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Fassadentechnik Ausgabe 4/20

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technik das können VHF

technik das können VHF schon heute ästhetische fassaden, nachhaltig bekleidet Wenn sich Kreativität, Effizienz und Nachhaltigkeit 1 in der Fassade vereinen, profitiert unsere gebaute 3 Bild: Prefa/Croce & Wir Umwelt. Aktuelle Trends zeigen, dass prägnante Kubaturen und der einfallsreiche Umgang mit Farben und Oberflächen international eine hohe Aufmerksamkeit erzeugen. Neben einem charakteristischen Aussehen, müssen Gebäude hohen technischen Ansprüchen genügen und energetisch nachhaltig sein. Bild: Prefa/Croce & Wir Bild: Prefa/Croce & Wir 4 2 Bild: FVHF Bild: Cosentino/OFB Projektentwicklung GmbH 28 2+31 I 2020_fassadentechnik Bild: Moeding/Anke Müllerklein

1 An der 3.100 m 2 umfassenden Fassade des neuen Wahrzeichens im Luzerner Vorort Horw sind 352 Fenster und 17.000 Aluminium-Rauten montiert worden. Sie geben die Umgebung verhalten wieder. 2 Der angestrebte einheitliche Fassadenlook des Münchener KAP WEST ließ sich mit großformatigen Platten aus Kunststein realisieren. Aufgrund der hohen Materialdichte sind sie sehr dünn und somit verhältnismäßig leicht, was der Fassade zusätzlich eine erfrischende „Luftigkeit“ verleiht. 3 Die Sidings aus Aluminium wurden horizontal und vertikal eingesetzt und geben dem Budapester das Restaurant Mimama seine besondere Form und Ausstrahlung. 4 Für die Station Frederiksberg Allé der Kopenhagener Metrolinie wurden Keramikplatten in vier verschiedenen Grüntönen angebracht. Sie nehmen Bezug zu den zahlreichen Bäumen in der Umgebung. Fassaden prägen das Erscheinungsbild unserer Städte und Dörfer und gestalten so den öffentlichen Raum. Daher ist es bei jedem Entwurf besonders wichtig, die Fassade individuell an die Bauaufgabe und die spezifische Umgebung anzupassen. Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden (VHF) eignen sich dabei speziell durch die Vielfalt der möglichen Materialien, Formen und Farben. Zudem ist das Fassadensystem für jeden Gebäudemaßstab in Neubau und Bestand einsetzbar. Neben den vielfältigsten baukulturellen Bauaufgaben erfüllen VHF wichtige wirtschaftliche und technische Anforderungen. Seit immer stärker ins Bewusstsein dringt, dass Energie und Ressourcen begrenzt und kostbar sind, rücken energetische Parameter noch stärker in den Fokus: Wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen sind daher Energieerzeugung und -speicherung, Energieeffizienz und nachhaltige Lebenszyklen die großen Planungsherausforderungen der heutigen Zeit. Die nachfolgende Übersicht kürzlich fertiggestellter internationaler Projekte zeigt, wie Architekten die neuesten Entwicklungen im Bereich Materialien und digitaler Technologien nutzen, um individuelle Fassadenentwürfe umzusetzen. Lebendige Dimensionen Mit abwechslungsreichen Faltungen, Schichtungen und Versprüngen gegliedert, sorgen Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden für Urbanität und ein facettenreiches Straßenbild. Wie eine Insel mitten im Meer der Großstadt Budapest liegt das Restaurant „Mimama“. Viele verschiedene Winkel und Richtungen spiegeln die Verbindung der Generationen in diesem Projekt wider. Die Architekten verbinden zudem klassische und traditionelle Elemente der ungarischen Kultur mit einer markanten Formensprache. Weiße Alu-Paneele formen Fassade und Dach auf besondere Weise zu einer ausdrucksstarken Einheit. Das neue Bürogebäude KAP WEST im zentral gelegenen Münchener Quartier „Am Hirschgarten“ verkörpert eine Einheit zwischen expressivem Architektur-Highlight und effizienter Arbeitsqualität. Auf zwei U-förmig angelegten Sockelgebäuden thront je ein 53 beziehungsweise 60 m hoher Turm wie ein monumentales Kap. Der höhere Südturm stellt dabei mit seinem überkragenden Block – aufgesetzt in raffinierter Gegendrehung und gut 18 m frei über dem Boden schwebend – den imponierenden Eyecatcher des Ensembles dar. Unaufgeregt und elegant, zugleich sehr urban und selbstbewusst prägt die Vorgehängte Hinterlüftete Fassade das Erscheinungsbild. » grafische strukturen und ornamentale muster machen Vorgehängte Hinterlüftete Fassade leicht und lebendig.« Kontrastreicher Materialmix Klinker, Holz, Putz oder Metall – mit Materialkombinationen lässt sich das Erscheinungsbild moderner Fassaden akzentuieren bzw. in der Symbiose ein eigenständiger Charakter mit unverwechselbarer Identität erzeugen. Angepasst an die Gebäudetypologie vorhandener Remisen scheint der Neubau für das Dichter-Gedenkhaus im brandenburgischen Penzlin mit seinem satteldachförmigen Baukörper auf einem geschosshohen Mauerwerkssockel zu schweben. Auffällig ist die Gebäudehülle aus den drei kontrastierenden Materialen Faserzement, Holz und Glas. Die großen Glaselemente in den Giebelflächen und die dunklen, kleinformatigen Dach- und Fassadenplatten verleihen dem Gebäude eine besondere Ausstrahlung. Farbige Akzente Der Einsatz von Farbe gibt Fassaden ein einzigartiges Aussehen und macht sie unverwechselbar. Dabei stehen vielfältige Gestaltungsmittel zur Verfügung: Von aufgedruckten Schriften und Bildern über farbig betonte Gebäudeelemente bis hin zu großflächigen grafischen Mustern. Mit Eröffnung der neuen Kopenhagener Metrolinie Cityringen werden die Innenstadtviertel mit Frederiksberg und dem Hauptbahnhof verbunden. Die 17 Stationen stehen für einen neuen Ansatz urbaner und nachhaltiger Mobilität: Denn die Bahnhöfe folgen nicht mehr ausschließlich den bautechnischen Vorgaben, sondern treten auch in einen Dialog mit ihrer Umgebung. Als individuell unter anderem mit Keramikplatten gestaltete Stadträume zeigen sich die Bahnhofszugänge in unterschiedlichen Farben und Formen, um eine intuitive Wegeleitung zu ermöglichen. fassadentechnik_4 I 2020 29