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FILMFEST MÜNCHEN MAGAZIN 2019

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VIRTUAL WORLDS Was

VIRTUAL WORLDS Was passiert, wenn die Grenzen zwischen realer und digitaler Welt aufgebrochen werden? Wenn ein spaßiger Livestream plötzlich zum unerwünschten Blick in die Abgründe des eigenen Lebens wird? Wenn ein gutmütiger Zombie sich in seiner Gemeinschaft als Einzelgänger fühlt und anderweitig nach Zuneigung sucht? Wenn ein Spaziergang durch die beeindruckenden Hallen von Notre Dame tiefe Einblicke in einen Ort gewährt, den es so nicht mehr gibt? Wenn Caspar David Friedrichs Mönch auf einmal nicht mehr nur sehnsüchtig hinaus aufs Meer starrt, sondern seine Blicke auch über den Strand schweifen lässt? Wenn das geschieht, dann schafft Virtual Reality, was sie sich vorgenommen hat: reale Räume digital erfahrbar oder anders herum fiktionale Welten erlebbar zu machen. Wie vielschichtig sogenannte VR-Experiences sein können, zeigt die Filmfest-Reihe virtual worlds, die Ausstellung, Wettbewerb, Professional Day zugleich ist. Ob 360°-Filme, Room-Scale-Projekte, Games oder Installationen – Virtual Reality hat viele Gesichter. Mal interaktiv, mal reaktiv, stets immersiv, erwachen filmische Welten zum Leben. Mal dokumentarisch, mal computer-generiert, sind die Formen so vielseitig wie die Themen, die in den mehr als 30 VR-Experiences dargestellt werden. Da geht es auch um gesellschaftspolitische Debatten, wie etwa den Einfluss von Social Media auf das Leben junger Menschen. So auch bei dem ganz gewöhnlichen Millennial-Girl Yuki. Sie lebt vor allem im Netz, livestreamt sogar ihr Liebesleben und teilt mit ihren virtuellen Freunden ihre ganzen Geheimnisse. Ihr Wohnzimmer wird zum Treffpunkt, in dem die sozialen Medien zur Realität werden. Und ein ungeladener Gast auf einmal eine ganz andere Seite von Yuki ans Licht kommen lässt: eine einsame, nachdenkliche junge Frau. Die taiwanesische VR-Experience live stream from yuki

VIRTUAL WORLDS virtual worlds ist ein internationaler Wettbewerb für narrative VR, kuratiert von Astrid Kahmke, Creative Director des Bayerischen Filmzentrums. Als Jury konnten Myriam Achard (Kuratorin Virtual Reality Phi Center Montréal), Colum Slevin (Head of Media for AR/VR Experiences at Facebook, San Francisco) und Chloé Jarry (Gründerin und CEO Lucidrealities Studio, Paris) gewonnen werden, Preisgeber sind Epic Games und Unreal Engine. Frankreich als Gastland ist mit zahlreichen VR-Experiences und Künstlern vertreten, außerdem präsentiert virtual worlds die erste Retrospektive der Werke des mehrfach preisgekrönten Studios Felix&Paul aus Montréal. Die VR- Künstler und Produzenten werden anwesend sein. Im Rahmen der virtual worlds wird am 3. Juli im Gasteig ein Professional Day stattfinden. afterimage for tomorrow: Im Laserdschungel lauert die VR-Welt Virtual Reality kann dort hingehen, wo andere Medien an ihre Grenzen stoßen. Diese Überschreitung wird auch in the fernweh opera spürbar. Darin wird im Art-déco-Stil die Geschichte einer berühmten Opernsängerin erzählt. Als Allegorie auf die Allmacht und Unmöglichkeit der Liebe und Anspielung auf den klassischen Stummfilm singt sie eine Liebeserklärung in Arienform, die sich direkt an den User richtet. Ein weiteres Kunstprojekt ist die VR- Experience fever. In ihr geht es weniger darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern einen Bewusstseinszustand nachzuempfinden. Akustisch und visuell entsteht ein Gedicht über Krankheiten und Wahnvorstellungen als halluzinatorische Prozesse. Metaphysische Erfahrungen sind auch das Thema der VR-Installation ayahouasca, bei der ein Schamane den User auf eine spirituelle, bewusstseinserweiternde und hypnotische Reise begleitet. Naturphänomene sind seit jeher ein prominentes Thema für Virtual Reality. Wie mannigfaltig diese VR-Experiences heute sind, zeigt virtual worlds ebenfalls. Ob als Installation, 360°-Film oder Game – es geht nicht darum, nur virtuell nachzubauen, was um uns herum geschieht, sondern virtuelle Geschichten zu erzählen. So findet man sich beispielsweise in everest vr auf dem höchsten Gipfel der Welt wieder, begleitet den legendären Sherpa Tenji, wie er ohne Sauerstoffzufuhr die mühsame Expedition seines verunglückten Freundes Ueli Steck für eben diesen zu Ende bringen möchte. Bei -22.7°C geht’s dagegen nach Grönland. Im arktischen Meer kämpfen die User mit ihren eigenen Ängsten, während sie die mächtige Natur um sich herum hautnah entdecken. Oder auch nach Brasilien in den Regenwald, wie etwa in inside tumucumaque. Dort entdeckt man die Umwelt mit den Sinnen einer Tarantel und Fledermaus, eines Alligators, Pfeilgiftfroschs oder gar eines Adlers. Natur in Game-Form gibt es etwa mit der VR-Experience blautopf vr. Der User taucht in Höhlensysteme im Saarland ab und wird auf eine investigative Suche geschickt. Ein einsamer Fischer wird dagegen in a fisherman’s tale von einem wilden Sturm überrascht und muss sich auf den gefährlichen Weg zu seinem Leuchtturm machen. virtual worlds dockt an den Erfahrungsraum Kino an: Virtual Reality als neue Kunstform und eigenes Medium, das mit vielen verschiedenen Technologien arbeitet und dabei den Betrachter und dessen Experience in den Mittelpunkt stellt. Die VR-Ausstellung im Münchner Isarforum taucht in intime Sphären ein, greift aktuelle gesellschaftspolitische Debatten auf und erforscht das menschliche Bewusstsein. Julia Weigl Das vollständige Programm gibt es unter filmfest-muenchen.de. Alle weiteren Informationen finden Sie unter: http:// VirtualWorlds-Munich.com. Dort können Sie sich Tickets für die einzelnen VR-Experiences und die Keynotes sichern. Am Donnerstag, den 4. Juli findet um 20.30 Uhr die Preisverleihung mit anschließender Feier „The (un)real virtual party night – Virtual Worlds clubbing by Epic Games“ im Ampere/Muffatwerk statt. virtual worlds wird präsentiert vom Bayerischen Filmzentrum und dem filmfest münchen mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales, dem Creative Europe Desk München, der Französischen Botschaft in Deutschland, dem Institut Français Deutschland, UniFrance, dem Regierungsbüro Quebec in München, SODEC (Société de développement des entreprises culturelles) und gesponsert von Epic Games und Unreal Engine. Medienpartner ist das Magazin Gamesmarkt. Der Zugang zu virtual worlds ist kostenlos. Um Wartezeiten zu vermeiden, buchen Sie sich bitte einen Time Slot für die einzelnen VR- Experiences unter: www.guestoo.de/virtualworlds2019. Die Ausstellung virtual worlds findet von 02. bis 04. Juli im Isarforum, Ludwigsbrücke, Museumsinsel 1 statt. Die Öffnungszeiten sind: 02. Juli: 13 Uhr bis 21 Uhr 03. Juli: 10 Uhr bis 21 Uhr 04. Juli: 10 Uhr bis 19 Uhr VIRTUAL WORLDS 41

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