglichst einheitlich. Praktikumsbetriebe Praktika finden weiterhin statt. Es gelten die Vorgaben für den jeweiligen Betrieb bzw. die jeweilige Branche. Überbetriebliche Kurse Unterricht und Trainings in üK-Zentren finden nicht statt. In Branchen, wo dies möglich ist, ist «Distance Learning» umzusetzen. Die üK-Zentren informieren Lernende und Betriebe über die Modalitäten. Bei einer Absage der üK arbeiten die Lernenden im Betrieb. Qualifikationsverfahren / BM Die laufenden Qualifikationsverfahren werden ausgesetzt, bis die Vorschläge der verbundpartnerschaftlichen Arbeitsgruppe vorliegen und national konsolidiert sind. Ziel ist, den Lernenden der beruflichen Grundbildung im Sommer 2020 ein angepasstes Qualifikationsverfahren zu ermöglichen, inklusive Berufsmaturität I und II. Überlappungen ins Schuljahr 2020/21 sollen aus organisatorischen Gründen vermieden werden. Selektion / Lehrbeginn 2020 Die Corona-Pandemie erschwert den regulären Ablauf des Berufswahlprozesses (Schnupperlehren, Bewerbungsgespräche usw.). Trotzdem gilt: Lernende sollen im bisherigen Umfang rekrutiert werden. Dies ist im Interesse aller Betriebe. Sie werden weiterhin auf Fachkräfte angewiesen sein. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit Lösungen. Zur Diskussion stehen beispielsweise eine Verlängerung der Rekrutierungsphase und eine Flexibilisierung des Ausbildungsbeginns bzw. verspätete Lehreintritte in einzelnen Branchen. Das Steuergremium informiert die Akteure der Berufsbildung unter www.berufsbildung2030.ch fortlaufend über gemeinsame nationale Massnahmen und Beschlüsse. Weiterführende Links • Mittelschul- und Berufsbildungsamt: Umfangreiches FAQ und weiterführende Links • Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) • Wirtschafts-, Energie- und Umwelt direktion: Informationen zur Kurzarbeit • Bundesrat: Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus Auskünfte für Lehrbetriebe Alle Fragen betreffend Umgang mit der Corona-Krise richten Lehrbetriebe an: Mittelschul- und Berufsbildungsamt Abteilung Betriebliche Bildung 031 633 87 87 abb.mba@be.ch 2 / 27. März 2020 Seite 3