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Fassadentechnik Ausgabe 1/20

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technik produkte brandschutz bei VHF klare regeln für feuersperren Mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) lassen sich alle brandschutztechnischen Anforderungen objektbezogen erfüllen. Gegen die Brandausbreitung im Hinterlüftungsraum kommen horizontale und vertikale Brandsperren zum Einsatz. 28 1 I 2020_fassadentechnik

» die eignung alternativer brandschutzmaßnahmen müssen bauaufsichtlich nachgewiesen werden.« Aktuell sind Prüfnormen und Bewertungskriterien, insgesamt die Anforderungen des Brandschutzes an Fassaden auch in ihrem Zusammenwirken mit anderen Bauteilen, europäisch nicht einheitlich geregelt. Unterschiede bestehen außerdem im nationalen Verständnis von Bauweisen, Begrifflichkeiten und Schutzzielanforderungen. Auf der Grundlage der Ausschreibung der Europäischen Kommission zur Erarbeitung von Bewertungsmethoden für das Brandverhalten von Fassaden (September 2019), sollen in den nächsten Monaten europäische Bewertungs- und Klassifizierungsansätze entwickelt werden. Brandschutz in Deutschland Der Brandschutz in Deutschland ist bauaufsichtlich geregelt. Er orientiert sich an nationalen Schutzzielen. Hierbei gilt es, der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Rauch von Feuer vorzubeugen, die Rettung von Menschen und Tieren und wirksame Löscharbeiten zu ermöglichen. Die Brandschutzplanung ist Fachplanungsaufgabe und der Brandschutznachweis Teil der Bauvorlagen. Berücksichtigung finden architektonische und geometrische Gebäudestrukturen sowie anlagentechnische, betriebliche und organisatorische Brandschutzmaßnahmen. Die bauaufsichtliche Abnahme der Brandschutzplanung gewährleistet die Einhaltung aller Brandschutzvorschriften. Periodische Gebäudeüberprüfungen dienen zukünftiger Sicherheit. Für unterschiedliche Gebäudearten gelten unterschiedliche Brandschutzbestimmungen. Die aktuellen Regelwerke, wie z. B. Musterbauordnung (MBO), Landesbauordnungen (LBO), Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) und ihre Umsetzung in die Verwaltungsvorschriften der Länder (VwV TB), beschreiben die gegenwärtigen Sicherheitsniveaus. Zu berücksichtigen sind außerdem die Verwendbarkeitsnachweise der Bauproduktehersteller. Konstruktive Randbedingungen, Überlappung und Unterstützungsabstände für Glattblech und zweifach gekantete Stahlbleche Brandsperren einsetzen Im Hinblick auf die Bauart vorgehängte hinterlüftete Fassaden lassen sich mit den am Markt verfügbaren Systemkomponenten alle brandschutztechnischen Anforderungen objektbezogen umsetzen. Diese Anforderungen sind in der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) beschrieben. Abschnitt A 2.1.5 der MVV TB (Stand 2019/1) sagt aus: „Bei Außenwänden mit hinterlüfteten Bekleidungen, die geschossübergreifende Hohlräume haben oder die über Brandwände hinweggeführt werden, sind auch dann, wenn sie aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen, ergänzende Vorkehrungen zur Begrenzung der Brandausbreitung zu treffen und ist die unter lfd. Nr. A 2.2.1.6 genannte technische Regel zu beachten.“ Abschnitt B2 zählt die Technische Regelungen für Sonderkonstruktionen und Bauteile gem. § 85a Abs. 2 MBO1 auf und verweist in Punkt 2.2.1.1 auf die Anforderungen an die Planung, Bemessung und Ausführung bei hinterlüfteten Außenwandbekleidungen. Als mögliche Vorkehrungen gegen die Brandausbreitung im Hinterlüftungsraum gelten nach Anhang 6 der MVV TB (Stand 2016-06) horizontale und vertikale Brandsperren. Horizontale Brandsperre mit einem durchgehenden Luftspalt von 5 bis 10 mm Bilder: FVHF fassadentechnik_1 I 2020 29