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FLUG REVUE 01/2017

Zivilluftfahrt Afrikas

Zivilluftfahrt Afrikas größte Niedrigpreis-Airline samt 5,1 Millionen Passagiere im Jahr befördert. Das verteilt sich etwa gleich auf beide Marken, und profitabel waren wir immer“, so Shaun Pozyn. Ein Erfolgsfaktor bei kulula ist der Humor. Weltruhm erlangte insbesondere eine Boeing 737-800, die bis Mitte 2015 mit einem witzigen Look für Aufsehen sorgte. „Flying 101“, hieß das Design, entworfen von einer kulula-Grafikerin. „Wir brauchten damals neue Lackierungen für gebraucht übernommene Flugzeuge. Es war Teil einer Strategie, das Fliegen zu entmystifizieren und sollte Unbekanntes rund ums Reisen mit dem Flugzeug erklären.“ AUSGEFALLENE LACKIERUNG ALS WERBETRÄGER Unter dem Cockpitfenster hieß es da „the big cheese“ („breites Grinsen“), oder eine Bordtoilette wurde umgangssprachlich als „loo“ bezeichnet, nicht ohne den folgenden Hinweis: „mile-high club initiation chamber“, in Anspielung auf eine mögliche Nutzung zur Zweisamkeit. Solche Sprüche hat sich noch keine Airline getraut, aber bei der kulula-Klientel kam das gut an. Derzeit fliegen nur noch zwei Flugzeuge mit Sonderbemalung: „This Way Up“, nachempfunden der Beschriftung großer Transportkartons, und die einzige 737-400 ist als „Camoplane“ unterwegs, mit Tarnmuster und dem Slogan: „Uns hat keiner kommen sehen“. Seitdem kulula statt Gebrauchtjets fabrikneue 737- 800 aus Seattle bekommt, sind der Kreativität Grenzen gesetzt. „Da mussten wir einheitliche Vorgaben machen und haben deshalb jetzt die ‚K dot’ genannte Standardbemalung eingeführt“, erklärt Marketing-Chef Pozyn. Schließlich hat kulula noch eine weitere Methode, um auf sich aufmerksam zu machen: den Humor der Flugbegleiter. Dafür ist der Carrier sogar berühmt, und die Passagiere sind regelrecht enttäuscht, wenn sie auf ihrem Flug nicht mindestens einen Spruch wie diesen hören: „Das Wetter am Ziel ist 30 Grad mit aufgerissener Wolkendecke, aber wir versuchen noch, die repariert zu bekommen, bevor wir landen. Danke, und vergessen Sie nicht: Niemand liebt Sie und Ihr Geld mehr als kulula Airlines!“ FR ANDREAS SPAETH Diese Boeing 737-800 hat eine Kabinenausstattung mit dem neuen „Boeing Sky Interior“. In Südafrika ist Fliegen noch ein Verkehrsmittel für wenige. Die Mittelklasse muss noch wachsen. Fotos: Spaeth (3), kulula 32 FLUG REVUE Januar 2017

News PASSAGIER UND KABINE Skandinavischer Stil in der First Class Foto: JetBlue Fotos: Lufthansa, Rohde & Schwarz Schneller durch die Schleuse Mit dem Pilotprojekt „Easy Security“ testet der Köln Bonn Airport Verfahren für eine beschleunigte Passagierkontrolle. Dabei kommen neuartige Körperscanner zum Einsatz, die alle Passagiere ohne Armheben durchleuchten. Für das Projekt wurden auf Initiative des Bundesinnenministeriums und des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft in enger Zusammenarbeit der Bundespolizei, dem Sicherheitsdienstleister Kötter Aviation Security, dem Flughafen Köln/Bonn und der Lufthansa Group, die bestehenden Abläufe analysiert und Optimierungsmöglichkeiten identifiziert. „Easy Security“ folgt dem Prinzip, dass jeder Fluggast den Kontrollprozess in seinem eigenen Tempo durchlaufen könne, ohne andere Passagiere zu behindern oder selbst eingeschränkt zu werden. Das soll die Kontrolle für Fluggäste und Mitarbeiter übersichtlicher und entspannter machen. Künftig können bis zu fünf Fluggäste gleichzeitig ihre Gepäckwannen am Band befüllen und individuell auflegen. Ziel ist ein gleichmäßiger Zulauf von zu kontrollierendem Gepäck, das konstant durch eine Röntgenanlage läuft und von mehreren Auswertern überprüft wird, während die Fluggäste selbst mithilfe neuester Sicherheitsscanner kontrolliert werden. Mehr Komfort mobil bezahlen Mit der Software „Apple Pay“ können Nutzer von iPhones und iPads Tickets für Flüge von JetBlue, Emirates, British Airways und easyJet bargeld- und kreditkartenlos bezahlen. Bisher ist das seit 2015 schrittweise erweiterte Programm nur bei Apple- Pay-Pionier JetBlue schon zum Bezahlen an Bord geeignet. Neben Verpflegung und Getränken kann man hier auch Kissen und Sitze mit größerem Abstand buchen und mobil bezahlen. Die 3500 Flugbegleiter nehmen die Zahlung per Funkbefehl auf ihrem iPad an Bord entgegen. Das Gepäck stets im Blick Die Fly-Delta-App von Delta Air Lines benachrichtigt Nutzer neuerdings mit einer Push-Meldung über den aktuellen Status ihres Gepäcks und ermöglicht die Verfolgung auf einer Karte. Möglich machen das Gepäcketiketten mit RFID-Transponder, die die amerikanische Airline im Sommer 2016 eingeführt hat. Fotos: Delta Air Lines Mit dem Konzept „SkyStue“ will das norwegische Industriedesign-Büro Hareide Design die First Class zum bequemen Wohnzimmer machen. Die kleine Privatkabine verfügt über zwei Sitze und einen ausklappbaren Tisch, an dem zwei Personen dinieren können. Belüftung, Massagefunktion und aktive Lärmreduzierung sind im Hauptsitz integriert und können über eine App auf dem Smartphone gesteuert werden. Zum Schlafen lässt sich der Sitz in ein 70 x 220 Zentimeter großes Bett umfunk tionieren. Kunden für das Konzept gibt es bislang allerdings noch nicht. ❱❱❱ kurz notiert Die Fluggesellschaft TAP Portugal erneuert die Kabinenausstattung ihrer A320-Flotte. 41 Flugzeuge werden mit den Recaro-Sitzen SL3510 und BL3530 bestückt. In die Kabine der A319 und A320 passen so zwölf Sitze mehr, bei der A321 sind es 16 zusätzliche Plätze. Für Nutzer des Facebook-Messengerdienstes bietet Lufthansa einen automatisierten Service, der nach günstigen Flugpreisen sucht. Der Chatbot Mildred befindet sich noch in der Beta-Phase und versteht bisher Deutsch und Englisch. Die International Airlines Group (IAG) führt WLAN auf der Kurzstrecke ein. Bis zu 341 Flugzeuge sollen mit der Technologie für das European Aviation Network von Telekom und Inmarsat ausgerüstet werden. Vom Sommer 2017 an soll es für Passagiere von British Airways, Vueling, Iberia und Aer Lingus verfügbar sein. Foto: Hareide Design Norway www.flugrevue.de FLUG REVUE Januar 2017 33

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