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Fassadentechnik_02_2019

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architektur technik Pneumatische Kuppel ALLES HÜLLE 14 fassadentechnik 1/2019

Die Kuppel aus transluzentem Membranmaterial. Ein mobiler Projektionsdome, der sich in kurzer Zeit auf- und abbauen lässt und der im Innenraum flexibel bespielbar ist, das war die zentrale Idee für die Entwicklung des InfinityDome. Mittlerweile hat das mobile Bauwerk die ersten Stationen hinter sich. Die durchdachte Konstruktion hat sich bewährt. Form und Konstuktion der pneumatischen Kuppel wurde vom Auftraggeber selbst, der tat team GbR, entwickelt. Für die Statik und die Zuschnittsberechnungen holte das Unternehmen die Ingenieure von formTL ins Boot. In enger Zusammenarbeit entstand die kreisrunde, pneumatische Kuppel aus transluzentem Membranmaterial. Sie erfüllt nicht nur die gewünschten Anforderungen optimal, sondern wirkt durch ihre schlichte Materialität und klare Formgebung auch eindrucksvoll im Außenraum. Verankerung mit Wasser-Ballast-System Der Clou der Konstruktion besteht in der Verankerung der Kuppel über ein Wasser-Ballast- System. Dafür verläuft an der Basis der Kuppel ein Schlauch, dessen Einzelelemente erst beim Aufbau unter Druck mit Wasser befüllt werden und so leicht zu transportieren sind. Eine weitere Besonderheit ist die Verbindungsart: Sämtliche Konstruktionselemente sind über Reißverschlüsse miteinander verbunden. Sowohl die zwölf Einzelsegmente für den Wasserschlauch als auch Kuppel- und Schlauchelement werden ganz einfach aneinander gezippt. Damit ist gewährleistet, dass der Auf- und Abbau möglichst schnell vonstattengeht. Hinzu kommt: Sollte ein Schlauchelement beschädigt sein, bleibt die Gesamtkonstruktion weiterhin stabil und das entsprechende Element kann problemlos ausgetauscht werden. Seil in umlaufender Tasche Links und rechts der zwei Schleusen sorgen vier betongefüllte Ballastkörper mit Metallhülle für die nötige Stabilität an den Kuppeldurchdringungen. Ihre Geometrie entspricht dabei den verformten, mit Wasser befüllten Schlauchsegmenten. Um die Kuppel unter Spannung und in Form zu halten, ist am Rand der Öffnungen ein Seil in eine umlaufende Seiltasche eingefädelt, das in den Türballastkörpern verankert wird An die Seiltasche schließt ein Balg als Pufferzone an, um Verformungen und Toleranzen zwischen Kuppel und Schleusenkästen aufzunehmen. Die Schleusen sind Ein- beziehungsweise Ausgang und Fluchtweg in einem. Für die Außenhülle der Kuppel mit 16 Meter Durchmesser wurden einzelne Membransegmente miteinander verschweißt, sodass das Gewölbe am Ende nur aus einem Element besteht. Die statischen Berechnungen für Kuppel und Schlauch sowie die Berechnung für die Zuschnittsverteilung der einzelnen Elemente erfolgte durch die Ingenieure von formTL. Spannung durch Über- und Unterdruck Bis zu 200 Personen kann der InfinityDome fassen, der zudem voll klimatisier- und heizbar ist. Für die 4K-Projektionstechnik ist im Innenraum eine zweite Kuppel aus Greyscreen-Material aufgebaut. Beide Membranen werden über Unter- beziehungsweise Überdruck pneumatisch mit einem Zwischenraum aufgespannt. So wirkt die Projektion entweder auf der Projektionshalbkugel im Innenraum oder auch direkt auf der Außenhülle aus transluzentem Material. In Berlin auf dem Mariannenplatz gestartet, hat der InfinityDome mittlerweile seine zweite Station angetreten. Doch das ist sicher erst der Anfang einer langen Reise der flexiblen, leichten und formschönen pneumatischen Kuppelkonstruktion. Detailzeichnung der Seilverankerung. fassadentechnik 2/2019 15