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Fassadentechnik_02_2019

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technik Oberflächenveredelung Farb- und Dekorwechsel für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden Bekleidungselemente aus Metall für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden können bei kleinen Losgrößen nur unter großem Kosten- und Logistikaufwand individuell gestaltet werden. Ein alternatives Beschichtungssystem bietet Abhilfe. Was die Aspekte der Bauphysik und der Energieeffizienz betrifft, ist die Vorgehängte Hinterlüftete Fassade (VHF) ein Königsweg. Werden zur Bekleidung Metallkassetten, Aluminium-Verbundmaterialien oder andere Metallelemente eingesetzt, stößt allerdings die farbliche Gestaltung bislang an ihre Grenzen: Denn das Coilcoating-Verfahren, in dem diese Elemente in der Regel beschichtet werden, lässt keine kleinen Ordermengen zu. Individuell gestaltbar Hersteller Renolit beispielsweise arbeitet deshalb im Rahmen eines Entwicklungsprojekts an einem Beschichtungssystem, mit dem Farb- und Dekorwechsel problemlos möglich sind. Siding Profile oder andere Metallelemente lassen sich dann auch in kleinen Losgrößen mit unterschiedlichen Oberflächen herstellen, so dass auch kleinere Objekte wie Einfamilienhäuser und Anbauten individuell gestaltet oder architektonische Akzente gesetzt werden können. Die Beschichtung ist in allen verfügbaren Farben und Dekoren detailgetreu nachproduzierbar; eine Ergänzung des gewählten Systems ist deshalb – beispielsweise für nachträgliche Anbauten – jederzeit möglich. Auch eventuelle Defekte in der Beschichtung sind direkt am Objekt und ohne Rückbau reparabel. System mit Solar Shield Technologie Das System besteht aus einer durchgefärbten Kunststoff- Basis, die ein Copolymer enthält und ohne Weichmacher gefertigt wird. Eine transparente Polymethylmethacrylat (PMMA)-Schicht mit hocheffizientem UV-Absorber schützt die Druckfarbe und die Basis. Weil der Weichmacher entfällt, kann der UV-Absorber seine volle Wirkung entfalten. Die Beschichtung ist zudem mit der so genannten Solar Shield Technology (SST) ausgestattet, die mit Hilfe IR-reflektierender Farbpigmente die Wärmeaufnahme des Trägermaterials und dadurch seine thermisch bedingte Ausdehnung reduziert. Auf die Farbstabilität bietet der Hersteller eine Gewährleistungsfrist von bis zu 20 Jahren weltweit. Wartungs- und Pflegeintervalle sind nicht vorgegeben, so dass nur geringe Folgekosten anfallen. Zwei Pilotprojekte… …demonstrieren bislang die Flexibilität des neuen Beschichtungssystems in der Praxis: zum einen die neue Fassade eines Gebäudes auf dem Renolit Werksgelände in Worms, das unter anderem das dortige Firmenrestaurant beherbergt. Hier bestand an der Waschbeton-Fassade aus den 1970er-Jahren in punkto Oberflächengestaltung und Dämmung Nachholbedarf. Darüber hinaus erhielt das Gebäude einen zweiten Zugang über ein zusätzliches Treppenhaus, das als eigener 8 fassadentechnik 2/2019

Das neue Beschichtungssystem wurde bei diesem Objekt in verschiedenen Farben und Dekoren in Verbindung mit unterschiedlichen Trägermaterialien eingesetzt. Das System besteht aus einer durchgefärbten Kunststoff-Basis, die ein Copolymer enthält und ohne Weichmacher gefertigt wird. Die Beschichtung ist zudem mit der so genannten Solar Shield Technology (SST) ausgestattet. Baukörper vor den Bestandsbau gesetzt wurde. Das Beschichtungssystem wurde in verschiedenen Farben und Dekoren in Verbindung mit unterschiedlichen Trägermaterialien eingesetzt (siehe Titelbild dieser Ausgabe). Am Bestandsbau sind es auf Trapezbleche geklebte Aluminiumverbundplatten, die VHF des neuen Treppenhauses besteht aus Aluminium- Wabenplatten, die mit Agraffen in eine horizontale Unterkonstruktion aus Aluminium eingehängt sind. Neues Outfit für Fertigbau Auch das zweite Pilotprojekt ist ein Renovierungsobjekt. Das Einfamilienhaus in Fertigbauweise stammt ebenfalls aus den 1970er-Jahren. Es wurde umfangreich umgebaut und energetisch ertüchtigt. Die mit Holzwerkstoffen und Dämmstoffen neu aufgebaute Außenwand hat eine Fassadenbekleidung aus Siding Profilen erhalten. Die Aluminiumprofile wurden individuell nach Aufmaß hergestellt und horizontal auf einer Unterkonstruktion aus Aluminium verlegt. Insgesamt wurden 15 unterschiedliche Längen mit Abmessungen von 80 bis zu 6.000 Millimetern gefertigt. Beschichtet wurden die Sidings mit einem patinierten Eichendekor in grau-brauner Farbstellung. „Eine derartige dekorative Oberflächengestaltung war mit bisherigen Mitteln ebenso wenig machbar wie eine wirtschaftliche Umsetzung von Losgrößen mit weniger als 300 Quadratmetern“, zieht Rainer Langner, der bei Renolit das Entwicklungsprojekt verantwortet, Bilanz. Derzeit arbeitet der Projektleiter mit seinem Team an der Detailentwicklung des Systems, damit es final unter allen baulichen Bedingungen eingesetzt werden kann. Bilder: Renolit fassadentechnik 2/2019 9

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