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FILMFEST MÜNCHEN MAGAZIN 2019

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CINEMERIT AWARD —

CINEMERIT AWARD — ANTONIO BANDERAS Auch wenn dieser Film zunächst nicht sehr erfolgreich war, festigte er Banderas’ Ruf als unerschrockener Schauspieler, der sich mit der gleichen Hingabe klassischen Shakespeare-Stoffen wie den provokanten Rollen in den frühen Almodóvar- Filmen widmete. Sein Charme verhalf ihm nicht nur zum Erfolg im Film, sondern auch bei den Frauen. 1986 heiratete er seine erste große Liebe Ana Leza. Spätestens seit Almodóvars das gesetz der begierde (1987) war Banderas ein wichtiger Anker in der spanischen Filmszene. Auch dieser Film spricht das damalige Tabuthema Homosexualität an, das Almodóvar nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Biografie immer wieder aufgriff. Banderas verkörpert den von Liebe und Eifersucht besessenen Jüngling Antonio, der seinem großen Idol, dem Regisseur Pablo, nachstellt und ihn verführt. Der ungewohnt offene Umgang mit homosexueller Liebe, Transsexualität und Inzest machte das gesetz der begierde zu einem umstrittenen Skandalfilm, besiegelte jedoch den Erfolg von Banderas und Almodóvar. Es folgten weitere Kollaborationen. Etwa die Komödie frauen am rande des nervenzusammenbruchs (1988), in der Almodóvar sich mit dem Thema Weiblichkeit beschäftigte. Der Film, der vor allem von seiner Situationskomik lebt, war nicht nur der Eröffnungsfilm in SA 29.6. 18.00 UHR CARL-ORFF-SAAL Cannes, sondern wurde auch mehrfach ausgezeichnet, sowie für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert. Dadurch war der Weg für Banderas’ internationale Karriere geebnet. Seiner Leidenschaft für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten konnte er trotzdem noch nicht sofort nachgehen. Denn es stand eine weitere Kollaboration mit seinem spanischen Lieblingsregisseur an: fessle mich! (1989). In dem intensiven Liebesdrama spielt Banderas den jungen, hormongesteuerten Ricky, der nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie den brennenden Wunsch hegt, die Pornodarstellerin Marina zu heiraten und mit ihr eine Familie zu gründen. Da sich Marina jedoch weder an Ricky noch an die gemeinsam verbrachte Nacht erinnert, sieht er nur eine Lösung: Ans Bett gefesselt hält er sie in ihrer eigenen Wohnung fest. Banderas findet in seiner Darstellung stets die Balance zwischen roher Gewalt und Verwundbarkeit, purer Körperlichkeit und verletzlicher Zurückgezogenheit, Unzurechnungsfähigkeit und Klarheit. Wenn er mit leicht gesenktem Kopf unter seinen dichten Brauen hervorschaut, drücken diese intensiven Blicke ein breites Spektrum an Emotionen aus: von schlichtem Wahnsinn bis zu verliebter Hingabe. Seine kopflose Verliebtheit lässt letztlich sein brutales Handeln vergessen. DI 2.7. 20.00 UHR CARL-ORFF-SAAL SO 30.6. 22.00 UHR HFF KINO 1 FESSLE MICH! ¡ÁTAME! Spanien 1989 • Buch & Regie Pedro Almodóvar • Darsteller Antonio Banderas, Victoria Abril, Rossy de Palma Länge 111 Min. • OmeU • FSK 16 DO 4.7. 20.00 UHR MÜNCHNER FREIHEIT 1 34 LEID UND HERRLICHKEIT DOLOR Y GLORIA Spanien 2019 • Buch & Regie Pedro Almodóvar • Darsteller Penélope Cruz, Antonio Banderas, Asier Etxeandia • Länge 115 Min. • OmdU

SA 29.6. 22.30 UHR CARL-ORFF-SAAL Nach Hollywood führte Banderas dann endlich der Film mambo kings (1992) von Arne Glimcher. Kurzentschlossen traf der Regisseur den spanischen Schauspieler zu einem ungewöhnlichen Abendessen in London – Banderas sprach zu diesem Zeitpunkt kein Wort Englisch. Doch Worte waren auch gar nicht nötig, denn sein Talent und seine langjährige Erfahrung sprachen für sich. So bekam er die langersehnte Hauptrolle in einer amerikanischen Produktion. In den USA wurde Banderas schnell zum Sexsymbol stilisiert. Auch sein starker spanischer Akzent erfüllte ein Klischee, das gerne von der Presse aufgegriffen wurde. Doch Banderas ließ sich nicht unterkriegen und arbeitete rastlos an seiner Karriere. In philadelphia (1993) von Jonathan Demme spielt er den Lebensgefährten des an AIDS erkrankten Anwalts Andrew Beckett (Tom Hanks). Hatten Banderas’ Rollen als Homosexueller in Spanien zuvor für Gesprächsstoff gesorgt, entfachte das Thema Homosexualität in philadelphia in Amerika einen regelrechten Sturm. Für Banderas stand jedoch die innige Liebesgeschichte zwischen Miguel und Andrew, die sie gegen DESPERADO USA 1995 • Buch & Regie Robert Rodriguez • Darsteller Antonio Banderas, Salma Hayek, Joaquim de Almeida • Länge 103 Min • OmeU eine vorurteilsbehaftete Gesellschaft und die tödliche Krankheit verteidigen müssen, im Vordergrund, wie er in Interviews betonte. Die Presse wollte Banderas stets in eine Schublade stecken. Doch er ließ sich davon nicht beirren und erfand sich in seinen darauffolgenden Arbeiten immer wieder neu, etwa in desperado (1995). Mit steinharten Gesichtszügen und unter dem langen Haar hervorblitzenden dunklen Augen spielt Banderas einen gebrochenen Mariachi-Sänger, der mit einem Gitarrenkoffer voller Waffen in der Hand blutige Rache übt. In der Hitze der mexikanischen Sonne sucht er nach dem Drogenbaron Bucho, der für den Tod seiner Geliebten verantwortlich ist. In desperado entwarf Banderas an der Seite von Salma Hayek einen Draufgänger, der genauso verführerisch wie gefährlich daherkommt. Für den wortkargen Antihelden legte er seinen ganzen Ausdruck in die Körperlichkeit des Sängers. Sogar die Stunts übernahm Banderas selbst. Im selben Jahr kamen fünf weitere Filme mit ihm in die Kinos, darunter two much – eine blondine zuviel. In SA 29.6. 15.00 UHR ASTOR ARRI KINO EVITA USA 1997 • Regie Alan Parker • Buch Alan Parker, Oliver Stone • Darsteller Antonio Banderas, Madonna, Jonathan Pryce • Länge 134 Min. • OF CINEMERIT AWARD — ANTONIO BANDERAS 35

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