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Fassadentechnik Ausgabe 5/20

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Bilder: Anette

Bilder: Anette Ritter-Höll Nur für die rechtwinklig zur geneigten Platteneben wirkende Komponente der Eigenlast sind diese Faktoren in Ansatz zu bringen. Bei Platten, deren Neigung gegen die Horizontale größer als 85 Grad ist, kann dies vernachlässigt werden. Auf die Durchbiegung von 1/500 der Stützenweite wird nochmals verwiesen. Bei Sturzplatten ist die Auswahl des Natursteins von noch entscheidenderer Bedeutung, als bei anderen Einbauorten sowieso schon notwendig. So ist zum Beispiel bei Ablagerungsgesteinen auf die Schichtung zu achten. Installation am Gestein Beleuchtungsreklame, Jalousien und ähnliche Installationen dürfen nicht unmittelbar an die Außenwandbekleidung befestigt werden, sondern sie müssen durch die Bekleidung und Wärmedämmung hindurch in der tragenden Außenwand verankert werden. Bei der Bemessung ist also zu berücksichtigen: + Verankerungsgrund (Betongüte, Mauerwerk, Dichte der Armierung) + Natursteinart mit den entsprechenden technischen Werten + Fugenschnitt geplant + Gebäudeabmessungen und -form zur Abschätzung der Windbeanspruchungen + Überbrückung von Steinkante in den Rohbau + Rohbaudicke + Bei Mischverankerungsgrund ist die Kraftschlüssigkeit zu gewährleisten + Mögliche Erdbebengefährdung + Berücksichtigung der Rohbautoleranzen + Schnittstelle Fensterbauer / Naturstein (Abdichtungen versus Verankerungen) Oben: Ergebnis einer Bewitterung nach 40 Jahren ohne Reinigung in einer stark befahrenen Straße. In ein solches Loch darf nicht eingemörtelt werden, wegen der sichtbaren Schwachstelle. » ankerdornlöcher dürfen nicht mit schlagbohrern gebohrt werden. « Dornlöcher anbringen Die Verankerung von Naturwerksteinplatten mit Röhrchenankern funktioniert nach folgendem Prinzip: Beim beweglichen Auflager gleitet die Dornhälfte im eingekitteten Kunststoffröhrchen; beim festen Auflager ist eine Dornhälfte eingemörtelt. Die Ankerdorne greifen in gebohrte Löcher in den Plattenstirnflächen ein. Der Regelabstand von Plattenecke bis Mitte Dornloch ist das 2,5-fache der Plattendicke (bei einer 3 cm dicken Platte ist der Abstand 2,5 x 3 = 7,5 cm). Bei kleineren Abständen wird im Bemessungsverfahren die zulässige Lastaufnahme im Ankerdornloch abgemindert. Der Achsabstand zur Plattenfläche darf bei einer 3 cm dicken Platte 15 mm nicht unterschreiten. Bei dickeren Platten kann das Ankerdornloch auch außermittig gebohrt werden, da Winddruck und Windsog die Platten unterschiedlich belasten. Der Durchmesser des gebohrten Dornlochs soll mindestens 3 mm größer sein, als der Durchmesser des Ankerdorns. Das Loch darf nicht mit Schlagbohrern – womöglich mit Platte zwischen den Knien – gebohrt werden. In der Regel beträgt der Dornlochdurchmesser 10 mm. Die Dorne müssen mindestens 25 mm tief in die Platte einbinden. Die Länge der Gleithülsen ist mindestens 4 mm größer als die Ankerdorneinbindetiefe. Das Bewegungsspiel zwischen Ankersteg und Plattenkante muss mindestens 2 mm betragen, dies wird zum Beispiel. durch Kunststoff – Abstandhalter während der Montage erreicht werden. Dr. Anette Ritter-Höll Im nächsten Teil der Serie widmet sich Dr. Anette Ritter-Höll den Fugen, der normgerechten Gesteinsprüfung und dem Brandschutz. Schlagwortsuche auf www.fassadentechnik.de Naturstein, Normung, Gutachter, Sachverständige, Bauphysik, Ausführung, Befestigungstechnik 16 5 I 2020_fassadentechnik

aukultur briefing weiterbauen mit qualität In unserer Reihe »baukultur briefing« stellen wir ausgewählte Informationen aus dem Baukulturbericht 2018/2019 für die Zielgruppe Planer und Ausführende vor. Der aktuelle Bericht der Bundesstiftung Baukultur steht unter dem Titel „Erbe – Bestand – Zukunft“ und fokussiert die Bedeutung und Potenziale unseres Gebäudebestandes. Thema dieser Ausgabe: Innerstädtische Neubauten verträglich integrieren. Möglichkeiten des Umbaus Möglichkeiten des Umbaus Nach Bundesstiftung Baukultur Quelle: DIW Berlin 2018 Ersatzneubau Aufstockung Lückenschließung Umbau, Umnutzung, Nachnutzung Restflächenaktivierung Brachflächenbebauung und Flächenkonversion Anbau Bürogebäude Cass Cube, Gersthofen Ein qualitätsvolles Weiterbauen der Städte und Gemeinden setzt das Bauen an integrierten Standorten voraus. Qualitäten entstehen, wenn sich Bauvorhaben als neue Zeitschicht sinnvoll, bereichernd, bedarfsund nutzergerecht in die vorhandene Stadtstruktur einbetten. Gute innerstädtische Neubauvorhaben reagieren auf ihr Umfeld und nehmen Verbindung zum Bestand auf, vor allem in historisch sensiblen Lagen. Die vom Bund berufene Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz hat wichtige Indikatoren benannt, wie Neubauten verträglich in die Umgebung integriert werden können. Hilfestellung für Gemeinden leisten auch Gestaltungssatzungen, in denen die äußere Gestaltung bestehender oder neuer Bauwerke in vorwiegend historischem Umfeld festgelegt ist. Die Aufgabe von Bauherren ist es, eine Formensprache und Gestaltung zu finden, die in den Bestand integrierbar ist. Über regional typische Baustoffe, passende Proportionen oder Dachformen lassen sich zahlreiche Bezüge zum städtebaulichen Kontext herstellen. Das bedeutet nicht, dass Neubauten unweigerlich ein traditionelles Erscheinungsbild erhalten – auch mit modernen Gestaltungselementen lassen sich Bautraditionen zitieren. Das neue Kunstmuseum in Ahrenshoop etwa erinnert nur mit seiner Kubatur an die prägenden Reetdachhäuser in Küstenregionen. Die Fassade aus Metall spricht dagegen eine rein moderne Architektursprache. Baukulturbericht 2018/2019 Erbe – Bestand – Zukunft, Bundesstiftung Baukultur, Potsdam, www.bundesstiftung-baukultur.de MIT GSP ® ZUR GLAS-SANDWICH- FASSADE 3-in-1-Produkt: Glas, Wand und Dämmung einfache Planung kurze Bauzeiten U-Werte bis 0,13 W/(m²K) individuell bedruckbar fassadentechnik_5 I 2020 17 www.iconic-skin.com