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Fassadentechnik Ausgabe 4/20

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produkte architektur

produkte architektur skulpturale 3D-metallfassade champagner für das sonnenlicht Grundlage für das Niu Airport Hotel in Bremen bildete eine städtebauliche Masterplanung für den neuen Airport-West. Die skulptural kraftvoll gestaltete Metallfassade aus dreidimensional und polygonal geformten Elementen sucht bewusst Distanz zum gestalterischen Bild der Umgebung und zeigt sich selbstbewusst in sieben Geschossen. Die dreidimensional und polygonal geformten Metallfassaden-Elemente des Niu Aiport Hotels in Bremen erzeugen eine elegante und bewegte Ansicht. Der Champagnerton der Metallfassade korrespondiert gut mit einem warmen Sonnenlicht. Bild: Anke Müllerklein 12

» die expressive fassade sollte bereits von außen klarmachen, dass es sich bei dem baukörper um ein hotel handelt ...« In der Nachbarschaft des Baugeländes befinden sich überwiegend Bestandsbauten aus den 80er und 90er Jahren, die sich meist mit großflächigen Backsteinfassaden darstellen. Sowohl für die Bremer Bauherrenschaft Peper & Söhne, als auch dem Team von Westphal Architekten war schnell klar, dass mit diesem Gebäude ein Impulsgeber geschaffen werden sollte als Auftakt zur Neuausrichtung der Airportcity West. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Baukörper eine städtebaulich signifikante Ecksituation im Kreuzungsbereich von zwei wichtigen Erschließungsstraßen bildet. Die besondere Plastizität der Fassadengestaltung ergibt sich aus dreidimensional und polygonal geformten Elementen und ist ein gestalterischer Ausdruck, der sich aus dem Rasterbezug der Zimmergrößen ableitete. Hierzu wurden jeweils zwei Zimmerbreiten zu einer Fensteröffnung gebündelt, was das Fassadenbild großzügiger erscheinen lässt und die Maßstäblichkeit des Gebäudes positiv beeinflusst. Dazu Jost Westphal: „Mit der expressiven Fassade sollte bereits von außen ablesbar werden, dass es sich bei dem Baukörper um ein Hotel und nicht um ein Wohn- oder Bürogebäude handelt.“ Perforierung schafft stoffliche Anmutung Die dreidimensional und polygonal geformten Elemente erzeugen eine elegante und bewegte Ansicht. Je nach Perspektive, Wetter und Tageszeit ergeben sich fortwährend neue Ansichten und sich ständig verändernde Licht- und Schattenspiele. Bei näherer Betrachtung wird erkennbar, dass die vorgehängten, champagnerfarbenen Fassadenelemente über eine gleichmäßige Perforation verfügen, welche die Komplexität der unterschiedlichen Geometrien zusätzlich erhöht. Die Architekten haben sich für eine perforierte Metallfassade entschieden, um den für Metallfassaden üblichen Glanzgrad und die damit einhergehende starke Reflexion des Materials zu brechen und der Fassade eine stoffliche Anmutung zu verleihen. Weil die Lüftungsflügel, die zur natürlichen Belüftung der Hotelzimmer dienen, nicht sichtbar hinter der Metallfassade eingesetzt werden konnten, wird das eindrucksvolle Fassadenbild nicht beeinträchtigt. Die Annäherung an das später definierte Fassadenmaterial fand dabei über verschiedene Ausschlusskriterien statt, wie Jost Westphal den Prozess beschreibt: „Bei einem derart metallischen Material besteht die Gefahr, dass eine industrielle Anmutung entsteht. Deshalb war klar, dass wir keinen Silber- oder Naturaluminium-Ton einsetzen wollten. Dann kam noch der Trend ins Spiel, dass sich derzeit mehr und mehr Hotels finden, die in dunkleren und wärmeren Tönen angelegt sind. Dies steht auch im Einklang zur Innenraumgestaltung des Hotelbetreibers, der Novum-Group in Hamburg. Darauf wollten wir Bezug nehmen und haben uns für diesen Champagnerton entschieden, der auch sehr gut mit einem warmen Sonnenlicht korrespondiert.“ Bild: Serge Ferarri Die vorgehängte, hinterlüftete Fassadenkonstruktion besteht in der Schnittbetrachtung aus einer Wärmedämmung, einer Stamisol Safe One Fassadenmembran, einer Zwischenzone zur Luftzirkulation und schließlich der Metallbekleidung. projekt The Niu Airport Hotel, Bremen bauherr Peper & Söhne Projekt GmbH, Bremen architekten Westphal Architekten BDA, Bremen fassadenbau Ebener GmbH fassaden-Profiltechnik, Bad Marienberg fassadenbahn Stamisol Safe One, Euroclass A2-s1,d0 fassadenfläche 1.040 m 2 fertigstellung April 2020 fassadentechnik_4 I 2020 13