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Fassadentechnik_01_2019

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technik Glasfassade Viel Licht für Wissen und Information Schnittzeichnung Fassadenecke. Das Merck Innovation Center (MIC) versinnbildlicht die Entwicklung des Hauptsitzes der Merck KGaA in Darmstadt von einem Produktionsstandort hin zu einem international anerkannten Zentrum für Wissen und Innovation. Fassade und Lichtdächer sorgen dafür, dass das Gebäude mit überdurchschnittlich viel Tageslicht versorgt wird. Die Gebäudearchitektur des MIC spiegelt den Wunsch nach offenen und kreativen Arbeitsweisen und teamübergreifenden Entwicklungsprozesse wider. Schutzvermerk nach DIN ISO 16016 beachten! 24 fassadentechnik 1/2019 Bild: HG Esch

Die Gebäudearchitektur des MIC spiegelt den Wunsch nach offenen und kreativen Arbeitsweisen und teamübergreifenden Entwicklungsprozesse wider. Auf 7.100 m² Nutzfläche mit Raumhöhen bis zu acht Metern finden sich nun verschieden konzipierte, mit einander vernetzte Arbeitsbereiche, die mit überdurchschnittlich viel Tageslicht versorgt sind. Nach Westen hin schafft ein Übergang sowohl einen Fußweg als auch eine architektonische Verbindung zum hauseigenen Mitarbeiterrestaurant. Das MIC wird sowohl für interne Projekte als auch von externen Start-Ups genutzt. Die Wartungsbalkone bestehen hauptsächlich aus Standard- Stahlwalzprofilen wohingegen Decken- und Bodenkonstruktionen jeweils aus Kammerrosten gebildet wurden. Montiert sind die Balkone über Edelstahlzugstäbe so, dass die Lasten im Attikabereich über eine Galgenkonstruktion vertikal in das Gebäude eingelastet wurden. Ebenfalls im Auftrag enthalten war die Konstruktion von Lichtdächern, die das Gebäude auch von oben mit natürlichem Licht versorgen. Insgesamt eine anspruchsvolle Fassadenkonstruktion, die auf hohe Transparenz ausgelegt ist. Explosionsschutz inklusive Die Lindner Fassaden GmbH wurde mit dem Bau der Fassaden des Merck Innovation Center und des Mitarbeiterrestaurants beauftragt. Die Konstruktion ist geprägt Nahsicht auf die Fassade mit Prallscheiben. ■ von einem Spannungsfeld zwischen den hohen Anforderungen an den Explosionsschutz, welcher sich als vorbeugende Maßnahme durch die Nähe des Chemiewerks ergab; ■ der Statik, welche den massiven Einsatz von Stahl berücksichtigen musste; Lichtdächern versorgen das Gebäude auch von oben mit natürlichem Licht. ■ sowie nicht zuletzt der Optik, die nach den Plänen von Henn Architekten in einem äußerst filigranen und feingliedrigen Fassadensystem münden sollte. Pfosten-Riegel-System als Leiterkonstruktion Diese Anforderungen setzte man mit Hilfe einer Pfosten- Riegel-Konstruktion aus Stahl und Aluminium mit einer Ansichtsbreite von 76 beziehungsweise 96 Millimeter um. Die Trägerkonstruktion besteht aus scharfkantigen, durchlaufend verschweißten Rechteckprofilen, hergestellt aus Stahlflachprofilen mit einer Dicke bis zu 30 Millimetern. Darüber hinaus ist das Pfosten-Riegel-System so aufgebaut, dass es während der Bauzeit als Leiterkonstruktion – ähnlich einer Elementbauweise mit teilfertigen Elementen – genutzt werden konnte. Besondere Fassadenbefestigungen Eine Besonderheit stellen die Fassadenbefestigungen dar, die als eine Steckkonstruktion, eine Kombination von Anschweißbolzen auf den Betondecken und Stahlelementverbinder, ausgeführt wurden. Sie verbessern gleichzeitig den Explosionsschutz und nehmen zusätzliche Lasten der vorgehängten Wartungsbalkone sowie der an der Stirnseite befindlichen Prallscheiben auf. Letztere sind jeweils nur an den Ober- und Unterseiten der Drei-Scheiben-Verbundgläser fixiert und seitlich als offene Glaskante ausgeführt. Bilder: HG Esch fassadentechnik 1/2019 25