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Fassadentechnik Ausgabe 5/20

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technik elementfassade mit der fassadenbühne in die höhe klettern Der mit vielen Design-Preisen ausgezeichnete „Grand Tower“ in Frankfurt hat als Gebäudehülle verfügt über eine komplexe Fassadenkonstruktion. Deutschlands höchstes Wohnhochhaus mit insgesamt 48 Geschossen hat unter anderem 40 verschiedene Balkontypen. fassadentechnik berichtete in Ausgabe 2/19 über den 172 m hohen Bau. Bei weit über 1.000 angelieferten Fassadenteilen pro Etage, ist der hohe Montageaufwand gut nachvollziehbar. Dies erforderte eine besondere Logistik, möglichst große Kranunabhängigkeit und ein wirklich gutes Montagekonzept. Das Team des Fassadenbauers Riva aus Backnang (Baden-Württemberg) konnte die Innenfassade unproblematisch vom Gebäude-Inneren oder von den Balkonen montieren. Die schweren Glaselemente mit den großen gebogenen Isolierscheiben stellten eine besondere Herausforderung dar. Hierfür kam ein sogenannter „Balancer“ zum Einsatz. Diese Art von Montagetraverse hatte eine Länge von rund 9 m; auf einer Seite konnten bis 1.500 kg Last angeschlagen werden und auf der anderen Seite war das variable, automatisch austarierende Gegengewicht. Hiermit konnten Fassadenelemente bis zu 4 m auskragend zur Einbaustelle an der Innenfassade in Richtung Innenseite des Gebäudes hineingeschoben werden. Durch das automatische Austarieren konnte viel Kranzeit eingespart werden. Die Kranbelegung stellt immer das Nadelöhr auf den Baustellen dar. Die Außen-Fassade aus lackiertem Alublech, also die Verkleidung der Balkone, das Anbringen der Brüstungen und der komplexen Regenwasserableitung stellten die wesentlich höhere Herausforderung für das Riva-Team dar: 40 verschiedene Balkontypen, die in der Vertikalen bis zu 1,40 m nach innen und außen Bilder: Roland Zengerling 24 1 I 2020_fassadentechnik

» … durch die längenveränderung passte sich der steg dem jeweiligen fassadenaufbau an … « 48 Geschosse ist der „Grand Tower“ in Frankfurt hoch. 40 verschiedene Balkontypen erwarten die Monteure. Um den Kran zu entlasten, wurde eine spezielle Fassadenbühne benötigt. verspringen, musste es beachten. Die Regenwasserableitung, die Großteils in den Gebäudeinnenecken angebracht ist, und bis zu 2,50 m aus der vertikalen nach innen verschoben ist, stellte den anderen Teil der Komplexität der Montage dar. Nischenlösung für die Montage Nach intensiver Ablaufplanung der Außenfassadenmontage und Gesprächen mit Anbietern, fiel dann die Entscheidung auf eine Bühnenlösung. Letztendlich entscheidend für die dann zum Einsatz kommenden sogenannten „Scanclimber“ war die elektrisch ausfahrbare Verbreiterung. Eine bis zu 1,60 m zum Gebäude ausfahrende Bühnenverbreiterung ermöglichte zum einen die Montage an der Ansicht und der Untersicht der Balkone, diente aber auch als Schutz gegen herabfallende Teile. Zusätzliche Anforderungen an die Bühnen waren die Absicherung von Montagearbeiten im Bereich der Balkonaußenkanten, an denen zu Beginn der Montage auf den Balkonen keinerlei Absturzsicherung montiert werden konnte. Für diese Phase wurde ein Sicherheitskonzept genehmigt, in dem die Bühnen als Anschlagpunkt für die Mitarbeiter und gleichzeitig als zusätzlicher Absturzschutz auf den Balkonen dienten. Dies wurde durch den Bühnenlieferant durchgeführt, der eine doppelte, elektrisch und mechanisch, absichernde Parkpositionsstellung ermöglichte. Das Kriterium „Nischenlösung“ war bei der Regenwasserführung im sprichwörtlichen Sinn gefordert. Innenecken, mit 2,50 m Tiefe und der Zugang, der bei fertiger Fassade nur noch 50 cm beträgt, waren nicht leicht zu bewältigen. Hierzu entwickelte der Bühnenlieferant projektbezogene Sonderplattformen. Diese von den Scanclimbern auskragenden „Arme“ reichten zunächst mit 45 cm Breite in die Nischen, danach war ein Drehkranz angebracht an dem wiederum ein Längen-teleskopierbarer Steg montiert war. Durch den Drehkranz konnte der Steg scheibenwischerartig in der Nische geschwenkt werden und durch die Längenveränderung passte sich der Steg dem jeweiligen Fassadenaufbau an. fassadentechnik_5 fassadentechnik_4 I 2020 25