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Fassadentechnik Ausgabe 5/20

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usiness Bild: Mediashots/Wicona sommerfest im NEXT studio „das ist smart“ Welche Möglichkeiten bieten adaptive Fassaden bei der Planung von zukunftsgerechten, nachhaltigen, komfortablen und ästhetisch anspruchsvollen Gebäuden? Um diese zentrale Frage drehte sich das erste virtuelle NEXT Expertenforum 22. September 2020. Prof. Dr.-Ing. Ulrich Knaack (TU Darmstadt/TU Delft) schilderte zunächst die grundsätzlichen Anforderungen an adaptive Fassaden – nämlich die Anpassung des Verhaltens an Umgebungsveränderungen wie Temperatur oder auch Sonneneinstrahlung. Zudem gehe es darum, Energiekosten zu senken und den Nutzerkomfort zum Beispiel in puncto Raumklima und Akustik zu erhöhen. Dazu stellte Dipl.-Ing. Lars Anders (Geschäftsführer Priedemann Fassadenberatung) spannende Projekte vor – beispielsweise den beweglichen Sonnenschutz am ThyssenKrupp Headquarter in Duisburg. Wichtig sei es darüber hinaus aber auch, Adaptivität nicht nur auf die Fassade selbst zu beziehen, sondern diese auch mit „beweglichen“ und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen mit echten Mehrwerten für den Kunden zu verbinden. Dazu stellte der Experte aktuelle und in Zusammenarbeit mit Industriepartnern entwickelte adaptive Konzepte vor – zum Beispiel Gewebe, die ihre Form wandeln und ihre Dichte anpassen, um den G-Wert zu verändern und somit die Hitzeeinwirkung zu steuern. Prof. Dr.-Ing. Daniel Pfanner (Partner/Geschäftsleitung Bollinger+Grohmann) stellte in seinem Vortrag die Möglichkeiten des „Fluid Flow Glazings“ vor. Die innovative Glasfassade wird seit einiger Zeit im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts InDeWag mit mehreren Partnern entwickelt und umfassend getestet. Die Idee dahinter: Der Scheibenzwischenraum einer Isolierverglasung wird quasi unsichtbar von Wasser durchströmt. Im anschließenden Vortrag „Beyond Smart By Nature“ beleuchtete Rudi Scheuermann (Director und Global Leader Building Envelope Design Arup) anhand spannender Bauvorhaben, wie die Natur als wertvolle Inspirationsquelle für die Gestaltung und den Bau von adaptiven Gebäudehüllen dienen kann. Beim Futurium in Berlin Beispiel einer adaptiven Fassade. (siehe fassadentechnik 06/2017, Seiten 8-11) wurde die Fassade etwa mit vielen unterschiedlichen Durchsichten und Verschattungsgraden geplant. Zudem warb Rudi Scheuermann für den sinnvollen Einsatz der natürlichen Lüftung in Fassadenkonzepten. „Die freie Kühlung ist das Beste, was wir in unseren Breiten nutzen können.“ Zum Abschluss sprach Martin Zitto (Senior Business Development Manager Merck) über „Dynamisches Glas als Kern der adaptiven Fassade“. Dabei stellte er das Prinzip der Flüssigkristall-Technologie vor. Den Abschluss des Livestreams bildete eine Diskussionsrunde mit den Referenten und Moderator Prof. Dr.-Ing. Ulrich Knaack. Eine Aufzeichnung des kompletten Events ist über den nebenstehenden QR-Code abrufbar. Schlagwortsuche auf www.fassadentechnik.de Adaptive Fassaden, Closed-Cavity-Fassade, Fassadenbegrünung, Glas, Membranfassaden, Sonnenschutz Die Protagonisten des NEXT Expertenforums im NEXT Studio. 36 5 I 2020_fassadentechnik

Bild: Brigida González die besten Vorgehängten Hinterlüfteten Fassaden FVHF-jury prämiert Münchner architekturbüro Bild: Olaf Mahlstedt Die Gewinner-Fassade: Die Idee der perforierten Metallflächen des Münchner Architekturbüros Allmann Sattler Wappner verleihen dem robusten Material eine „textile“ Qualität und lassen das Gebäude in der Nacht von Innen leuchten. Der beispielhafte Prototypus mit drei verschiedenen, wiederverwerteten Bekleidungswerkstoffen für die VHF stößt die Debatte zum Umgang mit Ressourcen und ‚grauer Energie‘ bei der Gebäudeherstellung an. Gratulation – Allmann Sattler Wappner Architekten gewinnen den Deutschen Fassadenpreis 2020 für VHF (v. l. n. r.): Oliver Fröhlich (Jury/BWM Fassadensysteme), Ronald Winterfeld (FVHF), Dr. Christine Lemaitre (DGNB) Simon Köppl (Allmann Sattler Wappner) Alexandra Wagner (Allmann Sattler Wappner), Prof. Andreas Fuchs (Jury/Fat Lab), Andreas Reinhardt (FVHF) und Ministerialdirigent Lothar Fehn Krestas (BMI). Das Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner ist Preisträger des Deutschen Fassadenpreises 2020 für Vorgehängte Hinterlüftete Fassaden (VHF): Die Bestandserweiterung für Hotel und Gastronomie des Fünf-Sterne-Superior Golf- und Wellness-Resorts Der Öschberghof in Donaueschingen überzeugte die Fachjury unter Vorsitz von Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, mit einer perforierten Gebäudehülle, „deren textile Qualität die Gebäude in der Nacht von Innen leuchten lässt“. Am 17. September 2020 wurden neben dem Hauptpreis, ein Sonderpreis für Nachhaltigkeit und vier Anerkennungen im Rahmen einer feierlichen Preisver-leihung – erstmals als Hybridveranstaltung mit den Nominierten, ihren Bauherren sowie FVHF-Ehrengästen in Berlin und parallel im Live-Stream auf YouTube – verliehen. Das besondere Nachhaltigkeitskonzept des Recyclinghauses Hannover nahm die Jury zum Anlass, das Projekt von Cityförster Architekten mit einem Sonderpreis zu honorieren: „Das Experimentalhaus von Cityförster in Hannover ist eine kleine Revolution: Der Prototyp beweist, wie sich mit leicht verfügbaren Recyclingmaterialien vorbildlich ressourcenschonend bauen lässt. Der Denkanstoß aus Hannover befeuert die Diskussion über graue Energie und Ressourcenverbrauch und zeigt ganz nebenbei, wie Auswege aus einem aktuell umweltschädlichen Bauen gestalterisch höchst anspruchsvoll gelingen können“, resümiert die Jury. Vier weitere Architekturbüros und die jeweiligen Bauherren erhielten für ihre herausragenden Projekte Anerkennungen: Knoche Architekten BDA für das Feuerwehrzentrum in Köln-Kalk, Meck Architekten für das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing, TRU Architekten für Überäume für Musikstudierende der UdK in Berlin sowie Von M für das Hotel Bauhofstraße in Ludwigsburg. Die sechs preisgekrönten Bauten illustrieren ebenso wie die rund einhundert hochkarätigen Einreichungen die Gestaltungskraft der VHF und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Das Preisgeld von zusammen 11.000 Euro Bild: Dirk Heckmann wird mit 5.000 Euro für den Gewinner, 2.000 Euro für den Sonderpreis und je 1.000 Euro für die vier Anerkennungen aufgeteilt. Seit 1999 vergibt der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. (FVHF) im zweijährigen Rhythmus den Deutschen Fassadenpreis für VHF für ausgezeichnete Gebäudehüllen, die besonders herausragen. Schlagwortsuche auf www.fassadentechnik.de Verbände, Architektur, VHF, Metallfassaden, Nachhaltigkeit fassadentechnik_5 I 2020 37