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Fassadentechnik Ausgabe 5/20

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technik 20 5 I 2020_fassadentechnik

wärmebrückenminimierte unterkonstruktionen energieeffiziente gebäude und klimaschutz mit vhf Um die Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen, ist eine energieeffiziente Fassade unabdingbar. Durch umsichtige Planung und dem Einsatz neu entwickelter wärmebrückenminimierter Unterkonstruktionen realisieren Planer fortschrittliche Energie- standards. Aktuelle Beispiele des Fachverbands Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF) zeigen, dass sich die energetische Effizienz einer hinterlüfteten Fassade so um bis zu 30 Prozent steigern lässt. Am Wohnhochhaus Stieglitzweg in Berlin, (links und oben) wurde eine Alucobond-Fassade auf wärmebrückenminimierter Unterkonstruktion verbaut. Bilder: Systea Moderne vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) müssen bei jeder Bauaufgabe vielfältige baukulturelle, wirtschaftliche und technische Anforderungen erfüllen. Seit immer stärker ins Bewusstsein dringt, dass Energie und Ressourcen begrenzt sind, rücken energetische Parameter noch stärker in den Fokus: Wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen sind daher Energieerzeugung und -speicherung, Energieeffizienz und nachhaltige Lebenszyklen die großen Planungsherausforderungen der heutigen Zeit. Durch Forschung und Entwicklung stehen heute verschiedene Systeme wärmebrückenminimierter Unterkonstruktionen mit speziellen Materialien und optimierten Geometrien zur Auswahl. Aluminium als Werkstoff, noch bis vor wenigen Jahren Mittel der Wahl, wurde von Edelstahl, glasfaserarmiertem Kunststoff oder Glasfaserverbundwerkstoffen abgelöst. Vielfach erprobt: VHF-Projekte mit innovativen Unterkonstruktionen Aus dem breiten Produktsortiment der Hersteller lassen sich verschiedene Konstruktionsprinzipien unterscheiden: Systeme nach dem Wandwinkelprinzip, stabförmige Wandhalter oder dreidimensionale Stabsysteme. Der Systembaukasten der VHF gibt Planern und Verarbeitern höchste Flexibilität bei der Wahl der idealen Werkstoffe und Produkte für die jeweilige Bauaufgabe. Beim Abwägen der zahlreichen Optionen ist es wichtig, alle Maßnahmen stets gesamtheitlich zu betrachten. fassadentechnik_5 I 2020 So unterzogen Blumers Architekten das 14-stöckige Wohnhochhaus in der Berliner Gropiusstadt einer Totalsanierung. Die Aufgabe umfasste die Strangsanierung aller 84 Wohnungen, die Umgestaltung des Eingangsbereichs, der Flure und Treppenhäuser sowie die Fassadensanierung. Letztere hat Vorbildcharakter für die gesamte Siedlung. Für die vorgehängte hinterlüftete Fassade entwickelten die Planer ein starkes Gestaltungskonzept mit markantem Erscheinungsbild: Auf die Aluminium-Verbundplatten sind abstrahierte und in grafische Muster übersetzte Stadtgrundrisse aufgebracht. Diese wechseln sich spannungsreich mit silberfarbenen Fassadenelementen ab. Sichtbar befestigt sind die Fassadenplatten an einer wärmebrückenminimierten Unterkonstruktion aus „L“-förmigen Edelstahl-Wandkonsolen. Diese sind in der Lage, hohe Lasten bei niedrigem Eigengewicht zu tragen. Auf Grund der Geometrie lässt sich der Dämmstoff bis zu einer Dicke von 400 mm einfach und dicht an die Konsole anfügen. Tragprofile nehmen die Bekleidungselemente auf. Sie werden mit Nieten oder Schrauben mit den Wandkonsolen verbunden. Passivhaustaugliche Klinikum-Fassade Der Neubau der Chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg bildet zusammen mit der Medizinischen Klinik ein Ensemble, das eindrucksvoll den Auftakt des Klinikrings 21