Aufrufe
vor 3 Jahren

Fassadentechnik_02_2019

  • Text
  • Produkte
  • Renolit
  • Technik
  • Kuppel
  • Schulbau
  • Architekten
  • Berlin
  • Architektur
  • Fassaden
  • Fassade
  • Fassadentechnik

architektur Keramik auf

architektur Keramik auf WDVS Plastizität im Buttering-Floating Verfahren Das städtische Grundstück zwischen Jüdischem Museum, TAZ-Neubau und ehemaliger Blumengroßmarkthalle in Kreuzberg erhielt nicht einfach der Meistbietende, sondern derjenige, der für eine Bebauung das beste Konzept vorlegte. Die eigens für die WDVS-Fassade angefertigten dreidimensionalen Keramik-Fassadenelemente geben dem Gebäude inzwischen ein unverwechselbar plastisches Erscheinungsbild. Die besondere Wirkung der an sich identischen Keramikelemente entsteht durch die paarweise immer abwechselnd um 180° gedrehte Montage Bilder: Agrob Buchtal/Jochen Stüber, Hamburg Für die Projektentwicklung des „Integrativen Bauprojekts am ehemaligen Blumengroßmarkt“ (IBeB) zeichnet zudem nicht etwa eine Investorengruppe verantwortlich, sondern ein Zusammenschluss der Selbstbaugenossenschaft Berlin mit der Architekten-Arbeitsgemeinschaft ifau | Heide & von Beckerath. Die eigens für die WDVS-Fassade angefertigten dreidimensionalen Keramikelemente der Serie Craft geben dem Gebäude ein unverwechselbar plastisches Erscheinungsbild. Fassade aus Keramikpixeln Die zur Bekleidung der mineralischen WDVS-Fassade eingesetzten 157 x 158 mm großen Keramikelemente entsprechen in vielerlei Hinsicht den Entwurfsvorstellungen der Architekten. „Wir wollten eine Fassade aus einem Material schaffen, das weder hell noch dunkel sein und zudem zu stadträumlicher Qualität beitragen sollte“, sagt Carolin Gyra, Projektarchitektin im Architekturbüro Heide & von Beckerath. Mit den von den Architekten und Hersteller Agrob Buchtal eigens für dieses Projekt entwickelten, mittelgrau glasierten Keramikelementen der Serie Craft gelingt beides – eine Fassade aus Tausenden von Pixeln, die je nach Standpunkt mal hell und mal dunkel erscheinen. Die flirrende Wirkung der an sich identischen Pixel entsteht zum Teil durch die leicht changierenden Farbtöne. Vor allem aber beruht sie auf ihrem unregelmäßig dreiecksförmigen Querschnitt (der zwei unterschiedlich geneigte Ansichtsflächen erzeugt) sowie auf ihrer paarweise immer abwechselnd um 180° gedrehten Montage, 30 fassadentechnik 2/2019

die für unterschiedlichste Lichtreflexionen und Spiegelungen sorgt. „ Wir wollten eine Fassade aus einem Material schaffen, das weder hell noch dunkel sein und zudem zu stadträumlicher Qualität beitragen sollte“. Carolin Gyra, Projektarchitektin im Architekturbüro Heide & von Beckerath. steller so austariert, dass die Stabilität gewährleistet ist und gleichzeitig eine unzulässig hohe Flächenlast vermieden wird. Demnach handelt es sich um eine gestalterische und technische Maßanfertigung, die aber dennoch den finanziellen Rahmen nicht sprengte. Keramikelemente auf Wärmedämm- Verbundsystem (WDVS) Die Montage der Fassadenkeramik erfolgte mit Verlegemörtel im „Buttering-Floating-Verfahren“, also mit Auftrag sowohl auf der armierten Unterputzschicht des WDVS als auch auf der Keramikrückseite. Der bei WDVS- Fassaden nötige Fugenanteil zur Gewährleistung einer ausreichenden Dampfdiffusion wurde dank der kleinformatigen Elemente mühelos erreicht. Zahlreiche Modellstudien der Architekten bildeten den Ausgangspunkt für die letztendlich gewählte Verwendung und Anordnung der Keramikelemente. Deren Materialstärke wurde vom Herfassadentechnik 2/2019 31