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FLUG REVUE 01/2017

Historie Für die

Historie Für die Ausbildung wurden acht Flugzeuge zu TB-58A umgerüstet. Convair B-58 Hustler Mach-2-Bomber Vor 60 Jahren flog der erste überschallschnelle Bomber der US Air Force. Die Hustler vereinte modernste Systeme und Bauweisen in einer kompakten Zelle. Zahlreiche Rekorde zeigten ihre einzigartige Leistungsfähigkeit. Fotos: Convair (2), USAF VON KARL SCHWARZ Die großen Bomberflotten der US Army Air Forces hatten im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle gespielt, und auch für die seit 1947 eigenständige US Air Force hatte die Weiterentwicklung der Bomber eine hohe Priorität. Immer wieder wurden umfangreiche Studien in Auftrag gegeben. Unter dem Namen GEBO II (General Bomber) untersuchten Boeing und Convair ab Juni 1949 diverse Konzepte. Im April 1950 passte die Air Force die Forderungen an und verlangte nun zumindest für Teile der Mission Geschwindigkeiten bis Mach 1.5 – damals unglaubliche Werte, denn selbst einen überschallschnellen Jäger gab es noch nicht. Im Februar 1951 erhielten beide Firmen sogenannte Phase-I-Verträge für weitere Arbeiten. Convair favorisierte dabei zunächst einen kleinen Deltaflügler, der unter einer B-60 ins Zielgebiet Im schlanken Rumpf saß die Crew in Einzelcockpits hintereinander. getragen werden sollte (Projekt MX- 1626). Im Dezember 1951 kam man davon aber ab und schlug eine Konstruktion mit Deltaflügel und zwei Triebwerken vor, die einen großen Bombenbehälter tragen sollte. Am 8. Dezember 1951 gab das Pentagon auch die Ausschreibung für einen strategischen Bomber (SAB-51) heraus. Konkurrenten blieben Boeing und Convair, die ihre Entwürfe weiter optimierten. Das Projekt MX-1964 hatte nun vier Triebwerke in Gondeln unter den vergrößerten Deltaflügeln und eine Kanone im Heck. Die Ergebnisse wurden am 9. Oktober 1952 dem Air Research and Development Command präsentiert, wobei der Convair-Entwurf klar als vielversprechender bewertet wurde. Entsprechend erhielt das Unternehmen einen Entwicklungsauftrag für die nun als B-58 gelistete Konstruktion. Über die kommenden zwei Jahre wurden immer wieder Detailänderungen vorgenommen wie die Einschnürung des Rumpfs in der Mitte entsprechend der Flächenwww.flugrevue.de

Kurzinfo Baujahr: 1956 bis 1962 Stückzahl: 116 Herstellungsland: USA Waffen und mehr Kraftstoff wurden im großen Behälter unter dem Rumpf untergebracht. regel (Reduzierung des Widerstands). Nach den finalen Änderungen im August 1954 konnte im Werk Fort Worth mit dem Bau der beiden XB-58A begonnen werden. Nach dem Roll-out im August 1956 hob die erste Hustler am 11. November 1956 mit Cheftestpilot Beryl Eickson am Steuer zum Jungfernflug ab. Am 30. Dezember wurde erstmals Überschallgeschwindigkeit erreicht, am 29. Juni 1957 zum ersten Mal Mach 2. Das Testprogramm gestaltete sich sehr umfangreich, denn die B-58 vereinte eine ganze Reihe neuer Technologien in sich. Eine Besonderheit war zum Beispiel die Beplankung, für die extrem steife Sandwichplatten verwendet wurden. Sie bestanden aus Aluminium, das unter hohem Druck und hoher Temperatur mit einem Wabenkern (Glasfaser oder Aluminium) verklebt wurde. Als Triebwerke verwendete man die J79 von General Electric, wie sie auch im Starfighter eingebaut wurden. Im Einlauf gab es einen in Längsrichtung verstellbaren Kegel, der automatisch für die optimale Luftzufuhr über den gesamten Geschwindigkeitsbereich sorgte. Ihre Waffen trug die B-58 in einem großen Behälter unter dem Rumpf, der zugleich als Treibstofftank diente. Verschiedene Ausführungen wurden gebaut, darunter eine mit Kameras für die Aufklärung und eine mit Störsendern. Ein Wunderwerk der Präzision war das ASQ-42(V) von Sperry, das in Zeiten lange vor dem GPS auch über Stunden die Position mit Abweichungen von unter 400 Metern ermittelte. Inputs erhielt das Navigationssystem von einer kardanisch aufgehängten Trägheitsplattform, einem Sternensucher, einem Dopplerradar und einem Radarhöhenmesser. Auch das Angriffsradar im Bug konnte für die Positionsbestimmung benutzt werden. Die Bedienung oblag dem Navigator, während der DSO (EloKa- Offizier) die umfangreichen elektronischen Störsysteme bediente. Der Pilot und die beiden anderen Besatzungsmitglieder saßen hintereinander in Einzelcockpits. Für den Ausstieg selbst bei Überschallgeschwindigkeiten in großer Höhe wurden Rettungskapseln von Stanley Aviation verwendet. Nach der Erprobung, bei der es zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen war, begannen die Lieferungen der B-58A im Dezember 1959, zunächst an die 65th Training Squadron in Carswell auf der anderen Seite des Flugplatzes in Fort Worth. Zwei Geschwader wurden mit der Hustler ausgerüstet. Den Anwww.flugrevue.de FLUG REVUE Januar 2017 81

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